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Batterie (Elektrotechnik)

9-Volt-Blockbatterie aus 6 einzelnen Zellen Ă  1,5 V
9-Volt-Blockbatterie, geöffnet

Mit dem Begriff der elektrischen Batterie wird eine Zusammenschaltung mehrerer gleichartiger galvanischer Zellen bzw. Elemente[1] bezeichnet, als welche zunĂ€chst, z. B. in der voltaschen SĂ€ule oder ZambonisĂ€ule, nur nicht wiederaufladbare (sogenannte „PrimĂ€rzellen“ bzw. „PrimĂ€relemente“) zur VerfĂŒgung standen. Mit der Entwicklung wirtschaftlich einsetzbarer wiederaufladbarer „SekundĂ€rzellen“, „SekundĂ€relemente“ bzw. „Akkumulatoren“, z. B. des Bleiakkus um 1850 bis 1886, wurde die Benutzung des Begriffs „Batterie“ auch auf die Zusammenschaltung mehrerer solcher Zellen erweitert, z. B. in den spĂ€teren Starterbatterien von Kraftfahrzeugen oder Traktionsbatterien von U-Booten usw.

In letzter Zeit schließlich hat sich die Verwendung des Begriffs „Batterie“ auch auf einzelne PrimĂ€r- oder SekundĂ€rzellen ausgedehnt, wobei fĂŒr letztere der Eindeutigkeit wegen stets besser die Bezeichnung „Akkuzelle“ oder einfach nur „Akku“ verwendet werden sollte. Dem geschilderten Wandel des Sprachgebrauchs hat sich auch die DIN-Norm 40729 Akkumulatoren; Galvanische SekundĂ€relemente; Grundbegriffe angeschlossen, die den Begriff der „Batterie“ zwar eingangs allein im ursprĂŒnglichen Sinn als Reihenschaltung mehrerer galvanischer Elemente definiert, dann aber doch den entstandenen Neologismus „Batterie“ als allgemeiner Bezeichnung auch einzelner galvanischer Zellen mitverwendet.[2]

Unter Hinweis auf diese Begriffshistorie wird hier ausschließlich die Vielfalt „elektrischer Zellen“ beschrieben, die umgangssprachlich bzw. „handelsĂŒblich“, seit einiger Zeit aber auch vom DIN als „Batterien“ bezeichnet werden, wobei die Besprechung von „PrimĂ€rzellen“ im Vordergrund steht – fĂŒr eine nĂ€here Besprechung von „SekundĂ€rzellen“ siehe Hauptartikel Akkumulator.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Batterien historischer galvanischer Zellen

Im Jahr 1780 bemerkte der italienische Arzt Luigi Galvani, dass ein Froschbein, das in Kontakt mit zwei verschiedenen Metallen kam, zuckte und hielt das fĂŒr eine elektrische Wirkung. Das erste funktionierende galvanische Element und damit die erste Batterie wurde in Form der Voltaschen SĂ€ule im Jahr 1800 von Alessandro Volta vorgestellt. 1901 entwickelte Paul Schmidt in Berlin die Trockenbatterie.

In der Antike vorhandene GefĂ€ĂŸe wie die „Bagdad-Batterie“ erzeugen durch das Zusammenspiel aus Kupfer, Eisen und Essig eine elektrische Spannung von circa 0,8 V. Ob dieses GefĂ€ĂŸ zum damaligen Zeitpunkt vor etwa 2.000 Jahren als Batterie im heutigen Sinn verwendet wurde, ist umstritten.

Grundlagen

Schaltzeichen einer galvanischen Zelle (Batterie oder Akku)

Eine elektrische Zelle ist ein elektrochemischer Energiespeicher und ein Energiewandler. Bei der Entladung wird gespeicherte chemische Energie durch die elektrochemische Redoxreaktion in elektrische Energie umgewandelt. Diese kann von einem vom Stromnetz unabhĂ€ngigen elektrischen Verbraucher genutzt werden. Alternativ kann sie auch in einem vom Stromnetz abhĂ€ngigen Verbraucher eingesetzt werden, um kurzzeitige AusfĂ€lle im Stromversorgungsnetz zu ĂŒberbrĂŒcken und so eine unterbrechungsfreie Stromversorgung sicherstellen.

PrimĂ€rzellen können nur einmal entladen und nicht wieder aufgeladen werden. In diesen Zellen sind die Reaktionen bei der Entladung teilweise umkehrbar, das fĂŒhrt jedoch nicht zur Wiederherstellung eines dem Neuzustand Ă€hnlichen Energieinhalts. Dagegen sind die wiederaufladbaren SekundĂ€rbatterien (Akkumulatoren) weitgehend in den Ladezustand Ă€hnlich dem Neuzustand zu bringen, so dass eine mehrfache Umwandlung von chemischer in elektrische Energie und zurĂŒck möglich ist.

Die Elektrodenmaterialien legen die Nennspannung der Zelle fest, die Menge der Materialien die enthaltene Energie.

Spezifische Energiedichte (Wh/kg) verschiedener PrimÀrzellen als Funktion der Temperatur

Wichtige Begriffe in Bezug auf die elektrischen Eigenschaften einer Batterie sind:

KapazitÀt
Die in einer Batterie gespeicherte elektrische Ladung wird umgangssprachlich als KapazitĂ€t bezeichnet, das ist nicht zu verwechseln mit der elektrischen KapazitĂ€t. Die KapazitĂ€t einer Batterie wird in der Regel in Amperestunden (Einheitenzeichen: Ah), seltener in Amperesekunden (As) oder Coulomb (C; 1 As entspricht 1 C) angegeben.
Leistung
Die Leistung einer Batterie ist die Menge an elektrischer Energie, die pro Zeiteinheit entnommen werden kann. Sie wird in der Regel in Watt (W) angegeben und ist das Produkt aus Entladestrom und Entladespannung.
Energieinhalt
Die in einer Batterie gespeicherte Energie (elektrische Arbeit) wird meist nicht angegeben, die Energie pro Masse oder pro Volumen ist jedoch eine typische KenngrĂ¶ĂŸe von Batteriesystemen. Eine EinschĂ€tzung je nach Typ geben Diagramme vergleichender Energieangaben (siehe Diagramm).
Selbstentladung
Alle Batterien unterliegen bei Lagerung der Selbstentladung. Die Geschwindigkeit der Selbstentladung hÀngt unter anderem vom Batterietyp und der Temperatur ab. Je niedriger die Lagertemperatur, desto geringer ist die Selbstentladung.

Einsatzbereiche

HandelsĂŒbl. Batterien und Zellen (v.u.n.o.): Zwei Knopfzellen, 9-Volt-Block, Micro, Mignon, Baby, Mono, Flachbatterie.
Ferne Gemeinsamkeit Norm IEC 60086:
Links LR6 (1,5 V), rechts 4LR44 (6 V).
Inneres und Äußeres einer Batterie
des Typs 4LR44 nach IEC 60086.
Laternenbatterie 4R25 IEC 60086

Je nach dem Einsatzgebiet gibt es folgende Begriffe und Zuordnungen:

  • GerĂ€tebatterien dienen zur Stromversorgung kleiner, meist tragbarer GerĂ€te, beispielsweise in Taschenlampen oder Mobiltelefonen. Besonders kleine AusfĂŒhrungen fĂŒr HörgerĂ€te oder Quarzuhren werden als Knopfzellen bezeichnet. GerĂ€tebatterien gibt es in standardisierten BaugrĂ¶ĂŸen sowohl als einmal verwendbare PrimĂ€rzelle, als auch als wiederaufladbaren Akkumulator.

Typvariationen

Aufgrund der vielfĂ€ltigen Einsatzbereiche mit sehr unterschiedlichen Anforderungen bezĂŒglich Spannung, Leistung und KapazitĂ€t gibt es heute Batterien in vielen Typen. Diese werden unterschieden beispielsweise

  • nach chemischer QualitĂ€t in der zugrunde liegenden chemischen Redoxreaktion,
  • Zusammenschaltung von Zellen
  • nach ZellengrĂ¶ĂŸen.

HandelsĂŒbliche Batterien und Zellen unterscheiden sich sowohl in den elektrischen Werten als auch in der geometrischen bzw. konstruktiven Bauform. Von den nachfolgend aufgefĂŒhrten Bezeichnungen können mehrere zusammen einen Batterietyp beschreiben, z. B. „Alkali-Mangan-Batterie – LR 6/AM-3 – AA – Mignon“. Oft wird aber nur ein bestimmtes Merkmal gefordert, z. B. die GrĂ¶ĂŸe „AA“ fĂŒr eine speziell darauf abgestimmte Taschenlampe.

Im experimentellen Bereich und zur Veranschaulichung des Funktionsprinzips werden recht exotische Batterien, wie zum Beispiel Zitronenbatterien, eingesetzt.

PrimÀrzellen

Als PrimÀrzellen werden Batterien bezeichnet, die nach der Entladung nicht wieder neu aufgeladen werden können. Die verschiedenen Typen werden nach den eingesetzten Materialien bezeichnet (ausgenommen wiederaufladbare alkalische Zellen - diese werden trotzdem zu den PrimÀrzellen gezÀhlt):

Historisch wurde zwischen Trockenbatterien mit festem oder gelartigem Elektrolyt und Nassbatterien, wie dem Daniell-Element mit flĂŒssigem Elektrolyt, unterschieden. Nassbatterien spielen heute keine Rolle mehr.

BaugrĂ¶ĂŸen

Als GerĂ€tebatterien werden hĂ€ufig Batterien bezeichnet, die sehr verbreitet fĂŒr die Energieversorgung von ElektrokleingerĂ€ten wie Uhren, Radios, Spielzeug, Taschenlampen u.Ä. und auch in fest installierten GerĂ€ten wie Rauchmeldern verwendet werden.

GerĂ€tebatterien mĂŒssen kompakt, lageunabhĂ€ngig einsetzbar, leicht und trotzdem mechanisch robust sein. Sie dĂŒrfen bei normaler Lagerung und Verwendung im GerĂ€t weder auslaufen noch ausgasen. Sie sind in einer Vielzahl von AusfĂŒhrungen auf der Basis von Zink-Kohle- oder Alkali-Mangan-Batterie im Handel erhĂ€ltlich – Zink-Kohle-Batterien werden immer seltener angeboten und kaum noch hergestellt.

Es gibt sehr viele von der IEC genormte Typen und einige Bezeichnungen vom ANSI sowie inoffizielle Namen, insbesondere fĂŒr die acht gĂ€ngigsten Kategorien: [3][4][5]

IEC ANSI inoffiziell Abmessungen Nennspannung
Zink-Kohle Alkali-Mangan
R20 [3] LR20 [3] [3] Mono ca. 61 mm Ă— Ă˜ 34 mm [4] 1,5 V [5]
R14 [3] LR14 [3] [3] Baby ca. 50 mm Ă— Ă˜ 26 mm [4] 1,5 V [5]
R6 [3] LR6 [3] AA [3] Mignon [3] ca. 50 mm Ă— Ă˜ 14 mm [4] 1,5 V [5]
R03 [3] LR03 [3] AAA [3] Micro ca. 44 mm Ă— Ă˜ 10 mm [4] 1,5 V [5]
R1 [3] LR1 [3] [3] Lady ca. 30 mm Ă— Ă˜ 12 mm [4] 1,5 V [5]
6F22 [3] 6LR61 [3] 9V [3] 9-Volt-Block ca. 48 Ă— 26 Ă— 17 mm [5] 9 V [5]
3R12 [3] 3LR12 [3] 4.5V [3] Flachbatterie ca. 65 Ă— 61 Ă— 21 mm [5] 4,5 V [5]
4R25 [3] 4LR25 [3] Laternenbatterie ca. 114 Ă— 66 Ă— 66 mm [5] 6 V [5]

Adapter und Kontaktierung

Nicht jeder Batterietyp ist in allen LĂ€ndern erhĂ€ltlich. Deshalb gibt es zum Beispiel Flachbatterie-Adapter, die drei AA-Zellen zu je 1,5 V aufnehmen. Diese lassen sich in allen GerĂ€ten verwenden, in die auch eine Flachbatterie hineinpasst. NĂŒtzlich sind diese Adapter auch, weil es bis dato keine wiederaufladbaren Flachbatterien gibt.

Die Kontaktierung kleiner Batterien erfolgt mit Federkontakten, zuverlĂ€ssigere AusfĂŒhrungen fĂŒr Lithiumbatterien sind vergoldet. Fest eingebaute Akkumulatoren sind mit Steckkontakten, Polbolzen oder Lötfahnen versehen.

Batteriepacks bestehen aus mehreren Zellen, die untereinander mit BlechbÀndern kontaktiert sind.

Microsoft offerierte 2010 eine „InstaLoad“ genannte, rein mechanische Lösung eines Batteriefaches, die das Einlegen von Batterie-Einzelzellen in beliebiger Orientierung erlaubt.

Entsorgung

Batterien und Akkumulatoren gehören nicht in den haushaltsĂŒblichen RestmĂŒllbehĂ€lter oder in die Umwelt, da sie umweltschĂ€dliche und zudem erneut nutzbare wertvolle Rohstoffe enthalten, die das Batterierecycling fĂŒr entsprechende Unternehmen wirtschaftlich attraktiv machen.

In Deutschland regelt die Batterieverordnung die RĂŒcknahme und Entsorgung von Batterien. Sie legt unter anderem fest, dass in Deutschland keine Batterien oder Zellen mit einem Quecksilbergehalt von mehr als 0,0005 Gewichtsprozent in den Verkehr gebracht werden dĂŒrfen. Bei Knopfzellen darf der Quecksilbergehalt nicht ĂŒber 2,0 Gewichtsprozent liegen. Alkali-Mangan-Batterien enthalten seit Beginn der 1990er Jahre kein Quecksilber mehr. Davor wurde es zum Amalgamieren des Elektrodenmaterials Zink verwendet.

Kleine Batterien können in Deutschland in EinzelhandelsgeschĂ€fte zurĂŒckgebracht werden, wenn diese auch Batterien verkaufen. Zu diesem Zweck mĂŒssen dort SammelbehĂ€lter aufgestellt sein. FĂŒr Autobatterien existiert in Deutschland ein Pfandsystem.

Siehe auch

Literatur

  • Lucien F. Trueb, Paul RĂŒetschi: Batterien und Akkumulatoren – Mobile Energiequellen fĂŒr heute und morgen. Springer, Berlin 1998, ISBN 3-540-62997-1
  • David Linden, Thomas B. Reddy (Hrsg.): Handbook of Batteries. 3. Auflage. McGraw-Hill, New York 2002, ISBN 0-07-135978-8 (englisch)
  • Clive D.S. Tuck (Hrsg.): Modern Battery Technology. Ellis Horwood, New York 1991, ISBN 0-13-590266-5 (englisch)
  • Philipp BrĂŒckmann: Autonome Stromversorgung - Auslegung und Praxis von Stromversorgungsanlagen mit Batteriespeicher. Ökobuch, Staufen 2007, ISBN 978-3-936896-28-2
  • Werner Döring, EinfĂŒhrung in die Theoretische Physik, Band II, Berlin, Göschen 1965, speziell das Kapitel ĂŒber Batterien

Einzelnachweise

  1. ↑ Grimsehl: Lehrbuch der Physik, Bd. II; Leipzig 1954, S. 38
  2. ↑ Dirk Flottmann, Detlev Forst, Helmut Roßwag: Chemie fĂŒr Ingenieure: Grundlagen und Praxisbeispiele. Springer, 2003, ISBN 354006513X, S. 225
  3. ↑ a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y BIO Intelligence Service (September 2008): Battery capacity and labelling (PDF; 3,04 MB). EuropĂ€ische Kommission. Abgerufen am 15. MĂ€rz 2012.
  4. ↑ a b c d e f IEC 60086-1-2006 (PDF; 529 KB). Abgerufen am 15. MĂ€rz 2012.
  5. ↑ a b c d e f g h i j k l IEC 60086-2-2006 (PDF; 521 KB). Abgerufen am 15. MĂ€rz 2012.

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Batterie â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Batterien â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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