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Als Baum wird im allgemeinen Sprachgebrauch eine holzige Pflanze verstanden, die aus einer Wurzel, einem daraus emporsteigenden, hochgewachsenen Stamm und einer belaubten Krone besteht.
Inhaltsverzeichnis |
Die Botanik definiert BĂ€ume als mehrjĂ€hrige, holzige Samenpflanzen, die einen dominierenden Spross aufweisen, der durch sekundĂ€res Dickenwachstum an Umfang zunimmt. Diese Merkmale unterscheiden einen Baum von StrĂ€uchern, Farnen, Palmen und anderen holzigen Pflanzen. Im Gegensatz zu ihren entwicklungsgeschichtlichen VorlĂ€ufern verfĂŒgen die meisten BĂ€ume zudem ĂŒber wesentlich differenziertere Blattorgane, die mehrfach verzweigten Seitentrieben (Lang- und Kurztrieben) entspringen. Stamm, Ăste und Zweige verlĂ€ngern sich jedes Jahr durch Austreiben von Endknospen und Seitenknospen, verholzen dabei und nehmen kontinuierlich an Umfang zu. Im Gegensatz zum Strauch ist es das besondere Merkmal der BĂ€ume, dass die Endknospen ĂŒber die Seitenknospen dominieren (apikale Dominanz) und sich dadurch ein vorherrschender Haupttrieb herausbildet (Akrotonie).
Baumförmige Lebensformen kommen in verschiedenen Pflanzengruppen vor: âEchteâ BĂ€ume sind die LaubbĂ€ume unter den Bedecktsamern und die baumförmigen Nacktsamer, zu denen NadelholzgewĂ€chse wie die bekannten NadelbĂ€ume gehören, aber auch Ginkgo biloba (als einziger noch existierender Vertreter der GinkgogewĂ€chse) sowie zahlreiche Vertreter der fiederblĂ€ttrigen Nacktsamer (Cycadophytina). EigentĂŒmlichster Baum ist wohl die in Namibia vorkommende Welwitschia mirabilis, deren Stamm im Boden verbleibt. Daneben können auch die Palmen und die Baumfarne eine baumĂ€hnliche Form ausbilden. Diese Gruppen besitzen aber kein echtes Holz (sekundĂ€res Xylem) und gelten daher nicht als BĂ€ume. Eine Sonderstellung nimmt der Drachenbaum (Dracaena) ein. Dieser gehört zwar zu den EinkeimblĂ€ttrigen, hat aber ein atypisches sekundĂ€res Dickenwachstum.
BaumÀhnliche Formen finden sich hauptsÀchlich in rund 50 höheren Pflanzenfamilien. Dagegen fehlt die Baumform bei Algen, Moosen, LiliengewÀchsen, Iridaceae, Hydrocharitaceae, Orchideen, Chenopodiaceae, PrimelgewÀchsen und meist auch bei den Convolvulaceae, GlockenblumengewÀchsen, Cucurbitaceae, DoldengewÀchsen, Saxifragaceae, Papaveraceae, Ranunculaceae oder Caryophyllaceae.
BĂ€ume kommen innerhalb der Nacktsamer (Gymnospermen) in Form der nadelblĂ€ttrigen Nacktsamer (Coniferopsida) vor. Dominiert werden die Arten vor allem von der Ordnung Pinales mit den Familien Pinaceae (Fichten, Kiefern, Tannen, Douglasie, LĂ€rchen, GoldlĂ€rche), Cupressaceae (Zypressen, Scheinzypressen, Thuja, Wacholder, der ebenfalls zu den ZypressengewĂ€chsen gehörenden MammutbĂ€umen (Riesenmammutbaum, KĂŒstenmammutbaum, Urweltmammutbaum, Sumpfzypresse) sowie den Familien Podocarpaceae (Podocarpus, Dacrydium), Araucariaceae (Araucarien, Agathis), Taxaceae (Eibe) und Cephalotaxaceae (Kopfeibe).
Viele Baumarten kommen aber auch innerhalb der Bedecktsamer (Angiospermen) vor. Die verschiedenen Unterklassen haben hier unterschiedliche Laubbaumtypen hervorgebracht. Zu den bedeutendsten die BuchengewÀchse (Fagaceae), zu denen neben den Buchen (Fagus spp.) auch die Eichen (Quercus spp.), und die Edelkastanie (Castanea sativa) gehören. Ebenfalls bedeutend sind die BirkengewÀchse (Betulaceae) mit den Birken und Erlen, sowie die NussbÀume (Juglandaceae), die Ulmen (Ulmaceae) und die MaulbeergewÀchse (Moraceae). Zu den Rosiden zÀhlen die Obstgehölze aus der Familie der RosengewÀchse (Rosaceae) sowie die Leguminosen (Fabales) mit sehr zahlreichen, vor allem tropischen Arten. Neben der Gattung Dalbergia (PalisanderbÀume) gehört auch die Gattung Robinia in diese Gruppe. Wirtschaftlich bedeutsam sind die ZedrachgewÀchse (Meliaceae) mit den Gattungen Enthandophragma (MahagonibÀume) und Cedrela sowie die Familie der Dipterocarpaceae mit der Gattung Shorea (Meranti, Bangkirai).
Baumartige Lebensformen zeigen eine groĂe Variationsbreite im Aufbau (Morphologie). Assoziiert wird mit dem Begriff Baum in der Regel der Aufbau aus Baumkrone, Baumstamm und Baumwurzeln. Bei den baumartigen Farnen und den meisten Palmen finden sich einfache StĂ€mme, die keine Ăste ausbilden, sondern schopfartig angeordnete, hĂ€ufig gefiederte BlĂ€tter. Vor allem zeigen sie kein sekundĂ€res Dickenwachstum und sind damit keine echten BĂ€ume.
Bei den echten BĂ€umen wĂ€chst aus dem Spross des KeimpflĂ€nzchens durch LĂ€ngen- und sekundĂ€res Dickenwachstum der kĂŒnftige Baumstamm heran. Entweder bildet sich der Spross an der Spitze durch die sich stĂ€ndig erneuernde Gipfelknospe aufrecht weiter und wird zum geraden, bis zur höchsten Kronenspitze durchgehenden Baumstamm (Monopodium). Beispiele dafĂŒr sind die meisten Nadelgehölze, aber auch einige Laubgehölze wie Eichen. Bei den Nadelgehölzen bildet sich durch die horizontal ansetzenden Ăste eine pyramidenförmige Krone. Diese wird schlanker, wenn sich auch die Ăste steil am Stamm aufwĂ€rts richten (z. B. Pyramidenpappel). Die monopodiale Wuchsform wird durch die apikale Dominanz der Gipfelknospe verursacht. In der Knospe gebildete Wuchsstoffe (Auxine) unterdrĂŒcken die AktivitĂ€t der Seitenknospen. Bei der Eiche und anderen Baumarten lĂ€sst diese Dominanz des Haupttriebes mit dem Alter nach und es bildet sich eine typische, verzweigte Laubbaumkrone.
Bei anderen Gehölzen (z. B. Buche, Hainbuche) ĂŒbernimmt eine subtermale Seitenknospe die FĂŒhrung (Sympodium). Bei BĂ€umen entsteht so eine aufrechte âScheinachseâ (Monochasium). Im spĂ€teren Verlauf lĂ€sst auch hier die Dominanz der fĂŒhrenden Knospe nach und aus weiteren Seitenknospen entwickeln sich stĂ€rkere Ăste, die schlieĂlich eine Krone formen. Dies geschieht aber meist frĂŒher als bei BĂ€umen mit monopodialem Wuchs. StrĂ€ucher sind durch das Fehlen der apikalen Dominanz gekennzeichnet. Zahlreiche Seitentriebe bilden eine weit verzweigte Wuchsform. Bei Gehölzen, die im Jahreszeitenklima wachsen, bildet sich an den Wuchsachsen wĂ€hrend der Vegetationsperiode je ein Triebabschnitt (Jahrestrieb). Kommt es, wie bei der Eiche, wĂ€hrend der Vegetationsperiode zu einem weiteren Austrieb, spricht man vom Johannistrieb (Prolepsis). Tropische Arten neigen zu mehrfachem Austrieb. Aus der Zahl der Jahrestriebe und dem Grad der Verzweigung lĂ€sst sich das Alter eines Astes ermitteln. Diese Altersbestimmung wird jedoch bei zahlreichen Arten (z. B. Fichte, Tanne) und regelmĂ€Ăig bei Ă€lteren BĂ€umen durch die Ausbildung von sogenannten Proventivtrieben erschwert, die aus âschlafendenâ Knospen austreiben. Die regelmĂ€Ăige Bildung von Proventivtrieben wird auch als Reiteration (sprich: Re-Iteration) bezeichnet. Diese Wiederholungstriebe dienen der Erneuerung der Krone und verschaffen BĂ€umen die Möglichkeit, alternde Ăste zu ersetzen sowie auf Stress (Schneebruch, InsektenkalamitĂ€ten) zu reagieren.
BĂ€ume können ein Alter von mehreren hundert Jahren, an bestimmten Standorten sogar von mehreren tausend Jahren erreichen. Als Ă€ltester Baum der Welt gilt derzeit die 9550 Jahre alte Fichte Old Tjikko im Nationalpark FulufjĂ€llet im mittelschwedischen Bezirk Dalarna.[1] Unter dieser Fichte wurden drei weitere âGenerationenâ (375, 5660 und 9000 Jahre alt) mit identischem Erbmaterial gefunden. Die Zahl der ĂŒber 8000 Jahre alten Fichten wird auf etwa 20 StĂŒck geschĂ€tzt. Damit ist die Fichte rund doppelt so alt wie die nordamerikanischen Kiefern, die mit 4000 bis 5000 Jahren bislang als die Ă€ltesten lebenden BĂ€ume galten.
Die nachweislich Àltesten BÀume Mitteleuropas werden auf etwa 600 bis 700 Jahre datiert. WÀchst der Baum unter im Jahresrhythmus schwankenden klimatischen Bedingungen, wird wÀhrend der Vegetationsperiode ein Jahresring angelegt. Mit Hilfe dieser Ringe lassen sich sowohl das Alter eines Baumes als auch dessen Wuchsbedingungen in den einzelnen Jahren ablesen. Die Dendrochronologie nutzt dies, um altes Holz zu datieren und das Klima einer Region bis zu mehreren tausend Jahren zu rekonstruieren.
Seine Entwicklung bringt fĂŒr den Baum zahlreiche Probleme und SchĂ€digungen mit sich. Hierunter fallen vor allem Pilz- und InsektenschĂ€den, Windbruch (Baumteile brechen ab), Windwurf (der Baum wird mit den Wurzeln aus dem Boden gehebelt), Schneebruch (Baumteile unter schweren Schneelasten brechen ab), Blitzschaden (Stammteile werden abgesprengt), Frost (Trockenschaden durch Transpiration bei gefrorenem Boden, Stammrisse) und bei JungbĂ€umen ĂŒbermĂ€Ăiger Wildverbiss und SchĂ€lung. Einige wichtige Krankheiten, von denen BĂ€ume befallen werden können, bezeichnet man als Brand, Krebs, Rost, Mehltau, RotfĂ€ule, WeiĂfĂ€ule, BraunfĂ€ul und Harzfluss. Zu Missbildungen an BĂ€umen zĂ€hlt man die Maserkröpfe, die Hexenbesen oder WetterbĂŒsche sowie die Gallen.
Ein Querschnitt durch einen Baumstamm zeigt verschiedene Zonen. Ganz innen befinden sich das aus PrimĂ€rgewebe bestehende Mark und das tote Kernholz. Bestimmte Baumarten (z. B. Buche, Esche) bilden fakultativ einen Falschkern aus, der sich in den Eigenschaften vom echten Kernholz unterscheidet. Weiter auĂen befindet sich das Splintholz, das der Leitung und Speicherung dient und sich bei so genannten KernholzbĂ€umen farblich meist deutlich vom Kernholz abhebt. Bei der Eiche, der Eibe und der Robinie ist dies sehr gut sichtbar. Die Fichte hat einen farblosen Kern (Reifholz).
Die Ă€uĂerste Schicht bildet die Baumrinde. Sie besteht aus der Bastschicht, die in Wasser gelöste NĂ€hrstoffe transportiert, und der Borke, die den Stamm vor UmwelteinflĂŒssen (UV-Einstrahlung, Hitze, mechanische und biotische SchĂ€den) schĂŒtzt.
Zwischen der Bastschicht und dem Holz befindet sich bei Gymnospermen und Dicotyledonen das Kambium. Diese Wachstumsschicht bildet durch sekundĂ€res Dickenwachstum nach innen Holz (Xylem) und nach auĂen Bast (Phloem). Das Holz zeichnet sich durch die Einlagerung von Lignin in die Zellwand aus. Dadurch werden die Zellen versteift und bilden ein festes Dauergewebe. Das sekundĂ€re Dickenwachstum, die Lignifizierung der hölzernen Zellwand und die Vermehrung durch Samen verschafften den BĂ€umen in den meisten Biomen der Erde einen Vorteil gegenĂŒber anderen Pflanzen und haben dort zur Entwicklung groĂflĂ€chiger WaldbestĂ€nde gefĂŒhrt. Ausnahmen bilden die WĂŒsten, die arktischen Tundren und die zentralkontinentalen Steppen.
Hinsichtlich des inneren Baues des Baumstammes weichen die meisten zu den EinkeimblĂ€ttrigen gehörenden baumförmigen Lebensformen, nĂ€mlich die Palmen, von den echten BĂ€umen erheblich ab. Bei ersteren stehen die GefĂ€ĂbĂŒndel im Grundgewebe zerstreut, weshalb es auch keinen Kambiumring, keinen Holzzylinder und somit auch kein fortdauerndes sekundĂ€res Dickenwachstum des Stammes gibt. Bei den zu den Dikotyledonen oder Gymnospermen gehörenden BĂ€umen besitzt der Stamm schon in der frĂŒhesten Jugend als dĂŒnner StĂ€ngel einen unter der Rinde gelegenen Kreis von LeitbĂŒndeln, welcher den Rindenbereich vom innen liegenden Mark scheidet. Dieser LeitbĂŒndelring stellt in seiner inneren, dem Mark anliegenden HĂ€lfte das Holz und im Ă€uĂeren, an die Rinde angrenzenden Teil den Bast dar; zwischen beiden zieht sich der Kambiumring hindurch. Dieser wird aus zarten, saftreichen, sich stĂ€ndig teilenden Zellen gebildet und vergröĂert durch seinen laufenden Zellvermehrungsprozess die beiderseits ihm anliegenden Gewebe. So wird alljĂ€hrlich an der AuĂenseite des Holzringes eine neue Zone Holzgewebe angelegt, wodurch die Jahresringe des auf diese Weise erstarkenden Holzkörpers entstehen, die man als konzentrische Linien am Stammquerschnitt wahrnimmt. Andererseits erhĂ€lt aber auch der weiter auĂen liegende Bast an seiner Innenseite einen jĂ€hrlichen, wenn auch weit geringeren Zuwachs. Auf diese Weise kommt die dauernde Verdickung des Stammes und aller seiner Ăste sowie auch der Wurzeln zustande.
Auch in der Wurzelbildung unterscheiden sich die BĂ€ume untereinander. Neben der genetischen Festlegung steuern die Erfordernisse der Verankerung des Baumes im Boden ebenso wie die Notwendigkeit der Versorgung der Pflanze mit Wasser und NĂ€hrstoffen die IntensitĂ€t und Art des Wurzelwachstums. Man spricht entsprechend der Form des Wurzelstocks von Pfahlwurzel, Flachwurzel oder Herzwurzel. Bei der Pfahlwurzel wĂ€chst die Hauptwurzel senkrecht in den Boden hinab, was besonders fĂŒr die Eiche charakteristisch ist. FlachgrĂŒndige Böden und hoch anstehendes Grundgestein oder Grundwasser begĂŒnstigen z.B. die Bildung von Flachwurzeln. Trockene Böden begĂŒnstigen eine Bildung von Pfahlwurzeln. Die ĂŒberwiegende Masse des Wurzelstocks machen bei den BĂ€umen nicht die verholzten Wurzelteile, sondern die mit einer Mykorrhiza vergesellschafteten Feinwurzeln aus. Die Gesamtwurzelmasse reicht oft an die Masse der oberirdischen Pflanzenteile heran. Bei einkeimblĂ€ttrigen baumĂ€hnlichen Lebensformen endet der Stamm nahe unter der BodenflĂ€che und es entwickelt sich ein sprossbĂŒrtiges Wurzelsystem (Homorhizie).
An alten BĂ€umen finden sich meist junge Adventivwurzeln, die alte, ineffektive Wurzeln ersetzen. Bei einigen Baumarten bilden oberflĂ€chennahe Wurzeln eine so genannte Wurzelbrut, eine Form der vegetativen Vermehrung. Wurzelkappungen infolge von BaumaĂnahmen bewirken das Absterben von Wurzelteilen und fĂŒhren zum Eindringen von holzzerstörenden Pilzen in den Baum. Dies ist die hĂ€ufigste Ursache von irreparablen BaumschĂ€den im stĂ€dtischen Bereich.
BĂ€ume tragen LaubblĂ€tter oder NadelblĂ€tter, die entweder mehrjĂ€hrig am Baum verbleiben (immergrĂŒne Arten) oder am Ende einer Vegetationsperiode abgeworfen werden (laubabwerfende Arten). Dazwischen liegen noch die halbimmergrĂŒnen Arten, die am Ende einer Vegetationsperiode nur einen Teil ihrer BlĂ€tter verlieren, bei Neuaustrieb dann aber die vorjĂ€hrigen ersetzen. Die Nadelgehölze sind mit Ausnahme der Gattungen Larix (LĂ€rchen) und Pseudolarix (GoldlĂ€rchen) immergrĂŒne Arten. In den borealen und hochmontanen Biomen der Nordhalbkugel haben sich die immergrĂŒnen Nadelgehölze durchgesetzt, da sie zu Beginn der Vegetationsperiode bei ausreichender Temperatur sofort mit der Assimilation beginnen können, ohne zunĂ€chst Assimilationsorgane bilden zu mĂŒssen wie die laubabwerfenden Baumarten.
Die Gestalt der BlĂ€tter (Laub) ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal. Anordnung, Form, GröĂe, Farbe, Nervatur und ZĂ€hnung sowie haptische Eigenschaften können zur Differenzierung herangezogen werden. Nicht minder brauchbar zur Unterscheidung im winterlichen Zustand sind die (Blatt-)Knospen des Baumes. Eine eindeutige taxonomische Identifizierung der Arten ist allerdings nur anhand der BlĂŒten oder FrĂŒchte möglich. Manche BĂ€ume sind mit Dornen ausgestattet. Dies sind entweder kurze Zweige, die mit dorniger Spitze enden (WeiĂdorne, Wildform von ObstbĂ€umen), oder es sind stachelartig ausgebildete NebenblĂ€tter wie etwa bei der Gewöhnlichen Robinie.
Ein europĂ€ischer Laubbaum trĂ€gt durchschnittlich 30.000 BlĂ€tter, die zusammen eine enorme Transpirationsleistung ergeben. An warmen Sommertagen kann der Baum mehrere hundert Liter Wasser verdunsten. Beispiel einer 80-jĂ€hrigen, allein stehenden Rotbuche: In diesem Lebensalter ist der Baum 25 m hoch, und seine Baumkrone mit einem Durchmesser von 15 m bedeckt eine StandflĂ€che von 160 mÂČ. In ihren 2.700 mÂł Rauminhalt finden sich 800.000 BlĂ€tter mit einer gesamten BlattoberflĂ€che von 1.600 mÂČ, deren ZellwĂ€nde zusammen 160.000 mÂČ FlĂ€che betragen. Pro Stunde verbraucht diese Buche 2,352 kg Kohlenstoffdioxid, 0,96 kg Wasser und 25.435 Kilojoule (Solarenergie) (die Energieangabe bezieht sich auf die in Form von Traubenzucker gespeicherte Energie, die eingestrahlte Sonnenleistung ist ca. siebenmal gröĂer); im gleichen Zeitraum stellt sie 1,6 kg Traubenzucker her und deckt mit 1,712 kg Sauerstoff den Verbrauch von zehn Menschen. Die 15 mÂł Holz des Baumes wiegen trocken 12.000 kg, allein 6.000 kg davon sind Kohlenstoff.
Die BlĂŒten der BĂ€ume aus gemĂ€Ăigten Breiten sind manchmal verhĂ€ltnismĂ€Ăig unscheinbar; bei einigen Taxa sind einzelne BlĂŒtenblattkreise reduziert. Einige Baumarten gemĂ€Ăigter Breiten haben eingeschlechtige BlĂŒten. Dabei sitzen die BlĂŒten beider Geschlechter entweder auf demselben Baum (einhĂ€usig getrenntgeschlechtig) (zum Beispiel Eiche, Buche, Hainbuche, Birke, Erle und Nussbaum) oder auf verschiedenen (zweihĂ€usig getrenntgeschlechtig), so dass man mĂ€nnliche und weibliche BĂ€ume zu unterscheiden hat (unter anderen bei Weiden und Pappeln). Andere BĂ€ume wie ObstbĂ€ume, Rosskastanie und viele BĂ€ume der wĂ€rmeren Klimate haben ZwitterblĂŒten, die sowohl Staub- als auch FruchtblĂ€tter ausbilden.
Die Frucht- und Samenbildung zeigt weniger EigentĂŒmlichkeiten. Bei den meisten BĂ€umen fĂ€llt die Reife in den Sommer oder Herbst desselben Jahres; nur bei den Kiefernarten erlangen die Samen und die sie enthaltenden Zapfen erst im zweiten Herbst nach der BlĂŒte vollstĂ€ndige Ausbildung.
Die FrĂŒchte sind meistens nussartig mit einem einzigen ausgebildeten Samen, oder sie bestehen aus mehreren einsamigen, nussartigen Teilen, wie bei den Ahornen. Saftige SteinfrĂŒchte, ebenfalls mit einem oder wenigen Samen, finden sich bei den ObstbĂ€umen, Kapseln mit zahlreichen Samen bei den Weiden und Pappeln.
Die Voraussetzungen fĂŒr die Entstehung und Verbreitung der BĂ€ume waren:
Die VorlĂ€ufer der BĂ€ume kennt man aus dem Karbon. Sie gehörten zu den SchachtelhalmgewĂ€chsen, den BĂ€rlappgewĂ€chsen und den Farnen. Sie besaĂen verholzte StĂ€mme, die auch ein sekundĂ€res Dickenwachstum aufwiesen. Fossile Gattungen sind beispielsweise Lepidodendron und Sigillaria. Die verdichteten Sedimente dieser WĂ€lder bilden die Steinkohle.
Die weitere Evolution der Pflanzen brachten im Perm die Samenpflanzen hervor. Die Nacktsamer breiteten sich als erste BĂ€ume rasch aus, erreichten wohl im Trias (vor etwa 200 Millionen Jahren) ihre gröĂte Artenvielfalt, bis sie im TertiĂ€r (vor ca. 60 Millionen Jahren) von den Angiospermen in ihrer Bedeutung abgelöst wurden.[2] Von den bekannten 220.000 BlĂŒtenpflanzen sind etwa 30.000 Holzarten, so dass etwa jede achte BlĂŒtenpflanze ein Baum oder Strauch ist. Die meisten Baumarten zĂ€hlen zu den Bedecktsamern (Angiospermen). Die Gymnospermen (Nacktsamer) umfassen nur ungefĂ€hr 800 Arten, bedecken aber immerhin ein Drittel der WaldflĂ€che der Erde.
Die globale Verteilung der Baumarten wurde vor allem durch die klimatischen VerhĂ€ltnisse und durch die Kontinentalverschiebung geprĂ€gt. WĂ€hrend z.B. die BuchengewĂ€chse (Fagaceae) eine typische Familie der NordhemisphĂ€re sind, ist z.B. die Familie Podocarpaceae vorwiegend in der SĂŒdhemisphĂ€re verbreitet. Die heutige natĂŒrliche Artenverteilung wurde stark von den quartĂ€ren Eiszeiten beeinflusst. Das gleichzeitige Vordringen der skandinavischen und alpinen Gletschermassen Europas hat zu einer VerdrĂ€ngung zahlreicher Spezies gefĂŒhrt und die im Vergleich zu Nordamerika auffĂ€llige Artenarmut in Zentraleuropa verursacht. So stehen etwa der einzigen in den montanen Regionen Mitteleuropas heimischen Fichtenart, der Gemeinen Fichte (Picea abies), zahlreiche Fichtenarten auf dem nordamerikanischen Kontinent gegenĂŒber.
Wie bei allen Pflanzen unterliegen auch bei BĂ€umen der Stoffwechsel und das Wachstum sowohl endogenen (genetisch festgelegten) als auch Ă€uĂeren Einflussfaktoren. Zu letzteren zĂ€hlen vor allem die StandortverhĂ€ltnisse, das Klima und die Konkurrenz mit anderen Organismen bzw. deren schĂ€digende Wirkung. WĂ€hrend der Vegetationsperiode sorgen die Spitzenmeristeme und das Kambium fĂŒr stetigen LĂ€ngen- und Dickenzuwachs. Beginn und Ende der Vegetationsperiode sind je nach Baumart durch die Witterung und die WasserverfĂŒgbarkeit bzw. durch die TageslĂ€nge bestimmt. Das Wachstum wird dabei durch Phytohormone gesteuert und die Akkumulation von Biomasse gezielt optimiert. BĂ€ume sind so in der Lage, sich an Ă€ndernde Wuchsbedingungen anzupassen und gerichtet Festigungs-, Leit-, Speicher- oder Assimilationsgewebe anzulegen. Die Produktion neuer Gewebe mit dem sekundĂ€ren Dickenwachstum und die Anlage neuer Jahrestriebe bewirkt, dass sich ein Baum stĂ€ndig von innen nach auĂen erneuert. Der amerikanische Baumbiologe Alex Shigo hat daraus das Konzept der Kompartimentierung entwickelt, das den Baum als ein Ensemble zusammenwirkender Kompartimente sieht. Auf Verletzungen reagiert der Baum, anders als Tiere und Menschen, durch Abschottungsreaktionen und Aufgabe der eingekapselten Kompartimente (CODIT-Modell). Durch adaptives Wachstum optimiert er zudem seine Gestalt. Computermodellierungen des Karlsruher Physikers und Biomechanikers Claus Mattheck konnten zeigen, dass BĂ€ume durch adaptives Wachstum eine mechanisch optimale Gestalt anstreben und z. B. Kerbspannungen in Verzweigungen vermeiden, so dass die Gefahr von BrĂŒchen minimiert wird. Diese Erkenntnisse haben zu Optimierungen u. a. im Maschinenbau gefĂŒhrt.
Der Wassertransport wird in den Nadelgehölzen durch die Tracheiden, in den LaubbĂ€umen durch die effektiveren GefĂ€Ăe (Poren) bewerkstelligt. Letztere sind bei den LaubbĂ€umen entweder zerstreut (z. B. bei Buche, Ahorn, Pappel) oder ringförmig (z. B. bei Eiche, Ulme, Esche) im Jahrring angeordnet. Eine Eichenpore mit 400 ”m Durchmesser kann 160.000-mal mehr Wasser als eine Nadelholztracheide mit 20 ”m Durchmesser im gleichen Zeitraum transportieren. Nach ĂŒberwiegend vertretener Lehre funktioniert der Wassertransport der BĂ€ume durch Saugspannungen in den Leitgeweben infolge Verdunstung an den Stomata der BlĂ€tter (KohĂ€sionstheorie). Dabei mĂŒssen Baumhöhen bis ĂŒber 100 Metern ĂŒberwunden werden können, was nach dieser Theorie nur mit enormen DrĂŒcken möglich ist. Kritiker dieser Lehre behaupten, dass schon bei wesentlich geringeren Höhen die Saugspannung zum Abriss des Wasserfadens in den Kapillaren fĂŒhren mĂŒsste. Gesichert gilt allerdings, dass im FrĂŒhjahr Zucker in den Speicherzellen mobilisiert werden und durch den aufgebauten osmotischen Druck Wasser aus den Wurzeln nachflieĂt. Dabei werden im Bodenwasser gelöste NĂ€hrsalze (vor allem K, Ca, Mg, Fe) vom Baum aufgenommen. Erst nach Ausdifferenzierung der BlĂ€tter werden die in der Krone erzeugten Assimilate ĂŒber den Bast stammabwĂ€rts transportiert und stehen fĂŒr das Dickenwachstum zur VerfĂŒgung. Eine Ausnahme bilden die ringporigen LaubbĂ€ume, bei denen die ersten FrĂŒhholzporen aus den im Vorjahr gebildeten Reservestoffen gebildet werden.
Dort wo BĂ€ume ausreichend Licht, WĂ€rme und Wasser vorfinden, bilden sie WĂ€lder. Im Jahr 2000 waren lt. FAO 30 % der Festlandmasse der Erde bewaldet. Pro Hektar binden WaldbĂ€ume zwischen 60 und 2000 t organisches Material und sind damit die gröĂten Biomassespeicher der Kontinente. Die Gesamtmenge der 2005 weltweit in den WĂ€ldern akkumulierten Holzmasse betrug 422 Gigatonnen. Da etwa die HĂ€lfte der Holzsubstanz aus Kohlenstoff besteht, sind WĂ€lder nach den Ozeanen die gröĂten Kohlenstoffsenken der BiosphĂ€re und damit fĂŒr die CO2-Bilanz der ErdatmosphĂ€re bedeutsam.
Die mit der Bestandsbildung von BĂ€umen einhergehende Konkurrenz um Ressourcen fĂŒhrt zu einer Anpassung des Habitus gegenĂŒber den freistehenden Exemplaren (SolitĂ€re). NatĂŒrlicher Astabwurf innerhalb der Schattenkrone sowie Verlagerung der Assimilation in die Lichtkrone sind Optimierungsreaktionen der BĂ€ume, die zu einem hohen, schlanken Wuchs mit kleinen Kronen und oft zu hallenartigen BestĂ€nden fĂŒhren (z.B. Buchen-AltbestĂ€nde).
Die heutige Ausbreitung und Artenzusammensetzung der WĂ€lder steht stark unter dem Einfluss der wirtschaftlichen TĂ€tigkeit des Menschen. Der Ăbergang von der JĂ€ger- und Sammlerkultur zum Ackerbau ging in den dicht besiedelten Regionen mit der ZurĂŒckdrĂ€ngung der WĂ€lder einher. NĂŒtzlich waren BĂ€ume den Menschen zunĂ€chst vorwiegend als Brennholz (Niederwaldwirtschaft). Im Laufe der Entwicklung wurde die Gewinnung von Nutzholz aus HochwĂ€ldern immer wichtiger. Diese Entwicklung hĂ€lt an. Laut FAO wurden noch Ende der 1990er Jahre weltweit 46 % des weltweiten Holzeinschlags (3,2 Milliarden mÂł) als Brennholz genutzt, in den Tropen waren es sogar 86 %. Die extensive Waldvernichtung in Zentraleuropa wĂ€hrend des Mittelalters hat in der Neuzeit zur EinfĂŒhrung des Prinzips der nachhaltigen Waldbewirtschaftung gefĂŒhrt, nach dem nur so viel Holz entnommen werden darf, wie nachwĂ€chst.
In den PrimĂ€rwĂ€ldern der feuchten Tropen findet sich die gröĂte Artenvielfalt aller Waldtypen. Wichtige tropische Familien sind die WolfsmilchgewĂ€chse (Euphorbiaceae), SeifenbaumgewĂ€chse (Sapindaceae), Bombacaceae, Byttneriaceae, MahagonigewĂ€chse (Meliaceae), HĂŒlsenfrĂŒchtler (Fabaceae), Caesalpiniaceae, Verbenaceae, Sterculiaceae, Dipterocarpaceae, und Sapotaceae.
In der subtropischen Zone findet man BĂ€ume unter den immergrĂŒnen MyrtengewĂ€chsen (Myrtaceae) und LorbeergewĂ€chsen (Lauraceae) sowie SilberbaumgewĂ€chsen (Proteaceae), denen sich in der wĂ€rmeren gemĂ€Ăigten Zone andere immergrĂŒne BĂ€ume anschlieĂen, so die immergrĂŒnen Eichen, GranatbĂ€ume, Orangen- und ZitronenbĂ€ume sowie ĂlbĂ€ume.
Dagegen sind in der gemĂ€Ăigten Zone die laubwechselnden BĂ€ume vorherrschend. Hier sind WĂ€lder von Eichen, Buchen und Hainbuchen charakteristisch. Zu den in Mitteleuropa heimischen LaubbĂ€umen zĂ€hlen die Ahorne, Birken, Buchen, Eichen, Erlen, Eschen, Linden, Mehlbeeren, Pappeln, Ulmen und Weiden. Typische NadelbĂ€ume sind die Fichten, Kiefern, LĂ€rchen, Tannen und Eiben. In Mitteleuropa hĂ€ufig vorkommende Baumarten, die in diesem Gebiet ursprĂŒnglich nicht beheimatet sind, sind die Gewöhnliche Robinie, der Walnussbaum und viele ObstbĂ€ume. Sie alle sind Neophyten. Eine detaillierte Aufstellung bietet die Liste von BĂ€umen und StrĂ€uchern in Mitteleuropa.
Und obgleich auch hier bereits Nadelhölzer in zusammenhĂ€ngenden Waldungen auftreten, werden die NadelwĂ€lder erst in der subarktischen (borealen) Zone vorherrschend, wo die LaubbĂ€ume nach und nach verdrĂ€ngt werden. Artenvielfalt wie auch Wuchshöhe der BĂ€ume nehmen mit zunehmender AnnĂ€herung an den Polarkreis ab. Eichen, Linden, Eschen, Ahorne und Buchen finden sich in Schweden nur noch diesseits des 64. Grades nördlicher Breite. Jenseits dieser Breite besteht die Baumvegetation hauptsĂ€chlich aus Fichten und Tannen, die in zusammenhĂ€ngenden WĂ€ldern nordöstlich noch ĂŒber den 60. Grad hinausreichen, sowie aus Birken, die in zusammenhĂ€ngenden BestĂ€nden sich fast bis zum 71. Grad nördlicher Breite erstrecken, und zum Teil aus Erlen und Weiden.
Auch die Höhe ĂŒber dem Meeresspiegel hat auf die Ausbreitung und Höhe der BĂ€ume (in AbhĂ€ngigkeit von der geographischen Breite) einen bedeutenden Einfluss. In den Anden finden sich noch bis in 5000 m Höhe Polylepis-BĂ€ume. Unter 30 Grad nördlicher Breite, wo die Schneegrenze bei 4048â4080 m liegt, kommen auf dem Himalaja, nördlich von Indien, noch in 3766 m Höhe Baumgruppen vor, die aus Eichen und Fichten bestehen. Ebenso sind in Mexiko, unter 25â28 Grad nördlicher Breite, die Gebirge bis 3766 m mit Fichten und bis 2825 m hoch mit mexikanischen Eichen bedeckt. In den Alpen des mittleren Europas endet der Holzwuchs bei einer Höhe von 1570 m, im Riesengebirge bei 1193 m und auf dem Brocken bei 1005 m. Eichen und Tannen stehen auf den PyrenĂ€en noch bis zu einer Höhe von 1883 m; dagegen wĂ€chst die Fichte auf dem Sulitelma in Lappland, bei 68 Grad nördlicher Breite, kaum in einer Höhe von 188 m, die Birke kaum in einer von 376 m.
Die wissenschaftliche Lehre von den BĂ€umen (Gehölzen) ist die Dendrologie. Anpflanzungen von BĂ€umen in systematischer oder pflanzengeographischer Anordnung, die Arboreten, dienen ihr zu Beobachtungs- und Versuchszwecken. Gehölze können vegetativ, das heiĂt durch Pflanzenteile, oder generativ durch Aussaat vermehrt werden. In Baumschulen findet eine gezielte Auslese, Anzucht und Vermehrung von BĂ€umen und StrĂ€uchern statt. Neben der forstlichen Nutzung finden BĂ€ume reichliche Verwendung im Garten- und Landschaftsbau. Mit der Baumpflege hat sich ein eigener Berufsstand zum Erhalt und zur fachgerechten Behandlung von BĂ€umen in urbanen Regionen entwickelt.
âKein anderes Geschöpf ist mit dem Geschick der Menschheit so vielfĂ€ltig, so eng verknĂŒpft wie der Baum.â
schrieb der Historiker Alexander Demandt und hat dem Baum mit Ăber allen Wipfeln â Der Baum in der Kulturgeschichte ein umfangreiches Werk gewidmet. FĂŒr ihn beginnt die Kulturgeschichte mit dem Feuer, das der Blitz in die BĂ€ume schlug, und mit dem Werkzeug, fĂŒr das Holz zu allen Zeiten unentbehrlich war.
Neben der wichtigen Funktion der BĂ€ume bei der Gestaltung von Kulturlandschaften begleitet vor allem die Holznutzung die Entwicklung der Menschheit. Abgesehen von der vor allem in EntwicklungslĂ€ndern immer noch weit verbreiteten Brennholznutzung, ist Holz ein vielseitiger Bau- und Werkstoff, dessen produzierte Menge die Produktionsmengen von Stahl, Aluminium und Beton weit ĂŒbersteigt. Damit ist Holz nach wie vor der wichtigste Bau- und Werkstoff weltweit; BĂ€ume sind dementsprechend eine bedeutende Rohstoffquelle.
Neben der Holznutzung dienen BĂ€ume vor allem der Gewinnung von BlĂŒten, FrĂŒchten, Samen oder einzelnen chemischen Bestandteilen (Terpentin, Zucker, Kautschuk, Balsame, Alkaloide etc.). In der Forstwirtschaft der industrialisierten LĂ€nder spielen diese Nutzungen eine untergeordnete Rolle. Lediglich der Obstbau als Teilbereich der Landwirtschaft ist in vielen Regionen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der Anbau erfolgt in Form von Plantagen. Hochwertige Obstsorten werden meist durch Okulation oder Pfropfen veredelt. Dies erfolgt durch den Einsatz ausgewĂ€hlter Obstsorten, wobei die bekannten und gewollten Eigenschaften der FrĂŒchte einer Obstsorte auf einen jungen Baum ĂŒbertragen werden. ZurĂŒckgegangen ist dagegen die Nutzung von Streuobstwiesen, die frĂŒher in vielen Gebieten Mitteleuropas landschaftsprĂ€gend waren.
Dieser Bedeutung entsprechend ist ein vielfĂ€ltiges Brauchtum mit dem Baum verknĂŒpft. Das reicht vom Baum, der zur Geburt eines Kindes zu pflanzen ist, ĂŒber den Maibaum, der in manchen Regionen immer noch in der Nacht zum ersten Mai der Liebsten verehrt wird, ĂŒber Kirmesbaum und Weihnachtsbaum, unter dem man feiert, und ĂŒber den Richtbaum, der zur Feier eines neu errichteten Hauses auf dem Dachstuhl aufgesetzt wird, bis zum Baum, der auf dem Grab gepflanzt wird. Nationen und Völkern werden bestimmte, fĂŒr sie charakteristische BĂ€ume zugeordnet. Eiche und Linde gelten als typisch âdeutscheâ BĂ€ume. Die Birke symbolisiert Russland, und der Baobab gilt als der typische Baum der afrikanischen Savanne. Unter der Gerichtslinde wurde Recht gesprochen (siehe auch â Thing) und unter der Tanzlinde gefeiert. Kelten, Slawen, Germanen und Balten haben einst in Götterhainen BĂ€ume verehrt und das FĂ€llen solcher GötzenbĂ€ume ist der Stoff zahlreicher Legenden, die von der Missionisierung Nord- und Mitteleuropas berichten.
Seit 1989 wird jedes Jahr im Oktober der Baum des Jahres von der âDr. Silvius Wodarz Stiftung Menschen fĂŒr BĂ€umeâ und durch deren Fachbeirat, das âKuratorium Baum des Jahresâ (KBJ), fĂŒr das darauffolgende Jahr bestimmt. Im Jahr 2000 wĂ€hlte die Stiftung den Ginkgo-Baum (Ginkgo biloba) zum Baum des Jahrtausends als Mahnmal fĂŒr Umweltschutz und Frieden.
Datei:ZimmerBaam.ogg Zahlreiche Mythen erzÀhlen von einem Weltenbaum, der die Weltachse darstellt, um die der Kosmos gruppiert ist. Bei den nordischen Völkern war es z. B. die Weltesche Yggdrasil, unter deren Krone die Asen ihr Gericht abhielten.
In vielen alten Kulturen und Religionen wurden BĂ€ume oder Haine als Sitz der Götter oder anderer ĂŒbernatĂŒrlicher Wesen verehrt. So spielt der Baum in den Mythen der Völker auch als Lebensbaum (zum Beispiel die Sykomore bei den Ăgyptern oder der Baum des Lebens in der jĂŒdischen Mythologie), als Baum der Unsterblichkeit (der Pfirsichbaum in China) oder als Symbol des Erwachens im Buddhismus (der Bodhibaum), unter dem Buddha die Erleuchtung fand, eine Rolle.
Auch in der Bibel werden BĂ€ume immer wieder erwĂ€hnt. Tanach wie auch das Neue Testament nennen unterschiedliche Baumarten wie zum Beispiel den Olivenbaum oder den Feigenbaum, mit dessen relativ groĂen BlĂ€ttern das erste Menschenpaar Adam und Eva laut 1. Mose/Genesis 3:7 nach ihrem SĂŒndenfall ihre BlöĂe bedeckten. Im 1. Buch Mose, der Genesis, wird in Kapitel 1 in den Versen 11 und 12 berichtet, dass Gott die BĂ€ume und insbesondere die fruchttragenden BĂ€ume in seiner Schöpfung der Welt hervorbrachte. Zwei BĂ€ume jedoch spielen in der Bibel eine entscheidende Rolle: der Baum des Lebens sowie der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. So hat der Baum auch in der christlichen Ikonographie eine besondere Bedeutung. Dem Baum als Symbol des SĂŒndenfalls, um dessen Stamm sich eine Schlange windet, steht hĂ€ufig das hölzerne Kreuz als Symbol der Erlösung gegenĂŒber. Ein dĂŒrrer und ein grĂŒnender Baum symbolisieren in den Dogmenallegorien der Reformationszeit den Alten und den Neuen Bund. In der Pflanzensymbolik haben verschiedene Baumarten wie auch ihre BlĂ€tter, Zweige und FrĂŒchte eine besondere Bedeutung. So weist die Akazie auf die Unsterblichkeit der menschlichen Seele hin, der Ălbaum auf den Frieden und ist ein altes marianisches Symbol fĂŒr die VerkĂŒndigung an Maria. Der Zapfen der Pinie weist auf die Leben spendende Gnade und Kraft Gottes hin, die Stechpalme, aus deren Zweigen nach der Legende die Dornenkrone gefertigt war, auf die Passion Christi.
Der Arbre de Diane (Dianes Baum) ist eine Platane in Clayes-sous-Bois, Frankreich, die 1556 von Diane de Poitiers, der MĂ€tresse Heinrichs II. gepflanzt worden sein soll.
Informationen ĂŒber verschiedene Baumarten:
Informationen ĂŒber seltene mitteleuropĂ€ische Baumarten: