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| Bayer AG | |
|---|---|
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| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | DE000BAY0017 |
| GrĂŒndung | 1863 |
| Sitz | Leverkusen |
| |
| Mitarbeiter | 111.400 (Dezember 2010) [1] |
| Umsatz | 35,088 Mrd ⏠(2010) [1] |
| Branche | Arzneimittel Kunststoff Pflanzenschutzmittel |
| Website | www.bayer.de |
51.0137076.982961Koordinaten: 51° 0âČ 49,35âł N, 6° 58âČ 58,66âł O Die Bayer AG ist die Holding-Gesellschaft des Bayer-Konzerns, der aus ĂŒber 350 Gesellschaften mit insgesamt 111.400 Mitarbeitern besteht (Stand Ende 2010).[1] Schwerpunkt des Konzerns ist die chemische und pharmazeutische Industrie. Die drei Teilkonzerne, die weitgehend selbststĂ€ndig operieren, sind die Bayer HealthCare, Bayer CropScience und Bayer MaterialScience. Das Unternehmen ist an der Frankfurter Wertpapierbörse im DAX sowie im Euro Stoxx gelistet. Im Jahr 2010 erwirtschaftete Bayer bei einem Gesamterlös von rund 35,1 Milliarden Euro einen Gewinn nach Steuern von 1,301 Milliarden Euro.[1] Das Unternehmen hat insgesamt 764.344.530 Inhaberaktien ausgegeben.[2]
Hauptsitz des 1863 in der damaligen selbststĂ€ndigen Stadt Barmen (heute ein Teil Wuppertals) gegrĂŒndeten Unternehmens ist Leverkusen. Nachdem Bayer seinen Firmensitz um 1900 in das heutige Leverkusen verlegte und dort die Stadtentwicklung maĂgeblich prĂ€gte, ging das Unternehmen 1925 in der I.G. Farben auf und ist danach bis 1950 einzeln nur als Werk Leverkusen zu betrachten. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden Zwangsarbeiter auch im Werk Leverkusen eingesetzt. Die Bayer AG war im Jahr 2000 eines der GrĂŒndungsmitglieder der âStiftungsinitiative der Deutschen Wirtschaft Erinnerung, Verantwortung, Zukunftâ, deren Hauptanliegen die EntschĂ€digung von Zwangsarbeitern war. Nach der Auflösung der I.G. Farben durch die Alliierte Hohe Kommission 1950 wurde das Unternehmen neu aufgebaut und war auch international schnell wieder sehr aktiv. Bereits 1961 beschĂ€ftigte Bayer wieder rund 80.000 Mitarbeiter.
Zwischen 2002 und 2005 wurden in einer der gröĂten Umbruchsphasen in der Unternehmensgeschichte die ursprĂŒnglichen Sparten Pharma, Pflanzenschutz, Chemie und Kunststoffe als Teilkonzerne ausgegliedert und neu formiert.
Inhaltsverzeichnis
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Das Unternehmen wurde am 1. August 1863 in Barmen, im heutigen Wuppertaler Stadtbezirk Heckinghausen, von Friedrich Bayer und Johann Friedrich Weskott unter der Firma âFriedr. Bayer et comp.â gegrĂŒndet. Friedrich Bayer nahm entsprechend seiner Ausbildung innerhalb des noch kleinen Betriebs die kaufmĂ€nnischen Aufgaben wahr. Friedrich Weskott hatte eine FĂ€rberlehre absolviert und dabei chemische Kenntnisse erworben, die er in die Produktion einbrachte. Wichtige Produkte fĂŒr das Unternehmen wurden Fuchsin und Anilin.
1866 wurden der Hauptsitz und die meisten Produktionsanlagen auf ein gröĂeres GelĂ€nde in Elberfeld verlegt. Bis 1881 stieg die Mitarbeiterzahl auf ĂŒber 300 BeschĂ€ftigte. In Elberfeld wurden die Wirkung der AcetylsalicylsĂ€ure und der Sulfonamide entdeckt, die unter den Markennamen Aspirin und Prontosil auf den Markt gebracht und fĂŒr die spĂ€tere Bekanntheit des Unternehmens wichtig wurden. Mit dem Sulfonamid Prontosil fĂŒhrte Bayer das weltweit erste Chemotherapeutikum ein, das als Breitbandantibiotikum eingesetzt werden konnte. Gerhard Domagk erhielt dafĂŒr im Jahre 1939 den Nobelpreis fĂŒr Medizin. Am 26. Juni 1896 erwarb der Konzern das Patent auf Heroin. [3]
1881 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und konnte seine GeschÀftstÀtigkeit stark ausbauen. 1883 kam Chemiker Carl Duisberg zu Bayer und baute die chemische Forschung aus. In Wuppertal-Elberfeld entstand ein modernes wissenschaftliches Laboratorium. 1895 plante Duisberg einen neuen Unternehmenssitz, da eine Ausdehnung des BetriebsgelÀndes aufgrund der von AbhÀngen und der Wupper eingeengten Lage in Wuppertal unmöglich war.
Neuer Sitz von Bayer sollte das GelĂ€nde des Alizarinherstellers Leverkus und Söhne bei der kleinen Stadt Wiesdorf am Rhein werden. Am dortigen Rheinufer waren bereits grundlegende Anlagen einer chemischen Fabrik vorhanden. Zu der Fabrik gehörte in dem weitgehend unbesiedelten, formal zu Wiesdorf gehörenden Areal auch eine Arbeitersiedlung, die der UnternehmensgrĂŒnder Carl Leverkus nach seinem Familienstammsitz bei Remscheid-Lennep, dem Hof Leverkus, inoffiziell auf den Namen âLeverkusenâ getauft hatte. Als 1930 fĂŒr die neu gegrĂŒndete Stadt ein Name gesucht wurde, griff man auf den Namen dieser Siedlung zurĂŒck.
Bereits beim Bau des neuen Unternehmenssitzes im Jahre 1895 achtete Duisberg darauf, dass jeweils 30 Meter breite Haupt- und 15 Meter breite NebenstraĂen zwischen den GebĂ€uden errichtet wurden, was er in seiner Denkschrift, die er als Grundlage fĂŒr seine Planungen verfasste, begrĂŒndete:
âAlle GebĂ€ude der Betriebe sind so zu bauen, daĂ sie bequem eine VergröĂerung nach einer Richtung am besten aber nach zwei Richtungen zulassen.â[4]
In seinen Planungen kĂŒmmerte er sich auch um vermeintliche Kleinigkeiten, wie beispielsweise Beschaffungslisten von Werkzeugen und Einzelteilen. Nicht alle seine Planungen wurden genau umgesetzt, VerĂ€nderungen jedoch nur mit seiner ausdrĂŒcklichen Genehmigung zugelassen. Eine seiner Ideen war eine Erholungsanlage fĂŒr die Mitarbeiter. Dazu kaufte er 1908 einen Freizeit- und Seminarstandort in GroĂeledder bei Dabringhausen.
In der Zeit von 1895 bis 1900 wurde die Produktion schrittweise nach Wiesdorf verlegt. ZunĂ€chst gab es Probleme, genĂŒgend Arbeiter zu finden. Die Umgebung des Werks war gegenĂŒber anderen StĂ€dten und Dörfern verhĂ€ltnismĂ€Ăig unterentwickelt, es handelte sich gröĂtenteils um unbesiedeltes Brachland. Bei einem akademischen Kommers wurde Duisberg ein âKlageliedâ vorgetragen:
âKann er einen nicht verknusen,
schickt er ihn nach Leverkusen.
Dort an diesem End der Welt
ist man ewig kaltgestellt.â[5]
So plante Duisberg, dass um das Werk aus der unansehnlichen Arbeitersiedlung nach und nach eine Stadt entstehen solle. Er lieĂ HĂ€user, die so genannte âBayer-Kolonieâ, bauen. Im Laufe der Jahre entstand das Bayer-Kaufhaus und es entwickelten sich kulturelle Institutionen wie das Bayer-Erholungshaus, die Werk und Stadt eng miteinander verbanden. Seit April 2005 existiert in einem Bayer-Kolonie-Haus ein Museum zur Geschichte der Werkssiedlung.
Elberfeld blieb in dieser Entstehungszeit der Kolonie Hauptsitz der Forschung, wĂ€hrend die Produktion in Wiesdorf stattfand. Auch die Verwaltung war noch in Elberfeld untergebracht, bis sie schlieĂlich im Jahre 1912 als erste Amtshandlung Duisbergs als neuem Vorstandsvorsitzenden nach Wiesdorf verlegt wurde. Begonnen hatte die Planung dieser Verlegung des Unternehmenssitzes allerdings schon 1902 unter dem Vorstandsvorsitzenden Carl Rumpff. Duisberg plante auch diese Verlegung straff und detailliert.[6] 1909 wurde von der Direktion festgesetzt âdaĂ die hier geplanten Erweiterungsbauten bis zum FrĂŒhjahr 1912 fix und fertig ĂŒbergeben werdenâ konnten[7]
Neben der FunktionalitĂ€t der GebĂ€ude wurde auf ein reprĂ€sentatives ĂuĂeres, das der Zentrale eines Weltkonzerns angemessen erschien, Wert gelegt.[8] Auf diese Weise entstanden die Unternehmervillen und beispielsweise das Kasino (Kantine fĂŒr Akademiker und FĂŒhrungskrĂ€fte) in einem prĂ€chtigen Stil. Alle Direktoren wohnten in der NĂ€he des Betriebes, was die Unternehmenskultur und die Stadt Leverkusen prĂ€gte.
Die spĂ€ter Bedeutung erlangende Interessengemeinschaft (I.G.) aus BASF, Agfa und der Bayer AG wurde nach dem Scheitern der Duisberg'schen Idee einer âVereinigten Deutschen Farbenfabrikenâ aus Bayer, BASF und Hoechst 1904 gegrĂŒndet. Ursache der Aufgabe der FusionsplĂ€ne war unter anderem der fĂŒr die Hoechst AG aufgrund eigener wirtschaftlicher StĂ€rke ungĂŒnstige Fusionszeitpunkt. So schlossen sich die BASF und die Bayer AG zu einer Interessengemeinschaft zusammen, der Agfa zum 1. Januar 1905 beitrat. Die I.G. konnte zusammen einige Projekte beginnen, die jedem einzelnen Mitgliedsunternehmen allein nicht gelungen wĂ€ren. Die Idee fĂŒr die Fusion und der daraus folgenden Interessengemeinschaft brachte Carl Duisberg von seinen USA-Reisen mit.
1913 hatte das Unternehmen 10.600 Mitarbeiter, davon 7900 in Wiesdorf und fast 1000 im Ausland. Tochtergesellschaften wurden in Frankreich, GroĂbritannien, Belgien, Russland und den USA gegrĂŒndet. Der Export erbrachte 1913 einen Anteil von 60â80 Prozent des Unternehmensumsatzes.
Der Erste Weltkrieg traf Bayer wie die ĂŒbrige deutsche Industrie unvorbereitet. Im ersten Kriegsjahr unterstĂŒtzte Bayer Kriegsopfer durch die Versorgung mit Ă€rztlichen Mitteln und GrundbedĂŒrfnissen wie LagerstĂ€tten zum Schlafen und warmem Essen. Im Hauptlaboratorium wurde ein Notlazarett eingerichtet, da ursprĂŒnglich davon ausgegangen wurde, dass der Krieg nicht lange anhalten wĂŒrde und die Produktion in dieser Zeit ruhen könne.
Eine Reihe an ArbeitskrĂ€ften wurde in den Krieg einberufen. Infolgedessen entstand ein Mangel an ArbeitskrĂ€ften, durch welchen die Produktion um die HĂ€lfte reduziert werden musste. Anfragen des Kriegsministeriums nach kriegswichtigen Stoffen wie Kautschuk oder Sprengstoff wurden von Duisberg in den ersten Kriegsmonaten aus Technik-, und SicherheitsgrĂŒnden abgelehnt. Wegen der wenigen Arbeiter konnte nicht sicher produziert und Sprengstoff im damals genutzten Werk nicht hergestellt werden. Die Anfragen wurden aber schon Ende des Jahres 1914 zum Ausgleich von UmsatzeinbuĂen und aufgrund technischer Fortschritte, die fĂŒr die Produktion notwendig waren, entgegengenommen. Zur Sprengstoffproduktion wurde ein gesondertes Werk in Köln-Flittard errichtet.[9] Im Gaskrieg wurden mehrere zehntausend Tonnen an Chlorgas und Phosgen aus der Farbenproduktion der Bayer AG eingesetzt. Im Juni 1916 begann das Unternehmen mit der Lieferung von Chlorpikrin und ein Jahr spĂ€ter von Senfgas (auch âLostâ genannt). Von beiden zum Einsatz als Kampfgas produzierten Stoffen wurden etwa 6000 beziehungsweise 45.000 Tonnen geliefert.[10] Zum Ausgleich von kriegsbedingten UmsatzeinbuĂen und einer besseren Koordination ihrer Produktionen mit BASF, AGFA, Cassella, Kalle & Co., Weiler-ter Meer, der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron und den Farbwerken Hoechst kam es 1916 zur GrĂŒndung einer Interessengemeinschaft, die den Gewinn untereinander aufteilte, den einzelnen Unternehmen aber ihre SelbststĂ€ndigkeit belieĂ.
Nach Kriegsende besetzten 1918 britische Truppen unter anderem einen rechtsrheinischen BrĂŒckenkopf um Köln, wovon auch das Wiesdorfer Bayer-Werk betroffen war. Das Unternehmen verlor nach dem Krieg einen GroĂteil seiner AbsatzmĂ€rkte. Der US-amerikanische Tochterkonzern wurde enteignet und die einzelnen Teile verkauft, der russische Unternehmensteil wurde im Zuge der Russischen Revolution enteignet.
Da das Werk Wiesdorf unversehrt blieb, konnten Forschung und Produktion rasch wieder aufgenommen werden. 1923 brachte Bayer das von den Chemikern Oskar Dressel und Richard Kothe 1916 entdeckte Suramin (Germanin), ein Mittel gegen die Schlafkrankheit, auf den Markt.[11]
â Hauptartikel: I.G. Farben
Im Rahmen der seit 1904 bestehenden und 1916 ausgeweiteten Interessengemeinschaft wurde im November 1924 ĂŒber eine zukĂŒnftige Ausweitung der Zusammenarbeit diskutiert â die deutsche Chemieindustrie stand nach dem Krieg deutlich schlechter da als zuvor, weil der gesamte Auslandsbesitz verloren war. Erneut fertigte Carl Duisberg eine Denkschrift an, in der er die Möglichkeiten des Fortbestandes diskutierte. Infrage kamen eine Fusion, eine Holdinggesellschaft oder eine engere Bindung der Mitglieder aneinander. Duisberg persönlich prĂ€ferierte die Holdinggesellschaft, wĂ€hrend die meisten Vorstandsvorsitzenden der anderen Unternehmen möglichst rasch fusionieren wollten. Es bildeten sich in einem erbitterten StreitgesprĂ€ch zwei Parteien â die eine, kleinere Partei, die wie Duisberg fĂŒr eine Holding-Organisation plĂ€dierte, und die gröĂere Partei â angefĂŒhrt von Carl Bosch von der BASF â, die fĂŒr eine Fusion stimmte. SchlieĂlich stimmte der Gemeinschaftsrat der Interessengemeinschaft fĂŒr eine Fusion.
Carl Duisberg legte daraufhin alle Ămter nieder, die er in den Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer et comp. (Farbenfabriken vormals Friedrich Bayer et Companion) und der Interessengemeinschaft hatte, was Carl Bosch tief traf, der Duisberg als Kollegen sehr geschĂ€tzt hatte.[12] Nach einer versöhnlichen Geste Boschs wurde Duisberg schlieĂlich doch noch Aufsichtsratsvorsitzender in der neuen I.G. Farbenindustrie AG. Die neue Gesellschaft entstand durch die Umfirmierung der BASF. Von dieser wurden dann die anderen beteiligten Unternehmen ĂŒbernommen. BASF, Bayer und die Farbwerke Hoechst (mit Cassella und Kalle) brachten jeweils 27,4 % des Grundkapitals in das Gemeinschaftsunternehmen ein, AGFA 9 %, Griesheim-Elektron 6,9 % und Weiler ter-Meer 1,9 %.
Sitz der I.G. Farben war Frankfurt am Main. Die Werke Wiesdorf, Dormagen und Uerdingen (Weiler-ter Meer) gehörten zur Betriebsgruppe Niederrhein. Aus dem ĂŒbergroĂen Aufsichtsrat von 50 Mitgliedern, in dem alle Aufsichtsratsbeisitzer der ursprĂŒnglichen Unternehmen saĂen, wurde von Carl Duisberg ein Verwaltungsrat gebildet; aus dem Vorstand, der 83 Personen umfasste, von Carl Bosch ein Arbeitsausschuss. Zu diesem Zeitpunkt existierte die Firma Bayer nicht mehr im Handelsregister. Dennoch wurden alle Arzneimittel der I.G. Farben ab 1934 unter der Marke Bayer verkauft, weil der Name ein gutes Ansehen im In- und Ausland gewonnen hatte. In Leverkusen sank die Zahl der Arbeiter durch Rationalisierungen auf 5400.
Ab 1926 wurde im Werk Kupferseide hergestellt, im Jahre 1927 wurde die Pflanzenschutzforschung in Leverkusen zentralisiert, so dass eine gezieltere Forschung möglich war.
Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise machten sich ab 1929 auch in der I.G. bemerkbar: Ăber 45 Prozent der Arbeiter mussten entlassen werden, die UmsĂ€tze sanken rapide. In Leverkusen mussten von 12.450 Mitarbeitern im Jahre 1929 bis 1932 2.650 entlassen werden, und die Arbeitszeit pro Woche und pro Tag wurde angehoben, damit mehr Arbeit von einem Arbeiter erledigt werden konnte.
1930 schlossen sich die Gemeinden Wiesdorf, Schlebusch und Rheindorf mit dem Namen Leverkusen zur eigenen Stadt zusammen, woran das Bayer-Werk Leverkusen nicht unwesentlich beteiligt war. Die hohe Zahl von ArbeitsplĂ€tzen, die durch die Ansiedlung des Werks im Leverkusener Raum entstanden, lieĂ eine administrative Vereinigung der betroffenen Gemeinden schon aus steuerlichen GrĂŒnden sinnvoll erscheinen, da die Einnahmen so unter den Gemeinden aufgeteilt werden konnten. AuĂerdem hatte Wiesdorf mit dem groĂen Bayer-GelĂ€nde das BedĂŒrfnis nach Ausdehnung, da immer mehr Arbeiter zuströmten und immer weniger Platz fĂŒr diese vorhanden war, der dann zwangslĂ€ufig in den Nachbargemeinden gesucht wurde. Den Namen Leverkusen erhielt man durch den inoffiziellen Namen der Bayer-Arbeitersiedlung am Rhein durch Leverkus, die bis dahin eigentlich Teil der Stadt Wiesdorf war.
Im Jahre 1931 wurde von einem heutigen Tochterunternehmen der Bayer AG, der Miles Inc., Alka-Seltzer erfunden. Das Produkt entwickelte ein bei Miles arbeitender Chemiker aus einem Gemisch aus Backpulver, Aspirin und Zitronensaft, mit dem ein Redakteur seine Mitarbeitern infolge einer Grippewelle in den USA, die Anlass fĂŒr viele ArbeitsunfĂ€lle war, regelmĂ€Ăig versorgte. Lange Zeit stagnierten die anfangs stark gestiegenen Verkaufszahlen und gingen schlieĂlich wieder zurĂŒck. Dies machte Werbung notwendig, da das Medikament rezeptfrei verkauft wurde. Durch Radiowerbung gelang schlieĂlich der Durchbruch des Medikaments.
Das Bayer-Kreuz, die mit 72 Metern Durchmesser damals gröĂte freischwebende Leuchtreklame der Welt, wurde 1933 von Carl Duisberg erstmals eingeschaltet[13] â 2200 GlĂŒhlampen sorgten fĂŒr die Beleuchtung, zwischen zwei 126 Meter hohen Schornsteinen wurde es befestigt.
Die Arbeiterzahl stieg in der Zeit des Nationalsozialismus nach der MachtĂŒbernahme der Nationalsozialisten durch einen Konjunkturaufschwung zunĂ€chst an. Die zwangsweise entlassenen jĂŒdischen Arbeiter und Forscher fehlten jedoch im Bayer-Laboratorium. Als Hitler von Carl Bosch in einem persönlichen GesprĂ€ch darauf hingewiesen wurde, dass man dadurch âum hundert Jahre zurĂŒckgeworfenâ werde, antwortete er: âDann werden wir eben 100 Jahre ohne Chemie und Physik arbeitenâ.[14] Nach dem Tod Duisbergs 1935 wurde Hans KĂŒhne Werksleiter.
Die I.G. und das Leverkusener Werk gehörten fĂŒr das nationalsozialistische Regime im Zweiten Weltkrieg zu den âkriegswichtigenâ Betrieben.[15] FĂŒr die Kriegswirtschaft war zur Produktion von Kriegsmaterial chemisches Wissen elementar. So produzierte der Betrieb Stoffe wie Ăl- und Schmierstoffe, Kautschuk sowie verschiedene Gase.
Aufgrund der Einstufung als 'kriegswichtiger Betrieb' wurden in den Werken der Betriebsgemeinschaft Bayer Zwangs- und Fremdarbeiter eingesetzt. In den ersten Jahren begann die BetriebsfĂŒhrung damit, die Arbeitszeiten zu erhöhen. Weil nur diejenigen Arbeiter vom Kriegsdienst freigestellt wurden, die als sogenannte âSchlĂŒsselkrĂ€fteâ freigestellt waren, reichte diese MaĂnahme nicht aus um den Bedarf zu decken.[16] Die Einstufung Bayers als âkriegswichtiger Betriebâ hatte eine Bevorzugung bei der Zuteilung von Materialien und Rohstoffe zur Folge, so dass hier kaum Mangel entstand.
Als erste BegrĂŒndung wurden eine âarbeitsmĂ€Ăig [âŠ] verhĂ€ltnismĂ€Ăig bedrĂ€ngte Lageâ und ein ungerechter Ausschluss des Werkes Leverkusen von polnischen Facharbeitern angegeben, weil die anderen Werke der I.G. Farben (etwa die Hoechst AG) bereits ArbeitskrĂ€fte zugesagt bekommen hatten. Zeitgleich wurde ein âAntrag auf Genehmigung zur BeschĂ€ftigung von auslĂ€ndischen, nicht wirtschaftlichen ArbeitskrĂ€ftenâ durch das Arbeitsamt Opladen bewilligt. Andererseits stellt Stefanski dar, dass der damalige Betriebsleiter Ulrich Haberland in Protokollen bestĂ€tigt habe, dass das Farbenwerk Leverkusen eine Vorreiterrolle bei der Beschaffung von Zwangsarbeitern gespielt habe.[17] Nach der ersten Deportation polnischer Zwangsarbeiter folgten weitere ArbeitskrĂ€fte, vorwiegend aus den besetzten LĂ€ndern Belgien und Niederlande. 1941 folgten im MĂ€rz auf Anforderung 250 Italiener. Auf Anfrage im Januar 1941 nach â150 polnische MĂ€dchen mit besonderer Fingerfertigkeitâ trafen zunĂ€chst weitere polnische MĂ€nner ein, ehe im Mai auch 21 Frauen und MĂ€dchen geschickt wurden, die sich der Einfuhr nach Deutschland zwar nicht offiziell verweigerten, deren LebensumstĂ€nde eine Bereitschaft, die Heimat zu verlassen, jedoch nicht erkennen lieĂ. In Interviews gaben die Befragten an, behördlich Versuche gegen den Abtransport unternommen zu haben, die jedoch erfolglos blieben. Daraufhin hĂ€tten sie sich gewaltlos gebeugt[18], weil das Verweigern zur Verschlechterung ihrer Situation oder zur Einziehung eines anderen Familienmitgliedes gefĂŒhrt hĂ€tte. Betroffene erzĂ€hlten aber auch von plötzlichen Verschleppungen zum Beispiel wĂ€hrend eines Einkaufsbummels mit direktem Transport zum Bahnhof.[19]
Ob tatsĂ€chlich anfĂ€nglich auch freiwillige Arbeiter im I.G. Farbenwerk Leverkusen gearbeitet haben oder ob sie direkt aus deportierten Einwohnern besetzter LĂ€nder beziehungsweise Kriegsgefangenen ausgewĂ€hlt worden sind, geht aus den Unterlagen nicht eindeutig hervor und wird von der Bayer AG nicht eindeutig dargestellt. In der unternehmenseigenen Geschichtsdarstellung wird erwĂ€hnt, dass die ersten Arbeiter freiwillig nach Leverkusen gekommen seien: â[âŠ] versuchte man es zunĂ€chst mit der Anwerbung freiwilliger Arbeiter im Ausland.â[20]
Der Ablauf der âRekrutierungâ der Zwangsarbeiter ist unklar und wird in der Literatur sehr unterschiedlich dargestellt.[21] Es wird einerseits auf die staatliche Zuweisung der ArbeitskrĂ€fte verwiesen, die âden Betrieben kaum Spielraum fĂŒr eigene Dispositionen lieĂâ[22]. Es sei, um die staatlichen Produktionsauflagen erfĂŒllen zu können, nötig gewesen, Zwangsarbeiter bei den örtlichen ArbeitsĂ€mtern anzufordern. Die ArbeitsĂ€mter wiesen wiederum die ArbeitskrĂ€fte zu. Das Zuweisen der Arbeitsstellen sei also ausschlieĂlich von staatlicher Hand erfolgt, so dass kein Einfluss durch die Wirtschaft möglich gewesen sei.[23] Andererseits stellt Wolff dar, dass sich nach einer Werbeaktion durch das Leverkusener I.G. Farbenwerk freiwillige Arbeiter aus Polen von selbst eingefunden hĂ€tten und erst im Anschluss, als das Freiwilligenpotenzial erschöpft gewesen war, Zwangsarbeiter rekrutiert worden seien.[24] Anders als Wolff stellt Herbert den RĂŒckgriff auf freiwillige ArbeitskrĂ€fte als geringer dar und geht davon aus, dass bereits ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn keine nennenswerte Zahl von Freiwilligen mehr zu verzeichnen gewesen sei.[25]
| Jahr | AuslÀnder |
|---|---|
| 1940 | 62 |
| 1941 | 905 |
| 1942 | 2080 |
| 1943 | 1870 |
| 1944 | 4300 |
Insgesamt sollen in den I.G.-Farben-Werken in Leverkusen rund 4500 Zwangsarbeiter gearbeitet haben, wobei die offizielle Geschichtsschreibung der Bayer AG diese Zahl bei 4300 als Höchststand nennt. Weinmann[26] trĂ€gt eine Zahl von 4460 Personen zusammen, wobei unklar bleibt, ob die spĂ€ter genannten 1735 Zwangsarbeiter aus den Lagern in Köln dort einberechnet worden sind.[27] Der ĂŒberwiegende Teil der Arbeiter stammte aus Polen (56 Prozent)[28], wobei dies in jeweils unterschiedlichen Abteilungen noch variierte. So waren beispielsweise in der Fotoabteilung 83 Prozent der ArbeitskrĂ€fte polnischer Herkunft.
Bis auf wenige Ausnahmen waren laut Befragungen die Arbeiten (insbesondere die der Polinnen) unangenehm, körperlich anstrengend und in vielen FÀllen zudem gesundheitsschÀdlich.[29] Um jugendliche Arbeiter beschÀftigen zu können wurde der Jugendschutz durch Verordnung des Reichsarbeitsministers aufgehoben.
Bestrafung bei unentschuldigtem Fehlen oder VerstöĂen gegen Disziplin und Ordnung erfolgte unter anderem durch Entzug der Essensmarken, nach Aussagen von Zeitzeugen aber auch durch körperliche Gewalt oder kurzzeitiges Einsperren auf sehr eng begrenztem Raum. Die Strafen wurden willkĂŒrlich teilweise von der Sozialabteilung, teilweise auch direkt von den Aufsehern verhĂ€ngt.[30] In einigen, sehr wenigen FĂ€llen wurden Vergehen auch mit Polizeigewahrsam geahndet.
Erhalten sind Unterlagen, dass die Firma Bayer 150 weibliche HĂ€ftlinge fĂŒr â170 RM je StĂŒckâ anforderte und erhielt. In einem weiteren Schreiben hieĂ es dann: âDie Experimente sind durchgefĂŒhrt worden, alle Personen sind gestorben. In KĂŒrze werden wir uns mit Ihnen zwecks weiterer Lieferungen in Verbindung setzen.â[31]
1943 wurde Ulrich Haberland Nachfolger von Hans KĂŒhne als Werksleiter in Leverkusen. Am 26. Oktober 1944 wurde das Werk in Leverkusen, nachdem schon 1940 erste Bomben das Werk getroffen hatten, bei einem verheerenden Luftangriff stark beschĂ€digt und anschlieĂend komplett stillgelegt, da keine gefahrlose Arbeit mehr stattfinden konnte.
Am 14. April 1945 nahmen amerikanische Truppen das Werk Leverkusen ein. Die Werke am Niederrhein lagen in der Britischen Besatzungszone. 1947 ĂŒbernahm die britische MilitĂ€rverwaltung die Kontrolle ĂŒber Leverkusen und damit in den folgenden Jahren die vollstĂ€ndige Kontrolle ĂŒber die Werke.
In den ersten Jahren der Nachkriegszeit war der Fortbestand der I.G. Farbenindustrie AG ungewiss. Alle Werke waren bei Kriegsende besetzt und unter alliierte MilitĂ€rverwaltung gestellt. Am 5. Juli 1945 verfĂŒgte die MilitĂ€rregierung in ihrer Anordnung Nr. 2 zum Gesetz Nr. 32 die Beschlagnahme des gesamten I.G. Farben-Vermögens. FĂŒr einen Teil der Werke wurde die Demontage geplant, die ĂŒbrigen Teile sollten soweit möglich in kleine Einheiten zerlegt werden, weil die Alliierten die I.G. als kriegswichtigen RĂŒstungsbetrieb ansahen und Deutschland nachhaltig kriegsunfĂ€hig machen wollten.
Der Aufbau des Werkes in Leverkusen war unorganisiert und verlief zu groĂen Teilen ohne Versicherung, Lohn oder Ausbildung, so dass sich beispielsweise Chemiker als Glaser oder SekretĂ€re als Schreiner betĂ€tigen mussten. Da eine groĂe Nachfrage an den Produkten bestand, musste der Wiederaufbau rasch durchgefĂŒhrt werden. Die Produktion wichtiger Fabrikate konnte trotz des âSchwebezustandesâ der I.G. wieder aufgenommen werden. Die RĂŒckkehr der Arbeiter aus dem Krieg und aus der Kriegsgefangenschaft stellte die Stadt und das hĂ€ufig fĂŒr die Arbeiter sorgende Unternehmen zunĂ€chst vor Probleme, da die Unterbringung und Versorgung aufgrund der Hungersnot sehr schwierig war.
Kurz vor der WĂ€hrungsreform 1948 und der damit verbundenen Inflation war es auĂerdem schwierig, einen angemessenen Lohn auszuzahlen. Stattdessen blĂŒhte in dieser Zeit der Schwarzmarkt; daher bot das Unternehmen eher inoffiziell auch Tauschwaren als Lohn an.
In NĂŒrnberg mussten sich 23 Leitende Angestellte der I.G. Farben im I.G.-Farben-Prozess wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Versklavung, Mitgliedschaft in einer verbrecherischen Organisation und Ă€hnlichen Anklagen verantworten. Zehn Angeklagte wurden freigesprochen, 13 zu GefĂ€ngnisstrafen zwischen 18 Monaten und acht Jahren verurteilt.
1950 schuf die Alliierte Hohe Kommission mit dem Gesetz Nr. 35 die Voraussetzung fĂŒr die Entflechtung der I.G. Farben in zwölf âwirtschaftlich gesunde und unabhĂ€ngigeâ Teile.[32] Unter diesen zwölf Unternehmen befand sich die nach langen Verhandlungen neu gegrĂŒndete Firma âFarbenfabriken Bayer Aktiengesellschaftâ. Der Vorstandsvorsitzende Ulrich Haberland kĂ€mpfte darum, das Werk Dormagen mit in das Bayer-Unternehmen einzubeziehen, da es alleine kaum lebensfĂ€hig gewesen wĂ€re. Zur neuen Bayer AG gehörte neben den bereits vor 1925 bestehenden Werken Dormagen, Elberfeld und Leverkusen das Werk Krefeld-Uerdingen, das vor der I.G. Farben das Unternehmen Weiler ter-Meer war.
Bereits vier Jahre nach Kriegsende wurden wieder erste Auslandsverbindungen geknĂŒpft. Eine Vertretung in Frankreich, die zunĂ€chst Anteile an einem Ă€hnlichen Chemiekonzern hatte, erhöhte diese Anteile allmĂ€hlich. Heute ist diese Vertretung ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Bayer AG. Dieses Vorgehen war fĂŒr die Bayer AG typisch, da sie in vielen weiteren FĂ€llen so oder Ă€hnlich arbeitete.
1952 wurden neue GroĂproduktionen, wie Mittel zur BekĂ€mpfung von Tuberkulose oder die Produktion von Penicillin, eingefĂŒhrt. Im selben Jahr wurde die Bayer-Wohngesellschaft wieder gegrĂŒndet, die erneut Werkswohnungen zur VerfĂŒgung stellte. Ein Jahr spĂ€ter trat die Bayer AG wieder auf den Aktienmarkt und die Bayer-Aktie wurde erneut eingefĂŒhrt.[33]
Der Konzern grĂŒndete 1954 mit den Werken in Buenos Aires zur allgemeinen Auslagerung von Produktion, New Martinsville in Ohio, in dem die Vorproduktion von Polyurethan-Kunststoffen stattfinden sollte, Vero Beach in Florida, um die Forschung an sub- und tropischen Pflanzenschutzmitteln zu erleichtern, und Chile fĂŒr synthetische Gerbstoffe erstmals nach dem Krieg international ProduktionsstĂ€tten. AuĂerdem wird die Brasilianische Tochter Chimica Bayer Ltda. zurĂŒckgewonnen.
1957 erschloss das Unternehmen Erdöl als profitables GeschĂ€ftsfeld. In einer Zusammenarbeit mit der BP Benzin und der Petroleum AG aus Hamburg wurde die Erdölchemie GmbH gegrĂŒndet. Die so genannte Petrochemie war damit eine der wichtigsten Lieferanten fĂŒr organische Rohstoffe.
Bayer konzentrierte sich nun wiederum auf Forschung und Entwicklung und konnte einen positiven GeschĂ€ftsverlauf im Rahmen des âWirtschaftswundersâ verzeichnen. Nachfolger des 1961 verstorbenen Ulrich Haberland als Vorstandsvorsitzender war von 1961 bis 1974 Kurt Hansen. Mit ihm wurden in der Bayer AG GroĂrechner eingefĂŒhrt und es gab durch den Neubau des Bayer-Hochhauses, der 1960 begann, einige Verschiebungen des Japanischen Gartens.
1962 hatte der Konzern in der Bundesrepublik Deutschland 61.000 BeschĂ€ftigte und erwirtschaftete einen Jahresumsatz von vier Milliarden DM. In diesem Jahr wurden weitere AuĂenwerke in Thailand, Japan, auf den Philippinen und in Australien gegrĂŒndet. Diese NeugrĂŒndungen förderten neben der Produktion auch die internationalen Kontakte, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg zunĂ€chst mĂŒhsam entwickelt hatten.
Die Bayer-Tochter Agfa AG und die Gevaert AG schlossen sich 1964 zusammen. Dies geschah, um die Produkte von Gevaert fĂŒr professionelle Filme, beispielsweise groĂe Filmrollen fĂŒr Kinos oder Röntgenapparate, und die Angebote der Agfa im Bereich der Fotografie fĂŒr jedermann zu kombinieren. Wirtschaftlich gesehen war der Zusammenschluss gĂŒnstig, weil beide Unternehmen alleine nicht international konkurrenzfĂ€hig gewesen wĂ€ren.
In Italien wurden die erstmals 1899 begrĂŒndeten und durch den Zweiten Weltkrieg abgerissenen Marktbeziehungen wieder aufgenommen. Bereits 1946 konnte Bayer seine Rechte zurĂŒckgewinnen, hatte jedoch noch keinen sicheren Halt gefunden. Erst 1967 wurde dieser durch die âBayer Italia S.p.A.â wiederhergestellt.
Auch die geschĂ€ftlichen Beziehungen in die USA waren zerstört gewesen: Der Name âBayerâ konnte nicht mehr zurĂŒckgewonnen werden, und die Unternehmensteile waren gröĂtenteils zerstreut und in anderen Besitz ĂŒbergegangen. 1967 wurde âMobayâ aus Pittsburgh eine hundertprozentige Bayer-Tochter. 1969 wurden alle Lehrwerke, -produktionen und -werkstĂ€tten in einem Komplex zusammengefasst, die auf dem Flittarder Feld in Köln direkt an der Stadtgrenze zu Leverkusen lag.
1971 wurde eine neue Konzernstruktur entwickelt. Die funktionale Struktur, die jeder einzelnen Sparte â auch dem Rechnungs- oder Personalwesen â einen Vorstand zuordnete, wurde abgeschafft, um dem Wachstum des Unternehmens und der wachsenden UnĂŒbersichtlichkeit gerecht zu werden. Jede Sparte[34], jeder Zentralbereich[35] und die einzelnen Werksverwaltungen bekamen einen eigenen kleinen âVorstandâ, aus dem schlieĂlich zwei Spartenleiter gewĂ€hlt wurden. Die Spartenleiter waren paritĂ€tisch ein Chemiker und ein Kaufmann.
| Jahr | Mitarbeiter |
|---|---|
| 1863 | 3 |
| 1881 | 300 |
| 1913 | 10.000 |
| 1929 | 12.450 |
| 1932 | 9.800 |
| 1961 | 80.000 |
| 1988 | 165.000 |
| 1990 | 171.000 |
| 2003 | 115.400 |
| 2004 | 113.000 |
| 2005 | 82.600 |
| 2006 | 106.000 |
| 2007 | 106.200 |
| 2008 | 108.600 |
1973 wurde das Bayer-Werk in BrunsbĂŒttel an der Elbe errichtet. Ein Grund fĂŒr die gute Erreichbarkeit per Schiff, zudem bot der Ort genug Platz, um sich gegebenenfalls auszudehnen. Eingesetzt fĂŒr dieses Werk, und daher auch gefördert, hatte es die Landesregierung Schleswig-Holstein, weil es die Industrialisierung des immer noch eher landwirtschaftlich geprĂ€gten Raumes begĂŒnstigte.
Nachdem Kurt Hansen 1974 in den Aufsichtsrat gewechselt war, ĂŒbernahm Herbert GrĂŒnewald bis 1984 den Vorsitz. In der Zeit von 1978 bis 1981 ĂŒbernahm die Bayer AG erneut einige Unternehmen: Dazu zĂ€hlten die Miles Inc., die zu 97 Prozent in den Besitz von Bayer ĂŒberging, und auch die Agfa-Gaevert, die hundertprozentige Tochter der Bayer wurde. Durch die Ăbernahme von Miles Inc. erreichte Bayer eine recht bedeutende Stellung auf dem Aktienmarkt der USA. Die Pflanzenschutzforschung wurde ebenfalls weiter ausgebaut, 1979 begann man in Monheim mit dem Bau eines Pflanzenschutzzentrums.
1990 beschĂ€ftigte Bayer 171.000 Mitarbeiter und erzielte einen Jahresumsatz von 41,643 Milliarden DM. Das Unternehmen widmete sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs vermehrt den neuen AbsatzmĂ€rkten in Osteuropa. 1994 nahm ein neues Bayer-Werk in Bitterfeld die Produktion von Aspirin auf. Der Konzern kann seit 1995 in den USA wieder unter dem Namen âBayerâ auftreten, da das Unternehmen mit Kauf des Unternehmens Sterling Winthrop auch die Namensrechte fĂŒr die USA zurĂŒckerwarb. Nach Hermann J. Strenger, der von 1984 bis 1992 Vorstandsvorsitzender war, folgte von 1992 bis 2002 Manfred Schneider.
Am 22. Oktober 1999 kam es in einem in den peruanischen Anden gelegenen Dorf zu einem Unfall, bei dem 42 der 48 Kinder des Dorfes zunĂ€chst vergiftet wurden und 24 von ihnen dann auch verstarben. Die Vergiftungen wurden durch die unsachgemĂ€Ăe Verwendung eines Parathion-methyl enthaltenden Insektizids verursacht, welches versehentlich unter das Milchpulver der örtlichen Schule gemischt wurde. Eine Untersuchungskommission des peruanischen Kongresses warf der Bayer AG im Herbst 2002 eine unzureichende Kennzeichnung mit Warnhinweisen auf den Original-KunststoffbehĂ€ltern vor. Die ein Kilogramm des hochgiftigen Insektizids enthaltenden Verpackungen waren nur in dem unter der Landbevölkerung wenig gebrĂ€uchlichen Spanisch etikettiert und zeigten das Bild einer Pflanze. Es waren keine Sicherheitshinweise in Form von Piktogrammen vorhanden.[36]
Im Oktober 2001 ĂŒbernahm Bayer die Pflanzenschutz-Sparte von Aventis. Mit einem Preis von 7,25 Milliarden Euro stellte dies den bis dato gröĂten Aufkauf in der Geschichte von Bayer dar. Ein Jahr spĂ€ter kaufte Bayer auch die Saatgutabteilung von Aventis und wurde neben Monsanto, DuPont, Pioneer und Syngenta zu einem der gröĂten Saatgutkonzerne weltweit. Am 1. Oktober 2002 wurde Bayer CropScience AG rechtlich selbststĂ€ndig. Mit 22.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 6,5 Milliarden Euro belegt sie den zweiten Rang auf dem Markt der Pflanzenschutz-Industrie.
Am 13. September 2001 wurde Werner Wenning zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Bayer-Konzerns gewĂ€hlt. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Manfred Schneider wurde Aufsichtsratsvorsitzender. Unter dem neuen Vorstandschef Wenning begann zwischen 2002 und 2005 eine der gröĂten Umbruchphasen des Konzerns. Die Notwendigkeit der Neuausrichtung verstĂ€rkte die erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten aufgrund der Lipobay-Krise und dem stark eingebrochenen Aktienkurs. ZunĂ€chst wurden die bisherigen GeschĂ€ftsbereiche der Bayer AG (Pflanzenschutz, Pharma, Polymere und Chemie) in eigenstĂ€ndige Teilkonzerne (Bayer CropScience, Bayer HealthCare, Bayer Polymers und Bayer Chemicals) unter dem Dach einer Bayer Holding formiert. Weitere Teile der Bayer AG wurden in Servicegesellschaften wie Bayer Technology Services, Bayer Industry Services (seit 1. Januar 2008 Currenta) und Bayer Business Services ausgegliedert. Auch in anderen LĂ€ndern wurden substanzielle GeschĂ€ftsbereiche in eigenstĂ€ndige Gesellschaften getrennt.
Vom 24. Januar 2002 bis Ende September 2007 wurde die Bayer-Aktie in New York unter dem Symbol BAY gehandelt. Der Börsengang sollte zunĂ€chst am 26. September 2001 stattfinden, musste jedoch wegen des Lipobay-Skandals verschoben werden. Die Bekanntgabe des RĂŒckzugs von der New Yorker Börse erfolgte am 5. September 2007. Damit verbunden strebt das Unternehmen die komplette Deregistrierung und somit das Beenden aller Berichtpflichten an die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) an.[37] Bayer folgte damit der BASF, welche kurz zuvor ebenfalls ein Delisting bekanntgegeben hatte.[38] Insgesamt werden mit diesem Schritt Kosteneinsparungen in Höhe von 15 Millionen Euro erwartet.[39]
Ende 2003 wurde bekanntgegeben, dass der Teilkonzern Bayer Chemicals zusammen mit gröĂeren Teilen des KunststoffgeschĂ€fts des Teilkonzerns Bayer Polymers als unabhĂ€ngige Gesellschaft aus dem Konzern ausgegliedert werden sollte. Der Teilkonzern Bayer Polymers wurde zum 1. Januar 2004 in Bayer MaterialScience umbenannt. Die Abspaltung der Bereiche wurde zum 1. Februar 2005 in Form eines Spin-offs und mit dem Börsengang von Lanxess komplett vollzogen.
Wie im Sommer 2004 angekĂŒndigt wurde mit Beginn des Jahres 2005 die OTC-Sparte (rezeptfreie Medikamente) der Schweizer Roche (inklusive des 50-prozentigen Anteils des gemeinsamen OTC-Joint-Ventures) ĂŒbernommen. Mit dieser Ăbernahme wurde der Pharmabereich neu ausgerichtet. Ziel sei es, das weltweit fĂŒhrende Unternehmen im Markt fĂŒr rezeptfreie Medikamente zu werden.
Die Umstrukturierungen haben den Bayer-Konzern aus den zwischenzeitlichen roten Zahlen wieder hinausgefĂŒhrt. Im Jahr 2005 betrug der Umsatz 27,383 Milliarden Euro und lag damit 17,6 Prozent ĂŒber dem Umsatz von 2004. Dabei verbesserte sich das Operative Ergebnis um 50 Prozent von 1875 Millionen (2004) auf 2812 Millionen Euro (2005). Die Dividende wurde von 0,55 Euro(2004) auf 0,95 Euro (2005), 1 Euro (2006), 1,35 Euro (2007) erhöht.
Am 23. MĂ€rz 2006 gab der Bayer-Konzern ein Ăbernahmeangebot fĂŒr den Berliner Pharmahersteller Schering AG ab und ĂŒberbot damit ein Angebot der Merck KGaA. Bayer bot den AktionĂ€ren 86 Euro pro Aktie gegen 77 Euro von Merck. Das geplante Transaktionsvolumen sollte dabei etwa 16,5 Milliarden Euro betragen. Bis 30. Mai 2006 wollte Bayer mindestens 75 Prozent der Schering-Anteile besitzen. Allerdings musste diese Frist aufgrund der schlechten Nachfrage auf den 14. Juni 2006 verlĂ€ngert werden. Kurz vor Fristende wurde bekannt, dass Merck KGaA den ursprĂŒnglichen Anteil an Schering durch ZukĂ€ufe auf bis zuletzt 21,8 Prozent erhöht hatte. Mit Erreichen der SperrminoritĂ€t von 25 Prozent hĂ€tte Merck die Ăbernahme zunĂ€chst verhindern können. Am 14. Juni einigten sich Bayer und Merck darauf, dass Bayer die Schering-Anteile von Merck fĂŒr einen Preis von 89 Euro pro Aktie ĂŒbernimmt, wodurch Merck einen Ertrag von 400 Millionen Euro erzielte. Dieser erhöhte Preis wurde den anderen Schering-AktionĂ€ren erfolgreich angeboten. Die Ăbernahme kostete Bayer somit fast 17 Milliarden Euro.
Am 13. September 2006 beschloss die letzte Hauptversammlung der Schering AG einen Beherrschungs- und GewinnabfĂŒhrungsvertrag. Die Firma wurde in âBayer Schering Pharma AGâ geĂ€ndert. Bayer hielt nun mehr als 95 Prozent der Anteile und konnte damit die restlichen Anteilseigner der Schering AG durch Ausschluss von MinderheitsaktionĂ€ren (âSqueeze-outâ) aus dem Unternehmen drĂ€ngen und schlieĂlich das Unternehmen von der Börse nehmen.
Am 29. Juni 2006 wurde bekannt, dass Bayer die Division Diagnostics von Bayer HealthCare an Siemens verkauft hatte. Der Kaufpreis lag bei 4,2 Milliarden Euro.[40] Dieser RĂŒckzug von Bayer aus dem stark von Elektronik beeinflussten Diagnostic-GeschĂ€ft war schon lĂ€nger vorbereitet und hing nicht mit der Ăbernahme von Schering zusammen. Dennoch erleichtere der Nettozufluss von 3,6 Milliarden Euro die Finanzierung dieser Transaktion. Nicht verkauft wurden die Bereiche Diabetes Care und Kontrastmittel.
Bis Ende 2012 will der Teilkonzern BayerCropScience alle hochgiftigen Insektizide vollstÀndig auslisten.[41]
Das operative GeschÀft des Bayer-Konzerns ist gegliedert in die drei Teilkonzerne
Daneben bestehen die Service-Gesellschaften Bayer Technology Services GmbH und Bayer Business Services GmbH. Zusammen mit Lanxess betreibt die Bayer AG das aus der frĂŒheren âBayer Industry Servicesâ entstandene Joint Venture Currenta und hĂ€lt dort 60 % der Anteile.
| Bayer Holding | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Teilkonzerne | Servicegesellschaften | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Bayer HealthCare | Bayer CropScience | Bayer MaterialScience | Currenta | Bayer Technology Services | Bayer Business Services | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Anteil | Anteilseigner |
|---|---|
| 9,97 % | Capital Research and Management |
| 5,03 % | BlackRock, Inc. |
| 2,95 % | Capital World Growth and Income Fund, Inc. |
| 2,76 % | Société Générale |
| 79,29% | Streubesitz |
Der ĂŒberwiegende Anteil der Bayer AG befindet sich im Streubesitz (78,61 Prozent). 9,97 Prozent der Anteile an der Bayer AG hĂ€lt die Capital Research and Management Company der The Capital Group Companies Inc (USA). Daneben hĂ€lt das US-amerikanische Investmentunternehmen BlackRock Inc. 5,03 Prozent der Anteile, sowie die Französische GroĂbank SociĂ©tĂ© GĂ©nĂ©rale. Weitere Anteile können nicht ermittelt werden, da es sich um Inhaberaktien handelt, bei denen lediglich bei der Ăber- oder Unterschreitung einer bestimmten Marke (beispielsweise 3 Prozent oder 10 Prozent) Meldung an die Aktiengesellschaft gemacht werden muss.[44]
| Kennzahl | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 30.275 | 29.624 | 28.567 | 29.758 | 27.383 | 28.956 | 32.385 | 32.918 | 31.168 | 35.088 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 1611 | 1574 | -1203 | 1808 | 2812 | 2762 | 3154 | 3544 | 3006 | 2730 |
| EBITDA | 4922 | 3532 | 4130 | 4647 | 4675 | 5.866 | 6.266 | 5815 | 6286 | |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 1115 | 956 | -1994 | 985 | 2199 | 1980 | 2234 | 2356 | 1870 | 1721 |
| Konzernergebnis | 965 | 1060 | -1361 | 603 | 1597 | 1683 | 4711 | 1719 | 1359 | 1301 |
| Brutto-Cashflow | 2932 | 3012 | 3244 | 3210 | 3477 | 3913 | 4784 | 5.295 | 4658 | 4771 |
| Netto-Cashflow | 3859 | 4420 | 3293 | 2450 | 3542 | 3928 | 4281 | 3608 | 5375 | 5773 |
| Eigenkapital | 16.922 | 15.335 | 12.213 | 12.268 | 11.157 | 12.859 | 16.821 | 16.340 | 18.951 | 18.896 |
| Bilanzsumme | 37.039 | 41.692 | 37.445 | 37.804 | 36.722 | 55.891 | 51.378 | 52.511 | 51.042 | 51.506 |
| Investitionen | 2617 | 2383 | 1739 | 1275 | 1388 | 1739 | 1891 | 1982 | 1669 | 1621 |
| Mitarbeiter (Anzahl) | 116.900 | 122.600 | 115.400 | 113.000 | 93.700 | 106.000 | 106.200 | 108.600 | 111.000 | 111.400 |
| Personalaufwand | 7.849 | 8.176 | 7.990 | 7.306 | 5.912 | 6.630 | 7.571 | 7.491 | 7.776 | 8.099 |
| Forschungskosten | 2559 | 2577 | 2414 | 2107 | 1886 | 2297 | 2578 | 2653 | 2746 | 3053 |
Die Angaben zu den Kennzahlen in der Ăbersichtstabelle sind den GeschĂ€ftsberichten der Jahre 2002 bis 2010[47] entnommen und in Millionen Euro angegeben.
Auf den gesamten Konzern betrachtet wurden die Konzernziele erreicht. Durch die erhöhte Konkurrenz auf dem Gesundheitsmarkt erreichte der Bereich Pharma jedoch nur eine Umsatzsteigerung von 1,7 Prozent und einen um 1,4 Prozent rĂŒcklĂ€ufigen EBITDA und blieb damit deutlich hinter den Erwartungen zurĂŒck. Auch die Prognosen fĂŒr das kommende GeschĂ€ftsjahr sind auf Grund der Gesundheitsreformen in verschiedenen LĂ€ndern gesunken.
Der Teilkonzern CropScience verzeichnete zwar eine Umsatzsteigerung um 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, schloss jedoch mit einem um 14,3 Prozent rĂŒcklĂ€ufigen EBITDA ab. Nach Angaben des Konzerns sind die Ursachen hierfĂŒr vorwiegend im geschwĂ€chten GeschĂ€ft im klassischen Pflanzenschutz zu suchen (um 4,7 Prozent rĂŒcklĂ€ufiger AuĂenumsatzerlös). Das BioScience-GeschĂ€ft des Teilkonzerns hingegen verzeichnete deutliche ZuwĂ€chse (16,5 Prozent gesteigerter AuĂenumsatzerlös).
Nachdem noch im Jahr 2008 der Teilkonzern MaterialScience durch die US-Immobilienkrise sehr schwach war und einen Einbruch von rund 24,2 Prozent auslöste, nĂ€herte dieser sich im Jahr 2010 mit einer Umsatzsteigerung um 35 Prozent wieder dem Niveau vor der Krise an. Nach Angaben des Unternehmens haben hier der gestiegene Absatz in der Automobil-, Elektronik- und Baubranche. Auch das GeschĂ€ft mit Polyurethanen, das noch 2008 mitverantwortlich fĂŒr den starken Einbruch war, stieg der Umsatz in diesem Bereich um 27,8 Prozent, der Bereich Polycarbonate sogar um 42,9 Prozent. Nach Angaben des Konzerns bleiben fĂŒr diesen Bereich auch im kommenden Jahr die Prognosen gĂŒnstig.[48]
Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges pflegte die UnternehmensfĂŒhrung ein kooperatives VerhĂ€ltnis zur betrieblichen Interessenvertretung. Bereits im MĂ€rz 1946 hatte eine gemeinsame Sitzung zwischen Vertretern der GeschĂ€ftsleitung und dem noch vor der Verabschiedung des BetriebsrĂ€tegesetzes des alliierten Kontrollrats (sog. Kontrollratsgesetz 22) âinoffiziellâ gewĂ€hlten Betriebsrat stattgefunden, bei der die GeschĂ€ftsleitung versuchte, den Betriebsrat in die bestehende Sozialabteilung zu integrieren. Dies scheiterte am Widerstand des Betriebsrats, der seine UnabhĂ€ngigkeit verteidigte. Mit dem im MĂ€rz 1948 bestellten neuen Personalchef Fritz Jacobi, der im Zuge der NeugrĂŒndung 1951 gleichberechtigtes Vorstandsmitglied wurde, setzte eine âmitbestimmte Neuformierung der Bayer-Sozialpolitikâ ein.[49] Jacobi suchte die Kooperation mit dem Betriebsrat und richtete Ende der 1950er Jahre eine eigenstĂ€ndige Personalabteilung ein, die sein Stellvertreter und spĂ€terer Nachfolger, Paul Gert von Beckerath, leitete. Laut Ruth Rosenberger war Bayer eines der ersten GroĂunternehmen, das neben der Sozialabteilung eine Personalabteilung nicht nur fĂŒr Angestellte, sondern fĂŒr alle BeschĂ€ftigten errichtete, und das einen Personalchef in die höchste Hierarchiestufe des Unternehmens, den Vorstand, berief. âHerkömmliche Sozialpolitik alleinâ war âkein ausreichendes Mittel mehr, um den Forderungen einer selbstbewusst auftretenden Arbeitnehmerschaft zu begegnenâ.[50] Das Sozial- und Personalwesen entwickelte sich zu einer umfassend ausdifferenzierten Abteilung und ein komplementĂ€res Zusammenspiel zwischen Personalabteilung und Betriebsrat, das auch von den Nachfolgern auf beiden Seiten weitergepflegt wurde. So beteiligten sich Vertreter des Betriebsrats in den 1980er Jahren an den Verhandlungen ĂŒber eine Neukonzeption der Personalpolitik. Gemeinsames Ziel war die betriebliche Integration der Arbeitnehmer und ihre Identifikation mit der âBayer-Gemeinschaftâ durch intensive Betreuung, Fort- und Weiterbildung der BeschĂ€ftigten. Aufgrund dieser Kooperation verliefen die Anpassungen und Umstrukturierungen des Konzerns weitgehend reibungslos, wenn man von jenen Gruppierungen einmal absieht, die bei Betriebsratswahlen gegen die Kooperationspolitik des Betriebsrats opponierten und im Betriebsrat als Minderheit vertreten waren.[51]
| GrĂŒndung | Ort | ||
|---|---|---|---|
| 1857 | Berlin1 | ||
| 1863 | Barmen | ||
| 1863 | Frankfurt-Höchst2, 3 | ||
| 1867 | Elberfeld | ||
| 1877 | Krefeld-Uerdingen4 | ||
| 1895 | Leverkusen | ||
| 1917 | Dormagen | ||
| 1973 | BrunsbĂŒttel | ||
| 1979 | Monheim | ||
| 1992 | Bitterfeld | ||
| 1906 | Knapsack3 | ||
| 1.GrĂŒndungsunternehmen Schering AG 2. Standorte von Aventis CropScience 3. GrĂŒndungsunternehmen Hoechst AG 4. GrĂŒndungsunternehmen Weiler-ter Meer | |||
Das erste Werk in Barmen war verkehrstechnisch ungĂŒnstig gelegen, weshalb der Betrieb vollstĂ€ndig ins gröĂere und besser angebundene Elberfeld verlegt wurde. Im Tal der Wupper unterhalb des Stadtzentrums hatte das Hauptwerk einige Jahre lang genĂŒgend Platz. FĂŒr den dauerhaften Firmensitz fehlte aber die notwendige Schifffahrtsanbindung, und die eng bebaute Tallage zwischen SteilhĂ€ngen begrenzte eine weitere Expansion. Als Forschungs- und NebenproduktionsstĂ€tte besteht das Werk Wuppertal jedoch bis heute. Ein Anschluss besteht an die Bahnstrecke DĂŒsseldorfâElberfeld, auĂerdem liegt das Werk unmittelbar an der B 7 und der Schwebebahn, sowie nahe der A 46.
Als Hauptwerk besser geeignet war das 1912 zusĂ€tzlich in Betrieb genommene Werk Leverkusen, das 2001 in Chemiepark Leverkusen umbenannt und 2008 Teil des âCHEMPARKâ wurde, der auch die Standorte in Dormagen und Krefeld-Uerdingen umfasst. Es liegt zur einen HĂ€lfte in Leverkusen-Wiesdorf und zur anderen im Kölner Stadtteil Flittard und direkt am Rhein, wo Umschlagsanlagen fĂŒr Binnenschiffe vorhanden sind. Die StraĂenanbindung erfolgt ĂŒber die B 8 und die nahen Autobahnen mit dem Kreuz Leverkusen (A 1/A 3 sowie A 59). Eine Zweigstrecke nach Köln-MĂŒlheim sorgt fĂŒr die Anbindung an das Eisenbahnnetz. FĂŒr den Personenverkehr ist das Werk ĂŒber den S-Bahn-Haltepunkt Bayerwerk erreichbar, die Luftverkehrsanbindung erfolgt ĂŒber die nahegelegenen FlughĂ€fen Köln/Bonn und DĂŒsseldorf.
Das 1917 zur Produktion von SchwefelsĂ€ure gegrĂŒndete Werk Dormagen ist durch den Rhein ebenfalls an die Schifffahrt angebunden. Es existiert ein direkter Bahnanschluss mit der Haltestelle Dormagen Bayerwerk, und der Standort ist ĂŒber die A 57 auch an das deutsche Autobahnnetz angebunden.
Mit der Ăbernahme der Chemiefabrik Weiler-ter Meer nach der Auflösung der I.G. Farben gehörte auch das 1877 am Rhein gegrĂŒndete Werk Krefeld-Uerdingen zur Bayer AG. Dieses Werk ist ebenfalls ĂŒber die A 57 erreichbar und hat ĂŒber den Bahnhof Hohenbudberg/Bayerwerk eine Anbindung an das Schienennetz. Die Fluganbindung ist hier ĂŒber den Flughafen DĂŒsseldorf gegeben. Bis 1995 trug der KFC Uerdingen 05 den Namen der Bayer AG, dieses Sponsoring wurde jedoch beendet.
In BrunsbĂŒttel wurde im Jahre 1973 ein weiteres Werk gegrĂŒndet. Es liegt direkt an der B 5, am Nord-Ostsee-Kanal und der Elbe, wodurch eine gute Schiffsanbindung erreicht wird. Das Werk besitzt guten Bahnanschluss, hat jedoch eine weniger ausgebaute StraĂenanbindung, weshalb beim Bau des Werkes auf den Ausbau des Hafens geachtet wurde.
1979 wurde mit dem Bayer-Werk Monheim ein groĂflĂ€chiges Pflanzenschutzforschungszentrum in Betrieb genommen. Ăber das Autobahnkreuz Monheim/Langenfeld ist eine Autobahnanbindung ĂŒber die A 59 und ĂŒber die A 542 gegeben.
1992 wurde ein Werk in Bitterfeld gegrĂŒndet; der Methylcellulosebetrieb wurde Ende des Jahres 2006 ausgegliedert und ging an die Wolff Walsrode AG ĂŒber. An die A 9 ist der Standort indirekt angebunden, an den Flugverkehr ĂŒber den Flughafen Leipzig/Halle, an das Schienennetz ĂŒber Werksgleise und den nahen Bahn-Haltepunkt Bhf Wolfen.[52]
Die Standorte Industriepark Höchst, Chemiepark Knapsack, StraĂburg und Lyon kamen 2003 mit der Ăbernahme von Aventis Crop Science hinzu, die Werke Berlin und Bergkamen durch die der Schering AG im Jahre 2006.
Insgesamt wird in Europa mit 13.751 Millionen Euro[53] der höchste Umsatz erzielt. Insgesamt arbeiten dort 54.300 Mitarbeiter, und die Bayer AG ist mit 165 Gesellschaften vertreten. Zu den Standorten gehört das 1961 gegrĂŒndete Werk der Bayer MaterialScience in Antwerpen, das Werk der Bayer Schering Pharma in Turku (Finnland) und die Bayer-CropScience-Filialen in Lyon, Norwich und Widnes. AuĂerdem gibt es mehrere Niederlassungen in Italien. Das fĂŒr Bayer bedeutendste sĂŒdeuropĂ€ische Werk ist der Produktionsstandort Tarragona.
Von den insgesamt 16.400 beschĂ€ftigten Mitarbeitern in Nordamerika arbeiten circa 15.500 in den USA. Dort sind alle Teilkonzerne an circa 65 Standorten gleichermaĂen vertreten. AuĂerdem befinden sich in Berkeley, Stilwell und Baytown weitere ForschungsstĂ€tten beziehungsweise groĂe Produktionsstandorte. Insgesamt befindet sich in den USA die gröĂte Organisation der Bayer AG.[54]
Neben dem Standort Vereinigte Staaten gibt es auch in Kanada Werke der Bayer AG, wobei diese der Bayer Inc. beziehungsweise der Bayer CropScience Inc. gehören, die dort vorwiegend Tier- und Pflanzenschutzmittel sowie Medikamente verkaufen. Hier werden etwa 1.100 Mitarbeiter beschÀftigt.
Die Zahl der Mitarbeiter, die insgesamt in Lateinamerika, Afrika und Nahost arbeiten, wird auf 16.100 gesetzt, insgesamt ist Bayer mit 45 Gesellschaften in diesen Regionen vertreten.[55] In Lateinamerika finden sich ProduktionsstĂ€tten in der Andenregion (Kolumbien, Ecuador, Peru und Venezuela). AuĂerdem gibt es groĂe ProduktionsstĂ€tten in SĂŁo Paulo, wo auch die brasilianische Zentrale der Bayer AG sitzt. Im SĂŒdkegel finden sich weitere ProduktionsstĂ€tten, wobei der Schwerpunkt hier auf Buenos Aires beziehungsweise allgemein Argentinien liegt. Der zweitgröĂte Markt in Lateinamerika ist, nach Brasilien, Mexiko, wo weitere Produktionsstandorte betrieben werden.
Drei weitere ProduktionsstĂ€tten finden sich in der Karibik und in Mittelamerika. Die Zentrale fĂŒr diese Region befindet sich in Costa Rica, es entfallen 8 Prozent des Gesamtumsatzes aus Lateinamerika auf diese Region.
In Afrika ist fĂŒr den Konzern SĂŒdafrika von besonderer Bedeutung, weil hier die HĂ€lfte des gesamten Umsatzes auf dem afrikanischen Kontinent erwirtschaftet wird.[55] Weitere Schwerpunkte in Afrika sind Pflanzenschutz und die medizinische Produktion in der ProduktionsstĂ€tte in Marokko. AuĂerdem befindet sich in Casablanca die Zentrale der Bayer Maghreb S.A..
Im Nahen Osten werden wie auch in den ĂŒbrigen Regionen alle verfĂŒgbaren Produkte vertrieben. SchwerpunktmĂ€Ăig ist hier Bayer TĂŒrk mit Sitz in Istanbul fĂŒr Produktion und Vertrieb in diesen Staaten zustĂ€ndig. Eine weitere Zentrale in Nahost, besonders fĂŒr BĂŒros in Ăgypten, Saudi-Arabien, Jordanien und Zypern, ist das BĂŒro in Dubai; in anderen umliegenden Staaten werden Bayer-Produkte via Fremdvertretungen angeboten.
Die Bayer AG ist nach eigener Klassifizierung auch im Bereich âAsien und Pazifikâ tĂ€tig, zu dem so neben Australien auch der gesamte ozeanische Raum gehört. Insgesamt sind in diesem Bereich 24.600 Mitarbeiter beschĂ€ftigt, es wird ein Umsatz von 7,5 Milliarden Euro erzielt. Eine bedeutende Rolle spielt dabei das so genannte GroĂchina, in dem der gröĂte Umsatz erreicht wird. Der Schwerpunkt liegt hier, mit einem Produktionsstandort in Shanghai, bei der Bayer MaterialScience.[56]
Weitere 30 Prozent des Gesamtumsatzes werden in Japan erzielt, in dem ein Schwerpunkt auf der Landwirtschaft liegt, weil sich hier ein internationales Forschungszentrum befindet. Mit weiteren sieben Standorten ist insbesondere Bayer CropScience auch in Indien beziehungsweise Bangladesch und Sri Lanka vertreten. Wichtig ist zudem der Standort Korea, an dem, wegen der gehaltenen MarktfĂŒhrerschaft in diesem Bereich, ein Schwerpunkt auf der Tierschutznahrung liegt. Weitere Standorte befinden sich beispielsweise in Singapur oder Thailand, in denen das gesamte Produktportfolio in kleinerem MaĂe vertrieben wird.
Weitere 840 Mitarbeiter sind in Australien und Neuseeland beschÀftigt. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf Gesundheit und Landwirtschaft.
Die Produktion der Bayer AG ist geteilt in die jeweiligen Teilkonzerne. Entsprechend gliedert sich auch das Produktportfolio.
DarĂŒber hinaus ist im Bereich der nicht-landwirtschaftlichen SchĂ€dlingsbekĂ€mpfung die Sparte Environmental Science zustĂ€ndig, die sowohl Lösungen fĂŒr professionelle als auch fĂŒr private Kunden (hier beispielsweise Bayer GardenÂź) anbietet.
BioScience ist die dritte der drei CropScience-Sparten und zustĂ€ndig fĂŒr die Forschung, Entwicklung und Vermarktung von Saatgut. In diesem Bereich ist beispielsweise die Marke NunhemsÂź fĂŒr GemĂŒsesaat verbreitet.[65]
Die Bayer AG beteiligt sich seit der GrĂŒndung der Bayerkultur-Abteilung 1907 an der kulturellen und sportlichen Förderung von Leverkusen. Carl Duisberg sah darin eine Möglichkeit, den Konzern und die neu entstehende Stadt miteinander zu verbinden und die nicht fachbezogene Bildung seiner Mitarbeiter zu fördern.[66] Im selben Jahr wurde das Erholungshaus errichtet, in dem kulturelle Veranstaltungen stattfinden konnten. Das Erholungshaus wurde seither mehrere Male modernisiert. Mittlerweile veranstaltet Bayer.Kultur Konzerte, Theatergastspiele und Ausstellungen, die ein ĂŒberregionales Publikum anziehen, arbeitet eng mit kulturellen Kooperationspartnern zusammen und vergibt StĂŒckauftrĂ€ge. Mit l'arte del mondo beherbergt Bayer.Kultur ein eigenes Orchester als 'orchestra in residence'. FĂŒr die Stadt war die Bayer AG zudem aufgrund der Bayer-KaufhĂ€user in den Stadtvierteln von Leverkusen und dem Hauptkaufhaus in Wiesdorf von Bedeutung. Das letzte Kaufhaus des Konzerns wurde im Dezember 2007 geschlossen und abgerissen. Dennoch blieb die Kulturabteilung der Bayer AG weiterhin bestehen und wurde fĂŒr die Aktion Ein Jahrhundert Bayer.Kultur mit dem ersten Preis der Initiative Freiheit und Verantwortung der deutschen Industrie ausgezeichnet.[67]
Einen weiteren Beitrag zum Stadtleben stellt der Sportverein TSV Bayer 04 Leverkusen dar. Er wurde 1904 unter dem Namen Turn- und Spielverein 1904 der Farbenfabrik vormals Friedrich Bayer Co. Leverkusen gegrĂŒndet. Am bekanntesten sind die FuĂball-Bundesligamannschaft Bayer 04 Leverkusen, die Basketball-Abteilung, die unter dem Namen Bayer Giants Leverkusen antrat, sowie die Leichtathletik-Abteilung; daneben bestehen weitere Angebote fĂŒr Erwachsene und Kinder in verschiedenen Sportarten. Das Unternehmen verwaltet zudem die Stiftung zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.[68]
Der GeschĂ€ftsbericht 2007 erhielt zweimal Gold, zweimal Silber und zweimal Bronze, darĂŒber hinaus zwei Ehrenzertifikate. Diese Auszeichnungen wurden beim âInternationalen ARC-Awardâ 2008 erreicht, der Bronze, Silber und Gold fĂŒr die Berichterstattung in unterschiedlichen Kategorien wie Design, Fotografie, Cover, Sprache, Text etc. verleiht.[69][70]
2007 wurde die Bayer AG mit dem Takeover Award fĂŒr die Ăbernahme der Schering AG ausgezeichnet, der von der Deutschen Börse und vom âForum fĂŒr Ăbernahmerechtâ seit 2005 jĂ€hrlich vergeben wird. BegrĂŒndet wurde die Auszeichnung durch die âSchnelligkeit und QualitĂ€t der Akquisitionâ[71].
AuĂerdem war die Bayer-Kulturarbeit Sieger in der Kategorie âgroĂes Unternehmenâ beim Unternehmenswettbewerb Freiheit und Verantwortung, der 2008 von der Initiative der SpitzenverbĂ€nde der deutschen Wirtschaft unter der Schirmherrschaft des BundesprĂ€sidenten ausgeschrieben worden war.[72]
Im Jahre 2011 wurde die Bayer AG insbesondere fĂŒr ihre Rolle als Arbeitgeber in den Bereichen Gleichberechtigung vom Verein TOTAL E-QUALITY Deutschland e. V.[73] und Entwicklungschancen fĂŒr Forscher von der Wirtschaftswoche ausgezeichnet.[74] DarĂŒber hinaus erhielt sie eine Auszeichnung als Arbeitgeber des Jahres 2011 vom Bewertungsportal Jobvoting [75] und wurde in einer Studierendenumfrage des Beratungsunternehmens Universum Communications als eines von acht deutschen Unternehmen unter den 50 attraktivsten Arbeitgebern weltweit im Bereich Ingenieurwesen gefĂŒhrt.[76]
FĂŒr die Entwicklung von Rivaroxaban wurden Frank Misselwitz, Dagmar Kubitza und Elisabeth Perzborn, Mitarbeiter des Teilkonzerns Bayer Schering Pharma AG, mit dem Deutschen Zukunftspreis 2009 ausgezeichnet.[77]
arznei-telegramm und Spiegel Online berichteten ĂŒber âDrĂŒckermethoden an der PraxistĂŒrâ. Dabei wurde kritisiert, dass Ărzten im Rahmen von Werbung - unaufgefordert - Muster zugeschickt werden. Arzneimittelmuster dĂŒrfen aber laut Arzneimittelgesetz (AMG) nur dann abgegeben werden, wenn der Arzt das Muster schriftlich angefordert hat (§ 47 AMG). Deshalb verlangt im hier kritisierten Verfahren der Postbote eine Unterschrift des Arztes. Die Freiwillige Selbstkontrolle fĂŒr die Arzneimittelindustrie e.V. (FSA) hat ein Beanstandungsverfahren eingeleitet und wird prĂŒfen, ob diese Form der Musterabgabe zulĂ€ssig ist.[87]
Der Bayer AG wurde 2002 ein Big Brother Award in der Kategorie âArbeitsweltâ verliehen. Die Jury begrĂŒndete dies mit den Drogentests, welche von Auszubildenden erbracht werden mĂŒssen, um einen Ausbildungsplatz zu erhalten.[88]
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(Stand: 19. Juni 2010)
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Dieser Artikel wurde am 23. Juni 2009 in dieser Version in die Liste der exzellenten Artikel aufgenommen. |