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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Potsdam-Mittelmark | |
| Höhe: | 40 m ü. NN | |
| Fläche: | 180,08 km² | |
| Einwohner: |
11.900 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 66 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 14547 | |
| Vorwahl: | 033204 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PM | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 69 017 | |
| Stadtgliederung: | 12 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Berliner Str. 202 14547 Beelitz | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Bernhard Knuth (BBB) | |
| Lage der Stadt Beelitz im Landkreis Potsdam-Mittelmark | ||
Beelitz ist eine Stadt im Landkreis Potsdam-Mittelmark (Bundesland Brandenburg). Die Stadt liegt am Rand der Zauche südwestlich von Berlin und Potsdam und ist vor allem bekannt als Mittelpunkt des größten brandenburgischen Spargelanbaugebietes. Beelitz ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg.
Inhaltsverzeichnis |
Beelitz liegt im Zentrum des Naturparks Nuthe-Nieplitz. In seiner Umgebung liegen der Beelitzer Sander mit ausgedehnten Kiefernforsten und das Naturschutzgebiet „Nuthe-Nieplitz-Niederung“ mit großzügigen, feuchten Niederungsbereichen.
Wie ganz Brandenburg so verdankt Beelitz seine Entstehung den eiszeitlichen Vorstößen des Inlandeises und seiner Schmelzwässer. Das Stadtgebiet selbst wurde vor 20.000 Jahren während der jüngsten, der Weichseleiszeit noch komplett vom Eis überfahren. Etwa 10 km südlich und nur wenige km westlich der Stadt erreichte es aber seine maximale Ausdehnung. Während dieser Zeit wurde die Hochfläche der Zauche als Sander gebildet. Dieser Sander wird auch als Beelitzer Sander bezeichnet. Er grenzt im Norden und Westen an das Stadtgebiet. Mit dem beginnenden Abschmelzen des Inlandeises wurde Beelitz schnell eisfrei. Die Grundmoränenfläche, die eigentlich vorkommen müsste, wurde aber durch jüngere Schmelzwässer, die eine Urstromtalung bildeten, größtenteils verschüttet bzw. abgetragen. Lediglich das unmittelbare Stadtzentrum steht auf einem Rest Geschiebemergel, der inselartig aus der Urstromtalung auftaucht. Nach neueren Untersuchungen soll er sogar aus der vorletzten, der Saaleeiszeit stammen. So ähnelt die Landschaft um Beelitz sehr dem Baruther Urstromtal, obwohl die Stadt 15 km nördlich davon liegt. Mit den Schmelzwässern wurden mächtige Sande abgelagert, die die Grundlage des Spargelanbaus bilden. In der Nacheiszeit bildeten sich in der Urstromtalung, die von der Nieplitz durchflossen wird, ausgedehnte, aber relativ geringmächtige Moore wie am naturgeschützten Riebener See.
Beelitz besteht nach der Hauptsatzung aus den folgenden Ortsteilen[2]:
Der Austausch zwischen der trockenen Luft des sandigen Kiefernwaldes mit der feuchten Luft der angrenzenden Niederungsgebiete hat eine besondere Luftgüte zur Folge. Der Jahresniederschlag liegt bei 530 mm und ist damit sehr niedrig, da er im unteren Zehntel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An 7 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,8 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren kaum und sind sehr gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 9 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.
Funde von zwei Urnenfriedhöfen bezeugen, dass es um 300 v. Chr. dort eine Ansiedlung gab.
997 wurde ein slawischer Ort namens Belizi im Gau Bloni erstmals urkundlich erwähnt. Sowohl Beelitz als auch das benachbarte Bad Belzig reklamieren diese Urkunde und damit eine 1000-jährige Geschichte für sich.
Die Wunderblutlegende, wonach eine Hostie Bann- und Heilkraft erlangte, machte Beelitz 1247 zum Wallfahrtsort. Ein chronikalischer Bericht des 16. Jahrhunderts, der der Ritualmordlegende folgend aussagt, die Hostie sei von Juden „gemartert und geschändet“ worden, wurde häufig als Anhaltspunkt dafür genommen, dass bereits zu dieser Zeit Juden dort gelebt haben.[3] Diese Annahme wurde zum ältesten Zeugnis der Anwesenheit von Juden in der Mark Brandenburg erhoben, ist aber nachweislich falsch. Es gibt keine zuverlässigen Berichte über eine jüdische Präsenz in Beelitz und auch die Ablassbriefe des 13. Jahrhunderts nennen zwar das Hostienwunder, nicht jedoch eine Beteiligung von Juden an dieser „Schändung“.[4][5][6]
Während des Dreißigjährigen Krieges litt Beelitz unter Truppendurchmärschen und Einquartierungen und musste Kontributionszahlungen leisten. Als 1731 der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm die Soldaten seiner neu aufgestellten Husareneskadrons in den Bürgerhäusern unterbrachte (darunter Rittmeister Hans Joachim von Zieten), wurde Beelitz Garnisonsstadt.
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde ein jüdischer Friedhof an der Straße des Aufbaus Ecke Clara-Zetkin-Straße angelegt. Von den Nationalsozialisten zerstört, wurde er in der DDR-Zeit instandgesetzt. Seit 1988 gibt es dort eine Gedenktafel.
1861 erfolgte der erste feldmäßige Spargelanbau in Beelitz (durch den Glasermeister und Ackerbürger Karl Friedrich Wilhelm Herrmann). 2008 beträgt die Spargelanbaufläche in der Region ca. 1000 ha, und es wird mit einem Ernteertrag von an die 6000 t gerechnet.
Um 1910 unterhielt der Deutsch-Israelitische Gemeindebund Berlin in Beelitz ein Heim für geistig behinderte Kinder und Jugendliche, die einzige jüdische heilpädagogische Einrichtung in Deutschland. Im Jahre 1937 wurden dort noch 56 Mädchen und Jungen betreut. Im Juni 1942 wurden die Kinder und ihre Erzieher in die Vernichtungslager des Ostens deportiert. Am heutigen Gymnasium in der Karl-Liebknecht-Straße erinnert eine Gedenktafel mit dem Davidstern an ihr Schicksal.
1928 wurde von Telefunken in der Nähe des heutigen Ortsteiles Schönefeld eine Übersee-Empfangsstation aufgebaut. Sie diente der telegrafischen und telefonischen Kommunikation, zuerst hauptsächlich mit den USA und Südamerika. Im Verein mit der Betriebszentrale beim Haupttelegrafenamt Berlin (HTA) und der Übersee-Sendestation Nauen wurden Telegramme, Funkgespräche und Bildtelegramme (ähnlich dem heutigen Fax) zwischen Deutschland und dem Ausland per Funk auf Lang- oder Kurzwellen übertragen. Ursprünglich gebaut für das Telefunken Tochterunternehmen Transradio (und als Ersatz für die Station in Geltow) wurden die Funkempfangsstelle (wie auch die Sendestation in Nauen) 1930 der Deutschen Post unterstellt. Der bekannte Telefunken-Architekt Hermann Muthesius war beim Bau der Betriebsgebäude in Beelitz zwar schon tot, aber den Bauten sieht man noch heute an, dass sie in seinem Architektenbüro entworfen wurden. Darüber hinaus beweisen diese Bauten die hervorragende Leistung und Qualität des Beelitzer Bauunternehmens Schielicke. Zwischen 1929 und 1931 wurden Zug um Zug Empfangsgeräte und Funker von Geltow nach Beelitz umgesetzt. Telefunken hatte neue Großempfänger entwickelt, die zusammen mit den neu errichteten Antennenanlagen den Empfang aus New York, Kairo, Buenos Aires, Batavia, Rio de Janeiro, Manila, Bangkok, Santiago de Chile, Osaka, Mexiko, Teheran und Shanghai gewährleisteten. Bald kamen weitere Stationen dazu.
Zu den imposantesten Antennenanlagen gehörten die vier Goniometer-Antennen für den Langwellen-Empfang, deren am weitesten entfernte Masten auf den Wiesen hinter Krobs Hof in Beelitz und auf den Wiesen zwischen Rieben und Dobbrikow standen. Als weiteres Meisterstück der Telefunken-Entwicklung sei die sogenannte Tannenbaum-Antenne genannt, die aus einer Zusammenschaltung von 96 Einzeldipolen bestand, welche an 75 m hohen Stahlmasten aufgehängt waren. All das diente dazu, möglichst störungsfreie Signale zu erhalten, die per Kabel nach Berlin zum HTA bzw. zum Fernsprechamt (Fernamt Berlin) übertragen wurden. Die Funkempfangsstelle Beelitz war somit Teil des weltweiten postalischen Fernmeldenetzes. Um 1930 herum entstand wohl auch der Begriff, dass Beelitz das (deutsche) „Ohr zur Welt“ sei.
Durch den Zweiten Weltkrieg wurden die Verbindungen zu vielen Partner-Funkstationen unterbrochen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden über die Funkempfangsstelle Beelitz die Funkverbindungen für die DDR-Post unter anderem mit Moskau, Peking, Shanghai, Kairo, Helsinki, Budapest, Belgrad, Ulan Bator, Pjöngjang und Havanna hergestellt.
Durch den verstärkten Ausbau der internationalen Kabel-Verbindungen mittels Glasfaserkabel vollzog sich Zug um Zug der Übergang vom postvermittelten Telegramm und Ferngespräch zur direkt vom Teilnehmer hergestellten Kommunikation.
Zuletzt wurden die technisch hervorragenden Anlagen der Funkempfangsstelle Beelitz (zusammen mit den Kurzwellensendern in Nauen) zur Abwicklung von Weitverbindungen des Seefunks der DDR benutzt.
In Beelitz befand sich praktisch ein Arbeitsplatz der Küstenfunkstelle Rügen Radio. Von hier aus ging auch am 22. April 1991 um 00:01 UTC die letzte Sendung von Rügen Radio. Die Kurzwellen-Übertragung und damit die Funkempfangsstelle in Beelitz wurde überflüssig.
Durch die Nutzung als Tierpension und Tierheim ist der Erhalt der Bausubstanz gewährleistet.
Am 1. Januar 1973 wurde die Gemeinde Schönefeld eingemeindet[7].
Am 23. Juni 1992 erteilte der Minister des Innern seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Beelitz mit Sitz in der Stadt Beelitz. Als Zeitpunkt des Zustandekommens wurde der 26. Juni 1992 festgelegt[8]. Folgende Gemeinden des damaligen Kreises Potsdam-Land waren darin zusammen geschlossen (in der Reihenfolge ihrer Nennung im Amtsblatt): Rieben, Zauchwitz, Schlunkendorf, Schäpe, Reesdorf, Salzbrunn, Buchholz, Elsholz, Busendorf, Fichtenwalde, Wittbrietzen und die Stadt Beelitz. Die heutige Großgemeinde entstand durch den Zusammenschluss der Stadt Beelitz mit den Orten des ehemaligen Amtes Beelitz am 31. Dezember 2001.[9] Das Amt Beelitz wurde zum selben Zeitpunkt aufgelöst.
| Ehemalige Gemeinde | Datum | Anmerkung |
|---|---|---|
| Schönefeld | 1. Januar 1973 | |
| Buchholz bei Beelitz | 31. Dezember 2001 | |
| Busendorf | 31. Dezember 2001 | |
| Elsholz | 31. Dezember 2001 | |
| Fichtenwalde | 31. Dezember 2001 | |
| Kanin | 1. Juli 1950 | Eingemeindung nach Busendorf |
| Klaistow | 1. Juli 1950 | Eingemeindung nach Busendorf |
| Körzin | 1. Januar 1973 | Eingemeindung nach Zauchwitz |
| Reesdorf | 31. Dezember 2001 | |
| Rieben | 31. Dezember 2001 | |
| Salzbrunn | 31. Dezember 2001 | |
| Schäpe | 31. Dezember 2001 | |
| Schlunkendorf | 31. Dezember 2001 | |
| Wittbrietzen | 31. Dezember 2001 | |
| Zauchwitz | 31. Dezember 2001 |
Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Beelitz (Mark) besteht aus 32 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister.
(Stand: 21. Oktober 2008)
Das Wappen wurde am 10. Januar 1992 genehmigt.
Blasonierung: „In Silber ein gold-bewehrter und mit goldenen Kleestengeln auf den Saxen belegter roter Adler, in seinen Fängen rechts ein goldener Schlüssel und links ein goldener Halbmond.“[10]
Die Elemente des Wappens sind bis in das Mittelalter auf Stadtsiegeln belegt. Schon in einem der ersten bekannten Siegel aus dem Mittelalter steht ein rechtsgewendeter Schlüssel begleitet von Halbmonden auf Wappengrund mit Blüten. Der hinzutretende Adler entspringt der brandenburgischen Symbolik und verdrängte den Schlüssel aus der Schildmitte.
Die Symbolik der Halbmonde ist zugleich interessant wie nicht abschließend geklärt. Eine Vermutung deutet auf eine mittelalterliche Symbolik für „Maria“. In der örtlichen Kirche St. Marien und St. Nikolai kam es zu einem Hostienwunder, so dass der Ort im 13. und 14. Jahrhundert ein bekannter Wallfahrtsort der Marienverehrung war. Aus dieser mittelalterlichen Zeit datieren die Halbmonde im Stadtsiegel, die sich sodann über alle Veränderungen der Wappengestaltung als besonderes Merkmal erhalten haben.
Die geschützten Baudenkmale der Stadt sind in der Liste der Baudenkmale in Beelitz beschrieben.
Heimatmuseum in der Alten Posthalterei, Spargelmuseum in Schlunkendorf und das technische Denkmal Heiz-Kraftwerk im Ortsteil Beelitz-Heilstätten.
Die Altstadt ist mit ihrem mittelalterlichen Grundriss ein Flächendenkmal, in dem einige Gebäude als Einzeldenkmale ausgewiesen sind.
Die Alte Posthalterei, 1789 vom damaligen Bürgermeister und Postmeister Gottlieb Ferdinand Kaehne im Stile des spätbarocken Klassizismus erbaut, beherbergt seit dem Spargelfest 1999 wieder das Heimatmuseum.
Die 1247 erstmals urkundlich erwähnte Stadtpfarrkirche St. Marien und St. Nikolai ist seit etwa 1400 als dreischiffige Basilika ausgeführt. Sehenswert sind die 1996 erneuerte Wunderblutkapelle und die Petruskanzel, ein Geschenk des preußischen Königs Friedrich I. von 1703.
Der 1928 fertiggestellte, 40 m hohe Wasserturm ist eines der Wahrzeichen von Beelitz und beherbergte von 1944 bis Ende des zweiten Jahrtausends das Beelitzer Zauche-Museum.
Das ehemalige städtische Elektrizitätswerk (in der Nürnbergstraße) wurde 1909 erbaut. Das Gebäude war zunächst einschiffig; der westliche Teil wurde erst später angefügt und weist weniger Verzierungen als der östliche auf.
Die zwischen 1898 und 1930 von der Landesversicherungsanstalt Berlin errichteten Arbeiter-Lungenheilstätten Beelitz-Heilstätten bildeten einen der größten Krankenhauskomplexe im Berliner Umland. Sie waren von 1945 bis 1994 das größte Militärhospital der sowjetischen Armee außerhalb der Sowjetunion. Dies war auch der Aufenthaltsort des an Leberkrebs erkrankten Erich Honecker, bevor er und seine Frau Margot am 13. März 1991 nach Moskau ausgeflogen wurden. Einige Gebäude wurden inzwischen saniert und wieder einer medizinischen Nutzung zugeführt. Ein großer Teil der sehenswerten Anlage verfällt jedoch und ist durch Vandalismus stark beschädigt.
Außerdem sehenswert sind der jüdische Friedhof und das 1998 eröffnete Beelitzer Spargelmuseum in Schlunkendorf.
Neben der öffentlichen Verwaltung befinden sich in Beelitz mehrere Kliniken, ambulante Einrichtungen, Pflege- und Sozialeinrichtungen sowie ein Seniorenheim. Die Stadt ist Bundeswehrstandort mit der Standortverwaltung für den gesamten Südwesten des Berliner Raumes.
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Beelitz mit Beelitz-Heilstätten und Schönefeld | Buchholz | Busendorf (mit den Gemeindeteilen Kanin und Klaistow) | Elsholz | Fichtenwalde | Reesdorf | Rieben | Salzbrunn | Schäpe | Schlunkendorf | Wittbrietzen | Zauchwitz mit dem Gemeindeteil Körzin
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