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Beigeordneter ist in einigen Ländern Deutschlands die Amtsbezeichnung eines Wahlbeamten, der im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung bei einer Gemeinde, einem Gemeindeverband oder einem Landkreis als Mitglied in den Gemeindevorstand, Verbandsvorstand oder in den Kreisausschuss gewählt worden ist.[1] Als Mitglied im Kreisausschuss gilt die Amtsbezeichnung Kreisbeigeordneter.[2]
In Niedersachsen führen die (ehrenamtlichen) Ratsmitglieder in Städten und Gemeinden, die dem Verwaltungsausschuss angehören, ebenfalls die Bezeichnung Beigeordnete.
Aufgrund der Verschiedenartigkeit des Kommunalrechtes – je nach Land – kann die Bedeutung des Begriffes stark variieren.
Inhaltsverzeichnis |
Bei Gemeinden und Gemeindeverbänden (z.B. Verbandsgemeinden) mit ehrenamtlichen Beigeordneten werden diese von der direkt gewählten Vertretungskörperschaft (Bezeichnung in den einzelnen Ländern siehe unter Gemeinderat (Deutschland)) für die Wahlzeit des wählenden Organs, also je nach Land 4 bis 5 Jahre, gewählt.[3]
Hauptamtliche Beigeordnete werden für bis zu acht Jahre gewählt. Eine Wahl oder Wiederwahl von Beigeordneten darf erst sechs Monate vor Freiwerden der Stelle durchgeführt werden und muss öffentlich ausgeschrieben werden, wobei dies bei der Wiederwahl nicht nötig ist. Die Beigeordneten sind verpflichtet, wenn kein wichtiger Grund zur Ablehnung vorliegt, eine erste und zweite Wiederwahl anzunehmen. Bei einer Ablehnung der Wiederwahl ohne wichtigen Grund wird der Beigeordnete mit Ablauf seiner Dienstzeit entlassen.[4]
Der Erste Beigeordnete ist zugleich der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters oder Landrats. Beigeordnete sind für den Teilbereich der Verwaltung (Geschäftskreis) zuständig, der ihnen vom Bürgermeister übertragen worden ist.
Wenn in der Hauptsatzung festgelegt wurde, dass ein einzelner Beigeordneter, in der Regel der Erste Beigeordnete als allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters oder Landrats, hauptamtlich tätig wird, so wird ihm als Dezernent ein Dezernat der Gemeindeverwaltung bzw. der Kreisverwaltung zugewiesen. Der für das Finanzwesen der Kommune zuständige Dezernent wird traditionell als Kämmerer bezeichnet.
Die Beigeordneten müssen die erforderlichen Voraussetzungen und ausreichende Erfahrung für das Amt besitzen.
Die Anzahl Beigeordneter hängt von der Größe der Kommune ab und wird in der Hauptsatzung festgelegt.
Die Besoldung hauptamtlicher Beigeordneter ist von der Größe der Gemeinde abhängig und wird durch die Kommunalbesoldungsverordnungen oder die Landesbesoldungsordnungen geregelt. Während in kleinen Gemeinden schon Beamte des gehobenen Dienstes diese Funktion bekleiden können, sind in kreisfreien Städten und Kreisen auch Besoldungen bis zur Besoldungsgruppe B 8 (in Gemeinden mit über 500 000 Einwohnern) möglich. In Hessen sind die Beigeordneten im Gemeindevorstand in der Regel ehrenamtlich gegen eine Aufwandsentschädigung oder auch nur ein Sitzungsgeld tätig.
Beigeordnete gibt es auch bei kommunalen Spitzenverbänden, wie z. B. dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund