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Bernhard Stöger (* 12. Januar 1727 in Passau; † 6. Mai 1815 im damaligen Marktflecken Bogen bei Straubing) war ein deutscher katholischer Theologe, Philosoph und Pädagoge.
Inhaltsverzeichnis |
Nach dem Besuch der Schulen seiner Heimatstadt trat Stöger im Kloster Oberalteich in den Benediktinerorden ein. Hier absolvierte er seine ersten Studien und setzte diese im Kloster Sankt Emmeram in Regensburg fort. Er studierte Mathematik, Geschichte, orientalische Sprachen, Dogmatik, Ethik und Kirchenrecht. Nachdem er 1780 seine Primiz gehalten hatte, wurde er Pfarrer an der Wallfahrtskirche Bogenberg. 1782 bis 1786 unterwies er die jüngeren Klostergeistlichen in Mathematik, Philosophie und orientalischen Sprachen. 1785 erreichte ihn überraschend ein Ruf an die Universität Salzburg, wo er als Professor der Logik 16 Jahre hindurch öffentliche Vorlesungen hielt. Während dieser Zeit verwaltete er auch seit 1792 das Sekretariat der Universität und übte seit 1797 das Predigtamt in der Universitätskirche aus.
Ende 1801 ging er in das Kloster Oberaltaich zurück und war dort Klosterpropst in Gassersdorf, wo ihm die Verwaltung der weitläufigen Ökonomie dennoch wissenschaftliche Studien ermöglichte. Nach der Aufhebung des Klosters wurde Stöger 1804 Professor der griechischen und römischen Literatur am Gymnasium zu Dillingen an der Donau und im nächsten Jahr dort Rektor. In gleicher Eigenschaft erhielt er 1809 am Lyzeum in Straubing eine Anstellung. Dieser Wirkungskreis verschloss sich ihm wieder nach zwei Jahren, als die Studienanstalt in Straubing aufgehoben wurde.
Ungeachtet seiner labilen Gesundheit übernahm Stöger 1811 die Stelle eines Studiendirektors und Professors in Passau. Zunehmende Krankheiten nötigten ihn 1813, sein Rektorat niederzulegen und im nächsten Jahre auch die öffentlichen Vorlesungen auszusetzen. Wiederholte Schlaganfälle vereitelten die Bemühungen seiner Ärzte und die Hoffnung zu seiner gesundheitlichen Wiederherstellung schwand immer mehr. Die Königlich Bayerische Regierung, die ihn ein Jahr lang im Besitz seiner früheren Einkünfte gelassen hatte, gab ihre Zufriedenheit mit seiner Amtsführung auch dadurch zu erkennen, dass sie ihm ein Kanonikat in Mattsee verlieh. Bevor er jedoch dorthin ging, ereilte ihn der Tod.
Neben seinen theologischen Studien hatte sich Stöger mit der Philosophie, besonders mit der Theorie der Philosophie, beschäftigt und dies systematisch dargelegt. Die Resultate seiner Forschungen enthält sein 1786 herausgegebenes Tentamen finale ex Logica et metaphysica, die 1788 geschriebenen Positiones ex Logica et Metaphysica und besonders die in den Jahren 1789 bis 1795 erschienenen drei Bände seiner Anleitung zum Studium der theoretischen Philosophie.
Aus den logischen Urteilen suchte Stöger auch von Kants Kritik der reinen Vernunft 1797 einen brauchbaren Auszug zu bieten. Dabei war er bestrebt, die Kategorien abzuleiten, statt die logischen Urteile, wie es Fichte getan hatte, auf die durch jene Form gegebene oder vielmehr diese Form ausdrückende Subjektivität des menschlichen Geistes zu reduzieren. Den gebildeten Philosophen lassen auch seine 1784 verfassten Positiones ex Hermenautica sacra Veteris et Novi Testamenti und das aus dem französischen 1792 übersetzte Werk Harmonie der wahren Grundsätze der Kirche, der Moral und der Vernunft erkennen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stöger, Bernhard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher katholischer Theologe, Philosoph und Pädagoge |
| GEBURTSDATUM | 12. Januar 1727 |
| GEBURTSORT | Passau |
| STERBEDATUM | 6. Mai 1815 |
| STERBEORT | Passau |