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| Beromünster | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | Luzern |
| Amt: | Sursee |
| BFS-Nr.: | 1081 |
| Postleitzahl: | 6215 |
| Koordinaten: | 657691 / 22795247.1999928.200008642Koordinaten: 47° 12′ 0″ N, 8° 12′ 0″ O; CH1903: 657691 / 227952 |
| Höhe: | 642 m ü. M. |
| Fläche: | 29.56 km² |
| Einwohner: | 4665 (31. Dezember 2010)[1] |
| Website: | www.beromuenster.ch |
| Karte | |
Beromünster (bis 1934 Münster LU, schweizerdt. Möischter) ist eine politische Gemeinde im Amt Sursee des Kantons Luzern in der Schweiz.
Inhaltsverzeichnis |
Beromünster liegt im oberen Bereich des Wynentals und wird von der Wyna durchflossen. Bis auf kleine Bereiche am Ufer der Wyna und einen Teil des Waldes Wiholz im Süden des Orts ist das ganze Gemeindegebiet gerodet. Vom gesamten Gemeindeareal sind 65,2 % landwirtschaftliche Nutzfläche, 25,4 % Siedlungsgebiet und nur 9,1 % Wald und Gehölz.
Die früher selbständige Gemeinde Schwarzenbach (662 m.ü.M.; 3,2 km nordnordöstlich von Beromünster) bildete seit der Vereinigung mit Beromünster am 1. Januar 2004 und bis zur Fusion mit Gunzwil am 1. Januar 2009 eine Exklave. Die Ortschaft liegt auf dem nördlichen Ausläufer der Erlosen zwischen Wynen- und Seetal. Der Ostabhang der Erlosen Richtung Seetal ist noch teilweise stark mit Wald bedeckt. Südsüdöstlich des Dorfs liegt die Anhöhe Hohwacht, die mit 691 m.ü.M. den höchsten Punkt der Gemeinde bildet. Nebst dem Dorf gibt es die Weiler Lüsch (im Norden), Grüt (im Nordosten) und die Häusergruppe Rüti (im Südsüdosten des Dorfs). Westlich des Dorfs entspringt der Schwarzenbach, der nach kurzem Lauf in die Wyna fliesst. Vom Areal von 331 ha (ohne Seeanteil) werden 64,4 % landwirtschaftlich genutzt, fast ein Drittel (31,1 %) sind mit Wald und Gehölz bedeckt und nur 4,5 % Siedlungsgebiet.
Beromünster grenzt an die Gemeinden Eich, Ermensee, Geuensee, Hitzkirch, Neudorf, Rickenbach LU, Römerswil (Ortsteil Herlisberg) und Schenkon im Kanton Luzern, sowie an die Gemeinden Beinwil am See und Menziken im Kanton Aargau.
Die alte Gemeinde Beromünster fusionierte am 1. September 2004 mit der Gemeinde Schwarzenbach. Der Name der neuen Gemeinde ist Beromünster. Am 17. Juni 2007 stimmten die Stimmberechtigten der Gemeinden Beromünster und Gunzwil der Fusion der beiden Gemeinden zu. Diese Fusion wurde auf den 1. Januar 2009 vollzogen.[2]
In der Alten Eidgenossenschaft war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts die Bezeichnung Münster im Aargau zur Unterscheidung üblich. Bis 1934 hiess die Gemeinde offiziell Münster (LU). Nach dem Bau des Schweizerischen Landessenders Beromünster (1931) wurde die Ortschaft in Beromünster umbenannt, um sie auf der Radio-Senderskala von der MW-Station Münster in Westfalen zu unterscheiden (hätte die Gemeinde dem Namenswechsel nicht zugestimmt, dann wäre der in der Gemeinde Gunzwil gelegene Landessender nach dem nahen Städtchen Sursee benannt worden). Namensgebend war das im Ort gelegene Chorherrenstift Beromünster, das der Legende nach ein Graf Bero in Erinnerung an seinen Sohn, der im Kampf mit einem Bären gestorben war, gegründet haben soll.
Der früher in der Nachbargemeinde Gunzwil gelegene Landessender Beromünster wurde am 11. Juni 1931 eröffnet und mit dem 1937 errichteten Blosenbergturm erweitert. Auf diese Weise wurde Beromünster weitherum bekannt, zumal im Zweiten Weltkrieg, als die Geistige Landesverteidigung wesentlich auch auf dem neuen Propagandamedium Radio beruhte. Radio Beromünster (aus dem das Schweizer Radio DRS hervorging) auf Mittelwelle 529 kHz (ab 1978 531 kHz) war in weiten Teilen Europas zu empfangen. Die Anlage verbreitete bis zum 28. Dezember 2008 um Mitternacht (MEZ) das Programm der DRS Musikwelle und wurde nach 77 Jahren am 31. Dezember 2008 um Mitternacht (MEZ) abgeschaltet und stillgelegt.[3][4]
| Bevölkerungsentwicklung Ortsteil Beromünster | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1798 | 939 |
| 1837 | 1'071 |
| 1860 | 1'198 |
| 1900 | 973 |
| 1930 | 1'190 |
| 1950 | 1'434 |
| 1960 | 1'443 |
| 1970 | 1'552 |
| 1980 | 1'836 |
| 1990 | 2'094 |
| 2000 | 2'358 |
| 2004 | 2'301 |
| Bevölkerungsentwicklung Ortsteil Schwarzenbach | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1850 | 189 |
| 1870 | 196 |
| 1888 | 169 |
| 1900 | 183 |
| 1920 | 179 |
| 1941 | 178 |
| 1960 | 182 |
| 1970 | 188 |
| 1980 | 204 |
| 1990 | 208 |
| 2000 | 233 |
| 2004 | 231 |
Die Bevölkerung von Beromünster wuchs von 1798 bis 1860 an (1798-1860: +27,6 %). Danach blieb sie mit Ausnahme des Jahres 1900 bis 1930 stabil. Danach wuchs sie bis ins Jahr 2000 (mit Ausnahme der 50er-Jahre) stark an (1930-2000: +98,2 %). Seither schwankt sie, geht tendenziell aber eher zurück (2000-2004: -2,4 %).
Die Bevölkerung von Schwarzenbach stieg zwar leicht zwischen 1850 und 1870 und sank dann bis 1888 auf ihr historisches Tief. Sie blieb ansonsten bis 1970 stets im Bereich zwischen 171 und 188 Personen. Bis ins Jahr 2000 gab es - mit Ausnahme der 1980er Jahre - ein starkes Wachstum (1970-2000: +23,9 %). Seither stagniert die Einwohnerzahl.
Die Bevölkerung spricht als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 ergab sich folgendes Bild:
Es gaben 90,1 % Deutsch, 4,6 % Albanisch und 2,1 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.
Es gaben 96,57 % Deutsch, 1,72 % Italienisch und 0,86 % Französisch als Hauptsprache an.
Früher waren alle Bewohner Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Landschaft wie folgt aus:
80,41 % römisch-katholische, 7,08 % evangelisch-reformierte und 1,91 % orthodoxe Christen. Daneben 5,47 % Muslime und 2,80 % Konfessionslose.
77,68 % römisch-katholische, 14,59 % evangelisch-reformierte und 1,72 % freikirchliche Christen. Daneben 3,86 % Konfessionslose und 1,29 % Muslime.
80,16 % römisch-katholische, 7,76 % evangelisch-reformierte und 1,74 % orthodoxe Christen. Daneben 5,09 % Muslime und 2,89 % Konfessionslose.
Ende 2006 waren von den 2'535 Einwohnern 2'198 Schweizer und 337 (13,3 %) Ausländer. Dabei betrug der Ausländeranteil im Ortsteil Beromünster 15,6 % und im Ortsteil Schwarzenbach 2,2 %. Bei der letzten Volkszählung war die Situation wie folgt:
Von den Einwohnern waren 82,01 % (einschliesslich Doppelbürger 84,33 %) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Serbien-Montenegro (sowohl Albaner wie Slawen), Italien, Kroatien und Portugal.
Von den Einwohnern waren 81,17 % (einschliesslich Doppelbürger 83,33 ) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Serbien-Montenegro (sowohl Albaner wie Slawen), Italien, Kroatien und Portugal.
Von den Einwohnern waren 90,56 % (einschliesslich Doppelbürger 94,42 %) Schweizer Staatsangehörige. Die wenigen Ausländer kommen aus Finnland, Italien, Deutschland, Serbien-Montenegro, Slowenien und Spanien.
Beromünster ist Sitz einer Kantonsschule, die in der Nachfolge der alten Stiftschule steht. Diese wird von knapp 400 Schülerinnen und Schülern besucht und rund 50 Lehrpersonen unterrichtet. Die Gemeinde verfügt auch über ein Primarschulhaus mit eigener Sekundarschule.
In den Jahren 1905/1906 wurde eine Bahn von Reinach AG nach Beromünster gebaut. Die später nach Beinwil am See AG verlängerte Linie wurde 1991 aufgehoben. Heute wird Beromünster durch drei Buslinien erschlossen: Beromünster-Beinwil am See (mit Anschluss an die Bahnlinie Luzern–Lenzburg), Luzern-Beromünster(–Rickenbach bzw. –Menziken) und Sursee–Schenkon–Beromünster (mit Anschluss in Sursee an die Bahnlinie Luzern–Olten).
Der Ort liegt an den Hauptstrassen Sursee–Reinach AG und Luzern–Aarau. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse sind Sursee in 10 km und Sempach in 12 km Entfernung – beide an der A2 .
Zwischen Sempacher- und Baldeggersee, näher bei Neudorf als bei Beromünster, befindet sich der kleine Flugplatz Luzern-Beromünster (ICAO-Code: LSZO) mit Graspiste, der von Motor- und Segelfliegern sowie Fallschirmspringern und Helikopterpiloten genutzt wird. Der Flugplatz befindet sich auf einer Höhe von 2146 ft (654 m ü. M.). Die Flugplatzkoordinaten47.1895968.204545486 sind 47° 11' 22" N / 8° 12' 16" E
Das im Jahr 1036 von den Grafen von Lenzburg[5] neu gegründete und heute noch bestehende Kollegiatstift besass bis 1798 weltliche und kirchliche Rechte in einer ausserordentlichen Dichte und galt als eine der reichsten geistlichen Herrschaften auf eidgenössischem Territorium. Einige Stichworte zu seinem kulturellen Reichtum: die 1226 erstmals erwähnte Schule, 1470 der erste datierte Schweizer Buchdruck und eine reiche Musikaliensammlung mit eigens für das Stift geschriebenen Werken vom Mittelalter bis zur Klassik.
Die Stadt Luzern übernahm 1415 das Reichslehen der Kast- oder Schirmvogtei und erwarb 1420 das herrschaftlich dazugehörige Gebiet, das so genannte Michelsamt. Die lokale Herrschaft wurde nur unvollständig in die Landesherrschaft eingebunden. Das Stift besass in diesem territorial fast geschlossenen Gebiet neben seiner dominanten Stellung als Grundherr auch das Niedergericht, also Twing und Bann. Über die inkorporierten Pfarreien war es gleichzeitig der alleinige Zehntherr. Als eigentliche "Herrschaft in der Herrschaft" übte der Propst in Beromünster neben polizeilichen und militärischen Funktionen auch die hohe Gerichtsbarkeit aus, in der Landvogtei Michelsamt teilte er diese Aufgabe und Einkünfte mit dem städtischen Landvogt.
Das Michelsamt war weder die grösste noch die einträglichste Luzerner Landvogtei. Dennoch war für die Luzerner Obrigkeit das Stift besonders wichtig: Einerseits war es wegen seiner exponierten Lage an der Grenze zum bernischen, nach der Reformation andersgläubigen Aargau ein wichtiger Vorposten des katholischen Staates. Zusätzlich spielte das Stift herrschaftspolitisch eine wichtige Rolle.
In diesem Michelsamt verkörperte der Propst die Herrschaft, denn Luzern war weit weg, und die städtischen Landvögte waren selten anwesend. Der Propst war für die Militärorganisation verantwortlich. Er setzte im Namen des Stifts die Pfarrer und – in den reformierten Gebieten – die Prädikanten ein. Über seine Grundherrschaft war das Stift der grösste Grund- und Waldbesitzer im Michelsamt, fast jeder im Flecken oder in den Dörfern erhielt Haus und Hof als Lehen aus der Hand des Propstes.
Die Stiftskirche St. Michael ist aus einem frühromanischen Bau hervorgegangen, dessen Proportionen trotz mehrerer Umbauten im Spätmittelalter und im Zeitalter des Barock immer noch erkennbar sind. Kirche und Stiftsbauten bilden ein barockes Gebäudeensemble.
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Ehemalige Gemeinden:
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Kulmerau |
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