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Bertha Maria von Marenholtz-Bülow (* 5. März 1810 in Küblingen bei Braunschweig; † 9. Januar 1893 in Dresden) war eine Frauenrechtlerin und bedeutende deutsche Kindergarten-Pädagogin sowie herausragende Persönlichkeit innerhalb der Fröbelbewegung. Durch sie wurde der Stifter des Kindergartens, Friedrich Fröbel, „zum international bekanntesten und anerkanntesten deutschen Pädagogen“.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Sie entstammte dem mecklenburgischen Uradelsgeschlecht derer von Bülow und war das fünfte von zwölf Kindern des Georg Freiherr von Bülow-Wendhausen, der in dritter Ehe mit Henriette Amalie Marie Gräfin von Wartensleben (geb. Gräfin von Wartensleben; gesch. Gräfin von Dackelmann) verheiratet war. Ihre Kindheit und Jugendzeit verlebte sie auf dem elterlichen Gut. Im Alter von 20 Jahren heiratete sie Wilhelm Reichsfreiherr von Marenholtz, dessen beide früheren Frauen, Sophie Henriette von Gustedt und Karoline Freiin von Hanstein, früh verstarben. Der Witwer brachte fünf Kinder im Alter zwischen zwei bis zehn Jahren in die Ehe. Am 14. Januar 1831 wurde dem Ehepaar, das in Hannover wohnte, ein Sohn geboren, der im Alter von 22 Jahren an Tuberkulose starb.
Da Bertha von Marenholtz-Bülow nicht glücklich verheiratet war, verließ sie 1847 die Familie, ohne sich formell scheiden zu lassen. Durch Bettina von Arnim und den großen Pädagogen Adolph Diesterweg wurde sie auf das Problem der Volkserziehung aufmerksam gemacht. Im Sommer 1849 lernte die Baronin bei einem Badeaufenthalt in Bad Liebenstein den Pädagogen Friedrich Wilhelm Fröbel kennen:
Die Baronin unternahm ausgedehnte Vortragsreisen durch Deutschland, aber auch ins Ausland, wo sie für die Pädagogik Friedrich Fröbels und seine Idee des Kindergartens warb. Sie war u.a. in London, Paris, Zürich, Brüssel, Gent, Antwerpen, Mulhouse, Lausanne, Genf, Neuchâtel, Florenz, Rom und Neapel.
In Deutschland wirkte die Adelige insbesondere in Berlin und Dresden. Als am 23. August 1851 die Kindergärten in Preußen verboten wurden, kämpfte sie für den Erhalt der pädagogischen Einrichtungen. Schließlich 1860 konnte mit ihrer Unterstützung das unsinnige Verbot aufgehoben werden. Sie gründete Volkskindergärten (die erste Einrichtung dieser Art wurde 1861 in Berlin ins Leben gerufen und von Ida Seele geleitet), ein Kindergärtnerinnenseminar sowie Fröbelvereine. 1872 kam es in Dresden zur Gründung des Allgemeinen Erziehungsvereins. Ferner gab Bertha von Marenholtz-Bülow von 1861 bis 1863 und von 1873 bis 1890 die Zeitschrift Die Erziehung der Gegenwart heraus. Ihre letzte große Reise unternahm sie 1872 nach Kufstein. Dort besuchte sie die Kinderbewahranstalt des Dekan Matthäus Hörfarter. Auf dem Frankfurter Philosophenkongress im Oktober 1889 hielt sie drei hoch beachtete Vorträge zu folgenden Themen: Das früheste Kindesalter und die Wissenschaft der Mutter, Die Umgestaltung der Volkserziehung und Fröbels Gesetz der Arbeit sowie Die Einwirkung der Fröbelschen Methode auf der Erziehung der reiferen Jugend und die höheren Lehranstalten.
Was den Kindergarten betraf, forderte sie, im Gegensatz zu Friedrich Fröbel, eine strenge Trennung zwischen den Kindern des Proletariats und des Bürgertums in so genannte Volks- und Familienkindergärten. Mit der Errichtung von „Volkskindergärten“ reagierte die Baronin auf die „mit der zunehmenden Proletarisierung der Arbeiterschicht einhergehende Verwahrlosung der Arbeiterklasse“.[3] Diese „Zweiteilung“ führte letztlich zur Erstarrung der Fröbelschen Spielkonzeption und zurück zur Kinderbewahranstalt.
Die Baronin hatte sich als „Erbin“ Friedrich Fröbels, als die Vertreterin seiner Pädagogik betrachtet, welche nur von ihr am angemessensten rezipiert werden könne. Doch der Pädagoge war anscheinend von ihrem Wirken nicht sehr überzeugt und schenkte ihr keineswegs die Beachtung, die sie sich selbst immer wieder zuschrieb. In einem Brief an seine ehemalige Schülerin und spätere zweite Frau, Louise Levin, schrieb Fröbel: „Die Marenholtz ist mit all ihren Gärtnerinnen doch eine Verführerin, aus ihren Bestrebungen ist nicht ein einziger Kindergarten hervorgegangen.“[5]
Trotz Kritik des „Meisters“ gilt Bertha von Marenholtz-Bülow als „entschiedene Vertretern des Fröbelschen Kindergartens. Ihr verdankt die Kindergartenpädagogik Fröbels die internationale Verbreitung […] Durch eine rege Vortragstätigkeit […] verhalf sie den pädagogischen Gedanken Fröbels gemäß ihrer Interpretation zum internationalen Durchbruch.“[6]
Nach einem Schlaganfall hinfällig geworden, starb die Baronin im Alter von 82 Jahren in Dresden. Ihr Grab befindet sich auf dem Alten Annenfriedhof.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Marenholtz-Bülow, Bertha von |
| ALTERNATIVNAMEN | Marenholtz-Bülow, Bertha Maria von (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Kindergarten-Pädagogin |
| GEBURTSDATUM | 5. März 1810 |
| GEBURTSORT | Küblingen bei Braunschweig |
| STERBEDATUM | 9. Januar 1893 |
| STERBEORT | Dresden |