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Bertrand Russell

Bertrand Arthur William Russell, 3. Earl Russell (* 18. Mai 1872 bei Trellech, Monmouthshire, Wales; † 2. Februar 1970 in Penrhyndeudraeth, Gwynedd, Wales), war ein britischer Philosoph, Mathematiker und Logiker. Zusammen mit Alfred N. Whitehead veröffentlichte er mit den Principia Mathematica eines der bedeutendsten Werke des 20. Jahrhunderts ĂŒber die Grundlagen der Mathematik. Er gilt als einer der VĂ€ter der Analytischen Philosophie. Als weltweit bekannter Aktivist fĂŒr Frieden und AbrĂŒstung war er eine Leitfigur des Pazifismus, auch wenn er selbst kein strikter Pazifist war. Bertrand Russell unterrichtete unter anderem am Trinity College der UniversitĂ€t Cambridge, der London School of Economics, in Harvard und Peking und war Mitglied der Cambridge Apostles. Der Liberale und Rationalist, der eine Vielzahl von Werken zu philosophischen, mathematischen und gesellschaftlichen Themen verfasste, erhielt 1950 den Nobelpreis fĂŒr Literatur.

Bertrand Russell, 1970

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kindheit und Jugend

Bertrand Russells Vater John Russell, Viscount Amberley

Bertrand Russell wurde am 18. Mai 1872 in eine Familie der englischen Aristokratie geboren. Sein Großvater John Russell, dem 1861 der Titel Earl Russell verliehen wurde, war britischer Premierminister. Bertrand Russells Vater, John Russell, Viscount Amberley, starb, als Bertrand drei Jahre alt war. Die ebenfalls aus einer Adelsfamilie stammende Mutter Katherine Louisa Stanley starb noch frĂŒher, 18 Monate vor ihrem Mann, an Diphtherie, ebenso wie Bertrands Schwester Rachel Lucretia Russell. Die ganze Familie Russell gehörte den liberalen Whigs an, Bertrand Russells Eltern waren aber selbst fĂŒr dieses Umfeld radikal in ihrer Haltung. So hatten sie einen atheistischen Hauslehrer eingestellt, um ihre Kinder vor dem Einfluss der als Übel angesehenen Religion zu bewahren. Russell hatte einen Ă€lteren Bruder, Frank Russell, der den Titel Earl 1878 von seinem Großvater erbte; nach dem Tod des Bruders fiel der Titel 1931 an Bertrand. John Stuart Mill, ein Freund seines Vaters, war – in einem nicht-religiösen Sinn[1] â€“ Bertrand Russells Pate.

Nach dem Tod der Eltern wurde Bertrand Russell mit seinem Bruder von den viktorianischen Großeltern aufgenommen und wuchs auf deren Anwesen Pembroke Lodge, Richmond Park auf. Sein Großvater starb 1878, und so wurde Russell hauptsĂ€chlich von seiner Großmutter erzogen, einer religiösen Frau, die jedoch fortschrittliche Ansichten in Bezug auf Wissenschaft und soziale Gerechtigkeit hatte und hiermit einen deutlichen Einfluss auf ihn ausĂŒbte.

Bertrand Russell verbrachte eine einsame Jugend. Zu den prĂ€genden Ereignissen zĂ€hlte er ausgedehnte SpaziergĂ€nge im Richmond Park, wo er einen großen Teil seiner Zeit verbrachte. Er wurde von Privatlehrern unterrichtet und beschĂ€ftigte sich mit Literatur und Mathematik. In seiner Autobiografie schrieb er, dass er damals unglĂŒcklich gewesen sei und mitunter an Selbstmord gedacht habe. Davon habe ihn jedoch der Gedanke an seine Familie und die Absicht, etwas zur Mathematik beizutragen, abgehalten.[2]

Studienjahre in Cambridge

Bertrand Russell 1893 als Student

Russell erhielt ein Stipendium der UniversitĂ€t Cambridge, der Alma Mater seines Vaters, und studierte dort von 1890 bis 1894 Mathematik. Hier fand er einen Kreis von Freunden und GesprĂ€chspartnern, zu dem unter anderem George Edward Moore, Alfred North Whitehead und John Maynard Keynes gehörten. Auf Empfehlung Whiteheads wurde er Mitglied des konspirativen Debattierklubs der Cambridge Apostles. Mit der akademischen Lehre der Mathematik („von den Vorlesungen hatte ich ĂŒberhaupt nichts“[3]) und Philosophie („Den grĂ¶ĂŸten Teil dessen, was ich dort an Philosophie lernte, erkannte ich nach und nach als falsch“[4]) war er dagegen unzufrieden. SpĂ€ter erhielt er ein Fellowship, das ihm ermöglichte, von 1895 bis 1901 ohne Lehrverpflichtungen forschen zu können.

WĂ€hrend seiner Studienjahre traf Russell Alys Pearsall Smith, die Tochter einer amerikanischen QuĂ€kerfamilie. Sie verliebten sich und heirateten im Dezember 1894 – gegen den Willen von Russells Familie. Zuvor hatte die Familie ihm einen Posten in der britischen Botschaft in Paris vermittelt, auch um ihn von seiner Verlobten zu trennen. Doch Russell war in Paris nicht glĂŒcklich und entschied sich – obwohl ihn schließlich auch die weltgewandte Alys zu einer Botschafterkarriere drĂ€ngte â€“ fĂŒr die theoretische Arbeit als Mathematiker, Philosoph und Schriftsteller.

Der Weg zu den Principia Mathematica

Bertrand Russell, 1907

Auf einem mathematischen Kongress lernte Russell 1900 den italienischen Logiker Giuseppe Peano und dessen Werk kennen. Russell eignete sich Peanos Methoden an, erweiterte sie und legte so den Grundstein fĂŒr die Principia Mathematica, den Versuch, die gesamte Mathematik auf einen begrenzten Satz von Axiomen und Schlussregeln zurĂŒckzufĂŒhren. Die Arbeit an diesem monumentalen Werk dauerte von 1902 bis 1913, als der dritte und letzte Band erschien. Russell verfasste die Principia Mathematica zusammen mit Whitehead, der zeitweise samt Familie in Russells Haus wohnte.

1911 traf Russell erstmals den aus Wien stammenden Philosophen Ludwig Wittgenstein, der ein Studium in Cambridge aufgenommen hatte und freundete sich mit ihm an.

Die Ehe Russells scheiterte nach seiner Darstellung schon 1902. Das Ehepaar lebte in der Folge getrennt voneinander. Russell fĂŒrchtete berufliche Nachteile und ließ sich daher erst 1921 scheiden, als seine spĂ€tere zweite Frau schwanger wurde. Er hatte wĂ€hrend dieser Zeit mehrere AffĂ€ren, unter anderem mit Lady Ottoline Morrell, mit der er bis zu ihrem Lebensende in Freundschaft verblieb, wie zahlreiche Briefe bezeugen.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts war Russell politisch tĂ€tig. Er setzte sich fĂŒr das Frauenwahlrecht ein und kandidierte bei einer Nachwahl im Jahr 1907 – wenn auch erfolglos â€“ fĂŒr das House of Commons.

Erster Weltkrieg

Ein einschneidendes Ereignis in Russells Leben war der Erste Weltkrieg. Ab 1914 stellte Russell seine mathematische Forschung zurĂŒck und begann, sich als Aktivist und Autor fĂŒr Frieden und Kriegsdienstverweigerung einzusetzen. Dass er wegen eines Flugblatts zu einer Geldstrafe verurteilt worden war, nahm die UniversitĂ€t Cambridge zum Anlass, ihm die Professur zu entziehen. Er wurde spĂ€ter zu einer sechsmonatigen GefĂ€ngnisstrafe verurteilt, weil er in einer Antikriegsdienst-Zeitschrift die Möglichkeit erwogen hatte, dass US-amerikanische Soldaten in England als Streikbrecher eingesetzt werden könnten. Allerdings wurde Russell ermöglicht, im GefĂ€ngnis zu lesen und zu schreiben, und so verfasste er wĂ€hrend seiner Haft mehrere BĂŒcher. Russell störte seine Inhaftierung kaum, weil er so seine „Selbstachtung“ behielt und Gelegenheit bekam, â€žĂŒber Dinge nach[zu]denken, die weniger schmerzlich waren als die allgemeine Zerstörung.“[5]

Zwischen den Kriegen: Reisen und zweite Ehe

Nach dem Ersten Weltkrieg unternahm Russell mehrere Reisen. 1920 besuchte er mit einer Delegation der Labour Party die Sowjetunion und hatte unter anderem die Möglichkeit zu einem GesprĂ€ch mit Lenin, welcher ihn stark enttĂ€uschte. Russell kehrte desillusioniert zurĂŒck und Ă€ußerte sich Ă€ußerst negativ ĂŒber den russischen Sozialismus. So schrieb er in einem Brief: „Bis zum einfachsten Bauern herunter sind sie ein Volk von KĂŒnstlern; die Bolschewiken haben sich zum Ziel gesetzt, sie so weit wie möglich zu industrialisieren und zu Yankees zu machen.“[6] Russell, der zuvor mit dem Sozialismus sympathisiert hatte, war fortan ein ausgesprochener Gegner des sowjetischen Kommunismus bzw. des sowjetischen Staatskapitalismus.

1920 und 1921 unternahm Russell eine Reise nach China und Japan. Die UniversitĂ€t Peking hatte ihm, der in Cambridge entlassen worden war, eine Gastprofessur angeboten. Russell, den viele Aspekte der chinesischen Kultur tief beeindruckten, fasste die Erlebnisse seiner Reisen in mehreren BĂŒchern zusammen.

Begleitet wurde Russell auf seiner Asienreise von seiner damaligen Geliebten Dora Black. Sie pflegte ihn gesund, als er in China aufgrund einer LungenentzĂŒndung dem Tode nah war. Bei der gemeinsamen RĂŒckkehr nach England war Dora schwanger, woraufhin sich Bertrand Russell 1921 von seiner Frau Alys Pearsall Smith scheiden ließ und kurz darauf Dora Black heiratete.

Gemeinsam grĂŒndeten sie fĂŒr ihre Kinder Kate und John Russell 1927 die libertĂ€re experimentelle Beacon Hill School. WĂ€hrend dieser Jahre arbeitete Russell ĂŒberwiegend als Schriftsteller und verfasste BĂŒcher zu philosophischen und pĂ€dagogischen Themen, aber auch populĂ€rwissenschaftliche Abhandlungen ĂŒber zeitgenössische physikalische Theorien wie Quantenphysik und RelativitĂ€tstheorie.

Auch Russells Ehe mit Dora Black scheiterte schließlich, und 1936 heiratete Russell – bereits 64-jĂ€hrig â€“ Patricia Helen Spence („Peter“ genannt). Mit ihr hatte er einen Sohn, Conrad Russell. Die Familie zog in die USA, wo Russell zunĂ€chst an den UniversitĂ€ten von Chicago und Los Angeles lehrte.

Zweiter Weltkrieg, Lehrverbot und Rehabilitation

1939 verließ Russell Los Angeles, um am City College of New York eine Stelle als Dozent anzunehmen. Obwohl er in New York bereits zum Professor ernannt worden war, wurde die New Yorker UniversitĂ€t 1940 dazu gezwungen, ihre Ernennung zurĂŒckzuziehen. Grund hierfĂŒr waren Proteste von fundamentalistischen Christen und Politikern, die der Ansicht waren, Russell wĂŒrde sich in seinen Schriften gegen Religion und fĂŒr die Unmoral aussprechen und sei deshalb ungeeignet fĂŒr die Aufgabe, Logik und die Grundlagen der Mathematik zu lehren. Besonders kritisierten diese Kreise Russells Buch Ehe und Moral.

Studenten, Mitglieder der FakultĂ€t und mehrere Intellektuelle (darunter John Dewey und Albert Einstein) protestierten gegen diese Einmischung in die Freiheit der Lehre. Es kam zu einem Prozess gegen die UniversitĂ€t, den die Mutter einer Studentin angestrengt hatte. Das umstrittene Urteil untersagte der UniversitĂ€t eine Berufung Russells, weil dieser die Moral der Studenten gefĂ€hrde, Ehebruch und das „Verbrechen der HomosexualitĂ€t“ befĂŒrworte.[7]

Dies brachte Bertrand Russell, der – wie er in seiner Autobiografie schrieb – zeitweise den Eindruck hatte, nicht mehr öffentlich auftreten zu können, ohne einen „katholischen Lynchmob“ hervorzurufen[8], in eine finanziell schwierige Situation, da er fĂŒr die Ausbildung seiner Kinder aufkommen musste. Ihm half in dieser Zeit Albert C. Barnes, der ihm eine Stelle als Dozent bei der Barnes Foundation gab. Allerdings ĂŒberwarf sich Russell schon bald mit dem als exzentrisch geltenden Barnes, der die QualitĂ€t seiner Vorlesungen bemĂ€ngelte und ihn deshalb vorzeitig aus seinem FĂŒnfjahresvertrag entließ. Barnes unterlag spĂ€ter vor Gericht und musste Nachzahlungen leisten. Die kritisierten Vorlesungen dienten als Grundlage fĂŒr einen Großteil des 1945 veröffentlichten Werkes History of Western Philosophy (Philosophie des Abendlandes), das sehr erfolgreich war und fĂŒr viele Jahre Russell finanziell absicherte.

Anders als im Ersten Weltkrieg nahm Russell im Zweiten Weltkrieg keine pazifistische Position ein. Kurz nach Kriegsende sprach er sich fĂŒr einen PrĂ€ventivkrieg gegen die Sowjetunion aus, welche noch nicht ĂŒber Atomwaffen verfĂŒgte. Damit wollte er einen die Menschheit vernichtenden Atomkrieg verhindern. (siehe Politisches und gesellschaftliches Engagement).

1944 kehrte Russell zurĂŒck nach England, um wieder am Trinity College in Cambridge zu lehren. In den folgenden Jahren arbeitete er zudem fĂŒr die BBC an RundfunkĂŒbertragungen.

1949 erhielt Russell den Order of Merit, und 1950 wurde ihm der Nobelpreis fĂŒr Literatur verliehen, insbesondere fĂŒr Ehe und Moral, fĂŒr das er wenige Jahre zuvor stark kritisiert worden war.

Letzter Lebensabschnitt

Nachdem auch Russells Ehe mit Patricia Helen Spence mit einer Scheidung geendet hatte, ging er 1952 eine vierte Ehe mit Edith Finch ein, die bis an sein Lebensende hielt.

Der mit 78 Jahren weltweit bekannte und vielfach ausgezeichnete Russell zog sich nach 1950 nicht aus der Öffentlichkeit zurĂŒck. Ihn bewegte vor allem ein möglicher Dritter Weltkrieg als eine große Gefahr fĂŒr die Menschheit. So war er die treibende Kraft des Russell-Einstein-Manifests und engagierte sich in verschiedenen politischen Krisen des Kalten Krieges als Vermittler zwischen den Staatschefs. Er war zeitweise PrĂ€sident der Campaign for Nuclear Disarmament. Mit anderen Mitgliedern der Organisation wurde er 1961 angeklagt, zum Widerstand gegen die Staatsgewalt aufgerufen zu haben und – mit 89 Jahren â€“ zu einer zweimonatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Diese Strafe wurde „auf Grund Ă€rztliche[r] Atteste auf eine Woche herab“[9] gesetzt.

1963 grĂŒndete er die Bertrand Russell Peace Foundation. Im Russell-Tribunal untersuchte er US-amerikanische Kriegsverbrechen in Vietnam.

Hochbetagt schrieb er seine Autobiografie, die von 1967 bis 1969 in drei BĂ€nden erschien.

Am 2. Februar 1970 starb Bertrand Russell mit 97 Jahren in Penrhyndeudraeth (Wales) an Influenza.

Werk

Bertrand Russells Werk lĂ€sst sich grob in drei Themen aufteilen, auf die er – trotz vieler Überschneidungen â€“ in verschiedenen Phasen seines Lebens den Schwerpunkt seiner Arbeit legte. WĂ€hrend er in der ersten HĂ€lfte seines Lebens hauptsĂ€chlich an den Grundlagen der Mathematik arbeitete, wandte er sich nach Fertigstellung der Principia Mathematica verstĂ€rkt philosophischen Fragen zu. Im letzten Drittel seines Lebens spielte sein politisches Engagement die Hauptrolle.

Mathematik und Analytische Philosophie

Bei seiner Arbeit auf dem Gebiet der mathematischen Logik stĂŒtzte sich Russell unter anderem auf Gottfried Wilhelm Leibniz, Giuseppe Peano und Gottlob Frege. Sein erstes mathematisches Werk, An Essay on the Foundations of Geometry, war durch Immanuel Kants Auffassung von Zeit und Raum beeinflusst, die zu jener Zeit weitgehend akzeptiert war. SpĂ€ter distanzierte sich Russell von diesem Werk, das viel mehr Lob bekommen habe als verdient gewesen sei[10], und auch von Kant, dessen Philosophie er fĂŒr unvereinbar mit dem Raumzeitbegriff der RelativitĂ€tstheorie hielt.

Russellsche Antinomie und Typentheorie

In Bezug auf die Mengenlehre wurde Russell durch das nach ihm benannte Paradoxon (Russellsche Antinomie) berĂŒhmt. Dieses Paradoxon tritt auf, wenn man die Menge aller Mengen betrachtet, die sich nicht selbst als Element enthalten. Diese Menge enthĂ€lt sich genau dann selbst, wenn sie sich nicht selbst enthĂ€lt, was ein Widerspruch ist, der zur Folge hat, dass die Menge aller sich selbst nicht enthaltenden Mengen nicht existieren kann. Eine populĂ€re Version dieses Paradoxons ist unter dem Namen Barbier-Paradoxon bekannt.

Mit dieser Entdeckung war Gottlob Freges Grundannahme, jedem Begriff entspreche eine Menge als Begriffsumfang, widerlegt, weil es zu dem Begriff sich selbst nicht enthaltende Menge keine entsprechende Menge gibt. Das bedeutete das Ende der naiven Mengenlehre. Um die von ihm entdeckte Antinomie zu beheben, entwickelte Russell die Typentheorie, die in einer ersten Version in Principles of Mathematics (1903) veröffentlicht wurde und die er in seinem Werk Principia Mathematica (1910-1913) weiterentwickelte. Seine Typentheorie hat sich in der Mengenlehre nicht dauerhaft durchgesetzt, da sich die Zermelo-Fraenkel-Mengenlehre als leistungsfÀhiger erwies.

Principia Mathematica

Zusammen mit Alfred North Whitehead schrieb Russell mit Principia Mathematica eines der wichtigsten Werke mathematischer Grundlagenforschung nach den ErschĂŒtterungen der Mathematik Anfang des 20. Jahrhunderts. Ziel war es, alle mathematischen Wahrheiten aus einem Satz von Axiomen und Schlussregeln zu konstruieren. Russells Schwerpunkt lag auf philosophischen, Whiteheads auf mathematischen Problemen. Ein angekĂŒndigter vierter Band ĂŒber die Grundlagen der Geometrie wurde nicht vollendet.

Nach dem im GefĂ€ngnis verfassten Buch Introduction to Mathematical Philosophy (1919), in dem er hauptsĂ€chlich frĂŒhere Arbeiten und deren philosophische Bedeutung erklĂ€rt, wandte sich Russell von Problemen der Mathematik und Logik ab.

Analytische Philosophie

Bertrand Russell gilt zusammen mit George Edward Moore als einer der BegrĂŒnder der Analytischen Philosophie. Sein erster bedeutender Beitrag zur Sprachphilosophie war die Kennzeichnungstheorie, die er 1905 im Essay On Denoting vorstellte. Darin vertrat er eine Philosophie der idealen Sprache und beeinflusste den Logischen Positivismus.

Ein weiterer Beitrag Russells ist die Entwicklung in Richtung des Logischen Atomismus innerhalb der Analytischen Philosophie. Seine Hauptaussage ist, dass es eine grundlegende Sprache gebe, auf die gewöhnliche Gesetze zurĂŒckgefĂŒhrt werden könnten und die aus atomischen, nicht weiter reduzierbaren logischen Fakten bestehe. Sein Aufsatz The Philosophy of Logical Atomism (1918/1919) sowie der Tractatus Logico-Philosophicus Ludwig Wittgensteins, mit dem Russell befreundet war, sind grundlegende Werke jenes logischen Atomismus.

Ludwig Wittgenstein war zunĂ€chst Russells SchĂŒler in Cambridge gewesen, spĂ€ter wurde er zu seinem GesprĂ€chspartner und Freund. Russell erkannte die außergewöhnliche Begabung Wittgensteins rasch und motivierte ihn in Phasen des Zweifelns, seine Arbeit weiterzutreiben[11].

Religion und Ethik

Zwar hatte Russell mehrere BĂŒcher ĂŒber Ethik und Moral veröffentlicht, erkannte aber Ethik nicht als Gebiet der Philosophie im eigentlichen Sinne an, da ihre Erkenntnisse nicht als Wissen bezeichnet werden könnten.[12] In jungen Jahren durch George Edward Moores Principia Ethica beeinflusst, wonach ethische Fakten objektiv sein können, war er spĂ€ter eher ein AnhĂ€nger David Humes subjektiverer Ethik und vertrat die Ansicht, dass Ethik sich von den „Leidenschaften“ ableite. Es gebe keine zuverlĂ€ssige Methode, von Leidenschaften zu Erkenntnis zu gelangen.[13] Er schĂ€tzte sein Leben lang das methodische Vorgehen der modernen Wissenschaften als zuverlĂ€ssige Quelle fĂŒr Erkenntnis. Russell Ă€nderte verschiedentlich seine Meinung. So gab er angesichts des Zweiten Weltkrieges seinen rigorosen Pazifismus auf. Das erste der 1951 in der New York Times veröffentlichten Zehn Gebote eines Liberalen[14] lautete: „FĂŒhle Dich keiner Sache völlig gewiss.“

Obwohl Russell anfĂ€nglich von seiner glĂ€ubigen Großmutter erzogen wurde, fĂŒhlte er sich nie als Christ. Er glaubte aber in seiner Jugendzeit – in einer Phase, als er sich zu Georg Wilhelm Friedrich Hegels Philosophie hingezogen fĂŒhlte â€“ an die Existenz Gottes. Dies Ă€nderte sich, unter anderem durch den Einfluss der Philosophie John Stuart Mills, und bald wurde Russell in der Öffentlichkeit als Agnostiker oder auch Atheist bezeichnet. Er selbst betrachtete sich als Skeptiker und stellte klar, er sei Agnostiker in dem Sinne, dass man die Nichtexistenz irgendeines Dinges – also auch eines „Gottes“ oder etwa der homerischen Götter â€“ nicht beweisen könne.[15] Es sei allerdings die Aufgabe einer Religion, ihrerseits zu beweisen, dass Gott existiere (vgl. dazu seine bekannte Analogie „Russells Teekanne“).

Seine Ansichten ĂŒber Religion hat er in dem Essay Warum ich kein Christ bin (1927; erw. 1957) zusammengefasst. Religion, insbesondere das Christentum, hielt Russell fĂŒr ein Übel, eine „Krankheit, die aus Angst entstanden ist“.[16] Er kritisierte auch in weiteren Texten die Christliche Ethik, insbesondere die Sexualethik scharf, die er als „Vergewaltigung der menschlichen Natur“[17] bezeichnete.

Mit achtzig Jahren machte Russell jedoch noch eine Erfahrung, die ihn zu einer sehr ĂŒberraschenden Selbsterkenntnis fĂŒhrte: AnlĂ€sslich eines Griechenland-Besuchs empfand er unzweideutig, dass er sich in einer alten christlichen Kirche „weit mehr zu Hause“ fĂŒhlte als in GebĂ€uden der „heidnischen Antike“. Dabei wurde ihm „klar, dass christliches LebensgefĂŒhl (Christian outlook) weit mehr Einfluss auf mich besaß, als ich geglaubt hatte.“ Den wesentlichen Unterschied zwischen antiker und christlicher Welt sah Russell im „Fehlen jeglichen SĂŒndenbegriffs“ bei den alten Griechen. Er schrieb: „Ich bemerkte nunmehr ĂŒberrascht, dass dieser Begriff auch meine GefĂŒhle beherrschte.“ Einen Einfluss auf seine Anschauungen (beliefs) verneinte er jedoch.[18]

Politisches und gesellschaftliches Engagement

Wahlplakat Bertrand Russells bei seiner Kampagne fĂŒr das Frauenwahlrecht (1907)

Schon in frĂŒhen Jahren befasste sich Russell mit gesellschaftlichen Themen. So schrieb er sein erstes Buch nicht etwa ĂŒber ein mathematisches Thema, sondern ĂŒber die zu der Zeit revolutionĂ€re deutsche Sozialdemokratie (1896) nach einer Berlin-Reise, auf der er unter anderem mit August Bebel und Karl Liebknecht zusammengetroffen war. Im Verlauf seines Lebens veröffentlichte er noch viele gesellschaftskritische und philosophische Studien; schließlich wurde ihm „als eine Anerkennung fĂŒr seine vielseitige und bedeutungsvolle Verfasserschaft, worin er als VorkĂ€mpfer der HumanitĂ€t und Gedankenfreiheit hervortritt“, 1950 der Nobelpreis fĂŒr Literatur verliehen.

Russell beließ es nicht bei der Theorie. Er setzte sich im frĂŒhen 20. Jahrhundert fĂŒr das Frauenwahlrecht und fĂŒr soziale Gerechtigkeit ein. In Proposed Roads to Freedom: Socialism, Anarchism and Syndicalism (1919) sprach er sich fĂŒr eine moderate Form des Syndikalismus, den englischen Gildensozialismus, aus.[19]

Als Pazifist und Friedensaktivist war Russell seit dem Ersten Weltkrieg bekannt. Ein Pazifist, der Gewalt grundsĂ€tzlich ablehnte, war Russell, der jeder Ideologie gegenĂŒber kritisch eingestellt war, jedoch nicht. Er engagierte sich aber in pazifistischen Organisationen, schrieb einen offenen Brief an den amerikanischen PrĂ€sidenten Woodrow Wilson und setzte sich spĂ€ter fĂŒr eine Organisation zur UnterstĂŒtzung von Kriegsdienstverweigerern ein. Wegen eines Artikels fĂŒr eine Zeitschrift dieser Organisation verbĂŒĂŸte er eine Haftstrafe von sechs Monaten. Seine Anstellung am Trinity College hatte er aufgrund seiner politischen AktivitĂ€t schon vorher verloren.

Nach dem Ersten Krieg kandidierte er bei Wahlen 1922 und 1923 fĂŒr die Labour Party, blieb aber erfolglos. Seine gesellschaftliche AktivitĂ€t konzentrierte sich bald auf die 1927 mit seiner damaligen Frau Dora Russell gegrĂŒndete libertĂ€ren Internatsschule Beacon Hill School, ein Projekt, das der Unzufriedenheit der Russells mit allen damaligen Schulmodellen entsprang. Bertrand Russell sah das in der Öffentlichkeit viel beachtete Experiment der neuen Schule, die nach der Trennung von seiner Frau alleine weitergefĂŒhrt wurde, im RĂŒckblick kritisch und konstatierte, dass die Freiheit der Kinder in der Schule geringer war, als es vorgegeben wurde.[20]

Bertrand Russell hatte sich 1935 in Which Way to Peace (ein Buch, dessen Wiederauflage er bis an sein Lebensende untersagte) noch fĂŒr eine Appeasement-Politik gegenĂŒber Nazideutschland ausgesprochen. Von dieser Position rĂŒckte er 1940 ab, weil er einsah, dass Adolf Hitler besiegt werden musste („Ich stelle fest, dass ich in diesem Krieg meine pazifistische Einstellung nicht beibehalten kann“.[21]).

Er gehörte mit Victor Gollancz, George Bell und anderen zu den Unterzeichnern eines am 12. September 1945 in mehreren Londoner Tageszeitungen erschienenen Aufrufs gegen die Vertreibung von Deutschen aus Ostmitteleuropa.

Ein wichtiges Ereignis fĂŒr Russell, das sein weiteres Leben bestimmen sollte, war der Abwurf der ersten Atombombe 1945. Russell sah die gesamte Menschheit bedroht, wenn die kommunistische Sowjetunion ebenfalls ĂŒber die entsprechende Technologie verfĂŒgen wĂŒrde. Er sagte voraus, dass die Atombomben billiger werden und dass es in nicht allzuferner Zukunft eine Wasserstoffbombe geben wĂŒrde. Seiner Meinung nach (und nach der einer Reihe weiterer westlicher Intellektueller jener Zeit) war es notwendig, eine Weltregierung unter FĂŒhrung der USA zu bilden.[22][23]

In mehreren Artikeln – unter anderem in der Abhandlung Humanity's Last Chance, die im Oktober 1945 von der Zeitschrift Cavalcade veröffentlicht wurde – schlug er vor, mit Hilfe der Atombombe einen PrĂ€ventivkrieg gegen die Sowjetunion innerhalb der nĂ€chsten zwei Jahre zu fĂŒhren, um diese zu zwingen, eine Weltregierung unter US-amerikanischer FĂŒhrung zu akzeptieren.[24] Als 1949 die ersten sowjetischen Atombombentests erfolgten, Ă€nderte Russell seine Einstellung. Nun sah Russell die einzige Chance zum Überleben der Menschheit darin, einen Dritten Weltkrieg zu verhindern, und widmete diesem Ziel einen Großteil seiner Zeit.

1955 verfasste Russell mit Albert Einstein und anderen namhaften Wissenschaftlern das Russell-Einstein-Manifest, in dem an die Verantwortung von Wissenschaft und Forschung appelliert wurde. Hierauf basierten 1957 die Pugwash Conferences on Science and World Affairs, wo renommierte Wissenschaftler Fragen der atomaren Bedrohung und VorschlÀge zur globalen Sicherheit debattieren.

Als PrĂ€sident der 1958 gegrĂŒndeten Campaign for Nuclear Disarmament engagierte er sich in vielen Interviews, Schriften und VortrĂ€gen fĂŒr den Frieden. Er versuchte in Briefwechseln, die PrĂ€sidenten Dwight D. Eisenhower und Nikita Sergejewitsch Chruschtschow zur Kooperation und zur AbrĂŒstung zu bewegen.

1962 griff Russell durch Telegramme an John F. Kennedy, Chruschtschow, den UN-GeneralsekretĂ€r Sithu U Thant und den britischen Premier Harold Macmillan in die Kubakrise ein, als die Welt am Rand eines Atomkrieges stand. Chruschtschow schrieb Russell eine lange Antwort, die von der sowjetischen Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht wurde und eigentlich an Kennedy und die westliche Welt gerichtet war. Chruschtschow lenkte schließlich ein, wodurch ein Atomkrieg abgewendet wurde.[25]

1962 forderte Russell in einem Telegramm an Chruschtschow, das auch von François Mauriac und Martin Buber unterzeichnet wurde, die Wiederherstellung sĂ€mtlicher BĂŒrgerrechte fĂŒr sowjetische Juden. Russells privater Briefwechsel mit Chruschtschow zu diesem Thema wurde im Februar 1963 in der britischen und der sowjetischen Presse sowie von Radio Moskau veröffentlicht.

Überdies grĂŒndete Russell 1963 die Bertrand Russell Peace Foundation, die auch nach seinem Tod den Einsatz fĂŒr Frieden und Menschenrechte gewĂ€hrleisten sollte. Er gehörte zur Opposition gegen den Vietnamkrieg und untersuchte noch im hohen Alter im Rahmen der Russell-Tribunale seit 1966 unter anderem mit Jean Paul Sartre Kriegsverbrechen der USA in Vietnam.

Auszeichnungen

1908 wurde Russell als Mitglied („Fellow“) in die Royal Society aufgenommen, die ihm 1934 die Sylvester-Medaille verlieh.[26] Weitere Auszeichnungen:

AusgewÀhlte Schriften

Bertrand Russell hat in seinem Leben eine große Anzahl von BĂŒchern, Essays, Pamphleten und Briefen veröffentlicht, die hier nicht komplett wiedergegeben werden kann. FĂŒr eine detaillierte Bibliographie siehe Literatur.

  • 1896: German Social Democracy. London (dt: Die deutsche Sozialdemokratie. Dietz, Bonn/Berlin 1978 ISBN 3-8012-1115-0)
  • 1896: The Logic of Geometry. Mind 5, S. 1 - 23.
  • 1896: The A Priori in Geometry. Proceedings of the Aristotelian Society 2, S. 97 - 112.
  • 1897: An Essay on the Foundations of Geometry. University Press, Cambridge.
  • 1890: Sur les Axiomes de la GĂ©omĂ©trie. Revue de MĂ©taphysique et de Morale 7, S. 684 - 707.
  • 1900: A Critical Exposition of the Philosophy of Leibniz. University Press, Cambridge.
  • 1902: Geometry, Non-Euclidean"". Encyclopedia Britannica 28, S. 664 - 674.
  • 1903: The Principles of Mathematics. University Press, Cambridge.
  • 1905: On Denoting. In: Mind Nr. 14 ISSN: 00264425
  • 1908: Mathematical logic as based on the theory of types, in: American Journal of Mathematics 30 (1908), Seite 222-262
  • 1910–1913 Principia Mathematica (mit Alfred North Whitehead). 3 BĂ€nde, University Press, Cambridge ISBN 3-518-28193-3
  • 1912: The Problems of Philosophy. Williams & Norgate, London. (dt. Probleme der Philosophie ISBN 3-518-10207-9)
  • 1914: Our Knowledge of the External World. Open Court, Chicago/London (dt. Unser Wissen von der Außenwelt. Meiner, Hamburg 2004. ISBN 978-3-7873-1685-4)
  • 1916: Justice in War-time. Open Court, Chicago/London.
  • 1917: Political Ideals. The Century Co., New York 1917.
  • 1918: On the notion of a cause, in: B. R.: Mysticism and Logic, London: Longmans Green 1918, auch in: H. Feigl / M. Brodbeck (Hgg.): Readings in the Philosophy of Science, Appleton-Century-Crofts, New York 1953.
  • 1918, Roads to Freedom: Socialism, Anarchism, and Syndicalism. George Allen & Unwin, London. (dt. Wege zur Freiheit. Sozialismus, Anarchismus, Syndikalismus. Suhrkamp, Frankfurt 1971 ISBN 3-518-00447-6)
  • 1918-19: The Philosophy of Logical Atomism, in: The Monist
  • 1919: Introduction to Mathematical Philosophy. George Allen & Unwin, London. (dt. EinfĂŒhrung in die mathematische Philosophie., hg. von Johannes Lenhard, Michael Otte, Meiner, Hamburg 2006. ISBN 978-3-7873-1828-5)
  • 1920: The Practice and Theory of Bolshevism. George Allen & Unwin, London. (dt. Die Praxis und Theorie des Bolschewismus ISBN 3-87139-087-9)
  • 1921: The Analysis of Mind. George Allen & Unwin, London. (dt. Die Analyse des Geistes Übers. v. Kurt Grelling. Meiner, Hamburg 2000. ISBN 978-3-7873-1707-3)
  • 1922: The Problem of China. George Allen & Unwin, London.
  • 1925: The ABC of Relativity. Kegan Paul, Trench, Trubner, London. (dt. Das ABC der RelativitĂ€tstheorie. Fischer 1997, ISBN 3-596-26579-7)
  • 1925: What I Believe. Kegan Paul, Trench, Trubner, London.
  • 1926: On Education, especially in early childhood. George Allen & Unwin, London. (dt. Erziehung, vornehmlich in frĂŒhester Kindheit. Meridian Verlag, DĂŒsseldorf/Frankfurt 1948 )
  • 1927: The Analysis of Matter. Kegan Paul, Trench, Trubner, London.
  • 1927: An Outline of Philosophy. George Allen & Unwin, London.
  • 1927: Selected Papers of Bertrand Russell, New York: Modern Library.
  • 1927: Why I Am Not a Christian, London: Watts. (dt. Warum ich kein Christ bin, Kreis der Freunde monistischen Schrifttums, Dresden [1932])
  • 1928: Sceptical Essays. George Allen & Unwin, London.
  • 1929: Marriage and Morals. George Allen & Unwin, London. (dt. Ehe und Moral. Verlag DarmstĂ€dter BlĂ€tter, Darmstadt 1984. ISBN 3-87139-082-8)
  • 1930: The Conquest of Happiness. George Allen & Unwin, London. (dt. Eroberung des GlĂŒcks. Neue Wege zu einer besseren Lebensgestaltung, Holle, Baden-Baden 1951; Suhrkamp, Frankfurt 1977ff ISBN 3-518-36889-3)
  • 1931: The Scientific Outlook. George Allen & Unwin, London.
  • 1932: Education and the Social Order. George Allen & Unwin, London.
  • 1934: Freedom and Organization, 1814–1914. George Allen & Unwin, London.
  • 1935: In Praise of Idleness. George Allen & Unwin, London. (dt. Lob des MĂŒĂŸiggangs. ISBN 3-423-30851-6)
  • 1935: Religion and Science. Thornton Butterworth, London.
  • 1936: Which Way to Peace?. Jonathan Cape, London.
  • 1937: The Amberley Papers (mit Patricia Russell). Leonard & Virginia Woolf at the Hogarth Press, London.
  • 1938: Power: A New Social Analysis. George Allen & Unwin, London. (dt. Macht. Europa-Verlag, Hamburg 2001 ISBN 3-203-81530-3)
  • 1940: An Inquiry into Meaning and Truth. W. W. Norton & Company, New York.
  • 1946: A History of Western Philosophy. Simon and Schuster, New York. (dt. Philosophie des Abendlandes – Ihr Zusammenhang mit der politischen und der sozialen Entwicklung. Parkland, 2011 ISBN 3-492-24208-1; Europa, ZĂŒrich 2012 (Okt.) ISBN 3905811634)
  • 1948: Human Knowledge: Its Scope and Limits. George Allen & Unwin, London.
  • 1949: Authority and the Individual. George Allen & Unwin, London.
  • 1950: Unpopular Essays. George Allen & Unwin, London. (dt. UnpopulĂ€re Betrachtungen ISBN 3-85665-512-3)
  • 1951: New Hopes for a Changing World. George Allen & Unwin, London.
  • 1952: The Impact of Science on Society. George Allen & Unwin, London.(dt. Wissenschaft wandelt das Leben, Paul List Verlag, MĂŒnchen 1953)
  • 1953: Satan in the Suburbs and Other Stories. George Allen & Unwin, London. (dt. Satan in den VorstĂ€dten, Holle, Darmstadt 1953; als Taschenbuch: Ullstein, Frankfurt am Main/Berlin/Wien 1983, ISBN 3-548-20330-2)
  • 1954: Human Society in Ethics and Politics. George Allen & Unwin, London.
  • 1954: Nightmares of Eminent Persons and Other Stories. George Allen & Unwin, London.
  • 1956: Portraits from Memory and Other Essays. George Allen & Unwin, London.
  • 1956: Logic and Knowledge: Essays 1901–1950 (ed. R. C. Marsh). George Allen & Unwin, London.
  • 1957: Why I Am Not A Christian and Other Essays on Religion and Related Subjects. Edited and with an appendix on The Bertrand Russell Case by Paul Edwards. George Allen & Unwin, London. (dt. Warum ich kein Christ bin, Szczesny, MĂŒnchen 1963; Rowohlt, Reinbek 1968ff ISBN 3-499-16685-2)
  • 1958: Understanding History and Other Essays. Philosophical Library, New York.
  • 1959: Common Sense and Nuclear Warfare. George Allen & Unwin, London.
  • 1959: My Philosophical Development. George Allen & Unwin, London.
  • 1959: Wisdom of the West (ed. P. Foulkes). Macdonald, London. (dt. Denker des Abendlandes. Eine Geschichte der Philosophie. ISBN 3-8112-2515-4. Neuaufl. Nikol, 2012 ISBN 3868201270)
  • 1960: Bertrand Russell Speaks His Mind. World Publishing Company, Cleveland/New York.
  • 1961: The Basic Writings of Bertrand Russell (ed. R.E. Egner und L.E. Denonn). George Allen & Unwin, London.
  • 1961: Fact and Fiction. George Allen & Unwin, London.
  • 1961: Has Man a Future?. George Allen & Unwin, London.
  • 1963: Essays in Skepticism. Philosophical Library, New York.
  • 1963: Unarmed Victory. George Allen & Unwin, London.
  • 1965: On the Philosophy of Science (ed. C. A. Fritz Jr.). The Bobbs-Merrill Company, Indianapolis.
  • 1967: Russell's Peace Appeals (edited by Tsutomu Makino and Kazuteru Hitaka), Japan: Eichosha's New Current Books.
  • 1967: War Crimes in Vietnam. George Allen & Unwin, London.
  • 1967–1969: The Autobiography of Bertrand Russell, 3 BĂ€nde. George Allen & Unwin, London.
  • 1969: Dear Bertrand Russell... A Selection of his Correspondence with the General Public 1950–1968 (ed. B. Feinberg/R. Kasrils). George Allen & Unwin, London.
  • 1973: Bertrand Russell. Essays in Analysis (ed. Douglas Lackey). George Allen & Unwin, London.
  • 1984 ff.: The Collected Papers of Bertrand Russell, George Allen & Unwin, London.

Literatur

  • Ernst R. Sandvoss: Bertrand Russell. ISBN 3-499-50282-8
  • Denis Vernant: Quine & Russell. In : W. V. Quine et la mĂ©thode de l’analyse. J.-M. Monnoyer Ă©d., Paris 2006 (Éd. de l’Éclat), S. 89–158
  • Denis Vernant: Bertrand Russell. Garnier-Flammarion, Paris 2003, 470 S., ISBN 2-08-071192-X.
  • Kenneth Blackwell, Harry Ruja: A Bibliography of Bertrand Russell. Routledge, London 1994
  • Ray Monk: Bertrand Russell: 1872–1920 The Spirit of Solitude. 1997, ISBN 0-09-973131-2
  • Ray Monk: Bertrand Russell: 1921–1970 The Ghost of Madness. 2001, ISBN 0-09-927275-X
  • Achim von Borries: Rebell wider den Krieg – Bertrand Russell 1914 – 1918. Verlag Graswurzelrevolution, Nettersheim 2006, ISBN 978-3-939045-01-4
  • Apostolos Doxiadis, Christos H. Papadimitriou, Alecos Papadatos, Annie Di Donna: Logicomix: An Epic Search for Truth 2009, ISBN 978-1-59691-452-0

Weblinks

 Commons: Bertrand Russell â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Bertrand Russell â€“ Zitate
Materialien
  • BBC-Interview aus dem Jahr 1959 in 3 Teilen (YouTube Videos) – Teil 1, Teil 2, Teil 3
Werke
SekundÀrliteratur

Einzelnachweise

  1. ↑ C.D. Broad: Critical Notices. Mind 1947, S.355
  2. ↑ Bertrand Russell: Autobiographie. BĂ€nde I-III. Frankfurt/M: Suhrkamp 1972-1974, S. I/73 (Originalausgabe: The Autobiography of Bertrand Russell. London : Allen & Unwin, 1967-1969. 3 vol.)
  3. ↑ Autobiographie, S. I/93
  4. ↑ Autobiographie, S. I/104
  5. ↑ Autobiographie, S. II/38
  6. ↑ Autobiographie, S. II/183
  7. ↑ Ernst R. Sandvoss: Bertrand Russell, S. 90
  8. ↑ Autobiographie, S. II/339
  9. ↑ „Autobiographie“, S. III/167
  10. ↑ Autobiographie, S. I/198
  11. ↑ Autobiographie, S. II/150f
  12. ↑ Autobiographie, S. III/35
  13. ↑ Autobiographie, S. III/36
  14. ↑ http://www.dreyer.ch/Neue_Dateien/The%20Liberal%20Decalogue.pdf
  15. ↑ Warum ich kein Christ bin, S. 179
  16. ↑ Warum ich kein Christ bin, S. 35
  17. ↑ Warum ich kein Christ bin, S. 93
  18. ↑ Autobiographie, S. III/92
  19. ↑ Peter Hoeres: Krieg der Philosophen: die deutsche und britische Philosophie im Ersten Weltkrieg, Ferd. Schöningh GmbH & Co KG, 2004, S. 351.
  20. ↑ Autobiographie, S. II/235
  21. ↑ Sandvoss, S. 95
  22. ↑ William Poundstone: Prisoner's Dilemma: John von Neumann, Game Theory, and the Puzzle of the Bomb, Anchor/Random House, 1992, S. 69 ff.
  23. ↑ I. F. Stone: Bertrand Russell as a moral force in world politics, http://digitalcommons.mcmaster.ca/cgi/viewcontent.cgi?article=1604&context=russelljournal
  24. ↑ Douglas P. Lackey: Russell's contribution to the study of nuclear weapons policy, [1]
  25. ↑ William Poundstone: Prisoner's Dilemma: John von Neumann, Game Theory, and the Puzzle of the Bomb, Anchor/Random House, 1992, S. 210
  26. ↑ Eintrag im Archiv der Royal Society.


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