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Die Beugung oder Diffraktion ist die „Ablenkung“ von Wellen (wie Licht- und anderen elektromagnetischen Wellen, Wasser- oder Schallwellen) an einem Hindernis. Bei Beugungserscheinungen kann sich die Welle im geometrischen Schattenraum des Hindernisses (Spalt, Gitter, Fangspiegel usw.) ausbreiten. Zur Beugung kommt es durch Entstehung neuer Wellen entlang einer Wellenfront gemäß dem huygens-fresnelschen Prinzip. Diese können durch Überlagerung zu Interferenzerscheinungen führen.
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Wegen der Wellennatur des Lichtes weicht sein reales Verhalten teilweise stark von jenem ab, was die geometrische Optik erwarten ließe. So ist bei der Fotografie beugungsbedingt die Auflösung eines Fotos durch den Durchmesser (Apertur) der Linse begrenzt.
Das physikalische Modell für Beugung ist das huygens-fresnelsche Prinzip. Zur Berechnung von Beugungsbildern wird das kirchhoffsche Beugungsintegral verwendet, dessen zwei Grenzfälle die Fresnel-Beugung (divergierende Punktstrahlungsquelle) und die Fraunhofer-Beugung sind (parallele Lichtstrahlen als Strahlungsquelle). [1] Die Überlagerung der Elementarwellen kann zu gegenseitiger Verstärkung (konstruktive Interferenz) oder gegenseitiger Abschwächung (destruktive Interferenz) oder gar Auslöschung führen, siehe auch bei Gangunterschied.
Beugung kann unter anderem gut beobachtet werden, wenn geometrische Strukturen eine Rolle spielen, deren Größe mit der Wellenlänge der verwendeten Wellen vergleichbar ist. Optische Blenden werden je nach Anwendung so dimensioniert, dass sie Beugungseffekte bewirken – also bei Abmessungen im Bereich und unterhalb der Lichtwellenlänge, oder mit hinreichender Genauigkeit keine – dann mit Abmessungen deutlich über der Lichtwellenlänge.
Beugung am Einfachspalt: Teilt man in Gedanken ein Lichtbündel, das an einem Einfachspalt in eine bestimmte Richtung abgelenkt wird, in zwei Hälften, können sich diese beiden Anteile des Lichtbündels konstruktiv oder destruktiv überlagern. An einem Spalt ergibt sich so wieder eine Reihe von Beugungsmaxima.
Beugung am Einfachspalt: Das Bild dient der Herleitung des ersten Minimums, bei dem die Strahlen der oberen und die der unteren Hälfte sich im Unendlichen auslöschen[2]
An Blenden anderer Form ergeben sich teilweise stark abweichende Beugungsmuster.
Beugung an einer kreisförmigen Öffnung
Gitter sind Blenden mit periodischen Spalten. Die Beugung am Gitter ist damit ein wichtiger Spezialfall der Beugung an Blenden.
Prinzipiell gelten Gesetzmäßigkeiten, die für die Beugung von Lichtwellen gelten, auch für andere Wellenerscheinungen.
Reflexion und Brechung werden i. a. nicht zu den Beugungsphänomenen gezählt. Das ist ohne weiteres bereits am unterschiedlichen naiven Sprachgebrauch der drei termini in der Alltagssprache zu erkennen. Anders dagegen in der Fachsprache bzw. dem Englischen: Hier spricht man von "reflection" (z. B. von "reflection seismics", s. u.), "refraction" (Brechung) bzw. von "diffraction" (Beugung), so dass man i. A. schon genauer hinhören muss, um die Bedeutung der Begriffe auseinander zu halten. Der Begriff der Beugung ist in der Tat deutlich komplexer als der der Brechung. So lernt man meist schon in der Mittelstufe der Schule das Snellius'sche Brechungsgesetz, aber das Phänomen der Interferenz und der damit verbundene Begriff der Kohärenten Superposition, auf denen die Beugungsphänomene wesentlich beruhen, wird i. A. erst auf der Oberstufe des Gymnasiums behandelt.
Bei den Beugungserscheinungen handelt es sich um Phänomene, die nicht durch die Geometrische Optik (Strahlenoptik), sondern durch die sog. Wellenoptik beschrieben werden: Typisch für die letztgenannten Phänomene ist z. B. das bereits angesprochene Eindringen der Welle in den geometrischen Schattenbereich sowie die Möglichkeiten der Interferenz und der Holographie, während z. B. die Linsengleichung für die geometrische Optik charakteristisch ist. Mathematisch erfolgt der Übergang durch eine sog. Eikonalnäherung: Man geht von einer Wellengleichung aus, z. B. einer Gleichung vom Typ <math>\frac{\partial^2\psi (x,y,z,t)}{\partial^2 x}+\frac{\partial^2\psi (x,y,z,t)}{\partial^2 y}+\frac{\partial^2\psi (x,y,z,t)}{\partial^2 z}-\frac{\partial^2\psi (x,y,z,t)}{\partial^2 (ct)}=...</math> , mit einer zeitabhängigen Wellenamplitude <math>\psi (x,y,z,t)</math> , und erhält daraus durch systematische „Verschmierung“ der Wellenphänomene für Abstände, die groß sind im Vergleich zu den involvierten Wellenlängen, eine Gleichung, in der die Größe <math>\psi</math> durch eine langsamer veränderliche klassische Funktion <math>F(x,y,z)</math> ausgedrückt werden kann, <math>\psi\cong F_0\,e^{ik_xx+ik_y y+ik_z z -\frac{i\omega t}{c}}\,,</math> und anstelle der ursprünglichen Operatorgleichung die Näherung <math>k_x^2 F_0+k_y^2 F_0+k_z^2 F_0 -\frac{\omega^2}{c^2}F_0\cong ...\,</math> gilt. Dabei ist der Vektor <math>(k_x,\,k_y,\,k_z)</math>, der sog. Wellenzahlvektor, umgekehrt proportional zur Wellenlänge, <math>|\vec k| =\frac{2\pi}{\lambda}</math>, und die Kreisfrequenz <math>\omega</math> ist das <math>2\pi</math>-fache der Frequenz <math>\nu\,.</math> Die Größe c ist die Lichtgeschwindigkeit.
Mit der Geometrischen Näherung vernachlässigt man also die Beugungsphänomene total.