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| Bielefelder Kreisbahnen
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| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Bielefelder Kreisbahnen waren ein Eigenbetrieb des ehemaligen preußischen Landkreises Bielefeld, der heute zum großen Teil das Stadtgebiet Bielefeld bildet. Von der Stadt Bielefeld ausgehend erschlossen drei meterspurige Kleinbahnen die Umgebung; ihre damaligen Endpunkte lagen damals wie heute außerhalb des Landkreises in den Nachbarkreisen. Sie wurden mit Ausnahme der Sudbrackbahn bis zur Stilllegung ausschließlich mit Dampflokomotiven betrieben.
Inhaltsverzeichnis |
Am 1. April 1901 begann der Betrieb der „Schmalspurbahnen des Landkreises Bielefeld“ vom Endpunkt „An der Pottenau“ an der Herforder Straße – etwa 800 m vom Staatsbahnhof entfernt – in nördlicher Richtung über Schildesche nach Enger, wo die Linie der Herforder Kleinbahn GmbH erreicht wurde, mit der bis 1934 eine Betriebsgemeinschaft bestand. Gleichzeitig zweigte in Schildesche westwärts die Strecke nach Werther (Westf.) ab.
Die dritte Strecke folgte erst am 1.Mai 1909 über Heeper Fichten, Heepen Hassebrock nach Eckendorf Runkelkrug. Sie wurde nur dreizehn Jahre befahren, weil die geplante Verlängerung in Richtung Bad Salzuflen ins Fürstentum Lippe nicht zustande gekommen war. Bereits 1921 ruhte der Verkehr für kurze Zeit, da es aber zu Protesten in der Bevölkerung kam, wurde der Betrieb mit geringerer Fahrtenzahl wieder aufgenommen. Die Kreisbahn war damals das einzige öffentliche Verkehrsmittel zwischen Heepen und Bielefeld, denn der bereits geplante Bau einer Straßenbahn kam nicht voran. Schon am 30. April 1922 wurde der Gesamtverkehr jedoch endgültig eingestellt und 1925 die Trasse abgebaut. Die gesamte Streckenlänge der Kreisbahn von 33 km reduzierte sich damit auf 26 km, obwohl der am 21. April 1910 neu angelegte Kreisbahnhof an der Eckendorfer Straße die Stammstrecke um 0,7 km verlängerte. Außerdem kam 1926 eine normalspurige Güteranschlussbahn in das Sudbrackgebiet hinzu.
Auf den beiden anderen Strecken hielt sich der Personenverkehr bis zum 13. Februar 1954, der in der Kriegs- und Nachkriegszeit einen erheblichen Umfang erreicht hatte. Während der Güterverkehr nach Enger am 30. April 1955 endete, kam am 1. August 1956 auch die Stilllegung auf der Strecke nach Werther. Als am 31. Oktober 1957 die Sudbrackbahn mit dem Industriegleis an die Deutsche Bundesbahn übergeben wurde, endete das Kreisbahnunternehmen endgültig.
Alle Gleise wurden abgebaut. Seit 1968 benutzt die heutige Stadtbahnlinie 1 zwischen Johannesstift und der Endhaltestelle Schildesche An der Reegt die ehemalige Kleinbahntrasse. Einige Abschnitte der ehemaligen Trasse sind zu landschaftlich reizvollen Wander- und Radwanderwegen geworden, beispielsweise zwischen Jöllenbeck und Pödinghausen. Noch vorhanden sind einige Bahnhofsgebäude (u.a. in Schildesche, Jöllenbeck, Dornberg, Wallenbrück) sowie zwei sehenswerte, in den Jahren 2004 bzw. 2008 restaurierte Brücken in Bielefeld-Schildesche (über den Johannisbach) und am Talbrückenweg in Werther.
Im Fahrplanjahr 1939 verkehrten täglich sechs Zugpaare nach Werther und ca. acht Zugpaare bis Enger [1]. Die Fahrzeit betrug für die 13,9 km lange Strecke bis Werther ca. 40 Minuten, bis Enger brauchten die Züge 45 bis 50 Minuten.
Der Betrieb wurde mit vier Dampflokomotiven der Bauart B1' von Hagans aufgenommen. 1903 und 1908 kamen drei stärkere Lokomotiven mit drei gekuppelten Achsen von Borsig hinzu. Die Lokomotiven des Anfangsbestandes wurde in den 1920er Jahren durch zwei vierachsige Lokomotiven von Borsig ersetzt, eine davon wurde aber bald nach Inbetriebnahme mit einer Lokomotive der Herforder Kleinbahn getauscht, die mit den älteren Borsig-Lokomotiven baugleich war. Alle Lokomotiven wurden 1956 verschrottet. Für die Sudbrackbahn wurde 1920 eine regelspurige Lokomotive ebenfalls bei Borsig beschafft. Alle Dampflokomotiven trugen Namen. 1946 wurde eine regelspurige Diesellokomotive des Typs Köf II beschafft, die 1957 an die DB verkauft wurde.
Für den Personenverkehr waren 14 vierachsige Personenwagen vorhanden, die vom Düsseldorfer Eisenbahnbedarf hergestellt waren. Einer davon ist beim Deutschen Eisenbahn-Verein betriebsfähig erhalten. Weiterhin gehörten 1949 drei Packwagen, 34 Rollböcke und eine größere Anzahl von Güterwagen zum Bestand.