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Big-Four-Prüfungsgesellschaften

Als Big Four werden die vier derzeit größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften bezeichnet, die die überwiegende Mehrheit der börsennotierten Kapitalgesellschaften weltweit prüfen und beraten.

Inhaltsverzeichnis

Zusammensetzung

Die Big Four werden derzeit gebildet durch:

Big Four
Name Mitarbeiter
weltweit
Mitarbeiter
Deutschland
Geschichte
Deloitte Touche Tohmatsu 182.000 (2010) 4.696 (2009) früher Deloitte & Touche, entstanden durch die Fusion von Touche Ross und Deloitte Haskins & Sells
PricewaterhouseCoopers (PwC) 161.000 (2010) 9.028 (2009) entstanden durch den Zusammenschluss von Price Waterhouse und Coopers & Lybrand
Ernst & Young 144.441 (2009) 6.879 (2009) entstanden durch den Zusammenschluss von Ernst & Whinney und Arthur Young
KPMG 136.900 (2008) 8.340 (2009) entstanden durch die Fusion von Peat Marwick International und der KMG-Gruppe

Geschichte des Ausdrucks

Der ursprüngliche Begriff Big Eight, der in den 1980er Jahren entstand, spiegelt die internationale Dominanz der acht größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften wider. Die Big Eight entstanden durch Zusammenschlüsse von regionalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in den 1970er Jahren und den vorherigen Jahrzehnten. Die ursprünglichen Big Eight waren:

  • Arthur Andersen
  • Arthur Young
  • Coopers & Lybrand
  • Ernst & Whinney
  • Deloitte, Haskins & Sells
  • Peat Marwick International
  • Price Waterhouse
  • Touche Ross

Die Big Eight wurden im Jahr 1989 zu den Big Six, als Ernst & Whinney im Juni mit Arthur Young zu Ernst & Young fusionierte und Deloitte, Haskins & Sells sich im August mit Touche Ross zu Deloitte & Touche zusammenschloss.

Die Big Six wurden im Juli 1998 zu den Big Five, als Price Waterhouse mit Coopers & Lybrand fusionierte und PricewaterhouseCoopers bildete.

Infolge des Enron-Skandals im Jahr 2001 fusionierten die selbständigen Ländergesellschaften von Arthur Andersen mit verschiedenen Unternehmen. In Deutschland ging der größte Teil des Unternehmens an Ernst & Young und als eigenständige Gesellschaft bzw. Marke unter, und die Big Five wurden zu den Big Four.

Entwicklung in Deutschland

In Deutschland hat sich eine nahezu parallele Entwicklung ergeben, allerdings mit einigen Besonderheiten:[1]

  • Die „Big Four“ teilen sich 83 Prozent des Geschäfts mit den 160 großen Aktiengesellschaften und setzen in Deutschland 4,4 Milliarden Euro um. Noch vor wenigen Jahren lag ihr Anteil bei 67 Prozent. [2]
  • Es besteht im Grunde eine Big-Three-Situation, da Deloitte mit deutlichem Abstand hinter den drei großen Gesellschaften PwC, KPMG und Ernst & Young liegt. Betrachtet man nur die Prüfer der DAX-Unternehmen, gibt es nur noch Big-Two: Unter den 30 im DAX notierten großen deutschen Konzernen dominieren KPMG (prüft 17 DAX-Unternehmen) sowie PwC (9). Deloitte prüft nur noch ein einziges DAX-Unternehmen (K+S). Ernst & Young prüft die Siemens AG (ab 2009), Beiersdorf (seit Dezember 2008 im DAX) sowie die HeidelbergCement AG (seit 2010 im DAX). Unter den Finanzkonzernen gibt es sogar nur noch eine Gesellschaft: KPMG. Nur die Commerzbank wird von PwC geprüft.
  • Hinter den Big-Three und Deloitte liegen wiederum mit erheblichem Abstand BDO und Rödl & Partner. Diese Gesellschaften erreichen jedoch weniger als die Hälfte bzw. nur ein Viertel des Umsatzes von Deloitte. Dicht dahinter folgen Ebner Stolz Mönning Bachem und RölfsPartner.
  • In der „Dritten Liga“ spielen drei Gesellschaften, die wiederum weniger als die Hälfte des Umsatzes der Zweitliga-Gesellschaften aufweisen: PKF Fasselt Schlage, RBS RoeverBroennerSusat und Warth & Klein Grant Thornton AG.

Daneben spielen auf dem Wirtschaftsprüfer-Markt in Deutschland noch große Netzwerke als Zusammenschlüsse mittelständischer WP-Gesellschaften eine Rolle, wie z. B. Nexia International, Moore Stephens Deutschland, Grant Thornton International, RSM Deutschland, PKF Pannell Kerr Forster, HLB Deutschland, Baker Tilly International, AGN International, Kreston International, DFK-International, Moores Rowland, Ecovis, Accountants Global Network oder SC International.

Einzelnachweise

  1. Lünendonk-Studie; vgl. auch die Meldung im Handelsblatt vom 30. September 2010
  2. Handelsblatt vom 19. Januar 2011
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