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Binche

Binche
Datei:Blason binche moderne.svg
Staat Belgien
Region Wallonien
Provinz Hennegau
Bezirk Thuin
Koordinaten 50° 25′ N, 4° 10′ O50.41254.16611111111130Koordinaten: 50° 25′ N, 4° 10′ O
Fläche 60,66 km²
Einwohner (Stand) 32.675 Einw. (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte 539 Einw./km²
Höhe 130 m
Postleitzahl 7130, 1731, 1733, 1734
Vorwahl 064
Bürgermeister Laurent Devin (PS)
Adresse der
Stadtverwaltung
Rue Saint-Paul, 14
7130 Binche
Webseite www.binche.be
lels

Binche ist eine Gemeinde in der belgischen Provinz Hennegau in Wallonien. Sie entstand 1977 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Bray, Buvrinnes, Epinois, Leval-Trahegnies, Péronnes-lez-Binche, Ressaix und Waudrez.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Stadt wurde im 12. Jahrhundert von Yolande von Geldern, Witwe des Herzogs Balduin III. von Hennegau, gegründet. Deren Sohn Balduin IV. befestigte die Stadt, welche wie Maubeuge und Le Quesnoy als Grenzfestung gegen Frankreich diente.

Im 14. Jahrhundert wurde die Stadtmauer auf ihre heutige Ausdehnung erweitert.

Binche, Rathaus mit Belfried

1409 wurden die Reliquien des Heiligen Ursmar aus der Abtei Lobbes im Fürstentum Lüttich nach Binche gebracht. Die Kirche Notre Dame wurde die Stiftskirche Saint-Ursmer.

Der Wohlstand der Stadt erreichte seinen Gipfel unter Kaiser Karl V., der unter Anderem auch den Titel des Herzogs des Hennegau führte. Seine Schwester Maria von Österreich, auch bekannt als Maria von Ungarn, herrschte über die Niederlande und hielt sich öfters in Binche auf. Aus dieser Zeit stammt ein prächtiger Renaissancepalast.

1554 war die Periode dieses Wohlstands zu Ende: Der Palast, die Stadt und das Umland wurden durch die Truppen des Königs Heinrich II. von Frankreich geplündert. Bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts war der Hennegau ein großes Schlachtfeld für die europäischen Mächte.

Erst mit der industriellen Revolution nahm der Wohlstand wieder zu. Es entstanden Kohlegruben, deren Halden auch heute noch das Landschaftsbild prägen. Dazu kamen Ziegeleien, Gerbereien, Glasereien, Brauereien, Kalköfen und Seifensiedereien. Tausende Menschen arbeiteten in Heimarbeit als Spitzenklöpplerinnen, Schuster und Schneider. Die Post und der Bahnhof stammen aus dieser Zeit.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt von der Textilindustrie beherrscht. Mit deren Niedergang in den 1970er Jahren sank auch der Wohlstand der Stadt wieder.

Sehenswürdigkeiten

“Gilles” von Binche
Binche; im Hintergrund die Kirche Saint-Ursmer, dahinter die Spitze des Belfrieds, rechts hinten Reste der Stadtmauer

Karneval

Der Karneval ist die berühmteste Sehenswürdigkeit von Binche. Er wurde 2003 von der UNESCO in die Liste der „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit” aufgenommen. Er ähnelt der alemannischen Fasnacht. Der erste Umzug fand bereits 1395 statt. Dass der erste Umzug angeblich 1549 stattfand, als die schon erwähnte Maria von Ungarn zu Ehren ihres Bruders als Inka verkleidete Hofdamen durch die Straßen ziehen ließ, wobei hierbei auch echte Indianer dabei gewesen sein sollen, gilt heute in der Forschung als unhaltbar.

Belfried

Der aus dem 14. Jahrhundert stammende Belfried des Rathauses von Binche ist Teil des UNESCO-Welterbes „Belfriede in Belgien und Frankreich”.

Weiteres

  • In der Stiftskirche Saint-Ursmer aus dem 12. bis 15. Jahrhundert befindet sich eine hölzerne Pietà von 1511.
  • In der Stadt sind noch Reste der ehemaligen Stadtbefestigung zu sehen.
  • In Binche gibt es das Internationale Karneval- und Maskenmuseum.

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

Commons Commons: Binche – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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