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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Mainz-Bingen | |
| Höhe: | 89 m ü. NN | |
| Fläche: | 37,74 km² | |
| Einwohner: |
24.276 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 643 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 55411 | |
| Vorwahlen: | 06721–06725 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MZ (früher: BIN) | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 3 39 005 | |
| Stadtgliederung: | 8 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Burg Klopp 55411 Bingen am Rhein | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | kommissarisch: Thomas Feser (CDU) | |
| Lage der Stadt Bingen am Rhein im Landkreis Mainz-Bingen | ||
Bingen am Rhein ist eine große kreisangehörige Stadt im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Der ursprüngliche Name der Siedlung war Bingium, keltisches Wort eventuell für „Loch im Fels“, Bezeichnung für die Untiefe hinter dem Mäuseturm, bekannt als Binger Loch. Bingen war Ausgangspunkt der Ausoniusstraße, einer römischen Militärstraße, welche die Stadt mit Trier verband. Bekannt ist Bingen unter anderem durch die Geschichte um den Binger Mäuseturm, in dem angeblich der Mainzer Bischof Hatto von Mäusen gefressen wurde. 2008 war Bingen Ausrichter der dritten rheinland-pfälzischen Landesgartenschau nach Kaiserslautern und Trier.
Inhaltsverzeichnis |
Bingen befindet sich unmittelbar südöstlich des Rheinknies am Binger Wald, der sich westlich der Stadt erhebt. Nördlich ragt auf der anderen Rheinseite das Rheingaugebirge, der südwestlichste Ausläufer des Taunus (Hessen), auf. In Bingen endet der Oberrhein mit dem Zufluss der Nahe. Hier beginnt mit dem Stadtteil Bingerbrück der Mittelrhein. Das UNESCO-Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal schließt die gesamte Stadt Bingen mit ein, obwohl der Hauptteil in Rheinhessen liegt. Der Rochusberg wird nahezu vollständig vom Stadtgebiet umschlossen.
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Bingen (im Uhrzeigersinn beginnend im Norden): Rüdesheim, Ingelheim, Gau-Algesheim, Ockenheim, Appenheim, Aspisheim, Horrweiler, Gensingen, Grolsheim, Laubenheim, Münster-Sarmsheim, Weiler, Trechtingshausen.
Bingen am Rhein gliedert sich in acht Stadtteile:
| Stadtteil | Einwohner |
|---|---|
| Bingen-Stadt | 7.612 |
| Bingen-Bingerbrück | 3.089 |
| Bingen-Büdesheim | 7.058 |
| Bingen-Dietersheim | 1.978 |
| Bingen-Dromersheim | 1.531 |
| Bingen-Gaulsheim | 1.123 |
| Bingen-Kempten | 1.899 |
| Bingen-Sponsheim | 1.621 |
Einwohner von Bingen am Rhein, Stand 1. März 2011[2]
Der mittlere Jahresniederschlag beträgt nur 564 mm und liegt damit im unteren Fünftel der in Deutschland erfassten Werte - an 14 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,5 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt - an nur 1 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.
(jeweils zum 31. Dezember)
| Jahr | 1998 | 2000 | 2002 | 2004 | 2006 | 2008 | 2010 |
| Einwohner | 24.821 | 24.710 | 24.786 | 24.849 | 24.587 | 24.398 | 25.833 |
Schon vor den Römern gab es hier wegen der verkehrsgünstigen Lage (Zusammenfluss von Nahe und Rhein, Eintritt des Rheins in das Engtal) eine keltische (gallische) Siedlung mit Namen „Binge“ (=Graben). Anfang des ersten Jahrhunderts AD wurden an der Rheintalstraße römische Truppen in Bingen stationiert. Sie änderten den Namen in Bingium. Es entstand eine hölzerne Nahebrücke (77 n. Chr.) und ein Brückenkopfkastell. Durch den Presbyters Aetherius von Bingen wurde in der Zeit um 335 bis 360 eine feste christliche und von Priestern geleitete Gemeinde gegründet. Als Beleg aus dieser Zeit dient heute noch der Grabstein des Aetherius in der Martinsbasilika.[3] [4] Nach dem Fall des Limes wurde die Stadt im fünften Jahrhundert fränkisches Königsgut und ging 983 durch die Veroneser Schenkung von Otto II. an den Erzbischof Willigis von Mainz.[5] Unter Otto III. kam der Binger Kammerforst dazu. Unter Willigis entstand ein Stück naheaufwärts die steinerne Drususbrücke.
Die Binger strebten immer wieder nach Unabhängigkeit, was 1165 bei Streitigkeiten zwischen dem Erzbischof von Mainz und dem Kaiser zur Zerstörung führte. Im 13. Jahrhundert war Bingen Mitglied des Rheinischen Städtebundes. Der Bau der Burg Klopp Mitte des 13. Jahrhunderts kann wohl auch in diesem Zusammenhang gesehen werden. Ein letzter Versuch war die erfolglose Teilnahme am Bauernkrieg 1525. Vom Erzbischof erwarb das Mainzer Domkapitel 1424 und 1438 in zwei Hälften die Stadt. Bis Ende des 18. Jahrhunderts blieb Bingen unter dessen Verwaltung. Wie viele Städte im Tal litt Bingen durch mehrere Stadtbrände und Kriege.
1792-1813 war die Stadt als Teil des Département Donnersberg französisch, nachdem französische Revolutionstruppen das Linke Rheinufer besetzt hatten. 1816 kam die Stadt nach dem Wiener Kongress an das Großherzogtum Hessen, der heutige Stadtteil Bingerbrück an die Rheinprovinz des Königreichs Preußen. Dadurch wurde es Grenzstadt bis zur Gründung des Deutschen Reiches 1871.
1939 wurden die heutigen Stadtteile Büdesheim, Dietersheim, Gaulsheim und Kempten eingemeindet.
Am 1. Januar 1970 wurde die Stadt Bingen, auf ihren Antrag hin, von der Landesregierung zur Großen kreisangehörigen Stadt erhoben.[6]
Am 7. Juni 1969 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Bingerbrück mit 3655 Einwohnern eingemeindet. Am 22. April 1972 folgte die Eingemeindung der Gemeinden Dromersheim (1221 E.) und Sponsheim (665 E.).[7] Den Namenszusatz „am Rhein“ trägt die Stadt seit dem 1. Juli 1982.[8]
Zur Landesgartenschau 2008 in Bingen erfuhren die Rheinanlagen in der Stadt umfangreiche Modernisierungen.
Der Stadtrat in Bingen am Rhein besteht aus 36 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und der hauptamtlichen Oberbürgermeisterin als Vorsitzende.
Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:[9]
| SPD | CDU | FDP | Grüne | FWG | Gesamt | |
| 2009 | 10 | 16 | 4 | 4 | 2 | 36 Sitze |
| 2004 | 10 | 18 | 3 | 3 | 2 | 36 Sitze |
Oberbürgermeisterin ist seit 1996 die CDU-Politikerin Birgit Collin-Langen. Ihr Stellvertreter ist der CDU-Politiker Thomas Feser.
Das Wappen zeigt den Heiligen Martin beim Teilen des Mantels, sowie das Mainzer Rad.
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Bingen am Rhein
| Größte Weinbaugemeinden im Anbaugebiet |
Rang nach Rebfläche (innerhalb von RLP) |
Bestockte Rebfläche |
Rebsorten | |
|---|---|---|---|---|
| Weißwein | Rotwein | |||
| ha | % | |||
| |
26.228 | 67,4 | 32,6 | |
| Worms | 3 | 1.490 | 59,6 | 40,4 |
| Nierstein | 6 | 783 | 75,6 | 24,4 |
| Alzey | 8 | 769 | 69,0 | 30,1 |
| Westhofen | 9 | 764 | 68,7 | 31,3 |
| Alsheim | 10 | 704 | 69,3 | 30,7 |
| Bechtheim | 11 | 654 | 70,2 | 29,8 |
| Ingelheim am Rhein | 12 | 641 | 45,1 | 54,9 |
| Flörsheim-Dalsheim | 13 | 635 | 65,0 | 35,0 |
| Bingen am Rhein | 15 | 590 | 72,6 | 27,4 |
| Saulheim | 16 | 508 | 72,2 | 27,8 |
| Osthofen | 20 | 464 | 67,8 | 22,2 |
| Guntersblum | 21 | 461 | 71,8 | 28,2 |
| Dittelsheim-Heßloch | 23 | 446 | 68,6 | 31,4 |
| Stadecken-Elsheim | 24 | 433 | 69,2 | 30,8 |
| Quelle: Weinbau 2005/2006. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz Bad Ems, Mai 2006. |
||||
Die Region ist wirtschaftlich durch den Weinbau geprägt, zumal sich in Bingen vier Weinanbaugebiete (Rheinhessen, Mittelrhein, Nahe und Rheingau) treffen. Die Stadt ist auch Namensgeber für den Bereich Bingen im Weinrecht.
Andere Industrien, die sich früher aufgrund des Hafens in Bingen angesiedelt hatten, sind im Laufe der Jahre abgewandert. Die heutigen Dienstleistungsgewerbe befinden sich hauptsächlich im Industriegebiet (Autobahnabfahrt Bingen-Ost / Kempten / Industriegebiet) und im Gewerbepark Scharlachberg.
Aber auch der Tourismus spielt eine wichtige Rolle.
Bingen am Rhein besitzt mehrere Bahnhöfe und Haltepunkte.
Die Station Bingen (Rhein) Hauptbahnhof liegt im Stadtteil Bingerbrück. An diesem Bahnhof endet die Strecke der Nahetalbahn und die linke Rheinstrecke führt durch den Bahnhof hindurch. Alle Züge des Nahverkehrs auf diesen beiden Strecken halten im Hauptbahnhof, außerdem ist der Hauptbahnhof auch Haltepunkte einzelner IC- und EC-Züge.
Der Bahnhof Bingen/Rhein Stadt liegt zwei Kilometer weiter östlich, direkt gegenüber dem historischen Hafenkran. Dieser Bahnhof ist nur für den Nahverkehr von Bedeutung. Jedoch hat dieser Bahnhof einen besseren Anschluss an den öffentlichen Busverkehr der Stadt. Darüber hinaus gibt es noch einen Haltepunkt in Bingen-Gaulsheim. Die Entstehung zweier Bahnhöfe ist historisch bedingt, da der heutige Hauptbahnhof Bingen früher ein preußischer Grenzbahnhof war, während der Stadtbahnhof zur Hessischen Ludwigsbahn gehörte.
Die Haltepunkte Drususbrücke an der Strecke Bingen Hbf – Bad Kreuznach bzw. die Haltepunkte Bingen-Kempten und Büdesheim-Dromersheim an der Strecke Bingen/Rhein Stadt – Alzey werden nicht mehr bedient.
Bingen liegt in unmittelbarer Nähe zu den Autobahnen 60 und 61, die durch die Bundesstraße 9 angeschlossen werden.
Von Bedeutung ist nur noch der Personenverkehr. Der Güterhafen ist aufgegeben. Der ehemalige Winterhafen ist heute Yachthafen.
Es gibt Anleger der Touristiklinien Köln-Düsseldorfer, Bingen-Rüdesheimer Fahrgastschifffahrt und der Rösslerlinie. Eine Personen- und eine Autofähre verbinden Bingen mit Rüdesheim (siehe Liste der Rheinfähren).
Bis zum Ende der 1970er Jahre war Bingen Lotsenstation.
Für die Landesgartenschau Rheinland Pfalz vom 18. April bis 19. Oktober 2008 wurde das Rheinufer zwischen dem Autofähranleger und den ehemaligen Gleisanlagen in Bingerbück zwischen dem Hauptbahnhof (Früher Bahnhof Bingerbrück) und dem Rheinufer komplett neu gestaltet. Die Veranstaltung wurde entlang dem Rheinufer auf 2,8 km Länge und 24 Hektar Ausstellungsfläche durchgeführt. Mit 1,3 Millionen Besuchern wurde die erwartete Zahl von mindestens 600.000 Personen deutlich übertroffen. Die 3 Teilbereiche sind zwar weiterhin umzäunt, aber kostenfrei zugänglich.
Das ehemaliges Gelände der Landesgartenschau Bingen 2008 wird seit Anfang 2010 als Kulturufer Bingen vermarktet. Ziel des Kulturufers Bingen ist es, den Ort mit seinen landschaftlichen, architektonischen, gartenbaulichen und kulturellen Attraktionen als Ziel für Kulturreisende zu etablieren. Das Kulturufer Bingen besteht aus den Geländeteilen Hafenpark / Gartenstadt, Hindenburganlage, Rhein-Nahe-Eck und Park am Mäuseturm.
Im Bereich Hafenpark / Gartenstadt sind u. a. die Partnerschaftsgärten, der Industriekran und der japanische Zierkirschenhain zu finden. Der Alte Rheinkran von 1487 steht am Übergang zur Hindenburganlage.
Die Hindenburganlage ist eine denkmalgeschützte Parkanlage mit altem Baumbestand. Dort befindet sich das ehemalige Zollamt, der Englische Rosengarten, der Spielplatz „Rheinkahn“, die Vinothek, die Dichterkabinette und die Schiffsanleger.
Im Abschnitt Rhein-Nahe-Eck liegt das Rheintal-Kongress-Zentrum , das Museum am Strom mit den Abteilungen „Hildegard von Bingen“, „Römisches Ärztebesteck“, „Rheinromantik“ und „Stadtgeschichte“, sowie der Hildegarten.
Der Park am Mäuseturm bietet große Wiesenflächen, Sportfelder, eine Skaterbahn, den Abenteuerspielplatz „Rhein zum Spielen“, das Stellwerk Bot sowie verschiedene Veranstaltungsflächen.
Die kulturellen Veranstaltungen finden in jedem Jahr von Ostern bis Ende September statt. Höhepunkt ist das Kulturuferfest am ersten Sonntag im Juli.[11]
Landesgartenschau Bingen 2008 GmbH (Hrsg.): R(h)einschauen! Landesgartenschau in Bingen, Verlag Matthias Ess 2008. ISBN 978-3-935516-48-8
Stadt Bingen (Hrsg.): Vom Opferplatz zur Gartenstadt. 7.500 Jahre Geschichte am Binger Rheinufer, Verlag Matthias Ess 2008. ISBN 978-3-935516-47-1
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