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Bodhidharma (* um 440; † um 528) (chinesisch 菩提達摩 Pútídámó, jap. Bodai-Daruma oder Daruma, tamil.: போதிதர்மன்) war ein indisch-tamilischer Mönch und gilt als der erste Patriarch der Chan- und Zen-Linien. Seine Historizität ist zwar teilweise gesichert, jedoch liegen die historischen Einzelheiten im Dunklen, da die Legende erst einige Jahrhunderte nach seinem Tod entstand und immer weiter ausgeschmückt wurde.
Als dritter Sohn von König Sughanda wurde Bodhidharma in Kanchipuram (Indien) geboren. Er war Mitglied der Kshatriya-Kaste und ausgebildet in der Kampfkunst Kuttu Varisai (einer seit dem 10. Jh. v. Chr. der Brahmanenkaste im Süden Indiens zugeordneten Kampfform). Auch war er vertraut mit höfischen Sitten.
Inhaltsverzeichnis |
480 n. Chr. verließ er sein Land (Indien) und fuhr mit dem Schiff nach China, überquerte den Himalaya in die nördlichen Provinzen, wanderte zuerst nach Südchina und dann an den Kaiserhof der Liang-Dynastie. Anschließend ließ er sich 523 n. Chr. wieder im Norden in der Provinz Henan nieder. Hier befand sich auch das heute sagenumwobene Shaolin-Kloster, in dem er der Legende nach eine vom Mahayana-Buddhismus abgeleitete Philosophie der Selbstbetrachtung lehrte, den Chan-Buddhismus (kor. Son, viet.Thien, jap. Zen). Historisch gesehen ist jedoch nichts über die Meditationsart des Bodhidharma bekannt.
Der Legende nach legte er in diesem Kloster die Keimzelle einiger chinesischer Kampfkünste. Das zu jener Zeit daoistisch geprägte Shaolin-Kloster erfuhr die Kombination aus Meditationspraktiken des Chan/Zen und körperertüchtigenden Bewegungen Xǐsuǐjīng (chinesisch 洗髓經) und Yìjīnjīng (chinesisch 易筋經). Aus diesen Bewegungen entstand dann die spätere Shaolin-Kampfkunst sowie die Form Shiba luohan shou (chinesisch 十八羅漢手 ‚Die 18 Hände der Arhats‘). Er lehrte den Kampf im Gegensatz zu seinen Shaolin-Nachfolgern allerdings nur als eine ergänzende Disziplin zum Erreichen der Erleuchtung (jap. satori; chinesisch 悟 wù; skt. bodhi).
Laut einer Sage habe Bodhidharma die Teepflanze erschaffen. Während er in einer Höhle meditierte, seien ihm die Augen schwer geworden. Um nicht einzuschlafen, habe er sich die Augenlider abgerissen und weggeworfen. An der Stelle, wo diese landeten, sei nun der erste Teestrauch gewachsen, was auch die Form der Blätter erkläre.
Die obige hagiographische Darstellung der „Biographie“, wie sie innerhalb des Zen heute gegeben wird, habe sich über mehrere Jahrhunderte, wie folgend dargestellt, entwickelt.[2]- Die behaupteten „Fakten“ sind in der Literatur[3] erstmals auffindbar in den Jahren:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bodhidharma |
| ALTERNATIVNAMEN | Puti Damo; Bodai-Daruma; Daruma |
| KURZBESCHREIBUNG | indischer Mönch und erster Patriarch der Chan und Zen Linien |
| GEBURTSDATUM | um 440 |
| STERBEDATUM | um 528 |