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Botokuden (portugiesisch: botocudos, abgeleitet von botoque = Holzpflock) ist eine Bezeichnung für Indianer, die in den Wäldern des südöstlichen Brasilien, hauptsächlich auf dem Gebiet des Bundesstaates Minas Gerais, lebten.
Die Bezeichnung leitet sich von dem unter einigen Indianerstämmen verbreiteten Brauch des Tragens von Lippentellern ab. Später wurde der Begriff jedoch generisch für alle Indianer Brasiliens verwandt, die sich der Zentralregierung bzw. den europäischen Kolonisten widersetzten.
Ursprünglich lebten die Botokuden als Jäger und Sammler in Gruppen von 50 bis 200 Mitgliedern. Zu Beginn des 19. Jahrhundert kam es zunächst zu schweren kriegerischen Auseinandersetzungen mit vordringenden europäischen Siedlern und später dann zu Verfolgung und Diskriminierung, die praktisch zu ihrer Ausrottung führten.
Heute leben noch etwa 2000 Nachfahren der Botokuden meist als Bauern unter der Landbevölkerung.[1] Ihre Sprache und Kultur sind fast völlig ausgestorben.[2]
Umgangssprachlich wird das Wort Botokuden auch als abwertendes Synonym für eine ungebildete Person mit schlechtem Benehmen verwandt.[3]