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Als Bozner Blutsonntag werden die Ereignisse vom 24. April 1921 in Bozen bezeichnet. Es handelte sich dabei um einen ersten Höhepunkt faschistischer Gewalt im nach dem Ersten Weltkrieg an Italien gefallenen, mehrheitlich deutschsprachigen Südtirol.
Am 24. April 1921 fand im österreichischen Tirol eine Volksabstimmung über den Anschluss an das Deutsche Reich statt. Die Faschisten, damals noch eine italienweit tätige Schlägertruppe, betrachteten die zufällig am selben Tag stattfindende Eröffnung der Bozner Frühjahrsmesse als eine mit dem Plebiszit zusammenhängende Provokation und beschlossen, den traditionellen Trachtenumzug durch Bozen zu stören. Trotz Warnungen ergriffen die zuständigen italienischen Behörden keine Sicherheitsmaßnahmen.
Am Morgen des Tages trafen etwa 280 Faschisten aus dem übrigen Italien am Bozner Bahnhof ein und vereinigten sich mit etwa 120 Anhängern der Bewegung aus Bozen. Während des Trachtenumzugs griffen die Faschisten Teilnehmer und Zuschauer mit Knüppeln, Pistolen und Handgranaten an. Etwa fünfzig Südtiroler wurden teils schwer verletzt. Der Lehrer Franz Innerhofer aus Marling starb beim Versuch, einen Jungen zu beschützen, durch Schüsse im Hauseingang des Bozner Ansitzes Stillendorf.
Das nun einschreitende Militär beschränkte sich darauf, die Aggressoren zum Bahnhof zu eskortieren, wo sie unbehelligt abreisen konnten. Die Aufforderung des italienischen Ministerpräsidenten Giovanni Giolitti, die Täter unverzüglich festzunehmen und der Gerichtsbarkeit zuzuführen, hatte die Verhaftung zweier Bozner Faschisten zur Folge. Nachdem Benito Mussolini damit gedroht hatte, am 1. Mai in Bozen mit 2000 Faschisten die Befreiung seiner Genossen zu erzwingen, wurden die beiden wieder freigelassen.
Heute erinnert eine Gedenktafel im Ansitz Stillendorf an die Ereignisse.[1] Am 25. April 2011, dem Feiertag zur Befreiung Italiens von Faschismus und Nationalsozialismus, wurde ein Platz in der Altstadt von Bozen nach Franz Innerhofer benannt.[2]