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Die Bregenzer Festspiele sind ein Kulturfestival, das jährlich im Juli und August in der vorarlberger Landeshauptstadt Bregenz in Österreich stattfindet.
Insbesondere das Spiel auf dem See auf der weltgrößten Seebühne im Bodensee ist ein Anziehungspunkt für eine große Anzahl von Besuchern. Es ist bekannt für die Schönheit der natürlichen Kulisse des Bodensees, überdimensionale Bühnenbilder, technische Kabinettstückchen und eine durch die Technik des Bregenzer Richtungshörens erreichte einzigartige Akustik.
Intendant der Bregenzer Festspiele ist seit Dezember 2003 der britische Regisseur David Pountney. Das Programm der Bregenzer Festspiele 2004 umfasste etwa 80 Veranstaltungen, die von über 215.000 Zuschauern besucht wurden. Das Hausorchester der Festspiele sind die Wiener Symphoniker.
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Bei den ersten Festspielen 1946 wurden als Spiel auf dem See im Gondelhafen Mozarts „Bastien und Bastienne“ und seine als Ballett choreographierte „Kleine Nachtmusik“ aufgeführt. Nach einer Spende von Karl Deuring stand den Festspielen ab 1950 mit einer 6400 Personen fassenden Tribüne die größte Seebühne der Welt zur Verfügung, die 1979 durch Umbauten zunächst auf 4400 Plätze reduziert wurde, nach erneuten Erweiterungen mittlerweile aber sogar knapp 7000 Zuschauer fasst.
Als Spiel auf dem See wurde jährlich eine große Produktion des Musiktheaters inszeniert, anfänglich meist Operetten, Singspiele oder Spielopern, seit den 1970er-Jahren vermehrt Opern des internationalen Repertoires und Musicals. Zwischen 1960 und 1977 wurde die Seebühne außerdem immer wieder für Ballettaufführungen genutzt. Seit 1985 werden die Inszenierungen auf der Seebühne jeweils zwei Jahre lang gespielt.
Im Frühjahr 2008 fanden auf der Seebühne auch Dreharbeiten für den James-Bond-Film Ein Quantum Trost statt, des Weiteren gastierte das ZDF während der Fußball-Europameisterschaft 2008 mit dem EM-Studio für die tägliche Berichterstattung auf der Seebühne.
Im August 2010 fand auf der Seebühne die Welturaufführung des Filmes Der Atem des Himmels von Reinhold Bilgeri statt. Die Vorstellung war mit rund 7000 Zuschauern schon Wochen vorher ausverkauft.[1]
Am 17. Juli 1980 wurde das in baulicher Verbindung zur Seebühne 1977 bis 1980 errichtete Festspielhaus Bregenz mit bis zu 1765 Plätzen eröffnet. Das Festspielhaus dient während der Festspiele als Ausweichspielstätte bei schlechtem Wetter (für Aufführungen des Spiels auf dem See in szenisch reduzierter Form), als Spielstätte einer weiteren Opernproduktion und als Aufführungsstätte für Orchesterkonzerte.
2009 wurde es vom europäischen Verband der Veranstaltungs-Centren (EVVC) zu einem der besten Veranstaltungszentren Europas seiner Größe bestimmt, und bekam die entsprechende Auszeichnung "Best Center 2009".[2]
Für Schauspielaufführungen (meist Gastspiele bekannter Bühnen wie des Wiener Burgtheaters) wurde seit den 1950er-Jahren das Theater am Kornmarkt genutzt. In den 1990er-Jahren gastiert hier das Deutsche Theater Berlin mit Gastspielen und Schauspielern wie Ulrich Mühe oder Jörg Gudzuhn.
Nach einer zweijährigen Pause finden dort seit 2003 wieder Aufführungen statt, zuletzt von selten aufgeführten Operetten und ab 2007 mit dem Schauspiel Gefährliche Liebschaften vom Theater in der Josefstadt (Wien).
In der Bregenzer Stadthalle fanden Orchesterkonzerte statt.
Seit Herbst 1997 steht außerdem die Werkstattbühne zur Verfügung, in der vorwiegend zeitgenössisches Musiktheater und modernes Schauspiel aufgeführt werden. Außerhalb der Festspiele wird die Werkstattbühne für Proben des Spiels auf dem See sowie für Popkonzerte und andere Veranstaltungen genutzt.
Als weitere Veranstaltungsorte werden das Kunsthaus Bregenz und für Schauspiel-Open-Air-Aufführungen der Martinsplatz in der historischen Bregenzer Oberstadt genutzt.
Die Ausdehnung der Bühnen bedingt auch verschiedene neuartige technische Ausstattungen. Neben der speziellen Verstärkertechnik für das Bregenzer Richtungshören sind auch eine große Anzahl von Funkmikrofonen notwendig. Im Jahr 2010 kommen an die 30 Funkmikrofone zum Einsatz, mit denen man die Grenzen des aktuell Machbaren erreicht, da die Bandbreiten erst zuvor durch die Behörden wesentlich eingeschränkt worden waren.[3]
In den kommenden Jahren sollen im Festspielhaus jeweils Auftragswerke zur Aufführung kommen. So im Jahre 2011 die Oper "Achterbahn (Miss Fortune)" der britischen Komponistin Judith Weir. 2012 soll eine Vertonung des Werks "Solaris" von Stanislaw Lem folgen. Die Planung für 2013 sieht eine Aufführung durch den österreichischen Künstler HK Gruber der Geschichten aus dem Wienerwald von Ödön von Horváth vor.
Im Jahr 2009 erhielten die Bregenzer Festspiele die Kulturmarke des Jahres 2009 von der Agentur Causales in Berlin verliehen.[4]
47.50416666679.73777777778Koordinaten: 47° 30′ 15″ N, 9° 44′ 16″ O