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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bremen | |
| Höhe: | 2 m ü. NN | |
| Fläche: | 93,82 km² | |
| Einwohner: |
113.366 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 1208 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 27501–27580 | |
| Vorwahl: | 0471 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HB (Kennzeichen mit einem Buchstaben und vier Ziffern) | |
| Gemeindeschlüssel: | 04 0 12 000 | |
| LOCODE: | DE BRV | |
| NUTS: | DE502 | |
| Stadtgliederung: | 2 Stadtbezirke mit 9 Stadtteilen | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Magistrat der Stadt Bremerhaven Hinrich-Schmalfeldt-Straße 27576 Bremerhaven | |
| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | Melf Grantz (SPD) | |
| Lage in Bremen | ||
Bremerhaven (niederdeutsch Bremerhoben) ist eine kreisfreie Stadt, ein Oberzentrum im nördlichen Elbe-Weser-Dreieck und die einzige deutsche Großstadt direkt an der Nordsee. Zusammen mit der 60 Kilometer südlich liegenden Stadt Bremen bildet sie das Land Freie Hansestadt Bremen. Das Oberzentrum Bremerhaven ist Teil der europäischen Metropolregion Bremen/Oldenburg am Scheitelpunkt zur Metropolregion Hamburg.
Bremerhaven ist mit dem Überseehafengebiet eine der größten europäischen Hafenstädte und ein wichtiges Exportzentrum Deutschlands. Die Stadt ist als bedeutender Standort für Wissenschaft und Forschung vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft 2005 mit dem Titel Stadt der Wissenschaft ausgezeichnet worden. Sie nennt sich selbst Seestadt Bremerhaven.[2][3][4] Bremerhaven ist die einzige großstädtische Exklave Deutschlands auf Länderebene.
Bremerhaven liegt an der Mündung der Weser und der Geeste. Das Stadtgebiet hat eine Gesamtlänge von 17 km und eine Breite von 5 km.
Die Stadt liegt etwa 2 m ü. NN; der höchste Punkt ist ein Hügel von 11,1 m ü. NN im Stadtteil Leherheide als Ausläufer der Hohen Lieth.
Die Hohe Lieth ist eine Geest-Landschaft, ihr Gegenstück südlich der Geeste wird in der naturräumlichen Gliederung[5] die Beverstedter Moorgeest genannt, zusammen sind sie Teil der Wesermünder Geest. Auf der sturmflutsichereren Geest liegen die meisten der alten Ortskerne des heutigen Bremerhavens: Lehe, Geestendorf und Wulsdorf.
Der andere Naturraum in Bremerhaven ist die Marsch: Wurster Marsch nördlich, Würdener Marsch südlich der Geeste als Teile der Weser-Marsch, sowie die Geeste-Marsch und die Rohr-Marsch. In der Marsch liegt der alte Ortskern des Stadtteils Weddewarden. Auch (Alt-)Bremerhaven wurde in der Marsch gegründet. In der Weser findet man zudem kleinere Wattflächen, die zum UNESCO-Welterbe gehören.
Der Überseehafen gehört seit dem 1. April 1938 zur Stadt Bremen. Die Stadt Bremerhaven übt vertraglich für das Gebiet teilweise die Kommunalverwaltung aus.[6][7][8]
Die Weser, Geeste, Rohr, Lune und Aue durchfließen oder tangieren die Stadt.
Nachbargemeinden sind im Norden die Stadt Langen, im Osten die Gemeinde Schiffdorf und im Süden die Gemeinde Loxstedt. Im Westen grenzt die Stadt Bremen mit ihrer Exklave des Überseehafens an Bremerhaven.
Auf anderen Weserseite liegt der Ortsteil Blexen der Stadt Nordenham, der über eine Fähre mit Bremerhaven verbunden ist.
Bremerhaven wird in Stadtbezirke, Stadtteile und Ortsteile gegliedert. Es gibt die Stadtbezirke Nord und Süd, zumeist durch die Geeste getrennt. Diese gliedern sich in neun Stadtteile sowie in 24 Ortsteile. Drei Stadtteile entsprechen den Ortsteilen, sechs Stadtteile sind in 21 Ortsteile untergliedert. Die vierstelligen Schlüsselnummern haben den gleichen hierarchischen Aufbau wie in der Stadt Bremen, bestehend aus der ersten Ziffer für die Stadtbezirke, der zweiten Ziffer für die Stadtteile und der dritten und vierten Ziffer für die Ortsteile.
Die Stadtbezirke Bremerhavens sowie deren zugehörige Stadtteile und Ortsteile:
| 1 Stadtbezirk Nord | 2 Stadtbezirk Süd |
|---|---|
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Durch die Nähe zur Nordsee ist das Klima größtenteils maritim ausgeglichen. Im Sommer sind längere Hitzeperioden mit Temperaturen von über 30 °C eher selten; im Winter liegt meist nur wenig oder gar kein Schnee, und die tiefsten Temperaturen sinken kaum unter −10 °C ab. Im Jahresdurchschnitt fallen rund 741,5 mm Niederschlag; der meiste Niederschlag fällt im Juni und Juli. Im Februar ist es mit rund 36 mm am trockensten. Die höchste je gemessene Temperatur betrug 35,8 °C am 9. August 1992 und die tiefste gemessene Temperatur −18,6 °C am 25. Februar 1956.[9]
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Bremerhaven
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Die älteste schriftliche Überlieferung zur Besiedlung des heutigen Bremerhavener Stadtgebiets reicht bis 1139 zurück. Damals wurden die Kirchdörfer Geestendorf und Wulsdorf urkundlich genannt. Der 1275 erstmals erwähnte Flecken Lehe nördlich der Geeste gewann eine überörtliche Bedeutung als Amtssitz und Marktort mit minderstädtischen Rechten. Politisch stand das Gebiet an der Geestemündung lange im Widerstreit der Interessen des Erzbistums Bremen und der Stadt Bremen, wobei Lehe seine Rechte mehrfach durch Schutzverträge mit dem Bremer Rat zu wahren suchte.
1648/54 kam das Gebiet mit dem gesamten Erzbistum Bremen unter die Hoheit Schwedens, das ab 1672 an der Mündung der Geeste in die Weser mit der Festungsstadt Carlsburg einen Stützpunkt errichten wollte, dieses Vorhaben jedoch nicht vollenden konnte. 1719 ging das Gebiet nach kurzzeitiger dänischer Besetzung endgültig auf das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg – ab 1814 Königreich Hannover – über.
Zur Geschichte der Stadtteile siehe dort.
Wegen der zunehmenden Versandung der Weser erwies sich Bremens erster Vorhafen Vegesack schon im Laufe des 18. Jahrhunderts als unzureichend. Nach langen, teils geheimen, Verhandlungen gelang es dem Bremer Senat, dem Königreich Hannover ein geeignetes Gelände an der Wesermündung für 73.658 Taler, 17 Groschen und 1 Pfennig[10] abzukaufen. Der Kaufvertrag wurde am 11. Januar 1827 von dem Leiter des Departements für auswärtige Angelegenheiten (Minister) des Königreichs Hannover Friedrich Franz Dieterich von Bremer und von dem Bremer Bürgermeister Johann Smidt unterzeichnet.[11] Die offizielle Übergabe an die Freie Hansestadt Bremen fand am 1. Mai 1827 statt. Danach wurde ein erstes künstliches Hafenbecken, der Alte Hafen, angelegt und am 1. September 1830 fertiggestellt. Als erstes festes Gebäude aus Stein wurde 1829 das Bremische Amtshaus am Hafen errichtet. 1837 wurde eine vorläufige Gemeindeordnung für Bremerhaven eingeführt. Die ersten Amtmänner, die den Aufbau der Stadt voranbrachten, waren von 1827 bis 1832 Johann Heinrich Castendyk und von 1832 bis 1850 Johann Daniel Thulesius.
1845 gründete das Königreich Hannover im Süden Bremerhavens unweit der alten Siedlung Geestendorf eine neue Siedlung und legte einen Hafen als Konkurrenz zu Bremerhaven an. Die Neuanlage erhielt am 26. Juni 1847 den Namen Geestemünde.
1847 wurde Bremerhaven mit der Washington Ausgangspunkt der ersten Dampfschiffslinie von Europa nach Amerika. Schon bald entwickelte sich der Ort zu einem bedeutenden Überseehafen und in der Folge zum größten Auswanderungshafen Europas.[12] 1849/50 wurde mit dem Auswandererhaus als damals größtes Gebäude der Stadt errichtet.
Zwischen 1848 und 1852 war die Stadt Sitz der Seezeugmeisterei, des Arsenals der deutschen Reichsflotte während des Schleswig-Holsteinischen Krieges. 1851 erhielt Bremerhaven Stadtrechte. Bereits ein Jahr vorher wurde Geestemünde zu einer Landgemeinde erhoben. Von 1861 bis 1905 wurde das Gebiet Bremerhavens mehrmals erweitert.
Der Norddeutsche Lloyd hatte einen maßgeblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. 1858 wurde mit den 2.674 BRT großen Dampfschiffen Bremen (I) und New York ein regelmäßiger Linienbetrieb zwischen dem Neuen Hafen in Bremerhaven und New York eingerichtet. In den folgenden Jahren kamen Passagierverbindungen nach Baltimore und New Orleans hinzu. 1862 erhielt Bremerhaven mit der Strecke aus Bremen einen für den Passagierverkehr wichtigen Eisenbahnanschluss.
Der Leuchtturm Bremerhaven von Simon Loschen entstand 1854. Im folgenden Jahr wurde die (ebenfalls von Loschen geplante) Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche eingeweiht. 1867 gründete sich das Stadttheater Bremerhaven, und 1911 konnte die heutige Spielstätte nach Plänen von Oskar Kaufmann gebaut werden.
Am 11. Dezember 1875 kam es zur sogenannten Thomas-Katastrophe. Die Explosion einer Bombe forderte 81 Tote und 200 Verletzte. Der Kanadier William King Thomas wollte mit dieser Bombe das Auswandererschiff Mosel auf offener See sprengen, um so die Versicherungsprämien für seine aufgegebene, angeblich wertvolle Ware zu kassieren. Der Sprengsatz detonierte jedoch schon beim Beladen des Schiffes. Thomas wurde von der Polizei verhaftet und beging Selbstmord.[13]
1880 erhielt Bremerhaven einen hauptamtlichen Stadtdirektor und wurde damit eine selbstständige Gemeinde im Land Bremen. Gleichzeitig erhielt die nördlich von Bremerhaven gelegene Gemeinde Lehe stadtähnliche Rechte. 1883 wurde die Telefonleitung von Bremen nach Bremerhaven eröffnet, damals die längste Telefonleitung Deutschlands.
Die Gemeinde Geestendorf wurde am 1. April 1889 nach Geestemünde eingegliedert („Hafenort Geestemünde“ mit etwa 15.000 Einwohnern).
Der Norddeutsche Lloyd stellte 1897 den Schnelldampfer Kaiser Wilhelm der Große in Dienst, welche das Blaue Band für die schnellste Atlantiküberquerung von Bremerhaven nach New York gewann. Es folgten bis 1907 drei weitere Passagierdampfer, die Kronprinz Wilhelm, die Kaiser Wilhelm II. und die Kronprinzessin Cecilie.
Am 27. Juli 1900 kam Kaiser Wilhelm II. nach Bremerhaven und hielt hier seine sogenannte „Hunnenrede“. Anlass der Rede war die Verabschiedung des deutschen Ostasiatischen Expeditionskorps zur Niederschlagung des Boxeraufstandes im Kaiserreich China. Infolge dieses Aufstandes wurde ab 1900 der Reichspostdienst nach China unter anderem durch 14 Lloydschiffe verstärkt.
1913 erhielt die Landgemeinde Geestemünde mit etwa 27.000 Einwohnern Stadtrechte (kreisfreie Stadt). Am 1. April 1920 wurde Lehe kreisfreie Stadt, und Wulsdorf (4.830 Einwohner) wurde ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Geestemünde.
Am 1. November 1924 wurden die benachbarten preußischen Städte Lehe mit etwa 40.000 Einwohnern und Geestemünde mit etwa 30.000 Einwohnern zur Stadt Wesermünde vereinigt; Bremerhaven gehörte weiterhin zum Land Bremen.
1925 wurde die erste Buslinie Bremerhavens nach Schiffdorf eingerichtet. Am 1. April 1927 wurden Weddewarden, Schiffdorferdamm und Speckenbüttel nach Wesermünde eingegliedert. 1929 und 1930 starteten die beiden Passagierdampfer Bremen und Europa von Bremerhaven und errangen wieder das Blaue Band.
1938 wurde das Hafengebiet Bremerhavens ausgegliedert und der Stadt Bremen angeschlossen (Stadtbremisches Überseehafengebiet Bremerhaven). Am 1. November 1939 wurden Bremerhaven und Wesermünde zusammengelegt. Die neue Großstadt mit dem Namen Wesermünde gehörte zur preußischen Provinz Hannover.[14] Die Einwohnerzahl der Großstadt lag über 100.000.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt stark zerstört und verlor einen Großteil ihrer Bevölkerung. Durch eine Übereinkunft der britischen und amerikanischen Besatzungsbehörden vom 22. Januar 1947 und durch die Proklamation Nr. 3 der amerikanischen Militärregierung vom 21. Januar 1947 wurden das Stadt- und Landgebiet Bremens sowie der Stadtkreis Wesermünde, einschließlich Bremerhavens, rückwirkend zum 1. Januar 1947 zu einem als Land zu bezeichnenden Verwaltungsgebiet erklärt. Am 10. März 1947 wurde die Stadt Wesermünde durch den Bremer Senat (Landesregierung) in Bremerhaven umbenannt.[15] Die Stadt hatte rund 115.000 Einwohner; im Siedlungsraum lebten rund 170.000 Menschen. Die höchste Einwohnerzahl erreichte die Stadt 1965 mit 146.220.
Danach diente Bremerhaven als Port of Embarkation, als Nachschubhafen für die USA. Beim alljährlichen Open Day im Mai gab es Musik, Paraden und Flugvorführungen der NATO-Staaten. 1964 stürzte dabei ein amerikanischer Starfighter unweit der Tribüne ab. Der Pilot ertrank auf seinem Schleudersitz in einem Weidengraben. Als die Schiffe im Vietnam-Krieg gebraucht wurden, verlegten die Amerikaner ihren Nachschub auf den Luftweg über die Rhein-Main Air Base. Damit wurden der Flugplatz in Weddewarden und die vielen Wohnblocks der Soldatenfamilien in Lehe und Geestemünde nach und nach aufgegeben.
Bremerhaven war bis 1977 Verwaltungssitz des niedersächsischen Landkreises Wesermünde.
Auf der Grundlage des Wirtschaftsplanes „Bremerhaven 1958“ erteilte der Magistrat im Rahmen des Bundesbaugesetzes 1960 dem Stadtplaner Ernst May den Auftrag, einen Flächennutzungsplan (Generalbebauungsplan) für das gesamte Stadtgebiet aufzustellen. Ein Wirtschaftsgutachten von Isenberg und ein Verkehrsgutachten von Leibbrandt ergänzten den Plan. Durch die Pläne von May wurde der Stadtteil Mitte konsequent auf die Weser und die davorliegenden Hafenbecken ausgerichtet.
Das Blaue-Band-Schiff United States und seit 1959 das Lloyd-Schiff TS Bremen (V) laufen Bremerhaven regelmäßig an. 1961–1962 wurde der „Bahnhof am Meer“ an der Columbuskaje neu errichtet. Der im Überseehafengebiet liegende Containerterminal mit der längsten Stromkaje der Welt (knapp 5 km) wurde seit 1975 abschnittsweise ausgebaut. Der Seegüterumschlag betrug im Jahr 2007 über 50 Millionen Tonnen.
Mit dem Deutschen Schiffahrtsmuseum nach Plänen von Hans Scharoun in Arbeitsgemeinschaft mit dem Bremerhavener Architekten Helmut Bohnsack erhielt die Seestadt 1973 das bedeutendste maritime Museum Deutschlands. 1975 begann der Bau des Columbus-Centers. Die Hochschule Bremerhaven wurde 1975 gegründet und danach ständig erweitert. Gottfried Böhm hat die zentralen Gebäude entworfen. 1980 entstand das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI). Oswald Mathias Ungers hat den Neubau entworfen. Das Deutsche Auswandererhaus entstand 2005.
Am 5. Mai 2009 unterschrieben der Niedersächsische Ministerpräsident Wulff und der Präsident des Bremischen Senats Böhrnsen den Staatsvertrag zwischen der Freien Hansestadt Bremen und dem Land Niedersachsen über die Änderung der gemeinsamen Landesgrenze. Hauptgegenstand ist die Übertragung der Großen Luneplate in Bremische Landeshoheit. Der größte Teil dieses ca. 14,7 km² großen Gebiets dient als Ausgleichsfläche für den Ausbau des Containerterminals IV und wird daher wieder vernässt; aber es werden auch große Gewerbeerwartungsflächen ausgewiesen. Außerdem werden weitere Flächen getauscht: Das Gebiet Reithufer geht an Bremen, das Gebiet Siedewurt geht dafür an Niedersachsen, und an der Autobahnanschlussstelle Bremerhaven-Wulsdorf wird der Grenzverlauf begradigt und an die Anschlussstelle angepasst.
Beide Länderparlamente haben dem Vertrag zugestimmt. Das Bremische Gesetz zum Staatsvertrag weist die neuen Flächen der Stadt Bremerhaven zu. Der Staatsvertrag ist am 1. Januar 2010 in Kraft getreten[16] und wurde mit einem Festakt am 11. Januar 2010 vollzogen.[17]
Die Fläche Bremerhavens nimmt laut Vertrag insgesamt um 14.953.048 m² zu. Das ist ein Zuwachs von fast 19 Prozent zur bisherigen Fläche.
| Jahr | Bremerhaven | Lehe | Geestemünde |
|---|---|---|---|
| 1275 | erste urkundliche Erwähnung Lehes | ||
| 1827 | Gründung Bremerhavens | Lehe | |
| 1845 | Bremerhaven | Lehe | Gründung Geestemündes |
| 1889 | Bremerhaven | Lehe | Eingliederung von Geestendorf (1139) |
| 1913 | Bremerhaven | Lehe | Geestemünde wird kreisfreie Stadt |
| 1920 | Bremerhaven | Lehe wird kreisfreie Stadt | Eingliederung von Wulsdorf (1139) |
| 1924 | Bremerhaven | Zusammenschluss von Lehe und Geestemünde zur kreisfreien Stadt Wesermünde | |
| 1927 | Bremerhaven | Eingliederung von Weddewarden, Schiffdorferdamm und Speckenbüttel | |
| 1938 | Ausgliederung des Überseehafengebietes in die Stadt Bremen |
Wesermünde | |
| 1939 | Vereinigung zur Stadt Wesermünde ohne Überseehafengebiet | ||
| 1947 | Eingliederung in das Land Bremen und Umbenennung in Bremerhaven | ||
| 2010 | Eingliederung der Luneplate und Grenzbegradigung mit Niedersachsen | ||
1827 hatte Bremerhaven 19 Einwohner. Die Bevölkerungszahl stieg bis 1871 über 10.000 und verdoppelte sich bis 1900 auf rund 20.000. 1939 wurde Bremerhaven mit 26.790 Einwohnern und Wesermünde mit 86.041 Einwohnern zur neuen Großstadt Wesermünde mit 113.000 Einwohnern.
1968 erreichte die Einwohnerzahl mit 148.931 ihren Höchststand. Seitdem nahm die Bevölkerung kontinuierlich ab. Ende Juni 2010 lebten 114.001 Menschen in Bremerhaven.[18]
Die Schiffsabfahrten und -ankünfte hatten und haben in Bremerhaven als Seestadt immer eine große Bedeutung. Bei bedeutsamen Ereignissen fanden sich oftmals tausende Schaulustige ein. Besonders bedeutsam waren in der Geschichte Bremerhavens:
Mit der Gründung Bremerhavens im Jahre 1827 übernahm zunächst ein Amtmann aus Bremen die Verwaltungsgeschäfte. Eine eigentliche Gemeindeverwaltung gab es noch nicht. 1837 erhielt Bremerhaven eine vorläufige Gemeindeordnung, war jedoch faktisch weiterhin von Bremen abhängig. Eine eigene Stadtverwaltung gab es weiterhin zunächst nicht. Mit Wirkung vom 18. Oktober 1851 erhielt Bremerhaven die Stadtrechte. Fortan gab es einen achtköpfigen Gemeinderat mit einem Vorsitzenden, der die Stadt de jure vertrat, aber keine Kompetenzen hatte. Eigentliches Stadtoberhaupt war somit immer noch der bisherige Amtmann aus Bremen. Erst 1880 wurde ein hauptamtlicher Stadtdirektor eingesetzt und die Stadt damit faktisch auf kommunaler Ebene selbstständig. 1923 erhielt dieser den Titel Oberbürgermeister. Von da an war Bremerhaven quasi einer kreisfreien Stadt in anderen Ländern gleichgestellt. Ähnlich war es auch in den benachbarten Kommunen Lehe und Geestemünde.
Während in Geestemünde zunächst ein Gemeindevorsteher, ab 1889 ein Bürgermeister amtierte, gab es in Lehe bereits ab 1880 einen Bürgermeister. Beide Städte wurden 1919 beziehungsweise 1920 kreisfrei, weshalb das Stadtoberhaupt entsprechend der preußischen Gemeindeordnung den Titel Oberbürgermeister führte. Diesen Titel führte auch das Stadtoberhaupt der aus der Vereinigung beider Städte 1924 gebildeten kreisfreien Stadt Wesermünde. Somit gab es auf dem Gebiet der heutigen Stadt Bremerhaven seit den 1920er Jahren bis zur Vereinigung beider Städte im Jahre 1939 zwei Oberbürgermeister.
Heute hat die Stadt Bremerhaven aufgrund der Verfassung für die Stadt Bremerhaven (VerfBrhv)[20] als Verwaltungsorgane eine Stadtverordnetenversammlung und einen Magistrat. Die Stadtverordnetenversammlung besteht aus 48 Stadtverordneten, deren Mitglieder von den Bürgern der Stadt auf vier Jahre gewählt werden. Sie ist grundsätzlich für alle Angelegenheiten der Stadt zuständig.
Die Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung wählt in der ersten Sitzung nach der Wahl den Stadtverordnetenvorsteher sowie einen ersten und mindestens einen zweiten Beisitzer. Seit der Legislaturperiode 2007–2011 hat die Stadtverordnetenversammlung zwei weitere Beisitzer.[21] Der Vorsteher und die Beisitzer bilden den Vorstand. Der Stadtverordnetenvorsteher repräsentiert die Stadtverordnetenversammlung, leitet ihre Verhandlungen und übt das Hausrecht aus.
In der Stadtverordnetenversammlung haben seit der Wahl am 22. Mai 2011 die SPD 16 Sitze, Bündnis 90/Die Grünen 11 Sitze, die CDU 9 Sitze, die BIW 3 Sitze, die FDP 2 Sitze und Die Linke 2 Sitze. Die Piratenpartei, die NPD, die RRP, die B+B sowie die Wählergemeinschaft Für Bremerhaven und sind jeweils durch einen Stadtverordneten vertreten.[19]
Das zweite Organ, der Magistrat, ist die Verwaltungsbehörde der Stadt. Er besorgt die laufende Verwaltung der Stadt und besteht aus dem Oberbürgermeister, dem Bürgermeister als seinem Vertreter und weiteren Stadträten. Die Bürgermeister und die hauptamtlichen Stadträte werden alle sechs Jahre von der Stadtverordnetenversammlung eingesetzt. Die ehrenamtlichen Stadträte werden von der Stadtverordnetenversammlung für die Dauer der Wahlperiode der Stadtverordnetenversammlung gewählt.
Zurzeit regiert in der Stadtverordnetenversammlung eine rot-grüne Koalition.[22] Oberbürgermeister ist Melf Grantz, SPD, der 2011 Jörg Schulz ablöste. Dieser war von der Stadtverordnetenversammlung eingesetzt und 2005 wiedergewählt worden. Sein Stellvertreter ist Bürgermeister und Kämmerer Michael Teiser, CDU.
Das Wappen von Bremerhaven zeigt in Silber, über gewelltem blauem Schildfuß mit silbernem Fisch, ein Hanseschiff mit blauem Dach auf dem Achterkastell. Auf den Segeln drei Wappen: 1 in Rot ein silberner Schlüssel, darüber in Silber ein rotes Tatzenkreuz, 2 in Blau ein goldener Anker, 3 in Rot zwei gekreuzte silberne Sensenblätter. Schiff und Fisch weisen auf die Bedeutung als Hafen- und Fischereistandort hin.
Bremerhaven legte sich dieses Wappen nach der Eingliederung der Stadt Wesermünde in das Bundesland Bremen und deren Umbenennung in Bremerhaven 1947 zu. Offiziell angenommen wurde es am 28. Mai 1947. Der Entwurf stammt von dem Künstler Waldemar Mallek aus Münster.
Bremerhaven unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:
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Geplant ist darüber hinaus eine Städtepartnerschaft mit der US-Stadt Baltimore.
Zum Teil sind die Bremerhavener Autobahnzubringer nach den Partnerstädten benannt.
Seit Bremerhavens Entstehung ist die Wirtschaft auf das Engste mit dem Hafen verbunden. Bis heute sind die mit dem Hafenbetrieb verbundenen Wirtschaftszweige prägend für die Wirtschaftsstruktur der Stadt. Dazu zählen das Container-Terminal Bremerhaven, die Werften sowie der Kraftfahrzeug-Umschlag (s. u.) und die fischverarbeitende Industrie, z. B. Deutsche See, Frosta, Nordsee-Restaurantkette und Frozen Fish International.
Die überwiegende Wertschöpfung der Industrie Bremerhavens wird im Umschlag durchgehenden See-Güterverkehrs erzielt. Der Anteil der am Ort verarbeiteten Waren (Loko-Verkehre) ist dabei gering. Mit dem Umschlagsbetrieb nahen Dienstleistungen wächst dieser Wertanteil stetig. Die industrielle Verarbeitung erfolgt jedoch fast ausschließlich weiter im Hinterland.
Der Seegüterumschlag betrug 1,3 Millionen Tonnen im Jahr 1955, 8,2 Millionen Tonnen im Jahr 1975, 49 Millionen Tonnen im Jahr 2006 und über 67 Millionen Tonnen im Jahr 2011.
Die Containerkajen der Terminals „CT I“ bis „CT IV“ sind mit zusammen 4.680 Meter die längste zusammenhängende und seewassertiefe Kaje für Container-Umschlag weltweit.[23] Auf dem Terminalgelände werden drei Umschlagsbereiche betrieben:
Der Umschlag von Seefracht-Containern ist die dominante Wirtschaftskraft in Bremerhaven. Die Eurogate-Gruppe ist ein führender europäischer Marktteilnehmer mit Betriebsgesellschaften in Bremerhaven und Hamburg sowie rund um das Mittelmeer. Bremerhaven ist traditionell ein Eisenbahnhafen mit Hinterlandverkehren bis Ungarn und in die Schweiz. Erhebliche Mengen werden für die Häfen in der Ostsee von Schiff zu Schiff über die Terminals umgeschlagen.
Die aus der 1877 gegründeten Bremer Lagerhaus Gesellschaft AG entstandene BLG Logistics Group ist heute mit 6.800 Mitarbeitern der europäische Branchenführer in der Kfz-Logistik. Das Autoterminal der BLG verfügt über eine Gesamtfläche von drei Millionen Quadratmetern und hat Platz für 120.000 Fahrzeuge. Der Gesamtwert der Fahrzeuge beläuft sich bei voller Auslastung auf ca. 3,6 Milliarden Euro. Mit einem Gesamtumschlag von über zwei Millionen Fahrzeugen 2007 (einkommend und ausgehend etwa vergleichbar) ist Bremerhaven der führende Auto-Umschlagplatz in Europa. Die meisten der für den deutschen Markt bestimmten Import-Fahrzeuge gelangen über Bremerhaven nach Deutschland.
Neben den Automobilen werden rund eine Million Tonnen sogenannter High & Heavy-Güter sowie Stückgüter und Schwergüter bis 200 Tonnen Gewicht im Ro/Ro-Umschlag bewegt. Bei den „High & Heavy“-Gütern handelt es sich um Baumaschinen (Bagger, Kettenfahrzeuge, Autokrane), landwirtschaftliche Geräte (Traktoren, Mähdrescher und andere Erntemaschinen), Lkw, Zugmaschinen und auch Lokomotiven. Der ICE-Testzug für Amtrak in den USA sowie der nach China gelieferte Transrapid wurden über Bremerhaven verschifft.
In den letzten Jahrzehnten etabliert sich als weiteres Standbein erneut der Tourismus, der aber wiederum auch mit dem „Hafenflair“ und den maritim orientierten Museen zusammenhängt. Die frühere „graue Maus“ Bremerhaven gewinnt durch attraktive Museen und leistungsfähige Gastronomie stark an Farbe. Besonders das Deutsche Auswandererhaus (Eröffnet 2005) und das Klimahaus Bremerhaven 8° Ost (Eröffnet 2009) sind Attraktionen für Tagestouristen und Städtereisen.
Auch als Start- und Zielhafen für Kreuzfahrten im Nord- und Ostseeraum mit ca. 130.000 erwarteten Passagieren für 2008 und einem modernen, leistungsfähigen und sicheren Terminal gewinnt Bremerhaven an Bedeutung. Es ist geschichtlich bekannt als wichtigster Auswandererhafen des Kontinents und war bis in die 1970er Jahre ein bedeutender Hafen für den Passagierverkehr über die Nordsee und den Atlantik.
Seit Januar 2010 ist Bremerhaven mit der Sagengestalt Klabautermann Endpunkt der Deutschen Märchenstraße.[24][25]
Viele der traditionsreichen Werftbetriebe in Bremerhaven wie Tecklenborg, Rickmers, SSW oder Siegholt schlossen im Laufe der weltweiten Werftenkrise. Die bestehenden Betriebe mussten ihre Belegschaft aufgrund der fehlenden Aufträge stark verringern. Trotzdem bleibt Bremerhaven mit der Lloyd-Werft, den Motorenwerken Bremerhaven sowie den Reparaturwerften BREDO und Rickmers-Lloyd ein bedeutender Werftstandort.
Geringe Wertschöpfung erreicht nach dem Niedergang des Neubaugeschäfts die Zulieferindustrie für Werftbetriebe im Reparaturgeschäft.
Noch heute ist Bremerhaven der wichtigste Fischereihafen Deutschlands, was der Stadt den Spitznamen Fischtown und den Bewohnern den Spottnamen Fischköppe eingebracht hat.
Aus dem Hafenumschlag entstanden ist die Lebensmittelverarbeitung, insbesondere die Verarbeitung von Fisch und Tiefkühlkost. Heute erfolgt noch der Umschlag und die Reifung und Lagerung von Südfrüchten, wie z.B. Bananen, im Hafengelände.
In Nachfolge des Fischereihafenumschlags früher von Frischfisch, heute fast ausschließlich von über See oder auf der Straße angeliefertem Frostfisch, arbeitet in Bremerhaven heute ein starker Industriezweig der Lebensmittelindustrie (Fisch, Gemüse, Fertiggerichte).
Dieser Industriebesatz änderte sich mit dem Wandel der Konsumgewohnheiten von der Dominanz der Frischware (Fisch) über Fertiggerichte (Pizzen) zu Frostwaren ohne Konservierungsmittel (FROSTA).
Bremerhaven ist ein Zentrum der Offshore-Windenergie in Deutschland. Der Anteil des Maschinenbaus wächst derzeit stark aufgrund der Vorbereitungen für die Produktion von Windenergie-Anlagen für Einsatzorte vor der Küste (off shore). Im Süden der Stadt befindet sich mit Herstellern wie Areva Wind (ehemals Multibrid), Repower und WeserWind[26] das größte Industriegebiet für den Bau von Offshore-Windanlagen an der Nordsee.
Im November 2010 lag die Arbeitslosenquote in der Stadt Bremerhaven bei 16,4 %, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen (in der Stadt Bremen bei 10,5 %).[27]
Im Agenturbezirk Bremerhaven, zu dem auch das niedersächsische Umland gehört, belief sich die Quote auf 11,3 % im März 2010.
Der Containerterminal mit der längsten Stromkaje der Welt[23] (4.680 Meter Kailänge, 14 Liegeplätze), die Tide-unabhängigen Häfen mit dem Autoimport und -export und die Columbuskaje mit dem Passagierverkehr gehören zum Stadtbremischen Überseehafengebiet, verwaltet von bremenports. Dieses Unternehmen organisiert die Infrastruktur der Häfen, also die Schleusen, Kajen und Stauflächen sowie die Verkehrswege auf Straße und Schiene. Die Betriebsgesellschaften sind lediglich für die Umschlagsgeräte, die so genannte Supra-Struktur, der Investitionsträger zuständig.
Das Überseehafengebiet stellt als Freizone des Kontrolltyps I (Freihafen) ein zollrechtliches Sondergebiet innerhalb der Zollgebiets der Europäischen Union dar.[28] Es ist durch einen Grenzzaun und Grenzübergänge des Zolls gesichert, an denen Personen- und Warenkontrollen erfolgen. Personen, die die Freizone verlassen oder nur passieren wollen, müssen amtliche Ausweispapiere mit sich führen. Waren aller Art müssen beim Verlassen der Freizone zur Verzollung angemeldet und ggf. verzollt werden. Möchte man die Freizone mit Waren durchfahren und führt keine Papiere mit sich, die den Ursprung der Ware in der EU eindeutig belegen, muss man sich bei Einfahrt in die Freizone von selbst an die Zollbehörden wenden und die Waren anmelden.
Der Neue Hafen, der Alte Hafen mit den Museumsschiffen, die Seebäderkaje und das Fischereihafengebiet südlich der Geeste gehören zur Stadt Bremerhaven.
Bremerhaven erhielt seinen Anschluss an das Deutsche Eisenbahnnetz für die Hafen-Hinterland-Verkehre. Heute ist der Transport der umgeschlagenen Güter an Containern und Automobilen per Bahn das Rückgrat der Hafenverkehre. Ein Transport vergleichbarer Gütermengen über die Straße wäre für das Autobahnnetz kaum erträglich. Das Hafengebiet besitzt ein ausgedehntes Schienennetz, das in Landesbesitz ist und von der Deutschen Bahn AG betrieben wird.
Bremerhavens Hauptbahnhof verbindet die Bahnstrecke Bremen–Bremerhaven mit der Bahnstrecke Bremerhaven–Cuxhaven und ist Ausgangspunkt der Bahnstrecke Bremerhaven–Buxtehude (über Bremervörde) mit Anschluss an die seit Dezember 2007 bis nach Stade verlängerte Hamburger S-Bahn auf der Niederelbebahn sowie der Strecken nach Bremerhaven-Columbusbahnhof/ColumbusCruiseCenter (Gelegenheits-, Sonder- und Güterverkehr) und Bederkesa (Museumsbahn).
Bis 2001 war Bremerhaven in das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn eingebunden (ICE nach München und Frankfurt am Main, IR nach Saarbrücken und Luxemburg). Im Abschnitt zwischen Bremerhaven und Osnabrück werden nun RE-Züge eingesetzt.
Derzeit fahren ab Bremerhaven Regional-Express-Züge (RE) der Linie Bremerhaven–Bremen–Osnabrück sowie Regio-S-Bahn-Züge der Linie RS 2 der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen (Bremerhaven–Twistringen). Eine Verbindung mit Regional-Express-Zügen (RE) der Linie Bremerhaven–Bremen–Hannover für die Zeit ab 2012 wird geprüft.[29] Die Strecken nach Cuxhaven und Buxtehude über Bremervörde werden durch Regionalbahn-Triebzüge der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (EVB) betrieben, in Richtung Cuxhaven in Kooperation mit der DB Regio AG als Nordseebahn.
S-Bahn
Seit Mitte Dezember 2010 ist die erste Ausbaustufe der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen in Betrieb. Die Einführung des S-Bahn-Konzeptes gab Anlass, die Reaktivierung des 1988 stillgelegten Bahnhof Bremerhaven-Speckenbüttel zu diskutieren.
Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Bremerhaven wird heute mit 16 Buslinien (12 Tages- und 2 Nachtlinien und zwei Anruflinientaxen-Systeme (ALT)) sowie vier Anrufsammeltaxen-Systeme (AST) (in den Umlandgemeinden Land Wursten, Stadt Langen, Schiffdorf, Loxstedt und Beverstedt) durch die Verkehrsgesellschaft Bremerhaven AG (VGB), seit 2001 als BremerhavenBus auftretend, erbracht.
Darüber hinaus verkehren dreizehn Regionalbuslinien anderer Unternehmen in das Bremerhavener Umland, u. a. nach Cuxhaven und Bad Bederkesa sowie nach Wilhelmshaven und Oldenburg.
Die Stadt gehört dem Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen und die Verkehrsgesellschaft Bremerhaven AG dem Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen an.
VGB
Die Verkehrsgesellschaft Bremerhaven (VGB) wurde 1881 als Bremerhavener Straßenbahn gegründet und ab 1926 als Straßenbahn Bremerhaven-Wesermünde AG beziehungsweise ab 1939 als Straßenbahn Wesermünde AG geführt. Die Straßenbahn wurde am 30. Juli 1982 stillgelegt. Seitdem verkehren Busse im Stadtgebiet. Die Fahrgastzahlen haben sich seit 1975, als die Straßenbahn noch täglich und bis spät in den Abend fuhr, von damals 25 Millionen auf heute 13 Millionen Kunden nahezu halbiert.
Von 1947 bis 1958 verkehrten O-Busse zwischen Hauptbahnhof und Schiffdorf.[30]
Durch das östliche Stadtgebiet Bremerhavens führt die Bundesautobahn A 27 Cuxhaven-Bremerhaven-Bremen-Walsrode: eine Verlängerung über Celle nach Berlin wird derzeit in Niedersachsen diskutiert. Ferner führen die alte Bundesstraße B 6, die B 71 und die B 212 durch das Stadtgebiet. In Planung ist zusätzlich die umstrittene, so genannte Küstenautobahn A 20 / A 22 zwischen Skandinavien/Polen und den Niederlanden über Hamburg und Bremerhaven, die mit der erforderlichen neuen Elbquerung mindestens 2 Milliarden Euro kosten würde.
Das Stadtgebiet selbst ist von einer leiterartigen Struktur in Nord-Süd-Richtung geprägt, mit der A 27 als Osttangente und der B 6 als Westtangente; letzte teilt sich am Verkehrsknoten Elbinger Platz in eine weiterführende Hafenrandstraße und eine Mittelachse (B 6). Für den südlichen Abschnitt der Westtangente bestehen Überlegungen des Neubaus außerhalb von Wohngebieten (bisheriger Verlauf Georgstraße – Weserstraße); die Hafenrandstraße (Columbusstraße und Barkausenstraße) endet Am Zolltor Rotersand, eine Weiterführung über die geplante Alfred-Wegener-Straße zum Anschluss an die Cherbourger Straße wird derzeit diskutiert.
Die Querspangen sind:
Bremerhaven hat den Flughafen Luneort, von dem im Linienverkehr Helgoland angeflogen wird. Wenige Kilometer nördlich befindet sich zusätzlich der Flughafen Cuxhaven-Nordholz.
Am südlichen Geesteufer befindet sich der Ausgangspunkt der Weserfähre, die Bremerhaven mit dem Nordenhamer Ortsteil Blexen verbindet. Im Norden der Stadt, zwischen Kaiserschleuse und Nordschleuse, befinden sich die Columbuskaje sowie ein Fährterminal, von dem aus Fährverbindungen nach England und Island bestanden. Über 8 Millionen Emigranten sind von der Columbuskaje in die Neue Welt aufgebrochen. Seit dem 2. Mai 2003 werden die Anlagen an der Columbuskaje als Passagierterminal Columbus Cruise Center Bremerhaven (CCCB) für Kreuzfahrtschiffe genutzt. Im Jahre 2008 wurden mehr als 100 Schiffsankünfte erwartet.
Früher gab es innerhalb der Kaiserhäfen und des Fischereihafens Fährverbindungen. Die Fähre im Kaiserhafen wurde für die Bauzeit zur Erweiterung der Kaiserschleuse reaktiviert.
Über Bremerhaven verlaufen der Weserradweg, der die Weser von ihrem Anfang (Zusammenfluss der Flüsse Fulda und Werra in Hann. Münden) bis zur Mündung begleitet und weiter nach Cuxhaven führt, und der Nordseeküsten-Radweg.
In Bremerhaven haben folgende Einrichtungen und Institutionen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts ihren Sitz:
Bremerhaven wurde zusammen mit Bremen am 12. März 2004 vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft zur „Stadt der Wissenschaft 2005“ (bei 36 deutschen Städten als Mitbewerber) gewählt.
Einrichtungen in Bremerhaven
In Bremerhaven gibt es ein breites Spektrum an Schulen: Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien, Gesamtschulen sowie Berufsschulen und Förderschulen.
Das Gymnasium Wesermünde ist eine niedersächsische Schule mit dem Schulträger Landkreis Cuxhaven und befindet sich in Bremerhavenen-Geestemünde.
Die überwiegend protestantische Bevölkerung der jungen Siedlung Bremerhaven war seit der Gründung zunächst in die nördliche Kirchengemeinde Lehe eingepfarrt. Lehe war eine überwiegend reformierte Siedlung, in der schon ab 1520 die Reformation eingeführt worden war. Während der Schwedenherrschaft war jedoch das lutherische Bekenntnis vorherrschend.
Ab 1846 wurde die evangelische Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche gebaut, an der eine aus Lutheranern und Reformierten Gemeindegliedern bestehende Unierte Gemeinde entstand, die von Anfang an zur Bremischen Evangelischen Kirche gehörte und bis heute die einzige Kirchengemeinde dieser Landeskirche in Bremerhaven ist. Von ihr spaltete sich 1855 eine lutherische Gemeinde ab.
Die später gegründeten Kirchengemeinden, wie die der 1863 erbauten Kreuzkirche sowie die Kirchengemeinden der mit Bremerhaven seit 1939 vereinigten Stadt Wesermünde beziehungsweise deren Vorgängergemeinden Geestemünde und Lehe, gehören – sofern es sich um lutherische Gemeinden handelt – zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers (Kirchenkreise Bremerhaven, Wesermünde-Nord und Wesermünde-Süd innerhalb des Sprengels Stade) beziehungsweise – sofern es sich um reformierte Gemeinden handelt – zur Evangelisch-reformierten Kirche (Synodalverband VIII).
Daneben gibt es in Bremerhaven freikirchliche Gemeinden.
Schon bald nach Gründung der Stadt zogen auch Katholiken nach Bremerhaven, die jedoch zahlenmäßig gegenüber den Protestanten stets in der Minderheit blieben. 1867 wurde die Kirche St. Marien im neugotischen Stil erbaut, die erste katholische Kirche der Stadt. Die zugehörige Gemeinde wurde 1902 eine selbstständige Pfarrei, nachdem sie zuvor als Filialgemeinde zu St. Johann in Bremen (Bistum Osnabrück) gehörte. Später folgten weitere Gemeinden, wie etwa die Herz-Jesu-Kirchen in Geestemünde und Lehe 1910 und 1911. Heute gehören die Pfarrgemeinden der Stadt Bremerhaven zum Dekanat Bremerhaven des Bistums Hildesheim. Das Dekanat Bremerhaven umfasst darüber hinaus auch Gemeinden des Landkreises Cuxhaven.
In Bremerhaven gibt es drei Stadtgemeinden: Bremerhaven Wulsdorf, Geestemünde und Lehe.
Im November 2000 wurde in Bremerhaven eine jüdische Gemeinde mit 30 Mitgliedern neu gegründet: Die Jüdische Gemeinschaft Bremerhaven e.V. ist die erste jüdische Gemeinde Bremerhavens nach 1938. Da die frühere Synagoge an der Schulstraße im Stadtteil Geestemünde am 9. November 1938 zerstört worden war[35][36], richtete sie eine neue Synagoge in der Kirche am Kleinen Blink, einer Kirche der amerikanischen Kaserne, ein, die am 27. November 2000 mit der Übergabe von Thora-Rollen eingeweiht wurde.[37][38][39]
In Bremerhaven gibt es eine große islamische Bevölkerungsgruppe, die vor allem eingewanderte Türken, daneben auch Libanesen, Palästinenser, Iraner, Pakistaner, Syrer und Nordafrikaner umfasst. Es gibt drei Moscheen, darunter eine der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion in Lehe und eine von Millî Görüş in Geestemünde.
In Bremerhaven erscheint als Tageszeitung die Nordsee-Zeitung in einer Monopolstellung. Im Verlagshaus der Nordsee-Zeitung entsteht auch der überregionale Teil der meisten im Elbe-Weser-Dreieck verbreiteten regionalen Tageszeitungen (Redaktionsgemeinschaft Nordsee). Dazu gehören die Cuxhavener Nachrichten, die Niederelbe-Zeitung in Otterndorf sowie die Zevener Zeitung in Zeven. Radio Bremen unterhält im Columbus-Center ein Außenstudio. Des Weiteren besteht als Fernseh- und Hörfunkprogramm der Bürgerrundfunk Bremerhaven.
Die Rundfunkprogramme von Radio Bremen werden außerhalb des Bremerhavener Stadtgebietes vom Telekom-Sender Schiffdorf abgestrahlt. Es können auch alle NDR-Programme in der Stadt empfangen werden. Außerdem sind in der Stadt Sender wie radio ffn, Hitradio Antenne und Energy Bremen zu empfangen. Fernsehprogramme werden ausschließlich im DVB-T-Modus gesendet (ebenfalls in Schiffdorf). Neben den öffentlich-rechtlichen Programmen werden auch die Bouquets der ProSieben-Sat1-Gruppe und der RTL-Gruppe abgestrahlt.
Seit 1885 haben Bremerhaven und seine Vorgängergemeinden Lehe, Geestemünde und Wesermünde 20 Personen die Ehrenbürgerschaft verliehen.
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über 1.000.000 Einwohner: Berlin | Hamburg | Köln | München
über 500.000 Einwohner: Bremen | Dortmund | Dresden | Düsseldorf | Essen | Frankfurt am Main | Hannover | Leipzig | Nürnberg | Stuttgart
über 250.000 Einwohner: Aachen | Augsburg | Bielefeld | Bochum | Bonn | Duisburg | Gelsenkirchen | Karlsruhe | Mannheim | Mönchengladbach | Münster | Wiesbaden | Wuppertal
über 100.000 Einwohner: Bergisch Gladbach | Bottrop | Braunschweig | Bremerhaven | Chemnitz | Cottbus | Darmstadt | Erfurt | Erlangen | Freiburg im Breisgau | Fürth | Göttingen | Hagen | Halle (Saale) | Hamm | Heidelberg | Heilbronn | Herne | Hildesheim | Ingolstadt | Jena | Kassel | Kiel | Koblenz | Krefeld | Leverkusen | Lübeck | Ludwigshafen am Rhein | Magdeburg | Mainz | Moers | Mülheim an der Ruhr | Neuss | Oberhausen | Offenbach am Main | Oldenburg | Osnabrück | Paderborn | Pforzheim | Potsdam | Recklinghausen | Regensburg | Remscheid | Reutlingen | Rostock | Saarbrücken | Salzgitter | Siegen | Solingen | Trier | Ulm | Wolfsburg | Würzburg