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Bridge (speziell auch Kontrakt-Bridge) ist ein Kartenspiel für vier Personen. Je zwei sich gegenübersitzende Spieler bilden eine Mannschaft, die zusammen spielt und gewertet wird. Es werden französische Karten (52 Blatt, ohne Joker) verwendet.
Ziel des Spieles ist es, möglichst viele Stiche zu machen. In einer ersten Phase (Reizung) wird in einer Art Versteigerung ermittelt, welches Paar wie viele Stiche machen muss und ob es eine Trumpffarbe gibt. Nachdem sich ein Paar mit einer Ansage von Stichzahl und Trumpffarbe durchgesetzt hat, erfolgt in der zweiten Phase das Abspiel der Karten. Hauptziel ist es für die eine Seite, ihre angesagte Stichzahl zu erreichen; die andere Seite muss dies nach Möglichkeit verhindern.
Heute versteht man unter Bridge die moderne Variante Kontrakt-Bridge, die sich seit den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts weltweit durchgesetzt und ihre Vorgänger wie Whist oder Auktions-Bridge weitgehend verdrängt hat. Bridge wird nicht nur als Rubberbridge im privaten Kreis, sondern häufig auch in Form von Turnieren gespielt. Das Kartenglück ist bei einem Turnier praktisch bedeutungslos, weshalb Bridge, ähnlich wie Schach und Go, auch als Sport ausgeübt wird.
Inhaltsverzeichnis |
| Farben beim Bridge | ||||||||
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Bridge wird mit einem Paket Spielkarten französisches Bild zu 52 Blatt gespielt: Die vier Farben werden beim Bridge Pik, Coeur (in Österreich Herz), Karo und Treff genannt. Die Bezeichnung Kreuz für Treff ist beim Bridge nicht üblich.
Pik und Coeur werden Oberfarben (auch: Edelfarben) genannt, Karo und Treff sind die Unterfarben. Jede Farbe hat 13 Karten in der Reihenfolge:
Ass, König, Dame, Bube, 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2
Ass, König, Dame und Bube heißen Figuren, Bilder oder Honneurs. Die 10 gilt nach den internationalen Turnierbridgeregeln auch als Figur.
Die Partnerschaften sind entweder fix oder werden vorher durch ein Losverfahren gebildet. Die Spieler in einer Partnerschaft nehmen gegenüber am Tisch Platz. Die Spieler werden mit den vier Himmelsrichtungen Nord, Ost, Süd und West (N, O, S, W) bezeichnet. Das NS-Paar spielt gegen das OW-Paar.
Der Teiler mischt die Karten und lässt das Paket vom rechten Gegner abheben. Anschließend teilt er die Karten einzeln aus, bis jeder Spieler 13 Karten hat. Beim nächsten Spiel hat der Spieler links vom Teiler diese Aufgabe.
Die Reizung (in Österreich: das Lizit oder die Lizitation) ist die erste Phase des Spiels. Mit ihr wird festgelegt:
Bei der Reizung geben die Spieler im Uhrzeigersinn Ansagen ab, beginnend mit dem Teiler. Ein Spieler kann entweder
Ein Gebot nach Kontra oder Rekontra hebt letzteres auf. Die Reizung endet, wenn 3 Spieler hintereinander passen, ausgenommen die Reizung beginnt mit Pass – Pass – Pass. In diesem Fall bekommt der 4. Spieler noch die Chance, ein Gebot abzugeben. Sollte er ebenfalls passen, werden die Karten neu geteilt (gilt nicht bei Turnieren). Die Trumpffarbe (bzw. ob es eine solche gibt) und die Anzahl der mindestens zu gewinnenden Stiche wird durch das letzte Gebot, den Kontrakt, bestimmt.
| Alle Gebote im Bridge | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Das niedrigste Gebot ist 1♣. Der Spieler verpflichtet sich, mit seinem Partner 7 (= 6+1) Stiche mit Treff als Trumpf zu machen. Das nächste Gebot ist 1♦ und verpflichtet zu 7 Stichen mit Karo als Trumpf. Es folgen 1♥, 1♠ und 1NT (No Trump, verpflichtet 7 Stiche ohne Trumpf, manchmal auch mit 1SA, für Sans-Atout, bezeichnet). Nach 1NT kommt 2♣. 2♣ verpflichtet zu 8 (= 6+2) Stichen mit Treff als Trumpf. Es geht weiter mit 2♦, 2♥, 2♠, 2NT, 3♣, 3♦, … , 7♣, 7♦, 7♥, 7♠ und schlussendlich 7NT (alle 13 = 6 + 7 Stiche, ohne Trumpf).
Einzelne Gebote können ausgelassen werden. Auf 1♦ kann beispielsweise sofort 1NT (unter Auslassung von 1♥ und 1♠) folgen.
Auf ein Gebot kann immer nur ein höherwertiges Gebot folgen. Gibt ein Spieler z. B. das Gebot von 2♦ ab, sind im weiteren Verlauf die Gebote 1♣, 1♦, 1♥, 1♠, 1NT und 2♣ nicht mehr zulässig. Die Reizung hat daher den Charakter einer Auktion.
Das erste Gebot heißt Eröffnung.
Während der Reizung muss die Partnerschaft versuchen, das Stichpotential ihrer Blätter möglichst genau anzusagen. Es ist schlecht, wenn mehr Stiche angesagt werden, als später im Spiel gemacht werden. Es kann aber auch schlecht sein, wenn zu wenige Stiche angesagt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, tauschen die Spieler mittels der Ansagen Informationen über ihr Blatt aus. Die Information beinhaltet normalerweise die Anzahl der Karten in einer oder mehreren Farben und die Stärke des Blatts (gemessen in Figuren- und Verteilungspunkten). Die genaue Bedeutung einer Ansage ist abhängig von den zuvor abgegebenen Ansagen. Eine systematische Zusammenfassung derartiger Partnerschaftsvereinbarungen wird Bietsystem genannt. Dabei sind "Geheimvereinbarungen" unzulässig. Bei Geboten, die keine natürliche Bedeutung haben, ist vom Partner des Spielers, der das künstliche Gebot abgegeben hat, darauf hinzuweisen (das Gebot ist zu "alertieren", in jeder Bidding-Box gibt es dafür eine spezielle Karte "Alert"). Die Gegner haben dann das Recht, nach der Bedeutung einer Ansage zu fragen und eine exakte Auskunft darüber zu erhalten.
Ursprünglich wurden alle Ansagen in der Reizung mündlich abgegeben. Dies wird heute nur mehr beim Spiel im privaten Umfeld gemacht, im Klubbetrieb und jedenfalls bei Turnieren werden Bidding-Boxen verwendet. Jeder Spieler hat eine Bidding-Box mit den 35 Geboten und mehreren Karten für Pass, Kontra und Rekontra. Wenn er an der Reihe ist, entnimmt der Spieler der Bidding-Box die Karte für die gewünschte Ansage und legt sie vor sich auf den Tisch. In der vorigen Runde abgegebene Ansagen werden nicht entfernt, sondern mit der neuen Karte teilweise überdeckt, aber so, dass die Ansage sichtbar bleibt. Erst nach Ende der Reizung werden alle Bidding-Karten wieder entfernt.
Nach der Reizung erfolgt das Abspiel der Karten. Die Partei, die das letzte Gebot abgegeben hat, muss nun versuchen, zumindest entsprechend viele Stiche zu machen. Der Spieler dieser Partei, der während der Reizung die Trumpffarbe (bzw. NT) zum ersten Mal genannt hat, wird zum Alleinspieler. Die beiden Spieler der anderen Partei heißen Gegenspieler.
Bridge ist ein Stichspiel: Ein Spieler spielt aus, d. h. er legt eine Karte offen auf den Tisch. Die anderen Spieler geben im Uhrzeigersinn eine Karte aus ihrem Blatt zu. Der Spieler, der die ranghöchste Karte zugegeben hat, gewinnt den Stich und spielt zum nächsten Stich aus. Beim Spiel gilt Farbzwang, aber kein Stich- und kein Trumpfzwang.
Der Spieler links vom Alleinspieler spielt zum ersten Stich aus. Als Nächstes legt der Partner des Alleinspielers alle seine Karten nach Farben geordnet auf den Tisch. Falls es eine Trumpffarbe gibt, gehören die Karten dieser Farbe nach rechts. Diese nun auf dem Tisch liegenden Karten werden als Dummy, Tisch oder Strohmann bezeichnet. Bei jedem Stich wird auch aus diesem Blatt eine Karte zugegeben. Sein Besitzer darf aber nicht selbst entscheiden, welche Karte er spielen will, sondern muss den mündlichen Anweisungen des Alleinspielers folgen. Jeder Spieler sieht also neben seinen eigenen 13 Karten auch die 13 Karten des Tischs, wodurch das Spiel besser geplant werden kann als bei anderen Kartenspielen.
Ein Beispiel: Nach der Reizung
| Nord | Ost | Süd | West |
|---|---|---|---|
| 1♣ | 1♥ | 1♠ | Pass |
| 2♠ | Pass | 4♠ | Pass |
| Pass | Pass |
muss NS mindestens 10 Stiche mit Pik als Trumpf machen. Süd wird Alleinspieler, denn er hat Pik während der Reizung zum ersten Mal genannt (beim Gebot von 1♠). West spielt zum ersten Stich aus, Nord wird Dummy und legt sein Blatt auf den Tisch.
Ursprünglich erhielt der Spieler bzw. die Partei, die einen Stich gewonnen hatte, alle vier Karten des Stichs. Der Alleinspieler, der 1 NT erfüllte, hatte 6 + 1 Stiche, also 7 Päckchen mit je 4 Karten vor sich liegen. Heute soll meist die Kartenzusammenstellung erhalten bleiben, weil bei Turnieren die gleichen Partien von verschiedenen Spielern gespielt werden. Um gewonnene und verlorene Stiche am Ende besser zählen zu können, legt jeder Spieler die Karte des beendeten Stichs mit der Bildseite nach unten vor sich. In der Partnerschaft gewonnene Stiche werden senkrecht gelegt, verlorene waagrecht. Wenn alle 13 Stiche gespielt sind, werden gewonnene und verlorene Stiche gezählt und die Karten in das Board zurückgesteckt.
Bei der Abrechnung ist allein die Anzahl der Stiche jeder Partei von Bedeutung. Punktwerte von Karten, die bei der Abrechnung relevant wären, gibt es nicht. Ein Spiel ist vom Alleinspieler gewonnen, wenn er mindestens so viel Stiche macht wie im Kontrakt, d. h. im letzten abgegebenen Gebot, versprochen. Zusätzliche Stiche heißen Überstiche. Macht er weniger Stiche, dann gewinnt die Gegenpartei. In diesem Fall wird die Differenz zwischen angesagter Stichzahl und tatsächlich gemachter Stichzahl Faller genannt.
Zusätzlich gibt es das Konzept der Gefahrenlage. Eine Partei kann entweder in Gefahr oder nicht in Gefahr sein. 4 Konstellationen sind möglich. Sie wechseln nach jeder Partie nach einem bestimmten System:
In Gefahr erhöhen sich sowohl die Prämien für gewonnene Spiele als auch die Strafen für verlorene Spiele. Für die Abrechnung ist nur die Gefahrenlage des Alleinspielers relevant.
Erfüllt die Partei des Alleinspielers den angesagten Kontrakt, erhält sie dafür Stichpunkte und Prämien.
Die Partei bekommt für jeden ab dem 7. gemachten Stich Stichpunkte. Die Höhe ist abhängig von der Trumpffarbe und ob der Kontrakt kontriert oder rekontriert wurde. Die Gefahrenlage spielt dabei keine Rolle:
| Stichpunkte | nicht kontriert | kontriert | rekontriert |
|---|---|---|---|
| Unterfarben (♣, ♦) | 20 | 40 | 80 |
| Oberfarben (♥, ♠) | 30 | 60 | 120 |
| NT (7. Stich) | 40 | 80 | 160 |
| NT (weitere Stiche) | 30 | 60 | 120 |
| Übersicht über die Prämienstufen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Weiterhin erhält die Partei verschiedene Prämien. Folgende Begriffe werden verwendet:
| Prämien | nicht in Gefahr | in Gefahr |
|---|---|---|
| Gewinn eines Teilkontraktes | 50 | 50 |
| Gewinn eines Vollspiels | 300 | 500 |
| Gewinn eines Kleinschlemms | 500 | 750 |
| Gewinn eines Großschlemms | 1000 | 1500 |
| Gewinn eines beliebigen kontrierten Kontrakts | 50 | 50 |
| Gewinn eines beliebigen rekontrierten Kontrakts | 100 | 100 |
| für jeden Überstich in einem kontrierten Kontrakt | 100 | 200 |
| für jeden Überstich in einem rekontrierten Kontrakt | 200 | 400 |
Beispiele (Alleinspieler nicht in Gefahr):
Die Summe setzt sich zusammen aus Stichpunkte der gemachten Stiche und Prämien. Stichpunkte der angesagten Stiche ist nur für die Entscheidung, ob das Paar die Vollspiel- oder die Teilkontraktprämie erhält, notwendig.
| Kontrakt | gemachte Stiche | Stichpunkte der angesagten Stiche | Stichpunkte der gemachten Stiche | Prämien | Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| 3♠ | 11 | 3 × 30 = 90 (< 100 => Teilkontrakt) | 5 × 30 = 150 | 50 (Teilkontraktprämie) | 200 |
| 4♠ | 11 | 4 × 30 = 120 (>= 100 => Vollspiel) | 5 × 30 = 150 | 300 (Vollspielprämie) | 450 |
| 6 NT | 13 | 1 × 40 + 5 × 30 = 190 (> 100 => Vollspiel) | 1 × 40 + 6 × 30 = 220 | 300 + 500 (Vollspielprämie + Kleinschlemmprämie) | 1020 |
| 2♠ X | 9 | 4 × 30 = 120 (> 100 => Vollspiel) | 4 × 30 = 120 (Verdopplung durch Kontra) | 50 + 100 + 300 (Gewinnprämie + Überstichprämie + Vollspielprämie) | 570 |
Um die Prämien für ein Vollspiel zu erhalten, ist es notwendig, diese vorher auch zu reizen. Reizt ein Paar 3♠ und macht 11 Stiche, hat es zwar ausreichend viele Stiche für ein Vollspiel gemacht, aber nicht ausreichend viele Stiche angesagt und bekommt daher nur die Teilkontraktprämie. Dieser Umstand macht Bridge sehr reizvoll, denn es reicht nicht aus, mit starken Blättern einfach viele Stiche zu machen, diese müssen vorher auch angesagt werden. Auf der anderen Seite darf man aber nicht zu viele Stiche ansagen.
Erfüllt die Partei des Alleinspielers den angesagten Kontrakt nicht, erhält die Gegenseite folgende Prämien:
| Faller | nicht in Gefahr | in Gefahr | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| nicht kontriert | kontriert | rekontriert | nicht kontriert | kontriert | rekontriert | |
| Ein Faller | 50 | 100 | 200 | 100 | 200 | 400 |
| Zwei Faller | 100 | 300 | 600 | 200 | 500 | 1000 |
| Drei Faller | 150 | 500 | 1000 | 300 | 800 | 1600 |
| Für jeden weiteren Faller | 50 | 300 | 600 | 100 | 300 | 600 |
Ein Paar versucht während der Reizung, den optimalen Kontrakt zu erreichen.
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| Ein NT-verteiltes Blatt (4-4-3-2) mit 9 Punkten | ||||||||
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| Ein Einfärber (6-3-2-2) mit 17 Punkten | ||||||||
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| Ein Zweifärber (5-4-2-2) mit 18 Punkten | ||||||||
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| Ein weiterer Zweifärber mit 18 Punkten, aber ungünstiger verteilten Figuren |
Der Spieler verfügt über verschiedene Hilfsmittel, um die Stärke seines Blattes einzuschätzen. Das wichtigste sind die Figurenpunkte (engl. High-Card-Points, Abk. HCP):
Insgesamt gibt es 40 Figurenpunkte im Spiel. Ein Blatt mit weniger als 10 Punkten ist schwach. Ab 12 Punkten ist ein Blatt stark genug für eine Eröffnung. Ein Blatt mit ca. 16–19 Punkten ist stark, eines über 20 Punkten ist sehr stark.
Eine große Rolle spielt auch die Verteilung des Blattes. Für die Verteilung wird eine eigene Notation verwendet:
Man unterscheidet folgende Verteilungen:
Unregelmäßige Verteilungen mit vielen Karten in ein oder zwei Farben (z. B. 7-3-2-1 oder 5-5-2-1) sind stärker als regelmäßige Verteilungen, da die langen Farben leichter zur Trumpffarbe erklärt werden können und mehr Potential für Stiche bieten. Figuren helfen mehr, wenn sie sich in den längeren Farben oder in langen Farben des Partners befinden und auf weniger Farben verteilt sind.
Sobald die Partnerschaft einen Fit gefunden hat und daher mit Trumpf spielt, können Verteilungspunkte hinzugezählt werden:
Im Ohnetrumpfspiel sind dies Schwächen und dürfen nicht addiert werden.
Entscheidend für das Reizen eines Schlemms sind die Kontrollen, um zu verhindern, dass die Gegner Ass und König in einer Farbe abspielen und dadurch den Schlemm zu Fall bringen:
Für ein Vollspiel bzw. einen Schlemm ist ungefähr folgende Stärke notwendig. Die Punkte beider Blätter einer Partnerschaft sind zusammenzuzählen. Die Verteilung der Blätter spielt auch eine Rolle. Falls ein oder beide Blätter der Partnerschaft unregelmäßig verteilt sind (d. h. ein oder zwei lange Farben) können insbesondere Farbkontrakte auch mit weniger Punkten erfüllt werden.
| Kontrakt | Punkte |
|---|---|
| 3NT, 4♠, 4♥ | 26 |
| 5♦, 5♣ | 29 |
| Kleinschlemm | 33 |
| Großschlemm | 37 |
Dies sind freilich nur Richtwerte, denn ein Spieler, der alle 13 Karo-Karten besitzt, gewinnt alleine 7♦, obwohl er nur zehn Figurenpunkte und neun Verteilungspunkte hat.
In den Oberfarben ist ein Vollspiel am leichtesten zu erfüllen. Die Paare untersuchen daher zunächst, ob ein Fit in Coeur oder Pik vorhanden ist. Sollte das nicht der Fall sein, wird ein Vollspiel in NT angesteuert. Ein Vollspiel in den Unterfarben ist nur selten die beste Alternative.
Um den optimalen Kontrakt zu erreichen, muss ein Spieler Stärke und Verteilung seines Blattes dem Partner übermitteln. Eine Reihe von Systemen und Konventionen wurde erfunden, um die Beurteilung der gemeinsamen Blätter zu verbessern. Ein natürliches System funktioniert grob nach folgendem Schema:
| Verteilung: | ||||||||||||||||||||
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| Reizung: | ||||||||||||||||||||
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Beispiel (Bietsystem: Fünfer Oberfarben):
Ein natürliches Gebot verspricht eine gewisse Mindestanzahl von Karten in der genannten Farbe und die Bereitschaft, diesen Kontrakt zu spielen. Das trifft auf die meisten Gebote zu. Zusätzlich gibt es konventionelle (auch: künstliche) Gebote, bei denen zwischen genannter Farbe und Verteilung des Blattes kein Zusammenhang besteht. Konventionen beschreiben in speziellen Situationen das Blatt besser und einfacher als natürliche Gebote.
Beispiel:
| Nord | Ost | Süd | West |
|---|---|---|---|
| 1♥ | 2NT |
Ost zeigt mit dem 2NT-Gebot kein regelmäßig verteiltes Blatt, sondern mindestens 5 Karten in beiden Unterfarben (♣ und ♦). Diese Konvention heißt Unusual NT.
Bridge-Spieler entwickelten im Laufe der Geschichte eine Vielzahl von Konventionen. Die Stayman- und die Blackwood-Konvention werden heute von fast jedem Paar verwendet, andere Konventionen nur seltener. Manche Konventionen verschwanden mit der Zeit komplett.
Ein Paar vereinbart vor dem Spiel, welche Konventionen es verwendet. Gibt ein Spieler ein konventionelles Gebot ab, muss sein Partner die Gegner durch alertieren darauf aufmerksam machen. In den Bidding-Boxen befindet sich dazu eine Alert-Karte, die der Partner vorzeigt. Ohne Bidding-Boxen klopft er auf den Tisch. Die Gegner haben dann die Möglichkeit, sich über die Bedeutung des Gebots zu informieren.
Ein forcierendes Gebot zwingt den Partner zu einem weiteren Gebot, d. h. dieser darf nicht passen. Ein Spieler gibt es ab, falls er ein starkes Blatt hält und er ein Vollspiel nicht ausschließen kann oder fix erreichen will. Das verwendete Bietsystem bestimmt, welche Gebote forcierend sind. In den meisten Fällen ist das Bieten einer neuen Farbe forcierend.
Ein Sperrgebot soll dem Gegner das Finden des optimalen Kontrakts erschweren. Häufig wird es auf 3er- oder 4er-Stufe abgegeben, um dem Gegner möglichst viele Gebote (Bietraum) wegzunehmen. Dadurch kann dieser sein Blatt weniger genau beschreiben.
Damit verwandt ist das Opfergebot. Bei einem Opfergebot rechnet der Spieler nicht damit, den Kontrakt zu erfüllen. Die Faller bringen der Gegenpartei jedoch weniger Punkte ein, als wenn diese selbst einen Kontrakt angesagt und erfüllt hätte.
Beide Gebote werden mit Blättern abgegeben, die schwach sind, aber viele Karten in einer Farbe beinhalten.
Ein Bietsystem fasst alle Partnerschaftsvereinbarungen und Konventionen, die bei der Reizung verwendet werden, zusammen. Ein Paar muss sich vor dem Spiel auf ein System einigen. Wie bei den Konventionen wurden und werden Bietsysteme erfunden und weiterentwickelt. Das verwendete System ist nicht geheim, sondern muss auf Verlangen dem Gegner offengelegt werden.
Es gibt eine Vielzahl von Systemen, teilweise unterscheiden sie sich nur geringfügig. Standard-Blätter werden bei den meisten Systemen gleich oder ähnlich gereizt. Eine eingespielte Partnerschaft hat üblicherweise genaue Kenntnis über die Feinheiten ihres Systems. Bei spontanen Partnerschaften kann es bei Nicht-Standard-Situationen aber durchaus zu Meinungsverschiedenheiten über die Bedeutung eines Gebots kommen.
Es gibt 2 große Klassen von Systemen:
In den letzten Jahren dominieren 5er-Oberfarben-Systeme.
Obwohl alle Spieler 26 Karten sehen, gilt das Spiel des Alleinspielers als einfacher als das der Gegenspieler. Ersterer kennt alle Karten seiner Partei und damit genau seine Stärken und Schwächen.
Beispielsweise sieht er, in welcher Farbe seine Partei gemeinsam die meisten Karten hat und am besten Längenstiche entwickelt werden können. Für einen Gegenspieler ist es zwar auch üblich, von seiner längsten Farbe auszuspielen, um dort Längenstiche zu entwickeln. Es besteht aber immer die Gefahr, dass sein Partner eine noch längere – und damit geeignetere – Farbe besitzt.
Um ein Spiel zu gewinnen, stehen in der Regel verschiedene Spielvarianten zur Verfügung, bei denen unter anderen die unten beschriebenen, grundlegenden Techniken zum Einsatz kommen. Um die beste Variante zu wählen, ist es notwendig
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| OW machen 2 Figurenstiche in Pik und 3 in Coeur. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Figurenstiche sind Stiche, die mit hohen Karten gemacht werden. In Pik haben OW 2 Figurenstiche: Ass und König. In Coeur können sich OW 3 Figurenstiche entwickeln: West spielt den König, sollte Nord mit dem Ass stechen, kann West in Folge mit Dame, Bube und 10 drei Stiche machen. Stechen die Gegner nicht mit dem Ass, kann das Manöver einfach mit der Dame und gegebenenfalls mit dem Buben wiederholt werden.
Figurenstiche können in Farben mit einer längeren lückenlosen Folge (Sequenz) entwickelt und erzielt werden.
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| OW machen 2 Längenstiche in Pik, keinen in Coeur. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Wird eine Farbe so lange gespielt, bis die Gegner keine Karten in dieser Farbe mehr haben, kann ein Spieler mit den restlichen Karten in dieser Farbe Stiche machen (sollte es eine Trumpffarbe geben, können die Gegner allerdings immer noch mit Trumpf stechen).
Spielt West in Pik Ass, König und Dame ab, besitzen NS keine Karten in Pik mehr. West macht in Folge noch zwei Längenstiche mit ♠2 und ♠3.
Ob und wie viele Längestiche gemacht werden, ist sehr von der Verteilung der fehlenden Karten abhängig: In Coeur kann Ost keine Längenstiche machen, denn nach dem Abspiel von Ass, König und Dame besitzt Süd noch den Buben und die ♥10 und sticht damit ♥3 und ♥2. Je mehr Karten eine Partei in einer Farbe besitzt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, Längenstiche zu machen.
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| Der Impass gegen den Pik König funktioniert, der gegen den Coeur König nicht. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Ein Schnitt wird gespielt, falls zwischen zwei Figuren eine fehlt. Um zu verhindern, dass NS mit dem Pik König einen Stich machen, spielt West die ♠2 aus, Ost spielt die Dame in der Hoffnung, dass Nord den König besitzt. In diesem Fall machen OW 2 Stiche (Dame und Ass). Hat Süd den König, wird er damit die Dame stechen und OW machen nur mit dem Ass einen Stich.
Nähme Ost sofort das Ass, erzielte er immer nur einen Stich, unabhängig davon, ob der König bei Nord oder Süd sitzt, denn die Gegner werden den König nicht unter das Ass legen. Ein Impass gegen den König hat eine Erfolgschance von 50 %.
Es gibt eine Vielzahl von Varianten, z. B. den Impass gegen die Dame: A K B zu 4 3 2. Hier hofft man, dass die Dame vor dem Buben sitzt und man einen dritten Stich mit dem Buben macht.
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| Der Expass gegen das Pik Ass funktioniert, der gegen das Coeur Ass nicht. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Der Expass funktioniert ähnlich wie der Impass, es fehlt allerdings die höchste Karte. Die Gegner machen somit immer zumindest einen Stich.
Im Beispiel spielt West die ♠2 aus und Ost nimmt den König in der Hoffnung dass Nord das Ass hat. Ist das Ass im Blatt von Süd, machen OW nie einen Stich, unabhängig von der gewählten Spielweise. Auch der Expass gegen das Ass hat eine Chance von 50 %.
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| Mit Pik als Trumpf kann die ♥2 mit der ♠9 geschnappt werden und die ♦2 mit der ♠8. Die Asse von NS machen keine Stiche. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
In Spielen mit Trumpf können kleine Karten, die der Gegner stechen kann, durch Einsatz von Trümpfen geschnappt werden.
Pik ist Trumpf: West spielt ♥2 und Nord das Herz Ass. Ost spielt die ♠9 und gewinnt damit den Stich. Ost spielt nun die ♦2 aus, Süd gibt das Karo Ass zu und West schnappt mit der ♠8.
Der Alleinspieler versucht üblicherweise, Schnapper der Gegenspieler zu verhindern, indem er frühzeitig die Trumpffarbe spielt und dem Gegner dadurch seine Trümpfe nimmt.
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| Nach dem Ausspiel von ♠A gegen den Kontrakt von 4♥ kann Ost mit einer hohen Pik-Karte von den verbleibenden Farben Karo und Treff Figuren in der höheren Farbe (Karo) markieren. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Die Gegenspieler tauschen durch die Reihenfolge, in der kleine Karten gespielt werden, oder durch den konkreten Wert einer Karte Informationen über ihr Blatt aus. Diese Technik heißt Markieren.
Die Markierungsvereinbarungen müssen dem Alleinspieler auf Verlangen bekanntgegeben werden.
Beispiel: Süd ist Alleinspieler im Kontrakt von 4♥. West spielt das ♠A aus und sieht, dass am Tisch kein Pik mehr ist. Pik weiterzuspielen ist sinnlos, denn der Alleinspieler würde schnappen. Die Trumpffarbe zu spielen, ist üblicherweise schlecht, denn der Alleinspieler hat dort viele Figuren. Ost kann hier eine Lavinthalmarke geben: Mit einer hohen Pik-Karte (z. B. der ♠10) zeigt er Figuren in der höheren der verbleibenden Farben, von Karo und Treff also Karo. West kann nun Karo weiterspielen, OW machen mit ♦A, ♦K und ♦B noch 3 Stiche in Karo und bringen 4♥ damit zu Fall. Bei jedem anderen Nachspiel hätte Süd den Kontrakt mit 6 Coeur- und 4 Treff-Stichen erfüllt. Eine niedrige Pik-Karte von Ost (hier z. B. die ♠3) hätte Figuren in der niedrigeren Farbe, Treff, gezeigt.
Bei Bridge werden häufig Turniere abgehalten. Jede Partie wird dabei öfter von verschiedenen Paaren gespielt – daher auch die englische Bezeichnung Duplicate Bridge. Für die Endabrechnung werden die einzelnen Paare untereinander verglichen, wodurch der Glücksfaktor fast komplett ausgeschaltet wird. Ein Paar kann auch gewinnen, wenn es während des ganzen Turniers nur schlechte Karten gehabt hat, indem es mit diesen schlechten Karten mehr Stiche macht als die anderen Paare, die diese schlechten Karten bekommen.
Um eine Partie öfter spielen zu können, werden Boards verwendet. Dabei handelt es sich um Kunststoff-Boxen oder -Hefte mit 4 Fächern für die Blätter der 4 Spieler. Die Spieler nehmen ihre Karten aus dem Board, spielen die Partie, wobei die Karten nicht vermischt werden, und stecken die Karten nach der Partie zurück. In der nächsten Runde wird das Board an einem anderen Tisch von anderen Spielern gespielt. Auf den Boards sind die Himmelsrichtungen für die Spieler, die Gefahrenlage und der Teiler aufgedruckt.
Im Gegensatz dazu stehen Rubberbridge und Chicago. Diese eignen sich für 4 Spieler, wie es in privaten Runden oft der Fall ist. Dabei gleicht sich das Kartenglück wie bei anderen Kartenspielen nur auf lange Sicht aus.
Man unterscheidet verschiedene Varianten:
Die optimale Spieltechnik ist abhängig von der Turnierform, aufgrund der unterschiedlichen Abrechnungsart von Teamturnier und Paarturnier. Bei einem Teamturnier ist die absolute Differenz zwischen den Ergebnissen entscheidend. Große Differenzen bringen deutlich mehr Punkte als kleine. Es ist daher nicht lohnend, z.B. für einen Überstich (bringt je nach Kontrakt 20 oder 30 Punkte) das ganze Spiel (kostet z.B. bei einem Vollspiel mindestens 400 Punkte) zu riskieren. Beim Paarturnier dagegen werden die Ergebnisse nach ihrer Größe gereiht und nach dieser Reihung bewertet. Auch ein Unterschied von nur 10 Punkte kann bei dieser Reihung sehr entscheidend sein, wodurch beispielsweise Überstiche bei diesen Turnieren an Wert gewinnen.
Die meisten Vereine veranstalten regelmäßig an bestimmten Wochentagen Hausturniere. Dabei handelt es sich in der Regel um Paarturniere. Je nach Größe des Vereins nehmen daran ungefähr 8–40 Paare teil, es werden ca. 30 Partien an einem Nachmittag oder Abend gespielt. Einzelne Clubs, regionale und nationale Verbände veranstalten darüber hinaus größere Turniere und Meisterschaften.
Als Vorläufer von Bridge gilt Whist, das aus England stammt und 1529 erstmals erwähnt wurde. Bridge scheint sich in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelt zu haben, die genauen Umstände sind allerdings unklar. Man geht davon aus, dass der Ursprung in Russland oder der Türkei liegt. Laut einer Theorie erfanden britische Soldaten Bridge während des Krimkrieges (1853–1856), laut einer anderen kam es in Istanbul um 1860 auf. Ende des 19. Jahrhunderts fand Bridge seinen Weg nach New York und London. Im Gegensatz zu Whist lag bereits ein Blatt offen am Tisch, es existierte aber noch keine Reizung wie beim Kontrakt-Bridge.
Die Reizung, d. h. das Element der Versteigerung, wurde 1903 oder 1904 mit Auktions-Bridge eingeführt. Auktions-Bridge entstand in Indien und verdrängte Whist und Bridge. Es war sehr populär, bis es 1926 dem Kontrakt-Bridge weichen musste. Bei Auktions-Bridge werden alle Stiche für Prämien von Vollspiel und Schlemm gezählt, egal ob der Alleinspieler sie während der Reizung angesagt hat, oder nicht. Daher versuchen die Spieler, möglichst wenig Stiche anzusagen. Dies wurde 1918 in Frankreich mit Plafond geändert, dabei zählen nur angesagte Stiche für die Prämien.
Harold S. Vanderbilt führte die unterschiedlichen Gefahrenlagen ein, änderte die Abrechnungstabelle und taufte das neue Spiel Kontrakt-Bridge. Am 1. November 1925 erprobte er im Rahmen einer Schiffsreise zum ersten Mal die neuen Regeln. Bis heute blieben sie unverändert, abgesehen von zwei kleineren Änderungen bei der Abrechnung. Innerhalb weniger Jahre verschwanden alle älteren Varianten von Bridge. Unter Bridge versteht man heute ausschließlich Kontrakt-Bridge.
In den 30er Jahren trug Ely Culbertson zur Verbreitung von Kontrakt-Bridge in den USA bei. Das von ihm entwickelte Bietsystem war das erste, welches eine größere Anhängerschaft hatte. Er schrieb mehrere erfolgreiche Bücher, dominierte das Bridgelehrerwesen und gründete 1929 die Zeitschrift The Bridge World, die für die Bridgewelt auch heute noch von Bedeutung ist.
1932 wurde die International Bridge League gegründet. Im selben Jahr fand die erste Europameisterschaft statt, 1935 die erste Weltmeisterschaft.
Charles Goren übernahm in den 40er Jahren Culbertsons Rolle im Bridge. Er führte von 1944–1962 die amerikanische Rangliste an. Das Time Magazin druckte ihn 1958 auf der Titelseite ab. Als Neuerung benutzte er in seinem System Standard American die noch heute verwendete Punktezählung nach Milton Work (Ass=4, König=3, Dame=2, Bube=1). Anfängern wurde der Einstieg ins Bridge dadurch erleichtert, was wiederum einen Bridge-Boom auslöste.
1958 wurde in Oslo die World Bridge Federation (WBF) gegründet. Die erste Europameisterschaft nach dem 2. Weltkrieg wurde 1948 in Kopenhagen ausgetragen. Die bereits vor dem Weltkrieg durchgeführten Wettkämpfe zwischen den USA und Europa wurden 1950 auf Bermuda wiederbelebt. Daraus entwickelte sich die Weltmeisterschaft, die als Bermuda Bowl bezeichnet wird und seit 1977 alle 2 Jahre stattfindet.
Von 1957 bis 1975 gewann Italien mit seinem Blue Team dreizehn von fünfzehn Weltmeisterschaften (1970 und 1971 traten sie nicht an). Von 1976 bis 1987 konnten sich wieder die USA durchsetzen.[1]
In Agatha Christie's Kriminalroman Cards on the table (dt. Mit offenen Karten) aus dem Jahr 1936 wird der Gastgeber eines Bridge-Abends ermordet - von einem der vier Spieler, indem dieser sich als Dummy vom Tisch entfernt hat.
Ian Fleming war ein begeisterter Bridge-Spieler. Im Roman Moonraker aus dem Jahr 1955 überführt James Bond Sir Hugo Drax als Falschspieler; Bond betrügt besser und gewinnt die Partie (vgl. Duke of Cumberland Hand). Im gleichnamigen Film gibt es nur einen kurzen Hinweis von Sir Frederick Gray, dass er mit Sir Hugo einmal Bridge gespielt habe. Hinweise auf Bridge finden sich auch in den Romanen Dr. No und Feuerball.
Im Jahr 1959 komponierte Samuel Barber zu einem Libretto von Gian Carlo Menotti die Kurzoper A Hand of Bridge, in der das Kartenspiel Bridge im Mittelpunkt der Handlung steht.
Die Malerin Margret Hofheinz-Döring spielte gern Bridge und verarbeitete ihre Erlebnisse beim Spiel in verschiedenen Techniken. Einige Zeichnungen fertigte sie für das Magazin des Deutschen Bridge-Verbandes.
Der internationale Dachverband der Bridgespieler ist die World Bridge Federation (WBF). Die WBF wurde 1958 in Oslo gegründet. Die WBF hat 128 nationale Verbände (mit knapp 700.000 Spielern) als Mitglieder (Stand: November 2007). Die WBF veranstaltet unter anderem die verschiedenen Weltmeisterschaften (offene Klasse, Damen, Senioren, Junioren) und koordiniert die regelmäßige Überarbeitung der Bridgeregeln.
Der Dachverband der europäischen Länder ist die European Bridge League (EBL). Die EBL hat 47 Mitglieder mit knapp 400.000 Spielern. Auch der Deutsche Bridge-Verband (DBV) (28.000 Spieler), der Österreichische Bridgesportverband (ÖBV) (2300 Spieler) und die Fédération Suisse de Bridge (3800 Spieler) sind Mitglied der EBL.
Innerhalb Europas ist Bridge vor allem in Frankreich (100.000 Spieler) und den Niederlanden (90.000 Spieler) populär, außerhalb Europas in den USA (140.000 Spieler) und China (34.000 Spieler). Das IOC erkennt Bridge als Sport an.
(Quelle sämtliche Zahlen: [2])
Bridge kann am Computer mit Bridgeprogrammen oder über Internet gespielt werden. Computerprogramme erreichen noch nicht die Spielstärke menschlicher Spitzenspieler. Der Pakistaner Zia Mahmood konnte sich 1999 in einem Wettbewerb gegen sieben Bridgeprogramme durchsetzen.[3]
Mehrere Portale bieten die Möglichkeit, Bridge über das Internet zu spielen. Zu den bekanntesten gehört das kommerziell betriebene OKBridge (ca. 13.000 Mitglieder [4]) und das gratis verfügbare Bridge Base Online (über 100.000 Mitglieder [5]). Die Portale bieten sowohl freie Spiele als auch Turniere an. Bridge Base Online überträgt außerdem live von vielen Turnieren in der Welt, insbesondere natürlich den großen Turnieren.