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Brigitte Bardot

Brigitte Bardot (2002)

Brigitte Anne-Marie Bardot (* 28. September 1934 in Paris) ist ein ehemaliges französisches Model, frühere Filmschauspielerin, Sängerin und erotische Ikone.

Sie wurde nach ihrer Karriere im Jet-Set der 1960er Jahre als Tierschutzaktivistin und zunehmend als Symbolfigur der französischen Rechten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Brigitte Bardot (1968)

Bardots Eltern waren Anne-Marie „Toti“ Mucel und Louis „Pilou“ Bardot, ein lothringischer Industrieller. Ihre Schwester Mijanou Bardot ist ebenfalls Schauspielerin. Während des Zweiten Weltkrieges bezog die katholisch geprägte Familie ein Appartement in der Rue de la Pompe[1] in Paris.

Bardot begann 1947 mit dem Ballettanzen. Sie startete ihre Karriere als Model mit 15 Jahren. Innerhalb kurzer Zeit wurde sie zu einem der meistgefragten Mannequins von Paris. Dem Regisseur Marc Allégret fiel Bardots sinnliche Schönheit gepaart mit kindlicher Unschuld auf. Mit Allégrets Mitarbeiter Roger Vadim begann Bardot eine Liebesaffäre, 1952 heirateten sie. Bardot wurde zu Vadims Lieblingsschauspielerin und Favoritin, und er trieb ihre Karriere voran.

1952 drehte Bardot unter der Regie von Jean Boyer Le Trou Normand. Der internationale Durchbruch kam 1956 mit Vadims erstem Film Und immer lockt das Weib. Der Film, der auch in Amerika ein großer Erfolg wurde, begründete den „Mythos Brigitte Bardot“. Mit Filmen wie Die Wahrheit (1960), Die Verachtung (1963) und Viva Maria (1965) schrieb sie Filmgeschichte.

1959 heiratete die schwangere Bardot den Schauspieler Jacques Charrier. 1960 wurde der Sohn Nicolas-Jacques Charrier geboren. Er wuchs bei den Großeltern auf und lebt heute in Norwegen.

Brigitte Bardot 1963 in St. Tropez

In den 1950er und 1960er Jahren war Brigitte Bardot eine der begehrtesten und meistfotografierten Frauen Europas. Frankreich ehrte sie besonders, indem die Marianne, die Verkörperung der Republik in Frauengestalt, nach ihren Zügen gestaltet wurde. Von 1966 bis 1969 war Bardot mit Gunter Sachs verheiratet. Modegeschichte schrieb sie mit der Popularisierung des Bikinis, insbesondere im damals noch verschlafenen Fischerstädtchen Saint Tropez sowie hochtoupierten Beehive-Frisuren und gemusterten Ginghamstoffen in Anklang an die Mod (Subkultur)

Brigitte Bardot betätigte sich auch als Sängerin (s. Chanson). Bekannt ist vor allem das Lied Harley Davidson (1967). Ihr von Serge Gainsbourg geschriebenes Album Initiales B.B. (gesprochen [bebe] = bébé | (Baby) ) wurde 1968 veröffentlicht. Eigentlich sollte auch der Titel Je t'aime... moi non plus mit ihr veröffentlicht werden; Bardot zog es aber zurück, um Gunter Sachs nicht zu kränken, so dass er zunächst mit Jane Birkin 1967 erschien. Bardots Fassung wurde nur 1986 veröffentlicht, und 2006 im Internet weit verbreitet.

Statue von Brigitte Bardot in Brasilien.

Auf der Flucht vor Fotografen und Journalisten anlässlich ihres ersten Aufenthaltes in Rio de Janeiro lernte Brigitte Bardot 1964 das brasilianische Fischerdorf Búzios kennen. Mehrfach kam sie für längere Aufenthalte dorthin zurück. Der Film Privatleben (Film) greift einige Aspekte und Nachteile des frühen Ruhms Bardots auf.

1973 beendete sie abrupt ihre Karriere als Filmschauspielerin. Sie hat seitdem nie wieder einen Film (abgesehen von dem Dokumentarfilm „Und Brigitte schuf Bardot“ – 2009) gedreht.

Tierschutzengagement

Marguerite Yourcenar gelang es 1968, mit einem Brief an Bardot diese für Kampagnen gegen die Robbenjagd in Kanada zu gewinnen.[2] Dass Bardot noch 1969 in einer legendären, auf Nordamerika beschränkten Anzeigenserie der amerikanischen Nerzzüchterorganisation Blackglama nackt im Nerzmantel posierte, tat dem Einsatz gegen die Robbenjagd keinerlei Abbruch.[2]

Chantal Nadeau zufolge spielte beim Erfolg Bardots über deren Funktion als nationales Symbol Frankreichs auch der innerkanadische Konflikt zwischen dem französischsprachigen Quebec nach der Stillen Revolution und den englischsprachigen Landesteilen eine große Rolle[2]. Bardot ermöglichte die Kampagne, sich nach ihrem Rückzug aus dem Filmgeschäft in den 70ern als prominente Tierschützerin neu zu positionieren. Insbesondere prangerte sie Umfang und Methoden der Robbenjagd an und verbrannte Pelze bei einer Demonstration in Paris.[3] Sie ist aktive Unterstützerin der Umweltschutzorganisation Sea Shepherd[4].

Verbindung zur französischen Rechten

Seit den 1990ern steht Bardot der extremen französischen Rechten um den Front National und seinem ehemaligen Vorsitzenden Jean-Marie Le Pen nahe. Ihr Ehemann Bernard d’Ormale ist ein führendes Mitglied des Front National.

Dem ungeachtet wurde im Mai 2011 ein Schiff der Umweltorganisation Sea Shepherd zu ihren Ehren in Brigitte Bardot umbenannt.[5] Nadeau sah bereits in Bardeaus Tierschutzaktivismus, in dessen Parallelisierung von Anti-Abtreibungsrhetorik und Vermenschlichung der unschuldigen weißen Robbenbabys ein so erfolgreiches PR-Schema wie im Grundsatz konservativ reaktionäres Weltbild, welches mit Bardots späterem Einsatz für den Front National konform gehe.[2]

Kontroversen

2003 veröffentlichte sie das Buch "Ein Ruf aus der Stille", in der sie vor einer "Islamisierung" Frankreichs warnt; sie verwirft die moderne Kunst und die Verweichlichung der Männer[6]. Sie verurteilt die schnellen Mahlzeiten und die schlechte Ernährung der Franzosen; sie zieht gegen die moderne Architektur zu Felde; sie schwärmt von dem „Frankreich von damals“, mit "menschlichen Dimensionen". Ihr Verlag Éditions du Rocher hat von dem Buch mehr als 275.000 Exemplare verkauft, es war den Angaben zufolge das erfolgreichste französische Buch des Jahres 2004.

Die FAZ schrieb über das Buch: "Man erkennt die Sprache des Populismus - und man erträgt den Rundumschlag über weite Strecken, weil er mit der niemals zu ruinierenden, charmanten, geistvollen Frechheit des französischen Chansons vorgetragen wird."[7] Die "Bewegung gegen Rassismus und für Völkerfreundschaft MRAP" bezeichnete das Buch als "Lawine aus Schmutz und Hass" und erstattete Anzeige.[8]

Verurteilungen

Mehrfach stand sie wegen Anstiftung zum Rassenhass vor Gericht. 1997 wurde sie in einem Fall freigesprochen, wobei es um einen "Figaro"-Beitrag Bardots ging.[9]

Zumeist in Zusammenhang mit Äußerungen zum islamischen Schächten wurde sie zu Geldstrafen von 9000 DM, 5000 Euro und 15.000 Euro verurteilt.[10]

Filmografie

Bekannte Chansons

  • Ah! Les petites femmes de Paris („Die hübschen Frauen von Paris“) – aus dem Film Viva Maria!, Duett mit Jeanne Moreau
  • Ay que viva la sangria („Es lebe die Sangria!“)
  • Bonnie and Clyde
  • Bubble gum („Bubbelgum“)
  • C’est rigolo („Es ist lustig“)
  • Ce n’est pas vrai („Es ist nicht wahr“)
  • Comic strip („Comicheft“) – mit Serge Gainsbourg
  • Danser („Tanzen“)
  • Écoute le temps
  • Faite pour dormir („Wie zum schlafen geschaffen“)
  • Flamenco – mit Manuel de Plata
  • Go west
  • Harley Davidson („Ich brauche niemanden außer Harley Davidson“)
  • Je t’aime ... moi non plus[11] („Ich liebe dich ebenso wenig“) – mit Serge Gainsbourg
  • Je reviens vers toi („Ich komme wieder zu dir zurück“)
  • L’appareil à sous („Die Musikbox“)
  • La bise aux hippies („Ein Küsschen für die Hippies“)
  • La fille de paille („Das Strohmädchen“)
  • La Madrague[12] („Die Madrague“)
  • Le soleil („Die Sonne“)
  • Le soleil de ma vie – mit Sacha Distel
  • Les amis de la musique („Die Musikfreunde“)
  • Maria ninguém („Maria l’Amour“)
  • Moi, je joue („Ich spiele“)
  • Noir et blanc („Schwarz und weiß“)
  • Nue au soleil („Nackt in der Sonne“)
  • Stanislas – mit Les Frères Jacques
  • Tu veux ou tu veux pas? („Willst du (es) oder nicht?“)
  • Un jour comme un autre („Ein Tag wie der andere“)
  • Une histoire de plage („Eine Strandgeschichte“)
  • Contact ("Meine Liebe kehrt zurück in die Galaxie")

Auszeichnungen

Literatur (Auswahl)

Von Brigitte Bardot

  • Bardot, Brigitte; Dollfuss, Daniel: Die kleine Robbe. München: Lentz. 1978
  • Bardot, Brigitte: B.B. Memoiren. Bergisch Gladbach: Lübbe. 1996
  • Bardot, Brigitte: Le carré de Pluton. Mémoires T. 2. Paris, B. Grasset. 1999 Plutos Quadrat- Memoiren II)
  • Bardot, Brigitte: Ein Ruf aus der Stille.Rückbesinnung und Auflehnung‘. München: Langen Müller. 2004
  • Bardot, Brigitte: Pourquoi? Monaco: Rocher. 2006 (Warum?)
  • Bardot, Brigitte; Servat, Henry-Jean: Mein privates Leben. Interview mit Henry-Jean Servat. München: Langen Müller. 2007
  • Brigitte Bardot , Par amour... et c'est tout ! Emmanuel Bonini, Alphée 2009

Über Brigitte Bardot

  • Simone de Beauvoir, Brigitte Bardot and the Lolita Syndrome, Arno Press; New edition, 1960, 52 p. (ISBN 978-0-405-03912-6)
  • Françoise Sagan et Ghislain Dussart, Brigitte Bardot racontée par Francoise Sagan, vue par Ghislain Dussart, Éditions Flammarion, 1975 (ISBN 978-2-08-010747-3) réédition 1992, 122 p. (ISBN 2-08-010747-X)
  • René Barjavel, Brigitte Bardot, amie des animaux, Éditions Fernand Nathan, 1976
  • Brigitte Tast, Hans-Jürgen Tast (Hrsg.): Brigitte Bardot. Filme 1953-1961. Anfänge des Mythos B.B. Hildesheim 1982, ISBN 3-88842-109-8
  • Henri de Stadelhofen Brigitte Bardot: Offizielle Biografie. 20 Abbildungen. Carussell communications 1986 ISBN: 3922594182
  • Bernard de Eckardt: Brigitte Bardot. Ihre Filme - ihr Leben. Heyne, München 1989, ISBN 3-453-86050-0
  • Chantal Nadeau: BB and the Beasts : Brigitte Bardot and the Canadian Seal Controversy, Screen, 37, 3 : 240-250, 1996
  • Rihoit, Catherine: Brigitte Bardot - un mythe français Éditions Olivier Orban, 2003
  • Hillmanns Nathalie, Simone de Beauvoir / Brigitte Bardot., 'Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe'. Mit Fotos. Fischer Taschenbuch Vlg. 2000 ISBN: 3596147344
  • Dureau, Christian: Brigitte Bardot. Et le cinéma créa sa star. Paris: Carpentier. 2008
  • Choulant, Dominique: Brigitte Bardot : le mythe éternel, Autres Temps Editions 2009
  • Matalon, Eddy; Reichenbach, François; Bardot, Brigitte; Gainsbourg, Serge; Distel, Sacha; Brasseur, Claude: Brigitte Bardot, die Unbezähmbare.- 2010
  • Alain Delon: Delon, Alain Les femmes de ma vie. Unter Mitarbeit von Philippe Barbier. Paris: D. Carpentier. 2011
  • Raemy, Marc de; Bardot, Brigitte; Raemy, Léonard de: Brigitte Bardot. Vue par Léonard de Raemy. Paris: Carpentier. 2011
  • Wodrascka, Alain; Bagnaud, François (2011): Bardot l'indomptable. Paris: Hugo. 2011

Einzelnachweise

  1. biografien-news (Hier nicht mehr existenter Artikel oder Video (abgefragt 6. April 2008, 13. Februar 2009))
  2. a b c d Chantal Nadeau: Fur nation: from the beaver to Brigitte Bardot, Routledge, 2001, ISBN 0-415-15874-5
  3. Richard Leakey: Wildlife - Ein Leben für die Elefanten. S. Fischer, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-10-043208-8, Seite 13
  4. open PR
  5. Sea Shepherd Conservation Society: The Beast Transforms into a Beauty as Godzilla Becomes the Brigitte Bardot. Abgerufen am 6. Januar 2011.
  6. Lorenz Jäger in der FAZ 24. März 2004.
  7. Scheltworte der Schönsten bei der FAZ, 23. März 2004 (aufgerufen am 9. Dezember 2011)
  8. Brigitte Bardot vor Gericht bei Spiegel Online, 6. Mai 2005 (aufgerufen am 9. Dezember 2011)
  9. vgl. Freispruch für Brigitte Bardot bei der "Berliner Zeitung", 24. Januar 1997 (aufgerufen am 9. Dezember 2011)
  10. Bardot fined for 'race hate' book, BBC News. 10 June 2004. Abgerufen am 3 June 2008. 
  11. [sic] – 1966, 1986 veröffentlicht.
  12. Der Titel erinnert an den Namen von Bardots Anwesen in Saint Tropez („Auf dem verlassenen Strand, Muscheln und Krustentiere...“).

Weblinks

 Commons: Brigitte Bardot – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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