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Brockhaus EnzyklopÀdie

Die Brockhaus EnzyklopĂ€die ist ein mehrbĂ€ndiges Nachschlagewerk in deutscher Sprache des zum Bertelsmann-Konzern gehörenden Wissen Media Verlages. Bis Anfang 2009 wurde das Lexikon durch F.A. Brockhaus bzw. vom Mannheimer Verlag Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG herausgegeben. Seine ersten VorlĂ€ufer erschienen im 18. Jahrhundert bei Löbel und Franke als „Conversations-Lexikon“. SpĂ€ter war es unter dem Namen „Der Große Brockhaus“ bekannt. Ihren heutigen Namen trĂ€gt die EnzyklopĂ€die seit der 20. Auflage 1996.

Die Brockhaus EnzyklopÀdie

Inhaltsverzeichnis

Chronik

VorgÀnger-Lexikon von Löbel und Franke

Das Conversations-Lexikon – Conversations-Lexicon oder kurzgefasstes Handwörterbuch fĂŒr die in der gesellschaftlichen Unterhaltung aus den Wissenschaften und KĂŒnsten vorkommenden GegenstĂ€nde mit bestĂ€ndiger RĂŒcksicht auf die Ereignisse der Ă€lteren und neueren Zeit in sechs BĂ€nden von Renatus Gotthelf Löbel und Christian Wilhelm Franke wurde vom Verlag F. A. Brockhaus aufgekauft und fortgefĂŒhrt.

Es erschienen noch zwei NachtragsbĂ€nde in den beiden Leipziger Verlagen F. A. Leupold (1796–1800) und J. C. Werther (1806), bevor der zunĂ€chst in Amsterdam (1810) und dann in Leipzig (1811) ansĂ€ssige Verlag F. A. Brockhaus weitere BĂ€nde herausbrachte.

Der Brockhaus 1805–1985

Allgemeine deutsche Real-EncyklopĂ€die fĂŒr die gebildeten StĂ€nde. Conversations-Lexikon, Titelblatt der 9. Auflage 1843

Friedrich Arnold Brockhaus (1772–1823) begann 1805 mit seinem Verlag in Amsterdam. 1808 erwarb er auf der Leipziger Buchmesse das unvollstĂ€ndige „Conversationslexikon mit vorzĂŒglicher RĂŒcksicht auf die gegenwĂ€rtigen Zeiten“ von Löbel und Franke und ĂŒbernahm das Projekt. Die 2. Auflage in zehn BĂ€nden erschien 1812–1820, wurde ein Erfolg und legte den Grundstock fĂŒr die heutigen Auflagen des Brockhaus. 1811 zog Friedrich Arnold Brockhaus mit seinem Verlag nach Altenburg in ThĂŒringen um.

In der Vorrede der Redaktion und Verlagshandlung zum 15. Band der 11. Auflage des Brockhaus von 1868 wird die Zielsetzung des Werkes beschrieben:

„Das Conversations-Lexikon [hat] die FlĂŒssigmachung und Popularisierung der wissenschaftlichen, kĂŒnstlerischen und technischen Ergebnisse, nicht fĂŒr die geschĂ€ftliche Praxis, sondern fĂŒr die Befriedigung und Förderung der allgemeinen Bildung zur Aufgabe. [
] Denn jene allgemeine Bildung ist nichts Geringeres als die humane Bildung, welche das Individuum innerhalb des Culturlebens seiner Zeit erlangt, die fĂŒr ihren Ausgangspunkt die Berufsbildung voraussetzt und, wie den intellectuellen so den moralischen Menschen umfassend, als der Quellpunkt socialer und nationaler Kraft und Entwicklung betrachtet werden muß.[
] Den Kreis der Ideen und Thatsachen, wie er sich fĂŒr den einzelnen unabsehbar in Geist, Geschichte und Natur auseinanderlegt, in begrenztem Rahmen, gleichsam als Mikrokosmos, zur Anschauung zu bringen, nicht zur Lösung eines wissenschaftlichen Problems oder zur Uebung einer Kunstfertigkeit, sondern um den Menschen als solchen mit der Welt, die ĂŒber seinen alltĂ€glichen Horizont hinausliegt, bekannt zu machen, indem ihm die Einsicht in den Begriff und den organischen Zusammenhang der Dinge, sowie die Uebersicht ĂŒber das Ganze, wenn nicht erschlossen, so doch erleichtert wird.“

Der Brockhaus war als UniversalenzyklopĂ€die Vorbild fĂŒr viele auslĂ€ndische Lexikonprojekte, z. B. das niederlĂ€ndische Großlexikon Winkler Prins GeĂŻllustreerde Encyclopaedie (1870-1882), das 43-bĂ€ndige russische Enziklopeditscheski Slowar (1890-1906), das vierbĂ€ndige schwedische Svenskt Konversations-Lexicon (1845-1851), das 12-bĂ€ndige ungarische Lexikon "Közhasznu Esmeretek TarĂĄ" (1831-1834) und die 13-bĂ€ndige amerikanische Encyclopaedia Americana (1829-33). Die bereits ab 1768 von Adam und Charles Black im schottischen Edinburgh verlegte EncyclopĂŠdia Britannica war dagegen ein Produkt der schottischen AufklĂ€rung.

Die Nachdrucke von A. F. Macklot (1816 und 1817)

FĂŒr die QualitĂ€t bereits der frĂŒhen Ausgabe der EnzyklopĂ€die sprechen wohl auch zwei sog. Raubdrucke, die von dem Stuttgarter Verleger Carl Erhard mit seinem Verlag A. F. Macklot unternommen wurden. Er druckte zunĂ€chst die 1814 begonnene dritte Auflage des Conversationslexikons ohne Genehmigung des Hauses Brockhaus nach. Möglich war diese Praxis durch die damals in Deutschland herrschende Zersplitterung des Rechts, dem es an einem einheitlichen, fĂŒr die deutschen BundeslĂ€nder ĂŒbergreifenden Urheberrecht mangelte. In WĂŒrttemberg waren Nachdrucke fĂŒr „auslĂ€ndische“ Druckerzeugnisse nicht verboten. Ohne irgendwelche Honorare an wissenschaftliche Mitarbeiter des Lexikons zahlen zu mĂŒssen, konnte der Verlag A. F. Macklot „mit Königl. wĂŒrttembergischer allergnĂ€digster Genehmigung“ (Titelblatteindruck) ab 1816 eine preiswertere Ausgabe des Brockhaus’schen Lexikons insbesondere fĂŒr den sĂŒddeutschen Raum anbieten. So kostete jeder der sogar separat angebotenen Nachdruck-BĂ€nde 2 Gulden rheinisch [1], wohingegen ein Band des Originalwerks bei Abnahme des Gesamtwerkes 1 Taler 6 Groschen sĂ€chsisch, was etwa 2 1/2 Gulden entsprach, und im "ordinĂ€ren Ladenpreise" (Angabe auf dem Vorsatzblatt) sogar 2 Taler 12 Groschen kostete. Ein Einzelband war damit bei Brockhaus mehr als doppelt so teuer.

Interessanterweise kĂŒndigte der Verlag A. F. Macklot in der Vorrede zum ersten Band an, dass seine Ausgabe sogar aktueller als die Brockhaus'sche Ausgabe von 1814 sei, da er die im Ergebnis der Befreiungskriege eingetretenen gesellschaftlichen VerĂ€nderungen schon berĂŒcksichtigt habe, und macht dies zum Beispiel an den Artikeln „Alexander I.“, „August Friedrich (König von Sachsen)“ oder „la belle Alliance“ fest. TatsĂ€chlich weisen diese EintrĂ€ge ErgĂ€nzungen auf. Allerdings wurden auch KĂŒrzungen bei einzelnen Artikeln vorgenommen, auf die die KĂ€ufer jedoch nicht hingewiesen wurden: Berichtet der Brockhaus im Bd. 4 (G und H) beim Stichwort "Humboldt (Friedrich Alexander von)" noch auf ĂŒber 5 1/2 Seiten [2] ausfĂŒhrlich ĂŒber seine SĂŒdamerikareise von 1799-1804 (vgl. S. 838 ff.), meint die Macklotsche Ausgabe dazu (vgl. S. 829 ff.), dass "eine ausfĂŒhrliche Beschreibung dieser Reise ... schwerlich jemand hier erwarten" kann und handelt diese unter Angabe der Jahreszahlen ihres Beginns und Endes sowie des Namens von Humboldts Begleiter Bonpland auf drei Zeilen ab.

Im sechsten Band (M und N) der Macklotschen Ausgabe Ă€ußert sich der Verlag mit einer den Stichworten vorangestellten "Nothgedrungene(n) ErklĂ€rung zur Sicherung Rechts und Gerechtigkeit" zur Frage seiner Nachdruck-Politik. Dabei kritisierte er die von Brockhaus im Ergebnis des Nachdrucks aufgelegte ĂŒberarbeitete vierte Auflage als ein Werk ohne tatsĂ€chliche "sogenannte Vermehrungen und Verbesserungen ", die Brockhaus fĂŒr die neue Ausgabe angegeben hatte. Erhard glaubte ernstlich, fĂŒr die im Vergleichswege an Brockhaus gezahlte „Geldaufopferung“ von 1 500 Gulden seine Verlagspolitik der Nachahmung fortsetzen zu können, ohne dass Brockhaus sich zumindest fĂŒr die Zukunft wappnete, nachdem er durch die ungĂŒnstige Rechtssituation mit UnterlassungsansprĂŒchen bei der laufenden Ausgabe gerichtlich nicht durchdringen konnte.

Der Verlag A. F. Macklot hatte auch die vierte, wiederum in 10 BĂ€nden ab 1817 erschienene Auflage von Brockhaus kopiert, wobei seine Ausgabe aber nur siebenbĂ€ndig erschien. Da sich inzwischen die öffentliche Meinung in dem Rechtsstreit hinter Brockhaus gestellt hatte und der Absatz seines Lexikons beachtlich angestiegen war, musste Erhard die zweite Auflage seines Nachdrucks zum grĂ¶ĂŸten Teil makulieren. Damit war diese, die geschĂ€ftliche Entwicklung des Lexikonprojekts auf Dauer ernstlich gefĂ€hrdende Nachdruck-Episode ausgestanden. Zu weiteren Nachdrucken kam es nicht mehr, und die EnzyklopĂ€die konnte ihren Siegeszug auf dem deutschen Buchmarkt antreten (siehe hierzu auch die AusfĂŒhrungen bei: F. A. Brockhaus).

AuflagenĂŒbersicht

GesamtĂŒbersicht 1. bis 21. Auflage

„Brockhaus’ Konversations-Lexikon, 14. Auflage von 1896
„Brockhaus’ Konversations-Lexikon, 14. Auflage, Neue revidierte JubilĂ€ums-Ausgabe“, etwa 1910
Der Neue Brockhaus, Allbuch in vier BĂ€nden, 1936-1938
Audioinstallation zur Vorstellung der 21. Auflage des Brockhaus im Innenhof der Frankfurter Buchmesse 2005
  • 1. Auflage 1796–1808 „Conversationslexicon mit vorzĂŒglicher..." 6 BĂ€nde
  • 1. Auflage 1810-1811 2 SupplementbĂ€nde
  • 2. Auflage 1809-1811 „Conversations-Lexikon...“, 6 BĂ€nde + 2 SupplementbĂ€nde (1809 und 1811)
  • 2. Auflage 1812-1819 "Conversations-Lexikon...", umgearbeitete Auflage, 10 BĂ€nde
  • 3. Auflage 1814–1819 „Conversations-Lexicon“, 10 BĂ€nde
    • zur 1.-3.Auflage 1818: Supplementband (von A-O, fĂŒr die BĂ€nde 1-7)
  • 4. Auflage 1817–1819 „Hand-EnzyclopĂ€die“, 10 BĂ€nde
    • zur 1.-4. Auflage 1819-1820: 2 SupplementbĂ€nde mit 4 Abtheilungen (von A-Z, mit den wichtigsten neuen Artikeln und Verbesserungen der 5. Auflage)
  • 5. Auflage 1819–1820 „Real-EncyclopĂ€die“, 10 BĂ€nde
  • 6. Auflage 1824 „Real-EncyclopĂ€die“, 10 BĂ€nde
  • 7. Auflage 1827 „Real-EncyklopĂ€die“, 12 BĂ€nde
  • 8. Auflage 1833–1837 „Real-EncyklopĂ€die“, 12 BĂ€nde
  • 9. Auflage 1843–1848 „Real-EncyklopĂ€die“, 15 BĂ€nde
  • 10. Auflage 1851–1855 „Real-EncyklopĂ€die“, 15 BĂ€nde
  • 11. Auflage 1864–1868 „Real-EncyklopĂ€die“, 15 BĂ€nde
  • 12. Auflage 1875–1879 „Conversations-Lexikon“, 15 BĂ€nde
  • 13. Auflage 1882–1887 „Conversations-Lexikon“, 16 BĂ€nde
  • 14. Auflage 1893–1897 „Konversations-Lexikon“, 16 BĂ€nde, 1 ErgĂ€nzungsband A-Z
  • 15. Auflage 1928–1935 „Der Große Brockhaus“, 20 BĂ€nde + 1 ErgĂ€nzungsband A–Z 1935 + 1 Atlasband 1937
+ 1 Band in der 2. Ausgabe der 15. Auflage (1939) [von 20 geplanten + mit 1 Atlasband]
  • 16. Auflage 1952–1957 „Der Große Brockhaus“, 12 BĂ€nde + 2 ErgĂ€nzungsbĂ€nde A–Z + Atlasband
  • 17. Auflage 1966–1974 „Brockhaus EnzyklopĂ€die“, 20 BĂ€nde + 5 ErgĂ€nzungsbĂ€nde
  • 18. Auflage 1977–1981 „Der Große Brockhaus“, 12 BĂ€nde + 9 ErgĂ€nzungsbĂ€nde
  • 19. Auflage 1986–1994 „Brockhaus“, 24 BĂ€nde + Personenregister (Band 25, 1994)
+ Deutsches Wörterbuch (Band 26 bis 28)
+ Wörterbuch Deutsch-Englisch/Englisch-Deutsch (Band 29, 1995)
+ 1 ErgÀnzungsband (Band 30, 1996) + 31. Band + 32. Band + Atlasband
  • 20. Auflage 1996–1999 „Brockhaus. Die EnzyklopĂ€die in 24 BĂ€nden“, 24 BĂ€nde
  • 21. Auflage 2005–2006 „Brockhaus. EnzyklopĂ€die in 30 BĂ€nden“ und DVD,
auch in eigenstÀndiger digitaler Form (auf USB-Stick).

Siehe etwas ausfĂŒhrlicher: Liste der Ausgaben des Brockhaus-Konversationslexikons

„Brockhaus – Die EnzyklopĂ€die“ 20. Auflage

  • Brockhaus. Die EnzyklopĂ€die in 24 BĂ€nden, Band 1 bis 24, 1996 bis 1999, ISBN 3-7653-3100-7. Die 20. Auflage des Brockhaus umfasst rund 260.000 Stichwörter auf 17.000 Seiten, die durch circa 35.000 Abbildungen, Karten und Tabellen ergĂ€nzt werden.
  • Brockhaus. Die EnzyklopĂ€die. ErgĂ€nzungsbĂ€nde 25 bis 30:

„Brockhaus – Die EnzyklopĂ€die“ 21. Auflage

→ Hauptartikel: Brockhaus EnzyklopĂ€die, 21. Auflage

  • 21. Auflage 2005–2006 „Brockhaus. EnzyklopĂ€die in 30 BĂ€nden“, 30 BĂ€nde und zwei DVDs (seit Herbst 2005 im Handel) und erstmals auch in eigenstĂ€ndiger digitaler Form (auf USB-Stick).
    • Auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2005 erschienen die ersten sechs BĂ€nde.
    • Ende 2006 lagen alle BĂ€nde vor.

Diese Auflage umfasst dreißig BĂ€nde in Leder und Leinen mit Kopfgoldschnitt mit rund 300.000 Stichwörtern und 40.000 Bildern. Insgesamt sind es 24.500 Seiten zu einem Gesamtpreis von 2820 Euro (bei Komplettabnahme). Dem Verlag zufolge wiegen die BĂ€nde zusammen siebzig Kilogramm und nehmen 1,70 Regalmeter ein. Daran gearbeitet haben „70 Fach-, Bild- und Schlussredakteure“ der Redaktion in Leipzig sowie tausend weitere Autoren, im Wesentlichen freie Mitarbeiter.[3] Wie bei frĂŒheren Auflagen gibt es auch bei der 21. Auflage neben der Standardedition eine Sonderausgabe, die sich durch eine absichtlich geringe Auflagenhöhe, eine abweichende Einbandgestaltung[4] und einen höheren Preis von der Standardedition unterscheidet.

„Brockhaus – Stadtlexikon“

  • Brockhaus Mannheim. Im Oktober 2006 erschien der „Brockhaus Mannheim“, das erste Stadtlexikon des Verlags zum 400. Geburtstag der Stadt im Jahr 2007. Der Reinerlös geht an soziale Projekte vor Ort.

Digitale Ausgaben

Am 4. November 2002 erschien die EnzyklopĂ€die erstmals digital. Sie umfasste zwei CDs und eine DVD als Multimedia-ErgĂ€nzung. Sie enthielt 260.000 Artikel mit 330.000 Stichwörtern, etwa 26 Millionen Wörtern und 14.500 Abbildungen. Die Ausgabe kostete weit ĂŒber 1.000 EUR.

Die Brockhaus-EnzyklopĂ€die Digital auf Basis der 21. Auflage mit 30 BĂ€nden erschien am 15. November 2005 auf zwei DVD-ROMs und einem USB-Stick. Sie enthĂ€lt die komplette Textsubstanz plus umfangreicher Zusatz- und Quellentexte. Zum Umfang zĂ€hlen 25.000 Bilder, 280 Videos, 140 Animationen und 3.000 Audiodateien. Sie wird online laufend aktualisiert (zugesichert bis 2010).

ZusĂ€tzliche Angebote sind ein Atlas der 3-D-Anatomie, der Brockhaus von 1906, SchĂŒlerlexika und ein 3-D-Atlas. Viele Recherchemöglichkeiten einschließlich natĂŒrlichsprachlicher Suchhilfe und mehrerer Millionen Querverweise. Durch den USB-Stick ist das Lexikon standortunabhĂ€ngig (portabel=tragbar) und kann auf mehreren Rechnern sofort eingesetzt werden. Gleichzeitig dient er als Kopierschutz. Der Preis im Buchhandel betrĂ€gt etwa 1.500 EUR (ISBN 3-7653-4131-2).

Mehrere historische Auflagen des Brockhaus liegen in digitaler Umsetzung vor. Die 1. Auflage in der Version von 1809–1811 des Verlages Directmedia ist im Handel erhĂ€ltlich, aber auch in einer nichtkommerziellen Variante nebst einer vierbĂ€ndigen illustrierten Ausgabe von 1837–1843 und einem zweibĂ€ndigen Brockhaus von 1911 ĂŒber das Internet (siehe Weblinks) zugĂ€nglich. FĂŒr die Nutzung ĂŒber das Internet wird seit 2007 die 14. Auflage des Brockhaus Konversations-Lexikons von 1892–1897 in einem freien Projekt digitalisiert und aufbereitet. Über 17.000 Seiten sind bereits als Bildscan einsehbar und stehen als digitaler Volltext zur VerfĂŒgung, allerdings sind die Texte bisher nur zu einem geringen Teil korrigiert.

FĂŒr acht Jahre ab 2008 steht ein Mitarbeiter des Verlags dem Arbeitskreis Elektronisches Publizieren (AEKP) im Börsenverein des Deutschen Buchhandels vor.

Seit 2004 ist der digitale Brockhaus fĂŒr verschiedene mobile Plattformen lieferbar, Windows Mobile, Symbian, Palm OS und seit MĂ€rz 2010 auch als App fĂŒr das iPhone. Teile der digitalen EnzyklopĂ€die stehen im Brockhaus Lehrerportal [1] online zur VerfĂŒgung.

„Die kleinen Schwestern“

dtv-Brockhaus im Taschenbuchformat

Neben dem „großen“ Brockhaus gibt es in Hardcover und Taschenbuchformat auch verschieden umfangreiche, verschieden alte „kleinere“ Ausgaben, die meistens auf dem Daten- und Wissensbestand der Hauptausgabe basieren:

  • 15 – Der Brockhaus in fĂŒnfzehn BĂ€nden. Mit rund 140.000 Stichwörtern. Brockhaus, Mannheim. 2002 – 2. Auflage. 7.200 Seiten. ISBN 3-7653-2801-4 (auch mit buntem, von James Rizzi gestaltetem Einband ISBN 3-7653-2350-0 sowie in einer Version mit Einbandsgestaltung von Andy Warhol ISBN 3-7653-1380-7)
  • 10 – Brockhaus in zehn BĂ€nden. Rund 150.000 Stichwörter. Brockhaus, Mannheim. 1. Auflage. 2004. 7360 Seiten. ISBN 3-7653-2450-7
  •  5 – Der Brockhaus in fĂŒnf BĂ€nden. Rund 125.000 Stichwörter. Brockhaus, Mannheim. 10. Auflage. 2003. 5472 Seiten. ISBN 3-7653-1660-1
  •  3 – Der Brockhaus in drei BĂ€nden. Mit 80.000 Stichwörtern. Bibliographisches Institut, Mannheim. 4. Auflage. 2006. 2592 Seiten. ISBN 3-7653-1504-4

Neben der Digitalen EnzyklopÀdie bestehen kleinere Ausgaben auf DVD, z. B. der

  • "Brockhaus multimedial" (die Ausgabe 2007 lĂ€uft nicht unter Mac OS X 10.5 oder 10.6; zahlreiche Artikel sind anderen Nachschlagewerken entlehnt; so entstammen beispielsweise Artikel aus dem Bereich der populĂ€ren Musik dem "Handbuch der populĂ€rem Musik", erschienen im Schott-Verlag 1997, ohne dass dies im Brockhaus ersichtlich ist)
  • Brockhaus multimedial (die Ausgabe 2008 vom 15. September 2007 umfasst 11 Millionen Wörter, ISBN 978-3-411-06618-6) und
  • Brockhaus multimedial premium (die aktuelle Ausgabe 2010 umfasst ohne Online-Aktualisierungen 265.000 Artikel, 340.000 Stichwörter und 20 Millionen Wörter, ferner einen 3-D-Weltatlas mit 2 Millionen EintrĂ€gen und ein deutsch-englisches Wörterbuch sowie ein Planetarium, ISBN 978-3-577-07766-8). Alle Artikel lassen sich als Dateien im MP3-Format exportieren. Die Software wird fĂŒr Windows, Mac OS X und Linux angeboten.

Zu den historischen VorgÀngern zÀhlen:

  • Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon fĂŒr das deutsche Volk. 4 BĂ€nde, 1837–1841
  • Kleineres Brockhaus'sches Conversations-Lexikon fĂŒr den Hausgebrauch. 4 BĂ€nde, 1854
  • Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon. 2 BĂ€nde, zahlreiche Auflagen

Gestaltung

FĂŒr ein auf hĂ€ufige Nutzung ĂŒber lange Zeit angelegtes Druckerzeugnis spielt die innere und Ă€ußere Gestaltung (Layout, Einband) als QualitĂ€tsmerkmal eine wesentliche Rolle. Benutzerfreundlichkeit oder ĂŒbersichtliche Gestaltung sind wichtige Verkaufsargumente. Bereits 1824 wurde der noch heute genutzte Zweispaltensatz eingefĂŒhrt, der die Zeilen leichter ĂŒberblickbar macht. Neu ist die Nutzung des Randes fĂŒr Grafiken und Abbildungen. Da das Hauptwerk oft ĂŒber mehr als 10 Jahre unverĂ€ndert blieb, fĂŒhrte der Verlag ab 1824 jeweils aktualisierende SupplementbĂ€nde ein. Separate Atlanten und WörterbĂŒcher ergĂ€nzen diese einfach zu aktualisierenden Lexikonteile inzwischen.

Die Buchbindung ist ĂŒberwiegend in der strapazierfĂ€higen Fadenheftung ausgefĂŒhrt, jedoch gibt es auch Ausgaben mit Drahtheftung. Die Gestaltung der BuchrĂŒcken hat zwei Funktionen: Als Logo oder Design-Objekt soll sie die Wiedererkennung des Produkts und als Kurzindex die Benutzung erleichtern. Bei der 20. Auflage wurde deshalb mit AndrĂ© Hellers Gestaltung ein Experiment gewagt: in die Buchdeckel wurden kleine AcrylschaukĂ€sten mit von außen sichtbaren Objekten eingelassen, die jeweils ein Stichwort des Bandes verkörpern (auch: Millenniumsausgabe). Die Objekte wechseln, andere sind in ihrer Anzahl begrenzt, so dass auf diese Weise jedes Buch gestalterisch ein Unikat darstellt.[5]

Vertrieb

Die EnzyklopĂ€dien von Brockhaus werden sowohl vom Sortimentsbuchhandel als auch vom Reisebuchhandel per HaustĂŒrgeschĂ€ft vertrieben. Der direkte Kontakt zum Endabnehmer liegt seit 2002 bei der InmediaOne, einer Tochtergesellschaft der Arvato AG, die zu Bertelsmann gehört. Mit der Alldirekt Telemarketing GmbH, im Jahr 2002 von InmediaOne gekauft, werden die EnzyklopĂ€dien von Brockhaus zusĂ€tzlich per Telefonverkauf von Salzburg aus vertrieben. Am 17. Dezember 2008 wurde die Brockhaus EnzyklopĂ€die an die Bertelsmann Dienstleistungstochter Arvato AG verkauft. [6]

ZukĂŒnftige Entwicklung

Laut einer AnkĂŒndigung des Unternehmens vom 11. Februar 2008 könnte die 21. Druckausgabe der Brockhaus EnzyklopĂ€die von 2006 die letzte sein.

„Die Zeit, in der man sich eine hervorragende EnzyklopĂ€die von anderthalb Meter Umfang ins Regal stellt, um sich dort herauszusuchen, was man wissen will, scheint vorbei zu sein“, sagte der Verlagssprecher Klaus Holoch.[7]

Der Verkauf dieser Ausgabe sei so schlecht verlaufen, dass Brockhaus mit einem Verlust „in der GrĂ¶ĂŸenordnung von mehreren Millionen Euro“ abschließen musste.[8] Marktanalysen zeigten, dass die Kunden kĂŒnftig Sachinformationen in erster Linie online nachschlagen wĂŒrden. Der Brockhaus-Inhalt sollte im Internet in einem werbefinanzierten Onlineportal kostenlos angeboten werden, wobei der Verlag die klassischen Buchkunden mit Lexika und der EnzyklopĂ€die auch weiterhin bedienen wollte.[9][10] Außerdem wurde fĂŒr den Herbst 2008 ein werbefreies und kostenloses Online-Angebot fĂŒr Schulen angekĂŒndigt.[9] Die fĂŒr den 15. April 2008 angekĂŒndigte Lancierung des kostenlosen Onlineportals wurde jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben. Stattdessen wurde am 23. September das kostenlose Online-Meyers Konversations-Lexikon ĂŒberarbeitet und mit zusĂ€tzlichem Material versehen, doch dieses dann am 23. MĂ€rz 2009 eingestellt und geschlossen. Mittlerweile wurde bekannt, dass es doch kein Brockhaus-Onlineangebot geben wird. Die Brockhaus-EnzyklopĂ€die wurde rĂŒckwirkend zum 1. Februar 2009 durch die Bertelsmann Tochter Arvato/wissenmedia GmbH ĂŒbernommen. Nach Aussagen des Verlages werde es eine neue Auflage in Buchform geben.[11][12]

Literatur

  • Thomas Keiderling (Hrsg.): F. A. Brockhaus 1905–2005. Brockhaus, Leipzig 2005. ISBN 3-7653-0084-5.
  • Thomas Keiderling: Von der Querstraße zum Johannisfriedhof. Bibliographisches Institut und F. A. Brockhaus in Leipzig werden zu Grabe getragen. in: Leipziger BlĂ€tter 54/2009, Leipzig, S. 76-77,
  • Hermann Heckmann: Ein gedruckter Großangriff in den Zeiten des Internets. In: Buchreport. Juni 2005.
  • Anja zum Hingst: Die Geschichte des Großen Brockhaus. Vom Conversationslexikon zur EnzyklopĂ€die. Magisterarbeit UniversitĂ€t Erlangen. Buchwissenschaftliche BeitrĂ€ge aus dem Deutschen Bucharchiv MĂŒnchen. 53. Harrassowitz, Wiesbaden 1995, ISBN 3-447-03740-7.
  • Karl-Heinz Kalhöfer (Hrsg.): 125 Jahr Meyers Lexikon. 1839–1964. Leipzig 1964.
  • Heinz Sarkowski (Hrsg.): Das Bibliographische Institut. Verlagsgeschichte und Bibliographie 1826–1976. Mannheim 1976, ISBN 3-411-01368-0.
  • Otmar Seemann (Martin Peche [Bearb.], Hugo Wetscherek [Hrsg.]): Bibliotheca Lexicorum. Kommentiertes Verzeichnis der Sammlung Otmar Seemann. Antiquariat Inlibris, Wien 2001
  • Gert A. Zischka: Index lexicorum. Bibliographie der lexikalischen Nachschlagewerke. Verlag BrĂŒder Hollinek, Wien 1959

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. ↑ vgl. die Frontispiz-Seite zu: Conversations-Lexikon oder enzyklopĂ€disches Handwörterbuch fĂŒr gebildete StĂ€nde. Erster Band. A bis Boyle. Stuttgart, bei A. F. Macklot 1816
  2. ↑ vgl. die Frontispiz-Seite zu: Conversations-Lexikon oder enzyklopĂ€disches Handwörterbuch fĂŒr gebildete StĂ€nde. Vierter Band. G und H. Leipzig und Altenburg: F. A. Brockhaus 1815
  3. ↑ Verlagsmitteilung, zuletzt gesehen am 12. Juli 2008.
  4. ↑ Die Einbandgestaltung der Sonderausgabe der 21. Auflage erfolgte durch den Schauspieler Armin Mueller-Stahl.
  5. ↑ Heller ließ dazu insbesondere auch Objekte von Prominenten einarbeiten, z.B. kleine Abschnitte der Tennissaiten abgelegter TennisschlĂ€ger von Boris Becker.
  6. ↑ DPA-AFX Pressemitteilung vom 17. Dezember 2008, 17:16
  7. ↑ „Brockhaus: ‚Wir werden der Wissensnavigator im Netz sein‘“ (Welt online, 12. Februar 2008)
  8. ↑ „Brockhaus kapituliert vor dem Internet“ (FTD, 12. Februar 2008)
  9. ↑ a b Strategische Neuausrichtung bei Brockhaus. Brockhaus, 11. Februar 2008, abgerufen am 1. Juli 2008.
  10. ↑ Interview mit Klaus Holoch (Deutschlandfunk, 12. Februar 2008)
  11. ↑ Brockhaus sattelt um. boersenblatt.net, 25. September 2008, abgerufen am 25. September 2008.
  12. ↑ Kampf um Informationen. Welt Online, 17. Dezember 2008, abgerufen am 17. Dezember 2008.

Weblinks

 Commons: Brockhaus â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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