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| Bruck an der Mur | ||
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Österreich | |
| Bundesland: | Steiermark | |
| Politischer Bezirk: | Bruck an der Mur | |
| Kfz-Kennzeichen: | BM | |
| Fläche: | 38,32 km² | |
| Koordinaten: | 47° 25′ N, 15° 16′ O47.410455555615.2687305556468Koordinaten: 47° 24′ 38″ N, 15° 16′ 7″ O | |
| Höhe: | 468 m ü. A. | |
| Einwohner: | 12.816 (1. Jän. 2011) | |
| Bevölkerungsdichte: | 334,45 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 8600 | |
| Vorwahl: | 03862 | |
| Gemeindekennziffer: | 6 02 04 | |
| NUTS-Region | AT223 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Koloman-Wallisch-Platz 1 8600 Bruck an der Mur | |
| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Bernd Rosenberger (SPÖ) | |
| Gemeinderat: (2010) (31 Mitglieder) |
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| Lage der Stadt Bruck an der Mur im Bezirk Bruck an der Mur | ||
| Bruck an der Mur | ||
| (Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria) | ||
Bruck an der Mur ist eine Bezirkshauptstadt mit 12.816 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2011) im österreichischen Bundesland Steiermark.
Die Stadt liegt zwischen Leoben und Kapfenberg an der Mündung der Mürz in die Mur. Bekannt vor allem durch das Kornmesserhaus, ein gut erhaltenes gotisches Bürgerhaus. Es überwiegen Handel und Dienstleistungssektor, die Stadt ist Eisenbahnknotenpunkt. Im Mittelalter wichtigste Handelsstadt der Obersteiermark. Die Fußgängerzone von Bruck ist mit mediterranem Flair gestaltet.
In Bruck an der Mur befindet sich die Höhere Bundeslehranstalt für Forstwirtschaft Bruck an der Mur, die erste und einzige Forstschule Österreichs. 2006 fand in Bruck an der Mur die Steirische Landesausstellung mit dem Thema „Wege zur Gesundheit“ statt.
Inhaltsverzeichnis |
Die Berge in der Umgebung von Bruck haben sich schon in sehr früher Zeit gebildet. Die "paläozoischen Meere" überfluteten das voraltzeitliche Land. In der "Steinkohlezeit" ergriff eine Gebirgsbildung durch lebhaftes Falten die Alpen. Dann wogten die Meere der Trias, des Jura und der Kreidezeit über die Obersteiermark. In der "Oberkreidezeit" erfolgten wiederum Faltungen und Überschiebungen. Am Ausgang des "Alt-Tertiärs" kam es zur Verschiebung und Faltung des Untergrundes und Auflösung des Gebirgsstockes in kleinere Blöcke. Die Entwässerung dieser kleineren Blöcke erfolgte gegen Norden, darunter die Mur und die Mürz. Der Abfluss der beiden Flüsse in der jetzigen Richtung erfolgte, als die Kalkalpen im Miozän aufstiegen.
Schon in der Steinzeit war die Gegend, wie Funde beweisen, von Menschen bewohnt. In der Drachenhöhle bei Mixnitz wurde die Herdstätte eines Höhlenbärenjägers aus der Altsteinzeit und in Bruck ein Steinbeil aus der Jungsteinzeit gefunden.
Nach 2000 v. Chr. brachten Händler aus dem Süden die Bronze in die Gegend.
Etwa 1000 v. Chr. kamen die Noriker ins Land. Beiläufig um das Jahr 200 v. Chr. besetzten die aus dem Westen kommenden Kelten (Taurisker) das Land.
113 v. Chr. zogen die Kimbern, ein germanischer Volksstamm aus Jütland, auf dem Weg nach Süden durchs Land. 15 v. Chr. besetzten die Römer kampflos die Alpenländer und nannten das Land Norikum.
In der zweiten Hälfte des vierten Jahrhunderts setzte die Völkerwanderung ein, welche die Römer zwang, Norikum zu verlassen. Zurück blieb eine norisch-keltische, romanisierte Bevölkerung.
Vor dem Jahre 600 zogen aus dem Osten Slawen ins Land und gründeten das Fürstentum Karantanien. Als die Slawen von den Awaren zu sehr bedrängt wurden, riefen sie im Jahre 740 den Herzog Odilo von Bayern zu Hilfe. Über 100 Jahre dauerten die Kämpfe, während der die Bayern die zurückweichenden Awaren verfolgten und sich in dem nur dünn besiedelten Land niederließen und 772 Kärnten und die Steiermark besetzten.
778 kamen die zwei Länder samt dem bayrischen Herzogtum an das Frankenreich Karls des Großen. Dessen Nachfolger teilten das Frankenreich in das westfränkische und das ostfränkische (deutsche) Reich, zu welch letzterem auch Karantanien gehörte.
Nach der Besetzung durch die Bayern wurde das Land dem Erzbischof von Salzburg zur Christianisierung zugewiesen und auch an dem Brückenort Deutsche angesiedelt. Schon damals führte er seinen deutschen Namen „Prukke“.
Unter König Ludwig dem Deutschen wird Bruck das erste Mal urkundlich genannt (860, Prukka). Mit dem Namen „ad pruccam“, einem karolingischen Herrenhof des Erzstiftes Salzburg, wird Bruck am 20. November 860 urkundlich erwähnt. Mit Prukka, Prukke war die heutige Vorstadt St. Ruprecht gemeint. Die Ansiedlung, an deren Stelle heute der alte Stadtkern liegt, hieß in den Urkunden „muorica kimundi“ (Mürzgemünd).
Die Ansiedlung „muorica kimundi“ befand sich ebenfalls im Besitz Salzburgs und wurde im Mai 927 bei der Synodenversammlung in der Kirche von Maria Saal (Kärnten) dem Chorbischof Kotabert und seinem Vogt, dem Herzog Berchtold in Kärnten, zur Nutzung auf Lebenszeit übergeben. Am 18. Mai 982 bestätigte Kaiser Otto II. alle Besitzungen des Erzbistums Salzburg in der Steiermark. Bruck wurde ausdrücklich genannt.
1074 fiel das Besitztum an das Stift Admont. Die Siedlung entwickelte sich dank ihrer günstigen Lage bald zu einem bedeutenden Handelsplatz. Um 1050 kam die als Grenzmark errichtete marchia carentana und somit auch Bruck an der Mur an Otakar I. von Traungau. Die Traungauer oder Otakare beherrschten nun einen Länderkomplex, der von der oberösterreichischen Donau bei Linz und von der Piesting im Nordosten über die Niederen Tauern bis in die heute zu Slowenien gehörende Untersteiermark reichte. Als am 5. Mai 1192 Herzog Otakar IV. kinderlos starb, wurde der Erbvertrag mit den verwandten Babenbergern wirksam und Kaiser Heinrich VI. belehnte nun Herzog Leopold V. mit der Steiermark. Friedrich der Streitbare (1230–1246) räumte dem Ort das Recht ein, dass nur hier auf der Strecke zwischen Rottenmann und Bruck Salz niedergelegt und in Stufen gestoßen werden durfte. Dies war für die Stadt ein äußerst günstiges Privileg.
Am 15. Juni 1246 fiel Herzog Friedrich II. der Streitbare in der Schlacht an der Leitha gegen König Bela IV. von Ungarn. Um das Erbe des mit Friedrich dem Streitbaren ausgestorbenen Geschlechts der Babenberger stritten sich der Böhmenkönig Ottokar Przemysl und Bela von Ungarn. Ende 1252 wählten die steirischen Stände den Sohn Belas, Stephan, einstimmig zum steirischen Herzog und die Steiermark und somit auch Bruck an der Mur wurden von Ungarn verwaltet und nach dem Frieden von Ofen 1254 von den Ungarn besetzt.
Am 12. Juni 1260 gelangte der Böhmenkönig Ottokar II. Przemysl durch den siegreichen Ausgang der Schlacht bei Kressenbrunn gegen die Ungarn in den Besitz der Steiermark. Er erkannte die günstige Lage Brucks an der Mündung zweier Flüsse am Fuße eines leicht zu befestigenden Berges und befahl seinem Statthalter Bischof Bruno von Olmütz die „novella plantatio“ - also eine Neugründung des Ortes. 1263 tauschte er mit dem Stift Admont Gründe und Einkünfte, legte den jetzigen Stadtkern an und umgab ihn mit einer Mauer. Die Mauern stehen zum Teil heute noch. 1277 erhielt Bruck an der Mur von König Rudolph I. die Stadtrechte.[1]
Die Ringmauer nahm ihren Verlauf von der Schlossberghöhe zum Turm beim Heberplatzl, weiter zum Turm im Stadtpark, dann zum runden Turm an der Friedrichallee bis zum Leobnertor (heute Dr.-Theodor-Körner-Straße), weiter zum inneren Schiffertor am Ende der Schiffgasse und zur Schiffländ an der Mur, entlang der Schiffländ (Mur) gegen Osten bis zum Grazertor bei der Grazerbrücke. Weiter ging es bis zum Turm beim Zusammenfluss der Mürz und der Mur bis zum Wienertor am Ostende der Stadt und von dort, verstärkt durch zwei Türme, den steilen Schlossberghang hinauf bis zur Schlossberghöhe. Die Haupttore: Leobnertor, Grazertor, Wienertor brannten bei dem großen Brand 1792 ab. Das Leobnertor wurde durch einen einfachen Torbogen ersetzt, der 1876 entfernt wurde. Das Grazertor wurde 1794 wieder aufgebaut, 1839 abgetragen. Das Wienertor wurde wieder aufgebaut, 1846 endgültig abgetragen. Dieses Tor wurde 1544 und später auch „Mürztor“ genannt. Kleinere Tore waren: Schifftor (Ende Schiffgasse), 1888 abgetragen, Lend- oder Wassertor (Abschluss des Stadtgrabens an der Schiffländ), Badtor (Abschluss Hauptplatz, Ringelschmiedgasse, Schiffländ), Lederertörl am unteren Ende des Lederergassels (Verbindung Roseggerstraße-Schiffländ).
In einer Urkunde vom 17. August 1263 wird Bruck bereits als „oppidum de Brucke“, als „Stadt“ Bruck bezeichnet.
Nach der Niederlage König Ottokars gegen den Habsburger Rudolf I. kam das Land wieder an das Reich. Rudolf bestätigte am 25. August 1277 die alten Privilegien und verlieh den Namen und die Rechte einer Stadt. 1282 belehnte König Rudolf I. seine Söhne Albrecht und Rudolf mit Österreich, Steiermark, Krain und der Windischen Mark. 1292 befreite sein Nachfolger Albrecht I. die Stadt, als sie von steirischen Adeligen, verstärkt durch Söldner des Herzogs Otto von Bayern und den Erzbischof von Salzburg, Konrad IV., ab 17. Februar 14 Tage lang belagert war. Er kam mit seinem Heer über den stark verschneiten Semmering. Der Weg musste von 600 Bauern freigeschaufelt werden. 1313 erlaubte Herzog Friedrich der Schöne die freie Wahl von zwölf „Geschworenen“ (Gemeinderäte). 1329 wurde das Bürgerspital bei der Leobnerbrücke erwähnt, das aber schon viel früher bestanden haben muss, da die Gemahlin Herzog Friedrichs (1306–1330) es letztwillens bedacht hatte. 1347 erteilte Herzog Albrecht II. der Bürgerschaft die Bewilligung zur Errichtung von drei Bierbrauereien.
1348, mit Beginn am 25. Jänner, erschütterte durch acht Tage hindurch ein heftiges Erdbeben das Mur- und Mürztal und brachte die Burg Kindberg zum Einsturz. In Kärnten stürzte die Villacher Alpe ein. Die Südwand der Villacher Alpe stürzte ins Gailtal ab und verschüttete siebzehn Gemeinden. Über Schäden in Bruck gibt es keine Aufzeichnungen.
1357 wurde ein eigener „Judenrichter“ erwähnt. Da der wachsende Wohlstand der Bürger durch den Salzhandel und das Niederlagsrecht gewachsen war und das Vermögen der angesiedelten Juden rasch zunahm, erwuchsen daraus viele Streitigkeiten. Um 1360 entstanden die Hammerwerke „Höllhammer“, Hammerwerke an der Laming und die „Mürzhämmer“ vor dem Wienertor.
1382 brannten 108 Häuser ab, also mehr als die Hälfte der damaligen Stadt, und das Minoritenkloster.
1385 gewährte Leopold III. wieder das Fürfahrtgeld (Mautgeld), das in den folgenden Jahren immer wieder bewilligt wurde, wenn die Stadtverwaltung dringend Geld brauchte.
1418 gebot Herzog Ernst der Eiserne, dass ausländische Kaufleute aus den Reichsstädten Augsburg, Nürnberg, Ulm sowie Salzburger und Schwaben ihre Waren von Gold und Silber, Wachs, Safran, Pelzwaren und „ander Gut“ hier zum Verkauf niederlegen müssen, das heißt, sie mussten die Waren einen Tag anbieten und waren gezwungen, zu übernachten. Am 4. April 1423 starb der Minnesänger Hugo von Montfort in Pfannberg bei Frohnleiten und wurde in der Minoritenkirche in Bruck an der Mur beigesetzt. Er war ein Freund von Herzog Ernst dem Eisernen und als Landeshauptmann vertrat er diesen beim Konzil von Konstanz im Jahre 1414.
1424 starb Herzog Ernst der Eiserne in Bruck. Seine Eingeweide wurden in der Liebfrauenkirche am Hohen Markt beigesetzt, sein Leichnam ins Stift Rein gebracht. Des Herzogs Bruder, Friedrich von Tirol (Friedel mit der leeren Tasche), übernahm die Vormundschaft über seine minderjährigen Söhne Friedrich, Albrecht und Ernst (Ernst starb 1432).
1436 genehmigte Papst Eugen zur Entlastung des Erzbischofs von Salzburg eine höhere Jurisdiktionsgewalt an den jeweiligen Pfarrer von Bruck, der somit Erzpriester (Archidiakon) von Obersteier wurde.
1443 und 1478 wird wiederholt das „Sundersiechhaus“ (Leprosenhaus) erwähnt, so dass man annehmen muss, dass diese Krankheit auch hier grassierte.
1452 und 1485 sowie 1496 wurden Landtage in Bruck abgehalten. Auch für andere Versammlungen und Tagungen (Stände, Regierungsbehörden) war Bruck sehr beliebt.
1461 ist „der mehrere Teil der Stadt verbrunnen“. Als Soforthilfe gewährte Kaiser Friedrich III. ein höheres Fürfahrtsgeld und einen zweiten Jahrmarkt am Sonntag vor Pfingsten.
1479 fielen die Ungarn wieder in die Steiermark ein und besetzten große Teile Obersteiermarks.
1480 zogen türkische Horden raubend und brennend, von Judenburg und Rottenmann kommend, über Leoben und Bruck ins Mürztal und nach Graz in Richtung Radkersburg. Sie haben wahrscheinlich die Hl. Geistkirche und das dazugehörige Lazarett vernichtet und dürften auch die Pfarrkirche St. Ruprecht schwer beschädigt haben.
1488 erlaubte Kaiser Friedrich die alljährliche freie Wahl eines Bürgermeisters und verlieh der Stadt die Rotwachsfreiheit, das Recht, die Stadtschriften mit rotem Wachs zu siegeln. Der erste Bürgermeister hieß Michael Holzapfel und war der Schwager des Pankraz Kornmesser (Besitzer des Kornmesserhauses).
1496 wurden die Juden aus der Steiermark vertrieben.
1499 bis 1505 ließ der reiche und angesehene Bürger Pankraz Kornmeß auf dem Hauptplatz das Kornmesserhaus erbauen.
1503 verlieh Maximilian I. den Schmiedmeistern der Stadt das Privilegium, auf ihre „Schmid- und Handwerch“ ein „sonnder Wartzaichen“ zu schlagen: Einen Schild, darinnen eine Brücke mit zwei Türmen und einem Panther. Dieses Motiv wurde zum Stadtwappen.
1510 brannten 52 Häuser ab.
1526 kann man die ersten Anzeichen des Kampfes gegen die „Lutherei“ wahrnehmen. 1528 waren die hiesigen Priester und ein Großteil der Bürger schon dem neuen Glauben zugetan. Unabhängig von Luther kam aus der Schweiz über Vorarlberg und Tirol eine Glaubenssekte ins Land, deren Anhänger als „Wiedertäufer“ bekannt wurden. Eine Visitations-Kommission verhaftete in Bruck zwölf „Wiedertäufer“ und ließ sie hinrichten, die Männer wurden enthauptet, die Frauen ertränkt.
1530 war wieder ein großer Brand.
1541 bis 1545 und 1569, 1623 und 1674 wütete die Pest.
1543 standen nach dem Brand von 1530 noch 32 Häuser leer und verödet.
Am 1. Jänner 1578 fand der große innerösterreichische General-Landtag in Bruck statt. 30 steirische, 26 kärntnerische, 14 krainische und vier Vertreter aus Görz verhandelten mit Erzherzog Karl II. über Militär- und Geldangelegenheiten.
1600 fand sich eine Reformationskommission unter der Führung des Fürstbischofs Martin Brenner von Seckau, des Ketzerhammers, ein. Bis auf fünf Bürger erklärten alle, dem katholischen Glauben wieder beizutreten.
1608 bis 1610 Wohl als Folge der Rekatholisierung wurde ein Kapuzinerkloster errichtet und 1611 durch Fürstbischof Martin Brenner eingeweiht.
1609 erwarb der Magistrat die fürstliche Burg Erzherzog Ferdinands auf dem Hauptplatz. Der Umbau dauerte bis 1629. Als Ersatz richtete sich Erzherzog Ferdinand im Stubenberg’schen Freihaus in der Wienergasse (später Herzog-Ernst-Gasse) seine Burg ein.
1622 erwarb die Stadt das Kornmesserhaus und benutzte es bis 1628 als Rathaus.
1623 tauchte wieder die Pest auf. 1626 erwarb der Magistrat nach jahrelangen Bemühungen die Herrschaft Landskron mit dem Amte Pischkberg und kam damit in den Besitz weiterer Forste sowie des Jagd- und Fischereirechtes.
Ebenfalls 1626 wurde der bereits vor 1613 errichtete Ziehbrunnen auf dem Hauptplatz vom Brucker Steinmetz Hanns Prasser im Sockelbereich renoviert.
Mit Wasser wurde die Stadt vor Einführung der Druckwasserleitung 1882 durch öffentliche Brunnen versorgt, die auf den Plätzen oder in den Gassen, entweder mitten in der Fahrbahn oder an den Hauswänden angebracht waren. Sie waren teils Schachtbrunnen, aus denen das Wasser geschöpft oder gepumpt wurde, teils rinnende, zu denen das Wasser in Holzrohren aus dem Stadtwald über die Grazerbrücke zugeleitet wurde. Einzelne Brunnen sind jedenfalls schon gleichzeitig mit der Erbauung der Stadt errichtet wurden, doch fehlen Angaben, da alle Ratsprotokolle vor 1542 verloren gingen. 1613 wurde erstmals der Platzbrunnen am Fleck und in der Mittergasse genannt, 1679 die Cisterne, in welcher sich das Regen- und Schneewasser des Hauptplatzes sammelte. 1613 wurden bei Neulegung der Wasserrohre 4700 Klampfen und unzählige Rohre verbraucht. Der „Ehrsambe Rat“ hat 1679 die Verordnung erlassen: „dass die weiber bey denen Stattprün sich aller vnsauberkheit mit waschen vnd andern Pritschln enthalten, widrigenfalls die Betrettende Person durch den Gerichtsdiener aldort Bey denen Prünen angehöfftet werde“.
Gefährdet war die Reinlichkeit des Brunnenwassers aber am meisten durch das Fehlen jeglicher Kanalisation. Die Aborte (das „haimbliche Gemach“) vieler Häuser waren in die „Reichen“ eingebaut (Zubauten an den Außenwänden der Häuser). Nicht alle „Reichen“ waren gegen die Straße zugemauert, so dass Vorübergehende auf den „haimblichen“ Sitz und den darunter liegenden Unrat sehen konnten. Viele Häuser hatten keine Senkgruben. Bei stärkerem Regen oder wenn die Grube voll war, floss der Unrat auf die Gasse, die das Rinnsal in der Mitte hatte. Wegen der zahlreichen Ratten hielt man sich Katzen.
Am 20. November 1626 erwarb die Stadt von Kaiser Ferdinand II. die „Burg Landskron“ samt seinem zugehörigen Amt Pischk.
1634 wütete wiederum die Pest. Es wurde ein Pestlazarett bei der St.-Bartholomäus-Kapelle (beim späteren Mädchen-Pensionat an der Leobnerstraße) errichtet und 1645 ein Pestfriedhof angelegt.
1654 musste die Stadt das bis dahin innegehabte Landgericht Tragöß an das Stift Göß verkaufen, da sie dringend Geld brauchte, um die Kriegskostenzahlung an die Schweden, anlässlich des Abschlusses des Dreißigjährigen Krieges, leisten zu können.
1663 musste die Steiermark 6000 Mann gerüstet an die Grenzen gegen die Türken stellen und erhalten, einen Teil davon auch Bruck.
1674 wieder eine Pestepidemie.
Am 2. März 1683 vernichtete ein Großbrand 117 Häuser, das Minoritenkloster und die Kirche, Wehrgänge, sieben Stadttürme und den Liesinghammer an der Mürz (zwei Drittel der Stadt).
1688 brannte es wieder - nähere Aufzeichnungen fehlen.
1697 hatte das Land wiederum 500.000 fl. Steuern und 250.000 fl. „freiwillige Kriegshilfe“ für den Türkenkrieg zu zahlen.
1708 brannten in der Mittergasse sieben Häuser nieder.
1710 wurde von den Bürgern die Mariensäule (Pestsäule) am Hauptplatz errichtet.
1716 wurde neuerlich die Pest eingeschleppt; sie wütete in noch nie dagewesenem Ausmaß. Die Bürger gelobten den Bau einer Kirche, wenn die Pest aufhöre. Die Kirche wurde auf dem Kalvarienberg errichtet und 1719 eingeweiht. Nach 1716 scheinen keine Aufzeichnungen über Pestfälle mehr auf.
1723 wurde eine neue „tobakh manufactur“ (Tabakverschleiß) errichtet, aber noch 1794 war das Rauchen auf der Straße bei einer angedrohten Strafe von 25 Stockstreichen verboten.
1728, auf der Reise zur Erbhuldigung in Graz, übernachteten Kaiser Karl VI. und seine Gemahlin Elisabeth, die Prinzessin Maria Theresia und deren Gemahl Franz von Lothringen im Gasthof „Zum schwarzen Adler“ und setzten am nächsten Tag ihre Reise nach Graz fort. 1742 erwarb Bruck den kaiserlichen Forst in der Nähe der Stadt und das dazugehörige Jagdrecht. Die Wälder waren damals sehr wildreich, noch 1788 und 1789 wurden in den benachbarten Wäldern Wolfsjagden abgehalten.
1748 wurde die Steiermark in fünf Kreisämter eingeteilt; auch Bruck wurde Kreishauptstadt.
1763 brannte es in der Grazergasse (später Roseggerstraße). Einige Häuser und wiederum das Minoritenkloster, das schon einmal 1683 abbrannte, wurden vernichtet.
1765 reiste Maria Theresia mit ihrem Gemahl durch Bruck zu einer großen Gemsenjagd am Reiting.
1770 ordnete die Regierung eine allgemeine Häuser-Nummerierung an und führte die allgemeine Wehrpflicht ein. Zwei Kompanien des Regimentes Prinz Baden-Durlach Nr. 27 waren in Bruck stationiert.
Die Finanzlage der Stadt war so schlecht, dass die Herrschaft Landskron und einige andere Realitäten im Lizitationswege veräußert werden mussten. Käufer war Franz Xaver Fraydt von Fraydenegg.
1781 äscherte ein Brand zehn Häuser ein.
1782 wurde das Minoritenkloster nach 500-jährigem Bestand aufgehoben.
1783 wurde wegen der schlechten Finanzlage über die Stadt die „Sequestration“ (Zwangsverwaltung) verhängt, die erst 1806 aufgehoben wurde.
1785 verlor der Stadtpfarrer von Bruck den Titel „Erzpriester von Obersteier“. Der Papst hob das Erzpriestertum in Bruck nach 349-jähriger Dauer auf.
1790 weilte der neapolitanische Hof mehrere Tage in Bruck, wobei große Festlichkeiten abgehalten wurden.
Um diese Zeit entbrannte ein Kampf der steirischen Städte und Märkte um ihre Vertretung im Landtag. In Bruck fanden aus diesem Grund wiederholt Versammlungen der Vertreter dieser Städte und Märkte statt, die gegen die Einschränkung ihrer Rechte seitens der übrigen Stände (Prälaten, Herren und Ritter) Stellung nahmen und schließlich bei Kaiser Leopold II. nicht unwesentliche Begünstigungen erreichten.
Am 3. September 1792 traf die Stadt wohl der schwerste Schicksalsschlag. Der größte Brand, ausgelöst durch Unachtsamkeit im Haus eines Sattlermeisters am Hauptplatz, entfacht und ausgebreitet durch einen zur Zeit herrschenden Sturmwind, äscherte die Stadt fast zur Gänze ein. Von 166 Häusern wurden 164 ganz oder teilweise zerstört, das Schloss Landskron ging ebenfalls in den Flammen unter und die Stadtpfarrkirche und der Pfarrhof wurden schwerst beschädigt. 153 Familien, deren Häuser niedergebrannt waren und über 200 Untermieter verloren in wenigen Stunden das Dach über dem Kopf und alles Hab und Gut. Auch neun oder zwölf Personen sollen ums Leben gekommen sein (zwei verschiedene Aufzeichnungen).
Der Wiederaufbau der Stadt brachte manche Veränderung des Stadtbildes mit sich. Der Minoritengarten vor dem Gasthof „Zum Schwarzen Adler“ wurde für Straßenzwecke verwendet, das Wienertor abgetragen und ein Straßenzug von der Mittergasse über den Minoritenplatz zur Mürzbrücke eröffnet. Das Rathaus musste fast zur Gänze neu erbaut werden, lediglich die alten Säulen im Hofraum sind von der ehemaligen Burg geblieben. Beim Neubau wurde die Front gegenüber dem „alten Rathaus“ (Apothekerhaus) zurückgesetzt und dadurch eine neue Gasse eröffnet.
1794 war am 6. Februar ein heftiges Erdbeben.
1795 wurde in der Mitte des Hauptplatzes der „Steinerne Brunnen“ errichtet. Die Stadt besaß jetzt fünf öffentliche Brunnen, die ihr Wasser zum Teil durch hölzerne Röhren aus dem Holzgraben erhielten. 1946 wurde der Steinerne Brunnen abgetragen.
1795 verlieh Papst Pius VI. dem jeweiligen Stadtpfarrer die Würde eines infulierten Propstes (Prälaten).
1797 bekam die Stadt erstmals direkten Kontakt mit den Franzosen, die am 20. April 1792 ihre Kriegserklärung verkündet hatten und den ersten Koalitionskrieg auslösten. Erzherzog Karl, der sich aus der Lombardei zurückziehen musste, traf am 4. April 1797 in Bruck ein. Drei Tage später wurde auf Vorschlag Napoleons ein Waffenstillstand geschlossen. Am 7. April rückte der Vortrupp Napoleons in Bruck ein. Am nächsten Tag folgte Napoleon Bonaparte mit dem Gros seiner Armee. Nur die Mürz trennte die gegnerischen Heere. Am 18. April schloss Napoleon mit Erzherzog Karl den Vorfrieden von Leoben. Die Franzosen verließen die Stadt wieder am 25. April. In der Zeit ihres Aufenthaltes wurde alles, was die total verarmte Bevölkerung noch besaß, geplündert, geraubt und durch Misshandlungen erpresst.
1799 schlossen sich Österreich, Großbritannien und Russland zusammen und erklärten den zweiten Koalitionskrieg gegen Napoleon. Aus diesem Anlass zogen im April 1799 russische Truppen unter dem bedeutenden Heerführer Suwarow durch Bruck. 1801 endete dieser Krieg.
1800 wurde das „bürgerliche Grenadierkorps“ aufgestellt, eine Bürgerwehr, welcher der Schutz der Stadt anvertraut war.
1800, Ende Dezember, kam Ludwig Josef von Bourbon, Prinz von Condé, mit einem Emigrantenheer nach Bruck und ließ sich hier nieder. Das Korps bestand aus französischen Flüchtlingen, die an der Seite der Koalition gegen Napoleon kämpften und stand nun knapp vor der Auflösung. Dem Korps gehörten zu diesem Zeitpunkt noch an: 22 Marschälle, 6 Prinzen, über 60 Generäle, mehr als 60 Grafen, über 35 Marquis, eine Anzahl Adeliger vom Vicomte abwärts, 25 Priester, darunter 2 Bischöfe und eine Äbtissin. Beim Depot hatte man 349 Offiziere, 216 adelige Frauen und Fräulein, 154 Soldaten, 500 Soldatenweiber und Kinder und 204 Bediente. Der bunte Haufen zog am 15. Jänner 1801 von Bruck ab über Graz nach Windisch-Feistritz, wo die Auflösung erfolgte.
1803 brach wiederum ein Feuer aus, bei dem 17 oder 18 Häuser und das Minoritenkloster schwer beschädigt wurden.
1805, im August, trat Österreich der britisch-russischen Koalition gegen Frankreich bei, der sich schließlich auch Schweden anschloss. Die Koalitionstruppen waren den Franzosen unterlegen und Bruck wurde wieder vom 10. November 1805 bis 1. Jänner 1806 von französischen Truppen besetzt.
1807, 2. Mai: Die Wiener Hofkanzlei verfügte auf Anordnung Kaiser Franz I. die Aufhebung des Minoriten-Klosters.
1809 gab es wieder Krieg mit den Franzosen. Österreich war der Verlierer und die Stadt Bruck litt unter der Besetzung vom 27. Mai 1809 bis 2. Jänner 1810. Die Besatzer und immer wieder durchziehende französische Truppen raubten der Bevölkerung alles und brachten sie zur Verzweiflung.
1818 löste sich das Kapuzinerkloster durch Nachwuchsmangel auf.
1819 war am 26. Februar und am 1. März starkes Erdbeben.
1821 kamen hohe Gäste durch Bruck: am 2. Jänner Kaiser Franz I. von Österreich und einen Tag später Zar Alexander von Russland. Die beiden Hoheiten reisten zu einem Kongress nach Laibach.
1827 zerstörte Hochwasser die Leobnerbrücke. Aus diesem Grunde musste eine Notstraße über die Postwiese zur Grazerbrücke geschaffen werden, bis die Brücke wieder aufgebaut wurde. Diese konnte erst 1830 dem Verkehr übergeben werden (Eröffnung durch Kaiser Franz I.).
Am 6. August 1838 übernachtete Kaiser Ferdinand I. mit seiner Gemahlin auf der Reise nach Mailand in Bruck. Auf der Rückreise am 25. Oktober blieben sie wieder eine Nacht hier.
Am 21. Oktober 1844 eröffnete Erzherzog Johann die Eisenbahnstrecke Mürzzuschlag-Bruck-Graz.
Am 29. Dezember 1845 befand sich der Kaiser von Russland, Zar Nikolaus I. in Bruck und übernachtete hier. Er hatte in Palermo seine kranke Gemahlin besucht und befand sich auf dem Heimweg. Mit einem Sonderzug fuhr er auf der neuen Bahnstrecke bis Mürzzuschlag und setzte dann seine Reise mit einer Kalesche fort.
Am 16. November 1846 vermählte sich in der Minoritenkirche der Graf von Chambord, Enkel Karls X. von Bourbon, mit der Großnichte Kaiser Leopolds II. Marie Theresia Beatrix Cajetana d’Este.
1848, nach der Märzrevolution, übernahm der erst 18-jährige Erzherzog Franz Joseph am 2. Dezember 1848 als Kaiser Franz Joseph I. die Regierung in der Donaumonarchie. Bruck war insofern betroffen, als zur Aufrechterhaltung der Ordnung eine Nationalgarde aufgestellt werden musste, die 1851 wieder aufgelöst wurde. Außerdem gab es Verwaltungsänderungen: Der Magistrat wurde aufgelöst und eine Gemeindevertretung gewählt. Das Kreisamt wurde aufgehoben und in eine Kreisregierung umgewandelt. Später wurde daraus ein Bezirksamt und dann eine Bezirkshauptmannschaft.
1849 fielen in Bruck der Nationalgarde Deserteure der Palatinalhusaren in die Hände. 15 Unteroffiziere und 21 Mann wurden vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt und sogleich vor der Stadtmauer erschossen.
1855 gab es für die Steiermark eine neue Kreiseinteilung, Bruck blieb Kreishauptstadt.
1861 erfolgte die Gründung der Sparkasse der Stadt Bruck unter Haftung der Stadtgemeinde.
1868 konnte am 1. September die Eisenbahnlinie Bruck - Leoben eröffnet werden.
1881 wurde die Papier-, Holzstoff- und Zellulosefabrik M. Diamant gegründet.
Ebenfalls 1881 gründete man eine Fachschule für Holzindustrie, die später in eine solche für Eisenindustrie umgewandelt wurde. 1882 entstand die städtische Druckwasserleitung, welche das Wasser auch in höhere Stockwerke bringen konnte.
1887 erbaute das Land Steiermark nach modernsten Erkenntnissen ein Spital in der Murvorstadt, das nach dem Kronprinzen Österreichs „Rudolf Spital“ benannt wurde und von ihm am 28. Oktober seiner Bestimmung übergeben wurde.
Am 24. Oktober 1897 erhielt Bruck seinen ersten Rettungswagen, ein mit zwei Pferden bespanntes Gefährt.
1898 brannte am 17. Dezember das Stadttheater ab.
1900 erfolgte durch das Land Steiermark und den Steiermärkischen Forstverein die Gründung der „Höheren Forstlehranstalt“ für die österreichischen Alpenländer. Die Schule ist seit 2005 Österreichs einzige Höhere Bundeslehranstalt für Forstwirtschaft.
1903 wurde das Städtische Elektrizitätswerk erbaut.
1907 konnte die Realschule (später Realgymnasium) eröffnet werden.
Am 11. Juni 1911 wurde auf dem Schlossberg die damals wohl modernste Schießstätte der Monarchie, die „Kaiser Franz Josef Schießstätte“ durch Erzherzog Friedrich feierlich eröffnet.
Der Weltkrieg 1914 - 1918 unterbrach die Entwicklung der Stadt.
Am 8. Jänner 1919 wurden die Brucker Archivbestände von 1850 bis 1886 samt Einreichungs-Protokollen und Indices mit einem Gesamtgewicht von 8.448 kg zum, Preis von 9 K 50 h pro 100 kg als Altpapier an einen Brucker Kaufmann verkauft und in der Papierfabrik Frohnleiten eingestampft. Am 19. Juli 1919 konstituierte sich der neugewählte Gemeinderat. 1922 kam die Katastralgemeinde Berndorf, die zu Kapfenberg gehört hatte, zur Stadtgemeinde Bruck. 1923 betrug die Einwohnerzahl 11.290 Personen.
25. April 1924: Laut Statistik ist Bruck am Höhepunkt der Inflation mit wöchentlichen Lebenshaltungskosten von 178.469 Kronen vor Graz mit 155.062 Kronen die teuerste Stadt Österreichs.
Obwohl nicht zur Stadt Bruck gehörend, soll doch das 1927 entstandene Pernegger Murkraftwerk und der dazugehörende Stausee erwähnt werden, da diese Errichtung eine große Bedeutung für die Region hatte.
1928 erfolgte die Errichtung des Post- und Telegraphenamtes auf dem Hauptplatz. Im gleichen Jahr wurde der Bundesrealschule eine Handelsschule angegliedert. Bruck war auch immer ein wichtiger Bahnknotenpunkt. Aufschreibungen aus dem Jahr 1928 ergaben folgenden Überblick: In diesem Jahr verkehrten in der hiesigen Station 9.348 Schnellzüge und 19.320 Personenzüge. Abgefertigt wurden 400.887 Personen. Die Bundesbahnen beschäftigten in Bruck 900 Beamte, Hilfsdienste und Arbeiter.
1928/29 wurde die „Grazer“ Holz-Murbrücke durch eine Eisenbetonbrücke ersetzt.
1930/31 wurde der 1.200.000 Liter fassenden Wasserbehälter auf dem Schlossbergplateau errichtet.
Am 13. September 1931 wurde im Zuge des Pfrimer-Heimwehrputsches der Schlossberg „besetzt“. Nach ein paar Stunden war der Spuk unblutig beendet. Dr. Pfrimer wurde im Oktober im Leobener Schauprozess freigesprochen.
Die gesellschaftlichen Spannungen, die sich seit 1848 immer weiter aufgebaut haben, erreichten im Februar 1934 ihren traurigen Höhepunkt, als sich Heimwehr und Schutzbund in Bruck eine blutige Schlacht lieferten. Der bekannte Arbeiterführer Koloman Wallisch wurde in der Folge zum Tode verurteilt und in Leoben hingerichtet. Von der Schutzbundtruppe kamen in Bruck (außer Wallisch) noch 11 Personen ums Leben. Nach diesem Aufstand wurde die Sozialdemokratische Partei verboten.
In den dreißiger Jahren erfolgte, verglichen mit den vergangenen Jahrzehnten, eine rege Bautätigkeit. Einige Beispiele: Es entstanden Wohnhäuser für die städtischen Angestellten, die später zu einer Kaserne (Erzherzog-Johann-Kaserne) umfunktioniert wurden. Am 11. April 1934 erfolgte der Spatenstich für die erste Stadtrandsiedlung in der Heiligen-Geist-Gasse.
Die Stadtrandsiedlung in Berndorf-Laming, an der Tragößerstraße, entstand ebenfalls in den Dreißigern. Auch die Entstehung der „Wüstenrotsiedlung“ in der Wüstenroterstraße fällt in die späten dreißiger Jahre. Ebenfalls in dieser Zeit errichtete die Kammer für Arbeiter und Angestellte ein Kinderheim auf den Kreckerfeldern (Grabenfeldstraße). Diese Bauten waren aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn der Durchschnitt der Bevölkerung konnte sich weder ein Haus noch eine einigermaßen anständige Wohnung leisten. Die jahrelange Arbeitslosigkeit verurteilte viele Menschen zu einer hoffnungslosen Armut und zwang sie, Entbehrungen und Demütigungen zu ertragen.
Am 9. Juli 1935 eröffnete Bundespräsident Miklas die neue Eisenbahnbrücke über die Mur. Im gleichen Jahr wurde die Höhere Forstlehranstalt aufgelassen.
Am 12. März 1938 erfolgte der Anschluss Österreichs an Deutschland. Sonntag, den 13. März, verließ die Batterie des Feldkanonenregiments Nr. 6, die seit dem 27. Februar hier stationiert war, Bruck, um nach Wien zurückzukehren. Um die Mittagszeit desselben Tages erwartete die Bevölkerung die Ankunft der Deutschen Wehrmacht. Gegen 13.00 Uhr fuhren die Auto- und Motorradkolonnen in die Stadt ein. Gleichzeitig überflogen mehrere Flugzeuggeschwader Bruck an der Mur. Nach der Durchfahrt fand am Hauptplatz die Vereidigung der hiesigen Garnison auf den Führer statt.
Am 16. März erfolgte die Vereidigung der Gendarmerie des Bezirkes Bruck an der Mur. Bald danach wurde der Gauleiter Dr. Siegfried Uiberreither am Hauptplatz empfangen. Am 21. März hielt sich SS-Reichsführer Himmler kurz in Bruck auf, um an einem Kameradschaftsabend im Hotel „Zum schwarzen Adler“ teilzunehmen. Sieben Tage später fuhr Generalfeldmarschall Göring in einem Sonderzug durch Bruck. Während des kurzen Aufenthaltes erstatteten die Kreisleiter der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) sowie die Sturmbannführer der SS und SA die Meldung.
Am Sonntag, den 3. April, traf um 14.15 der Sonderzug mit dem Führer auf der Fahrt nach Graz am hiesigen Bahnhof ein. Als Adolf Hitler am Fenster erschien, wurde er begeistert begrüßt. Dasselbe Bild bot sich am Montag, als der Zug von Graz kommend, 10 Minuten Aufenthalt hatte. Am 7. April 1938 traf der Reichsbauernführer Walther Darrè am Adolf-Hitler-Platz ein. Anlässlich des Bauerntages hielt der Kreisleiter Karl Ahorner vor dem Rathaus eine Ansprache.
Am 10. April fand die Volksabstimmung für den Anschluss an Deutschland statt. In Bruck waren 8.524 Männer und Frauen stimmberechtigt. Davon beteiligten sich an der Abstimmung 8.506 Personen. Die Zahl der abgegebenen Ja-Stimmen betrug 8.466, die der Nein-Stimmen 21, 19 Stimmen waren ungültig.
Für die Gemeinden bedeutete der Anschluss eine totale Neuordnung. Funktionäre in Politik, Wirtschaft, Industrie und Kultur wurden ausgetauscht, die Aufgaben der Gemeinden vielfach geändert und der NSDAP untergeordnet. Der Brucker Bezirkshauptmann Dr. Josef Pauer-Kulpathal wurde abgesetzt und in Schutzhaft genommen. Die Leitung seines Amtes ging auf die Bezirksleitung der NSDAP über, die Geschäfte führte Dr. Anton Böcker. Als provisorischer Bürgermeister amtierte vorerst Professor Hubatschek bis am 1. April der ehemalige Bezirksrichter Dr. Egon Schilcher bis Oktober 1939 das Amt übernahm.
1939 brachte die Volkszählung folgenden Überblick: 7.038 männliche, 6.328 weibliche, zusammen 13.366 Einwohner. Am 26. Oktober 1940 fand das Richtfest für 31 Häuser (181 Wohnungen) in der Südtirolersiedlung statt, die für die zugewanderten Südtiroler erbaut wurden. In der Neubaugasse wurden ebenfalls einige Wohnhäuser errichtet und in der Grabenfeldgasse Wohnhäuser für Bahnbedienstete.
1943/44, nach der Kapitulation der deutschen Truppen in Stalingrad, verstärkten sich die Luftangriffe in der Steiermark. Besonders betroffen waren die Städte Marburg, Knittelfeld, Judenburg, Kapfenberg, Bruck und Graz.
Im November 1944 vereidigte Kreisleiter Schwaifer am Adolf-Hitler-Platz drei Volkssturm-Bataillone.
1945 erfolgten einige Luftangriffe auf Bruck. Die Brucker suchten Schutz im Schlossbergstollen oder im Stadtwald. Trotz allem waren immer wieder Menschenleben zu beklagen. So z. B. forderten die Angriffe, die am 19.und am 23. Februar 1945 auf Bruck durchgeführt wurden, Todesopfer, Schwer- und Leichtverletzte. Beim Angriff am 21. März starben sechs Menschen.
Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg. Am 9. Mai war die Besetzung der Steiermark durch die Siegertruppen abgeschlossen. Bruck gehörte bis 24. Juli 1945 zur russischen Besatzungszone. Danach gehörte es bis September 1955 zur britischen Besatzungszone.
1382 brannten 108 Häuser und die Minoritenkirche.
1461 ist der „mehrere Teil der Stadt verbrunnen“.
1510 brannten 52 Häuser ab.
1530 war wieder ein großer Brand (1543 standen noch 32 Häuser "öde").
1683 war wieder ein Großbrand. Es betraf das Minoritenkloster und die Minoritenkirche, 117 Häuser (2/3 der Stadt), Wehrgänge, 7 Stadttürme und den Liesinghammer.
1688 brannte es wieder, davon gibt es keine Aufzeichnungen.
1708 brannten 7 Häuser in der Mittergasse ab.
1761 vernichtete ein Brand die Stadtmühle Am Wienertor.
1763 brach beim Unterbräuer (Ecke Roseggerstraße - Grazerstraße) ein Feuer aus. Mit ihm verbrannten 2 Nachbarhäuser, das Minoritenkloster und 9 Häuser in Pischk.
1781 brannten 10 Häuser ab.
1792, am 3. September, kam es zum größten Stadtbrand. Von 166 Häusern wurden 164 ganz oder teilweise zerstört. Auch das Schloss Landskron wurde ganz, die Stadtpfarrkirche und der Pfarrhof zum Teil zerstört. 153 Familien, deren Häuser niederbrannten, und 200 als Mietparteien Wohnende verloren in wenigen Stunden ihr gesamtes Hab und Gut und das Dach über dem Kopf. 9 oder 12 Personen (widersprüchliche Aufzeichnungen) kamen ums Leben.
1803 wurden 17 Häuser und das Minoritenkloster durch einen Brand beschädigt.
1834 brannte die Liesingermühle ab.
1890 brannte die Till-Kunstmühle an der Mürz ab, welche die Stadt teilweise mit elektrischem Licht versorgt hatte.
1898, am 17. Dezember, brannte das Theater in der Wienergasse (später Herzog-Ernst-Gasse) ab.
Zwischen 1443 und 1478 wird wiederholt das "Sundersiechhaus" (Leprosenhaus) genannt, so dass angenommen werden kann, dass auch die Lepra (Aussatz) bis hierher gekommen ist. Dieses mehrere Jahrhunderte bestehende Lazarett befand sich bei der Hl. Geistkirche an der Grazerstraße und diente wohl auch als Pestlazarett. Die Pest grassierte in den Jahren 1541 bis 1545, 1569, 1623, 1674 und tauchte 1716 noch einmal auf.
1276 gab es ein Erdbeben, genauere Aufzeichnungen fehlen.
1316 wurde eine der beiden Murbrücken vom Hochwasser weggerissen.
1348 erschütterte ein Erdbeben vom 25. Jänner an durch acht Tage das Mur- und das Mürztal. Es war so heftig, dass die Burg Kindberg einstürzte. Die Südwand der Villacher Alpe (Kärnten) stürzte damals ins Gailtal ab und verschüttete siebzehn Gemeinden. Aufzeichnungen über Schäden in Bruck fehlen.
1480 fielen Wanderheuschrecken in die Steiermark ein und vernichteten die gesamte Ernte samt den Wurzeln.
1651 konnten nur mit Mühe die beiden durch Hochwasser bedrohten Murbrücken gerettet werden.
1787, am 1. November, wurde die Mürzbrücke durch Hochwasser zerstört.
1794 war am 6. Februar ein heftiges Erdbeben.
1813 zerstörte Hochwasser wieder die Mürzbrücke und riss zwei Mühlen weg.
1819 war am 26. Februar wieder ein starkes Erdbeben.
1827 zerstörte Hochwasser die Leobnerbrücke.
1846 wurde wieder einmal die Mürzbrücke vom Hochwasser weggerissen.
1804 wurden für Bruck an der Mur 1284 Einwohner ausgewiesen.[2]
Seit Juli 1880 hatte die Stadt Bruck an der Mur folgende Bürgermeister:[3]
| Vinzenz Till | Juli 1880 – 1885 |
| Guido Finck | 1886 – Mai 1894 |
| Viktor Kravani | Juni 1894 – Juli 1896 |
| Georg Reppin | September 1896 – April 1898 |
| Josef Knottinger | Mai 1898 – Mai 1919 |
| Anton Pichler | August 1919 – Jänner 1925 |
| Franz Gruber | Februar 1925 – Februar 1934 |
| Peter Pachler | Februar 1934 – August 1936 |
| Hans Malissa | September 1936 – März 1938 |
| Karl Hubatschek | 13. März 1938 – 30. März 1938 |
| Egon Schilcher | April 1938 – Oktober 1939 |
| Hans Schön | November 1939 – Jänner 1940 |
| Michael Klaischer | Februar 1940 – April 1943 |
| Karl Hütter | April 1943 – Mai 1945 |
| Franz Gruber | Mai 1945 – Juni 1945 |
| August Hahn | Juni 1945 – Jänner 1965 |
| Erwin Linhart | Jänner 1965 – Mai 1977 |
| Rudolf Burgstaller | Mai 1977 – Juni 1989 |
| Gottfried Grandl | Juni 1989 – Dezember 1994 |
| Bernd Rosenberger | seit 15. Dezember 1994 |
Der Reif der Brunnenlaube und oberster Abschluss ist mit Spindelblumen besetzt. Den Stegen sind Schmiedeeisenranken aufgesetzt; als Bekrönung dient eine kleine Figur in Blechschnitt des hl. Georg. Das Umfassungsgitter auf der Brüstung datiert von 1693, das Schwungrad von 1883. 1906 wurde von der Brucker k.u.k. Schlosserschule eine Kopie des Brunnens anlässlich der Eröffnung des Museums für Angewandte Kunst am Stubenring in Wien erstellt. Das Rad und die Inschriften von Hans Prasser fehlen jedoch. In der Mitte ist ein Schild mit dieser Inschrift angebracht: „Kopie des Brunnens in Bruck/Mur. Ausgeführt von der dortigen k.u.k. Fachschule im Jahre 1906“.
Wiederkehrende Jahresmärkte: "Arbesmarkt": 1. Mo in der Fastenzeit "Pfingsdienstagmarkt": Pfingstdienstag "Portiunkulamarkt": 1. Mo im August
Bruck ist ein Zentrum der Bildung. Die Schulen der Stadt werden von vielen Schülern der umliegenden Gemeinden besucht. Neben mehreren Volks- und Hauptschulen gibt es das BG und BRG Bruck an der Mur, die Handelsakademie, die österreichweit einzigartige Höhere Bundeslehranstalt für Forstwirtschaft und die private Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik der Caritas der Diözese Graz-Seckau. Das PIUS-Institut der Kreuzschwestern ist Schule (private allgemeine Sonderschule), Ausbildungsstätte und Wohnheim für geistig behinderte Kinder und junge Erwachsene.
Bruck an der Mur ist historisch ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Obersteiermark:
Bruck an der Mur wird gemeinsam mit Kapfenberg vom Stadtbusnetz der Mürztaler Verkehrs-Gesellschaft mbH bedient. Vom 1. Juli 1944 bis zum 15. Februar 2002 verkehrte außerdem der Oberleitungsbus Kapfenberg nach Bruck. Danach wurden diese Obusse durch Busse mit Verbrennungsmotoren ersetzt. Weiters halten einige Postbuslinien am Hauptplatz oder am Bahnhof.
Der Bezirk Bruck an der Mur erhielt schon Mitte des 19. Jahrhunderts einen Bahnknotenpunkt, als die k. k. priv. Österreichische Südbahn-Gesellschaft von ihrer 1844 eröffneten Strecke Wien – Semmering – Graz im Jahre 1868 eine Strecke von Bruck nach Leoben abzweigen ließ.
Der Bahnhof Bruck/Mur ist noch heute ein wichtiger Eisenbahnknoten der Österreichischen Bundesbahnen, er wird im Juli 2010 umgebaut. Schnellzüge Richtung Wien und Graz halten im Stundentakt, Richtung Villach im 2-Stundentakt. Seit Ende 2007 ist Bruck an der Mur die Endstation der S1 des neuen Schnellbahnmodells für den Großraum Graz.
In Bruck an der Mur kreuzt die S6 Semmering Schnellstraße von Wien nach St. Michael die hier beginnende S35 Brucker Schnellstraße Richtung Graz. Die B 116, die zu den am stärksten befahrenen Straßen der Steiermark zählt und das Stadtzentrum über eine Stelzenbrücke (Brucker Spinne) umfährt, wird derzeit abgerissen und durch eine vierspurige Trasse mit zweispurigem Kreisverkehr(ampelgeregelt) samt Autobahnzubringer ersetzt. Die Verkehrsfreigabe ist voraussichtlich Anfang 2012. Außerdem ist eine Auffahrtsrampe zur S6 in Richtung Leoben geplant, um die Leobener Straße im Stadtgebiet vom starken Durchzugsverkehr zu befreien.
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