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| Bund fĂĽr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) | |
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| Zweck: | Entwickeln von Strategien und Umsetzen von Projekten im Natur- und Umweltschutz |
| Vorsitz: | Hubert Weiger |
| GrĂĽndungsdatum: | 20. Juli 1975 |
| Mitgliederzahl: | 477.279 (2008) |
| Sitz: | Berlin |
| Website: | www.bund.net |
Der Bund fĂĽr Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) ist eine Umweltschutzorganisation mit Sitz in Deutschland. Der Verein wird auch zu den Naturschutzorganisationen und den Nichtstaatlichen Organisationen gerechnet.
Der Verein wurde am 20. Juli 1975 in Marktheidenfeld von Horst Stern, Bernhard Grzimek, Hubert Weinzierl, Bodo Manstein (1. Vorsitzender), Gerhard Thielcke, Herbert Gruhl, Hubert Weiger, Enoch zu Guttenberg und dreizehn weiteren Umweltschützern gegründet (unter maßgeblicher Mithilfe des Bund Naturschutz in Bayern). Vorsitzender ist seit 1. Dezember 2007 Hubert Weiger. Der ursprüngliche Name Bund für Natur- und Umweltschutz Deutschland (BNUD) wurde 1977 in die heutige Form geändert. Heute trägt der BUND in seinem Emblem zusätzlich den Slogan Freunde der Erde, da er die deutsche Partnerorganisation des internationalen Naturschutznetzwerkes Friends of the Earth ist.
Der BUND ist mit rund 461.000 Mitgliedern, Spendern und Förderern (Stand 2010)[1] einer der großen Umweltverbände Deutschlands. Vom Staat ist der Verein als Umwelt- und Naturschutzverband (im Rahmen des Bundesnaturschutzgesetzes) anerkannt[2] und muss daher bei Eingriffen in den Naturhaushalt angehört werden. Außerdem verfügt er aus dem Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz über ein Verbandsklage-Recht.
An Beiträgen, Zuwendungen und Spenden kamen 2010 14,01 Millionen Euro[1] (2009: 13,36 Millionen Euro[3], 2008: 14,32 Millionen Euro[4]) zusammen. Spenden – der Verein ist als gemeinnützig anerkannt – und Mitgliedsbeiträge machen knapp achtzig Prozent der Gesamteinnahmen aus.
Der BUND sieht sich seit Jahren in der Rolle des kritischen Mahners und Beobachters, der umweltpolitische Defizite aufdeckt, politische Lobbyarbeit leistet und die Öffentlichkeit aufklärt. Er fragt etwa danach, wie erneuerbare Energien ausgebaut werden können, wie Flüsse und Seen vor Schadstoffen geschützt werden können, wie Strahlenbelastungen reduziert werden können und wie der Naturschutz forciert werden kann. Aktionen und Kampagnen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene führten zur Erhaltung von Moorgebieten, zur Mobilmachung gegen die Atomkraft und zur Werbung für umwelt- und gesundheitsverträgliche Produkte.
Inhaltsverzeichnis |
Der BUND ist – wie die Bundesrepublik – föderal organisiert. Neben dem Bundesverband gibt es 16 Landesverbände (der bayerische Landesverband führt den Namen „Bund Naturschutz in Bayern e. V.“) und über 2000 regionale Kreis- und Ortsgruppen, die sich mit lokalen ökologischen Problemen beschäftigen. Ehrenamtliche Facharbeitskreise auf Bundes- und Landesebene befassen sich etwa mit der Bio- und Gentechnologie, dem Bodenschutz, umweltfreundlichen Energien, gesundheitlichen und rechtlichen Fragen. Neben den ehrenamtlichen gibt es einige fest angestellte Mitarbeiter, vor allem in der Bundesgeschäftsstelle und in den Landesgeschäftsstellen.
Der Bundesverband wie auch die Landesverbände sind jeweils eigenständige Vereine, während die Regional- und Ortsgruppen rein rechtlich Bestandteile ihres Landesverbands sind. Ein Mitglied des BUND ist somit immer sowohl Mitglied im Bundesverband als auch im entsprechenden Landesverband. Neben den „Vollmitgliedern“ kennt der BUND die „Fördermitglieder“, die regelmäßig spenden, aber nicht an der Verbandsdemokratie teilnehmen.
Der Verband ist intern von unten nach oben organisiert, d. h. die Mitglieder einer Verbandsebene wählen jeweils aus ihrer Mitte die Amtsträger und die Vertreter (Delegierten) für die nächsthöhere Ebene; Mitglieder- und Delegiertenversammlungen sind öffentlich. Den Landesvorständen und dem Bundesvorstand gehören neben den direkt gewählten Mitgliedern außerdem auch je ein Vertreter der BUNDjugend, der Facharbeitskreise („wissenschaftlicher Rat“) sowie der Regional-/Landesverbände („Landesrat“/„Verbandsrat“) an. Auf Bundesebene koordinieren sich der Vorstand, der wissenschaftliche Beirat und der Verbandsrat im Gesamtrat.
Selbstständig innerhalb des BUND agiert die BUNDjugend mit ihren Untergliederungen in den Bundesländern (in Bayern die „Jugendorganisation Bund Naturschutz“) und den einzelnen Jugendgruppen.
Der BUND ist seit 1989 die deutsche Sektion des Europäischen Umweltnetzwerkes Friends of the Earth Europe und des weltweiten Netzwerkes Friends of the Earth International.[5] Außerdem ist er Mitglied im Netzwerk Attac und im Deutschen Naturschutzring.
Der BUND ist Einsatzstelle für Teilnehmer des FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr) und des BFD (Bundesfreiwilligendienst); es gibt Stellen beim Bundesverband, bei den Landesverbänden und bei der BUNDjugend.
Vorsitzende des Vereins waren:
Es gibt 20 Bundes-Arbeitskreise[6], in denen sich ehrenamtliche Mitglieder – oft renommierte Wissenschaftler – mit aktuellen Fragen des Umweltschutzes beschäftigen. Zu den Aufgaben der Arbeitskreise gehört die Teilnahme an Anhörungen des Bundestages, die Prüfung neuer Gesetze und das Erarbeiten umweltfreundlicher Konzepte. Darüber hinaus organisieren die Arbeitskreise Seminare und Tagungen und geben Ihr Wissen in Informationsbroschüren weiter. Die Landesverbände haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten ebenfalls Facharbeitskreise mit ähnlichen Themen.
Die Sprecher der Arbeitskreise bilden den Wissenschaftlichen Beirat des BUND, der den Bundesvorstand fachlich berät. Der Vorsitzende des Beirats ist kraft Satzung Mitglied des Bundesvorstands.
Im Jahr 2011 gab es folgende Bundes-Facharbeitskreise:
Der BUND setzt sich fĂĽr die Erhaltung der natĂĽrlichen Lebensgrundlagen ein. Im Einzelnen steht er unter anderem fĂĽr
Aktivitäten
Projektbeispiele
Die Rolle des BUND als Interessenvertreter des Umwelt- und Naturschutzes führt häufig zu Konflikten, insbesondere bei Großprojekten. Wenn, nach Ansicht des BUND, die Projektplanung den Natur- und Umweltschutz anfangs nicht ausreichend berücksichtigt hatte, können die entsprechenden Forderungen der Organisation zu Verzögerung und Zusatzkosten führen.
| 1980 | Hans Christoph Binswanger: Ă–kologisierung der Wirtschaftspolitik[12] |
| 1981 | José Lutzenberger: deutsch-brasilianischer Politiker und Umweltaktivist |
| 1982 | Otto Koenig, österreichischer Vogelkundler und Kulturethologe |
| 1983 | Jörg Zink, Theologe und Sprecher der Friedens- und Ökologiebewegung |
| 1984 | Rolf Wandschneider, Holger WesemĂĽller, Karel van der Zwiep, John Frederiksen: Nordseeschutz |
| 1985 | Bernd Lötsch, österreichischer Naturkundler, Donauauen-Institut |
| 1986 | Sepp Bichler, Biobauer |
| 1987 | Otmar Wassermann, Ă–kotoxikologe |
| 1988 | Dagi und Karl Werner Kieffer, Stiftung Ă–kologie & Landbau / mittlere Technologie |
| 1989 | Anne Calatin, Umweltmedizinerin Reinhold Konstanty, DGB-Umweltreferent |
| 1991 | Prinz Charles: Ă–kolandbau |
Von 1980 bis 1991 verlieh der BUND die nach dem ersten Vorsitzenden benannte Bodo-Manstein-Medaille für besondere Verdienste im Natur- und Umweltschutz. Auf der Medaille war zu seinem Gedenken das Porträt Bodo Mansteins abgebildet, denn der Mediziner und Umweltschützer der ersten Stunde war zum Zeitpunkt der ersten Verleihung bereits verstorben.
Seit 2003 zeichnet die BUND NRW Naturschutzstiftung den Schmetterling des Jahres aus. Es soll damit – wie bei vielen anderen Arten des Jahres – auf die zunehmende Gefährdung der Schmetterlinge und ihre Bedeutung hingewiesen werden.
Seit 2009 verleiht der BUND Hessen den Eduard-Bernhard-Preis an Menschen, die sich durch starkes Engagement für Umwelt und Naturschutz auszeichnen. Der Bund Naturschutz in Bayern verleiht seit 1970 die Bayerische Naturschutzmedaille für besonderes Engagement im BN. Mit der Karl-Gayer-Medaille ehrt der Bund Naturschutz Bayern – in Abstimmung mit der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft – seit 1977 Personen, die sich um die naturgemäße Waldwirtschaft verdient gemacht haben. Die höchste Auszeichnung Bayerns im Naturschutzbereich ist der Bayerische Naturschutzpreis des Bund Naturschutz, der seit Anfang der 1970er Jahre verliehen wird.
Der BUND Berlin vergibt seit 2005 den Berliner Umweltpreis in den Kategorien „Umweltengagement“, „Kinder und Jugend“ und „Wirtschaft und Innovation“.[13]
Der BUND Baden-WĂĽrttemberg zeichnet seit 2007 NaturschĂĽtzer mit dem Gerhard-Thielcke-Naturschutzpreis aus. Der Naturschutzpreis entstand zum 75. Geburtstag des BUND-Ehrenvorsitzenden und MitbegrĂĽnders Gerhard Thielcke, der auch die Vergabe-Kriterien formuliert hat.
Der Arbeitskreis Energie des BUND Nordrhein-Westfalen vergibt seit 2009 den mit 1000 Euro dotierten BUND-Energiepreis für umweltfreundlichen Umgang mit Energie. Für den Preis können sich vorzugsweise BUND-Gruppen bewerben, aber auch Bürgerinitiativen, Einzelpersonen und Firmen, sofern das Projekt einen direkten Nutzen für die Umwelt hat, innovativ ist und zum Nachmachen animiert.[14]
Die Natur & Umwelt Service und Verlags GmbH wurde 1977 gegründet und ist eine hundertprozentige Tochter des BUND. Sie ist Dienstleisterin im Versand und Projektmanagement für den BUND, übernimmt aber auch Funktionen für externe Auftraggeber. Zum Beispiel wickelt sie seit 2002 für das Bundesumweltministerium den Wettbewerb Don Cato ab, der Kinder mit Fragen des Natur- und Umweltschutzes vertraut machen soll. Darüber hinaus betreibt sie den BUNDladen[15], in dessen Internetshop und Katalog Schön ökologische Artikel angeboten werden.
Da sich die AbkĂĽrzung BUND in der Ausschreibung des Akronyms BUND wiederfindet, handelt es sich bei dem Namen um ein rekursives Akronym.
Das BUND-Logo
zeigt links neben dem Schriftzug BUND den Erdball (stark stilisiert) als grünen Kreis, der symbolisch von zwei schützenden Händen umschlossen wird.[16]