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|---|---|---|---|
| Staatliche Ebene | Bund | ||
| Stellung der Behörde | Oberste Bundesbehörde | ||
| Gründung | 1720 | ||
| Hauptsitz | Wien | ||
| Behördenleitung | Michael Spindelegger, Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten | ||
| Website | www.BMeiA.gv.at | ||
Unter der offiziellen Bezeichnung Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, kurz BMeiA, firmiert Österreichs Außenministerium seit 1. März 2007, davor hieß es Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten (BMaA). Es ist jenes Ressort der österreichischen Bundesregierung, welchem die Agenden der Außenpolitik, darunter die Vertretung Österreichs gegenüber anderen Staaten und Organisationen sowie die Koordination der österreichischen EU-Politik, zufallen. Geleitet wird das BMeiA vom Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten.
Inhaltsverzeichnis |
Seit 2. Dezember 2008 leitet Michael Spindelegger (ÖVP) als 16. Außenminister der Zweiten Republik das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten.
Laut dem österreichischen Bundesministeriengesetz obliegen dem BMeiA "auswärtige Angelegenheiten, soweit sie nicht in die Zuständigkeit eines anderen Bundesministeriums fallen". Aufgelistet werden insbesondere:
Das BMeiA ist in Sektionen, Gruppen, Abteilungen und Referate gegliedert:
Die Geschichte internationaler Diplomatie ist eng mit der Stadt Wien verbunden. Die erste einheitliche Klassifikation von Diplomaten erfolgte anlässlich des Wiener Kongresses 1815 und durch das Aachener Protokoll 1818. Als unter dem Dach der Vereinten Nationen die Usancen internationaler Beziehungen in einen völkerrechtlichen Rahmen gegossen wurden, fanden die entsprechenden Konferenzen in Wien statt und gipfelten sowohl im Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen (1961) als auch im Wiener Übereinkommen über konsularische Beziehungen (1963).
Als Geburtsstunde eines selbstständigen österreichischen diplomatischen Dienstes gilt das Jahr 1720, als Kaiser Karl VI. die Verwaltung der auswärtigen Beziehungen der Österreichischen Erblande einem eigenen Minister übertrug. Dennoch blieb in der Monarchie bis 1918 die Außenpolitik Domäne des Herrschers, bei der der ab 1861 berufene bzw. gewählte Reichsrat kaum mitzuentscheiden hatte.
Internationale Bekanntheit bis heute erwarb sich als kaiserlicher Außenpolitiker des Biedermeiers Staatskanzler Klemens Wenzel Lothar von Metternich, der den Ballhausplatz, wo er gegenüber der Hofburg residierte, als Synonym für ein europäisches Machtzentrum erscheinen ließ.
Von 1867 an war das nunmehrige k.u.k. Außenministerium eines der drei gemeinsamen Ministerien der Realunion Österreich-Ungarn. 1882 bewirkte es den Dreibund als Defensivbündnis, konnte aber infolge der engen Bindung der Monarchie an das Deutsche Reich nicht vermeiden, dass sie von vielen europäischen Staaten eher als potentieller Gegner als als Freund empfunden wurde. Gegen den in Europa in der zweiten Hälfte des 19. Jh. stark werdenden Nationalismus konnte der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn kein Rezept finden.
Am Ballhausplatz wurde im Juli 1914 von Minister Leopold Berchtold das verhängnisvolle Ultimatum an Serbien formuliert, das wenige Tage später in einer Kriegserklärung Österreich-Ungarns an das Königreich resultierte. Der daraus entstandene Große Krieg wurde später als Erster Weltkrieg bezeichnet. Im Krieg gab der Generalstabschef den Ton an, nicht der Außenminister.
Beim Zerfall der Donaumonarchie im Herbst 1918 entstand am 30. Oktober 1918 das deutschösterreichische Staatsamt des Äußern, das am 10. November 1920 vom Bundesministerium für Äußeres abgelöst wurde. (Zur Liquidierung des k.u.k. Außenministeriums siehe Ludwig von Flotow, bis 1920 Leiter des liquidierenden Ministeriums.) 1923–1938 wurden die auswärtigen Angelegenheiten von einer Sektion im Bundeskanzleramt wahrgenommen. Einige Bundeskanzler der Ersten Republik fungierten daher auch als Außenminister (ohne den Titel zu führen) oder hatten (bis 1959) im Bundeskanzleramt einen Außenminister, der die außenpolitische Sektion leitete. Erst 1959 wurde auf Betreiben Bruno Kreiskys wieder ein eigenes Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten errichtet.
Mit Amtsantritt der Bundesregierung Gusenbauer, 2007, entschieden die Koalitionspartner SPÖ und ÖVP, das Ministerium umzubenennen. Als Grund nannte Außenministerin Ursula Plassnik, die bisherige Bezeichnung habe die Verwobenheit, Vernetztheit, Partnerschaft und Solidarität, die unsere internationalen Beziehungen prägen, nicht mehr klar genug zum Ausdruck gebracht, sondern eher den Beigeschmack von Abgrenzung gehabt. Die Änderung gehe nicht mit einer Änderung der Kompetenzen einher, schaffe aber einen neuen Akzent im Selbstverständnis der österreichischen Diplomatie.
Diesen soll auch die kontinuierliche „Öffnung“ des BMeiA widerspiegeln. 2007 fanden im Ministerium anlässlich des 50. Jahrestages der Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März sowie des österreichischen Nationalfeiertags am 26. Oktober erstmals Tage der offenen Tür statt. Für interessierte Schülergruppen besteht die Möglichkeit, das Ministerium zu besuchen.
Nach 286 Jahren am Ballhausplatz 2, der Adresse des österreichischen Bundeskanzleramts, übersiedelte das Außenministerium wegen des dort beschränkten Platzangebots, das mehrere Dependancen erforderlich machte, 2005 in das historische Niederösterreichische Landhaus in der Herrengasse 13 und das benachbarte ehemalige Statthaltereigebäude auf Nr. 11. Die Gebäude sind mit einer gläsernen Brücke verbunden. Der Haupteingang befindet sich am Minoritenplatz 8 gegenüber dem Kanzleramt. Das Landhaus war bis 1996 Sitz der Niederösterreichischen Landesregierung und des Niederösterreichischen Landtags, die dann nach St. Pölten übersiedelten.
Im Landhaus befindet sich der ehemalige Landtagssaal mit hochbarocken Deckenfresken, bis 1883 auch Sitzungssaal des Herrenhauses des Reichsrats und von 21. Oktober bis 11. November 1918 der Provisorischen Nationalversammlung für Deutschösterreich. „Wappensaal“ (mit Reproduktionen historischer Landkarten aus dem Bestand der Österreichischen Nationalbibliothek) und „Marmorsaal“ (Historienmalerei-Zyklus von Leopold Kupelwieser) stehen für Veranstaltungen zur Verfügung.
In den beiden Gebäuden ist heute die gesamte so genannte „Zentrale“ des Außenministeriums untergebracht, lediglich die Diplomatische Akademie und die dort angesiedelte Außenpolitische Bibliothek befinden sich nicht am Minoritenplatz. Ein Teil des Gebäudes an der Herrengasse wird von der Landesregierung unter dem Namen „Palais Niederösterreich“ als Veranstaltungszentrum weiter verwendet.
Mit *) markierte Leiter der österreichischen Außenpolitik waren Kanzler, die gleichzeitig das Staatsamt für Äußeres bzw. das Außenministerium führten.
Mit **) Markierte von 1923 bis 1938 und von 1945 bis 1959 waren Bundeskanzler, die die Sektion Außenamt im Bundeskanzleramt selbst führten. In anderen Bundesregierungen dieser Zeit führten Außenminister im Kanzleramt diese Agenden.
Bruno Kreisky setzte 1959 nach einem SPÖ-Wahlerfolg durch, dass das Außenamt, schon 1918–1923 selbstständig, zum eigenständigen Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten erhoben wurde.
| Außenminister der Ersten Republik | ||||
| Name | Amtszeit | Partei | ||
|---|---|---|---|---|
| Victor Adler Staatssekretär (= Minister) für Äußeres |
30.10.–†11.11.1918 | SDAPÖ | ||
| Otto Bauer Staatssekretär (= Minister) für Äußeres |
21.11.1918–26.07.1919 | SDAPÖ | ||
| Karl Renner*) Staatskanzler und Staatssekretär (= Minister) für Äußeres |
26.07.1919–22.10.1920 | SDAPÖ | ||
| Michael Mayr*) bis 20. Nov. 1920 Staatskanzler und Staatssekretär (= Minister) für Äußeres |
22.10.1920–21.06.1921 | CS | ||
| Johann Schober*) | 21.06.1921–26.01.1922 | Beamter | ||
| Walter Breisky*) | 26.–27.01.1922 | Beamter | ||
| Leopold Hennet | 27.01.–31.05.1922 | Beamter | ||
| Alfred Grünberger | 31.05.1922–20.11.1924 | CS | ||
| Heinrich Mataja | 20.11.1924–15.01.1926 | CS | ||
| Rudolf Ramek**) | 15.01.–20.10.1926 | CS | ||
| Ignaz Seipel**) | 20.10.1926–04.05.1929 | CS | ||
| Ernst Streeruwitz**) | 04.05.–26.09.1929 | CS | ||
| Johann Schober**) | 26.09.1929–30.09.1930 | Beamter | ||
| Ignaz Seipel | 30.09.–04.12.1930 | CS | ||
| Johann Schober | 04.12.1930–29.01.1932 | Beamter | ||
| Karl Buresch**) | 29.01.1932–20.05.1934 | CS | ||
| Engelbert Dollfuß**) | 20.05.–10.07.1934 | CS/VF | ||
| Stephan Tauschitz | 10.07.–03.08.1934 | Landbund/VF | ||
| Egon Berger-Waldenegg | 03.08.1934–14.05.1936 | VF | ||
| Kurt Schuschnigg**) | 14.05.–11.07.1936 | VF | ||
| Guido Schmidt | 11.07.1936–11.03.1938 | VF | ||
| Wilhelm Wolf | 11.–13.03.1938 | NSDAP | ||
| Nr | Name | Amtsantritt | Ende der Amtszeit | Partei |
|---|---|---|---|---|
| Außenminister der Zweiten Republik | ||||
| 1 | Karl Gruber bis 20. Dez. 1945 Staatssekretär (= Minister) für Äußeres |
26.09.1945 | 26.11.1953 | ÖVP |
| 2 | Leopold Figl | 26.11.1953 | 09.06.1959 | ÖVP |
| 2 | Julius Raab**) | 10.06.1959 | 16.07.1959 | ÖVP |
| 3 | Bruno Kreisky | 16.07.1959 | 19.04.1966 | SPÖ |
| 4 | Lujo Toncic-Sorinj | 19.04.1966 | 19.01.1968 | ÖVP |
| 5 | Kurt Waldheim | 19.01.1968 | 21.04.1970 | parteilos |
| 6 | Rudolf Kirchschläger | 21.04.1970 | 23.06.1974 | parteilos |
| 7 | Erich Bielka | 23.06.1974 | 30.09.1976 | parteilos |
| 8 | Willibald Pahr | 01.10.1976 | 24.05.1983 | parteilos |
| 9 | Erwin Lanc | 24.05.1983 | 10.09.1984 | SPÖ |
| 10 | Leopold Gratz | 10.09.1984 | 16.06.1986 | SPÖ |
| 111 | Peter Jankowitsch | 16.06.1986 | 21.01.1987 | SPÖ |
| 12 | Alois Mock | 21.01.1987 | 04.05.1995 | ÖVP |
| 13 | Wolfgang Schüssel | 04.05.1995 | 04.02.2000 | ÖVP |
| 14 | Benita Ferrero-Waldner | 04.02.2000 | 20.10.2004 | ÖVP |
| 15 | Ursula Plassnik | 20.10.2004 | 02.12.2008 | ÖVP |
| 16 | Michael Spindelegger | 02.12.2008 | ÖVP | |
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