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Die Bundesregierung Faymann, eine große Koalition der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) mit der Österreichischen Volkspartei (ÖVP), wurde am 2. Dezember 2008 von Bundespräsident Heinz Fischer angelobt. Bundeskanzler wurde Werner Faymann (SPÖ), Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP). Seit der Regierungsumbildung im April 2011, bei der Josef Pröll ausschied, ist Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) Vizekanzler.
Inhaltsverzeichnis |
Den Sondierungs- und Koalitionsgesprächen ging die vorgezogene Nationalratswahl vom 28. September 2008 voraus. Dabei verzeichneten beide Großparteien massive Verluste von insgesamt 15 %, während die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) und das 2005 daraus hervorgegangene Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) deutliche Stimmenzuwächse erzielen konnten. Am 8. Oktober 2008 erhielt Faymann, als Bundesparteivorsitzender der stimmenstärksten Partei, von Bundespräsident Fischer den Auftrag zur Regierungsbildung.
Keine Partei hatte die erforderliche Mehrheit für eine Alleinregierung erhalten. Eine Koalition aus SPÖ und ÖVP war die einzig mögliche Zwei-Parteien-Koalition. Während Faymann sich von Beginn an für diese Variante aussprach und Koalitionsvarianten mit FPÖ und BZÖ ausschloss, waren Vertreter der ÖVP auch für eine ÖVP-FPÖ-BZÖ-Koalition bzw. für den Gang in die Opposition eingetreten. Nicht zuletzt die Finanzkrise ab 2007 und die Gefahr einer Rezession in Österreich waren Gründe, weshalb Faymann und der neue ÖVP-Bundesparteivorsitzende Pröll dennoch rasch Koalitionsgespräche begannen und in einem relativ kurzen Zeitraum von 56 Tagen zur Einigung auf eine neue Große Koalition kamen.
Die Bundesregierung unter Werner Faymann wurde in folgender Zusammensetzung am 2. Dezember 2008 angelobt:
Die Ressortaufteilung wurde zum größten Teil von der Bundesregierung Gusenbauer übernommen. Nur das von Maria Berger geleitete Justizministerium wechselte von der SPÖ zur ÖVP und wurde der Richterin Claudia Bandion-Ortner unterstellt. Im Gegenzug erhielt die SPÖ das Gesundheitsministerium von der ÖVP (ehemalige Ministerin Andrea Kdolsky). Entgegen den Bedenken namhafter Verfassungsrechtler werden die Ministerien für Inneres und Justiz durch Minister derselben Partei geleitet.[1] Die bisherige Außenministerin Ursula Plassnik kündigte an, dass sie aus der Regierung ausscheiden werde. Als Grund gab sie Differenzen über die Frage an, ob künftige EU-Vertragsänderungen auf parlamentarischem Wege oder über Volksabstimmungen zu entscheiden sind. Werner Faymann soll als Kanzler kein Ressort haben. Innerhalb der Ministerien gibt es einige Umgruppierungen: Der Bereich Arbeit geht vom Wirtschaftsministerium wieder an das Sozialressort, der Sportbereich geht ins Verteidigungsministerium. Die Familien- und Jugendagenden werden vom Gesundheitsministerium an das Wirtschaftsministerium übergeben. Gegenüber 2006 gibt es nur noch vier statt sechs Staatssekretäre.[2]
Gabriele Heinisch-Hosek wurde am 2. Dezember 2008 zur Bundesministerin ohne Portefeuille und am 18. Dezember 2008 zur Bundesministerin fĂĽr Frauenangelegenheiten und Ă–ffentlichen Dienst angelobt.[3]
Claudia Bandion-Ortner wurde am 15. Jänner 2009 zur Bundesministerin für Justiz angelobt, da der Bawag-Prozess in erster Instanz erst abgeschlossen werden musste. Zuvor war für diese Übergangszeit Wissenschaftsminister Johannes Hahn auch Justizminister. [4] Sie wurde am 21. April 2011 durch Beatrix Karl ersetzt.
Verena Remler wurde am 26. November 2010 als Nachfolgerin von Christine Marek angelobt, die als Klubchefin der Ă–VP in den Wiener Landtag und Gemeinderat wechselte.
Beatrix Karl wurde am 26. Jänner 2010 zur Bundesministerin[5] für Wissenschaft und Forschung angelobt[6], da ihr Vorgänger Johannes Hahn in die Europäische Kommission (Barroso II) berufen wurde.
Josef Pröll erklärte am 13. April 2011 aus gesundheitlichen Gründen seinen bevorstehenden Rücktritt als Vizekanzler und Finanzminister wie auch als ÖVP-Obmann. Die ÖVP designierte Michael Spindelegger zum neuen Vizekanzler und für einige ihrer Ministerien neue Minister und Staatssekretäre. Die Entlassung der alten und Ernennung der neuen Minister und Staatssekretäre erfolgte am 21. April 2011. Dabei wechselte Maria Fekter vom Innenministerium ins Finanzministerium. Neue Innenministerin wurde die bisherige niederösterreichische Landesrätin Johanna Mikl-Leitner. Claudia Bandion-Ortner schied aus der Regierung aus und wurde im Justizministerium durch die bisherige Wissenschaftsministerin Beatrix Karl ersetzt. Dieser folgte der bisherige Rektor der Universität Innsbruck Karlheinz Töchterle nach. Mit der Regierungsumbildung wurden teilweise auch die Staatssekretäre anderen Ministerien zugeteilt. Im Aussenmministerium wurde Wolfgang Waldner und im Innenministerium Sebastian Kurz zu Staatssekretären bestellt. Für den Vorsitzenden der JVP Sebastian Kurz, bisher Gemeinderatsmitglied in Wien, sind Integrationsagenden vorgesehen. Für diese beiden neu bestellten Staatssektretariate entfielen die bisher von Reinhold Lopatka im Finanzministerium und von Verena Remler im Wirtschaftsministerium besetzten Staatssekretariate.[7]
Das Regierungsprogramm der Regierung Faymann (PDF, 987 KiB)
Renner | Figl I | Figl II | Figl III | Raab I | Raab II | Raab III | Raab IV | Gorbach I | Gorbach II | Klaus I | Klaus II | Kreisky I | Kreisky II | Kreisky III | Kreisky IV | Sinowatz | Vranitzky I | Vranitzky II | Vranitzky III | Vranitzky IV | Vranitzky V | Klima | SchĂĽssel I | SchĂĽssel II | Gusenbauer | Faymann
Barroso II (Europäische Kommission)
Di Rupo (Belgien) | Borissow (Bulgarien) | Thorning-Schmidt (Dänemark) | Merkel II (Deutschland) | Ansip III (Estland) | Katainen (Finnland) | Fillon (Frankreich) | Papadimos (Griechenland) | Kenny (Irland) | Monti (Italien) | Dombrovskis III (Lettland) | Kubilius (Litauen) | Juncker (Luxemburg) | Gonzi (Malta) | Rutte (Niederlande) | Faymann (Österreich) | Tusk II (Polen) | Passos Coelho (Portugal) | Ungureanu (Rumänien) | Reinfeldt (Schweden) | Radičová (Slowakei) | Pahor (Slowenien) | Rajoy (Spanien) | Nečas (Tschechien) | Orbán II (Ungarn) | Cameron (Vereinigtes Königreich) | Christofias (Zypern)