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In der Nähe des französischen Ortes Bure im Département Meuse in Frankreich wird durch die französische Atommüllbehörde ANDRA (Agence Nationale pour la Gestion des Déchets Radioactifs) ein Untertagelabor zur Erforschung der örtlichen geologischen Verhältnisse errichtet. Hintergrund dieser Maßnahme ist die nationale französische Suche nach einer Lagerstätte für hoch- (HAW) und langlebigen mittelaktiven (MAW) radioaktiven Abfall. Ein entsprechendes Endlager gibt es bis dato nicht im Land; in Bure würde auch das erste solche europäische Endlager entstehen.[1]; der Atommüll soll hier bis zu 100.000 Jahren gelagert werden.[2]
Im Falle einer Eignung soll das Forschungslabor zu einem Endlager ausgebaut werden. Dessen Kapazität kann nach derzeitigem Stand für ca. 130.000 m³ mittel- sowie 8.000 m³ hochradioaktiven Abfalls ausgelegt sein. Die Regierung Frankreichs betonte, dass die Endlagerung von radioaktiven Abfällen für einen noch nicht festgelegten Zeitraum (vorgeschlagen sind 300 Jahre) rückholbar erfolgen solle. Bei dem in Bure geplanten Endlager handelt sich um ein unterirdisches Tunnelsystem mit einer Ausdehnung von 30 Quadratkilometern[3].
Das Felslabor wird in einer Tiefe von ca. 500 m errichtet.[4]
Inhaltsverzeichnis |
Die ersten Bohrungen wurden bereits 1994 durchgeführt.[4]
Am 9. Dezember 1998 beschloss die französische Regierung, zwei Untertagelabore zu errichten, um dort durch Forschungsaktivitäten die wissenschaftlichen Voraussetzungen für den Betrieb eines atomaren Endlagers zu schaffen. Als einer der Standorte wurde in diesem Zusammenhang Bure ausgewählt, da die örtliche, ca. 130 Meter starke[4] Ton- und Mergel[5]formation aus relativ feinkörnigem Sedimentgestein als geeignet erschien[6]; hierbei soll auch allgemein die Eignung von Tongesteinen für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle untersucht werden.[7]
Mit der Errichtung der beiden Zugangsschächte des Labors in Bure wurde im September 2000 begonnen. Die Bauarbeiten, die nach einem tödlichen Arbeitsunfall im Mai 2002[8] fast ein Jahr lang unterbrochen waren, waren nicht vor 2011 abgeschlossen; bis Ende 2011 ist sozusagen ein Modell-„Mini-Endlager“ entstanden.[5]
Mit der Einlagerung des hochradioaktiven Abfalls könnte nach der entsprechenden Planung im Jahr 2025 begonnen werden[9]; nach ersten Erkenntnissen wird hier eine Lagerung für eine Million Jahre für möglich gehalten, die ANDRA schlägt entsprechend die Installierung eines Atommüllendlagers vor, die Kosten sollen sich (2011) auf bis zu 35 Mrd. Euro belaufen[4]; bisher wurden ca. 1,5 Mrd. Euro investiert, ein Antrag soll 2015 gestellt werden.[5]
Angesichts von 330 Angestellten und der Beteiligung von bisher über 2.000 internationalen Wissenschaftlern verfolgt die ANDRA offiziell eine Strategie der Offenheit; jährlich besuchen derzeit (2011) ca. 2.000 Besucher die Versuchsanlage.[5]
48.48444444445.35638888889Koordinaten: 48° 29′ 4″ N, 5° 21′ 23″ O