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Burgund

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Burgund (Begriffsklärung) aufgeführt.
Burgund
Flagge der Region Burgund Wappen der Region Burgund
Lage der Region Burgund in Frankreich
Basisdaten
Verwaltungssitz Dijon
Präsident des Regionalrats François Patriat PS
Bevölkerung

 – gesamt 2007
 – Dichte

1.633.891 Einwohner
51,7 Einwohner / km²

Fläche

 – gesamt
 – Anteil an Frankreich:

31.582 km²
5,0 %

Départements 4
Arrondissements 15
Kantone 174
Gemeinden 2.046
ISO 3166-2-Code FR-D

Burgund (französisch Bourgogne [buʀˈgɔɲ]) ist eine Region im Zentrum Frankreichs. Sie besteht aus den Départements Côte-d'Or, Nièvre, Saône-et-Loire und Yonne. Die Region hat eine Fläche von 31.741 km² und etwa 1,63 Mio. Einwohner. Regionalhauptstadt ist Dijon.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Physische Karte Burgunds

Im Osten grenzt Burgund an die Region Franche-Comté, im Norden an Champagne-Ardenne und Île-de-France. Westlich liegt die Region Centre, während im Süden die Regionen Auvergne und Rhône-Alpes angrenzen.

Burgund hat mit dem Morvan, einem Ausläufer des Zentralmassivs Anteil an den alten Kristallingebieten. Ansonsten bilden mesozoische Sedimente (zumeist aus dem Jura) den Gesteinsuntergrund. An der Ostflanke leiten Bruchstufen zur Saône-Furche über.

Wappen

Beschreibung: Das Wappen ist geviert; Feld 1 und 4 bestreut mit goldenen Lilien auf Blau und eine rot-weiße zwölfer Stückelung im Bord und die anderen Felder mit rotem Bord und drei blaue Schrägbalken in Gold, mit Gold beginnend.

Geschichte

Hauptartikel: Burgundische Geschichte

Die historische Provinz Burgund mit Kerngebiet in der Saônesenke ist nach dem germanischen Stamm der Burgunden benannt. Der Landesname Burgund wurde im Verlauf der Geschichte auf unterschiedliche Gebilde bezogen. Seit 534 bezeichnete er ein fränkisches Teilreich (Königreich Burgund), das 843 bei der Aufteilung des Fränkischen Reichs in eine östliche und eine westliche Hälfte zerschnitten wurde. Im Osten entstand das neue Königreich Burgund (Hochburgund), im Westen ein französisches Lehensherzogtum, für dessen Gebiet erstmals 1075 der Name Herzogtum Burgund verwendet wurde. Aus der Auflösung des Königreichs Burgund (1032) ging die Freigrafschaft Burgund als Teil des Heiligen Römischen Reichs hervor. Diese geriet im 13. Jahrhundert immer stärker in den Einflussbereich des Herzogtums Burgund, blieb jedoch Teil des Reichs, bis sie 1678 im Niederländisch-Französischer Krieg von Frankreich annektiert wurde. Das Herzogtum Burgund seinerseits ging 1363 an Philipp von Valois über. Damit setzte eine umfangreiche Territorialentwicklung (Ausbreitung) ein, die zur Bildung eines Zwischenreichs (Neuburgund), dessen südlicher Teil das alte Herzogtum Burgund und dessen nördlicher Teil die Niederlande waren. Nach dem Tod Karls des Kühnen in den Burgunderkriegen (1477) wurde dieses Zwischenreich aufgeteilt. Während das eigentliche Herzogtum Burgund als Lehen in den Besitz der französischen Krone überging, sicherte sich das Haus Habsburg durch geschickte Heiratspolitik die (wirtschaftlich) bedeutendsten Besitzungen des Hauses Burgund-Valois, namentlich Flandern und die Freigrafschaft.[1]

Bei der Einteilung Frankreichs in Programmregionen im Jahre 1956 wurde die Region Burgund (Bourgogne) in ihren heutigen Grenzen gebildet, die die vier Départements umfasst. 1972 erhielt die Region den Status eines Établissements public unter Leitung eines Regionalpräfekten. Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 erhielt auch die Regionen Burgund den Status einer Collectivité territoriale (Gebietskörperschaft), wie ihn bis dahin nur die Gemeinden und die Départements besessen hatten. 1986 wurde der Regionalrat der Region Burgund erstmals in Direktwahl gewählt. Seitdem wurden die Befugnisse der Region gegenüber der Zentralregierung in Paris schrittweise erweitert. Mit dem CRB Haus Burgund wurde ein Liaison Büro zum verschwisterten Rheinland-Pfalz etabliert.

Politische Gliederung

Die Region Bourgogne untergliedert sich in vier Départements.

Département Präfektur ISO 3166-2 Arrondissements Kantone Gemeinden Einwohner (Jahr) Fläche
(km²)
Dichte
(Einw./km²)
Côte-d’Or Dijon FR-21 3 43 707
000000000524144.0000000000524.144 (2009)
000000000008763.00000000008.763 000000000000059.800000000059,8
Nièvre Nevers FR-58 4 32 312
000000000220199.0000000000220.199 (2009)
000000000006817.00000000006.817 000000000000032.300000000032,3
Saône-et-Loire Mâcon FR-71 5 57 573
000000000554720.0000000000554.720 (2009)
000000000008575.00000000008.575 000000000000064.700000000064,7
Yonne Auxerre FR-89 3 42 454
000000000343377.0000000000343.377 (2009)
000000000007427.00000000007.427 000000000000046.200000000046,2

Wirtschaft und Infrastruktur

Weinberge Haute Côte de Nuits

Burgund ist eine landwirtschaftliche Region, die vor allem für ihre Rotweine aus den Weinregionen Côte de Nuits und Côte de Beaune sowie für die Weißweine aus dem Mâconnais und dem Chablis weltbekannt ist, außerdem wird in Burgund Viehzucht betrieben, vor allem die Zucht der regionstypischen Charolais-Rinder und Bressehühner. In Südburgund, an der Grenze zur Auvergne, finden sich noch einige alte Ölmühlen für Nuss- und Pflanzenöle, darunter die älteste, historische Ölmühle Jean Leblanc, die noch heute in Betrieb ist.

Landschaftsbild mit Charolais-Kühen

Die Industrie Burgunds ist trotz seiner günstigen Lage nur gering ausgeprägt und konzentriert sich vor allem im Gebiet um Dijon. Die im 19. Jahrhundert blühende Metallindustrie um Le Creusot ist bedeutungslos geworden. Heute finden sich viele mittlere Betriebe der Kunststoffverarbeitung im Gebiet um Dijon aufgrund der Nähe zu einem großen Chemiewerk in Tavaux, welches selbst zur Region Franche-Comté gehört. In Chalon-sur-Saône findet sich Elektroindustrie und erstaunlicherweise ein beachtlicher Schiffbau, unter anderem gar für Unterseeboote. Die Schiffe finden über die Saône und die Rhône den Weg zum Mittelmeer.

Im Vergleich mit dem BIP der Europäischen Union, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, erreichte die Region 2006 einen Index von 94,8 (EU-27 = 100).[2]

Die Hauptverkehrsrouten für den überregionalen Straßenverkehr sind die Autobahnen A6 Paris-Burgund-Provence, A31 Metz-Nancy-Burgund-Lyon und A36 Mülhausen-Burgund-Lyon, die wichtigsten überregionalen Bahnstrecken sind die LGV Sud-Est (Paris-Le Creusot-Mâcon-Lyon) und die LGV Rhin-Rhône (Dijon-Besançon-Belfort-Mulhouse). Es gibt über 1000 km schiffbare Wasserwege.

Tourismus

Kulturdenkmäler

Romanische Kirche bei Cluny

In Burgund gibt es eine große Zahl von Kirchen und Klöstern, die eine Besichtigung lohnen. Darunter finden sich:

Neben zahlreichen Sakralbauten finden sich in Burgund viele Burgen und Schlösser, die im eher ländlich geprägten Herzen Frankreichs weit verstreut sind. Ihre genaue Anzahl ist schwer in Erfahrung zu bringen, denn Angaben dazu schwanken zwischen 400 und 700. Besonders bekannte Adelsresidenzen sind:

Rezeption

Burgund wird mit zahlreichen, teils historisch inspirierten Figuren im Nibelungenlied erwähnt. Dort ist jedoch nicht die hier beschriebene Region Burgund gemeint, sondern das Burgundenreich.

Siehe auch

Literatur

  • Klaus Bußmann: Burgund. Kunst, Geschichte, Landschaft. Burgen, Klöster und Kathedralen im Herzen Frankreichs… 12. Auflage. DuMont, Köln 1992, ISBN 3-7701-0846-9. (=DuMont Kunst-Reiseführer)
  • Heinz-Joachim Gund: Burgund. Artemis, München, Zürich 1987, ISBN 3-7608-0795-X.
  • Hermann Kamp: Burgund. Geschichte und Kultur. München 2007, ISBN 3-406-53614-X.

Einzelnachweise

  1. André Salvisberg u.a.: Historischer Atlas der Region Basel, S. 186, Christoph Merian Stiftung (Hg.). Christoph Merian Verlag, Basel, 2010.
  2. Eurostat Pressemitteilung 23/2009: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF-Datei; 360 kB)

Weblinks

 Commons: Bourgogne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Burgund – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

47.24754.15138888889Koordinaten: 47° N, 4° O

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