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Burkina Faso

Burkina Faso

Burkina Faso

Flagge Burkina Fasos
Wappen Burkina Fasos
Flagge Wappen
Wahlspruch: « UnitĂ©, ProgrĂšs, Justice Â»
(frz., „Einheit, Fortschritt, Gerechtigkeit“)
Amtssprache Französisch
Hauptstadt Ouagadougou
Staatsform Republik
Regierungsform SemiprÀsidentielles Regierungssystem
Staatsoberhaupt PrÀsident Blaise Compaoré
Regierungschef Premierminister Luc-Adolphe Tiao
FlĂ€che 274.200 kmÂČ
Einwohnerzahl 16.751.455 (Zensus 07/2011)[1]
Bevölkerungsdichte 61 Einwohner pro kmÂČ
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 449 US-$ (2006)
Human Development Index 0,331 (181.)
WĂ€hrung 1 CFA-Franc BCEAO
1 € = 655,957 XOF
100 XOF = 0,152449 €
(Fixer Wechselkurs)
UnabhÀngigkeit 5. August 1960 (von Frankreich)
Nationalhymne DitanyĂš
Zeitzone UTC
Kfz-Kennzeichen BF
Internet-TLD .bf
Telefonvorwahl +226
Burkina Faso in its region.svg
Uv-map.png

Burkina Faso (deutsche Aussprache: [bʊrˌkiːnaˈfaːzo]) ist ein Staat in Westafrika, der im Inneren des Niger</b>bogens liegt und an Mali, Niger, Benin, Togo, Ghana sowie die ElfenbeinkĂŒste (CĂŽte d'Ivoire) grenzt. Die ehemalige französische Kolonie Obervolta erlangte am 5. August 1960 unter diesem Namen ihre UnabhĂ€ngigkeit. Am 4. August 1984 wurde der Name des Landes unter PrĂ€sident Thomas Sankara in Burkina Faso („Land der ehrenwerten Menschen“ oder „Land der Aufrichtigen“) geĂ€ndert. Der vorwiegend flache Binnenstaat mit Anteilen an den Großlandschaften Sudan und Sahel ist durch tropisches Klima und verschiedenartige Savannen</b>landschaften geprĂ€gt. Administrative und kulturelle Hauptstadt des 13.730.258 Einwohner (Zensus 2006) zĂ€hlenden Landes ist die zentral gelegene Millionenstadt Ouagadougou. Etwa die HĂ€lfte der Burkiner (Burkinabe) zĂ€hlt zur politisch dominierenden Ethnie der Mossi, die bis zur Kolonisierung durch Frankreich Ende des 19. Jahrhunderts in mehreren streng hierarchisch organisierten Reichen lebten. In Burkina Faso werden etwa 60 einheimische Sprachen gesprochen, der Islam ist neben den traditionellen Glaubensvorstellungen die meistpraktizierte Religion. Nach einer Phase politischer InstabilitĂ€t mit zahlreichen Putschen kam es 1983 zur Revolution des panafrikanistisch-sozialistisch orientierten Thomas Sankara.

Burkina Faso gehört zu den Ă€rmsten LĂ€ndern der Welt, zeichnet sich heute aber durch eine gewisse StabilitĂ€t und die kulturelle Vielfalt der friedlich zusammenlebenden Ethnien aus. RegelmĂ€ĂŸig wiederkehrende DĂŒrreperioden sorgen oft fĂŒr große Not der hauptsĂ€chlich als Bauern lebenden Bevölkerung. PrĂ€sident ist seit 1987 Blaise CompaorĂ©, der das Land seit dem Putsch gegen Sankara semiautoritĂ€r regiert und stabile VerhĂ€ltnisse zugunsten auslĂ€ndischer Investitionen geschaffen hat. Burkina Faso richtet unter anderem das alle zwei Jahre stattfindende panafrikanische Filmfestival FESPACO aus.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Der Name Burkina Faso ist zweisprachig; burkÄ©na ist MĂČorĂ© und bedeutet etwa „ehrenwerte Person“.[2] Das Wort faso entstammt der Sprache Dioula und heißt „Vaterland“ (von fa „Vater“ und so „Haus, Dorf'“). Burkina Faso bedeutet dementsprechend wörtlich „Vaterland der ehrenwerten Menschen“. Die in Burkina Faso offizielle Einwohnerbezeichnung lautet BurkinabĂš, wobei dieses Wort nicht flektiert wird. Das Pluralsuffix -bĂš ist der dritten Hauptsprache des Landes, dem Fulfulde der Fulbe, entnommen. Im amtlichen Sprachgebrauch sind in Deutschland die Einwohnerbezeichnungen Burkiner und Burkinerin vorgeschrieben, das Adjektiv ist burkinisch.[3]

Geographie

Topographie Burkina Fasos

Lage

Burkina Faso ist ein Binnenstaat im Inneren Westafrikas mit 274.200 kmÂČ FlĂ€che, von denen 400 kmÂČ auf die GewĂ€sser entfallen. Es liegt unterhalb des Niger<b/>bogens und der Sahara und teilt sich seine 3.193 km lange Landgrenze mit sechs Nachbarstaaten; im Nordwesten und Norden mit Mali (1.000 km LĂ€nge), im Osten mit Niger (628 km) sowie im SĂŒdosten mit Benin (306 km) und Togo (126 km). An Burkina Faso grenzen außerdem Ghana (549 km) im SĂŒden und die ElfenbeinkĂŒste (CĂŽte d'Ivoire, 584 km) im SĂŒdwesten.[4] Der grĂ¶ĂŸte Teil des Landes liegt in der Großlandschaft Sudan, außerdem hat Burkina Faso im Norden Anteil am Sahel.

Relief

Inselberg im Norden Burkina Fasos, zwischen Yalgo und Dori

Etwa drei Viertel des Landes werden von einer RumpfflĂ€che geprĂ€gt, die zum niedrigen Mittelabschnitt der Oberguineaschwelle gehört. Es handelt sich um eine flachwellige Hochebene, deren durchschnittliche Höhe etwa 250–350 ĂŒber NN betrĂ€gt und die Teil eines vor etwa 2–3 Milliarden Jahren entstandenen prĂ€kambrischen Sockels aus Granit und Gneis ist. Etwa 32 % (70.778 kmÂČ) der LandesflĂ€che entfallen auf das Zentralplateau (nach seinen Bewohnern auch Mossiplateau genannt).[5] Die Landschaft des Plateaus ist vorwiegend flach mit vereinzelten HĂŒgeln, Senken, Kuppen, Inselbergen und freistehenden Granitfelsen, die der Erosion widerstanden haben. Ein Sandstein<b/>tafelland prĂ€gt den SĂŒdwesten Burkina Fasos, das mit dem TĂ©nakourou, dem höchsten Berg des Landes, 749 m Höhe erreicht. Dieses Massiv, das ĂŒberwiegend die Form eines monotonen Hochplateaus aufweist, hat eine durchschnittliche Höhe von 450 bis 500 m, fĂ€llt zu den mit Sedimenten bedeckten Sockeln steil ab und bildet dort den Höhenzug ChaĂźne de Banfora. Diese Kette erstreckt sich bei einer durchschnittlichen Höhe von 150 m in Nordost-SĂŒdwest-Richtung. Im SĂŒdosten befindet sich die ChaĂźne de Gobnangou, ein Massiv, das etwa 100 m ĂŒber das Zentralplateau hinausragt. QuartĂ€re Formationen existieren vor allem in Form von AltdĂŒnen im Norden des Landes, die bis zu 20 m Höhe und 10–20 km LĂ€nge erreichen. 40 % der FlĂ€chen nördlich von Markoye sind von DĂŒnen bedeckt.[6] Der tiefste Punkt des Landes liegt im Flusstal des Pendjari mit 125 m.

GewÀsser

Ufer des Kompienga-Stausees im SĂŒdosten, nahe der Grenze zu Togo

Die WasserlĂ€ufe in Burkina Faso können drei Becken zugeordnet werden; von diesen ist das Volta<b/>becken mit einer FlĂ€che von 120.000 kmÂČ das Bedeutendste, es umfasst die Becken des Mouhoun (Schwarzer Volta), des NakambĂ© (Weißer Volta) und des Pendjari. Im Norden Ghanas nimmt der Mouhoun das Wasser der genannten NebenflĂŒsse sowie des Nazinon (Roter Volta) auf. Mit 18.000 kmÂČ FlĂ€che ist das Becken des ComoĂ©, dessen Lauf durch Stromschnellen und WasserfĂ€lle (zum Beispiel den Cascades de KarfiguĂ©la) unterbrochen wird, deutlich kleiner. Zum 72.000 kmÂČ großen EntwĂ€sserungssystem des Niger<b/>becken zĂ€hlen die kleinen temporĂ€ren WasserlĂ€ufe, die diesem im Norden Burkina Fasos rechts zufließen (unter anderem BĂ©li, Gorouol und Sirba).

Viele der zahlreichen kleinen Seen und abflusslosen TĂŒmpel, darunter das Ramsar-Schutzgebiet Mare d'Oursi, liegen saisonabhĂ€ngig trocken. Sie stellen wichtige Wasserreservoirs fĂŒr Mensch und Vieh dar. Die beiden grĂ¶ĂŸten natĂŒrlichen Seen Burkina Fasos, der Bamsee und der Demsee, liegen etwa 100 km nördlich von Ouagadougou. Zahlreiche FlĂŒsse wurden zu Seen gestaut, so liegen im SĂŒdosten der Kompienga- und im SĂŒden der BagrĂ©-Stausee, die beide jeweils ein Speicherkraftwerk antreiben. Im Nordwesten wurde der Sourou gestaut, wĂ€hrend der Ziga-Stausee seit Juli 2004 die westlich gelegene Hauptstadt mit Wasser versorgt.

Klima

In der Regenzeit ist der sonst karge Boden von grĂŒner Vegetation bedeckt.

Burkina Faso unterliegt tropischem Wechselklima mit sudanosahelischem Charakter und einem Wechsel aus Regen- und Trockenzeit. Von Nord nach SĂŒd hat das Land Anteil an den Klimazonen Sahel, Sudan-Sahel und Sudan. Erstere umfasst etwa 25 % der LandesflĂ€che und ist von Trockenheit geprĂ€gt; die NiederschlĂ€ge können auf unter 300 mm pro Jahr fallen, die Regenzeit zum Teil weniger als zwei Monate dauern. Die HĂ€lfte des Landes unterliegt dem Sudan-Sahel-Klima, fĂŒr das eine Regenzeitdauer von vier bis fĂŒnf Monaten charakteristisch ist. Etwa sechs Monate betrĂ€gt die Regenzeit in der im SĂŒden gelegenen Sudan-Zone; NiederschlĂ€ge von bis zu 1300 mm pro Jahr sind hier keine Seltenheit. Durchschnittstemperaturen bewegen sich zwischen 25° C und 30° C. Die niedrigste je gemessene Temperatur war 5° C, 1971 bei Bobo-Dioulasso und 1975 in Markoye. Dort wurde mit 46° C auch die höchste je gemessene Temperatur des Landes aufgezeichnet.[7] MĂ€rz und April sind die heißesten Monate, Januar und Dezember die kĂ€ltesten. In der Regenzeit strömen warmfeuchte Winde aus SĂŒdwest ĂŒber das Land, wĂ€hrend im Winter der trockenheiße Harmattan Sand und Staub aus der Sahara in Richtung SĂŒdwest weht. In den vergangenen 35 Jahren konnten einige klimatische VerĂ€nderungen festgestellt werden, darunter ein Sinken der Niederschlagswerte sowie die Zunahme der Temperaturen. Extreme Klimaerscheinungen wie große Trockenheiten und Überschwemmungen haben in den vergangenen Jahrzehnten ebenfalls zugenommen.[8]

Vegetation

Karitébaum

In Burkina Faso sind 1940 Arten höherer Pflanzen bekannt[9], den grĂ¶ĂŸten Anteil daran haben die SĂŒĂŸgrĂ€ser und SchmetterlingsblĂŒtler[10]. Zahlreiche Wildpflanzen werden genutzt, sei es als Rohstoff, Viehfutter, Nahrung oder Medizin. Besonders wichtige NutzbĂ€ume sind etwa KaritĂ©baum, Afrikanischer Affenbrotbaum (Baobab) und NĂ©rĂ©, aber auch Anabaum, Niembaum, Äthiopische Palmyrapalme und Tamarindenbaum. Im Zuge von NutzungsverĂ€nderungen und Klimawandel verschiebt sich das Areal vieler sahelischer Arten gen SĂŒden.

Akazien</b>savanne im Osten Burkina Fasos
Im Schutzgebiet Réserve partielle de Pama, nahe der Grenze zu Benin

Burkina Faso umfasst drei zum sudanosambesischen Savannen</b>gĂŒrtel zĂ€hlende phytogeografische Zonen; Sahel im Norden, Sudan im Zentrum und Sudan-Guinea im SĂŒden. Die Unterscheidung basiert unter anderem auf den niedrigeren NiederschlĂ€gen (weniger als 600 mm Niederschlagsmenge pro Jahr) und der lĂ€ngeren Trockenzeit im Norden. In der Sahelzone sind Dornstrauchsavannen vorherrschen – zum Teil mit Tigerbusch</b>vegetation, die eine Form der Anpassung an die Trockenheit darstellt. BĂ€ume wachsen zumeist vereinzelt, teils zu Hainen gruppiert. Vorherrschende Arten sind unter anderem Verek-Akazie, Duftende Akazie, WĂŒstendattel, Indische Jujube sowie der fĂŒr den Sahel charakteristische Afrikanische Affenbrotbaum (Baobab).

Trockensavannenlandschaft westlich von Ouagadougou

Die Sudanzone, durch NiederschlĂ€ge im Bereich zwischen 600 mm und 1000 mm pro Jahr gekennzeichnet, ist wie der Sahel von Akazien</b>bewuchs und DorngewĂ€chsen geprĂ€gt, unterscheidet sich aber unter anderem durch das Aufkommen weiterer Arten, wie NĂ©rĂ©, KaritĂ©baum und vor allem FlĂŒgelsamengewĂ€chsen als dominierendem Element der sudanesischen Savannen. Die Baumdichte nimmt nach SĂŒden hin zu und bildet vereinzelt Haine, WĂ€lder und entlang der FlĂŒsse GaleriewĂ€lder. In den dichtbesiedelten Gegenden des Zentralplateaus dominieren durch menschlichen Einfluss degradierte Savannenlandschaften. Die Krautschicht besteht nach Arten und Abundanz zu einem großen Teil aus GrĂ€sern, wobei der Anteil hoher und ausdauernder Arten zum SĂŒden hin zunimmt.[11]

In der Sudan-Guinea-Zone sind NiederschlĂ€ge ĂŒber 1000 mm pro Jahr ĂŒblich. Zu den auch in den nördlicheren Zonen beheimateten Arten gesellt sich hier unter anderem die Guineapflaume. In den GaleriewĂ€ldern finden sich Arten wie BreitblĂ€ttrige Feige, Westafrikanischer Butterbaum, Ölpalme oder Juckbohne. In den GaleriewĂ€ldern gedeihen vor allem Pflanzen, die feuchtwarmes Klima bevorzugen.

Fauna

„Heiliges Krokodil“ in BazoulĂ© (Tanghin-Dassouri)

Die meisten der großen, die Savannen bewohnenden SĂ€ugetiere sind auch in Burkina Faso zu finden, durch den enormen Bevölkerungsdruck aber in ihren LebensrĂ€umen bedroht. Einige Tierarten, wie zum Beispiel Giraffen und Geparden sind im Land nicht mehr anzutreffen. In den Schutzgebieten leben Flusspferde, Elefanten, Antilopen, Affen, Gazellen und Leoparden, die durch Jagd dezimiert wurden. Es gibt Afrikanische Buschratten und Schlangen. Im Land wurden 495 Vogelarten nachgewiesen[12], unter anderem der Afrikanische Strauß, mehrere Storcharten, etwa 50 verschiedene Greifvögel, Nashornvögel, Eisvögel und Bienenfresser. In den Seen und mares leben Krokodile, die von der Bevölkerung als „heilige Krokodile“ besonders geehrt werden. FĂŒr bestimmte Tierarten bestehen Jagdverbote.

Umwelt

Zu den Naturschutzgebieten in Burkina Faso zĂ€hlen vier Nationalparks. Der Nationalpark Arly liegt wie der burkinische Teil des Nationalpark Ws im SĂŒdosten, der Nationalpark KaborĂ©-Tambi im SĂŒden und der Nationalpark Deux BalĂ©s im Westen des Landes. Es existieren weiterhin ein UNESCO-BiosphĂ€renreservat Mare aux Hippopotames und ein Ramsar-Schutzgebiet Mare d'Oursi sowie zahlreiche, rĂ©serves und forĂȘts classĂ©s genannte Schutzgebiete.

Bei den Unwettern 2007 zerstörtes RegenrĂŒckhaltebecken im SĂŒdosten des Landes

Der seit etwa 35 Jahren in Burkina Faso zu beobachtende Klimawandel, der sich in sinkenden Niederschlagswerten und höheren Temperaturen ausdrĂŒckt, sowie die von Landwirten zur Erschließung von Ackerland entfachten Buschfeuer, Abholzung sowie Erschöpfung der Böden sind GrĂŒnde fĂŒr eine wachsende Desertifikation, ausgehend vom sahelischen Norden des Landes. Im Jahre 1984 wurde der Plan national de lutte contre la dĂ©sertification (PNLD) erstellt, mit dem die noch intakten NaturrĂ€ume geschĂŒtzt, die Praxis der Buschfeuer bekĂ€mpft, die BodenqualitĂ€t verbessert und Wiederaufforstungsprogramme organisiert werden sollen. Allein in den Jahren 1996 bis 2000 wurden zu diesem Zweck rund 23 Millionen BĂ€ume gepflanzt. Es wurde davon Abstand genommen, reine Eukalyptus<b/>plantagen anzulegen, wie in den 1960er-Jahren geschehen, als man relativ schnell BĂ€ume zur Feuerholzgewinnung bekommen wollte.

Bei den schweren Unwettern, die in der Regenzeit 2007 in zahlreichen LĂ€ndern Westafrikas Überflutungen zur Folge hatten, kam es auch in Burkina Faso zu SchĂ€den. Etwa 9000 HĂ€user wurden zerstört und 28.000 Menschen obdachlos, 51 Menschen starben. Zahlreiche Straßen und BrĂŒcken wurden beschĂ€digt sowie die Ernten zerstört; der Ernteausfall wird mit 13.268 Tonnen beziffert.[13]

Bevölkerung

Burkiner (BurkinabĂš)

ZahlenmĂ€ĂŸig stĂ€rkste Ethnie sind die Mossi (40 %), deren Vorfahren etwa im 15. Jahrhundert aus dem SĂŒden eingewandert waren und sich im Laufe der Zeit mit den alteingesessenen Bewohnern, darunter den Yonyoose, assimiliert haben. In der Folge entwickelte dieses Gemisch aus autochthonen Gruppen (táșœng-biisi genannt) und Eroberern (nakombse) durch gemeinsame Sprache, GrĂŒndungsmythen, Rituale und hierarchisch organisierte Machtstrukturen eine ethnische IdentitĂ€t[14] mit dem Moogo naaba als geistigem Oberhaupt und hat heute eine politisch dominierende Rolle in Burkina Faso inne[15]. Eng verwandt mit ihnen sind die im Osten lebenden Gulmancema (8 % der Bevölkerung). Dem GrĂŒndungsmythos beider Völker zufolge stammen die jeweiligen StammvĂ€ter – OuĂ©draogo bei den Mossi und Diaba Lompo bei den Gulmancema – aus derselben Familie. Eine weitere Bevölkerungsgruppe sind die Fulbe (5 %), die hauptsĂ€chlich im Norden siedeln, als viehzĂŒchtende Nomaden allerdings im ganzen Land anzutreffen sind. Sie stammen ursprĂŒnglich aus dem Fouta Toro im heutigen Senegal. Ebenfalls nomadisch leben hoch im Norden, im Sahel, die Tuareg (7 %). Sprachlich eng miteinander verwandt sind die im SĂŒden lebenden Bissa und die im Nordwesten siedelnden Sanan. Der SĂŒdwesten des Landes zeigt sich ethnisch weniger homogen; neben den Bobo (14 %), Senufo (9 %), Lobi (6 %) und Bwaba leben dort zahlreiche kleinere ethnische Gruppen. Zu den frĂŒher unter dem Begriff Gurunsi zusammengefassten Ethnien zĂ€hlen unter anderem die Kassena, Nuna, und LyĂ©la. Die traditionellen Scherzbeziehungen (parentĂ© Ă  plaisanterie) zwischen den verschiedenen Gruppen leisten einen wichtigen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben: Bestimmten Ethnien ist es hierbei erlaubt, sich nach festgelegten Regeln gegenseitig zu verspotten, zum Beispiel Mossi und Sanan oder Fulbe und Bobo.

Etwa 3200 Franzosen leben dauerhaft in Burkina Faso, dazu kommen etwa 20.000, die sich unter anderem im Rahmen von Projekten der Entwicklungszusammenarbeit temporÀr im Land aufhalten.[16] Die wirtschaftlich bedeutende libanesische Gemeinschaft zÀhlt ungefÀhr 600 Mitglieder.[17]

Demografische Entwicklung Burkina Fasos (Zahlen in Tausend)

In den letzten Jahren ist die Bevölkerungszahl sprunghaft angestiegen (pro Jahr um 2,4 %). Bedingt durch die geringe Lebenserwartung (52 Jahre) und hohe Geburtenraten besteht ein hoher Anteil von jungen Menschen an der Gesamteinwohnerzahl.

Sprachen

Regionalsprachen Burkina Fasos

Mit der UnabhĂ€ngigkeit wurde die Sprache der ehemaligen Kolonialherren, Französisch, alleinige Amtssprache. Sie wird allerdings nur von einer Minderheit beherrscht. Deshalb finden Alphabetisierungskurse fĂŒr diejenigen, die nie eine Grundschule besucht haben, unter anderem in den Nationalsprachen Moore (Sprache der Mossi), Dioula, und Fulfulde (Sprache der Fulbe) statt. Dioula besitzt eine große Bedeutung als Verkehrs- und Handelssprache im sprachlich heterogenen Westen des Landes. Auch Arabisch besitzt eine Funktion als Handelssprache und wird unter anderem an Koranschulen gelehrt. Weitere Sprachen sind das Tuareg und die zahlreichen Niger-Kongo-Sprachen, die den Hauptanteil der im Land gesprochenen Sprachen ausmachen: darunter die Mande-Sprachen Bissa, San, Boboda, die Gur-Sprachen Gulmancema, Lobiri, Koromfe und Bwamu sowie die zahlreichen Gurunsi-Sprachen.

Religion

Große Moschee von Bobo-Dioulasso
Kathedrale von Ouagadougou

Die Bedeutung der traditionellen Religionen der einzelnen ethnischen Gruppen konnte sich bis heute stĂ€rker halten als in anderen Staaten, so sind ungefĂ€hr 40 % der Burkiner AnhĂ€nger einer indigenen Religion. Dies hĂ€ngt vor allem damit zusammen, dass sich die Mossi der Islamisierung aus dem Norden lange widersetzten. Erst Ende des 18. Jahrhunderts konvertierte Moogo naaba Doulgou zum Islam. Etwa die HĂ€lfte der Burkiner sind heute Muslime. Bis heute wird im Land eine undogmatisch-pragmatische Variante des Islam gelebt, der Elemente des Animismus einbezieht.[18] Infolge intensiver Mission jedoch ist der Islam in stetigem Wachstum begriffen.[19] Sammelverband der burkinischen Muslime ist die CommunautĂ© musulmane du Burkina Faso (CMBF), gegrĂŒndet 1962.

Die Zahl der Christen wird mit 10 % angegeben, in der Mehrzahl Katholiken, sowie Angehörige verschiedener protestantischer Glaubensrichtungen. Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis bestehen die Freiheit der Religionswahl und -ausĂŒbung und auch im alltĂ€glichen Zusammenleben kommt es zu keinen Problemen.[20] Dies wird der traditionell hohen religiösen Toleranz der Burkiner zugeschrieben.[18] Es bestehen 13 katholische BistĂŒmer, davon drei ErzbistĂŒmer, die in der Bischofskonferenz von Burkina Faso und Niger organisiert sind. Erzbischof von Ouagadougou ist Philippe OuĂ©draogo.

Mit Ausnahme unter anderem der vorwiegend im Norden siedelnden Fulbe sind die ethnischen Gruppen religiös heterogen. Vor allem die Hauptstadt Ouagadougou ist religiös durchmischt, wĂ€hrend die Wirtschaftsmetropole Bobo-Dioulasso mehrheitlich muslimisch ist. Die libanesische Gemeinschaft ist zu 90 % christlich.[20]

Im traditionellen Glauben der Mossi existiert ein Gott Wáșœnde, der das Universum erschaffen hat und sich anschließend von den Menschen zurĂŒckgezogen hat. Als Vermittler haben sich in der Folge an verschiedenen PlĂ€tzen, in Objekten und Tieren verschiedene Geister angesiedelt. Ahnenverehrung hat bei den Mossi große Bedeutung.

Besiedlung

Im SĂŒdwesten Ouagadougous gelegener Stadtteil
Der Place des Nations-Unies im Zentrum Ouagadougous

Der VolkszĂ€hlung von 2006 zufolge leben in Burkina Faso 13.730.258 Menschen, davon 20,3 % in stĂ€dtischen Siedlungen. Von 1975 an kam es zu einer schnell zunehmenden Urbanisierung der Bevölkerung; waren zu diesem Zeitpunkt nur 6,4 % der Burkiner Stadtbewohner, so verdoppelte sich diese Zahl innerhalb von zehn Jahren auf 12,7 %. Trotz dieser Zunahme liegt der Urbanisierungsgrad niedriger als in LĂ€ndern wie Senegal oder der ElfenbeinkĂŒste (47 %, beziehungsweise 50 %).[21] Vorrangiges Ziel der zum großen Teil jungen Landbevölkerung, die in ihren Dörfern keine Perspektiven sieht, ist die Hauptstadt Ouagadougou, deren Bevölkerungszahl sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt hat, und mit einem Anteil von 50 % Unter-20-JĂ€hriger an der Gesamtbevölkerung eine junge Stadt ist. ZweitgrĂ¶ĂŸte Agglomeration ist die im Westen des Landes gelegene Wirtschaftsmetropole Bobo-Dioulasso. Um den Zuzug in diese beiden StĂ€dte abzuschwĂ€chen, wird seit Ende der 1980er-Jahre versucht, weniger große StĂ€dte infrastrukturell aufzuwerten.

Die zehn grĂ¶ĂŸten StĂ€dte des Landes, links nach Einwohnerzahl der Kernstadt, rechts nach Einwohnerzahl des Gemeindegebiets:[1]

Rang Name Einwohner Rang Name Einwohner
1. Ouagadougou 1.181.702 1. Ouagadougou 1.273.355
2. Bobo-Dioulasso 435.543 2. Bobo-Dioulasso 497.462
3. Koudougou 82.720 3. Koudougou 131.825
4. Banfora 72.144 4. Tenkodogo 124.053
5. Ouahigouya 70.957 5. Fada N'Gourma 123.594
6. Kaya 51.778 6. Ouahigouya 122.677
7. Tenkodogo 40.839 7. Solenzo 118.424
8. Fada N'Gourma 40.815 8. Kaya 114.807
9. Dédougou 37.793 9. Banfora 106.815
10. Houndé 34.669 10. Gorom-Gorom 104.587

Diaspora

Die zahlenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte Gruppe der Auslandsburkiner ist diejenige in der ElfenbeinkĂŒste, ihre Zahl betrug 1998 ungefĂ€hr 2,2 Millionen Menschen. Sie leben dort zum Teil seit mehreren Generationen, da von 1932 bis 1947 ein Teil des heutigen Burkina Faso von den Franzosen der Kolonie ElfenbeinkĂŒste zugeschlagen worden war, um die BeschĂ€ftigung von Arbeitern auf den dortigen Plantagen zu erleichtern. Im Zuge des BĂŒrgerkriegs in der ElfenbeinkĂŒste ab 2002, bei dem unter anderem die burkinische Diaspora Zielscheibe von Verfolgung war, sind mehrere Hunderttausend Burkiner zurĂŒck in ihre Heimat oder die ihrer Vorfahren geflohen.[22]

In Italien leben ungefĂ€hr 35.000[23], in Frankreich etwa 4000–5000 Burkiner, dort zum Teil in der dritten Generation.[24] Die Diaspora ist im Conseil supĂ©rieur des BurkinabĂš de l’étranger (CSBE) organisiert.

Zum 31. Dezember 2007 waren in Deutschland 1173[25], in Österreich zum 1. Januar 2007 60[26] und in der Schweiz 393[27] burkinische Staatsangehörige gemeldet.

Gesundheit

Die FertilitĂ€tsrate liegt bei 6,1 und die Kindersterblichkeitsrate bei 204 von 1000 Geburten.[28] Die weibliche Lebenserwartung bei der Geburt lag 2004 bei 48 Jahren und die mĂ€nnliche bei 47.[29] Das Bevölkerungswachstum betrĂ€gt etwa 3 %.[30] 2001 beliefen sich die Gesundheitsausgaben der Regierung von Burkina Faso auf 3 % des Bruttoinlandsprodukts.[31] FĂŒr 2004 wurde die Ärztedichte auf 6 pro 100 000 Einwohner geschĂ€tzt.[29] ZusĂ€tzlich gab es lediglich 41 Krankenschwestern und 13 Hebammen pro 100 000 Einwohner.[29]

Geschichte

→ Hauptartikel: Geschichte Burkina Fasos

Vor- und FrĂŒhgeschichte

Etwa 400.000 Jahre alte Hackwergzeuge (Chopping Tools) wurden im Norden des Landes bei Markoye gefunden.[32] Es konnte nachgewiesen werden, dass vor etwa 14.000 Jahren JĂ€ger und Sammler im Nordwesten des heutigen Burkina Faso lebten. Zwischen 3600 und 2600 v. Chr. wurde von jungsteinzeitlichen Kulturen Landwirtschaft betrieben. FĂŒr die Zeit vor etwa 3000–3500 Jahren lassen Grabbeigaben auf ein erwachendes spirituelles Bewusstsein der Menschen schließen. Der Gebrauch von Eisenobjekten und Keramiken konnte nachgewiesen werden.[33]

PrĂ€koloniale Ära

Kavallerie der Mossi um 1890

Einige der heute in Burkina Faso existierenden Ethnien waren schon zum Ende des ersten Jahrtausends nach Christus auf dem heutigen Gebiet des Landes ansĂ€ssig und in autonomen Dorfgemeinschaften organisiert, so die Dogon, die im 15. Jahrhundert in ihr heutiges Siedlungsgebiet im Grenzbereich von Mali und Burkina Faso weiterzogen sowie die Bobo und Senufo. Zu den am lĂ€ngsten ansĂ€ssigen Gruppen gehören die Yonyoose, die sich mit den ab dem 15. Jahrhundert aus dem SĂŒden vordringenden Mossi assimilierten. Diese waren aus dem Norden Ghanas – der Legende nach unter der FĂŒhrung der Prinzessin Yennenga – nach Norden gezogen. Ihr Sohn OuĂ©draogo soll das Reich Tenkodogo gegrĂŒndet haben. Dies war das Älteste von insgesamt 20 Reichen, darunter Ouagadougou und Yatenga. Dieses Moogo bezeichnete Gebiet war ein kultureller und linguistischer Raum, dessen administrative Elemente allerdings unabhĂ€ngige Einheiten bildeten, den Moogo naaba aber als geistiges und spirituelles Oberhaupt ansahen. Im Osten lag Gulmu, das Reich der Gulmancema, das seine UrsprĂŒnge ebenfalls im Norden Ghanas hat. Nördlich davon grĂŒndeten 1809/1810 Fulbe aus Massina das Emirat Liptako. Es war ein religiöser und kriegerischer Staat, der im Zuge des von Usman dan Fodio inspirierten „Dschihad der Fulbe“ entstand.[34] 1827 wurde ein Teil des Emirats von Tuareg erobert, die dort das Reich Oudalan errichteten. Die westlich dieser Formationen siedelnden Ethnien waren unter anderem in segmentĂ€ren Gesellschaften organisiert, das heißt ohne zentrale Institutionen in autonomen Dorfgemeinschaften. Im Einzelnen unterschieden sich die Organisationsformen bei den verschiedenen Ethnien. Weiter im Westen kamen die dort lebenden Gruppen im 18. Jahrhundert unter den Einfluss der Herrscherdynastien von Kong in der heutigen ElfenbeinkĂŒste. In der Historiografie der frĂŒhen Kolonialzeit angenommene Reiche namens Gwiriko und KĂ©nĂ©dougou haben vermutlich nie existiert: Vielmehr ĂŒbten die Herrschergruppen zum Teil in Allianz, zum Teil in kriegerischem Konflikt mit den Dorfgemeinschaften zahlreicher Ethnien ihren Einfluss auf die wirtschaftliche Produktion der Region aus. Dies geschah ohne BemĂŒhen um politische MachtausĂŒbung.[35]

Französische Kolonialzeit

Karte Französisch-Westafrikas (1909)

Der erste EuropĂ€er, der das heutige Burkina Faso bereiste war Heinrich Barth. Er erreichte Liptako von Norden kommend und besuchte auf dem Weg nach Timbuktu die Stadt Dori. Nach der Kongokonferenz 1884/1885 in Berlin Ă€ußerte sich der „Wettlauf um Afrika“ im Westsudan im Versuch von Briten, Franzosen und Deutschen durch ProtektoratsvertrĂ€ge mit den Mossiherrschern das Hinterland der KĂŒste unter Kontrolle zu bringen. Es waren schließlich die Franzosen, die 1896 mit militĂ€rischer Gewalt Ouagadougou einnehmen konnten und den Moogo naaba zur Flucht zwangen. In der Folge wurde durch zahlreiche ProtektoratsvertrĂ€ge das gesamte Gebiet des heutigen Burkina Faso unter Kontrolle gebracht und unter MilitĂ€rverwaltung gestellt. 1904 wurde es Teil der Kolonie Obersenegal und Niger und 1919 eine neue Kolonie Obervolta (französisch La Haute Volta, nach dem Fluss Rio Volta) geschaffen, die zu Französisch-Westafrika gehörte. Der Versuch der wirtschaftlichen Entwicklung unter Gouverneur Édouard Hesling war erfolglos und aufgrund mangelnder RentabilitĂ€t wurde das Territorium 1932 unter den Nachbarkolonien Französisch-Sudan (heutiges Mali), Niger und ElfenbeinkĂŒste aufgeteilt. Damit sollte unter anderem der Einsatz von Zwangsarbeitern auf den Plantagen an der KĂŒste erleichtert werden; Obervolta diente aufgrund seiner relativ hohen Bevölkerungszahl als Reservoir fĂŒr ArbeitskrĂ€fte. Wie im Ersten nahmen auch im Zweiten Weltkrieg Obervoltaer als Soldaten bei den Einheiten der sogenannten SenegalschĂŒtzen (tirailleurs sĂ©nĂ©galais) fĂŒr Frankreich teil.

Luftaufnahme von Ouagadougou (1930/31)

Nach dem Krieg wurde die französische Kolonialordnung unter Charles de Gaulle mit der GrĂŒndung der Union française neu gestaltet. Vor allem die Mossi unter FĂŒhrung des Moogo naaba Koom II. drĂ€ngten auf Wiederherstellung Obervoltas in den Grenzen von 1932 und so wurde Obervolta 1947 Überseeterritorium (territoire d'outre-mer, TOM). In den folgenden Jahren entwickelte sich das politische Leben und Obervoltaer waren im Parlament des Mutterlandes in Paris vertreten (Nazi Boni, Joseph Conombo, Henri Guissou, GĂ©rard Kango OuĂ©draogo und Mamadou OuĂ©draogo). Parteien boten allerdings kaum programmatische Unterschiede und waren vor allem auf die Persönlichkeiten der ParteifĂŒhrer orientiert. Zur bedeutendsten Partei in einer konfliktreichen und von Spaltungen und ZusammenschlĂŒssen geprĂ€gten Parteienlandschaft entwickelte sich die obervoltaische Sektion des interkolonialen ParteienbĂŒndnisses Rassemblement dĂ©mocratique africain (RDA) unter Daniel Ouezzin Coulibaly und nach dessen Tod Maurice YamĂ©ogo.[36] In diesen Jahren wurden die Weichen fĂŒr die UnabhĂ€ngigkeit gestellt. Mit dem loi cadre von 1956 gab die Kolonialverwaltung Macht an neu zu wĂ€hlende Territorialversammlungen und -regierungen ab. Mit dem Referendum 1958 kam es im Rahmen der CommunautĂ© française zu einer Assoziation mit Frankreich als autonomer Republik. Doch schließlich erklĂ€rte auch Obervolta im „Afrikanischen Jahr 1960“ seine UnabhĂ€ngigkeit.

UnabhÀngigkeit Obervoltas 1960

Flagge des unabhÀngigen Obervolta

Erster PrĂ€sident des unabhĂ€ngigen Obervolta wurde Maurice YamĂ©ogo, der in der Folge eine Einparteiendiktatur des RDA errichtete. Sein verschwenderischer Regierungsstil, Korruption und wirtschaftliche Fehlentwicklung fĂŒhrten schließlich zu einem Volksaufstand. YamĂ©ogo dankte nach Straßenprotesten unter dem Druck von Gewerkschaften und der Untergrundopposition im Januar 1966 ab. Sein Nachfolger wurde SangoulĂ© Lamizana, der Oberbefehlshaber der Armee. Unter der MilitĂ€rregierung des pragmatischeren und bescheidener auftretenden Lamizana wurde eine neue Verfassung ausgearbeitet, die nach einem Referendum 1970 im Januar 1971 die Zweite Republik schuf. Nach den anschließenden Parlamentswahlen, den ersten freien Mehrparteienwahlen in Westafrika[37] wurde GĂ©rard Kango OuĂ©draogo (RDA) Premierminister. Innere Streitigkeiten der Partei fĂŒhrten dazu, dass 1974 wieder das MilitĂ€r die Macht ĂŒbernahm und die Gouvernement du renouveau national (GRN: „Regierung der nationalen Erneuerung“) schuf. Angesichts der Unzufriedenheit der Bevölkerung aufgrund der wirtschaftlichen und sozialen Probleme Mitte der 1970er-Jahre ernannte Lamizana eine Regierung der nationalen Einheit, die eine neue Verfassung ausarbeiten sollte. Nach deren Annahme per Referendum wurde Lamizana bei den Wahlen 1978 PrĂ€sident der Dritten Republik und ernannte Joseph Conombo zum Premierminister. Auch diese Regierung war aufgrund interner Querelen handlungsunfĂ€hig und nach einem Streik von Lehrern putschte am 25. September 1980 eine Gruppe von MilitĂ€rs um Saye Zerbo, der daraufhin PrĂ€sident wurde. Im RĂŒckblick werden Lamizana seine ausgleichenden FĂ€higkeiten und die Tatsache, dass es unter ihm keine politischen Gefangenen gab, zugute gehalten.[38] Eher zufĂ€llig an die Macht geraten, hatte das MilitĂ€r unter Lamizana zunehmend Gefallen daran gewonnen.[36]

Mit dem Putsch von 1980 stĂŒrzte Obervolta fĂŒr drei Jahre in ein Chaos, das durch den Machtkampf der alten Garde des MilitĂ€rs und einer Gruppe junger Offiziere, die den Stillstand des Landes ĂŒberwinden wollten, verursacht wurde. Zerbo regierte das Land mit einem ComitĂ© militaire de redressement pour le progrĂšs national (CMRPN), verlor durch unpopulĂ€re Maßnahmen – darunter dem Verbot von Streiks – rasch seine PopularitĂ€t. Zu dieser Zeit begann der Aufstieg des charismatischen linksgerichteten Thomas Sankara. Schließlich kam es am 7. November 1982 zu einem erneuten MilitĂ€rputsch. Da der als Drahtzieher angesehene Sankara nicht die Macht anstrebte, wurde der MilitĂ€rarzt Jean-Baptiste OuĂ©draogo PrĂ€sident. WĂ€hrend in einer Übergangsphase die RĂŒckkehr zu einer verfassungsgemĂ€ĂŸen Ordnung angestrebt wurde, intensivierte Sankara – zum Premierminister ernannt – Kontakte zum antiwestlichen Regime Muammar al-Gaddafi in Libyen. Zum Missfallen OuĂ©draogos, der die Untergrabung seiner Macht zu verhindern versuchte und die Bindungen zu Frankreich und den gemĂ€ĂŸigten Staaten Afrikas aufrechterhalten wollte.[39] Sankara wurde schließlich festgenommen, was Unruhen in den Reihen des MilitĂ€rs und Proteste bei der Bevölkerung auslöste. Nachdem der Offizier Blaise CompaorĂ© mit der ihm unterstehenden Fallschirmspringereinheit nach Ouagadougou zog, um seinem Freund Sankara zu befreien, kam es am 4. August 1983 zum Staatsstreich, der spĂ€ter als Revolution bezeichnet wurde und Sankara an die Macht brachte.

Revolution 1983

„Pioniere der Revolution“ (1987)

Sankara errichtete eine linksgerichtete MilitĂ€rdiktatur mit dem Conseil national de la rĂ©volution (CNR: „Nationaler Revolutionsrat“) als Exekutivorgan, betrieb eine energische Sozial- und Entwicklungspolitik, die den lĂ€ndlichen Raum zu Ungunsten der Stadtbevölkerung und Staatsklasse fördern sollte und forcierte die Gleichstellung der Frauen.[36] Ziel war eine radikale Umgestaltung der Gesellschaft[40] und das Beenden der AbhĂ€ngigkeit vom Ausland. Bei einem Gegenputschversuch kamen in der Nacht vom 9. auf den 10. August zwei der Beteiligten ums Leben. Damit war es in Obervolta zum ersten Mal bei einem Umsturzversuch zu Blutvergießen gekommen. In Folge schuf Sankara ComitĂ©s de dĂ©fense de la rĂ©volution (CDR: „Komitees zur Verteidigung der Revolution“), die in allen Orten des Landes den Verlauf und den Fortbestand der Revolution gewĂ€hrleisten und ĂŒberwachen sollten. Die CDR hatten Anteil am erfolgreichen Verlauf zahlreicher Entwicklungskampagnen, wie einem großangelegten von WHO und UNICEF unterstĂŒtzten Programm zur Impfung von Kindern oder dem als bataille du rail bezeichneten Ausbau der Eisenbahnstrecke unter Beteiligung der Bevölkerung. In der Anfangsphase der Revolution kam es zu Verhaftungen und Denunzierung von der Gegenrevolution verdĂ€chtigten Personen, darunter Joseph Ki-Zerbo. An der Spitze des Staates stand eine Gruppe, die neben Sankara aus Blaise CompaorĂ©, Henri Zongo und Jean-Baptiste Lingani bestand.

1984 eingefĂŒhrtes Wappen des in Burkina Faso umbenannten Staates

Am 2. Oktober 1983 prĂ€sentierte Sankara der Bevölkerung in einer als discours d'orientation politique (DPO) bezeichneten Rede die politischen Ziele der Revolution. Ziel sei es, die mit dem Imperialismus verbundene Bourgeoisie zu Gunsten der arbeitenden Klassen zu neutralisieren und die landwirtschaftliche Selbstversorgung zu ermöglichen. Dazu wurden Grund und Boden verstaatlicht, deren Nutzung zuvor von traditionellen AutoritĂ€ten in den Dörfern organisiert wurde. Alphabetisierung und Gleichstellung der Geschlechter waren weitere Schwerpunkte Sankaras. Vor den tribunaux populaires de la rĂ©volution (TPR: „Volkstribunale der Revolution“) mussten sich ehemalige Politiker und Beamte wegen Vergehen wie Korruption, und Unterschlagung von öffentlichen Geldern verantworten. Ex-PrĂ€sident Zerbo bekam mit 15 Jahren Haft, davon sieben auf BewĂ€hrung, die höchste Strafe. 1985 wurden die ausgesprochenen Urteile wieder aufgehoben. Um mit der kolonialen Vergangenheit zu brechen, benannte Sankara den Staat 1984 in Burkina Faso („Land der ehrenwerten Menschen“) um, schuf eine neue Flagge in den panafrikanischen Farben und fĂŒhrte eine neue, von ihm selbst verfasste Nationalhymne (DitanyĂš) ein. Im Mai 1984 wurden sieben Personen wegen eines versuchten Putsches verurteilt und hingerichtet. Diese vorher nicht erlebte Gewaltanwendung schockierte die Bevölkerung[41], ebenso wie die Brandstiftung in den RĂ€umen der unabhĂ€ngigen Zeitung L’Observateur (heute L’Observateur paalga), die in Folge ihr Erscheinen einstellen musste. Der 1985 ausgebrochene Grenzkrieg mit Mali um einen schmalen Grenzstreifen im Sahel endete mit einer militĂ€rischen Niederlage der deutlich unterlegenen Burkiner[42] und einem Richterspruch des Internationalen Gerichtshofes. Dem Konflikt vorangegangen waren Beschuldigungen Sankaras malischer Subversion, seine Ermunterung einer Revolution in Mali, das unter Diktator Moussa TraorĂ© „im Dienste des amerikanischen Imperialismus handele“. Gegen Mali suchte Sankara Burkina Faso in einer Westafrikanischen Union mit Ghana zusammenzuschließen. In einem Klima von VerdĂ€chtigungen, Machtmissbrauch der CDR, und politischen Gefangennahmen – bis hin zu Folter und Tod[43] – wuchs die Unzufriedenheit der Bevölkerung. Der repressive Charakter des Regimes entfremdeten die Bevölkerung vom Projekt der Revolution. Innerhalb des CNR kam es zu Meinungsverschiedenheiten bezĂŒglich der Geschwindigkeit weiterer Reformen und der Art ihrer Umsetzung. Thomas Sankara, dem Abgleiten in an Blindheit grenzenden Dogmatismus und Verrat an der Revolution vorgeworfen wurden, wurde im Laufe eines Putsches am 15. Oktober 1987 mit etwa 30 weiteren Personen erschossen. Blaise CompaorĂ© wurde neuer PrĂ€sident Burkina Fasos, das Unionsvorhaben mit Ghana wurde verworfen.

JĂŒngste Geschichte

PrÀsident seit 1987: Blaise Compaoré

CompaorĂ© regierte das Land zunĂ€chst an der Spitze einer Front populaire (FP: „Volksfront“) an der Seite von Zongo und Lingani. In einer als rectification („Verbesserung“) bezeichneten Entwicklung sollte es zu einer Normalisierung und politischen Öffnung kommen, allerdings im Geiste der revolutionĂ€ren Ziele einer Entwicklung von innen. Doch auch nach dem Umsturz herrschten InstabilitĂ€t – es gab drei missglĂŒckte Putschversuche – und ein Klima der Repression; zahlreiche Tote waren zu beklagen[44], darunter auch Zongo und Lingani, die 1989 erschossen wurden. Diejenigen Parteien und Organisationen, die CompaorĂ©s Wandel mittrugen, vereinigten sich in der Organisation pour la dĂ©mocratie populaire-Mouvement du travail (ODP-MT), der VorgĂ€ngerin der heutigen Regierungspartei CongrĂšs pour la dĂ©mocratie et le progrĂšs (CDP). Unter dem Einfluss der weltpolitischen Ereignisse 1990/91, kam es auch in Burkina Faso zum Prozess einer formalen Demokratisierung; CompaorĂ© ließ eine Verfassung ausarbeiten, die 1991 in einem Referendum von der Bevölkerung angenommen wurde. Die folgenden PrĂ€sidentschaftswahlen wurden von der Opposition boykottiert und zu einem Misserfolg fĂŒr CompaorĂ©, der seine Macht bei einer Wahlbeteiligung von nur 27 % nicht legitimieren konnte. In den folgenden Jahren gelang die gesellschaftliche und wirtschaftliche Stabilisierung, trotz der Entwertung des CFA-Francs im Jahre 1994. Nachdem CompaorĂ© bei den Wahlen von 1998 in seinem Amt bestĂ€tigt wurde, kam es nach der Ermordung des kritischen Journalisten Norbert Zongo zu einer großen Krise mit zum Teil gewalttĂ€tigen Protesten. Bei den Parlamentswahlen 2002 verlor die Regierungspartei CDP zahlreiche Sitze an die zersplitterte Opposition. Dank einer umstrittenen VerfassungsĂ€nderung konnte CompaorĂ© 2005 erneut zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt werden.

Schwer wiegende VorwĂŒrfe, in den BĂŒrgerkriegen von Liberia und Sierra Leone beteiligt gewesen zu sein und am Handel von Waffen und sogenannten „Blutdiamanten“ profitiert zu haben, konnten bisher nicht bewiesen werden.[45] Der ehemalige liberianische PrĂ€sident Charles Taylor, der als Freund CompaorĂ©s gilt, organisierte seinen Angriff von Burkina Faso aus, das ihm Asyl gewĂ€hrt hatte. Einige NachbarlĂ€nder beschuldigten CompaorĂ©, destabilisierenden Einfluss auszuĂŒben, indem er Oppositionelle und Rebellen unterstĂŒtze und beherberge. Gleichzeitig bemĂŒhte sich Burkina Faso um eine Rolle als Vermittler und Friedensstifter bei zahlreichen Krisen in Afrika, zum Beispiel nach dem Tod des PrĂ€sidenten von Togo, GnassingbĂ© EyadĂ©ma.

Mit dem BĂŒrgerkrieg in der ElfenbeinkĂŒste kam es zur wohl schwersten außenpolitischen Krise des Landes. Burkina Faso wurde von der ElfenbeinkĂŒste beschuldigt, die Rebellen zu unterstĂŒtzen und wollte seinerseits ein militĂ€risches Eingreifen nicht ausschließen, um den etwa zwei Millionen Burkinern oder BurkinischstĂ€mmigen beizustehen, die bei den Unruhen Zielscheibe von Gewalt wurden. Die Normalisierung der Beziehung und die Vermittlung des Vertrags von Ouagadougou zur Beendigung des BĂŒrgerkriegs gelten als Erfolg der Diplomatie Burkina Fasos und CompaorĂ©s.

Politik

Von 2007 bis April 2011 Premierminister: Tertius Zongo

Politisches System

Mit der Annahme der Verfassung 1991 wurde die Vierte Republik errichtet, die prĂ€sidialen Charakter nach französischem Vorbild aufweist. Blaise CompaorĂ© konnte bei den PrĂ€sidentschaftswahlen im November 2005, die zum ersten Mal nicht von der Opposition boykottiert wurden, 80,4 % der Stimmen gewinnen und damit seine dritte Amtszeit antreten. Der Premierminister wird vom StaatsprĂ€sidenten ernannt und heißt seit dem 18. April 2011 Luc-Adolphe Tiao. Er ĂŒbernahm das Amt von Tertius Zongo. Alle fĂŒnf Jahre wird das Parlament gewĂ€hlt. Von den derzeit 111 Abgeordneten gehören 73 der Regierungspartei CongrĂšs pour la dĂ©mocratie et le progrĂšs (CDP) an.[46]

PrÀsident

Staatsoberhaupt ist der PrĂ©sident du Faso, der nach der VerfassungsĂ€nderung von 2000 alle fĂŒnf Jahre (vorher alle sieben Jahre) gewĂ€hlt wird und einmal wiedergewĂ€hlt werden kann.

Bisherige PrÀsidenten:

Name Amtszeit
Maurice Yaméogo 5. August 1960 bis 3. Januar 1966
Sangoulé Lamizana 3. Januar 1966 bis 25. November 1980
Saye Zerbo 25. November 1980 bis 7. November 1982
Jean-Baptiste Ouédraogo 7. November 1982 bis 4. August 1983
Thomas Sankara 4. August 1983 bis 15. Oktober 1987
Blaise Compaoré seit 15. Oktober 1987

Innenpolitik

Die Opposition des Landes ist in zahlreiche kleine Parteien zersplittert und konnte daher noch kein Gegengewicht zu PrĂ€sident Blaise CompaorĂ© bilden. Zu nennen sind die von Gilbert OuĂ©draogo gefĂŒhrte Alliance pour la DĂ©mocratie et la FĂ©dĂ©ration – Rassemblement DĂ©mocratique Africain (ADF-RDA), die 2003 von ihr abgespaltene Union nationale pour la dĂ©mocratie et le dĂ©veloppement (UNDD) von Hermann YamĂ©ogo und den bis vor kurzem vom 2007 verstorbenen Historiker Joseph Ki-Zerbo geleiteten Parti pour la dĂ©mocratie et le progrĂšs/Parti socialiste (PDP/PS). Mehrere sankaristische Bewegungen sind im Parlament vertreten; die ideologische Zersplitterung der Erben Sankaras konnte in den letzten Jahren nicht ĂŒberwunden werden.

Das Land besitzt aktive Gewerkschaften, die zu Streiks und Demonstrationen mehrere Tausend Menschen mobilisieren können.

Menschenrechte

Die Lage der Menschenrechte hat sich, dem Bundesministerium fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zufolge, verbessert. Die Regierung von Burkina Faso hat in den vergangenen Jahren verschiedene Maßnahmen zum Schutz der Menschenrechte ergriffen. Unter anderem wurde ein Menschenrechtsministerium eingerichtet, ein Fonds fĂŒr die Opfer politischer Gewalt gegrĂŒndet und es wurden Reformen im Justizwesen eingeleitet. Allerdings werden auf dem Land die Grundrechte – und besonders die Frauenrechte – noch wenig respektiert; Frauen sind kaum an politischen Entscheidungsprozessen beteiligt. In vielen lĂ€ndlichen Gebieten wird, obwohl die Regierung mit gravierenden Strafen dagegen vorgeht, immer noch die GenitalverstĂŒmmelung von MĂ€dchen praktiziert. Laut UNICEF geht die Verbreitung des Ritus, aufgrund einer breiten Bildungsbewegung, langsam zurĂŒck.[47]
Auch die Kinderrechte sind ausreichend gesetzlich verankert, doch werden sie wegen der enormen Armut im Land alltags kaum respektiert und umgesetzt, so werden immer noch viele Kinder zu schwerer Arbeit herangezogen und dĂŒrfen deshalb die Schule nicht besuchen. Auch gibt es immer noch Kinderhandel, der zu sklavenĂ€hnlichen Lebensbedingungen fĂŒhren kann.[48]
Nach Kenntnis der Bundesregierung sind sogar einvernehmliche homosexuelle Handlungen unter Erwachsenen in Burkina Faso verboten. HomosexualitĂ€t findet im Strafgesetzbuch als Straftatbestand keine explizite ErwĂ€hnung, kann aber als „Störung der öffentlichen Ordnung“ oder „Verstoß gegen die guten Sitten“ strafrechtlich verfolgt und mit bis zu drei Jahren GefĂ€ngnis bestraft werden.[49] Gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften stoßen in Burkina Faso auf heftige gesellschaftliche Ablehnung.[50][51]
Bei Protesten gegen die steigenden Lebenshaltungskosten wurden im Jahr 2009 laut Amnesty International ĂŒber 300 Personen festgenommen. Mehr als 80 der Festgenommenen wurden ohne anwaltlichen Beistand zu Freiheitsstrafen verurteilt.[52]

Außenpolitik

Ein Visum der Republik Burkina Faso

In der Außenpolitik sind die Beziehungen zur ehemaligen Kolonialmacht Frankreich besonders seit dem Konflikt in der ElfenbeinkĂŒste wieder intensiver geworden, wichtiger Partner der burkinischen Diplomatie ist aber auch Libyen. Das Land unterhĂ€lt ebenfalls gute Beziehungen zur Republik China auf Taiwan. Deutschland ist traditionell sehr in der Entwicklungszusammenarbeit engagiert. Es bestehen viele Kontakte und Partnerschaften auf der Ebene von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zwischen deutschen Vereinen oder Kommunen und Orten in Burkina Faso. Die Deutsch-Burkinische Freundschaftsgesellschaft ist seit 1990 das Netzwerk dieser Partnerschaften in Deutschland. Burkina Faso bemĂŒht sich in den letzten Jahren intensiv, auf internationaler Ebene wahrgenommen zu werden, und bietet sich immer öfter als Ausrichter von Großereignissen an, wie beispielsweise dem Frankophonie<b/>gipfel 2004 und Treffen der Afrikanischen Union. Die Hauptstadt Ouagadougou gilt seit Jahren als sicherer und stabiler internationaler Mittelpunkt Westafrikas.

Im Rahmen der 62. ordentlichen Generalversammlung der Vereinten Nationen wurde Burkina Faso am 16. Oktober 2007 als nichtstĂ€ndiges Mitglied fĂŒr die Periode 2008–2009 in den UN-Sicherheitsrat gewĂ€hlt.[53][54]

MilitÀr

Die Armee (Forces armĂ©es nationales) (FAN) wurde 1960 gegrĂŒndet, 1961 wurde die Befehlsgewalt von den französischen auf die obervoltaischen Behörden ĂŒbertragen.[55] In der Folge ĂŒbernahm das MilitĂ€r mehrmals die Macht durch Staatsstreiche. In den Achtzigerjahren kam es zum Krieg mit Mali um die Kontrolle ĂŒber den Agacher-Streifen.

Die Beziehungen zum Nachbarland ElfenbeinkĂŒste, in dem mehrere Millionen Burkiner oder BurkinischstĂ€mmige leben, sind infolge des dort herrschenden BĂŒrgerkrieges sehr angespannt. Abidjan beschuldigt Burkina Faso, die Rebellen im Norden des Landes zu unterstĂŒtzen. Mehrere Hunderttausend FlĂŒchtlinge sind in den vergangenen Jahren vor der Gewalt gegen die Immigranten aus den SahellĂ€ndern zurĂŒck nach Burkina Faso geflohen. Die Möglichkeit eines Eingreifens der burkinischen Armee wurde nicht ausgeschlossen.

In Folge eines Putschversuchs aus Reihen des MilitÀrs wurde im Jahre 2004 Verteidigungsminister Kouamé Lougé entlassen.

Zum Jahreswechsel 2006/2007 kam es in Ouagadougou zwischen unzufriedenen Soldaten und PolizeikrĂ€ften zu Schießereien, die auf beiden Seiten mehrere Tote sowie verletzte Zivilisten forderten. Hunderte von Soldaten zogen nachts schießend durch die Stadt und ließen etwa 600 Insassen des HauptgefĂ€ngnisses entkommen. Der Unmut der Soldaten beruhte unter anderem auf dem GefĂŒhl der Benachteiligung gegenĂŒber der immer besser ausgestatteten Polizei durch schlechtere Ausstattung und niedrigerer Besoldung.[56]

Burkina Faso beteiligt sich an verschiedenen FriedenseinsÀtzen der UN-Blauhelme.

Luftwaffe

Die folgende Tabelle zeigt die aktuelle AusrĂŒstung der Luftwaffe Burkina Fasos:[57]

Flugzeug Herkunft Verwendung Version Aktiv
Transportflugzeuge
Casa CN-235 SpanienSpanien Spanien Taktisches Transportflugzeug CN-235 1
Hawker-Siddeley HS 748 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Transportflugzeug HS.748 2
Beechcraft King Air Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Transportflugzeug King Air 200 3
AĂ©rospatiale N 262 FrankreichFrankreich Frankreich Transportflugzeug 262 2
Kampfhubschrauber
Mil Mi-17 SowjetunionSowjetunion Sowjetunion, RusslandRussland Russland Mehrzweckhubschrauber Mi-17 3
AĂ©rospatiale SA-316 FrankreichFrankreich Frankreich Leichter Mehrzweckhubschrauber SA316 1

Verwaltungsgliederung

Burkina Faso ist in 13 Regionen (rĂ©gions) unterteilt, die jeweils von einem Gouverneur verwaltet werden. Diese Regionen gliedern sich in 45 Provinzen (provinces), denen Hochkommissare vorstehen. Darunter folgen 350 von PrĂ€fekten verwaltete Departements (dĂ©partements), die deckungsgleich mit den im Rahmen der Dezentralisierungsmaßnahmen geschaffenen Gemeinden (communes urbaines und communes rurales) sind. Nach den Kommunalwahlen im Jahre 2006 bestehen auf dem gesamten Territorium des Landes nun basisdemokratisch organisierte Verwaltungseinheiten mit GemeinderĂ€ten und BĂŒrgermeistern.

Regionen

Karte Nr Region Hauptstadt Provinzen
Regionen Burkina Fasos 1 Boucle du Mouhoun Dédougou Balé, Banwa, Kossi, Mouhoun, Nayala, Sourou
2 Cascades Banfora Comoé, Léraba
3 Centre Ouagadougou Kadiogo
4 Centre-Est Tenkodogo Boulgou, Koulpélogo, Kouritenga
5 Centre-Nord Kaya Bam, Namentenga, Sanmatenga
6 Centre-Ouest Koudougou Boulkiemdé, Sanguié, Sissili, Ziro
7 Centre-Sud Manga BazÚga, Nahouri, Zoundwéogo
8 Est Fada N’Gourma Gnagna, Gourma, Tapoa, Kompienga, Komondjari
9 Hauts-Bassins Bobo-Dioulasso Houet, Kénédougou, Tuy
10 Nord Ouahigouya Loroum, Passoré, Yatenga, Zondoma
11 Plateau Central Ziniaré Ganzourgou, Kourwéogo, Oubritenga
12 Sahel Dori Oudalan, Séno, Soum, Yagha,
13 Sud-Ouest Gaoua Bougouriba, Ioba, Noumbiel, Poni

Infrastruktur

Verkehr

Bahnhof in Koudougou

Burkina Faso besitzt eine Eisenbahnstrecke (Abidjan-Niger-Bahn), die in die ivorische Wirtschaftsmetropole Abidjan fĂŒhrt und bis zu den Unruhen dort eine der wichtigsten Lebensadern des Binnenstaates war. Es verkehren tĂ€glich GĂŒter- und PersonenzĂŒge nach Abidjan. Die Linie wurde wĂ€hrend der Herrschaft Sankaras bis Kaya ausgebaut (bataille du rail), um die BodenschĂ€tze aus dem Sahel leichter abtransportieren zu können. Nach seinem Sturz wurde der Ausbau eingestellt, die Strecke ist heute nur bis Ouagadougou befahrbar. Über zwei internationale FlughĂ€fen ist das Land zu erreichen; europĂ€ische Fluglinien, die die Hauptstadt bedienen, sind Air France und die Chartergesellschaft Point-Afrique Voyages. Nationale Fluglinie ist Air Burkina. Das Straßennetz verbindet Burkina Faso mit allen NachbarlĂ€ndern ĂŒber Asphaltstrecken, deren Ausbau zum Teil von der EuropĂ€ischen Union finanziert wird. Der Großteil des Netzes besteht aus Laterit<b/>straßen; Asphaltierungsarbeiten sind auf der West-Ost-Achse abgeschlossen, auf den diversen Nordstrecken noch im Bau.

Versorgung

Der Wasserversorgung dienender Stausee in Ouagadougou

Der Versorgungsgrad mit Strom und Wasser ist im ganzen Land sehr niedrig. Mit dem neuen Stausee in Ziga in der NĂ€he von Ouagadougou sollte jedoch zunĂ€chst der Wasserbedarf der Hauptstadt zu decken sein. Staatliche ElektrizitĂ€tsgesellschaft ist die SONABEL, fĂŒr das Wasser zustĂ€ndig ist ONEA. Strom wird zum grĂ¶ĂŸten Teil aus der Verbrennung von importierten fossilen Brennstoffen (Erdöl, Erdgas) gewonnen. Ein weiterer Teil des Strombedarfs wird durch Importe aus Ghana und der ElfenbeinkĂŒste gedeckt; außerdem liefert ein Wasserkraftwerk am Kompiengastausee ElektrizitĂ€t.[58] Solarenergie dient der punktuellen Stromversorgung von KrankenhĂ€usern oder Schulen vor allem in lĂ€ndlichen Gebieten.

Telekommunikation

Das Verlegen von Telefonleitungen war bisher kaum zu bezahlen. Entsprechend blĂŒht das Gewerbe privater Telecenter, in denen Privatleute eine kleine Anzahl Telefonapparate zur öffentlichen Nutzung bereitstellen. Neue Möglichkeiten bietet die Mobiltelefonie; drei Anbieter sorgen auch in kleineren StĂ€dten fĂŒr die nötige Netzabdeckung. InternetzugĂ€nge existieren fĂŒr Privatleute und kleine Organisationen entweder als Dial-in-Anbindung ĂŒber die Telefonleitung der ONATEL oder ĂŒber die in den grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten boomenden Internet-CafĂ©s. Seit 2006 ist im ganzen Land Zugang ĂŒber ADSL möglich. GrĂ¶ĂŸere Organisationen verfĂŒgen auch ĂŒber Standleitungen zu den Internetanbietern. Die Zahl der regelmĂ€ĂŸigen Internetnutzer wird auf 30 000 geschĂ€tzt. Studien zufolge nutzen die Burkiner das Internet weniger zur Recherche von Informationen als zur Kommunikation per E-Mail oder Instantmessaging.[59]

Wirtschaft

Reichhaltiges Angebot auf dem Markt von Banfora

Burkina Faso ist einer der Ă€rmsten und am wenigsten entwickelten Staaten der Erde und wird zur Gruppe der HIPC (Heavily Indebted Poor Countries), der „hochverschuldeten EntwicklungslĂ€nder“, gezĂ€hlt. 2005 wurde im Rahmen der HIPC-Entschuldungsinitiative von Weltbank und IWF die Streichung seiner Auslandsschulden vereinbart. Im Human Development Index des United Nations Development Programmes (UNDP) lag Burkina Faso im Jahre 2006 auf Platz 174 bei 177 untersuchten LĂ€ndern.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach KaufkraftparitĂ€t (PPP) betrug 2005 etwa 16,6 Milliarden US-Dollar, was einem Wert von 1200 Dollar pro Kopf entspricht.[4] Der Anstieg des BIP im Jahre 2005 betrug 7,1 %, die Inflationsrate 2004 2,8 %. Das Wirtschaftswachstum kommt allerdings nur einer kleinen, von Mossi dominierten Schicht in den stĂ€dtischen Zentren zugute. UngefĂ€hr 61 % der Bevölkerung mĂŒssen mit weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen.

Jahr BIP-Wachstum
2005 7,1 %
2004 4,6 %
2003 8 %
2002 4,6 %

Burkina Faso nimmt an der Westafrikanischen Wirtschafts- und WĂ€hrungsunion UEMOA teil; WĂ€hrung ist der CFA-Franc BCEAO.

Der befĂŒrchtete Einbruch der Wirtschaft in Folge der Konflikte in der ElfenbeinkĂŒste ist weitgehend ausgeblieben; Burkina Faso hat rechtzeitig die Bindungen zu anderen NachbarlĂ€ndern gestĂ€rkt, vor allem zu Ghana.

Landwirtschaft und BodenschÀtze

Burkinische Bauern

Etwa 90 % der Bevölkerung[4] betreiben Subsistenzwirtschaft, also den Anbau von Obst, GemĂŒse und Getreide fĂŒr den Eigenbedarf. Den Grundbedarf der Nahrungsversorgung deckt der Anbau von Hirse, Mais, Sorghum, Fonio und Reis, der etwa 85 % der 110.000 kmÂČ landwirtschaftlich nutzbaren FlĂ€che des Landes in Anspruch nimmt. Im SĂŒden des Landes werden außerdem Jamswurzel, Maniok und Zuckerrohr angebaut. FĂŒr den Export wichtig sind ErdnĂŒsse und vor allem Baumwolle, das Hauptexportgut des Landes. Die klimatischen Ungunstbedingungen erschweren die AusĂŒbung der Landwirtschaft; jĂ€hrliche Schwankungen der NiederschlĂ€ge können DĂŒrren und damit lokale Hungersnöte (besonders im Norden des Landes) verursachen.

Baumwollverladung in Dédougou

Trotz der guten QualitĂ€t der burkinischen Baumwolle hat das Land aufgrund hoher Agrarsubventionen in westlichen IndustrielĂ€ndern große Probleme, seine ErnteertrĂ€ge auf dem Weltmarkt zu verkaufen.[60] So subventionieren die USA ihre Baumwollwirtschaft mit drei bis vier Milliarden US-Dollar pro Jahr, in der EU betragen die jĂ€hrlichen Subventionen ca. 700 Millionen Euro.[61] StaatsprĂ€sident Blaise CompaorĂ© setzt sich zusammen mit anderen betroffenen afrikanischen Staaten fĂŒr die Aufhebung dieser Subventionen und freien Zugang afrikanischer Baumwolle auf den Weltmarkt ein. Die Wirtschaft Burkina Fasos, die maßgeblich vom Export der Baumwolle abhĂ€ngt (50 % der Exporte), hat unter schwankenden Weltmarktpreisen zu leiden. Das halbstaatliche Unternehmen Sofitex ist das drittgrĂ¶ĂŸte Textilunternehmen Afrikas.[62] Seit der Schließung der Fabrik Faso Fani im Jahre 2000 ist in Burkina Faso keine Weiterverarbeitung der Baumwolle in grĂ¶ĂŸerem Stil mehr möglich.

Mit einem Projekt zum Anbau von Weizen soll das Land von Importen unabhÀngig werden; die erste Ernte konnte 2006 eingefahren werden. Langfristig ist sogar der Weizenexport geplant.[63]

Burkina Faso ist Exporteur von Vieh (vor allem Rindern) in die NachbarlĂ€nder. Traditionell wird die Viehzucht von den nomadisch lebenden Fulbe ausgeĂŒbt.

Nur wenige der zahlreichen natĂŒrlichen Ressourcen sind abbauwĂŒrdig; Gold wird seit Jahrhunderten zu Tage gefördert und ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes. Das kanadische Unternehmen Orezone sieht großes Potenzial in den Goldvorkommen Burkina Fasos[64]. Der Manganabbau soll in Zukunft ausgebaut werden. Problematisch ist vor allem der Transport; die Vorkommen befinden sich hauptsĂ€chlich im verkehrstechnisch schlecht erschlossenen Norden. Der geplante Ausbau der einzigen Bahnlinie Burkina Fasos zu den Minen von Tambao wurde nie zu Ende gefĂŒhrt.

Industrie und Dienstleistungen

Mit dem Anschluss an die Eisenbahnlinie nach Abidjan 1933 konnte in Bobo-Dioulasso die industrielle Entwicklung beginnen; es wurden eine Brauerei, eine ÖlmĂŒhle und eine Fabrik fĂŒr Mopeds gegrĂŒndet. Die NĂ€he zu den Baumwollanbaugebieten im Nordwesten des Landes spielte eine große Rolle beim wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt. Erst 30 Jahre spĂ€ter wurde die Eisenbahn bis Ouagadougou fertiggestellt, die Voraussetzung fĂŒr das Entstehen industrieller Betriebe. Heute befinden sich 64 % davon in der Hauptstadt, vor allem im Bereich der Lebensmittelindustrie. Nach der UnabhĂ€ngigkeit entstand in Koudougou eine Baumwollspinnerei, die aber bald ihre Arbeit einstellen musste. Ein Wiederbelebungsversuch von Faso Fani scheiterte im Jahre 2000. In Banfora befinden sich eine große Zuckerfabrik (SOSUCO) und die Grands Moulins du Burkina, die vorwiegend Mehl produzieren. Seit 2004 werden in Ouagadougou von MĂ©gamonde Autos aus chinesischer Fertigung unter dem Markennamen Tenga montiert.

Staatliche Unternehmen wurden in den letzten Jahren privatisiert, so das Telekommunikationsunternehmen ONATEL; 51 % der Besitzanteile hĂ€lt seit 2006 die marokkanische Maroc Telecom.[65]

Steigende Ölpreise sind ein großes Problem, trotzdem konnte die Inflationsrate im Rahmen der Konvergenzkriterien der Westafrikanischen Wirtschafts- und WĂ€hrungsunion gehalten werden. Staatlicher Importeur ist die SONABHY.

Im Handels-, Bau- und Dienstleistungssektor ist die libanesische Gemeinschaft stark vertreten, die seit etwa 1900 im Lande anzutreffen ist.

Ein großer Teil der Bevölkerung ist im informellen Sektor beschĂ€ftigt; viele Menschen verdienen sich mit dem Handel auf der Straße oder kleinen Dienstleistungen ihren Lebensunterhalt. Dem Staat entgehen dadurch Steuereinnahmen; Arbeitslosenzahlen werden durch dieses PhĂ€nomen erheblich verzerrt.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 1,91 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 1,394 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 7 % des BIP.[4]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Kultur

Traditionen

Skulptur aus dem Gebiet von Léo
Traditionelle HĂŒtten im SĂŒdosten des Landes

Die etwa 60 Ethnien in Burkina Faso sorgen fĂŒr eine große Vielfalt an kulturellen Traditionen; Tanz, Musik und die Verwendung von Masken sind prĂ€gend fĂŒr die sudanischen Savannenvölker. Zu vielen AnlĂ€ssen des Gemeinschaftslebens finden Feste und Zeremonien statt, bei denen das kulturelle Repertoire prĂ€sentiert wird. Bedeutend sind die Griots, die fĂŒr die Wahrung und Weitergabe der Geschichte und Traditionen zustĂ€ndig sind. Dies geschieht durch mĂŒndliche Überlieferung von einer Generation auf die nĂ€chste.

Bedeutend ist das Kunsthandwerk, das etwa 960.000 Personen beschĂ€ftigt und dem die alle zwei Jahre stattfindende Messe SIAO gewidmet ist. Neben Arbeiten aus Leder und Holz, Korbflechterei und Töpferei sind Bronzeguss<b/>skulpturen, die im Verfahren der Verlorenen Form hergestellt wurden, charakteristisch fĂŒr Burkina Fasos Kunsthandwerk.

Jean-Luc Bambara ist ein Bildhauer, der auch in Europa ausstellt. Die Sculptures de Laongo sind ein 1989 geschaffener Skulpturenpark, in dem Granitsteine von nationalen und internationalen KĂŒnstlern bearbeitet werden.

Zwei kulturelle Veranstaltungen, die regelmĂ€ĂŸig stattfinden sind die Semaine Nationale de la Culture (SNC) in Bobo-Dioulasso und die Nuits Atypiques de Koudougou (NAK) in Koudougou. Im Osten gibt es seit 2004 jĂ€hrlich das Festival Dilembu au Gulmu (FESDIG).[67]

Musik

Musik begleitet in Burkina Faso den Alltag der Menschen und ist in diesen eng eingebunden.[68] Die traditionelle Musik der Ethnien Burkina Faso ist geprĂ€gt von verschiedenen Arten von Trommeln und dem Balafon. Die Balafongruppe Farafina aus Bobo-Dioulasso, die in wechselnder Besetzung seit 1978 existiert, hat unter anderem mit den Rolling Stones zusammengearbeitet und konnte wie auch Gabin DabirĂ© eher in Europa Erfolge feiern. Äußerst populĂ€r war Black So Man, der fĂŒr seine kritischen Texte bekannt war und 2002 an den Folgen eines Autounfalls von 1997 starb. Viel Beachtung im In- und Ausland findet auch Victor DĂ©mĂ©, welcher nach zahlreichen Gastauftritten 2008 sein erstes Soloalbum veröffentlicht hat.

Als bedeutender Musikpreis wird seit 2001 der KundĂ© d'Or verliehen. Bisher zweimal konnte Bil Aka Kora den Preis fĂŒr seine auf den traditionellen Rhythmen der Kassena basierenden Musik gewinnen. Weitere Sieger waren Solo Dja Kabaco, Georges OuĂ©draogo, der seit 1973 aktiv ist, die SĂ€ngerin Amity MĂ©ria, sowie Yoni, der wie OuĂ©draogo moderne und traditionelle Melodien und Rhythmen zu musique tradi-moderne zusammenbringt. Sieger 2009 wurde Hamed Smani. Als Vertreter des burkinischen Hiphop wurden Produzent und Rapper Smockey und die Gruppe Yeleen ausgezeichnet. Beide gehören, wie auch Faso Kombat oder La Censure, zu den zentralen Figuren des Hiphop in Burkina Faso.[69] JĂ€hrlich findet das Festival Waga Hip Hop mit KĂŒnstlern aus Afrika und Europa statt.

Ein bekannter ReggaekĂŒnstler ist ZĂȘdess. Jazz Ă  Ouaga ist ein regelmĂ€ĂŸig stattfindendes Jazzfestival.

Film

Filmemacher Dani Kouyaté
Kino Ciné Sanyon in Bobo-Dioulasso

Burkina Faso gilt als bedeutendes Zentrum des Afrikanischen Kinos und richtet seit 1972 das panafrikanische Filmfestival FESPACO aus, das seit 1979 alle zwei Jahre stattfindet und Cineasten aus der ganzen Welt anzieht. Der burkinische Film erfĂ€hrt UnterstĂŒtzung durch die Regierung, ist aber auf auslĂ€ndische Finanzierung angewiesen.

Zum ersten Mal wurden in Obervolta in den 1920er-Jahren Filme durch katholische Missionare vorgefĂŒhrt. 1947 wurde der erste Film in Obervolta gedreht; Paysan noir ou Famoro le tyran von Georges RĂ©gnier, der im Dienste der Kolonialpropaganda produziert wurde. Nach der UnabhĂ€ngigkeit schufen Franzosen zahlreiche ethnografische Filme, wĂ€hrend sich obervoltaische Eigenproduktionen zumeist einem Bildungsauftrag fĂŒr die Bevölkerung widmeten. Ab 1980 begann vermehrt die Produktion von Spielfilmen. Wend Kuuni, der erste Langspielfilm von Gaston KaborĂ©, brachte eine neue Ästhetik und QualitĂ€t in das Kino Afrikas und erlangte internationale Anerkennung.[70] 1990 wurde TilaĂŻ von Idrissa OuĂ©draogo mit dem Großen Preis der Jury bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes ausgezeichnet, sein Film Kini and Adams wurde beim Festival 1997 fĂŒr die Goldene Palme nominiert. Seit den 1990er-Jahren erlangten Filmemacher wie Pierre YamĂ©ogo, Dani KouyatĂ© oder Fanta RĂ©gina Nacro internationale Beachtung.

Bekanntester Schauspieler ist Sotigui KouyatĂ© – Vater von Dani KouyatĂ© – der unter anderem in Filmen von Peter Brook mitspielte.

Literatur

Bedingt durch die Schriftlosigkeit der sudanischen Kulturen und damit der Tradition mĂŒndlicher Überlieferung sowie dem hohen Anteil von Analphabeten an der Bevölkerung, hat die Literatur nur nachrangige Bedeutung im heutigen Burkina Faso. Zur Zeit der literarischen Entwicklung in anderen Teilen Westafrikas, waren die Intellektuellen des Landes mit politischem Engagement – insbesondere dem Kampf um die Wiederherstellung Obervoltas nach dem Zweiten Weltkrieg – beschĂ€ftigt, und so beginnt die Literaturgeschichte erst nach der UnabhĂ€ngigkeit. Hatte Antoine Dim Delobsom schon 1934 ein Werk zu den Mythen und Legenden der Mossi veröffentlicht, zĂ€hlt das 1962 veröffentlichte CrĂ©puscule des temps anciens von Nazi Boni als Beginn der burkinischen Literatur.[71] In diesem in der Tradition der NĂ©gritude stehenden Roman beschreibt Boni die Bedrohung der traditionellen Strukturen und Werte seiner Ethnie, der Bwaba, durch die Kolonialisierung. In den folgenden Jahren erschienen nur wenige Werke, darunter von Pierre DabirĂ©, Roger NikiĂ©ma und Titinga FrĂ©dĂ©ric PacĂ©rĂ©.

Erst mit der Revolution begann der Staat mit der Literaturförderung. Neben einer Aufwertung der Literatur und Motivierung der Autoren hatte dies aber auch Einfluss auf die verarbeiteten Themen der Literatur, die sich zum Großteil dem offiziellen staatlichen Bildungsauftrag und der Vermittlung von traditionellen Werten unterwirft und wenig kritisches Potenzial entfaltet, da sie vom Wohlwollen der staatlichen Förderer abhĂ€ngt. Kritik wird allenfalls, wie bei Norbert Zongo oder Pierre Claver Ilboudo, verschlĂŒsselt oder auf eine abstrakte Ebene gehoben, indem die Handlung zum Beispiel in fiktive LĂ€nder verlegt wird. Aufgrund eines fehlenden Verlagswesens und Marktes fĂŒr Literatur entstehen die meisten Werke in Eigenproduktion in niedriger Auflage.[68] Die zeitgenössische Literatur ist von Frauen geprĂ€gt, darunter Mathilde Ilboudo, Bernadette Sanou und Sophie Kam.

Zu den großen Intellektuellen Afrikas zĂ€hlt Joseph Ki-Zerbo, der als erster Afrikaner ein Werk zur Geschichte des Kontinents herausgab und bis zu seinem Tod politisch engagiert war.[72]

Zwei bedeutende Theatergruppen sind das Théùtre de la Fraternité des Wissenschaftlers, Autors und Regisseurs Jean-Pierre Guingané sowie das Atelier-Théùtre BurkinabÚ (ATB) von Prosper Kompaoré.

Sport

Erstligaspiel im Stade municipal von Ouagadougou

Das Nationale Olympische Komitee Comité National Olympique et des Sports BurkinabÚ (CNOSB), das 1972 vom IOC anerkannt wurde, entsandte sechs Sportler zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking; zwei Leichtathleten, zwei Schwimmer, einen Fechter und eine Judoka.

Nationalsport von Burkina Faso ist Fußball, der nationale Verband ist die FĂ©dĂ©ration BurkinabĂš de Football (FBF), die mit der UnabhĂ€ngigkeit 1960 gegrĂŒndet und 1964 Mitglied des Weltverbandes FIFA wurde. GrĂ¶ĂŸter Erfolg der Nationalmannschaft war der vierte Platz bei der Afrikameisterschaft 1998 im eigenen Land. Um die burkinische Meisterschaft kĂ€mpfen jedes Jahr 14 Vereine, von denen der grĂ¶ĂŸte Teil aus Ouagadougou stammt. Bekannte Auslandsprofis sind Charles KaborĂ© (Olympique Marseille), Jonathan Pitroipa (Stade Rennes), Moumouni Dagano (Al-Khor), Wilfried Sanou (1. FC Köln) und Aristide BancĂ© (Al-Ahli). Die U-17-Nationalmannschaft konnte bei der U-17-WM 2001 den dritten Platz erreichen.

Jedes Jahr finden die Radrennen Tour du Faso und Boucle du Coton statt, ersteres ist Bestandteil der UCI Africa Tour. Zu den erfolgreichen Radfahrern der letzten jahre zÀhlen Jérémie Ouédraogo und Abdoul Wahab Sawadogo.

Der als lutte traditionelle bekannte Kampfsport ist eine Art Ringen und wird besonders von den Sanan praktiziert. In Toma findet jÀhrlich ein Wettbewerb statt.

Medien

→ Hauptartikel: Medien Burkina Fasos
Die Wochenzeitung L’IndĂ©pendant wurde von Norbert Zongo gegrĂŒndet

Seit dem Beginn der formalen Demokratisierung 1990/91 hat sich ein vielfĂ€ltiger Pressemarkt herausgebildet. Die von der Verfassung garantierte Pressefreiheit ist bei bestimmten Themen allerdings eingeschrĂ€nkt; so wurde 1999 der Journalist Norbert Zongo unter bisher nicht geklĂ€rten UmstĂ€nden ermordet, als er mit Recherchen ĂŒber einen Mordfall in der PrĂ€sidentengarde beschĂ€ftigt war. Zu den Problemen der defizitĂ€ren Presse zĂ€hlen niedrige Verkaufs- und Anzeigenerlöse, mangelnde technische Ausstattung und Ausbildung der Journalisten.[73] Die drei in Ouagadougou erscheinenden Tageszeitungen sind der dem Informationsministerium unterstehende Sidwaya, der 1973 gegrĂŒndete L’Observateur paalga, der wĂ€hrend Sankaras Revolution sein Erscheinen einstellen musste, sowie Le Pays. In Bobo-Dioulasso erscheint seit 1998 L’Express du Faso, dessen Schwerpunkt die Berichterstattung aus Burkina Fasos Westen ist.[74] Regierungskritische Zeitungen, die wöchentlich oder zweiwöchentlich erscheinen sind unter anderem L’ÉvĂ©nement, L’IndĂ©pendant, BendrĂ©, San Finna und das satirische Wochenblatt Journal du Jeudi. Weitere Wochenzeitungen sind L’Opinion und L’Hebdomadaire du Burkina.

Das staatliche Fernsehen der RTB sendet seit 1963 und stellt bisher das einzige Vollprogramm dar. Mit CANAL 3 besteht ein privater Sender der Groupe Fadoul. Satellitenfernsehen, darunter die Programme der französischen Sender TV5MONDE und Canal+ Horizons, kann empfangen werden, ist allerdings nur fĂŒr wenige erschwinglich.

Das Radio ist das wichtigste Informationsmedium in Burkina Faso. Seit 1959 sendet das staatliche Radio der RTB, die außerdem den Sender Canal arc-en-ciel unterhĂ€lt. Zahlreiche private Radiostationen entstanden in den vergangenen Jahren, Horizon FM war bei seiner GrĂŒndung einer der ersten privaten Sender Westafrikas, es folgten unter anderem Ouaga FM oder Radio Pulsar. Zahlreiche konfessionelle Sender wie RED oder Radio Ave Maria bieten neben religiösen Themen auch Informationen fĂŒr die Landbevölkerung.

Zu den burkinischen Internetangeboten zĂ€hlen LeFaso.net, das eine Zusammenstellung von Zeitungsartikeln bietet[75] sowie www.fasozine.com, das als die erste Internettageszeitung Westafrikas gilt.[76] Die Zahl der regelmĂ€ĂŸigen Internetnutzer wird auf 30.000 geschĂ€tzt. Studien zufolge nutzen die Burkiner das Internet weniger zur Recherche von Informationen als zur Kommunikation per E-Mail oder Instant Messaging.[77]

KĂŒche

Soumbala ist ein typisches GewĂŒrz
Bissap ist ein beliebtes GetrÀnk aus den KelchblÀttern von Hibiscus sabdariffa
Getrocknete Raupen auf dem Markt von Orodara

Als Grundnahrungsmittel dienen vor allem Reis und tĂŽ, ein Brei, der aus Mais, Hirse oder Sorghum zubereitet wird. Dazu werden Soßen auf Basis von Tomaten, GemĂŒse, HibiskusblĂ€ttern, Okra, AffenbrotbaumblĂ€ttern oder Erdnussbutter gegessen, mit oder ohne Beigabe von Fleisch. Als riz gras/riz au gras wird Reis zusammen mit Tomaten und Zwiebeln gekocht.[78] Basis fĂŒr Gerichte sind auch Couscous aus Reis, Fonio oder Maniok, (AttiĂ©kĂ© benannt) oder der aus den KĂŒstenlĂ€ndern stammende Fufu (Maisbrei), der oft mit einer Soße aus den FrĂŒchten der Ölpalme (sauce graines)gegessen wird. Fleisch stammt zumeist von Rind, Hammel, Ziege, Huhn oder Perlhuhn, auch Wildfleisch von Savannentieren und Fisch werden gegessen. BrathĂ€hnchen sind sehr beliebt und als poulets tĂ©lĂ©visions („FernsehhĂŒhner“) bekannt. Sie sind so benannt, da sie am Straßenrand in rechteckigen GlaskĂ€sten gebraten werden. Frittierte Kochbananen werden Aloco genannt, außerdem gibt es frittierte SĂŒĂŸkartoffeln und Jamswurzel, die jeweils mit einer scharfen Soße serviert werden können. Bei einigen Ethnien gibt es samsa genannte Krapfen aus weißen Bohnen, auch Raupen werden in Burkina Faso gegessen.[79] Soumbala ist ein GewĂŒrz, das zum Beispiel bei den Lyela fĂŒr riz au soumbala verwendet wird.

ErfrischungsgetrĂ€nke sind Ingwer<b/>saft, Tamarinden<b/>saft, das Hirsemehlwasser zom-koom oder Bissap, ein GetrĂ€nk aus getrockneten RosellenblĂ€ttern. Im SĂŒdwesten, vor allem in Bobo-Dioulasso, gibt es auch Horchata, ein GetrĂ€nk aus Erdmandeln. Lokale alkoholische GetrĂ€nke sind das Hirsebier Dolo, Palmwein und Palmschnaps, der aufgrund seiner GefĂ€hrlichkeit allerdings verboten wurde.

Einheimische Biermarken sind Brakina und So.B.Bra., Mineralwassermarken unter anderem Lafi und Jirma.

Feiertage

Die 14 gesetzliche Feiertage in Burkina Faso sind, neben denen, die an nationale Ereignisse erinnern, zumeist religiöse Feste des Christentums und des Islams. Im Jahr 2000 wurden die Feiertage, die an Thomas Sankaras Revolution (4. August) und Sturz (15. Oktober) erinnerten, vom Parlament aus dem Kalender gestrichen. Burkina Faso ist das einzige Land weltweit, in dem der Internationale Frauentag zum gesetzlichen Feiertag erklĂ€rt wurde. Der 11. Dezember, der wie der 5. August die UnabhĂ€ngigkeit des damaligen Obervolta wĂŒrdigt, wurde eingefĂŒhrt, um die Feierlichkeiten in der Trockenzeit nach der Erntesaison stattfinden lassen zu können. Vor einiger Zeit wurde der Pfingstmontag als Feiertag gestrichen. FĂ€llt ein Feiertag auf einen Sonntag, wird der darauffolgende Montag arbeitsfrei.[80]

Datum Name Anmerkungen
1. Januar Jour de l'an Neujahr
3. Januar Commémoration du 3 janvier 1966 Sturz Maurice Yaméogos 1966
8. MÀrz Journée internationale de la femme Internationaler Frauentag
1. Mai FĂȘte du Travail Internationaler Tag der Arbeit
5. August Proclamation de l'Indépendance UnabhÀngigkeitserklÀrung 1960
15. August Assomption MariÀ Himmelfahrt
1. November Toussaint Allerheiligen
11. Dezember FĂȘte Nationale Nationalfeiertag
25. Dezember Noël Weihnachten
Variierend PĂąques Ostern
Variierend Ascension Christi Himmelfahrt
Variierend Mouloud (arab. mawlid an-nabī) Geburtstag Mohammeds
Variierend Tabaski (arab. ’īd al-’aឍā) Opferfest
Variierend Ramadan (arab. ’īd al-fiáč­r) Ramadanfest

Bildung

Die Alphabetisierungsrate in Burkina Faso betrĂ€gt rund 25 %.[81] Der Anteil der MĂ€nner ĂŒber 15, die lesen und schreiben können, ist wesentlich höher als der Anteil von Frauen.[81] Die Grundschulbildung ist durch vielschichtige Probleme gekennzeichnet. So ist z.B. die Unterrichtssprache immer noch Französisch, obwohl AnsĂ€tze zu einer bilingualen Ausbildung bestehen (Satellitschulen der UNESCO).[82] Viele Kinder im Grundschulalter gehen nicht zur Schule, doch die Schule ist nicht die einzige Ausbildungsmöglichkeit (traditionelle Bildung, Koranschulen, Einrichtungen von NGOs uvm.).[82][83] Es gibt UniversitĂ€ten, z.B. die UniversitĂ€t von Ouagadougou.[84]

Im Oktober 2011 wurde das "Operndorf Afrika" in der NĂ€he von Ouagadougou eröffnet und es steht unter dem Motto "Von Afrika lernen". [85] Nach dem Tod von Christoph Schlingensief fĂŒhrt seine Witwe Aino Laberenz seine Arbeit weiter.

Siehe auch

 Portal:Burkina Faso – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Burkina Faso

Literatur

Verwendete Literatur

WeiterfĂŒhrende Literatur

  • Erich Schmitz: Politische Herrschaft in Burkina Faso. Von der UnabhĂ€ngigkeit bis zum Sturz Thomas Sankaras, 1960–1987. Arnold-Bergstraesser-Institut, Freiburg 1990, ISBN 3-9801944-7-7
  • Raimund Hörburger, Helmut Nehr, Sabine Neuweg: Burkina Faso. Unterentwicklung und Selbsthilfe in einem Sahel-Land. Brandes & Apsel, Frankfurt 1991 ISBN 3-925798-49-8
  • Jacques Barrat, Derek El Zein, Nicolas Lambret: GĂ©opolitique du Burkina Faso. SEM, Paris 2008, ISBN 2-35764-044-8
  • Michel Izard: Moogo. L’émergence d'un espace Ă©tatique ouest-africain au XVIe siĂšcle. Karthala, Paris 2003, ISBN 2-84586-449-3
  • Gabriel Massa, YĂ©nouyaba Georges MadiĂ©ga: La Haute-Volta coloniale. Karthala, Paris 1995, ISBN 2-86537-480-7
  • RenĂ© Otayek, Michel Sawadogo, Jean-Pierre GuinganĂ©: Le Burkina entre rĂ©volution et dĂ©mocratie, 1983–1993. Karthala, Paris 1996, ISBN 2-86537-702-4
  • Salaka Sanou, Jean-Marie Grassin: La LittĂ©rature burkinabĂš. L’histoire, les hommes, les oeuvres. Presses universitaires de Limoges 2000, ISBN 2-84287-190-1
  • VladimĂ­r Sattran, Urbain Wenmenga: GĂ©ologie du Burkina Faso/Geology of Burkina Faso. Czech Geological Survey 2002, ISBN 80-7075-516-4
  • Auguste Ferdinand Kaboret, Oger KaborĂ©: Histoire de la musique moderne du Burkina Faso. GenĂšse, Ă©volution et perspectives. EDIPAP International 2004, ISBN 2-914707-31-2
  • Katrin Langewiesche: MobilitĂ© religieuse. Changements religieux au Burkina Faso. LIT 2003, ISBN 3-8258-5679-8
  • Marietta Mayrhofer-DeĂĄk: Sprache-Macht-Schule. Neokoloniale Erfahrungen in Burkina Faso. VDM Verlag, SaarbrĂŒcken 2009, ISBN 3-639-20159-0

Weblinks

 Commons: Burkina Faso â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Burkina Faso â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikiatlas Wikimedia-Atlas: Burkina Faso â€“ geographische und historische Karten

Einzelnachweise

  1. ↑ a b [1] (Abgerufen: 28. Juli 2011)
  2. ↑ Jules Kinda: Lexique. Français – MĂČorĂ©, MĂČorĂ© – Français. Ouagadougou 2003
  3. ↑ Verzeichnis der Staatennamen fĂŒr den amtlichen Gebrauch in der Bundesrepublik Deutschland (PDF-Datei; 100 KB) (Abgerufen: 18. Februar 2011)
  4. ↑ a b c d e f CIA World Factbook: Burkina Faso (englisch) In: Central Intelligence Agency (Herausgeber): CIA World Factbook: The World Factbook 2008 (englisch). Washington 2008, ISSN 1553-8133
  5. ↑ Ousmane NĂ©biĂ©: DĂ©gradation du milieu et amĂ©nagement dans le Plateau central, Burkina Faso. In: Berichte des Sonderforschungsbereiches 268. Band 7, Frankfurt am Main 1996, S. 149–177 (Abgerufen: 30. Januar 2008)
  6. ↑ Ben Yahmed, S. 63
  7. ↑ Ben Yahmed, S. 67–68
  8. ↑ Ben Yahmed, S. 68
  9. ↑ Adjima Thiombiano & Dorothea Kampmann (Hrsg.). Atlas de la BiodiversitĂ© de l'Afrique de l'Ouest. Tome II: Burkina Faso. Ouagadougou & Frankfurt am Main. 2010. ISBN 9783981393316
  10. ↑ Marco Schmidt: Pflanzenvielfalt in Burkina Faso. Analyse, Modellierung und Dokumentation. 2006
  11. ↑ Schmidt M, Thiombiano A, Zizka A, König K, Brunken U, Zizka G (2011) Geographical patterns of functional traits of grasses (Poaceae) in Burkina Faso, West Africa. African Journal of Ecology. doi:10.1111/j.1365-2028.2011.01283.x
  12. ↑ Yvan PerrĂ©: Liste des oiseaux du Burkina Faso. African Birds Club, 2006 (XLS-Datei; 102 KB)
  13. ↑ IRIN News, 29. Oktober 2007 (Abgerufen: 25. MĂ€rz 2008)
  14. ↑ Noraogo Dominique Nacanabo: Le Moogo au XIXe siĂšcle : aspect politique et administratif. In: MadiĂ©ga, Nao 2003, S. 341
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  51. ↑ http://www.welt-sichten.org/artikel/art-10-009/cm/verdeckter-einsatz.html
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  55. ↑ Verteidigungsministerium Burkina Fasos
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  59. ↑ In: Jeune Afrique. Nr. 2391, November 2006
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  61. ↑ vgl. WWF Hintergrundinformationen, Dezember 2005, Seite 3]
  62. ↑ In: The Africa Report. Africa in 2007. S. 109
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  65. ↑ [2] lefaso.net. 29. Dezember 2006
  66. ↑ Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  67. ↑ Offizielle Webseite der FESDIG aufgerufen 11. August 2011
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12.2666666667-2.06666666667Koordinaten: 12° N, 2° W

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