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Carbonate (fachsprachlich) oder Karbonate sind die Salze und Ester der KohlensĂ€ure (H2CO3). Von der zweiprotonigen (zweibasigen) SĂ€ure leiten sich zwei Reihen von Salzen ab. Die Hydrogencarbonate, die auch primĂ€re Carbonate genannt werden, mit der allgemeinen Formel MIHCO3 und die (sekundĂ€ren) Carbonate, mit der allgemeinen Formel MI2CO3. Die sekundĂ€ren Carbonate basieren auf dem zweifach negativ geladenen Carbonat-Ion CO32â. Zu den primĂ€ren Salzen, siehe Hydrogencarbonate.
Die Ester der KohlensĂ€ure mit der allgemeinen Strukturformel R1âOâC(=O)âOâR2, wobei R1 und R2 kohlenstoffhaltige Alkyl- oder Aryl-Reste sind, werden auch Carbonate genannt und unter KohlensĂ€ureester beschrieben. Polymere Carbonate haben die allgemeine Strukturformel (OâRâOâC(=O)â)n und werden unter Polycarbonate behandelt.
Von der in freier Form nicht existierenden OrthokohlensÀure (C(OH)4) leiten sich die OrthokohlensÀureester mit der Strukturformel C(OR)4 ab.
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Das Carbonat-Anion ist vollkommen planar gebaut, mit 120°-Bindungswinkeln zwischen den einzelnen Sauerstoff</b>atomen. Die AbstÀnde aller drei O-Atome zum zentralen Kohlenstoff</b>atom sind gleich und liegen mit etwa 130 pm zwischen der LÀnge von C-O-Einfachbindungen (143 pm) und C=O-Doppelbindungen (123 pm).[1]
Carbonate sind ionische Salze und deshalb bei Raumtemperatur in der Regel kristalline Feststoffe. Das Carbonat-Anion bringt keine Eigenfarbe in die Verbindungen ein, so dass deren Farbe ggf. durch das betreffende Kation bestimmt wird. Carbonate sind geruchlos. Mit Ausnahme der Alkali-Carbonate sind sie nur wenig wasserlöslich, so dass die meisten Metalle bei Reaktion mit Alkalicarbonaten ausgefÀllt werden.
Carbonate kommen ĂŒberall in der Natur vor, meist in Form verschiedener Minerale. In der Systematik der Minerale nach Strunz (9. Auflage) bilden sie zusammen mit den verwandten Nitraten eine gemeinsame Mineralklasse. In der veralteten 8. Auflage der Strunz'schen Systematik sowie in der im englischen Sprachraum gebrĂ€uchlichen Systematik der Minerale nach Dana sind zusĂ€tzlich noch die Borate mit in die Klasse aufgenommen.
Wichtige bzw. bekannte Vertreter der Carbonate sind unter anderem das Bariumcarbonat Witherit; die Calciumcarbonate Aragonit, Calcit und Vaterit; das Eisencarbonat Siderit (Eisenspat); die basischen Kupfercarbonate Azurit und Malachit; das Magnesiumcarbonat Magnesit; das Mangancarbonat Rhodochrosit (Manganspat); die Natriumcarbonate Gaylussit, Natrit, Pirssonit, Soda und Trona sowie das Zinkcarbonat Smithsonit (Zinkspat).[2] Weitere Vertreter der Carbonatfamilie sind Dolomit (Calciummagnesiumcarbonat) und die in der Natur nur als Stoffgemisch bekannte âPottascheâ (Kaliumcarbonat). Die Gesamtmenge der in der LithosphĂ€re enthaltenen Carbonate betrĂ€gt etwa 2,9·1016 t.[1]
Weiterhin enthĂ€lt auch die HydrosphĂ€re der Meere, Seen und FlĂŒsse groĂe Mengen gelöster Carbonate und nahezu alle Lebewesen tragen sowohl gelöste Carbonate in sich oder benutzen unlösliche Carbonate als GerĂŒstsubstanz.
Magnesit, als Roh- und Trommelstein
Diese Reaktion spielt sich bei der Lösung von Kalkstein in kohlensÀurehaltigem Grundwasser ab. Sie ist der Ursprung der WasserhÀrte.
Dies ist die Reaktion bei der Herstellung von Branntkalk.
Siehe auch: Carbonat-Silicat-Zyklus
Die Carbonationen reagieren mit Wasser zu Hydrogencarbonat- und Hydroxidionen. Es handelt sich dabei um eine SĂ€ure-Base-Reaktion.
Dieses Gleichgewicht liegt zwar auf der linken Seite, durch die erhöhte Konzentration an Hydroxidionen reagieren Lösungen von Carbonaten aber deutlich alkalisch.
Carbonat-Ionen (CO32â) lassen sich durch Zugabe von SalzsĂ€ure nachweisen, bei der Kohlenstoffdioxid entsteht:
Kohlenstoffdioxidgas wird in die Nachweisreagenz Kalk- oder Barytwasser geleitet. Dort erzeugt es eine weiĂe TrĂŒbung von Calcium-- bzw. Bariumcarbonat:
Der quantitative Nachweis geringer Carbonatkonzentrationen in WĂ€ssern erfolgt zusammen mit der Bestimmung von Hydrogencarbonaten oft durch eine Titration mit SalzsĂ€ure ("SBV"): weist das Messgut zu Beginn einen pH-Wert ĂŒber 8,3 auf, so ist der SalzsĂ€ureverbrauch bis zum Erreichen von pH 8,3 Ă€quivalent der Carbonatkonzentration. Der weitere SĂ€ureverbrauch bis zum Erreichen von pH 4,3 entspricht der Summe von Carbonat und Hydrogencarbonat. Bei WĂ€ssern mit pH-Werten unter 8,3 titriert man gleich nur bis 4,3 (nur noch Hydrogencarbonat) und errechnet den ursprĂŒnglichen, dann sehr geringen Anteil an Carbonat-Ionen aus dem Dissoziationsgleichgewicht der KohlensĂ€ure.
Carbonate und Hydrogencarbonate können auch durch Ionen-HPLC oder durch Kapillarelektrophorese bestimmt werden. In beiden FĂ€llen wird ein "Gesamtcarbonat" ermittelt und die Komponenten Carbonat, Hydrogencarbonat und "Freie KohlensĂ€ure" unter BerĂŒcksichtigung von pH-Wert, IonenstĂ€rke und Temperatur wiederum aus dem Dissoziationsgleichgewicht der KohlensĂ€ure errechnet.