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Die Chachapoya sind ein prähistorisches Andenvolk (indigene Völker Südamerikas). Der Name wurde ihnen von den Inka gegeben und bedeutet in Quechua Wolkenmenschen oder Nebelkrieger.
Inhaltsverzeichnis |
Ab wann man genau von einer Chachapoya-Kultur sprechen kann, ist ungewiss. Um etwa 800 n. Chr. errichteten sie die Festung von Kuelap wahrscheinlich als Schutz gegen die vordringenden Wari (spanisch: Huari), welche die Chachapoya selbst nie unterwarfen. Vermutlich waren sie in einem losen Staatenverbund organisiert.
Erst die Inka unterwarfen die Chachapoya um 1475, kurz vor Eintreffen der Spanier. Damals müssen sie noch etwa 500.000 Menschen gezählt haben. Ein großer Teil der Bevölkerung wurde deportiert, teilweise bis Cusco.
60 Jahre später verbündeten sich die Reste des Volkes mit den Spaniern gegen die Inka.
1549, 17 Jahre nach Eintreffen der Spanier, war die Gesamtbevölkerung durch Masern und Pocken auf 90.000 gesunken. Kurz darauf starben sie aus.
1965 entdeckte der Archäologe Federico Kauffmann-Doig die Purunmachus (Alte Männer) genannten Lehmfiguren, Sarkophage der Chachapoya. Bis zu dreißig davon etwa 60 - 110 cm groß, stehen in engen Felsnischen der Anden. Sie stellen die Verbindung zu den Ahnen dar.
In den 1990er Jahren wurde im Nordosten Perus, in der Nähe des Kondorsees eine größere Begräbnisstätte mit mumifizierten Leichen gefunden. In diesen und früher entdeckten Gräbern der Chachapoya waren die Toten, die vorher nach Chachapoya-Art begraben waren, ausgegraben und neu, nach Inka-Art bestattet worden – vielleicht um den Widerstand der Chachapoya gegen die Inka zu brechen.
Im Jahre 2004 entdeckte ein Forschungsteam unter der Leitung des US-Wissenschaftlers Gene Savoy bei Ocumal in der Provinz Luya eine riesige Stadtanlage, die sich über mindestens 65 Quadratkilometer erstreckt, umgeben von einer mit Wachttürmen bestückten Mauer. Insgesamt bestehe die Stadt auf den Hügeln längs des Flusses Huabayacu aus mindestens sechs Anlagen, die mit gepflasterten Wegen miteinander verbunden sind. Die Stadt wurde Gran Saposoa benannt.
Eine bedeutende Festung der Kultur ist das in der Nähe der Stadt Chachapoyas liegende Kuelap. Nicht weit davon entfernt wurden vor kurzem die Grabfiguren von Karajia entdeckt. Einige der weiter südlich im Nationalpark RÃo Abiseo gelegenen archäologischen Ausgrabungsstätten werden ebenfalls der Chachapoya-Kultur zugerechnet.
Die Chachapoyas wurden von den Inka als „große, hellhäutige Krieger mit hellem Haar“ beschrieben, was von einigen Forschern und vielen Laien als „blond und weißhäutig“ interpretiert und dann als Beweis für eine europäische Herkunft herangezogen wurde. Diese Interpretation der Quellen tauchte aber erst später auf, als die Chachapoyas bereits als ausgestorben galten. Tatsächlich ist aber in den Berichten der spanischen Eroberer, die sich mit den Chachapoyas im Kampf gegen die Inka verbündeten, nie von „blonden Indianern“ die Rede. Der spanische Konquistador und Chronist Pedro de Cieza de León beschrieb die Chachapoyas als "die weißesten und ansehnlichsten Menschen", die er in Südamerika gesehen habe, wobei die Einschränkung "in Südamerika" unterschiedliche Auslegungen zulässt. Wahrscheinlich ist, dass sie sich in ihrem Äußeren nur soweit von den übrigen Andenvölkern dieser Gegend unterschieden, dass die Inka und die Konquistadoren dies als Unterscheidungsmerkmal heranzogen. Ähnliches kann man auch in Europa selbst beobachten, wo die von der arabischen Halbinsel stammenden islamischen Eroberer Spaniens, die Mauren, allgemein als dunkelhäutig bezeichnet wurden.