|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
Die Champagne [ʃɑ̃ˈpaɲ] ist eine historische Landschaft im nordöstlichen Frankreich. Sie gehört heute zur politischen Region Champagne-Ardenne.
Die Champagne ist berühmt für den Champagner, der seit dem 17. Jahrhundert in der heutigen Form gekeltert wird – Weinbau gibt es hier schon seit der Römerzeit. Nur Schaumwein aus der Champagne darf dem Champagnerparagraphen entsprechend Champagner genannt werden, alles andere ist Crémant bzw. auf deutsch Schaumwein.
Inhaltsverzeichnis |
Obwohl Champagner das international bekannteste Erzeugnis der Region ist, machen Weinberge nur einen kleinen Teil ihrer landwirtschaftlichen Nutzfläche aus, konzentriert an Talflanken und anderen Berghängen im Westen (Marnetal, Montagne de Reims) und Südosten. Der weitaus größte Teil ist Ackerland, welches auch namengebend war (altfrz. champs [tʃɑ̃mps] = „Feld“ von lateinisch campus).
Die Champagne grenzt im Westen an die Picardie und an die Île-de-France, im Süden an Burgund und Franche-Comté und im Osten an Lothringen.
Die wichtigsten Flüsse der Champagne entspringen in den Bergländern ihres Ostrandes und durchfließen sie etwa parallel zueinander in einem großen Bogen erst mehr nordwärts, dann mehr westwärts. Von Norden nach Süden sind dies
Zwischen Aisne und Marne fließen parallel dazu die in der Trockenen Champagne (s.u.) entspringenden Flüsse Retourne, Suippe und Vesle. Die Somme-Soude, die Tourbe und andere kleinere Flüsse fließen teilweise oder ganz quer zu dieser Hauptrichtung. Trotz der namengebenden Trockenheit gibt es im Südwesten der 'Champagne sèche' ein bedeutendes Sumpfgebiet, den Marais de Saint Gond, Quellgebiet des Petit Morin.
Die Champagne umfasst drei verschiedene Landschaftscharaktere:
Die traditionellen Bauernhäuser der Champagne, besonders häufig noch in der Gegend um Troyes anzutreffen, oft als Teil von Mehrseithöfen. Auffällig sind das typisch westeuropäische Fachwerk mit schmalen hohen Fächern (im Gegensatz zu den beinahe quadratischen des mitteleuropäischen Fachwerks) und die geringe Dachneigung.
Die wichtigsten Städte der Champagne sind Reims, Épernay, Troyes, Langres, Rethel, Vitry-le-François und Châlons-en-Champagne (früher Châlons-sur-Marne).
In der Antike war die Champagne Siedlungsgebiet der keltischen Catalauni. Nach der Eroberung Galliens (58-51 v. Chr.) durch Gaius Julius Caesar, wurde sie Teil der römischen Provinz Gallia Belgica. In der Niedergangszeit des römischen Reiches beendete hier in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern 451 der römische Feldherr Flavius Aëtius den Vormarsch der Hunnen unter Attila. [1].
Überliefert sind die Taufen des ersten christlichen Frankenkönigs Chlodwig I. (496), durch den heiligen Remigius von Reims, und später Ludwigs des Frommen (816). Neben Saint-Denis wurde Reims zum bedeutenden religiösen Zentrum Frankreichs, sämtliche französischen Könige wurden in der Kathedrale zu Reims gekrönt und gesalbt. Während des Mittelalters bildete die Champagne eine Grafschaft, deren Grafen zu den mächtigsten Fürsten Frankreichs gehörten. Durch die großen Messen wurde die Region eine der wirtschaftlich bedeutendsten ganz Europas.
Das Wappen der Champagne, welches auch die heutige Region Champagne-Ardenne repräsentiert, entspricht dem Wappen der Grafen.
Im Ersten Weltkrieg verlief die Front zwischen den deutschen und alliierten Truppen nördlich der Linie Reims–Sainte-Menehould–Verdun durch die „Lausechampagne“ (da es dort nur Ackerbau gab und keinen Weinanbau wie zwischen Reims und der Marne). Nach dem Erstarren der Front im Herbst 1914 folgten verlustreiche Schlachten (September 1914: Marneschlacht, Februar/März 1915: Schlacht in der Champagne, September/Oktober 1915: Herbstschlacht, April 1917: Schlacht um das Massiv des Mont Cornillet, September/Oktober 1918: Alliierte Offensive), bis auf den Endkampf 1918 ohne nennenswerte Frontverschiebungen (siehe auch Schlacht um Verdun). Noch heute zeugen dort viele Friedhöfe und Denkmäler vom Krieg. Ein wesentlicher Teil des alten Schlachtfeldes wird heute als Truppenübungs- und Bombenabwurfplatz der französischen Armee genutzt, kann jedoch alle zwei Jahre öffentlich besichtigt werden.