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Die Chloroplasten (von altgriechisch ÏλÏÏÏÏ chlĆrĂłs âgrĂŒnâ und altgriechisch ÏλαÏÏÏÏ plastĂłs âgeformtâ) sind Organellen der Zellen von GrĂŒnalgen und höheren Pflanzen, die Photosynthese betreiben. Bei höheren Pflanzen können aus den photosynthetisch aktiven Chloroplasten durch Differenzierung Chromoplasten, Leukoplasten (Amyloplasten, Elaioplasten), Etioplasten und Gerontoplasten hervorgehen (zusammengefasst als Plastiden).
Inhaltsverzeichnis |
Ăhnlich wie Mitochondrien besitzen Chloroplasten sowohl eine eigene DNA als auch eigene Ribosomen und zwei Biomembranen als HĂŒlle. In ihrem Innern befindet sich als plasmatische Phase das Stroma. Das Stroma wiederum wird von Thylakoidmembranen durchzogen â Abkömmlingen der Innenmembran. Mit Ausnahme vieler phototropher Protisten sind in den Chloroplasten der höheren Phototrophen an etlichen Stellen flache, runde AusstĂŒlpungen dieser Membranen âgeldrollenartigâ ĂŒbereinandergelagert. Einen solchen Thylakoidstapel nennt man Granum (pl. Grana). In die Membranen der Thylakoide sind verschiedene Pigmente eingelagert, vor allem der grĂŒne Farbstoff Chlorophyll. Besonders viel davon findet sich in den Membranen der Grana, weshalb diese intensiv grĂŒn gefĂ€rbt erscheinen. Die Pigmente können Licht bestimmter WellenlĂ€ngen absorbieren und die aufgenommene Energie wird zur Produktion von ATP aus ADP und Phosphat genutzt (siehe Phototrophie). ATP dient als EnergieĂŒbertrĂ€ger zum Aufbau von Glucose bzw. StĂ€rke aus CO2 und Wasser.
Die Biogenese dieser drei Membransysteme erklĂ€rt die Tatsache, dass der Protonengradient bei Chloroplasten ĂŒber die Thylakoidmembran aufgebaut wird (das Thylakoid-Innere weist ein saures Milieu auf), wĂ€hrend bei Mitochondrien der Intermembranraum (Bereich zwischen Innen-und AuĂenmembran) mit Protonen beladen wird. Analog ist die ATP-Synthase (alias FoF1-ATPase) bei Chloroplasten ein in die Thylakoidmembran eingebettetes Enzym (CF1-Teil ragt ins Stroma), bei Mitochondrien ein Bestandteil der Innenmembran (F1-Teil der Matrix zugewandt). Bei beiden Systemen wird ATP also an die Matrix/das Stroma abgegeben. Im Gegentausch zu ADP kann es in das Cytosol der Zelle gelangen.
Der strukturelle Aufbau eines Chloroplasten gleicht dem eines Cyanobakteriums (Blaualge). Er besitzt wie dieses ein ringförmig strukturiertes DNA-Genom und eine eigene Proteinsynthese. Der Aufbau der hierbei aktiven Ribosomen ist identisch mit denen in Cyanobakterien. Ein weiteres Argument ist die eigenstĂ€ndige âVermehrungâ der Chloroplasten ohne eine strukturelle Koppelung an die Zellteilung der umgebenden Eukaryontenzelle.
Dies hat zu der Endosymbiontentheorie gefĂŒhrt, die besagt, dass Chloroplasten sich als endosymbiotische Cyanobakterien und Mitochondrien als endosymbiotische Bakterien entwickelt haben. Im Zuge der Evolution und Eingliederung des cyanobakteriellen VorlĂ€ufers der Chloroplasten in die âWirtszelleâ kam es zu diversen Anpassungen.
Hierzu zĂ€hlt unter anderem die Anpassung des Chloroplastengenoms. Die GröĂe des Genoms sank von ca. 3,5 Mio. Basen auf 120â160 kb. ZusĂ€tzlich bildete sich eine vierteilige Struktur des Genoms heraus, die in den meisten photosynthetischen Organismen zu finden ist. Hierbei handelt es sich um zwei gegenlĂ€ufige Kopien, die von einmaligen StĂŒcken unterbrochen werden, wobei die GröĂen der drei unterschiedlichen DNA-Regionen speziesabhĂ€ngig bis hin zum vollstĂ€ndigen Verlust der kopierten Regionen variieren können. Die Verkleinerung des Genoms ging mit dem Verlust genetischer Informationen und Transfers in den Zellkern einher. Gleichzeitig entwickelte sich eine komplexe Maschinerie zum Import von Proteinen aus dem Zytosol in den Chloroplasten (Tic, Toc). So findet man ca. 2000 Proteine im Chloroplasten, wobei nur 100 Gene im Genom zu finden sind. Die Gene kodieren fĂŒr Produkte, die sich grob in zwei Kategorien einteilen lassen: Aufrechterhaltung des genetischen Apparats (DNA-Polymerase, tRNAs und rRNAs) und Aufrechterhaltung der photosynthetischen KapazitĂ€t (Photosystemkomponenten und weitere Proteine). Bisher ist nicht vollstĂ€ndig geklĂ€rt, wie die Synchronisation der Expression zwischen Kern und Chloroplasten erfolgt. Dies ist notwendig, da in allen Proteinkomplexen im Chloroplasten plastidĂ€r und nukleĂ€r kodierte Produkte zusammengesetzt werden.
Lange Zeit war unbekannt, wie Chloroplasten sich teilen und ihre Form verĂ€ndern. Heute weiĂ man, dass auch Bakterien ein Zytoskelett besitzen, dessen Proteine evolutionĂ€re VorlĂ€ufer des eukaryotischen Zytoskeletts sind. Aus Versuchen am Laubmoos Physcomitrella patens (unter anderem mit Knockout-Moosen) ist bekannt, dass die FtsZ-Proteine, die Tubulin-Homologen, nicht nur die Teilung der Chloroplasten bewirken [1], sondern auch ein komplexes Netzwerk in den Chloroplasten ausbilden können. Da diese Netzwerke stark an das Zytoskelett erinnern, prĂ€gte Ralf Reski 2000 den Begriff âPlastoskelettâ fĂŒr diese Struktur und postulierte, dass sie Ă€hnlich komplexe Funktionen in den Plastiden ausfĂŒllt, wie das Zytoskelett fĂŒr die gesamte Zelle.[2][3]