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Chlortrifluorid

Strukturformel
Struktur von Chlortrifluorid
Allgemeines
Name Chlortrifluorid
Andere Namen

Chlor(III)-fluorid

Summenformel ClF3
CAS-Nummer 7790-91-2
PubChem 24637
Kurzbeschreibung

farbloses Gas[1]

Eigenschaften
Molare Masse 92,45 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte

3,57 kg·m−3 (Gasdichte bei 0 °C)[1]

Schmelzpunkt

−76,31 °C[1]

Siedepunkt

11,8 °C[1]

Dampfdruck

1,42 kPa (20 °C)[1]

Löslichkeit

hydrolysiert in Wasser[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
03 – Brandfördernd 04 – Gasflasche 05 – Ätzend 06 – Giftig oder sehr giftig

Gefahr

H- und P-SĂ€tze H: 330-270-314-280
EUH: 071
P: 260-​280-​244-​220-​304+340-​303+361+353-​305+351+338-​370+376-​405-​403Vorlage:P-SĂ€tze/Wartung/mehr als 5 SĂ€tze [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
Brandfördernd Giftig Ätzend
Brand-
fördernd
Giftig Ätzend
(O) (T) (C)
R- und S-SĂ€tze R: 9-23-35
S: 17-26-36-45
Soweit möglich und gebrÀuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Chlortrifluorid ist eine Interhalogenverbindung. Es handelt sich um ein farbloses, giftiges, stechend riechendes, Ă€tzendes Gas, das in feuchter Luft weiße Nebel entwickelt. Es ist wie alle Interhalogenverbindungen sehr reaktionsfreudig.

Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Geometrie des Chlortrifluorid-MolekĂŒls

Chlortrifluorid ist ein farbloses bis hellgelbes Gas, das bei ca. 12 Â°C in den flĂŒssigen Zustand ĂŒbergeht und bei −76,3 Â°C erstarrt. Das Gas hat in verdĂŒnnter Form einen sĂŒĂŸlichen, in höherer Konzentration stark reizenden Geruch. Mit Wasser reagiert Chlortrifluorid unter Sauerstofffreisetzung. Chemisch verhĂ€lt sich Chlortrifluorid wie ein starkes Oxidationsmittel, es greift Metalle unter Fluoridbildung an. Die weitere Reaktion mit Metallen hĂ€ngt davon ab, ob die gebildete Fluoridschicht stabil ist; bei Kupfer ist dies der Fall, so dass die Herstellung in KupfergefĂ€ĂŸen erfolgt. Nichtmetalle bilden keine Schutzschicht, sondern werden in Brand gesetzt.

Chlortrifluorid greift auch die FĂŒllstoffe der Atemschutzfilter (Aktivkohle) an.

Verwendung

Chlortrifluorid kann zur Fluorierung verwendet werden.[3] DarĂŒber hinaus wird es, zur Erhöhung der Verbrennungstemperatur, Schweißgasen zugesetzt und wurde im Zweiten Weltkrieg unter der Deckbezeichnung „N-Stoff“ in Deutschland produziert, wobei die Verwendung als Kampfstoff oder als brandstiftendes Mittel in ErwĂ€gung gezogen wurde. Der hohe Energiegehalt der Verbindung und ihr Siedepunkt legen den Einsatz als lagerfĂ€higer, hochenergetischer Oxidator in der Raketentechnik nahe, jedoch kam diese Anwendung aufgrund von Handhabungsproblemen nie ĂŒber das Versuchsstadium heraus.[4] Aufgrund der leichteren Handhabung im Vergleich mit Fluor wird es als Fluorierungsmittel in der Uranhexafluorid-Herstellung verwendet.

Toxikologie

Als Inhalationsgift wirkt es auf den gesamten Atemtrakt. Die Folgen sind AufblĂ€hungen und Schwellungen der Lunge, VerĂ€tzungen der oberen Atemwege bis hin zur eitrigen Bronchitis. Hohe Konzentrationen fĂŒhren zu starkem Reizhusten und schwersten LungenschĂ€digungen. Gasförmiges Chlor(III)-fluorid greift die Augen sehr stark an; die SchĂ€digungen fĂŒhren zur HornhauttrĂŒbung.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d e f g h Eintrag zu CAS-Nr. 7790-91-2 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 22. MĂ€rz 2011 (JavaScript erforderlich).
  2. ↑ Produktdatenblatt von Chlortrifluorid (Air Liquide).
  3. ↑ Eintrag ĂŒber die Chlorfluoride in der Onlineversion des Römpp Chemielexikons (kostenpflichtige Registrierung erforderlich)
  4. ↑ John D. Clark: Ignition! An Informal History of Liquid Rocket Propellants. Rutgers University Press, Piscataway, NJ, 1972, S. 214ff.
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