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Chlorwasserstoff

Strukturformel
Struktur von Chlorwasserstoff
Allgemeines
Name Chlorwasserstoff
Andere Namen
  • SalzsĂ€ure wasserfrei
  • Hydrogenchlorid (IUPAC)
  • SalzsĂ€uregas
  • Wasserstoffchlorid
  • Chloran
Summenformel HCl
CAS-Nummer 7647-01-0
PubChem 313
Kurzbeschreibung

farbloses, stechend riechendes Gas[1]

Eigenschaften
Molare Masse 36,46 g·mol–1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte

1,64 kg·m–3 (Gasdichte, 0 Â°C)[1]

Schmelzpunkt

-114,8 °C[1]

Siedepunkt

-85,03 °C[1]

Dampfdruck

4,26 MPa (20 Â°C)[1]

pKs-Wert

−6,2[2]

Löslichkeit

720 g·l−1 in Wasser (20 Â°C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
04 – Gasflasche 06 – Giftig oder sehr giftig 05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-SĂ€tze H: 280-331-314
EUH: 071
P: 260-​280-​304+340-​303+361+353-​305+351+338-​315-​405-​403Vorlage:P-SĂ€tze/Wartung/mehr als 5 SĂ€tze [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung aus RL 67/548/EWG, Anh. I [3]
Giftig Ätzend
Giftig Ätzend
(T) (C)
R- und S-SĂ€tze R: 23-35
S: (1/2)-9-26-36/37/39-45
MAK

3,0 mg·m–3[1]

Soweit möglich und gebrÀuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Chlorwasserstoff (systematisch auch als Wasserstoffchlorid oder Hydrogenchlorid bezeichnet) ist ein farbloses, stechend riechendes Gas, das in Wasser gelöst SalzsÀure (ChlorwasserstoffsÀure) bildet. Chlorwasserstoff ist selbst ebenfalls eine SÀure. Die Summenformel lautet HCl.

Inhaltsverzeichnis

Gewinnung und Darstellung

Hergestellt wird Chlorwasserstoff im Labor aus konzentrierter SchwefelsÀure und Natriumchlorid:

<math>\mathrm{2 \; NaCl + H_2SO_4 \rightarrow Na_2SO_4 + 2 \; HCl}</math>
Natriumchlorid und SchwefelsÀure reagieren zu Natriumsulfat und Chlorwasserstoff

Statt der Verwendung von SchwefelsĂ€ure kann auch Natriumhydrogensulfat benutzt werden. Dazu wird ein Gemisch aus Natriumchlorid und Natriumhydrogensulfat trocken erhitzt. Um die Reaktion in Gang zu halten, muss hierbei das entstehende Chlorwasserstoffgas abgefĂŒhrt werden.

In der chemischen Industrie fĂ€llt Chlorwasserstoff hauptsĂ€chlich als Nebenprodukt bei der Chlorierung organischer Verbindungen an oder wird mit der Chlorknallgasreaktion (ZĂŒndung eines Gemisches aus Wasserstoff und Chlor beispielsweise durch Belichtung) gewonnen.

<math>\mathrm{H_2 + Cl_2 \rightarrow 2 \; HCl}</math>
Wasserstoff und Chlor reagieren zu Chlorwasserstoff

Eigenschaften

Die systematische Bezeichnung Wasserstoffchlorid bringt mit der Silbe -chlorid zum Ausdruck, dass das Chloratom in der MolekĂŒlverbindung eine negative Partialladung trĂ€gt, Ă€hnlich wie nach Chloridionen, die eine negative Ionenladung besitzen.

Chlorwasserstoff hat eine leicht höhere Dichte als Luft. In einem Liter Wasser lösen sich bei 0 Â°C unter ErwĂ€rmung 520 L, das entspricht 850 g HCl-Gas, Bei 20 Â°C lösen sich in einem Liter Wasser 442 Liter Chlorwasserstoff. An feuchter Luft bildet HCl-Gas Nebel aus feinen SalzsĂ€ure-Tröpfchen.

Seine WĂ€rmekapazitĂ€t cp betrĂ€gt 799 J/(kg K).

Biologische Bedeutung

Chlorwasserstoff ist Bestandteil des Magensaftes allesfressender Tiere und bewirkt auch im menschlichen Magen die Denaturierung der Nahrung.

Verwendung

Neben der vielfÀltigen Verwendung als SÀure findet reiner Chlorwasserstoff Verwendung als Chlorierungsmittel in der Oxychlorierung von Ethen zu Vinylchlorid.

Sicherheitshinweise

Chlorwasserstoff ist Ă€tzend und in hohen Konzentrationen giftig. Vergiftungen sind jedoch sehr selten. Beim Einatmen können Reizungen der SchleimhĂ€ute und der Atemwege auftreten, die zu einer akuten Bronchitis oder LungenentzĂŒndung fĂŒhren können. Bei Kontakt mit Haut und Kleidung lĂ€sst sich die SĂ€ure mit Wasser gut und restlos auswaschen.

Weblinks

 Commons: Chlorwasserstoff â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d e f g h Eintrag zu Chlorwasserstoff in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 10.5.2011 (JavaScript erforderlich)
  2. ↑ Robert Anthony Robinson, Roger G. Bates: Dissociation constant of hydrochloric acid from partial vapor pressures over hydrogen chloride-lithium chloride solutions. In: Analytical Chemistry, 43(7), 1971, S. 969-970
  3. ↑ a b Eintrag zu CAS-Nr. 7647-01-0 im European chemical Substances Information System ESIS (ergĂ€nzender Eintrag)
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