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Der Chorus ist in der Tontechnik ein Effekt, der einen Ton so ausprĂ€gt, als wĂŒrde gleichzeitig ein zweiter Ă€hnlicher Ton mitklingen und sich dabei im Raum bewegen.
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Der Effekt ist auch in der natĂŒrlichen Akustik zu finden, wie etwa bei solchen Zupfinstrumenten, deren Saiten in einstimmigen Paaren aufgespannt sind (obere Saitenpaare bei Bouzouki, 12-saitiger Gitarre etc.), sowie beim Klavier, dessen HĂ€mmer jeweils drei Saiten zugleich anschlagen, oder bei Dudelsack und Orgel, wenn mehrere Ă€hnliche Pfeifen miteinander ertönen. Ebenso hörbar ist der Effekt bei einem gut eingeĂŒbten Chor â woher der Effekt auch seinen Namen hat.
Wenn zwei Klangquellen zur gleichen Zeit exakt dieselbe Tonhöhe haben, ergibt sich kein Chorus-Effekt; eine bloĂe Kopie der Originalquelle reicht also nicht aus. Erst wenn die Tonhöhe der Kopie ein wenig von der originalen abweicht, entsteht der Eindruck der Verdoppelung und der Schwebung. Daher sind bei den oben genannten Beispielen die Saiten und Stimmen innerhalb ihrer Gruppen absichtlich leicht verstimmt, jedoch nur so minimal, dass der menschliche Zuhörer die Verstimmung nicht als falsch empfindet.
Nach diesem Verstimmungs-Prinzip lĂ€sst sich auch mit einem einfachen natĂŒrlichen Echo einen Chorus-Effekt erzielen, vorausgesetzt, die originale Klangquelle variiert mit der Zeit ihre Tonhöhe dergestalt, dass zum Zeitpunkt des Echo-Eintritts die beiden Klangquellen, also Original und Echo, nicht mehr dieselbe Tonhöhe haben. Dieses Prinzip ist zudem umkehrbar: das Echo variiert seine Tonhöhe, wĂ€hrend das Original konstant bleibt; dies ist der Fall, wenn Windböen die relative Schallgeschwindigkeit des Echos beschleunigen oder abbremsen. Solche modulierten Echos werden allerdings nur im weiten Sinn als Chorus bezeichnet, im engen Sinn ist der Chorus ein Effekt ohne hörbares Echo.
Voll zum Tragen kommt der Chorus nur bei stimmhaften und langen Tönen, da es mindestens etwa einer Viertel Sekunde bedarf, bis die typischen Schwebungen zur Geltung kommen.
Ăhnlich wie der Flanger erzeugt der Chorus von der zu bearbeitenden Klangquelle ein zeitversetztes Duplikat; der Chorus verzögert dies um etwa 15 Millisekunden. Dieses verzögerte Duplikat wird dem Original zugemischt. Die Verzögerung kann sowohl mittels Software in Audioprogrammen, als auch mit digitaler oder analoger Elektronik hergestellt werden, ebenso mit analoger Tonbandtechnik. Anders als beim Flanger, der kĂŒrzere Verzögerungszeiten verwendet, sind beim Chorus die Phasenauslöschungen und -anhebungen nur schwach, das heiĂt, die typischen âjet-artigenâ KlangverfĂ€rbungen des Flangers (Kammfilter-Effekte) treten beim Chorus weniger deutlich hervor. Jedoch ist die Verzögerung beim Chorus immer noch so kurz, dass der Hörer kein Echo erkennt, sondern Original und Duplikat als zeitgleich empfindet (die menschliche Echo-Schwelle liegt oberhalb von etwa 25 Millisekunden).
Der Kern des Effekts liegt darin, dass das verzögerte Signal in periodischen AbstĂ€nden beschleunigt und wieder abgebremst wird. Dieser Vorgang heiĂt Modulation. WĂ€hrend der Beschleunigung ist die Tonhöhe höher als beim Original, wĂ€hrend des Abbremsens niedriger. So entsteht die gewollte leichte Verstimmung zwischen verzögertem und originalem Signal.
Die Modulation der Zeitverzögerung kann grafisch als Welle dargestellt werden, etwa als Sinus- oder Dreieckwelle. Wellengrafiken sind ĂŒblicherweise auch auf den Beschriftungen der ChorusgerĂ€te zu finden, allerdings beschreiben diese meist nicht den Verlauf der Zeitverzögerung, sondern den der resultierenden Tonhöhe. Beispielsweise ist beim Boss CE-1 Chorus Ensemble der japanischen Firma Roland eine Rechteckwellenform angegeben, sprich: der Ton ist abwechselnd stetig hoch und stetig tief. Erzeugt wird dies mittels einer Dreieckwelle in der Zeitverzögerungs-Modulation. Bei stetiger VerkĂŒrzung der Verzögerungszeit bleibt der Ton stetig hoch; bei stetiger VerlĂ€ngerung ist er stetig tief; und ohne ZeitverĂ€nderung bleibt die Tonhöhe original. Dieses Prinzip ist identisch mit dem Doppler-Effekt.
Das fĂŒr die Modulation zustĂ€ndige Bauteil wird als LFO (Low Frequency Oscillator) bezeichnet. Manche Chorus-Modelle verfĂŒgen ĂŒber mehr als einen LFO. So lĂ€sst sich zum Beispiel mit einem langsamen LFO, ĂŒberlagert von einem zweiten schnelleren LFO, in der Summe eine turbulentere, verschlungenere Modulationskurve erzeugen.
Viele Chorus-Modelle bieten die Möglichkeit, den Schwebe-Effekt in Stereo abzubilden. Dabei liegt am linken und rechten Ausgang zwar jeweils die gleiche Mischung aus originalem und verzögertem Signal an, aber bei einem der beiden StereokanÀle ist das verzögerte Signal phasenverkehrt zugemischt.
Bei Bassfrequenzen kann eine Verzögerungszeit von 15 Millisekunden zu unerwĂŒnscht starken Phasenauslöschungen fĂŒhren. Eine halbe Wellenphase von 15 Millisekunden Dauer entspricht, bei ganzer PhasenlĂ€nge, einer Frequenz von 33 Hertz, also einem fĂŒr Bassinstrumente wichtigen Grundton. Dieser, und gemÀà der Modulation auch die angrenzenden Töne, werden vom Chorus ausgelöscht. Um das zu vermeiden, gibt es spezielle Chorus-Modelle fĂŒr Bassgitarren; hierbei wird, mittels Hochpass, nur das höhere Frequenzspektrum vom Chorus verarbeitet, das tiefere bleibt unbehandelt.
Der wesentliche Unterschied zum Flanger liegt darin, dass der Chorus mehr auf Stimmenverdoppelung als auf Timbre-VerfĂ€rbung zielt; beim Flanger ist diese Gewichtung umgekehrt. AuĂerdem gehört zum Flanger eine Feedbackfunktion, die das verzögerte Signal erneut in den Effekt-Eingang senden kann; der Chorus besitzt diese Funktion nicht.
Ferner lÀsst sich ein chorus-Àhnlicher Effekt auch mit einem leicht verstimmten Pitch Shifter erzeugen.
Choruseffekte lassen sich mit Soft- und Hardware erzeugen. In Hardware ist der Chorus ĂŒblicherweise Bestandteil von MultieffektgerĂ€ten in 19-Zoll-GehĂ€usen, oder als BodeneffektgerĂ€t mit FuĂschalter erhĂ€ltlich.
In der Form als BodeneffektgerÀt sind die Bedienelemente meist einfach gestaltet und bieten folgende grundlegende Parameter (in Klammern die allgemeinen englischen Bezeichnungen):
Komplexere Modelle besitzen weitere Parameter: