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Christine Nöstlinger (* 13. Oktober 1936 in Wien-Hernals) ist eine österreichische Schriftstellerin.
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Christine Nöstlinger bezeichnet sich als „wildes und wütendes Kind“. Sie stammt aus einer Arbeiterfamilie, der Vater war Uhrmacher, die Mutter Kindergärtnerin. Ihr Vater hatte als Sozialist unter dem Nationalsozialismus zu leiden. Sie legte ihre Matura ab und wollte Malerin werden, studierte dann aber Gebrauchsgrafik an der Akademie für Angewandte Kunst. Nach einer ersten Ehe, die geschieden wurde, heiratete sie 1961 den Journalisten Ernst Nöstlinger. 1997 bis 1998 war Nöstlinger Ehrenvorsitzende von SOS Mitmensch. Die Schriftstellerin hat zwei Töchter, wobei die ältere noch aus erster Ehe stammt, aber erst nach der erneuten Heirat geboren wurde.[1] Heute lebt Christine Nöstlinger abwechselnd in Wien Brigittenau und auf einem Bauernhof in Altmelon in Niederösterreich. Sie schreibt vor allem Kinder- und Jugendbücher, ist aber auch für Fernsehen, Radio und Zeitschriften tätig.
2010 wurde bei Christine Nöstlinger Gebärmutterkrebs festgestellt. Zuvor hatte sie eine Brustkrebserkrankung überstanden.[2]
Christine Nöstlinger zählt mit über 100 Büchern zu den bekanntesten und einflussreichsten Kinderbuchautoren des deutschen Sprachraums. Ihr Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und mit international renommierten Preisen ausgezeichnet (Hans-Christian-Andersen-Medaille, Astrid-Lindgren-Memorial-Award).
Ihr literarisches Schaffen begann mit dem 1970 veröffentlichten Kinderbuch „Die feuerrote Friederike“, das ursprünglich von ihr selbst, in einer 1997 erschienenen Ausgabe dann von ihrer älteren Tochter, Barbara Waldschütz, illustriert wurde. Dieses Buch war ursprünglich ein Bilderbuch, die Geschichte kam erst später dazu.[3] Auch ihre zweite Tochter, Christiane Nöstlinger, illustriert nebenberuflich Kinderbücher. Christine Nöstlinger befasst sich in ihren Büchern vor allem mit kindlichen Bedürfnissen und greift Autoritäts- und Emanzipationsfragen auf. In ihren Werken tauchen zahlreiche negative und positive Außenseiterfiguren auf, an denen sie beispielsweise die Problematik der Einsamkeit („Das Austauschkind“), der Identitätssuche („Gretchen Sackmeier“) oder der pubertären Sinnkrise („Ilse Janda, 14“) aufzeigt. Ganz im Zeichen der in den 70er Jahren aufkommenden „realistischen Kinder- und Jugendliteratur“ stellt sie in ihren Familiengeschichten unter anderem immer wieder Eheprobleme der Eltern dar – für die damalige Zeit ein umstrittenes Novum in der Kinder- und Jugendliteratur.
Politische und gesellschaftskritische Aspekte kennzeichnen Christine Nöstlingers literarisches Werk in besonderer Weise. Prägend war in dieser Hinsicht ihre eigene Kindheit während des Zweiten Weltkriegs (aufgearbeitet unter anderem in „Maikäfer flieg!“ und „Zwei Wochen im Mai“). In „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“ und „Rosa Riedl Schutzgespenst“ zeichnet sie ein groteskes Bild des (familiären) Alltagsfaschismus. Eines ihrer dringlichsten Themen ist der Widerstand gegen Anmaßung, Unterdrückung und Ungerechtigkeit in jeglicher Form. Den revolutionär-didaktischen Impetus ihrer Geschichten hat sie in den letzten Jahren zugunsten eines tröstlicheren Tons aufgegeben. Eine erzieherische Wirkung erwartet sie sich von Literatur nicht (mehr).
Neben ihren standarddeutschen Werken veröffentlichte sie auch einige Werke in Mundart, etwa den 1974 erschienenen Gedichtband „Iba de gaunz oaman kinda“ (als „Iba de gaunz oamen Leit“ 1994 und 2009 neu aufgelegt; dieser Band enthält außerdem die Gedichtzyklen „Iba da gaunz oamen Fraun“ sowie „Iba de gaunz oamen Mauna“). Dabei verwendet Nöstlinger den von Pädagogen und Rezensenten mitunter als „Pfui-Sprache“ verunglimpften Wiener Dialekt ganz bewusst als literarisches Ausdrucksmedium. Generell sind ihre Texte – Romane, Essays, Zeitungskolumnen und Lyrik – sowohl von der Wiener Alltagssprache als auch von Worterfindungen und lustvoll komponierter Kunstsprache gefärbt („Dschi-Dsche-i-Dschunior“, „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“). Dies brachte ihr anfangs Unverständnis und Kritik ein, wird seit langem aber als ihr spezifischer Sprachduktus anerkannt und geschätzt. Auch in dieser Hinsicht wirkte ihr Schaffen sowohl polarisierend als auch prägend auf die Entwicklung der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur.
Weniger bekannt ist, dass „die Nöstlinger“ auch drei Kochbücher verfasste: „Mit zwei linken Kochlöffeln“, „Ein Hund kam in die Küche“, und „Das Küchen-ABC“.
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| Personendaten | |
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| NAME | Nöstlinger, Christine |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichische Schriftstellerin |
| GEBURTSDATUM | 13. Oktober 1936 |
| GEBURTSORT | Wien |