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Christliche Theologie ist die Theologie, die sich auf Jesus Christus als das Wort Gottes (logos theou) zurückführt. Sie wird von Christlichen Theologen ausgeübt und ist als wissenschaftliches Fachgebiet traditionell nach den verschiedenen christlichen Konfessionen unterteilt. Dabei wird die Wissenschaftsfähigkeit der Theologie von Kritikern in Frage gestellt, was in der Wissenschaftstheorie der Theologie - innertheologisch ein Teilgebiet der Fundamentaltheologie - eigens thematisiert wird. Die folgende Übersicht stellt eine ökumenische Zusammenschau der christlichen Theologie dar und erläutert dabei auch konfessionelle Unterschiede.
Inhaltsverzeichnis |
Eine erste Übersicht über die zahlreichen Einzeldisziplinen der Universitätstheologie gibt die Grobgliederung:
Die Abgrenzung der vier Hauptbereiche und die Zuteilung der Einzeldisziplinen kann sich jedoch je nach Konfession unterscheiden.
Ausgangspunkt allen Redens von Gott ist für Christen aller Konfessionen die Bibel. So beschäftigt sich ein Großteil der universitären theologischen Forschung und Lehre mit biblischen Schriften.
Die Exegese teilt sich traditionell in die beiden Hauptteile der Bibel, das Alte und das Neue Testament. Zu beiden Fächern gibt es die Teilgebiete Einleitung, Geschichte, Theologie und Ethik. Die genaue Abgrenzung ist oft nicht möglich, da die Entstehung der Bibel nur aus der Geschichte Israels heraus verständlich wird, ebenso wie Theologie und Ethik, die sich nicht trennen lassen.
Der Zusammenhang beider „Testamente“ wird vor allem in der reformatorischen Theologie vielfach ebenfalls unter dem Namen „Biblische Theologie“ verhandelt. Dazu zählt auch die Judaistik für die Zeit „zwischen“ den Testamenten, die früher eher als Randgebiet betrachtet und in ihrer Bedeutung für die Bibelexegese unterschätzt wurde.
Dieser Oberbegriff umfasst in der Regel die Kirchen- und Dogmengeschichte. Er wird heute oft als Sammelbegriff gegenüber dem früheren Teilgebiet „Kirchengeschichte“ bevorzugt, bezeichnet aber kein eigenes Fachgebiet. Er ist ein disziplinübergreifender Zweig, in dem historisch arbeitende Theologiesparten behandelt werden.
Siehe besonders:
Konfessionelle Unterschiede können sich in der unterschiedlichen Epochengliederung bzw. unterschiedlichen Gewichtung einzelner Epochen zeigen.
Dieses Teilgebiet gilt der Praxis kirchlichen und christlichen Handelns, z.B. Gottesdienst, Diakonie, Liturgie, Seelsorge usw.
Weiterhin kann es in der Praktischen Theologie mit der Bezeichnung „Pastoraltheologie“ zu Verstehensschwierigkeiten kommen, da mit „Pastoraltheologie“ in der evangelischen Praktischen Theologie wirklich nur die Person des Amtsträgers in Augenschein genommen wird, während in der katholischen Praktischen Theologie das gesamte Feld der Praktischen Theologie einfach als die „Pastoral“ bezeichnet werden kann.
Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass die Zuordnung der einzelnen untergeordneten Fächer zu übergeordneten Fachrichtungen manchmal unsicher ist und durchaus auch anders vorgenommen werden kann, teilweise bestehen auch Überschneidungen und Doppellungen. Den inneren Zusammenhalt der einzelnen Teilgebiete untereinander, die sich durch die Übernahme verschiedener Paradigmen auseinander entwickelt haben und weiterhin auseinander entwickeln, soll die Theologische Enzyklopädie gewährleisten (so zumindest in der evangelischen Theologie).
Nach katholischem Verständnis besteht für die Theologie neben der geoffenbarten Wahrheit der Heiligen Schrift auch die Tradition als Quelle der Erkenntnis. Unter dieser Glaubenstradition ist sowohl die mündliche (z. B. über Jahrhunderte gesprochene Gebete), schriftliche (z. B. Kirchenväter, Texte von Kirchenversammlungen) sowie die praktische (z. B. Gesten in der Liturgie, die auf Glaubensinsinhalte hinweisen) Überlieferung zu verstehen.
Die Theologie bindet sich an die vom Lehramt der Kirche festgelegten Lehrentscheidungen (Dogmen). Dabei gehen die nichtamtlichen Lehrentscheidungen nicht prinzipiell über das hinaus, was in der Bibel offenbart wurde, sondern sie klären das Verständnis dessen, was in der Bibel grundgelegt ist.
Nach katholischen Verständnis müssen Dogmen nicht direkt aus der Bibel zu entnehmen sein, denn die Kirche war vor der Heiligen Schrift da und hat kraft ihrer Autorität bestimmte Bücher zur Bibel zusammengestellt. Dogmen dürfen jedoch nicht den Aussagen der Heiligen Schrift widersprechen.
Evangelische Theologie gründet sich auf die in der Heiligen Schrift bezeugte Erlösung durch den Glauben an das Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu Christi für die Menschen. Sie knüpft nicht nur an die Dogmen und Symbole der Alte Kirche an, sondern ist auch geprägt vom Werdegang der großen Reformatoren. Zu nennen sind besonders Martin Luther, Zwingli, Johannes Calvin. Insbesondere ist die Rechtfertigung aus dem Glauben (sola fide) und aus Gnade (sola gratia) ein zentrales evangelisches Thema. Außerdem hat die Reformation etwaige Mängel der Scholastik stärker gewichtet und den Schwerpunkt der Theologie auf die Schrift und das „was Christum treibet“ verlagert (sola scriptura, solus Christus).
Heute ist das Bestreben der evangelischen Theologie zu spüren, sich auf die Ökumene einzulassen und das konfessionelle Zeitalter zu überwinden, in dem sogar aus christlichen Motiven Kriege geführt werden.
Die Ostkirchliche Theologie versteht sich als der Versuch, innerhalb des konkreten kirchlichen Lebens ein vertieftes Verständnis des durch Jesus Christus ein für alle mal den Aposteln geoffenbarten und seitdem tradierten Glaubens zu finden, wobei der Kern dieser Tradition die Bibel ist. Die meisten orthodoxen Theologen sind keine Priester oder Mönche, sondern Laien. Typisch für die orthodoxe Theologie sind: die häufige Bezugnahme auf Aussagen der Liturgie; die merkliche individuelle Färbung durch die einzelne Theologen-Persönlichkeit, aber ohne starke „Schulen“-Bildung; die Betrachtung der Theologie als eine Gottesgabe für vom Heiligen Geist erfüllte Menschen (die so den Segen weitergeben), nicht so sehr als eine von Berufstheologen zu betreibende Wissenschaft; eine konservative (aber nicht fundamentalistische) Grundhaltung. Bedeutende orthodoxe Theologen im 20. Jahrhundert waren z.B. Johannes von Kronstadt, Georgi Florowski, Alexander Schmemann, Seraphim Rose und John Zizioulas.
Portal:Christliche Theologie – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Christliche Theologie