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Chromosomen (von griechisch ÏÏáż¶ÎŒÎ± chrĆma âFarbeâ und Ïáż¶ÎŒÎ± sĆma âKörperâ;[1] also wörtlich âFarbkörperâ) sind Strukturen, die Gene und damit Erbinformationen enthalten. Sie bestehen aus DNA, die mit vielen Proteinen verpackt ist. Diese Mischung aus DNA und Proteinen wird auch als Chromatin bezeichnet.
Chromosomen kommen in den Zellkernen der Zellen von Eukaryoten (Lebewesen mit Zellkern) vor, zu denen alle Tiere, Pflanzen und Pilze gehören. Prokaryoten (Lebewesen ohne Zellkern), also Bakterien und Archaeen, besitzen keine Chromosomen im klassischen Sinn, sondern ein oder mehrere, meist zirkulĂ€re DNA-MolekĂŒle, die manchmal als âBakterienchromosomâ bezeichnet werden, obwohl diese mit den eukaryotischen Chromosomen nicht viel gemein haben. Fast alle Gene der Eukaryoten liegen auf den Chromosomen. Einige wenige liegen auf DNA in den Mitochondrien und bei Pflanzen auch in den Chloroplasten. In den Mitochondrien und Chloroplasten der Eukaryoten ist die DNA ebenfalls ringförmig, Ă€hnlich dem Bakterienchromosom.
Die X-Ă€hnliche Form der Chromosomen, die in den meisten Darstellungen vorherrscht, tritt nur in einem kurzen Abschnitt wĂ€hrend der Zellkernteilung (Mitose) auf, nĂ€mlich in der Metaphase (siehe erste Abbildung). In diesem kondensierten Zustand sind die Chromosomen im Lichtmikroskop ohne besondere AnfĂ€rbung erkennbar. Zwischen Kernteilungen, in der Interphase, existieren Chromosomen im Zellkern in einem âentspanntenâ, dekondensierten Zustand. Nur in diesem dekondensierten Zustand kann die DNA abgelesen und dupliziert werden. Die Chromosomen sind nach Anwendung einer speziellen Nachweistechnik (Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung) aber weiterhin als getrennte Einheiten nachweisbar. Auch in der Interphase nimmt also jedes Chromosom im Zellkern einen abgegrenzten Bereich ein, ein Chromosomenterritorium (siehe Abbildungen).
Inhaltsverzeichnis |
Der Name Chromosom wurde 1888 vom Anatomen Heinrich Wilhelm Waldeyer vorgeschlagen, nachdem Walther Flemming einige Jahre zuvor âChromatinâ fĂŒr die fĂ€rbbare Substanz im Zellkern eingefĂŒhrt hatte. Noch 1906 nutzte Oscar Hertwig parallel dazu den Begriff âKernsegmenteâ, welcher verdeutlichen sollte, dass bei der Teilung des Kerns (Mitose) âdas Chromatin in Segmente zerlegt wirdâ. Eine weitere alte Bezeichnung, die ebenfalls eine Weile parallel zu âChromosomâ benutzt wurde, ist âKernschleifeâ, zum Beispiel bei Karl Heider (1906).
Die Geschichte der Entdeckung der Chromosomen und ihrer Funktion lÀsst sich nicht von der vorangegangenen Entdeckung des Zellkerns trennen (siehe zuerst dort).
1843 beschrieb Carl Wilhelm von NĂ€geli âtransitorische Zytoblastenâ, bei denen es sich vermutlich um Chromosomen handelte, erkannte jedoch nicht ihre Bedeutung. Auch Abbildungen aus den Werken anderer Forscher lassen sich mit heutigem Wissen als Chromosomen bzw. mitotische Zellteilung deuten (Matthias Schleiden, 1846; Rudolf Virchow, 1857; Otto BĂŒtschli, 1873).
1873 beschrieb Anton Schneider an Plathelminthen, dass der Zellkern sich âin einen Haufen feinlockig gekrĂŒmmter, auf Zusatz von EssigsĂ€ure sichtbar werdender FĂ€den verwandelt. An Stelle dieser dĂŒnnen FĂ€den traten endlich dicke StrĂ€nge auf, zuerst unregelmĂ€Ăig, dann zu einer Rosette angeordnet, welche in einer durch den Mittelpunkt der Kugel gehenden Ebene (Ăquatorialebene) liegt.â Die indirekte Kernteilung war entdeckt â aber noch nicht verstanden. So ging Walther Flemming 1882 noch davon aus, dass sich die âKernfĂ€denâ erst wĂ€hrend der frĂŒhen Phase der Kernteilung aus einem zuvor durchgehenden Faden voneinander trennen. Zwar beobachtete er eine LĂ€ngsspaltung der Chromosomen zu einem spĂ€teren Zeitpunkt (heute als Metaphase bezeichnet), nahm aber an, dass sich das gesamte Chromosom (also mit beiden Chromatiden) spĂ€ter (heute: Anaphase) in Richtung eines Spindelpols bewegte. Auch schloss er nicht aus, dass sich Zellkerne zumindest in manchen FĂ€llen auch neu bilden könnten, also nicht durch Teilung aus bestehenden Kernen. Beides zusammen macht deutlich, dass die Bedeutung der Chromosomen fĂŒr die Vererbung noch nicht erkannt wurde.
Diese Bedeutung wurde kurz darauf von Wilhelm Roux (1883) vorgeschlagen. Aus der Kompliziertheit der VorgĂ€nge bei der Kernteilung (statt einer einfachen DurchschnĂŒrung) in Kombination mit einem aus evolutionstheoretischer Sicht erforderlichen Selektionsvorteil folgerte er, dass eine sehr gleichmĂ€Ăige Verteilung des Chromatins auf die Tochterzellen auĂerordentlich wichtig sei und dass diese Wichtigkeit nur darin begrĂŒndet sein könne, dass das Chromatin eine âungemeine Mannigfaltigkeit ⊠an QualitĂ€tenâ haben mĂŒsse. Diese von ihm postulierte âkomplizierte Zusammensetzung des Chromatinsâ können wir heute problemlos mit dem Vorhandensein der Gene erklĂ€ren. Im Folgejahr wurde von mehreren Autoren (L. Guignard, Emil Heuser und Edouard van Beneden) die Aufteilung der Tochterchromatiden auf die Tochterzellkerne beschrieben.
Da die Chromosomen wĂ€hrend der Interphase nicht sichtbar waren, war zunĂ€chst unklar, ob sie sich nach einer Kernteilung auflösten und vor jeder Kernteilung neu bildeten, oder ob sie im Kern als jeweils eigene Einheiten ĂŒberdauerten. Letztere Idee wurde als Lehre von der Erhaltung der IndividualitĂ€t der Chromosomen bezeichnet und von Carl Rabl vorgeschlagen (1885). Er war der erste, der erstens eine konstante Zahl von Chromosomen in verschiedenen Mitosen eines Gewebes feststellte und zweitens daraus schloss, dass die Chromosomen auch in der Interphase und somit kontinuierlich vorhanden sein mĂŒssten. Er lieĂ aber zunĂ€chst noch die Möglichkeit offen, dass diese Zahl in verschiedenen Geweben unterschiedlich sein könnte. Rabl war ebenfalls der erste, der annahm, dass jedes Chromosom im Interphasekern ein eigenes Territorium bildet.
Die Idee der ChromosomenkontinuitĂ€t fand keineswegs ungeteilte Zustimmung. Ein wichtiger Gegner war Oscar Hertwig (1890, 1917). Theodor Boveri dagegen befĂŒrwortete Rabls Ideen und unterstĂŒtzte sie mit weiteren experimentellen Befunden (1904, 1909). Ebenfalls in den 1880er Jahren entwickelte August Weismann seine Keimplasmatheorie (siehe auch dort), bei der er davon ausging, dass das Erbmaterial (nur) in den Chromosomen lokalisiert sei. Wichtige Schlussfolgerungen waren, dass Vererbung ausschlieĂlich ĂŒber die Keimbahn stattfĂ€nde, und dass eine Vererbung erworbener Eigenschaften abzulehnen sei. Was sich spĂ€ter als weitgehend richtig erwies war damals heftig umstritten. Eine schonungslose Kritik findet sich beispielsweise in âMeyers Konversationslexikon von 1888â unter dem Stichwort Erblichkeit.[2]
Im Jahr 1900 wurden die Mendelschen Regeln wiederentdeckt und bestĂ€tigt, in der Folge entwickelte sich die neue Wissenschaft der Genetik, in deren Rahmen der Zusammenhang von Chromosomen und Vererbung vielfach gezeigt wurde. Beispielsweise konnte Thomas Hunt Morgan 1910 an Drosophila melanogaster den Nachweis fĂŒhren, dass die Chromosomen die TrĂ€ger der Gene sind. 1944 zeigte Oswald Avery (siehe dort), dass das eigentliche ErbmolekĂŒl die DNA ist, und nicht etwa Proteine in den Chromosomen.
Die weitere Geschichte bis 1950 (AufklÀrung der Struktur der DNA) ist im Artikel Chromosomentheorie der Vererbung beschrieben. Eine Zeittafel einiger wichtiger Entdeckungen ist im Artikel Chromatin zu finden.
Im Jahr 2000 haben zwei internationale Wissenschaftlerteams das menschliche Erbgut weitgehend entziffert, im Jahr 2003 waren 99 Prozent sequenziert. Mit dem Chromosom 1 wurde 2005/06 das letzte der 24 verschiedenen menschlichen Chromosomen genau analysiert (99,99 %). Ăber 160 Wissenschaftler aus GroĂbritannien und den USA publizierten diese Gemeinschaftsarbeit.[3]
Im einfachsten Fall enthĂ€lt ein Chromosom einen durchgehenden DNA-Faden, an den Histone und andere Proteine angelagert sind (siehe unten). Der DNA-Faden wird manchmal auch als DNA-MolekĂŒl bezeichnet, obwohl es sich bei der vorliegenden DNA-Doppelhelix streng genommen um zwei Einzelstrang-MolekĂŒle handelt (siehe DesoxyribonukleinsĂ€ure). Eindeutige Bezeichnungen sind DNA-Doppelstrang oder DNA-Doppelhelix. Der beschriebene Fall mit einem DNA-Doppelstrang pro Chromosom tritt immer direkt nach einer Kernteilung auf; bei den meisten Tieren und Pflanzen zusĂ€tzlich in allen Zellen, die sich nicht mehr teilen können (Ausnahme: PolytĂ€nchromosomen bei Insekten, siehe auch unten), und in Zellen, die zeitweilig nicht mehr wachsen, sich also in der G0-Phase befinden (siehe Zellzyklus). Im beschriebenen Fall besteht das ganze Chromosom aus einem Chromatid.
Wenn eine Zelle wĂ€chst, um sich spĂ€ter zu teilen, dann muss in einem bestimmten Abschnitt des Zellzyklus (S-Phase) die DNA verdoppelt (ârepliziertâ) werden. Dies ist erforderlich, damit spĂ€ter beide Tochterkerne das ganze Erbgut, also einen vollstĂ€ndigen Chromosomensatz, erhalten können. Nach der DNA-Verdopplung hat jedes Chromosom zwei identische DNA-DoppelstrĂ€nge. Diese beiden DoppelstrĂ€nge werden rĂ€umlich getrennt voneinander mit Proteinen verpackt: Zwei Schwester-Chromatiden entstehen. WĂ€hrend der Kernteilung (Mitose) werden die beiden Schwester-Chromatiden eines Chromosoms als zwar parallel verlaufende, aber durch eine schmale LĂŒcke getrennte Einheiten mikroskopisch sichtbar (siehe Schemazeichnung rechts und erste Abbildung des Artikels). An einer Stelle, die Centromer oder Zentromer genannt wird, ist jedes Chromosom zu diesem Zeitpunkt schmaler als im sonstigen Verlauf: Hier hĂ€ngen die Schwester-Chromatiden noch zusammen. Im weiteren Verlauf der Mitose (am Ăbergang von der Metaphase zur Anaphase, siehe unten) werden die beiden Schwester-Chromatiden getrennt - wobei durch die Trennung zwei Schwesterchromosomen entstehen - und auf die neu entstehenden Zellkerne verteilt: Die Chromosomen in diesen neuen Kernen bestehen jetzt wieder aus einem Chromatid. Demnach enthĂ€lt ein Chromatid immer genau einen DNA-Doppelstrang, wĂ€hrend ein Chromosom je nach Phase des Zellzyklus ein oder zwei DNA-DoppelstrĂ€nge enthĂ€lt und entsprechend aus einem oder zwei Chromatiden besteht. (Ausnahme: Die erwĂ€hnten PolytĂ€nchromosomen, die ĂŒber tausend DoppelstrĂ€nge enthalten können.)
Durch das Centromer werden die Chromatiden in zwei Arme unterteilt. Je nach Lage des Centromers spricht man von metazentrischen (Centromer in der Mitte), akrozentrischen (am Ende, der kĂŒrzere Arm sehr klein; beim Menschen die Chromosomen 13, 14, 15, 21, 22 und das Y-Chromosom) oder submetazentrischen (zwischen Mitte und Ende) Chromosomen. Der kĂŒrzere Arm wird als p-Arm (petit, französisch fĂŒr klein), der lĂ€ngere als q-Arm bezeichnet (q folgt im lateinischen Alphabet auf p). Wie in der Schemazeichnung werden Chromosomen generell mit den kurzen Armen nach oben dargestellt.
Die Enden der Chromosomen heiĂen Telomere (Einzahl: Telomer). Sie enthalten eine kurze, sich identisch wiederholende DNA-Sequenz (beim Menschen TTAGGG). Dort werden die Chromosomen bei jeder Verdopplung ein wenig kĂŒrzer. Die Telomere spielen daher bei Alterungsprozessen eine wichtige Rolle. Neben Centromer und Telomeren sind Startpunkte fĂŒr die DNA-Verdopplung (Replikation) der dritte essentielle Bestandteil eines Chromosoms (siehe ARS-Element).
Beim Menschen enthalten die kurzen Arme der akrozentrischen Chromosomen Gene fĂŒr die ribosomale RNA. Diese kurzen Arme können in kondensierten Metaphasechromosomen durch einen Satelliten verlĂ€ngert sein, so dass Satellitenchromosomen (SAT-Chromosomen) vorliegen (nicht zu verwechseln mit Satelliten-DNA). Die Gene fĂŒr die ribosomale RNA liegen in vielen, tandemartig hintereinanderliegenden Kopien vor. Im Interphase-Zellkern bildet sich an diesen der Nucleolus. Daher werden sie auch als Nucleolus-organisierende Regionen (NOR) bezeichnet.
Im Folgenden sind die Phasen wÀhrend der Mitose kurz wiedergegeben:
Nach der Kernteilung erfolgt in der Regel auch die Zellteilung, die Cytokinese oder Zytokinese, die aber nicht mehr zur Mitose gerechnet wird.
In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Techniken entwickelt, um die Chromosomen aus Zellen, die sich in der Metaphase befinden, zu âspreitenâ: Im entstandenen MetaphaseprĂ€parat liegen die Chromosomen einer Zelle nebeneinander auf einem ObjekttrĂ€ger, so dass sie im Mikroskop abgezĂ€hlt und miteinander verglichen werden können (siehe erste Abbildung oben). In gut gelungenen PrĂ€paraten haben die einzelnen Chromosomen dabei die hĂ€ufig dargestellte X-Ă€hnliche Form. Mit den klassischen FĂ€rbemethoden wie zum Beispiel Giemsa-FĂ€rbung werden Chromosomen auf ganzer LĂ€nge gleichmĂ€Ăig eingefĂ€rbt. Daher war es zunĂ€chst nicht oder nur schwer möglich, Chromosomen Ă€hnlicher GröĂe sicher voneinander zu unterscheiden. Um 1970 wurde entdeckt, dass einige Bereiche der Chromosomen den Giemsa-Farbstoff nicht mehr annehmen, wenn die Chromosomen zuvor mit Trypsin behandelt wurden. Durch die hervorgerufene G-BĂ€nderung entstanden entlang der Chromosomen abwechselnd gefĂ€rbte (die G-Banden, G fĂŒr Giemsa) und ungefĂ€rbte Abschnitte (die R-Banden, R fĂŒr revers). Durch das Bandenmuster ist beim Menschen und etlichen Tieren eine eindeutige Identifizierung aller Chromosomen möglich. Die stoffliche Grundlage fĂŒr das unterschiedliche FĂ€rbeverhalten der Banden, also die Frage warum einige Bereiche nach der Trypsinbehandlung den Farbstoff nicht mehr aufnehmen, ist bis heute ungeklĂ€rt. Es stellte sich jedoch heraus, dass G- und R-Banden sich in einigen Eigenschaften unterscheiden.
R-Banden enthalten ĂŒberdurchschnittlich viele Gene, ĂŒberdurchschnittlich viele G-C Basenpaarungen und werden wĂ€hrend der Replikation der Chromosomen frĂŒh verdoppelt. Beim Menschen sind sie reich an Alu-Sequenzen (siehe dort und Abbildung rechts).
G-Banden sind genarm, die Anzahl der G-C Basenpaare liegt unter dem Durchschnitt, (dafĂŒr haben sie mehr A-T Paare; siehe DesoxyribonucleinsĂ€ure) und sie werden wĂ€hrend der Duplizierung der Chromosomen eher spĂ€t repliziert. Beim Menschen sind sie reich an L1-Elementen (siehe Long interspersed nuclear element).
Als weitere Bandentypen werden manchmal C-Banden (die Centromerregionen) und T-Banden unterschieden. Letztere sind eine Untergruppe der R-Banden, besonders genreich und liegen hÀufig in der NÀhe der Telomere, daher der Name.
Die Anzahl der R- und G-Banden ist abhÀngig vom Kondensationsgrad der Chromosomen. In der Metaphase haben alle menschlichen Chromosomen zusammen etwa 400 dieser Banden, wÀhrend in den noch nicht so stark kondensierten Prophasechromosomen bis zu 850 Banden unterschieden werden können.
Nomenklatur: Um eine genaue Bezeichnung aller chromosomalen Regionen zu ermöglichen, wurden fĂŒr den Menschen und einige andere Organismen standardisierte Bezeichnungssysteme eingefĂŒhrt. Beim Menschen hat jede Bande eine Bezeichnung, die sich aus folgenden Elementen zusammensetzt: Nummer des Chromosoms, p oder q fĂŒr den jeweiligen Arm sowie Zahlen, die vom Centromer aus aufwĂ€rts zĂ€hlen. Zur feineren Unterscheidung können die Zahlen mehrere Stellen haben. Die Bande 3q26.31 ist demnach eine Unterbande von 3q26. Die Bezeichnung â3qâ steht entsprechend fĂŒr den gesamten langen Arm des Chromosoms 3. Centromerregionen werden auch mit c bezeichnet (3c). Telomerbereiche werden der Einfachheit halber gerne mit tel (etwa 3ptel oder 3qtel) und telomernahe Bereiche mit ter (3pter) bezeichnet. Schematische Darstellungen der Standardbanden heiĂen Idiogramme. Beispiele sind in der Abbildung rechts und auf der Website von Ensembl[4] zu sehen. In Idiogrammen sind G-Banden stets dunkel, R-Banden weiĂ eingezeichnet. Bereiche aus repetitiven Elementen werden manchmal schraffiert dargestellt. Eine sortierte Anordnung aller mitotischen Chromosomen aus einer Zelle wird als Karyogramm bezeichnet (Abbildung weiter unten). Der Karyotyp eines Lebewesens gibt an, wie viele und gegebenenfalls welche Chromosomen dieses Individuum hat. Der Karyotyp einer Frau wird als 46,XX angegeben, der eines Mannes als 46,XY (siehe unten, Geschlechtsbestimmung).
Das menschliche Genom, also die GesamtlĂ€nge der DNA, umfasst etwa 3,2 Gbp (= Gigabasenpaare oder Milliarden Basenpaare) mit bisher gefundenen 23700 Genen.[4] Menschen haben zwei Kopien des Genoms (2n), eine von der Mutter und eine vom Vater, die in jedem Zellkern vorliegen. Aus dem Molekularmodell der DNA ergibt sich fĂŒr 10 Basenpaare in der Doppelhelix eine LĂ€nge von 3,4 Nanometern (Milliardstel Metern). Daraus lĂ€sst sich hochrechnen, dass die GesamtlĂ€nge der DNA in jeder menschlichen Zelle ĂŒber 2 Meter betrĂ€gt. Diese sind beim Menschen auf 2n = 46 Chromosomen verteilt, so dass ein Chromosom durchschnittlich etwa 140 Mbp (= Megabasenpaare oder Millionen Basenpaare) und damit einen DNA-Faden von knapp 5 cm LĂ€nge mit etwas ĂŒber 1000 Genen enthĂ€lt. Chromosomen wĂ€hrend der Kernteilung haben jedoch nur eine LĂ€nge von einigen Mikrometern (Millionstel Metern). Sie sind demnach um einen Faktor von etwa 10000 verkĂŒrzt oder âkondensiertâ. Auch im Interphasekern sind Chromosomen kaum lĂ€nger. Die hier vorhandenen Chromosomenterritorien entstehen im Wesentlichen durch Dekondensation der Tochterchromatiden in die Breite. WĂ€hrend ein Tochterchromatid in der Metaphase einen Durchmesser von etwa 0,6 Mikrometern hat, kann ein Chromosomenterritorium einen Umfang einnehmen, der etwa seiner LĂ€nge entspricht. Chromosomenterritorien können jedoch sehr unregelmĂ€Ăige Formen haben. Aus den angegebenen Zahlenwerten wird deutlich, dass Chromosomen auch wĂ€hrend der Interphase stark kompaktiert, also aufgefaltet, sein mĂŒssen (siehe nĂ€chstes Kapitel).
Chromosom 1 als gröĂtes menschliches Chromosom hat 247 Mbp, das kĂŒrzeste Chromosom 21 hat weniger als ein FĂŒnftel davon, nĂ€mlich 47 Mbp. Die Gene sind zwischen den Chromosomen ungleichmĂ€Ăig verteilt. Das relativ genreichste Chromosom 19 enthĂ€lt auf 64 Mbp ĂŒber 3000 Gene, wĂ€hrend das genarme Chromosom 18 auf 76 Mbp nur etwa 600 Gene enthĂ€lt (siehe auch Abbildung âgenarme und genreiche Regionenâ oben). Am genĂ€rmsten ist jedoch das Y-Chromosom, das auf 58 Mbp nur etwa 200 Gene enthĂ€lt. (GröĂen und Gendichten in diesem Abschnitt[4] Stand September 2006).
Bei der Hausmaus (Mus musculus) sind die Unterschiede zwischen den Chromosomen kleiner. Das 2,6 Gbp groĂe Genom mit 24400 beschriebenen Genen ist verteilt auf 20 verschiedene Chromosomen (2n=40) zwischen 197 Mbp (Chromosom 1) und 61 Mbp (Chromosom 19) bzw. 16 Mbp (Y-Chromosom).[5]
Die LĂ€nge der einzelnen Chromosomen bei anderen SĂ€ugern schwankt stark, in AbhĂ€ngigkeit von der Anzahl. Einige haben wenige, groĂe Chromosomen (z. B. der indische Muntjak, Muntjak muntjacus: 2n=6 beim Weibchen und 2n=7 beim MĂ€nnchen; dem X-Chromosom entsprechen hier also zwei Y-Chromosomen), andere viele kleine (z. B. beim Nashorn, Diceros bicornis: 2n=84). Die genauen LĂ€ngen in Basenpaaren sind jedoch erst bei einer kleinen Anzahl von Tieren bekannt.
Bei Eidechsen und Vögeln treten Chromosomen von extrem unterschiedlicher GröĂe auf (siehe Abbildung). Die Makrochromosomen Ă€hneln dabei von der GröĂe her SĂ€ugerchromosomen. Das Chromosom 1 des Huhns (Gallus gallus) enthĂ€lt beispielsweise 188 Mbp. Daneben gibt es aber auch viele Mikrochromosomen, deren GröĂe 1 Mbp noch unterschreiten kann.[6] Der Ăbergang von Makro- zu Mikrochromosomen ist oft flieĂend, so dass die Abgrenzung beider Gruppen voneinander zum Teil unterschiedlich vorgenommen wird. Beim Huhn können die Makrochromosomen z. B. die Chromosomen 1â8 oder 1â10 umfassen. FĂŒr einen bildlichen GröĂenvergleich siehe Ensembl.[6] Von dort sind auch die GröĂen in Mbp ĂŒbernommen. Die Begriffe Makro- und Mikrochromosomen wurden von Theophilus S. Painter 1921 eingefĂŒhrt, der die Spermatogenese in Eidechsen untersuchte.[7]
Verschiedene Ebenen der Chromosomenkondensation. (1) DNA-Doppelhelix. (2) 10 nm Fiber (DNA mit Nukleosomen). (3) Schematisierter Chromatinstrang wĂ€hrend der Interphase vor der DNA-Verdopplung mit Centromer. (4) Kondensiertes Chromatin wĂ€hrend der Prophase (nun aus zwei Chromatiden bestehend, weil sich die DNA verdoppelt hat). (5) Metaphasechromosom. Die Teilabbildungen (3)â(5) sind rein schematisch zu verstehen, um die Anzahl der Chromatiden wĂ€hrend verschiedener Phasen des Zellzyklus wiederzugeben. Die Anordnung des âChromatinfadensâ gibt nicht die tatsĂ€chliche Struktur wieder. |
Typisches Lehrbuchbild des chromosomalen Aufbaus mit typischen Fehlern. Siehe ausfĂŒhrliche Legende hier. |
Im vorherigen Abschnitt wird dargelegt, dass die DNA sowohl wĂ€hrend der Kernteilung als auch in der Interphase sehr stark aufgewickelt oder âkondensiertâ sein muss. Es ist jedoch noch weitgehend unklar, wie diese Verpackung organisiert ist. Eine wichtige Rolle spielen basische Strukturproteine, die Histone. DNA, Histone und weitere Proteine machen jeweils etwa ein Drittel der chromosomalen Masse aus. Diese wird auch als Chromatin bezeichnet. Die Verwendung des Begriffs Chromatin ist besonders fĂŒr Beschreibungen des Zellkerns in der Interphase ĂŒblich, da hier einzelne Chromosomen nicht ohne spezielle AnfĂ€rbung (Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung) voneinander unterschieden werden können.
Auf der untersten Verpackungsebene ist der DNA-Faden in Nucleosomen aufgewickelt, welche acht HistonenmolekĂŒle enthalten (siehe Abb., Unterabbildung (2)). Nucleosomen haben einen Durchmesser von etwa 10 Nanometern (nm), daher spricht man hier auch von der 10 nm-Fiber. Deren Struktur wird oft mit einer Perlenkette verglichen, bei der der Faden allerdings um die Perlen herumgewickelt ist. In einem Nucleosom sind 146 Basenpaare der DNA aufgewickelt, hinzu kommt Linker-DNA zwischen den Nucleosomen. Die 10 nm-Fiber lĂ€sst sich im Elektronenmikroskop nachweisen, ebenso wie die nĂ€chsthöhere Verpackungsebene, die 30 nm-Fiber. Die interne Struktur der 30 nm-Fiber, also wie diese durch Auffalten aus der 10 nm-Fiber zusammengesetzt ist, ist jedoch ebenso unklar wie alle höheren Verpackungsebenen. FĂŒr letztere werden verschiedene Modelle diskutiert. Im Loop-Modell (von engl. loop = Schlaufe) wird angenommen, dass die 30 nm-Fiber in groĂen Schlaufen verlĂ€uft, die an einer Art RĂŒckgrat befestigt sind. Im Chromonema-Modell wird dagegen angenommen, dass sich die 30 nm-Fiber durch weiteres Auffalten verdickt und so Abschnitte von 120 nm und dicker entstehen.[8] Wie die strukturelle VerĂ€nderung vom Interphasezustand zum Prophasechromosom vor sich geht, ist ebenfalls unklar. Beim Ăbergang der Prophasechromosomen zu den noch stĂ€rker kondensierten Metaphasechromosomen scheint Einigkeit darin zu bestehen, dass es sich hier um ein spiralförmiges Aufwickeln handelt.
Die Kondensation der Chromosomen bzw. des Chromatins ist innerhalb des Zellkerns nicht gleichmĂ€Ăig. Manche Bereiche des Kerns werden durch DNA-Farbstoffe besonders stark gefĂ€rbt. Hier ist die Kondensation also besonders stark. Diese Bereiche werden als Heterochromatin bezeichnet, weniger stark gefĂ€rbte dagegen als Euchromatin.
Es sind zwei Arten von Riesenchromosmen bekannt, PolytĂ€nchromosomen und LampenbĂŒrstenchromosomen.
Eine Besonderheit bezĂŒglich des inneren chromosomalen Aufbaus stellen die PolytĂ€nchromosmen dar. Sie sind aus verschiedenen Insekten bekannt und besonders gut in der Fruchtfliege Drosophila melanogaster und in Chironimus untersucht. Sie entstehen durch mehrere Runden von Verdopplung der DNA ohne anschlieĂende Kernteilung (Endoreduplikation). Im Gegensatz zur ânormalenâ Polyploidie sind in PolytĂ€nchromosomen die vielfach replizierten DNA-FĂ€den von beiden homologen Chromosomen (also der vom Vater und der von der Mutter vererbten Kopie) parallel angeordnet, Ă€hnlich einem Kabelstrang. Alle Kopien eines Gens liegen daher nebeneinander.
Eine andere Form von sehr groĂen Chromosomen kommt in den Eizellen von Amphibien vor. Da sie vom mikroskopischen Bild her einer Flaschen- oder LampenbĂŒrste Ă€hneln, wurden sie LampenbĂŒrstenchromosomen genannt.
| PolytĂ€nchromosomen in einer SpeicheldrĂŒsenzelle von Chironimus. Walther Flemming, 1882. | âChromatischer Faden, welcher einer FlaschenbĂŒrste vergleichbar istâ (nach heutiger Terminologie ein LampenbĂŒrstenchromosom) aus dem Kern einer Eizelle des Wassersalamanders (Triton). (Gesamte Tafel.) Oscar Hertwig, 1906. |
WĂ€hrend bei manchen Arten die Geschlechtsbestimmung durch Umweltbedingungen wie Temperatur wĂ€hrend der Embryonalentwicklung erfolgt, wird das Geschlecht bei anderen durch die geerbten Chromosomen bestimmt: Sie haben ein chromosomales Geschlecht. Verschiedene Tiergruppen haben unterschiedliche Methoden der chromosomalen Geschlechtsbestimmung hervorgebracht, teilweise sind Ă€hnliche Systeme unabhĂ€ngig voneinander entwickelt worden.[9] Bei SĂ€ugern und einigen anderen Tiergruppen haben Weibchen zwei X-Chromosomen, wĂ€hrend MĂ€nnchen ein X- und ein Y-Chromosom haben. Wenn wie im SĂ€ugermĂ€nnchen zwei verschiedene Geschlechtschromosomen vorliegen spricht man von hemizygot. Bei Vögeln haben MĂ€nnchen zwei Z-Chromosomen, Weibchen sind mit einem Z- und einem W-Chromosom das hemizygote Geschlecht. Bei vielen Insekten aus der Gruppe der HautflĂŒgler sind Weibchen diploid, die MĂ€nnchen aber nur haploid.
Im hemizygoten Geschlecht liegen etliche Gene nur auf einem Chromosom vor. Bei einem Gendefekt kann dieser daher nicht durch ein intaktes Gen auf einem homologen Chromosom aufgefangen werden. Daher gibt es beim Menschen eine Reihe von Erbkrankheiten, die praktisch nur bei MĂ€nnern auftreten. Die bekanntesten Beispiele sind eine Form der Bluterkrankheit, die Duchenneâsche Muskeldystrophie und die Rot-GrĂŒn-Blindheit.
Bei chromosomaler Geschlechtsbestimmung liegt in einem der Geschlechter ein Chromosom zweimal vor, das beim anderen nur einmal da ist. Um zu verhindern, dass hier auch doppelt soviel Genprodukt wie im anderen Geschlecht erzeugt wird, haben verschiedene Tiergruppen verschiedene Strategien zur âDosiskompensationâ entwickelt (siehe Geschlechtschromosom, X-Inaktivierung und Geschlechts-Chromatin).
Alle verschiedenen Chromosomen, die in einem Individuum vorkommen, werden zusammen als Karyotyp bezeichnet. Die Individuen einer Art und vom gleichen Geschlecht haben normalerweise dieselbe Ausstattung an Chromosomen und somit den gleichen Karyotyp. Eine Ausnahme bilden die B-Chromosomen, die in manchen Arten vorkommen und die bei verschiedenen Individuen und auch in verschiedenen Körperzellen in unterschiedlichere Anzahl vorhanden sein können. Zur besseren Unterscheidung von den B-Chromosomen können die normalen Chromosomen als A-Chromosomen bezeichnet werden.
Auch bei diesen kann zwischen den Geschlechtern die Art und â seltener â auch die Zahl der Chromosomen abweichen; sie haben dann einen anderen Karyotyp (siehe auch oben, Geschlechtsbestimmung). Menschen haben zum Beispiel in beiden Geschlechtern 46 Chromosomen. Der Karyotyp wird entsprechend als 46, XX fĂŒr Frauen und 46, XY fĂŒr MĂ€nner angegeben. Karyotypen werden mit Hilfe von Karyogrammen bestimmt (siehe unten).
In vielen FĂ€llen, so auch beim Menschen, finden sich im Karyotyp, abgesehen von den Geschlechtschromosomen im hemizygoten Geschlecht, immer zwei homologe Chromosomen, nĂ€mlich solche, die die gleichen Gene tragen. Man spricht in diesen FĂ€llen von einem doppelten oder diploiden Chromosomensatz, der auch mit 2n abgekĂŒrzt wird. Bei sich geschlechtlich vermehrenden Organismen wurde von beiden Elternteilen je einer vererbt.
Um eine stetige Zunahme der Chromosomenanzahl von Generation zu Generation zu verhindern, muss vor der Ausbildung der Keimzellen eine Reduktionsteilung stattfinden. Diese ist Bestandteil der Meiose. WĂ€hrend der Meiose kommt es durch Crossing over auch zu einer Rekombination der homologen Chromosomen. Dadurch entstehen genetisch neu zusammengesetzte Chromosomen, die sich von denen der Elternorganismen unterscheiden. Welche der rekombinierten Chromosomen zusammen in den resultierenden Zellen mit einem Chromosomensatz (haploide Zellen) enden, also welche vĂ€terlichen und mĂŒtterlichen Abschnitte zusammen kommen, ist zufĂ€llig. Bei diploiden Tieren werden haploide Keimzellen (Eizellen und Spermien) erzeugt. Eine in wenigen Tierarten gefundene Abweichung von einer zufĂ€lligen Verteilung der Chromosomen tritt bei der Hybridogenese auf. Die Keimzellen können wieder zur ersten Zelle eines neuen Lebewesens verschmelzen, der Zygote. Bei Pflanzen und Einzellern können sich haploide und diploide Generationen abwechseln (siehe Generationswechsel). Manchmal ist dabei die haploide Generation die dominante und der diploide Status ist nur sehr kurz.
Gelegentlich findet sich die Auffassung, dass alle höheren Tiere und Pflanzen zwei ChromosomensÀtze hÀtten, also diploid seien. Dies ist jedoch nicht der Fall. Zwar sind die Mehrzahl der Tiere und viele Pflanzen diploid, es gibt jedoch auch etliche mit anderen Ploidiegraden.
Haploide Individuen kommen beispielsweise wie gerade beschrieben beim Generationswechsel der Pflanzen vor. AuĂerdem kommen haploide MĂ€nnchen bei etlichen Insektenarten (Haplodiploidie, siehe auch oben, Geschlechtsbestimmung) und wohl auch bei einigen Milben vor. Es ist ein Fall von haploiden weiblichen Tieren bekannt: Die Milbenart Brevipalpus phoenicis, ein SchĂ€dling tropischer Nutzpflanzen, besteht nur aus haploiden Weibchen, die sich parthenogenetisch vermehren. Einer Untersuchung zufolge handelt es sich eigentlich um genetische MĂ€nnchen, die durch eine Infektion mit Bakterien zu Weibchen verĂ€ndert werden.[10] Verweiblichung durch Bakterieninfektion ist auch bei anderen GliederfĂŒĂern bekannt, meist durch Wolbachia.
Bei manchen Arten kommen mehr als zwei ChromosomensÀtze und somit höhere Ploidiegrade vor. Diese werden als triploid = 3n, tetraploid = 4n, hexaploid = 6n oder allgemein als polyploid bezeichnet. Bei Pflanzen wird in der Regel die haploide Chromosomenzahl eines Organismus mit x (Grundzahl) bezeichnet. Diploide Pflanzen haben dann 2x Chromosomen, tetraploide 4x usw. Das Genom einer tetraploiden Pflanze mit der Grundzahl x = 7 wird dann als 2n = 4x = 28 beschrieben.[11]
Tetraploidie ist nach Diploidie wohl der zweithĂ€ufigste Ploidiegrad. Er wurde bei vielen BlĂŒtenpflanzen, Insekten und auch bei Amphibien beobachtet. Tetraploidie kann zustande kommen, indem eine Zellteilung nach Chromosomenverdopplung verhindert wird. Viele Nutzpflanzen, z. B. bei den Getreidesorten, entstanden durch Polyploidisierung aus diploiden Wildformen.
Bei Pflanzen kommen auch noch höhere Ploidiegrade vor. Sie können beispielsweise entstehen, wenn zwei Arten gekreuzt werden und die Kinder alle Chromosomen der Eltern behalten. Man spricht dann von Additionsbastarden. Hexaploid ist beispielsweise der moderne Saatweizen (zur Entstehung siehe hier).
Triploide Individuen können entstehen, wenn sich diploide und tetraploide Individuen paaren. Dies ist möglich, wenn beide zu nahe verwandten Arten gehören. In der Regel werden triploide Individuen jedoch steril sein, da eine ungerade Anzahl von ChromosomensĂ€tzen zu Schwierigkeiten bei der Paarung der Chromosomen wĂ€hrend der Meiose fĂŒhrt. Ausnahmen, also fortpflanzungsfĂ€hige triploide Individuen, wurden bei den Amphibien entdeckt. Hier kommen manchmal Diploidie, Tetraploidie und auch Triploidie in nahe verwandten Arten oder in der gleichen Art nebeneinander vor. Beim Wasserfrosch wird einer der ChromosomensĂ€tze vor der Meiose gezielt eliminiert (Hybridogenese, siehe dort). In Pakistan wurde eine lokal begrenzte, triploide Population der Wechselkröte gefunden, bei der ebenfalls ein Chromosomensatz vor der Meiose gezielt eliminiert wird.[12]
Zumindest theoretisch kann ein flieĂender Ăbergang beispielsweise von tetraploid zu diploid bestehen. In einem tetraploiden Lebewesen sind wie oben beschrieben alle Chromosomenpaare doppelt vorhanden. VerĂ€nderungen an einem der beiden Paare, zum Beispiel der Verlust einzelner Gene, können daher toleriert werden. Auch können sich die Genkopien auf den beiden Paaren wĂ€hrend der weiteren Evolution auseinander entwickeln und verschiedene Funktionen ĂŒbernehmen. Chromosomenmutationen (siehe unten) an nur einem der beiden Paare sind ebenfalls möglich. Kommen viele solche VerĂ€nderungen im Lauf der Zeit zusammen, so haben sich schlieĂlich die ursprĂŒnglich identischen Chromosomenpaare so weit auseinander entwickelt, dass nicht mehr von vierfachen ChromosomensĂ€tzen gesprochen werden kann: Es liegt wieder Diploidie vor. Zwei Runden (daher â2R Hypotheseâ) solcher Genomduplikationen sind fĂŒr die frĂŒhe Entstehungsgeschichte der Wirbeltiere vorgeschlagen worden, so dass sich die heutigen diploiden Wirbeltiere aus ursprĂŒnglich octaploiden (=8n) Lebewesen entwickelt hĂ€tten.[13] Dies wĂŒrde erklĂ€ren, warum beispielsweise die Hox-Gen-Cluster pro haploidem Genom der Wirbeltiere vier mal vorkommen, bei anderen Tieren aber nur einmal.
Der Ploidiegrad einzelner Körperzellen eines Mehrzellers kann durchaus vom Ploidiegrad des Organismus abweichen. Das bekannteste Beispiel hierfĂŒr sind sicher die PolytĂ€nchromosomen mancher Insekten (siehe auch oben). Aber auch fĂŒr die Rattenleber wurden beispielsweise neben den vorherrschenden diploiden Zellen in seltenen FĂ€llen auch haploide, triploide und tetraploide Zellen beschrieben.[14] Tetraploidie entsteht durch Verdopplung der Chromosomen ohne Kernteilung, also durch Endoreduplikation oder Endomitose. Haploide und triploide Körperzellen wurden in diploiden Organismen so selten gefunden, dass experimentelle Fehler oder Artefakte hier nicht ausgeschlossen werden können. Ihr potentieller Entstehungsmechanismus ist ungeklĂ€rt. Hohe Ploidiegrade gehen mit entsprechend gröĂeren Zellkernen einher. Aufgrund der gröĂeren Menge an genetischem Material können so auch sehr groĂe Körperzellen versorgt werden.
Wenn nicht anders angegeben, beruhen die Zahlenangaben auf.[15]
SĂ€ugetiere
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andere Wirbeltiere
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Wirbellose Tiere
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andere Eukaryoten
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Als Karyogramm bezeichnet man eine sortierte Darstellung der Chromosomen eines MetaphaseprĂ€parats. Diese PrĂ€parate werden erstellt, indem Zell-Kulturen mit einem Mittel versetzt werden, das die Bildung von Mikrotubuli verhindert, z. B. Colchizin oder Nocodazol. Dadurch kann sich kein Spindelapparat ausbilden und die Zelle kann nicht in Anaphase gehen. Als Folge sammeln sich etliche Zellen in der Metaphase (siehe oben) an und die Ausbeute wird entsprechend erhöht. Die Zellen werden hypoton behandelt, wodurch sie anschwellen, fixiert und auf einen ObjekttrĂ€ger aufgetropft, wodurch die Metaphasechromosomen nebeneinander zu liegen kommen (siehe erste Abbildung oben). Die Chromosomen werden angefĂ€rbt, fotografiert und im Karyogramm der GröĂe nach angeordnet, so dass der Karyotyp bestimmt werden kann (siehe Abbildung rechts).
Karyogramme werden sowohl bei der Untersuchung der Karyotypen von Organismen als auch in der klinischen Anwendung bei Verdacht auf ChromosomenverÀnderungen eingesetzt.
Dauerhafte VerĂ€nderungen an den Chromosomen können auftreten, wenn an mindestens zwei Stellen BrĂŒche in der DNA-Doppelhelix auftreten. In den meisten FĂ€llen werden DNA-DoppelstrangbrĂŒche wieder korrekt repariert, so dass es nicht zu bleibenden VerĂ€nderungen kommt. Werden jedoch bei einer DNA-Reparatur von zwei verschiedenen BrĂŒchen die falschen Enden zusammengefĂŒgt, so kommt es zu Chromosomenmutationen. Liegen die Bruchpunkte auf dem gleichen Chromosom können Deletionen (Verlust eines Abschnitts) oder Inversionen (umdrehen) auftreten. Ein weiterer Mutationstyp innerhalb eines Chromosoms ist die Duplikation (Verdopplung eines Abschnitts). Sind die DoppelstrangbrĂŒche auf verschiedenen Chromosomen, so kann es zu Translokationen kommen. Diese PhĂ€nomene sind in ihren eigenen Artikeln ausfĂŒhrlicher beschrieben.
Chromosomenmutationen spielen sowohl bei der Chromosomenevolution als auch im klinischen Bereich eine Rolle. BezĂŒglich der klinischen Bedeutung sind Erbkrankheiten (siehe auch unten), Tumorentstehung (z. B. das Philadelphia-Chromosom) und Strahlenbiologie zu nennen.
Von den genannten strukturellen VerĂ€nderungen sind zahlenmĂ€Ăige VerĂ€nderungen zu unterscheiden, also ein zusĂ€tzliches oder ein fehlendes Chromosom. Diese werden nicht als Chromosomenmutation bezeichnet. Da nur ein einzelnes Chromosom betroffen ist, spricht man von Trisomie (nicht Triploidie) oder Monosomie (siehe Chromosomenaberration).
Als Chromosomenevolution wird die VerĂ€nderung von Chromosomen im Lauf der Evolution bezeichnet. Ăhnlich wie an Ă€uĂeren körperlichen Merkmalen oder an der Sequenz einzelner Gene lĂ€sst sich auch an den Chromosomen die Stammesgeschichte nachvollziehen. Beispielsweise sind die Chromosomen des Menschen (46 StĂŒck) denen der groĂen Menschenaffen (Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans, je 48 Chromosomen) sehr Ă€hnlich. Es gibt innerhalb dieser Artengruppe nur zwei zwischen-chromosomale Umbauten. Spezifisch menschlich ist das Chromosom 2. Bei den anderen genannten Arten finden sich statt diesem zwei kleinere Chromosomen, die die entsprechenden Gensequenzen enthalten (siehe Abbildung). Gorilla-spezifisch ist dagegen eine Translokation zwischen jenen Chromosomen, die den menschlichen Chromosomen 5 und 17 entsprechen.[17] Daraus ergibt sich der ursprĂŒngliche Karyotyp der Gruppe mit 48 Chromosomen, so wie er heute noch bei Schimpansen und Orang-Utans vorhanden ist.
Eine evolutionĂ€r stabile VerĂ€nderung der Chromosomen ist nur möglich, wenn eine Chromosomenmutation in der Keimbahn auftritt. Eine âbalancierteâ VerĂ€nderung, bei der alle Chromosomenabschnitte in der richtigen Anzahl vorhanden sind, hat dabei fĂŒr den TrĂ€ger zunĂ€chst keinen Krankheitswert. Es kommt jedoch zu Schwierigkeiten bei der Meiose. Die VerĂ€nderung tritt ja zunĂ€chst nur an jeweils einem Chromosom auf (bzw. an zweien bei Fusionen oder Translokationen), nicht aber an den jeweiligen homologen Chromosomen. Da also anders als sonst identisch aufgebaute Partner fehlen, kommt es nicht zu einer normalen meiotischen Paarung. Das Risiko fĂŒr Segregationsfehler und daraus resultierende Keimzellen mit ĂŒberzĂ€hligen oder fehlenden chromosomalen Abschnitten (und folglich kranken Kindern) steigt stark an. In den allermeisten FĂ€llen werden solche VerĂ€nderungen daher in den Folgegenerationen wieder verloren gehen. Eine stabile Situation wird nur dann erreicht, wenn beide Kopien der beteiligten Chromosomen die entsprechende VerĂ€nderung tragen. Dies könnte beispielsweise geschehen, wenn ein dominantes MĂ€nnchen mit einer VerĂ€nderung zahlreiche Kinder hat, die sich wiederum untereinander paaren, so dass Enkel mit der VerĂ€nderung auf beiden Kopien der beteiligten Chromosomen entstehen. Diese Nachkommen haben nun keinen Selektionsnachteil, wenn sie sich untereinander paaren. Bei der Paarung mit Individuen mit den ursprĂŒnglichen Chromosomen tritt jedoch bei entstehenden Kindern bedingt durch Segregationsfehler wiederum eine verminderte Fruchtbarkeit auf. Es wird daher vermutet, dass âfixierteâ ChromosomenverĂ€nderungen ein Mechanismus zur Artbildung sind.
NĂ€her verwandte Arten oder Artgruppen mĂŒssen nicht immer Ă€hnlichere Chromosomen haben als weiter entfernte Arten. Beispielsweise Ă€hneln Chromosomen der groĂen Menschenaffen einschlieĂlich des Menschen sehr stark denen von Makaken (Macaca fuscata). Die Chromosomen der nĂ€her verwandten kleinen Menschenaffen (Gibbons) unterscheiden sich jedoch sowohl von denen der groĂen Menschenaffen als auch denen der Makaken sehr stark. Durch zahlreiche Umbauten sind nur fĂŒnf der Gibbon-Chromosomen auf ihrer ganzen LĂ€nge (nur) einem menschlichen Chromosom homolog.[17] Offensichtlich gehen also evolutionĂ€re VerĂ€nderungen im Karyotyp in manchen Gruppen (z. B. den Gibbons) sehr viel schneller voran als in anderen (Makaken, groĂe Menschenaffen). Es wird vermutet, dass dies nicht an einer höheren Mutationsrate liegt, sondern an einer hĂ€ufigeren Fixierung von aufgetretenen VerĂ€nderungen. Eine Ursache hierfĂŒr könnten unterschiedliche Lebensstile bzw. Sozialverhalten sein. Gibbons leben in kleinen Gruppen, in denen sich ChromosomenverĂ€nderungen schneller durchsetzen könnten als in groĂen Herden. Bei Gibbons finden sich chromosomale Polymorphismen (Unterschiede) im Karyotyp von untersuchten Tieren der gleichen Art, welche darauf hindeuten, dass die schnelle Chromosomenevolution in dieser Tiergruppe nach wie vor anhĂ€lt. Die verhĂ€ltnismĂ€Ăig groĂe Anzahl der Polymorphismen deutet allerdings auch darauf hin, dass der selektive Nachteil von Mischformen möglicherweise geringer ist als ursprĂŒnglich gedacht.[17]
Menschen haben 46 Chromosomen, davon 2 Geschlechtschromosomen oder Gonosomen (XX bei Frauen, XY bei MĂ€nnern, siehe oben: Geschlechtsbestimmung). Die Chromosomen der ĂŒbrigen 22 Chromosomenpaare werden als Autosomen bezeichnet. Die Autosomen wurden ihrer GröĂe im mikroskopischen PrĂ€parat entsprechend von 1 bis 22 durchnummeriert.
Obwohl sich das X- und das Y-Chromosom in ihrer GröĂe stark unterscheiden, haben sie auch Gemeinsamkeiten. An beiden Enden enthalten sie Regionen, in denen sich die DNA Sequenz zwischen X- und Y-Chromosom stark Ă€hnelt, die pseudoautosomale Regionen (PAR). In den PARs befinden sich mehrere Gene, die also in beiden Geschlechtern doppelt vorhanden sind, und die auch nicht der X-Inaktivierung unterliegen (siehe oben: Dosiskompensation). In diesen Regionen ist wĂ€hrend der Meiose eine Rekombination zwischen X- und Y-Chromosom möglich.
Auch in nicht rekombinierenden Regionen des Y-Chromosoms haben etwa die HĂ€lfte der Gene Entsprechungen auf dem X-Chromosom. Dies sind vor allem Gene des Grundstoffwechsels. Zwei der Gene, die auch auf dem X-Chromosom vorkommen, sind nur im Hoden aktiv. Die ĂŒbrigen Gene ohne Entsprechung auf dem X-Chromosom sind ebenfalls nur im Hoden aktiv, bestimmen das mĂ€nnliche Geschlecht und steuern die Spermien-Produktion. Ein Verlust eines StĂŒckes des langen Armes nahe dem Zentromer fĂŒhrt zu Kleinwuchs.
Durch Chromosomenaberrationen, also Chromosomenmutationen, ChromosomeninstabilitĂ€t, ChromosomenbrĂŒche oder eine falsche Anzahl von Chromosomen (numerische Chromosomenaberration oder Genommutation), kann es zu klinischen Syndromen mit zum Teil schwerwiegender Symptomatik kommen.
Eine Zuordnung der Krankheitsbilder zu entweder Chromosomenmutationen oder numerischen Chromosomenaberration ist nicht immer möglich. So wird z. B. das Down-Syndrom in den meisten FĂ€llen durch ein zusĂ€tzliches, komplettes Chromosom 21 verursacht (freie Trisomie). Etwa 3 % der FĂ€lle beruhen jedoch auf Translokationen, bei denen ein Teil des Chromosoms 21 an ein anderes Chromosom fusioniert ist. Nur dieser Teil ist dann dreifach vorhanden. Die folgenden Syndrome sind meist in ihren jeweils eigenen Artikeln ausfĂŒhrlich behandelt und hier nur ĂŒbersichtsartig dargestellt.
Freie Trisomien bei Lebendgeborenen sind bei den Autosomen nur fĂŒr die Chromosomen 21, 18 und 13 bekannt. Alle drei gehören zu den genarmen Chromosomen (vergleiche zweite Abbildung im Abschnitt G-, R- und andere Chromosomenbanden oben). Daraus lĂ€sst sich schlieĂen, dass freie Trisomien der anderen Autosomen mit dem Leben unvereinbar sind.
Markerchromosomen sind alle nicht ohne weiteres definierbaren Chromosomen, die zusÀtzlich zu den normalen Chromosomen auftreten. Sie bestehen aus Material der normalen Chromosomen, sind aber meist klein, so dass eine Identifizierung durch G-BÀnderung (siehe oben) nicht möglich ist. Diese kann mit hochauflösender Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung erreicht werden.
Monosomien von Autosomen kommen nicht vor. Die damit einhergehenden SchĂ€den sind offenbar mit dem Leben unvereinbar. Es gibt jedoch eine Vielzahl unterschiedlicher Deletionen von TeilstĂŒcken eines Autosoms, die teilweise nur aus wenigen klinischen FĂ€llen bekannt sind. Die folgende Liste ist daher nicht vollstĂ€ndig und umfasst nur die bekanntesten Beispiele.
Weitere Beispiele sind das Williams-Beuren-Syndrom (7q11.23) und das Smith-Magenis-Syndrom (17p11.2 â HĂ€ufigkeit zwischen 1:15.000 bis 1:25.000 Geburten angegeben).
Eine Besonderheit stellen Deletionen der Region 15q11.2-q12 dar. Diese Region unterliegt einer epigenetischen Regulation, dem âImprintingâ: Je nachdem, ob diese Region vom Vater oder von der Mutter vererbt wurde, sind bestimmte Gene aktiv oder inaktiv. Normalerweise sind beide FĂ€lle jeweils einmal vorhanden. Fehlt jedoch einer der beiden, z. B. durch Deletion, so unterscheiden sich die Krankheitsbilder, je nachdem ob eine von der Mutter vererbte (Angelman-Syndrom) oder eine vom Vater vererbte (Prader-Willi-Syndrom) Region fehlt.
Der ICD-10-Code O35.1 wird bei der Betreuung einer werdenden Mutter bei (Verdacht auf) Chromosomenbesonderheit beim ungeborenen Kind angegeben.
Chromosom 1 | Chromosom 2 | Chromosom 3 | Chromosom 4 | Chromosom 5 | Chromosom 6 | Chromosom 7 | Chromosom 8 | Chromosom 9 | Chromosom 10 | Chromosom 11 | Chromosom 12 | Chromosom 13 | Chromosom 14 | Chromosom 15 | Chromosom 16 | Chromosom 17 | Chromosom 18 | Chromosom 19 | Chromosom 20 | Chromosom 21 | Chromosom 22 | X-Chromosom | Y-Chromosom
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Dieser Artikel wurde am 2. Dezember 2003 in dieser Version in die Liste der exzellenten Artikel aufgenommen. |