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Chuzpe [xʊtspə], auch Chutzpe (aus dem jiddischen חוצפה [chùtzpe] von hebräisch חצפה [chuzpà] für „Frechheit, Dreistigkeit, Unverschämtheit“ entlehnt) ist eine Mischung aus zielgerichteter, intelligenter Unverschämtheit, charmanter Penetranz und unwiderstehlicher Dreistigkeit.
Im Hebräischen enthält der Begriff eine negative Bewertung für jemanden, der die Grenzen von Höflichkeit und/oder Anstand aus egoistischen Motiven überschreitet. Im Jiddischen und in den meisten europäischen Sprachen schwingt Anerkennung für eine Form sozialer Unerschrockenheit mit. Hier spricht man insbesondere von Chuzpe, wenn jemand in einer eigentlich verlorenen Situation mit Dreistigkeit noch etwas für sich herauszuschlagen versucht.
Die Bedeutung lässt sich gut durch Beispiele illustrieren.
Oft zitiert wird der Dialog zwischen dem Bettler Reb Nachum (in der jidd. Alltagssprache steht Reb für „Rabbi“) und dem Rabbi des Dorfes in Anatevka (wobei schon die Namensgebung für den Bettler von Chuzpe zeugt: Reb Nachum ist ein bedeutender Schriftgelehrter der jüdischen Überlieferung):
R. N.: „Eine milde Gabe, Herr, eine milde Gabe bitte!“
Rabbi: „Da, Reb Nachum, hast du eine Kopeke.“
R. N.: „Waaas, nur eine Kopeke? Vorige Woche hast du mir zwei gegeben.“
Rabbi: „Ooj..., ich hatte eine schlechte Woche.“
R. N.: „Wie, wenn du eine schlechte Woche hast, soll ich darunter leiden?“
Ein weiteres Beispiel für Chuzpe ist die Geschichte von dem Mann, der Vater und Mutter erschlägt und dann den Richter um mildernde Umstände bittet, da er ja Vollwaise sei.
Ein jüdischer Witz definiert und illustriert zugleich Chuzpe so: