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Ein Clown ist ein Artist, dessen Kunst es ist, Menschen zum Erstaunen, Nachdenken und auch zum Lachen zu bringen. Der Begriff Clown kommt von engl. „Tölpel“ (und damit entweder von lat. colonus für „Bauerntölpel“ oder von altnordisch klunni in der gleichen Bedeutung).
Inhaltsverzeichnis |
Eine erste frühe Erwähnung finden Clowns in der irischen Mythologie: Vom Meeresgott Manannan wird erzählt, dass er sich in Bel-atha Senaig als Clown verkleidete: „And while they were talking, they saw a clown coming towards them, old striped clothes he had, and puddle water splashing in his shoes ...“.[1]
Ab Beginn des 16. Jahrhunderts traten Clowns in den Pausen von englischen Bühnenstücken auf, um die Zuschauer zu unterhalten. Im 16. Jahrhundert erschienen auch Arlecchino (später Harlekin, Hanswurst), Pedrolino (später Pierrot) und Pulcinella im italienischen Stegreiftheater (Commedia dell'arte). Bedeutende Weiterentwicklungen der Figur des Clowns gab es dann im 17. Jahrhundert durch Molière und Mitte des 18. Jahrhunderts durch Carlo Goldoni.
Neben dem Varieté bildet vor allem die Zirkusmanege die Heimat des modernen Clowns. Begonnen hat alles in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in einem mit Sägemehl übersäten Spielzirkel, der durch Philip Astley zum Schauplatz des Clowns wurde. Genutzt wurde dieser vorerst für komische Artistik auf dem Pferderücken (deswegen auch die Kreisform). Hieraus entwickelte sich im Folgenden der Komiker mit dem Pferd, wie beispielsweise bei „scènes de manège“ oder „Two Englishmen on horseback“. Mit der Entstehung fester Spielorte (Cirque Olympique, Medrano, Cirque d’hiver) veränderte sich auch die Darbietung der Clowns. Der Clown trat vornehmlich als Pantomime auf, der tölpelhaft in der Manege herumstolperte, stürzte und sich in Interaktion mit andern Clowns Fußtritte und ähnliches einfing. Hier zeigt sich schon die Ähnlichkeit mit unserem heutigen Zirkusclown, der ein Sammelsurium von gebündelter Sinnlosigkeit aufzeigt, indem er partout durch Türen treten will, auf denen „Gefahr“ steht, neugierig in Gewehrläufe schaut oder aus Hunger auch mal Kerzen aufisst. Mit all diesen Gebärden überschreitet der Clown verbotene Grenzen der Gesellschaft und wird damit zum Spötter der Realität. Der Zirkus mit seinen Clowns bildet so ein verkleinertes Modell der Gesamtheit einer Kultur mit all ihrer Irrationalität und Ironie ab. [2]
Die ersten großen Vorläufer der heutigen Clowns waren die Pantomime-Künstler Jean-Gaspard Deburau mit seiner Nummer „Der Arzt“ und Joseph Grimaldi, der den modernen Clown mit dem geschminkten Gesicht Anfang des 19. Jahrhunderts in London entwickelte, der aber noch nicht im Zusammenhang mit dem Zirkus, sondern mit der englischen Pantomime stand.
Im Zirkus Renz entwickelte Tom Belling die Typologie des „dummen Augusts“, der anfangs das Geschehene karikierte, später aber fast nur mehr gemeinsam mit dem „Weißclown“ im klassischen Clowns-Entrée auftrat.
Wesen und Symbolik des Clowns werden ganz besonders deutlich in der Unterscheidung zwischen den fast immer gemeinsam auftretenden Figuren „Weißclown“ und „dummer August“. Zum Teil wird auch noch die Figur des Zirkusdirektors in diese Differenzierung aufgenommen.
Die Verkleidung des typischen (Zirkus-)Clowns besteht aus verschiedenen Elementen. Er trägt oft zu große, bunte Kleidung, eine Perücke und eine rote Nase. Häufig wird durch Größenkontraste, wie zu große Schuhe und Miniaturinstrumente eine komische Unangemessenheit herausgestellt. Besonders ist auch das geschminkte Gesicht, das je nach Clownstyp variiert.
Weitere Elemente, wie Brillen, Bärte, Hüte etc. werden je nach Situation und Absicht benutzt.[3]
Der Clown als Künstler leistet sowohl eine schauspielerische, also auch eine die Sprache verwendende, als auch eine pantomimische, also wortlose, körperliche Darstellung und zählt unter den sogenannten freien Berufen zum Bereich der darstellenden Kunst. Die von ihm gewählte Aufgabe erfordert ein hohes Maß an Empathie und psychologischem Einfühlungsvermögen, falls er seine Choreografie selbst entwickelt und auf die Interaktion mit dem Publikum eingeht. Ein guter Clown benötigt für seine Arbeit ein reiches inneres Erleben, wozu auch die Lebenserfahrung negativer, trauriger und niederschmetternder Schicksalsschläge gehört, aus denen der Künstler, stellvertretend für sein Publikum, Kraft schöpft, indem er den Dingen eine paradoxe, oft überzogene Seite abgewinnt und darstellt.
Clowns halten immer mehr Einzug im Gebiet der Spitäler und der Heime für Kinder, die unter Behinderungen leiden. So kommt die Figur des Clowns dem Publikum näher und übernimmt einen anderen sozialen Aspekt, der sich dem eines Hofnarren nähert. Sie arbeiten mittels Improvisation und gehen meistens von Kind zu Kind, um ihre Leiden zu mildern. Beispiele dafür sind Die Roten Nasen in Österreich, Hôpiclowns in Frankreich, die Stiftung Theodora in der Schweiz oder der Verein Dr Placebo in Bulgarien.
Die krankhafte Angst vor Clowns wird als Coulrophobie bezeichnet.
Die Universität im englischen Sheffield befragte 250 Kinder im Alter zwischen vier und 16 Jahren über Clowns. Keines gab an, Clownsbilder, die im Krankenhaus an den Wänden hingen, lustig zu finden, einige fürchteten sich vor ihnen. Auffallend viele Kinder hatten ein Unbehagen beim Anblick von Clownsbildern.[4][5]
Der Serienmörder John Wayne Gacy trat als „Pogo der Clown“ auf. Ein Beispiel für einen negativen Clown-Charakter aus der Literatur ist die Gestalt des Pennywise in Stephen Kings Roman Es. Gleiches gilt für die Figur des Captain J. T. Spaulding im Horrorfilm Haus der 1000 Leichen und dem Sequel The Devil’s Rejects.
Im DC-Universum von DC Comics existiert die Schurkenfigur des Joker, der als Antagonist des Helden Batman auftritt. In der erfolgreichen Batman-Verfilmung The Dark Knight übernahm Heath Ledger die Rolle des diabolischen Clowns.
In der Fernsehserie Die Simpsons ist Krusty der Clown ein Superstar für Kinder mit äußerst zweifelhafter Moral. Rauchen, Alkohol, Drogen, Sex und Glücksspiel gehören zu seinen Lebensgewohnheiten und nehmen immer wieder Einfluss auf seine Show sowie seine Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit. Außerdem sind seine Merchandise-Artikel oft leicht entflammbar, giftig oder scharfkantig. Krusty wird häufig auch als vom Leben gezeichnete, tragische Figur dargestellt.