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Common

Dieser Artikel behandelt den US-amerikanischen Rapper und Schauspieler. Zum britischer Astronomen siehe Andrew Ainslie Common
Common in einer Ausgabe von Men's Health (2006)

Common (* 13. MĂ€rz 1972 in Chicago, Illinois; bĂŒrgerlicher Name Lonnie Rashid Lynn) ist ein US-amerikanischer Rapper und Schauspieler.

Inhaltsverzeichnis

Kindheit und Jugend

Commons Eltern ließen sich scheiden, als er sechs Jahre alt war, woraufhin er allein mit seiner Mutter aufwuchs, aber weiterhin mit seinem Vater in Kontakt blieb. In seiner Jugend spielte Basketball eine grĂ¶ĂŸere Rolle fĂŒr Common als die Musik, zudem war er Balljunge bei dem Basketballteam Chicago Bulls. In der Schule war er bereits Mitglied einer Rapgruppe, verließ diese jedoch als er an der „Florida Agricultural and Mechanical University“ ein Studium in Betriebswirtschaftslehre begann.

Karriere

Als Musiker

Durch ein von einem Freund eingeschicktes Tape von Common, wurde das Magazin The Source auf ihn aufmerksam. Nachdem er sein Studium abgebrochen hatte, veröffentlichte er 1992 unter dem Pseudonym „Common Sense“ sein erstes Album Can I Borrow a Dollar. Allerdings waren auf einigen Songs unter anderem frauenfeindliche Aussagen zu hören.

„This is where the later posterboy for conscious hip-hop comes the closest to a negative role model [
]“

– RapReviews.com[1]

Dagegen machte ihn Resurrection 1994 zum festen Bestandteil der Undergroundszene. Er setzte sich vom Gangsta-Image vieler Rapper ab, was man speziell an der Single I Used To Love H.E.R. hören konnte, die weithin als Klassiker des Genres gilt und oft sogar als bester Hip-Hop-Song aller Zeiten benannt wird.[2][3] In dem Song rappt Common ĂŒber eine Freundin von ihm, die mit der Zeit immer berĂŒhmter wird, dabei aber vergisst, wo sie eigentlich herkommt, was als Metapher fĂŒr die damalige Entwicklung des Hip-Hop steht.[4] Da Common erwĂ€hnt, dass diese VerĂ€nderung hauptsĂ€chlich mit ihrem „Umzug“ an die WestkĂŒste zu tun hat, gab es fĂŒr kurze Zeit auch eine Fehde zwischen ihm und dem von dort stammenden Gangsta Rapper Ice Cube.

Kurz darauf musste er seinen KĂŒnstlernamen „Common Sense“ zu „Common“ verkĂŒrzen, da es bereits eine gleichnamige Ska-Band gab. 1997 veröffentlichte er das Album One Day ItÂŽll All Make Sense, an dem viele bekannte Musiker wie De La Soul, Lauryn Hill, Erykah Badu und The Roots mitwirkten. Ebenfalls war er auf Pete Rocks Album Soul Survivor und Talib Kwelis und Mos Defs Black Star zu hören. Kurz zuvor war er Vater von Omoye Assata Lynn geworden, die nach der amerikanischen BĂŒrger- und Menschenrechtlerin Assata Shakur benannt ist.

FĂŒr sein 2000 erschienenes, mit Platz 16 in den Billboard Charts erstmals kommerziell erfolgreiches, Album Like Water For Chocolate trennte er sich von seinen bisherigen Produzenten NO I.D. und Ynot und arbeitete stattdessen mit den Soulquarians (u. a. J Dilla, ?uestlove und D'Angelo) zusammen, mit denen sich Commons Musik vom Jazz hin zum Neo Soul bewegte. FĂŒr den Song The Light (Platz 44 der Billboard Hot 100) wurde Common 2001 erstmals fĂŒr einen Grammy nominiert.[5]

Zwei Jahre spĂ€ter veröffentlichte er das sehr experimentelle Electric Circus. Von manchen Kritikern wurde es fĂŒr seinen Mut, verschiedenste Musikstile zu vermischen gelobt,[6] von anderen dagegen aus demselben Grund kritisiert.[7] Zwei der Songs wurden von den Neptunes produziert, auf einem weiteren Song spielt Prince Gitarre und Keyboard. Das Album entstand in den Electric Lady Studios, die einst Jimi Hendrix gehörten. Der Song Jimi Was A Rockstar ist dem verstorbenen Gitarristen gewidmet. Auf dem achteinhalb-minĂŒtigen Song singt Common gemeinsam mit Erykah Badu, mit der er zum damaligen Zeitpunkt liiert war.

Mit Hilfe seines Freundes und Produzenten Kanye West kehrte er mit dem Album Be 2005 zurĂŒck zu seinen souligen, Sample-lastigen Wurzeln und wurde dafĂŒr von den Kritikern hochgelobt.[8] Mit Platz 2 der US-Charts war es das bis dahin erfolgreichste Album Commons und wurde des Weiteren fĂŒr vier Grammys nominiert. Das Album war die zweite Veröffentlichung auf Wests Label GOOD Music, bei dem Common unter Vertrag steht. Neben West produzierte der Anfang 2006 verstorbene J Dilla erneut zwei Songs des Albums.

Danach hatte Common Gastauftritte auf dem Fort Minor-Album The Rising Tied, Late Registration von Kanye West, dem MTV Unplugged-Album von Alicia Keys, dem postum veröffentlichten J Dilla-Album The Shining und auf dem Album Introducing Joss Stone. Zusammen mit will.i.am steuerte er den Song A Dream als Titelsong zum Soundtrack des Films Freedom Writers bei und schrieb fĂŒr den Film Smokin' Aces zusammen mit Bilal das StĂŒck Play Your Cards Right.

Commons siebtes Album Finding Forever wurde am 31. Juli 2007 veröffentlicht. Das Album wurde erneut grĂ¶ĂŸtenteils von Kanye West produziert, neben einzelnen Titeln von will.i.am, Devo Springsteen, Karriem Riggins und J Dilla. Es stieg in der ersten Woche auf Platz 1 der Billboard Charts ein, wofĂŒr sich Common bei seinen Fans bedankte.[9]

„It's a testament to the fact that good music is alive. People do get into music that means something and that's creative [
] You feel like a lot of the work is payin' off.“

Ebenfalls 2007 grĂŒndete er die „Common Ground Foundation“, die sich unter anderem mit der Bildung Unterprivilegierter und HIV/AIDS-PrĂ€vention befasst.[10] Im selben Jahr wurde er außerdem fĂŒr drei Grammys nominiert. Er gewann den begehrten Musikpreis fĂŒr seinen mit Kanye West aufgenommenen Song Southside in der Kategorie Best Rap Performance by a Duo or Group. Bereits 2003 gewann er zusammen mit Erykah Badu in der Kategorie Best R&B Song seinen ersten Grammy. Der Song Love of My Life (An Ode to Hip-Hop), der zweimal nominiert war, findet sich darĂŒber hinaus auf dem Soundtrack des Films Brown Sugar, in dem Common cineastisch debĂŒtierte.

Nach mehreren Verschiebungen veröffentlichte Common im Dezember 2008 sein achtes Soloalbum namens Universal Mind Control (vormals Invincible Summer).[11] Das Album wurde von The Neptunes und Mr. DJ, der unter anderem mit OutKast gearbeitet hat, produziert; Kanye West ist Executive Producer.[12] Es unterscheidet sich stark von Commons vorherigen Alben durch weniger ernsthafte Themen und musikalische ElectroeinflĂŒsse.[13] Er selbst beschrieb es als „Album zum WohlfĂŒhlen“, dass nach „positive[n] Vibes, Sonne, Cocktails“ und „entspannte[n] Partys“ klĂ€nge.[12] Als erstes Album von Common erhielt Universal Mind Control grĂ¶ĂŸtenteils vernichtende Kritiken,[14] das E-Zine PopMatters etwa bezeichnete das Werk als „gekĂŒnstelt und banal“.[15]

Im Juni 2009 war Common auf dem StĂŒck Don't Charge Me for the Crime von den Jonas Brothers zu hören.

Musikstil

Aufgrund seiner zum Teil sozialkritischen und oft nachdenklichen Texte, seines retrospektiven Musikstils mit Jazz- und Soul-Anleihen und seiner Kollaborationen mit Musikern wie The Roots, Talib Kweli und Mos Def wird Common als Conscious-Rapper angesehen. Momentan ist er wohl der erfolgreichste und bekannteste in dieser Kategorie.[16]

Als Buchautor

Common hat zwei KinderbĂŒcher namens The Mirror and Me (2005) und I Like You but I Love Me (2006) geschrieben, die das SelbstwertgefĂŒhl des Lesers steigern sollen, indem dieser merkt, dass man, anstatt sich anzupassen, sich selbst lieben muss, wie man ist. Erst dann können andere dies auch tun. I Like You But I Love Me wurde 2007 fĂŒr einen NAACP Image Award nominiert.[17]

Im Juni 2008 grĂŒndete Common „The Corner Club“, der Jugendliche dazu ermuntern soll, mehr zu lesen.[18]

Als Schauspieler

Seit 2007 ist Common regelmĂ€ĂŸig in Kinofilmen zu sehen. Im MĂ€rz hatte Common im Film Smokin' Aces, in dem unter anderem auch Ben Affleck und Alicia Keys mitspielen, eine Rolle. Ende des Jahres spielte er im Thriller American Gangster neben Russell Crowe und Denzel Washington. 2008 war er in den Actionfilmen Street Kings mit Keanu Reeves, Forest Whitaker und Hugh Laurie und Wanted mit Angelina Jolie und Morgan Freeman zu sehen. In der Verfilmung der Justice League wird er voraussichtlich als Green Lantern zu sehen sein,[12] ebenso in Terminator: Die Erlösung, dem vierten Teil der Terminator-Reihe.[19] 2010 war er in der Actionkomödie Date Night - Gangster fĂŒr eine Nacht neben Steve Carell und Tina Fey zu sehen. Seit 2011 ist er in einer Hauptrolle in der AMC-Serie Hell on Wheels zu sehen.

Diskografie

Can I Borrow a Dollar?
  • Erschienen: 6. Oktober 1992
  • Billboard-200-Chartposition: -
  • Singles:
    • "Take It EZ"
    • "Breaker 1/9"
    • "Soul by the Pound"
Resurrection
  • Erschienen: 25. Oktober 1994
  • Billboard-200-Chartposition: 179
  • Singles:
    • "I Used to Love H.E.R."
    • "Resurrection"
One Day It'll All Make Sense
  • Erschienen: 30. September 1997
  • Billboard-200-Chartposition: 62
  • Singles:
    • "Retrospect for Life" (feat. Lauryn Hill)
    • "Reminding Me (Of Sef)" (feat. Chantay Savage)
    • "All Night Long" (feat. Erykah Badu)
Like Water for Chocolate
  • Erschienen: 28. MĂ€rz 2000
  • Billboard-200-Chartposition: 16
  • Singles:
    • "The 6th Sense"
    • "The Light" (Platz 44)
Electric Circus
  • Erschienen: 10. Dezember 2002
  • Billboard-200-Chartposition: 47
  • Single: "Come Close" (feat. Mary J. Blige) (Platz 65)
Be
  • Erschienen: 24. Mai 2005 (USA)/ 30. Mai 2005 (DE)
  • Billboard-200-Chartposition: 2
  • Singles:
Finding Forever
  • Erschienen: 31. Juli 2007 (USA)/ 3. August 2007 (DE)
  • Billboard-200-Chartposition: 1
  • Singles:
Universal Mind Control
  • Erschienen: 5. Dezember 2008 (DE)/ 9. Dezember 2008 (USA)
  • Billboard-200-Chartposition: 12
  • Singles:
    • "Universal Mind Control" (feat. Pharrell) (Platz 62)
The Dreamer/The Believer
  • Erschienen: 24. Februar 2012 (DE)/ 20. Dezember 2011 (USA)
  • Billboard-200-Chartposition: 18

Auszeichnungen

  • Grammy Awards
    • 2003: Best R&B Song - „Love of My Life (An Ode to Hip-Hop)“ (Erykah Badu feat. Common)[1]
    • 2008: Best Rap Performance by Duo or Group - „Southside“ (Common feat. Kanye West)[2]
  • BET Awards
    • 2003: Video of the Year - „Love of My Life (Ode to Hip-Hop)“
  • BET Hip Hop Awards
    • 2006: Element Award: Lyricist of the Year
    • 2007: Lyricist of the Year
    • 2007: CD of the Year - Finding Forever
  • Black Reel Awards
    • 2003: Best Film Song - „Love of My Life (Ode to Hip-Hop)“

Filmografie

Common hatte zudem einen Cameo-Auftritt in der Fernsehserie Scrubs – Die AnfĂ€nger.

Weblinks

 Commons: Common â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ rapreviews.com: Rezension zu Can I Borrow a Dollar?
  2. ↑ about.com: „100 Greatest Rap Songs“
  3. ↑ „100 Best Rap Singles“, gewĂ€hlt von The Source
  4. ↑ rapreviews.com: Rezension zu Resurrection
  5. ↑ laut.de: Biografie ĂŒber Common
  6. ↑ laut.de: Rezension zu Electric Circus
  7. ↑ rapreviews.com: Rezension zu Elecric Circus
  8. ↑ allmusic.com: Rezension zu Be
  9. ↑ youtube.com: „Common #1 on Billboard Charts“, hinzugefĂŒgt am 10. August 2007
  10. ↑ „Common - hat nun seine Foundation gegrĂŒndet“, 11. Oktober 2007
  11. ↑ „Album Cover: Common - ‘Universal Mind Control’“, 9. Oktober 2008
  12. ↑ a b c Juice, Ausgabe September 2008
  13. ↑ „Common Readies Invincible Summer For July Release“, 1. Mai 2008
  14. ↑ Metacritic: Gesammelte Bewertungen von Universal Mind Control
  15. ↑ PopMatters: Rezension von Universal Mind Control, 16. Dezember 2008
  16. ↑ arte.tv: „Backstage - Conscious Hiphop“, aktualisiert am 27. Mai 2004
  17. ↑ „The 38th NAACP Image Awards“ (PDF)
  18. ↑ viviano.de: „Common: Jugendliche mĂŒssen mehr Lesen“, 9. Juni 2008
  19. ↑ common-music.de: Homepage von Common, 7. Mai 2008
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