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Ein Containerterminal (CT) ist eine Anlage, an der Container mindestens zwischen zwei Transportmitteln umgeschlagen werden. Auch wenn häufig an die großen Seeschiffsterminals gedacht wird, sind auch Binnenschiffsterminals an den Kanälen oder Flüssen als Containerterminal zu berücksichtigen. Ebenso gibt es Containerterminals, die für den Umschlag von der Straße auf die Schiene sorgen (Bsp. Kanaltunnel). Im folgenden Beitrag liegt der Schwerpunkt bei den Seeschiffsterminals, hier werden Container zwischen Containerschiffen, Feederschiffen, Binnenschiffen und Landtransportmitteln (Lastkraftwagen oder Eisenbahn) umgeladen („umgeschlagen“) und auch kurz zwischengelagert. Besonders viel Beachtung finden Kühlcontainer, die elektrisch angeschlossen werden und deren Zustand regelmäßig überwacht und dokumentiert werden muss. Eine Sonderrolle spielen wasserseitige Leercontainer-Terminals, die eingerichtet wurden, um die Kapazität der Seeschiffsterminals besser zu nutzen.
Containerterminals spielen im Rahmen der nationalen und internationalen Transportketten eine besondere Rolle. Sie sind Knotenpunkte der Transportwege und müssen außerdem den Modenwechsel (Umschlag) zwischen Seeschiffen und Feederschiffen (Zubringern) oder Bahn und Straße vornehmen. Dazu kommen Aufgaben wie das Zusammenfassen von Ladungen in Containern sowie das Lagern und Verteilen von Containern.
Inhaltsverzeichnis |
Mit der breiten Verwendung von Standardcontainern als Transportbehälter seit den 1960er Jahren wurden zunehmend Schiffe und Häfen für den Containerumschlag und -Transport ausgerüstet. Am Beispiel des Hamburger Hafens wird sichtbar, wie rapide sich diese Entwicklung vollzogen hat:
Mitte 1968 wurde das erste amerikanische Vollcontainerschiff in Hamburg abgefertigt. Im gleichen Jahr entstand im Stadtteil Waltershof ein Terminal für den Containerumschlag mit zunächst vier Liegeplätzen. 1969 wurden bereits 60.805 TEU (Twenty-foot Equivalent Unit, Abkürzung für die Entsprechung eines 20-Fuß-Standard-Containers) umgeschlagen, das machte gerade einen Anteil am Stück- und Sackgutverkehr von 3,2 % aus. In den Folgejahren nahm die Stückzahl abgefertigter Container kontinuierlich zu: 2004 wurden hier bereits über sieben Millionen TEU umgeschlagen. Inzwischen befindet sich weit über 90 % des Stückguts, das in Hamburg und anderen großen europäischen Seehäfen umgeschlagen wird, in Containern.
Nach 35 Jahren dominiert der Containerumschlag damit den konventionellen Umschlag. Es wird allgemein damit gerechnet, dass sich dieser Trend fortsetzen wird – derzeit mit einer Steigerungsrate von jährlich über 10 %.
Seit 2009, bedingt durch die weltweite Wirtschaftskrise, wurden insbesondere die deutschen Containerterminals mit Umschlagrückgängen von bis zu 25 % stark getroffen. Während die südostasiatischen Häfen nur moderate Abschläge hinnehmen mussten, sah es in Europa und in den USA mit dem Umschlagrückgang dramatisch aus. Die unten gezeigte Containerumschlagstatistik für die größten Containerhäfen zeigt für das Jahr 2009 ein völlig anderes Bild. Europäische und US-Häfen fallen immer weiter zurück, während chinesische Häfen nach Singapur die Spitzenplätze belegen. Während Hamburg von Platz 11 auf voraussichtlich Platz 18 mit jetzt 7 Mio. TEU absteigen wird, verschwindet Bremerhaven durch den starken Rückgang völlig aus den Top 20 Containerhäfen der Welt. [1]
Der Umschlag erfolgt in den industrialisierten Ländern vorwiegend mit landseitiger Ausrüstung, den riesigen Containerbrücken, die je nach Hafen und Schiffsbreite unterschiedlich groß sind. In der Regel haben sie Tragfähigkeiten von 30 bis 40 Tonnen und schaffen etwa 20 bis 30 Umschlagvorgänge pro Stunde. In den Tiefwasserhäfen spricht man von Panamaxbrücken, da die Panamax-Containerschiffe Breiten von über 32 Meter bis etwa 50 Meter aufweisen. Da die Investitionen in die Containerbrücken sehr hoch sind, haben kleinere Häfen in den Schwellenländern darauf verzichtet. Dann erfolgt der Umschlag mit schiffseigenen Kränen oder sogenannten Portalkränen. Daher sind universell einsetzbare kleine oder mittelgroßen Containerschiffe bis 2500 TEU Containerstellplätze mit eigenen Umschlagseinrichtungen ausgestattet.
| Platz (2010) |
Hafen | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Singapur (Republik Singapur) | 29.069.000 | 25.002.000 | 29.918.200 | 27.932.000 | 24.792.400 | 23.192.000 | 21.329.000 | 18.410.500 | 16.940.900 |
| 2. | Shanghai (VR China) | 28.430.800 | 25.866.000 | 27.980.000 | 26.168.000 | 21.710.000 | 18.084.000 | 14.557.200 | 11.281.000 | 8.620.000 |
| 3. | Hongkong (VR China) | 23.532.000 | 20.983.000 | 24.248.000 | 23.881.000 | 23.234.000 | 22.427.000 | 21.984.000 | 20.449.000 | 19.144.000 |
| 4. | Shenzhen (VR China) | 22.509.000 | 18.250.000 | 21.413.888 | 21.099.000 | 18.468.900 | 16.197.173 | 13.655.484 | 10.649.900 | 7.613.754 |
| 5. | Busan (Südkorea) | 14.157.300 | 11.954.850 | 13.425.000 | 13.270.000 | 12.030.000 | 11.840.445 | 11.491.968 | 10.407.809 | 9.453.356 |
| 6. | Ningbo (VR China) | 13.144.000 | 10.502.800 | 11.226.000 | 9.349.000 | 7.068.000 | 5.208.000 | 4.005.500 | 2.772.200 | 1.860.000 |
| 7. | Guangzhou (VR China) | 12.550.000 | 11.190.000 | 11.001.300 | 9.200.000 | 6.600.000 | 4.683.000 | 3.308.200 | 2.761.000 | 2.180.000 |
| 8. | Qingdao (VR China) | 12.012.000 | 10.260.000 | 10.320.000 | 9.462.000 | 7.702.000 | 6.307.000 | 5.139.700 | 4.238.000 | 3.410.000 |
| 9. | Dubai (VAE) | 11.600.000 | 11.124.100 | 11.827.299 | 10.653.026 | 8.923.465 | 7.619.222 | 6.428.883 | 5.151.955 | 4.194.264 |
| 10. | Rotterdam (Niederlande) | 11.145.800 | 9.743.300 | 10.783.825 | 10.790.604 | 9.690.052 | 9.286.757 | 8.280.787 | 7.143.920 | 6.506.311 |
| 11. | Tianjin (VR China) | 10.080.000 | 8.700.000 | 8.500.000 | 7.103.000 | 5.900.000 | 4.801.000 | 3.814.000 | 3.015.000 | 2.408.000 |
| 12. | Kaohsiung (Taiwan) | 8.871.745 | 8.581.300 | 9.676.554 | 10.256.829 | 9.774.670 | 9.470.000 | 9.714.115 | 8.843.365 | 8.493.052 |
| 13. | Port Klang (Malaysia) | 8.870.000 | 7.309.780 | 7.970.000 | 7.120.000 | 6.320.000 | 5.543.527 | 5.243.593 | 4.841.235 | 4.533.212 |
| 14. | Antwerpen (Belgien) | 8.468.475 | 7.309.639 | 8.662.890 | 8.175.951 | 7.018.799 | 6.488.029 | 6.063.746 | 5.445.437 | 4.777.151 |
| 15. | Hamburg (Deutschland) | 7.900.000 | 7.010.000 | 9.737.110 | 9.889.792 | 8.861.804 | 8.087.545 | 7.003.479 | 6.137.926 | 5.373.999 |
| 16. | Los Angeles (USA) | 7.831.900 | 6.749.000 | 7.849.985 | 8.355.039 | 8.469.853 | 7.484.624 | 7.321.433 | 7.178.940 | 6.105.857 |
| 17. | Tanjung Pelepas (Malaysia) | 6.530.000 | 6.016.500 | 5.600.000 | 5.500.000 | 4.770.000 | 4.169.177 | 4.020.421 | 3.487.320 | 2.660.000 |
| 18. | Long Beach (USA) | 6.263.500 | 5.067.600 | 6.487.816 | 7.312.465 | 7.290.365 | 6.709.818 | 5.779.852 | 4.658.124 | 4.526.365 |
| 19. | Xiamen (China) | 5.820.000 | 4.680.300 | - | - | - | - | - | - | - |
| 20. | New York (USA) | 5.292.000 | 4.561.850 | 5.265.053 | 5.299.105 | 5.128.430 | 4.792.922 | 4.478.480 | 4.067.811 | 3.749.014 |
| 21. | Dalian (China) | 5.242.000 | 4.576.500 | - | - | - | - | - | - | - |
| 22. | Laem Chabang (Thailand) | 5.068.100 | 4.621.600 | - | - | - | - | - | - | - |
| 23. | Bremen/Bremerhaven (Deutschland) | 4.871.300 | 4.535.850 | 5.529.159 | 4.912.177 | 4.449.624 | 3.743.969 | 3.469.253 | 3.189.853 | 3.031.587 |
Die unterschiedlichen Vor- und Nachlaufzeiten auf der Straße oder mit der Bahn sowie die langen Fahrzeiten mit dem Schiff erfordern eine verschiedenartige und ausgleichende Verteilung der Containermengen über der Zeit. Die Containerterminals sind daher auch ein Pufferspeicher, der mit entsprechenden Lagerflächen diesen Ausgleich ermöglicht.
Dadurch ist es nicht erforderlich, dass die beteiligten Transportmoden für Land- und Seeverkehr aufeinander warten. Die systematische Bewirtschaftung der Terminalflächen berücksichtigt die voraussichtlichen Liegeplätze der Schiffe, den Stauplan im Schiff und die Fahrwege, um die entsprechenden Kranpositionen in der richtigen Reihenfolge zu erreichen und die Liegezeiten für die Schiffe durch solche Vorbereitung zu minimieren. Ebenso berücksichtigt die systematische Bewirtschaftung der Terminalflächen die möglichst vollständige Beladung von Zügen in möglichst kurzer Zeit, damit die beschränkte Anzahl an Ladegleisen so kurz wie möglich belegt ist.
In einigen Häfen erfolgt der Transport der Container von der Kranbrücke zum Lagerplatz vollautomatisch mit führerlosen Fahrzeugen, die autonom gesteuert werden (siehe Containerterminal Altenwerder, Terminal ECT Rotterdam). Die Wahl des Betriebskonzepts für ein Containerterminal wird von der gewünschten Flexibilität und dem verfügbaren Investitionsbudget bestimmt. Vollautomatisierung erfordert erheblich höhere Investitionen und ist weniger flexibel, als ein mit manuell gesteuertem Gerät bewirtschaftetes Terminal. Zudem ist in einem vollautomatischen Terminal aus Sicherheitsgründen keine Steigerung der Spitzenleistung durch einen Mischbetrieb mit manuell gesteuertem Gerät möglich.
Die Container in Innenland-Terminals werden ebenfalls mittels Kranbrücken von Bahnwagen auf Straßenfahrzeuge umgeladen oder in kleineren Anlagen mit Hilfe von Reach-Stackern.
Siehe auch: Kombinierter Verkehr
In Deutschland gab und gibt es mehrere große Projekte, um dem wachsenden Containerumschlag gerecht zu werden: