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Cornel West (* 2. Juni 1953 in Tulsa, Oklahoma) ist einer der führenden Intellektuellen afroamerikanischer Herkunft. Gegenwärtig ist West Universitätsprofessor für Theologie und afroamerikanische Studien an der Universität Princeton. West ist beeinflusst vom Neuen Historismus, vom Pragmatismus, aber auch vom undogmatischen Marxismus und von baptistischer Theologie.
Inhaltsverzeichnis |
West, Enkel eines Predigers, wurde bereits als Jugendlicher von der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung geistig und politisch inspiriert. Mit 17 Jahren schrieb er sich an der Harvard-Universität ein, wo er unter anderem John Rawls hörte, später studierte er an der Princeton-Universität, z. B. bei dem bekannten Pragmatiker Richard Rorty. 1980 promovierte Cornel West mit einer Arbeit über ethische Aspekte des Marxismus.
Anschließend Assistenzprofessor für Theologie in New York, war er auch an der Universität Yale und an der Sorbonne tätig, bevor er wieder nach Princeton wechselte. Dort arbeitete er mit Toni Morrison, der Literatur-Nobelpreisträgerin, zusammen.
Seine Essaysammlung „Race Matters“ von 1993, unter anderem eine Analyse der Unruhen in Los Angeles nach dem Polizei-Skandal um Rodney King, geriet zu einem Bestseller. In der Folgezeit nahm er an Präsident Clintons „National Conversation on Race“ teil. Nach einem erneuten Wechsel der Universität wurde Cornel West 1998 in Harvard zum Universitätsprofessor ernannt. Hochschulinterne Auseinandersetzung über Wests außeruniversitäre Aktionen (z. B. spielte der Gelehrte Hip-Hop-Alben ein) führten Cornel West 2002 schließlich wieder an die Princeton Universität. 2004 engagierte er sich für den Politiker Al Sharpton.
West erhielt u. A. den American Book Award. Er ist Ehrenvorsitzender der Democratic Socialists of America.
Cornel West kann, teilweise auch gedeckt durch Selbstaussagen, als „organischer Intellektueller“ im Sinne Gramscis verstanden werden. Als inspirierendes Vorbild nennt West u. A. Martin Luther King. Rein akademische Tätigkeit allein ist daher nicht Sache dieses Gelehrten. Die ihm manchmal von Kritikern angekreideten campusfernen Aktivitäten (West wirkte z. B. an einem Hollywood-Film mit), seine mit Bemerkungen zur schwarzen Populärkultur und zu aktuellen politischen Entwicklungen angereicherten gelehrten Essays gehören zu Wests Selbstverständnis als engagierter und Partei nehmender „Kulturarbeiter“. Er kritisiert dabei nicht nur Rassismus in der weißen Mehrheitsgesellschaft, sondern beispielsweise auch den Konsumismus und die Entsolidarisierung-Tendenzen in der schwarzen Mittelschicht, sowie die Schwächen der afro-amerikanischen Eliten.
Zweifellos bewegt sich West dabei auf schmalen Graten - zwischen „insularem“ Akademismus und gesellschaftspolitischer Einmischung, zwischen „prophetischer“ Theologie und säkularer Philosophie, zwischen demokratisch-inkrementalistischem Pragmatismus und marxistischer „Umwälzung“, zwischen Loyalität zur elitären wissenschaftlichen Gemeinschaft und Verantwortlichkeit gegenüber der afro-amerikanischen Öffentlichkeit. Diesen Balanceakt hat West nach Meinung mancher aber bisher recht gut absolviert: „Cornel West ist der bemerkenswerteste afro-amerikanische Intellektuelle seiner Generation.“ (Henry Louis Gates Jr.)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | West, Cornel |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Intellektueller |
| GEBURTSDATUM | 2. Juni 1953 |
| GEBURTSORT | Tulsa, Oklahoma |