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Die Courbette (von frz. „courbette“ = tiefe Verbeugung, Bückling) ist ein Begriff aus der klassischen Reitkunst, sie zählt zu den Schulen über der Erde. Diese werden unterschieden in Erhebungen (Levade und Pesade) und Schulsprünge (Croupade, Ballotade, Kapriole, Courbette).
Die Courbette stellt eine Veredlung der Grundgangart Galopp dar. Ihre ausdrucksvolle erhobene Phase ist (mit Mezair, Terre à Terre und Carrière) die einzige Darstellungsform von galoppierenden Pferden in der bildenden Kunst bis zur Erfindung der Photographie.[1]
Courbette nennt man einen kurzen, hocherhobenen Schaukelgalopp im Zweitakt. Beide Vorderhufe werden erhoben und wieder abgesetzt, dann springen beide Hinterbeine in einem Satz nach. Es resultiert nur wenig oder gar kein Raumgewinn. Weniger erhaben gesprungen nennt man diese Bewegung Mezair. Springen die Beinpaare nicht exakt nebeneinander, sondern versetzt voreinander, spricht man von Terre-à-terre.[2]
Ab 1850 erfolgt eine Unterscheidung von Courbette (wie oben beschrieben) und Doppelcourbette durch Seeger, Steinbecht und Holleufer. Bei der Doppelcourbette springt das Pferd in dem Moment der Courbette, da es die Vorderbeine in der Luft hat, einen Satz auf den Hinterbeinen nach vorn (es "rebattiert") und landet erst dann wieder mit den Vorderbeinen.[3]
Aus diesem einfachen Rebattieren hat sich in der Spanischen Hofreitschule in Wien die Praxis entwickelt, Pferde mehrere Sprünge hintereinander auf den Hinterbeinen vollführen zu lassen. Dieses Mehrfachrebattieren nennt man die „Wiener Courbette“.
In der 1814 in Saumur gegründeten Militärakademie Cadre Noir wird unter „Courbette“ eine sehr hohe, kurze Pesade verstanden.
„In der Jetztzeit hat sich die Bedeutung des Begriffs in Saumur und Wien gewandelt. In Saumur ist die Courbette eine Pesade, Wien ein Hankensprung.“
– Berthold Schirg: Reitkunst im Spiegel ihrer Meister, Band 2, 1992