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Cricket (engl. [ËkrÉȘkÉȘt], sehr selten dt. Kricket) ist eine Mannschaftssportart, die vor allem in den LĂ€ndern des Commonwealth sehr beliebt und in einigen LĂ€ndern auch Nationalsport ist.
Beim Cricket dreht sich alles um das Duell zwischen dem Werfer (Bowler) und dem Schlagmann (Batsman). Der Bowler versucht den Batsman zu einem Fehler zu bewegen, damit dieser ausscheidet, der Batsman seinerseits versucht den Ball wegzuschlagen, wofĂŒr er Punkte (Runs) bekommen kann. Der Bowler wird durch die anderen Feldspieler unterstĂŒtzt, die den Ball so schnell wie möglich wieder zurĂŒckbringen mĂŒssen.
Inhaltsverzeichnis |
WĂ€hrend bei anderen Sportarten beide Mannschaften praktisch in jeder Spielphase punkten können, ist im Cricket jeweils eine Zeit lang eine Mannschaft diejenige, die Runs (Punkte) erzielt, wĂ€hrend die andere versucht, dies zu verhindern; anschlieĂend wird gewechselt. Eine solche Phase heiĂt Innings. Ein vollstĂ€ndiges Cricketspiel besteht je nach Spielformat aus einem oder zwei Innings pro Mannschaft. Eine Cricketmannschaft besteht aus elf Spielern. Von der Mannschaft, die Runs erzielt, der Schlagmannschaft, sind immer nur zwei gleichzeitig auf dem Spielfeld, die Batsmen. Die Spieler der Feldmannschaft sind alle auf dem Platz.
Die Batsmen stehen einander auf der Pitch gegenĂŒber. Hinter ihnen steht je ein Wicket. Ein Bowler der anderen Mannschaft wirft von einem Ende der Pitch auf das etwa 20 Meter entfernte Wicket am anderen Ende und versucht dafĂŒr zu sorgen, dass der Batsman, der vor diesem Wicket steht, einen Fehler begeht und ausscheidet (Dismissal). Der Batsman wiederum versucht den Ball mit Hilfe seines SchlĂ€gers abzuwehren oder wegzuschlagen. Ein Run wird erzielt, wenn es den Batsmen gelingt, die Position zu tauschen. Dies geschieht regelmĂ€Ăig dadurch, dass der Ball weggeschlagen wird und beide Batsmen einmal oder mehrmals ĂŒber die Pitch rennen, bevor die Spieler der Feldmannschaft den Ball wieder zurĂŒckbringen können.
Scheidet ein Batsman aus, so ĂŒbernimmt ein neuer Spieler seiner Mannschaft dessen Position. Haben alle Mannschaftsmitglieder einmal ihre Position als Batsman eingenommen und sind zehn von ihnen wieder ausgeschieden, so dass ein Batsman ohne Partner ĂŒbrig bleibt, endet das Innings. Jetzt tauschen die beiden Mannschaften die Rollen. Die Mannschaft, die bislang versucht hat Runs zu erzielen, versucht die gegnerischen Batsmen ausscheiden zu lassen und die andere versucht möglichst viele Runs zu erzielen.
Die Mannschaft, die in ihrem einen oder ihren beiden Innings zusammen mehr Runs erzielt und es schafft, die gegnerische Mannschaft einmal bzw. zweimal ausscheiden zu lassen, gewinnt das Spiel (vgl. Ergebnis (Cricket)).
Als oberste Instanz der Cricket-Regeln ist der Marylebone Cricket Club (MCC) in London anerkannt, obwohl internationales Cricket unter der FĂŒhrung des International Cricket Council (ICC) durchgefĂŒhrt wird.
Cricket wird auf einem groĂen, ovalen Platz gespielt, dessen Ă€uĂere Begrenzung (Boundary) beispielsweise durch ein Seil markiert ist. In der Mitte des Spielfeldes befindet sich ein besonders prĂ€parierter, 20,12 Meter (22 Yards) langer und 3,05 Meter (10 feet) breiter Streifen â die so genannte Pitch. An den beiden Enden dieser Pitch sind jeweils drei StĂ€be (Stumps) aufgestellt, auf denen lose je zwei kleinere QuerstĂ€be (Bails) liegen. Diese beiden Sets von StĂ€ben werden Wickets genannt.
Eine Cricketmannschaft besteht aus elf Spielern. In sehr eingeschrĂ€nktem MaĂe ist auch der Einsatz von Substitutes und Runnern fĂŒr verletzte Spieler möglich, taktische Einwechslungen gibt es jedoch nicht. Im Verlauf eines Cricketspiels ĂŒbernehmen die Spieler je nach Spielsituation verschiedene Rollen.
Bei einem Cricketspiel stehen sich die Teams immer abwechselnd als Schlagmannschaft (batting side) und Feldmannschaft (fielding side) gegenĂŒber. Ein solcher Spieldurchgang wird Innings genannt (im Gegensatz zum Baseball auch im Singular mit -'s') und nach der Mannschaft benannt, die in diesem Durchgang am Schlag ist. Ein Spiel besteht aus einem oder zwei Innings pro Mannschaft.
Die Schlagmannschaft versucht, eine möglichst hohe Zahl von Runs, also Punkten, zu erzielen. Dazu befindet sich je ein Schlagmann (Batsman) an den beiden Wickets, die an den Enden der Pitch stehen. Ansonsten sind keine Spieler der Schlagmannschaft auf dem Spielfeld, diese kommen erst zum Einsatz, sobald einer der Batsmen ausscheidet.
Der Werfer (Bowler) der Feldmannschaft bowlt (siehe Wurftechnik) von einem Ende der Pitch jeweils sechs WĂŒrfe, ein so genanntes Over, auf den jeweils gerade am anderen Ende der Pitch befindlichen Batsman. Dieser Batsman wird Striker genannt. Hinter ihm und seinem Wicket steht ein weiteres Mitglied der Feldmannschaft, der Wicket-Keeper, welcher als einziger seines Teams Fanghandschuhe trĂ€gt. Die restlichen neun Spieler der Feldmannschaft, die Fielders, sind auf dem Spielfeld verteilt.
An dem Pitchende, von dem aus gerade gebowlt wird, steht einer der beiden Schiedsrichter (Umpires), der andere steht auf Höhe des Strikers, aber ungefÀhr 20 Meter von der Pitch entfernt.
Nach jedem Over wird der Bowler gewechselt und vom anderen Ende der Pitch aus gebowlt, die Batsmen bleiben aber jeweils an dem Pitchende, an dem sie gerade stehen. Kein Bowler darf also zwei Over hintereinander absolvieren. Meist wechseln sich eine Zeit lang zwei Spieler ab.
Die genaue Angabe des Ergebnisses hÀngt von mehreren Faktoren ab.
Die Wurftechnik des Bowlers ist durch die Regeln gröĂtenteils vorgeschrieben. Der Wurfarm darf, sobald er die Höhe der Schulter erreicht hat, nicht mehr gestreckt werden, was in der Praxis fast immer dazu fĂŒhrt, dass der Arm in diesem Moment schon voll gestreckt ist und bleibt. Ansonsten wird der Wurf ungĂŒltig, siehe No Ball. Diese Technik wird Bowlen genannt, im Cricket werden deshalb die Begriffe werfen und bowlen streng unterschieden.
Eine weitere Besonderheit ist die Tatsache, dass der Ball so gebowlt wird, dass er vor dem Striker auf dem Boden aufkommt. Die Regeln schreiben dies zwar nicht vor, sie verbieten allerdings, dass der Ball den Batsman volley ĂŒber HĂŒfthöhe erreicht. FĂŒr volley benutzt man im Cricket den Begriff full toss. Obwohl der Ball beim Aufkommen viel an Geschwindigkeit verliert, wird dem Batsman das Schlagen des Balles erschwert. Denn zum einen kann der Ball durch Spin oder eine Ă€hnliche Technik eine starke seitliche Bewegung erfahren, zum anderen ist die Höhe des Balles beim Batsman, zusammen mit dem damit verbundenen Steigungswinkel, schwerer einzuschĂ€tzen und ein Schlag oft nur unzureichend zu kontrollieren.
Hochspezialisierte Fast Bowler können den Spielball auf ĂŒber 160 km/h beschleunigen.
Der Striker hat zwei Ziele. Zum einen verteidigt er sein Wicket, d. h. er verhindert, dass es vom gebowlten Ball getroffen wird. Zum anderen wird er, wann immer ihm dies möglich erscheint, versuchen, den Ball so wegzuschlagen, dass er genug Zeit hat, zum anderen Wicket hinĂŒberzulaufen. Sein Partner, der Non-Striker, welcher am anderen Ende der Pitch neben dem dortigen Wicket steht, damit der Bowler der Feldmannschaft Platz zum bowlen hat, muss dann ebenfalls zum gegenĂŒberliegenden Pitchende laufen. Den Batsmen bleibt die Entscheidung, ob losgelaufen wird oder nicht, jedoch selbst ĂŒberlassen.
Kommt einer der Batsmen dabei nicht rechtzeitig hinter die Schlaglinie (popping crease) an seinem Pitchende, bevor die Feldmannschaft den Ball auf das entsprechende Wicket geworfen und dieses dadurch zerstört hat â d. h. mindestens einer der kleinen, querliegenden StĂ€be (bails) heruntergefallen ist â so ist dieser Batsman ausgeschieden (siehe 1. unter Ausscheiden des Schlagmanns unten). Gelingt den Batsmen aber dieser Seitenwechsel, wird dies single genannt und zĂ€hlt einen Punkt (Run). Wenn genug Zeit ist, können die Batsmen beliebig oft hin und her laufen und bekommen eine dementsprechende Punktzahl. In der Praxis geschieht dieser Platzwechsel selten öfter als dreimal. Wenn der Striker den Ball hoch ĂŒber die Spielfeldgrenze schlĂ€gt, gibt es sechs Runs. Der Schiedsrichter streckt dann beide Arme nach oben. Wenn der Ball vorher den Boden berĂŒhrt, gibt es nur vier Runs. In diesem Fall fĂŒhrt der Schiedsrichter mit einem Arm eine wellenartige Bewegung von einer Seite zur anderen aus.
Die Feldmannschaft hat das Ziel, die gegnerischen Schlagleute so schnell wie möglich aus dem Spiel zu werfen. Jeder Batsman spielt so lange, bis er ausgeschieden ist und wird dann durch den nÀchsten Batsman, der in diesem Innings (Spieldurchgang) noch nicht an der Reihe war, ersetzt. Sobald zehn der elf Schlagleute ausgeschieden sind (man spricht dann von all out), ist dieses Innings abgeschlossen. Das Schlagrecht wechselt bzw. das Spiel ist zu Ende.
Das Ausscheiden eines Batsman wird auch als Wicket bezeichnet, unabhÀngig davon, ob das eigentliche Wicket daran beteiligt war oder nicht. Ein solches Wicket kann auf zehn verschiedene Arten geschehen (die vier letztgenannten sind jedoch sehr selten):
Die Ausscheidensarten zwei bis sechs oben werden immer dem Bowler gutgeschrieben. Gelingt ihm ein Wicket bei drei aufeinander folgenden WĂŒrfen, so spricht man von einem Hattrick.
Dies sind weitere Möglichkeiten, Punkte zu erzielen. Davon gibt es fĂŒnf verschiedene Unterkategorien.
Ein No Ball wird gegeben, wenn sich der vordere FuĂ des Bowlers beim Wurf vollstĂ€ndig vor der Popping Crease befindet, also eine Art Abwurflinie ganz ĂŒbertritt. Es gibt noch eine ganze Reihe anderer RegelverstöĂe, die als No Ball geahndet werden, doch dies dĂŒrfte der bei weitem hĂ€ufigste sein. Der Schlagmann kann solch einen No Ball aber wie jeden regelgerechten (fairen) Ball schlagen und zusĂ€tzlich zu dem Extra-Run (siehe unten) weitere Punkte erzielen. Wenn ein Bowler einen no ball bowlt, kann der Schlagmann nicht out gegeben werden (auĂer wenn er Run Out ist).
Wides sind BĂ€lle, die so weit am Schlagmann vorbei gebowlt werden, dass dieser keinen normalen Schlag ausfĂŒhren kann. Hierbei hat der Schiedsrichter einen groĂen Interpretationsspielraum.
Sowohl No Balls als auch Wides zĂ€hlen automatisch einen Punkt (Run) fĂŒr die Schlagmannschaft und der Striker ist bei so einem Ball gegen eine Reihe von Ausscheidensarten immun. In beiden FĂ€llen muss der Ball auch noch zusĂ€tzlich vom Bowler wiederholt werden.
Wird ein Ball nicht vom Schlagmann geschlagen, insbesondere wenn der Wicket-Keeper hinter ihm den Ball nicht aufhÀlt, können die beiden Batsmen ganz normal Runs erlaufen, als wÀre der Ball geschlagen worden. Diese Punkte werden Byes genannt.
Leg-Byes sind ein Àhnlicher Fall, hierbei ist der Ball aber vom Körper des Schlagmanns unabsichtlich abgeprallt: Er muss entweder versucht haben, den Ball zu spielen oder ihm auszuweichen.
Penalties werden fĂŒr Unsportlichkeiten wie Manipulation des Balles oder absichtliche Spielverzögerungen vergeben und zĂ€hlen immer fĂŒnf Punkte auf einmal.
Alle diese oben genannten Punkte werden nicht dem Schlagmann gutgeschrieben, sondern unter der jeweiligen Kategorie unter Extras vermerkt.
Als Test oder Test Cricket bezeichnet man eine spezielle Form eines internationalen Cricketspiels. Tests gelten traditionell als höchste Form der AusĂŒbung des Sports, entsprechen aber aufgrund ihres unspektakulĂ€ren Spannungsbogens keineswegs modernen TV-Sehgewohnheiten: Bis heute wird ein Test ĂŒber fĂŒnf Tage â in tĂ€glich drei rund zweistĂŒndigen Spielabschnitten â ausgetragen. Tests sind wiederum meist in eine Serie von zwei bis sechs Tests eingebettet, so dass die entsprechenden Duelle sich ĂŒber mehrere Wochen hinziehen können. Tests finden nur zwischen wenigen dazu spielberechtigten Nationalmannschaften statt.
Das Pendant des Test Cricket auf nationaler Ebene wird First-Class Cricket genannt. Die Spiele zwischen Profimannschaften finden ĂŒberwiegend in einer Liga statt und dauern drei bis vier Tage. Es werden â wie beim Test Cricket â zwei Innings je Mannschaft mit derselben Tageseinteilung gespielt.
Am bekanntesten ist die englische County Championship (Grafschaftsmeisterschaft), die seit 1890 ausgetragen wird.
Aufgrund der BedĂŒrfnisse vor allem des Fernsehens wurde seit den 60er Jahren ein kĂŒrzeres und dramatischeres Format eingefĂŒhrt, das One-Day Cricket (Ein-Tages Cricket), seit den 70er Jahren auf internationaler Ebene als One-Day Internationals. Diese neue Art des Crickets erfreute sich bald wachsender PopularitĂ€t, wurde von Traditionalisten aber weitgehend abgelehnt. Heute hat es sich aber lĂ€ngst etabliert.
Im Gegensatz zum First-Class Cricket ist ein Innings nicht erst dann abgeschlossen, wenn alle Schlagleute âausâ sind, sondern schon nach einer festgesetzten Zahl von Over, ĂŒblicherweise 50 Over. Sobald also eines dieser beiden Kriterien erfĂŒllt wird, ist das Innings vorbei. Aus diesem Grund wird diese Spielform auch oft Limited-Overs Cricket genannt.
Die Wide-Regel wird dabei besonders streng interpretiert. Auch gelten beim One-Day Cricket meist weitere, ĂŒber die normalen Cricketregeln hinausgehende BeschrĂ€nkungen fĂŒr Feldspieler, welche genau vorschreiben, in welchen Abschnitten eines Innings wo auf dem Feld wie viele Feldspieler platziert sein dĂŒrfen.
Wie beim Test Cricket werden auch One-Day Internationals meist als Teil einer Serie (Tour) ausgetragen (drei bis sieben Spiele) oder gar in Form eines (3-)LĂ€nderturniers. Alle vier Jahre wird im One-Day-Modus eine Weltmeisterschaft (Cricket World Cup) ausgetragen. In den vier Jahren zwischen der WM findet eine Champions Trophy statt.
ZusÀtzlich werden viele kleinere Turniere organisiert wie das Sharjah-Turnier in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder das VB Trophy (Januar/Februar) in Australien.
Einen Versuch des Englischen Cricketverbandes (ECB) stellt die neue Variante des Twenty20-Cricket dar. Um den modernen Medien gerecht zu werden, werden die Spielabschnitte auf je 20 Over verkĂŒrzt und eine Maximalspieldauer von 75 Minuten je Innings festgelegt.
Strafen drohen der Feldmannschaft, wenn sie es nicht schafft, alle Over in der festgelegten Zeit zu spielen. Diese Cricket-Variante ist jedoch noch nicht so weit verbreitet wie First-Class oder One-Day Cricket und wird von Cricket-Traditionalisten sehr kritisch betrachtet, auch wenn es eine Chance darstellen kann, neue Zuschauer fĂŒr diesen Sport zu gewinnen.
Ein Cricketspieler benötigt ein Trikot, oft zusĂ€tzlich einen Sweater und eine lange Hose. Die Schuhe sind weiĂ und haben meist ein besonderes Profil, Schuhe fĂŒr Bowler sogar Spikes. Bei Testspielen ist weiĂe Spielkleidung vorgeschrieben; bei One-Day Cricket wird, zumindest bei den Profis, heute fast immer in bunter Spielkleidung gespielt, frĂŒher oft als âPyjama Cricketâ belĂ€chelt.
Jeder Schlagmann hat einen SchlĂ€ger und trĂ€gt SchutzausrĂŒstung. Das wichtigste SchutzbekleidungsstĂŒck sind die Pads, die seine Beine vor dem mit einer sehr hohen Wucht auftreffenden Ball schĂŒtzen.
ZusĂ€tzlich sollte der Schlagmann einen Helm und Handschuhe tragen, sowie eine so genannte Box, ein Suspensorium zum Schutz der sogenannten Gentleman's Region. Einige Spieler tragen darĂŒber hinaus noch einen Schutz fĂŒr die Arme oder gar einen Brustschutz unter dem Hemd.
Bei der Feldmannschaft trĂ€gt nur der Wicket Keeper, der immer hinter dem Schlagmann und dessen Wicket steht, eine besondere AusrĂŒstung. Wie der Schlagmann hat auch er einen (meist kleineren) Beinschutz (Wicket Keeping Pads) und er ist der einzige Spieler der Feldmannschaft, der Fanghandschuhe (Wicket Keeping Gloves) tragen darf.
Die beiden Schiedsrichter tragen in der Regel weiĂes oder cremefarbenes Hemd und Jacket und eine schwarze Hose.
Zu den bekanntesten Spielern gehören:
Eine frĂŒhe Form von Cricket, die von Schafhirten und Bauern gespielt wurde, kann bis ins 13. Jahrhundert zurĂŒckverfolgt werden. Es liegen schriftliche Belege ĂŒber ein Spiel namens creag aus dem Jahre 1300 in Kent vor, das von Prince Edward gespielt wurde.
1598 berichtet ein Gerichtsfall ĂŒber eine Sportart namens Kreckett, die an einer Schule in Guildford ausgeĂŒbt wurde. Dies ist auch laut dem Oxford English Dictionary der erste gĂŒltige Nachweis des Wortes Cricket in der Englischen Sprache.
WĂ€hrend des 17. Jahrhunderts wurde Creckett vor allem im SĂŒdosten Englands immer populĂ€rer. Gegen Ende dieses Jahrhunderts wurde es zu einer organisierten Sportart (die vermutlich auch die ersten Profis auf diesem Gebiet hervorbrachte), da nachweislich im Jahre 1697 ein great cricket match mit 11 Spielern pro Mannschaft in Sussex abgehalten wurde.
Im 18. Jahrhundert wurden wesentliche Bestandteile des Spiels weiterentwickelt und Cricket wurde zum Nationalsport in England. Adelige und reiche Kaufleute begannen ihre eigenen Mannschaften (select XIs) aufzustellen. SpielstĂ€tten in London wurden bereits 1707 auf dem Artillery Ground in Finsbury bereitgestellt, bis 1787 letztendlich der legendĂ€re Lordâs Cricket Ground eröffnet wurde. Der im selben Jahr gegrĂŒndete Marylebone Cricket Club avancierte rasch zur ersten Adresse in diesem Sport und ist bis heute auch der HĂŒter der Laws of Cricket (Cricketregeln).
Im 19. Jahrhundert wurde der bis dahin angewandte Unterarmwurf zuerst durch den Rundwurf (ein Wurf in Höhe des Beckens) und schlieĂlich 1864 durch den Oberarmwurf ersetzt, der heute noch ein typisches Erkennungsmerkmal von Cricket ist. 1877 wurde auch das erste Test Cricket Match auf dem Melbourne Cricket Ground zwischen Australien und England ausgetragen.
Cricket war â ebenso wie Croquet und Pelota â auch eine Sportart bei den Olympischen Spielen in Paris im Jahr 1900. Die Dauer des olympischen Cricketspiels betrug nur zwei Tage, Sieger wurde GroĂbritannien, das bis heute diesen Titel tragen darf.
Von Seiten des International Cricket Council gibt es intensive BemĂŒhungen, Cricket wieder olympisch werden zu lassen oder zumindest als olympische Demonstrationssportart einzufĂŒhren. Im Rahmen der organisatorischen ZeitablĂ€ufe wird dies aber nicht mehr zu den Olympischen Spielen in London 2012 zu realisieren sein.
Als beschĂ€mendster Moment der Cricketgeschichte gilt der sogenannte Underarm incident (dt. in etwa âUnterarm-Vorfallâ) in einem one-day cricket match zwischen Australien und Neuseeland am 1. Februar 1981 in Melbourne. Die neuseelĂ€ndischen Schlagleute lagen beim letzten Ball des Spiels sechs Punkte hinter Australien und hĂ€tten mit einer groĂen Boundary noch einen Gleichstand erzielen können. Um dies zu verhindern, rollte der australische Bowler Trevor Chapell auf Anweisung seines Bruders und KapitĂ€ns Greg den Ball am Boden zum neuseelĂ€ndischen Schlagmann, so dass es fĂŒr diesen unmöglich war, ihn weit und hoch in die Luft zu schlagen.[1]
Diese Technik des Bowlens existierte zwar im ausgehenden 19. Jahrhundert, war aber zum Zeitpunkt des Vorfalles lange unĂŒblich, wenn auch nicht von den Regeln verboten. Australien wurde zum Sieger des Spieles erklĂ€rt, was langjĂ€hrige Konflikte mit dem neuseelĂ€ndischen Cricketteam zur Folge hatte.
Der erstmalige Abbruch eines internationalen Cricket-Spiels in der langjĂ€hrigen Geschichte der Sportart sorgte fĂŒr Anfeindungen zwischen Australien und Pakistan. Der Vorfall hatte sich am Sonntag, dem 20. August 2006 in London im Spiel zwischen England und Pakistan ereignet.
Der australische Schiedsrichter Darrel Hair hatte das Match im berĂŒhmten Londoner Oval Stadium am Sonntag abgebrochen und England zum Sieger erklĂ€rt. Auslöser war ein Streit ĂŒber einen von Pakistan angeblich manipulierten Ball, wofĂŒr Pakistan nach den Regeln mit einer 5-Punkte-Strafe (zugunsten Englands) bestraft wurde.
Die pakistanische Mannschaft hatte sich daraufhin geweigert, nach der Teepause wieder auf dem Feld zu erscheinen. Der Schiedsrichter brach daraufhin das Spiel ab.
Hair wird in seinem Heimatland nun als Held gefeiert, in weiten Teilen Asiens aber angefeindet: âDarrel Hair ist bereit, seine Nase in die schmuddeligen Ecken der Cricket-Welt zu stecken, was die meisten seiner Kollegen nicht tun wollenâ, schrieb ein Kommentator des australischen Daily Telegraph.
In der Zeitung The Australian hieĂ es, Hair sollte als Held angesehen werden, da er Courage gezeigt habe, obwohl er nach strittigen Entscheidungen bereits in der Vergangenheit Todesdrohungen ausgesetzt gewesen sei.
In Teilen Asiens wurde der Schiedsrichter dagegen beschimpft. âHair ist einer von der Sorte, die sich in einen âMini-Hitlerâ verwandeln, wenn sie die weiĂe Schiedsrichterjacke ĂŒberstreifenâ, schrieb der ehemalige KapitĂ€n der pakistanischen Mannschaft, Imran Khan, in der pakistanischen Zeitung Daily Nation.
Auch in nahezu allen anderen Zeitungen Pakistans war der Spielabbruch scharf kritisiert worden.
Nach langer Pause wurde Hair erst wieder im Mai/Juni 2008 fĂŒr zwei Tests âEngland gegen Neuseelandâ eingesetzt, erklĂ€rte aber im August 2008 seinen RĂŒcktritt als internationaler Schiedsrichter.
Das Ergebnis des Spiels wurde im Juli 2008 durch den ICC von einem Sieg Englands in ein Remis nach Abbruch (abandoned as a draw) geĂ€ndert, was nach den Regeln nicht erlaubt ist. Am 1. Februar 2009 entschied dann der ICC, nach einer âEmpfehlungâ des MCC, diese Entscheidung zurĂŒckzunehmen und das Spiel endgĂŒltig als Sieg Englands zu werten.
Am 3. MĂ€rz 2009 kam es zu einem Angriff auf das sri-lankische Cricket-Team in Pakistan. Bewaffnete MĂ€nner feuerten in Lahore mit Raketenwerfern und Maschinengewehren auf den Bus der Mannschaft - mindestens sieben Menschen starben danach, u. a. sechs Spieler und ein Trainer wurden verletzt. Die angesetzte LĂ€nderspielserie wurde daraufhin abgebrochen.[2]
Cricket wird in Deutschland offiziell vom Deutschen Cricket Bund e.V. vertreten, der sich ĂŒber verschiedene LandesverbĂ€nde organisiert. LeistungsmĂ€Ăig liegt Deutschland auf der Cricket-Weltrangliste derzeit auf Platz 42 und stellt in Europa auĂerhalb der britischen Insel den gröĂten Landesverband.
Der Ursprung von Cricket in Deutschland lag seinerzeit in Berlin. Seit spĂ€testens 1873 spielten dort Herren aus England und den USA diesen Sport. 1888 begannen Germania 88, spĂ€ter Viktoria 89, Union 92, Britannia 92 und Helgoland mit einem geregelten Spielbetrieb. Ăber viele Jahrzehnte bestimmte Viktoria 1889 den Sport und errang zahlreiche Meisterschaften (21mal bei den Herren/letztmalig 1959). Ăhnlich der Regelung im FuĂball darf Viktoria 1889 fĂŒr die errungenen Meisterschaften vier Sterne auf dem Trikot tragen. Die 1. Deutsche Meisterschaft der Damen â 2006 erstmals ausgespielt â wurde von den Viktoria-Damen mit einem Sieg gegen den Schweriner BBCCC e.V. gewonnen. Das Team wechselte nach dem Sieg in der Meisterschaft komplett in einen anderen Verein (Reinickendorfer FĂŒchse).
Aktueller Deutscher Meister (Herren) in der Saison 2009 ist die Mannschaft des POCC MĂŒnchen, die den Serienmeister DSSC Berlin um KapitĂ€n und Nationalspieler Javeed Iqbal ablösen konnte â im Endspiel in Bonn wurde der PCC Berlin bezwungen. Der DSSC (Der Sports & Social Club zu Berlin und Brandenburg e.V.) war vorher drei Mal in Folge (2006, 2007, 2008) Deutscher Meister geworden, insgesamt hat man diesen Titel bereits sechs Mal errungen. Dazu addieren sich eine Meisterschaft der DCL/Deutschen Cricket Liga (2004) und zehn Titel als Berliner Meister/Meister der Bundesliga Ost.
Mittlerweile gibt es die Cricket-Bundesliga in fĂŒnf Staffeln, Berlin hatte als erster Verband eine zweite Bundesliga eingerichtet - in der Saison 2010 wird man aber den Erstliga-Spielbetrieb in zwei Staffeln abwickeln.
Bis heute spielt in Deutschland einzig der Berliner FuĂball- und Cricket-Club (BFC) Viktoria 1889 e.V. ununterbrochen Cricket und gilt als der Ă€lteste deutsche FuĂball- und Cricketverein, wobei der Verein heute nicht mehr an die seinerzeitige Glanzzeit anknĂŒpfen kann.
In Hessen gibt es rund zwölf Cricket Vereine, die regelmĂ€Ăig in der Bundesliga West teilnehmen. Der Ă€lteste Verein ist der Frankfurt Cricket Club e.V, der 1974 gegrĂŒndet wurde. AuĂerdem gibt es Vereine in Darmstadt (Darmstadt Cricket Club), Wiesbaden, Rodgau, Frankfurt (Olympia und Hellas) und Walldorf. Ab 2009 ist Frankfurt Corinthians CC auch Mitglied der Bundesliga West.
Derzeit gibt es im Rahmen eines European Cricket Council-Development-Programmes besondere Anstrengungen, Cricket in Deutschland weiter zu entwickeln und insbesondere den Jugend- und Damenbereich weiter auszubauen. Regional liegt der Entwicklungsschwerpunkt in den ostdeutschen BundeslĂ€ndern, in denen noch ein groĂes Potential schlummert. Bisher existierte in den Neuen BundeslĂ€ndern mit dem Schweriner BBCCC (abgesehen von den Vereinen in Berlin) nur ein offizieller Cricket-Verein. Mittlerweile haben "Dresden CC" und der HavellĂ€ndische Cricket Club Werder (im April 2007 gegrĂŒndet) ihre AktivitĂ€ten aufgenommen und Dresden nimmt seit der Saison 2008 am Spielbetrieb der 2. Bundesliga teil. Der HCC Werder um seinen Mentor Helmut Gahsche wird mit der Eröffnung der seit Jahren ersten richtigen Cricketanlage in Werder-Bliesendorf in den Spielbetrieb der Bundesliga Ost einsteigen - ebenso wie die traditionsreichen Reinickendorfer FĂŒchse, die in Berlin ein Herren-Team gemeldet haben. An den UniversitĂ€ten Leipzig und Rostock gibt es entsprechende Sportgruppen.
Eine besondere Position nimmt in Deutschland der Husumer Cricketclub ein, der seine Spiele in Hattstedt austrĂ€gt und in der ersten dĂ€nischen(!) Liga spielt â diese ist deutlich stĂ€rker als die deutschen Ligen. Husum stellt daher auch regelmĂ€Ăig Nationalspieler fĂŒr das deutsche und auch das dĂ€nische National-Team. Das dortige Stadion war bisher das einzige reine Cricketstadion in Deutschland.
Mit dem Bau einer 30.000 mÂČ groĂen Anlage in Werder/Havel als Cricket-Zentrum des neuen HavellĂ€ndischen Cricket Clubs Werder ist aber ein zusĂ€tzlicher, attraktiver Anlaufpunkt fĂŒr Cricketer in Deutschland in Bau - Baustart war im September 2008. Diese zukĂŒnftige Anlage mit sechs Rasen-Bahnen und einer Kunstrasen-Pitch ist in Deutschland und in Kontinental-Europa neben Husum und Amsterdam erst die dritte ihrer Art. Der Platz wird voraussichtlich 2011 fertiggestellt.[3]
Cricket wird in der Schweiz offiziell von der Swiss Cricket Association (S.C.A.) vertreten, die 1980 gegrĂŒndet wurde. Ihr gehören zur Zeit 18 assoziierte Mitgliedsclubs an. Seit 1985 ist die S.C.A. Mitglied des I.C.C. (affiliated member) und auch im European Cricket Council (ECC) vertreten.
Zurich United C.C gewann die Schweizer Meisterschaft 2007; im Final wurden die Nomads mit 327:311 Runs geschlagen.
Bereits 1892 grĂŒndeten in Wien ansĂ€ssige EnglĂ€nder den Vienna Cricket Club. Cricket wird in Ăsterreich heute vom Ăsterreichischen Cricket Verband (Ă.C.V.) vertreten, der 1981 gegrĂŒndet wurde. Ihm gehören zur Zeit 13 aktive Clubs an. Es bemĂŒhen sich auĂerdem je ein Club aus Kroatien und Slowenien um Aufnahmen. Der Ă.C.V. ist Mitglied des I.C.C. (affiliated member) und auch im European Cricket Council (ECC) vertreten.