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| Cubase | |
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| Entwickler | Steinberg Media Technologies |
| Aktuelle Version | 6.2.0.15059 (20. April 2011) |
| Betriebssystem | Microsoft Windows, Mac OS |
| Kategorie | Sequenzer |
| Lizenz | proprietär |
| steinberg.net | |
Inhaltsverzeichnis |
Die Software wird häufig in Tonstudios eingesetzt, aber auch in kleinen, privaten Heimstudios hat sie ihren Platz gefunden. Cubase oder Nuendo bilden dort meist die Zentrale einer Produktionsumgebung. Das wesentlich teurere Nuendo bietet – neben allen Features von Cubase – noch erweiterte Funktionen für die Synchronisation zu Filmmaterial und wird daher für die Video-Nachbearbeitung, aber auch für reine Musikaufnahmen verwendet. Um sinnvoll arbeiten zu können, benötigt der Rechner, auf dem Cubase läuft, Schnittstellen nach außen. Für die Aufnahme und Wiedergabe von Audiomaterial wird eine Sound- oder Audiokarte, möglichst mit schnellem ASIO-Treiber, benötigt. Für die Aufnahme von MIDI-Daten muss ein entsprechendes Interface am Rechner angeschlossen sein. Über MIDI können dann externe Klangerzeuger (z. B. Synthesizer) sowie MIDI-Eingabegeräte (in der Regel Klaviatur/Keyboard, aber auch MIDI-Gitarre, MIDI-Controller o. ä.) verbunden sein.
Ursprünglich war Cubase als Werkzeug konzipiert, mit dem ausschließlich MIDI-Daten aufgenommen, bearbeitet und abgespielt werden konnten. Außerdem war und ist – zumindest in den teureren Versionen – die Aufbereitung der Daten als gedruckte Notation möglich. Funktionen zur Aufnahme von Audio wurden später hinzugefügt und schließlich mit Einführung der VST-Schnittstelle erweitert. Cubase wurde zunächst für den Atari ST geschrieben und später auf den Apple Macintosh und Microsoft Windows portiert. Für die letztgenannten Betriebssysteme ist Cubase bis heute erhältlich, und damit eines der wenigen Programme seiner Art, das nach wie vor plattformübergreifend verfügbar ist.
Die Cubase SX-Familie (Cubase SX, Cubase SL, Cubase SE, Nuendo) nutzt DirectMusic, einen Bestandteil von DirectX, für die MIDI-Kommunikation. Steinberg entwickelte darüber hinaus eine eigene Technologie namens LTB, bei der MIDI-Daten mit Zeitstempeln versehen werden, und vom intelligent programmierten MIDI-Interface zum exakt richtigen Zeitpunkt an die angeschlossenen MIDI-Klangerzeuger ausgeliefert werden. Dadurch ist mit Cubase VST 5.x und den Programmen der Cubase „S“ und Cubase „4“ und „5“-Familie ein äußerst genaues MIDI-Timing erreichbar. LTB funktioniert allerdings nur mit den von Steinberg vertriebenen MIDI-Interfaces Midex3 und Midex8, deren Produktion allerdings bereits 2003 eingestellt wurde.
So gut wie alle Versionen von Cubase benutzen, um eine unberechtigte Weitergabe der Programme zu unterbinden, Dongles als Kopierschutz, was manchmal zu technischen Problemen führt. Bis Cubase VST 5.1 wurden die Kopierschutzstecker an den Druckerport LPT angeschlossen. Seit der Cubase SX, SL und SE -Reihe sowie Nuendo werden USB-Dongles der deutschen Firma Syncrosoft benutzt. Da neuere Rechner keinen Druckerport mehr haben, ist zur Weiternutzung einer früheren Cubase-Version auf einem neueren Rechner die Übertragung der Lizenz vom Druckerport-Dongle auf einen (im Handel erhältlichen) Steinberg-USB-Dongle erforderlich und bei Nutzung einer Software der Firma Syncrosoft auch problemlos möglich. Seit 2008 ist diese Technologie unter dem Begriff eLicenser im Besitz von Steinberg Media Technologies GmbH. Obwohl die älteren Cubase-Versionen die Vorteile der neuen Betriebssysteme Windows XP und Vista nicht nutzen, sind sie dennoch auf diesen Betriebssystemen lauffähig. Das trifft auch auf Vista Ultimate 64bit zu.
Für den Heimgebrauch gibt es jeweils eine günstigere Version. Bei Cubase VST hieß sie noch Cubasis, in der folgenden Cubase SX-Familie gab es Cubase SL oder Cubase SE. Bezüglich der Dateiformate herrscht generell Aufwärtskompatibilität. Das bedeutet: Ein mit einer der kleinen Cubase-Versionen erstelltes Projekt lässt sich auch in den großen Versionen (Cubase SX, Nuendo) problemlos öffnen, allerdings gilt dies in den meisten Fällen nicht umgekehrt. Seit der Versionsreihe Cubase 4 (Cubase Essential 4, Cubase Studio 4 und Cubase 4, Nuendo 4) lassen sich allerdings die alten Dateiformate der „VST“-Produktreihe und deren Vorläufer nicht mehr öffnen. Seit Januar 2011 ist die Produktreihe Cubase 6 auf dem Markt.
1996 wurde von Steinberg die Audio-Stream-Input/Output-Architektur (ASIO) für Cubase eingeführt. Die ASIO-Architektur ermöglicht zusammen mit einer ASIO-kompatiblen Soundkarte eine schnelle Übertragung von Audiosignalen. Durch Verwendung der ASIO-Architektur konnten Abspielverzögerungen (Latenzen) derart verringert werden, dass VST-Instrumente quasi in Echtzeit gespielt werden können. Statt einer störenden Latenz von mehreren hundert Millisekunden können moderne Soundkarten Audiosignale mit wenigen Millisekunden Latenz aufnehmen und wiedergeben. Dies funktioniert inzwischen auch mit nicht für den Studioeinsatz konzipierten Soundkarten (beispielsweise Onboard-Soundchips). Möglich macht das der ASIO4ALL-Treiber. Zunehmend bieten auch Hersteller von Consumer- und OnBoard-Soundkarten ASIO-Treiber an.
Ebenfalls im Jahre 1996 wurde mit Cubase VST eine auch für andere Anbieter offene Plugin-Schnittstelle für virtuelle Effekte mit dem Namen Virtual Studio Technology (VST) implementiert. 1999 folgte die verbesserte VST-Version 2.0.
Mit dieser war es möglich, neben virtuellen Effekten auch virtuelle Instrumente in VST einzubinden. Seitdem werden von anderen Anbietern auch virtuelle Instrumente für die VST-Schnittstelle erstellt. Es gibt ebenfalls mehrere Anbieter von Hardware-basierten Effekten für die VST-Schnittstelle, wie z.B. die Firma Universal Audio mit der UAD-1 PCI-Karte und die Firma TC Electronics mit deren Powercore Produktpalette. Schon bei Cubase VST 5.0, das im Mai 2000 erschien, lagen eine Reihe Effekte bei, wie z.B. Kompressor, Hall, Delay, DeEsser, und Equalizer (EQ).
Seit der Vorstellung des Programms N.I. Reaktor bzw. Synthedit ist es auch für Personen ohne Programmierkenntnisse möglich, Instrumente und Effekte für die VST-Schnittstelle zu erstellen und einzusetzen.
Die VST-Schnittstelle ist mittlerweile ein Standard für digitale Audiobearbeitungsprogramme auf Macintosh und Windows-Systemen, die jedoch bei neuen MacOS-Versionen nicht mehr von allen Programmen unterstützt wird. Stattdessen kommt die AU-Schnittstelle (Audio Unit) zum Einsatz. Steinberg-Produkte allerdings unterstützen nach wie vor auch unter Mac OS X die hauseigene VST-Schnittstelle. Ebenfalls erhältlich als VST-Instrumente und Effekte sind mittlerweile Emulationen von real existierender Hardware.
Immer leistungsfähigere Computer erlauben das Einspielen und Manipulieren dieser VST-Instrumente nahezu in Echtzeit. Schon auf Computern der Pentium-III-Generation (oder Apple G4) sind mit geeigneten Soundkarten Latenzen im Bereich unter 10 ms zu erzielen. Damit eignen sich VST-Instrumente auch für den Live-Einsatz auf der Bühne oder als Produktionswerkzeuge in Tonstudios. Heutzutage ist es sogar möglich, komplett auf Outboard-Equipment zu verzichten und ganze Produktionen auf PC- oder Mac-Basis durchzuführen. Interessant ist dabei auch die mit FX Teleport eingeführte Erweiterung, VST-Komponenten auf mehrere PCs im LAN zu verteilen und parallel zu nutzen.