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Dürre ist ein extremer, über einen längeren Zeitraum vorherrschender Zustand, in dem weniger Wasser bzw. Niederschlag verfügbar ist als erforderlich. Dürre ist nicht nur ein physikalisches Phänomen, sondern auch ein Wechselspiel zwischen der Verfügbarkeit und dem Wasserbedarf von Organismen.
Dürre herrscht oft in Gegenden, wo Kontinentalklima herrscht. Im Norden und Westen Deutschlands herrscht Seeklima.
Inhaltsverzeichnis |
Im Allgemeinen werden drei Typen von Bedingungen als Dürre bezeichnet:
| Datum | Beschreibung | Auswirkungen |
|---|---|---|
| 22. Jahrhundert v. Chr. | Katastrophale Dürre im östlichen Nordafrika und Teilen des mittleren Orients. | Untergang des Alten Reiches in Ägypten und des Akkadischen Reiches in Mesopotamien. |
| Spätes 8. Jahrhundert v. Chr. | Dürre in Griechenland. | Möglicherweise Auslöser des Lelantischen Krieges zwischen Chalkis und Eretria. |
| 9. und 10. Jahrhundert | Drei schwere, mehrjährige Dürreperioden im Abstand von 50 Jahren (~810, ~860, ~910). | Die Zivilisation der klassischen Maya kollabiert. |
| 1069 | England | Dürre: fast 50.000 Menschen verhungerten. Viele mussten sich in Leibeigenschaft verkaufen, um zu überleben. |
| 1199 und 1202 | Ägypten | das Nil-Hochwasser blieb aus. 100.000 Menschen verhungerten. |
| 1669 bis 1670 | Indien | Schätzungen zufolge mehr als 6 Millionen Tote |
| 1876 - 1877 | Indien | 3 Millionen Menschen starben an Unterernährung, drei Millionen an Cholera. 36 Millionen Menschen waren insgesamt von der Katastrophe betroffen. |
| 1930-1937 | Drei Dürrejahre (1930, 1935, 1937) innerhalb eines Jahrzehnts in Nordamerika, die als „Dust Bowl“ bezeichnet werden. | Missernten, Entvölkerung einiger Landstriche im Mittleren Westen. |
Weitere:[1]
1857 gab es eine Dürre in Deutschland.[2]
2003 war ein sogenannter Jahrhundertsommer. Etwa vom 1. bis zum 15. August 2003 es gab es eine Sommeranomalie ("Hitzewelle 2003") in großen Teilen Europas.
In Deutschland war das erste Halbjahr 2011 extrem trocken.[3]
Das Wetter in den Monaten März, April und Mai ("Frühjahr") 2011 fasste der Deutsche Wetterdienst u.a. so zusammen: [4]
Eine weitere Trockenheit scheint sich im Herbst 2011 anzubahnen. Nachdem bereits September und Oktober unterdurchschnittliche Niederschläge brachten, zeigt sich der November rekordverdächtig trocken, er wird gebietsweise der trockenste November seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden.
Bayern betreibt seit 2008 einen Niedrigwasser-Informationsdienst (NID). Er informiert online über Niederschläge, Grundwasserstände, Wassertemperaturen und Wasserstände an Flüssen und Seen. So erhalten Wasserversorger, Landwirtschaft, Wirtschaft oder Tourismus aufbereitete Informationen und können Vorsorgemaßnahmen einleiten. Kommunen können beispielsweise Rasensprengen einschränken, Landwirte ihre Bewässerung anpassen und wasserintensive Industriebetriebe ihre Produktion umstellen.[5]
Von langandauernden Trockenzeiten, die über das durchschnittliche Maß hinausgehen, sind in Europa vor allem die Mittelmeerländer betroffen.
Ein solches Jahr war vor allem 2007, wo es in Griechenland, Spanien und Portugal zu monatelangen Dürren und zahlreichen Waldbränden kam. Stellenweise fiel fast der gesamte Wald den Flammen zum Opfer, was teilweise auf Brandlegungen der Bodenspekulation zurück geht. Neue Gesetze für ein langjähriges Bauverbot sollen dies verhindern.
In weiten Teilen Spaniens herrschte von Frühjahr 2007 bis 2010 extreme Dürre - in einigen Provinzen regnete es 18 Monaten lang nicht. Der Niederschlag war 2007/08 regional sehr unterschiedlich verteilt: während am Mittelmeer die 1½-jährige Dürre herrscht, gibt es im April 2008 Überschwemmungen in Andalusien und in den spanischen Nordprovinzen (FAZ, Ö1).
Die regionalen Behörden bekämpfen den Trinkwassermangel an der Küste mit Entsalzungsanlagen, was allerdings für die Bewässerung der Kulturen nicht ausreicht. Seit Beginn 2008 wurde daher der Einsatz von Tankschiffen geplant und an die EU-Solidarität appelliert. Die wasserreicheren Nordprovinzen lehnten einen Wassertransport in den Süden ab.[6]