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| Strukturformel | |||||||||||||||||||||||||
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| Allgemeines | |||||||||||||||||||||||||
| Name | Dichlordiphenyltrichlorethan | ||||||||||||||||||||||||
| Andere Namen | |||||||||||||||||||||||||
| Summenformel | C14H9Cl5 | ||||||||||||||||||||||||
| CAS-Nummer | 50-29-3 | ||||||||||||||||||||||||
| ATC-Code | |||||||||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farblos, charakteristischer Geruch, brennbar, in Reinform Kristalle, techn. Produkt wachsartig [1] | ||||||||||||||||||||||||
| Eigenschaften | |||||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 354,49 g·molâ1 | ||||||||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | ||||||||||||||||||||||||
| Dichte | |||||||||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt | |||||||||||||||||||||||||
| Siedepunkt | |||||||||||||||||||||||||
| Dampfdruck |
gering [2] | ||||||||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
in Wasser nur ca. 1,2 ”g·lâ1 (20 °C)[2], leicht löslich in Cyclohexan, 1,4-Dioxan und Aceton | ||||||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||||||||
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| MAK |
1 mg·mâ3 [2] | ||||||||||||||||||||||||
| LD50 | |||||||||||||||||||||||||
| Soweit möglich und gebrÀuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | |||||||||||||||||||||||||
Dichlordiphenyltrichlorethan, abgekĂŒrzt DDT, ist ein Insektizid, das seit Anfang der 1940er-Jahre als Kontakt- und FraĂgift eingesetzt wird. Wegen seiner guten Wirksamkeit gegen Insekten, der geringen ToxizitĂ€t fĂŒr SĂ€ugetiere und des einfachen Herstellungsverfahrens war es jahrzehntelang das weltweit meistverwendete Insektizid. Allerdings reicherte es sich wegen seiner chemischen StabilitĂ€t und guten Fettlöslichkeit im Gewebe von Menschen und Tieren am Ende der Nahrungskette an.
Im Laufe der Zeit wurde festgestellt, dass DDT und einige seiner Abbauprodukte hormonĂ€hnliche Wirkungen zeigen. Greifvögel legten Eier mit dĂŒnneren Schalen, was zu erheblichen BestandseinbrĂŒchen fĂŒhrte. DDT geriet unter Verdacht, beim Menschen Krebs auslösen zu können. Aus diesen GrĂŒnden wurde die Verwendung von DDT von den meisten westlichen IndustrielĂ€ndern in den 1970er-Jahren verboten. Weltweit ist die Herstellung und Verwendung von DDT seit Inkrafttreten der Stockholmer Konvention im Jahr 2004 nur noch zur BekĂ€mpfung von krankheitsĂŒbertragenden Insekten, insbesondere den ĂbertrĂ€gern der Malaria zulĂ€ssig.
Inhaltsverzeichnis |
Erstmals synthetisiert wurde DDT im Jahre 1874 durch den österreichischen Chemiker Othmar Zeidler. Die insektizide Wirkung wurde allerdings erst 1939 von dem Schweizer Paul Hermann MĂŒller entdeckt, der hierfĂŒr 1948 den Nobelpreis in Medizin erhielt. MĂŒller war Mitarbeiter einer Forschungsgruppe bei der J. R. Geigy AG, die an SchmeiĂfliegen ein Screening verschiedener Chemikalien auf ihre insektizide Wirksamkeit durchfĂŒhrte. Geigy brachte DDT 1942 unter den Handelsnamen Gesarol (Mittel zum Pflanzenschutz und gegen VorratsschĂ€dlinge) und Neocid (Hygienebereich) auf den Markt.
Im Deutschen Reich interessierte man sich besonders wegen der Wirksamkeit gegen den KartoffelkĂ€fer fĂŒr DDT. Das Reichsministerium fĂŒr ErnĂ€hrung und Landwirtschaft gab 1942 eine Bestellung ĂŒber 10.000 t Gesarol auf, was etwa 500 t Reinsubstanz entsprach. Da das die eigenen KapazitĂ€ten ĂŒberschritt, schloss Geigy 1943 einen Lizenzvertrag mit der Schering AG. Im April 1943 begann auch das Geigy-Zweigwerk im badischen Grenzach DDT herzustellen. Bei der Wehrmacht wurde Ende 1942 zur LĂ€usebekĂ€mpfung das PrĂ€parat Lauseto der I.G. Farben eingefĂŒhrt. Anfang 1944 ergab eine Analyse in den Labors von Schering, dass dieses 15 % DDT enthielt. Die I.G. Farben sicherte Geigy daraufhin die Zahlung von LizenzgebĂŒhren fĂŒr Lauseto und ihr neuentwickeltes Fliegenmittel Gix zu. Das Produktionsvolumen von DDT im Deutschen Reich wurde nie ausgeschöpft, da die I.G. Farben das fĂŒr die Herstellung benötigte Chloral nicht in den erforderlichen Mengen lieferte.[5]
Das amerikanische Department of Agriculture erhielt etwa Mitte des Jahres 1942 einige Proben Gesarol von Geigy. WĂ€hrend der Jahre 1942 und 1943 wurde DDT in den USA intensiv auf seine Wirksamkeit und eventuelle schĂ€dliche Auswirkungen untersucht. Ab Mitte 1944 wurden verstĂ€rkt Methoden zur effizienten Herstellung und Ausbringung entwickelt. Ende des Jahres 1944 wurden monatlich etwa 900 Tonnen DDT fĂŒr das US-MilitĂ€r hergestellt, bei Kriegsende waren es etwa 1350 Tonnen im Monat.
Einer der ersten groĂen EinsĂ€tze von DDT war zur LĂ€usebekĂ€mpfung bei einer Fleckfieber-Epidemie, die 1943/44 in Neapel ausgebrochen war. Durch eine systematische und konsequente BekĂ€mpfung der krankheitsĂŒbertragenden LĂ€use mit Pyrethrum und DDT konnte die Seuche eingedĂ€mmt werden. Mit Hilfe eines damals neuen Verfahrens konnten groĂe Teile der Bevölkerung rasch entlaust werden; dabei wurde das Insektenpulver mit einem PulverzerstĂ€uber am Kragen zwischen die Lagen der Kleidung geblasen.[6] Die Presse schrieb den Erfolg hauptsĂ€chlich DDT zu, es galt fortan als âWundermittelâ gegen insektenĂŒbertragene Krankheiten.[7]
Der GroĂteil des DDT wurde zur Malariavorbeugung im SĂŒdpazifik verwendet. Vom Flugzeug aus wurden ganze Inseln mit DDT-Lösung eingesprĂŒht, die Aufwandmenge war mit 220 bis 280 g DDT/ha niedrig.[7] Zur AusrĂŒstung der in SĂŒdostasien eingesetzten amerikanischen Soldaten gehörte eine SprĂŒhdose mit DDT oder Pyrethrum, um BehelfsunterstĂ€nde mĂŒckenfrei zu machen. Gegen Kriegsende war DDT fĂŒr das US-MilitĂ€r zum Standardmittel zur Entwesung von Soldaten, Kriegsgefangenen und der Zivilbevölkerung geworden.[8]
Das War Production Board der USA gab DDT am 1. August 1945 fĂŒr die zivile Nutzung frei. Durch Presseberichte ĂŒber die erfolgreiche Malaria- und FleckfieberbekĂ€mpfung wĂ€hrend des Krieges waren die Erwartungen hoch. Die FDA hatte Bedenken gegen eine schnelle Freigabe, da DDT bei einer Untersuchung zu LeberschĂ€den bei Ratten gefĂŒhrt hatte. Es gab bereits Hinweise, dass es sich im Körper und in der Milch anreichern konnte. Da die FDA damals nicht die Befugnis hatte, eine Freigabe zu verhindern, legte sie einen provisorischen Höchstgehalt von 7 ppm fĂŒr Lebensmittel fest. In Milch sollte ĂŒberhaupt kein DDT toleriert werden. Der Preis pro Pfund DDT betrug anfangs mehr als 1 US-$, bis Mitte der 1950er sank er auf 0,25 US-$.[7]
In der Folgezeit wurde DDT vielerorts als Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft angewendet. Im Obst- und Weinbau ersetzte DDT bald das bis dahin hĂ€ufig verwendete Bleiarsenat. Es fand auch in Insektensprays fĂŒr den Haushalt Verwendung.
Im Jahre 1962 war DDT allein in den USA fĂŒr 334 verschiedene landwirtschaftliche AnwendungsfĂ€lle registriert.[9] DDT war ĂŒber einige Jahrzehnte hinweg das am hĂ€ufigsten verwendete Insektizid weltweit. Die Aufwandmengen in der Landwirtschaft lagen je nach Kultur in dem weiten Bereich von 0,5 bis 35 kg DDT/ha.[10] Beim Baumwollanbau war der DDT-Einsatz besonders hoch.
In der Schweiz wurden 1950 DDT und HCH im sogenannten âMaikĂ€ferkriegâ getestet. Die Insektizide wurden mit Motorspritzen, Nebelblasern und SprĂŒhflugzeugen entlang der WaldrĂ€nder ausgebracht. Diesen Aktionen fielen auch zahlreiche andere Insekten zum Opfer, BienenzĂŒchter mussten entschĂ€digt werden, unter NaturschĂŒtzern und in der Bevölkerung regte sich Protest. Die begleitende wissenschaftliche Auswertung ergab, dass mit DDT behandelte WaldrĂ€nder vom MaikĂ€fer gemieden wurden, der einfach auf unbehandelte BestĂ€nde auswich. Geigy stellte die Aktionen dennoch als Erfolg dar und konnte die Fortsetzung der MaikĂ€ferbekĂ€mpfung mit Hilfe der Politik durchsetzen.[11]
Gegen den UlmensplintkĂ€fer, den ĂbertrĂ€ger des fĂŒr das Ulmensterben verantwortlichen Pilzes, wurde in den USA von 1947 bis in die 1960er-Jahre DDT verwendet. Die Ulme war ein hĂ€ufiger Alleebaum in den VorstĂ€dten, auch dort wurde DDT versprĂŒht. Wegen der hohen Dosierung (etwa 700 g DDT/Baum) kam es zu zahlreichen akuten Vergiftungen bei Vögeln. Aus einigen Orten, in denen viele Ulmen mit dem Insektizid behandelt worden waren, verschwanden die Singvögel komplett. NaturschĂŒtzer und Wissenschaftler wurden auf die Umweltwirkungen von DDT aufmerksam und begannen sich damit zu befassen.
Zur BekĂ€mpfung des Schwammspinners wurden 1956 etwa 12.000 km2, gröĂtenteils im Bundesstaat New York, vom Flugzeug aus mit DDT besprĂŒht. Auf der behandelten FlĂ€che lagen auch VorstĂ€dte und Farmland. Da DDT auf WeideflĂ€chen gelangt war, war die Milch der KĂŒhe von diesen Weiden nicht mehr verkĂ€uflich. AuĂerdem kam es zu Fischsterben. Einige Einwohner von Long Island versuchten das SprĂŒhprogramm gerichtlich zu stoppen (Long Island case), hatten damit aber keinen Erfolg.[7]
In der DDR wurde DDT gegen den BorkenkĂ€fer verwendet. Wegen starken Befalls der Forste wurden dort 1983/84 insgesamt etwa 600 Tonnen DDT ausgebracht, was allerdings eine untypisch groĂe Menge war.[10]
Auch zur Desinfektion von Insektensammlungen wurde DDT frĂŒher verwendet.[12]
Beim Einsatz von DDT zur MalariabekĂ€mpfung werden die InnenwĂ€nde von HĂ€usern und HĂŒtten mit einer DDT-Suspension besprĂŒht (Indoor Residual Spraying, IRS). Wenn sich die MalariamĂŒcken (Anopheles) dort absetzen, nehmen sie eine tödliche Dosis DDT auf. Da DDT an der Wand etwa ein halbes Jahr wirksam bleibt, muss die SprĂŒhaktion zweimal jĂ€hrlich durchgefĂŒhrt werden, bei saisonal auftretender Malaria nur einmal. Pro Quadratmeter WandflĂ€che sind 1â2 g DDT notwendig.
Ab Mitte der 1950er-Jahre begann die WHO das Global Eradication of Malaria Program. Neuansteckungen infolge von MĂŒckenstichen sollten durch BesprĂŒhen der WĂ€nde mit DDT-Lösung verhindert werden. Parallel dazu sollten die bereits Erkrankten mit Medikamenten behandelt werden. Die Kampagne war zunĂ€chst Ă€uĂerst erfolgreich. In Indien konnte die Zahl der jĂ€hrlichen Neuinfektionen mit Malaria von 100 Millionen (1952) auf 50.000 (1961) gesenkt werden. Ăhnliche Erfolge wurden auch in Pakistan, Ceylon (heute Sri Lanka), Paraguay, Venezuela, Mexiko und Zentralamerika erzielt. In Europa war Malaria Ende der 1960er-Jahre ausgerottet.
Aus verschiedenen GrĂŒnden stieg danach in einigen der beteiligten tropischen LĂ€ndern die Zahl der Malaria-InfektionsfĂ€lle wieder an. Da in der Zwischenzeit DDT-Resistenzen bei verschiedenen Arten der AnophelesmĂŒcke aufgetreten waren, brachte die Wiederaufnahme der DDT-SprĂŒhprogramme nicht mehr denselben Erfolg wie beim ersten Einsatz. Die WHO musste 1972 eingestehen, dass das ehrgeizige Ziel der weltweiten Ausrottung der Malaria nicht zu erreichen war. In der Folgezeit war Schadensbegrenzung durch malaria control das offizielle Ziel.
Bei der MalariabekĂ€mpfung blieben die Verwendung von DDT und anderen Organochlorpestiziden auch nach Ende des Ausrottungsprogramms 1972 Standard. Ab 1992 wurden von der WHO mit Pyrethroiden imprĂ€gnierte Moskitonetze empfohlen. Auf dem Einsatz von DDT beruhende GroĂprojekte galten ab 1993 als nicht ânachhaltigâ. Nach einer Empfehlung der WHO von 1997 sollte DDT nur noch als Bestandteil âintegrierterâ Programme eingesetzt werden.[8] Seit 2006 wird DDT von der WHO fĂŒr die Anwendung innerhalb von GebĂ€uden ausdrĂŒcklich empfohlen, da der zu erwartende Effekt auf die Umgebung gering ist, wĂ€hrend die Vektoren (krankheitsĂŒbertragende Insekten), welche sich vor und nach den Blutmahlzeiten an den HauswĂ€nden absetzen, gut erreicht werden können.[13]
Mitte der 1950er-Jahre wurde die schĂ€digende Wirkung von DDT auf Vögel bekannt. Im Jahre 1962 veröffentlichte die US-amerikanische Biologin Rachel Carson das Buch Silent Spring (âDer stumme FrĂŒhlingâ), mit dem sie die Probleme und Risiken des Einsatzes von Pestiziden einer breiten Ăffentlichkeit bekanntmachte. Das Buch löste in den USA eine teilweise heftig gefĂŒhrte Debatte ĂŒber den Einsatz von DDT aus. Der groĂflĂ€chige Einsatz (wie gegen den Schwammspinner) sowie die Verwendung sehr hoher Dosierungen (wie gegen den UlmensplintkĂ€fer) galten bald auch unter DDT-BefĂŒrwortern als missbrĂ€uchlich und wurden eingestellt.[7]
Die Vogelschutzorganisation Audubon Society richtete 1965 den Rachel Carson Fund ein, um vor Gericht gegen den Einsatz von DDT vorzugehen. Der 1967 aufgelegte Environmental Defense Fund verfolgte dieselbe Taktik. Ein Durchbruch gelang ihnen 1969 bei einer öffentlichen Anhörung im Bundesstaat Wisconsin. Dabei ging es um die Frage, ob die Anwendung von DDT fĂŒr Menschen und Tiere sicher sei. Die Vertreter des USDA mussten im Kreuzverhör zugeben, keine eigenen ToxizitĂ€tstests vorgenommen, sondern Herstellerangaben ĂŒbernommen zu haben. Im Schlussbericht der Anhörung wurde empfohlen, den Gebrauch von DDT in Wisconsin einzustellen. In der Zwischenzeit hatte PrĂ€sident Nixon ein Beratergremium eingerichtet, das im November 1969 ein âPhasing outâ von DDT empfahl. Nixon entschied, dass US-Regierungsbehörden nach einer Ăbergangsfrist von zwei Jahren kein DDT mehr verwenden sollten.[8]
Der Leiter einer Anhörung durch die Environmental Protection Agency, Edmund M. Sweeney, kam in seinem Abschlussbericht zu der Auffassung, dass kein GesetzesverstoĂ aufgrund fehlender Warnhinweise vorlag, DDT bei vorschriftsmĂ€Ăiger Anwendung kein unverhĂ€ltnismĂ€Ăiges Risiko in Vergleich zum Nutzen darstelle und Ersatzstoffe fĂŒr DDT teilweise deutlich gefĂ€hrlicher seien.[14] EPA-Administrator William D. Ruckelshaus verkĂŒndete dennoch am 14. Juni 1972 ein Verbot der Ausbringung von DDT in der Landwirtschaft, das nach sechs Monaten in Kraft treten sollte. Als BegrĂŒndung wurde unter anderem auf seine Langlebigkeit, seine Biomagnifikation und toxikologischen Wirkungen sowie die VerfĂŒgbarkeit von wirksamen und ökologisch weniger schĂ€dlichen Ersatzstoffen verwiesen.[15] Der Einsatz zur KrankheitsbekĂ€mpfung sowie der Export blieben jedoch erlaubt.[16]
Einige DDT-Hersteller und Anwender versuchten diese Entscheidung anzufechten, ihre Klage wurde allerdings im Dezember 1973 vom Appellationsgerichtshof in Washington abgewiesen. Der Environmental Defense Fund seinerseits versuchte ohne Erfolg, ein Herstellungs- und Exportverbot fĂŒr DDT einzuklagen. In den Jahren 1973 und 1974 erteilte die EPA Ausnahmegenehmigungen fĂŒr den Einsatz gegen den Gestreiften BlattrandkĂ€fer (pea leaf weevil). 1974 wurde ein groĂflĂ€chiger DDT-Einsatz gegen eine TrĂ€gspinner-Art (Douglas fir tussock moth) in den WĂ€ldern im Nordwesten der USA genehmigt.[7]
Silent Spring war zwar auch in Europa erfolgreich, das Echo in den Medien und in der öffentlichen Diskussion blieb jedoch geringer. Die DDT-Frage spielte fĂŒr Politik und Umweltbewegungen bei weitem nicht die groĂe Rolle wie in den USA. Diskussionen und Entscheidungen ĂŒber Zulassung oder Verbot von DDT fanden in den zustĂ€ndigen Fachgremien statt. Die Entwicklung in den USA wurde dort aufmerksam verfolgt.
Im FrĂŒhjahr 1968 untersagten die USA und Kanada die Einfuhr von KĂ€se aus der Schweiz, weil er die Höchstgehalte an Lindan, Dieldrin und DDT ĂŒberschritt. Als Hauptursache wurde eine insektizidhaltige Anstrichfarbe ausgemacht, mit der viele KuhstĂ€lle zur FliegenbekĂ€mpfung gestrichen worden waren.
Als erstes europĂ€isches Land verbot Schweden mit Wirkung zum 1. Januar 1970 die Verwendung von DDT. Im FrĂŒhjahr 1970 beschrĂ€nkte die Eidgenössische Forschungsanstalt WĂ€denswil den Einsatz von DDT auf elf Insektenarten. Eine Diskussion in Politik und Medien war erst ein Jahr spĂ€ter, im FrĂŒhjahr 1971, in Gang gekommen. In der Schweiz war ab Januar 1972 die Verwendung in der Landwirtschaft nicht mehr zulĂ€ssig. Mit Inkrafttreten des eidgenössischen Giftgesetzes am 1. April 1972 wurden dort auch alle anderen Anwendungen von DDT verboten. Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland erklĂ€rte im Sommer 1971, sie beabsichtige den Einsatz von DDT zu verbieten. Daraufhin wurde mit dem DDT-Gesetz ein Ausbringungsverbot ausgearbeitet und im August 1972 verabschiedet.[8] Herstellung und Vertrieb von DDT sind in der Bundesrepublik Deutschland seit dem 1. Juli 1977 verboten.[17] In Ăsterreich wurde DDT in der Folgezeit nur noch wenig verwendet, aber erst 1992 verboten.[18]
In zahlreichen EntwicklungslĂ€ndern, aber auch in den Staaten des Ostblocks, wurde DDT weiterhin hergestellt und verwendet. In der Land- und Forstwirtschaft der DDR hatte DDT ursprĂŒnglich eine viel gröĂere Bedeutung als in Westdeutschland. Allerdings ging der DDT-Einsatz im Verlauf der 1970er-Jahre auch hier stark zurĂŒck.[10] Zuletzt wurde es nur noch zum Beizen von Zwiebelsamen verwendet.[17] DDT war in dem Holzschutzmittel Hylotox 59 enthalten, das in der DDR bis 1988 hergestellt wurde. Daher ist DDT in GebĂ€uden in Ostdeutschland noch hĂ€ufig nachweisbar. Es durfte ĂŒbergangsweise noch bis zum 30. Juni 1991 eingesetzt werden. In Westdeutschland ist DDT in ehemaligen Housing-Areas der US-Armee der 50er und 60er Jahre, welche nun meist Mietwohnungen sind, teils noch in bedenklichen Mengen nachweisbar.[19][20]
In Indien wurde der DDT-Einsatz in der Landwirtschaft im Mai 1989 verboten.[8] Zur BekĂ€mpfung der Malaria ist es dort heute noch im Einsatz. Im Rahmen des bis 2007 laufenden FĂŒnfjahresplans sollten 66.000 t DDT-Pulver (Wirkstoffgehalt 50 %) zur BekĂ€mpfung von Malaria und Leishmaniose eingesetzt werden.[21] Die Wirksamkeit gegen MalariaĂŒbertrĂ€ger wird unter indischen Wissenschaftlern zurzeit kontrovers diskutiert.[21][22]
Die Stockholmer Konvention[23] vom Mai 2001, die im Mai 2004 in Kraft trat, beschrĂ€nkt den Einsatz von DDT auf die BekĂ€mpfung krankheitsĂŒbertragender Insekten (Vektoren). AuĂerdem darf es weiterhin als Ausgangsstoff fĂŒr die Produktion des Akarizids Dicofol hergestellt werden. Die Verwendung von DDT soll der WHO und dem Sekretariat der Stockholmer Konvention mitgeteilt werden. Derzeit (Oktober 2008) haben 15 Staaten die Verwendung von DDT zur SeuchenbekĂ€mpfung angezeigt.[24] Es gibt Hinweise darauf, dass mindestens 21 Staaten DDT einsetzen.[25] Die registrierten Staaten sollen alle drei Jahre ĂŒber die eingesetzte Menge an DDT, ihre Verwendung und die KrankheitsbekĂ€mpfungsstrategie Bericht erstatten.
Im September 2006 hat der Direktor des âGlobal Malaria Programâ der WHO angekĂŒndigt, dass in Zukunft wieder verstĂ€rkt DDT eingesetzt werden soll.[26] Dadurch wird fĂŒr die nĂ€chsten Jahre mit einem etwas ansteigenden DDT-Verbrauch gerechnet.[25]
Die Produktionszahlen von DDT sind nicht in allen LĂ€ndern durchgĂ€ngig erhoben und veröffentlicht worden. Die USA waren lange Zeit der Hauptproduzent von DDT, dort wurden 1960 74.600 t hergestellt, 1970 waren es noch 26.900 t. Aus der Bundesrepublik sind nur die Produktionsdaten fĂŒr 1965 bekannt, damals war sie mit 30.000 t der zweitgröĂte DDT-Hersteller der Welt. In der UdSSR wurden in der zweiten HĂ€lfte der 1960er-Jahre zwischen 15.000 und 25.000 t pro Jahr produziert, in Italien waren es 10.000 t jĂ€hrlich. In den Staaten der EU wurden 1981 noch ca. 9.500 t hergestellt.[10]
FĂŒr 2005 wurde die Weltjahresproduktion von DDT auf 6269 t Wirkstoff geschĂ€tzt, die sich auf Indien (4250 t) und China aufteilen. Es wird vermutet, dass auch in Nordkorea etwa 300 t hergestellt wurden.[25]
Im LabormaĂstab wie bei der Fabrikation wird DDT nach demselben einfachen Verfahren hergestellt: Chloral und Chlorbenzol reagieren in konzentrierter SchwefelsĂ€ure zu DDT. Die SchwefelsĂ€ure nimmt das bei der Reaktion entstehende Wasser auf. FĂŒr die technische Herstellung wird lediglich ein sĂ€urefester BehĂ€lter benötigt, die Reaktionszeit liegt bei etwa acht Stunden. AnschlieĂend wird das DDT getrocknet und zerkleinert.
In den Anfangsjahren schienen keine besonderen Arbeitsschutz-MaĂnahmen beim Umgang mit dem Endprodukt notwendig. Bei Arbeitern in der DDT-Produktion wurden sehr hohe DDT-Gehalte im Blut und Körpergewebe festgestellt. Da keine schĂ€dlichen Auswirkungen beobachtet wurden, galt das als weiterer Hinweis auf die UngefĂ€hrlichkeit von DDT.[8]
Technisches DDT ist ein amorphes weiĂes Pulver, sein Schmelzpunkt liegt zwischen 80 und 94 °C.[9]
In technischem DDT lieĂen sich verschiedene Isomere und Nebenprodukte in unterschiedlichen Konzentrationen nachweisen:
| p,pâČ-DDT | o,pâČ-DDT | p,pâČ-DDD | o,pâČ-DDD | p,pâČ-DDE | o,pâČ-DDE | sonstige | Referenz |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 77,1 | 14,9 | 0,3 | 0,1 | 4 | 0,1 | 3,5 | IPCS 1989 |
| 65-80 | 15-21 | †4 | †1,5 DDOH | UBA 1993 |
Die p,pâČ-Isomere werden hĂ€ufig 4,4âČ-Isomere, die o,pâČ-Isomere 2,4âČ-Isomere genannt.
Hauptbestandteil von technischem DDT und im Wesentlichen fĂŒr die insektizide Wirkung verantwortlich ist p,pâČ-DDT oder 1,1,1-Trichlor-2,2-bis-(p-chlorphenyl)-ethan (CAS-Nr. 50-29-3). In der Praxis wird p,pâČ-DDT nicht in Reinform verwendet, sondern das technische Gemisch.
o,pâČ-DDT (CAS-Nr. 789-02-6) ist mit Anteilen von 15 bis 21 % die hĂ€ufigste Verunreinigung in technischem DDT. Es trĂ€gt nur unwesentlich zur insektiziden Wirkung bei, hat jedoch eine relativ starke östrogene Wirkung.
Dichlordiphenyldichlorethen, 1,1-Dichlor-2,2-bis-(p-chlorphenyl)ethen oder p,pâČ-DDE (CAS-Nr. 72-55-9) ist im technischen Gemisch mit etwa 4 % enthalten. Im menschlichen Körper wird p,pâČ-DDT hauptsĂ€chlich zu p,pâČ-DDE abgebaut. p,pâČ-DDE war im Wesentlichen fĂŒr die EierschalenverdĂŒnnung bei Greifvögeln verantwortlich.
2,4-DDE (CAS-Nr. 3424-82-6) hat nur einen Anteil von 0,1 % am technischen DDT. Es entsteht durch Abbau von o,pâČ-DDT.
Dichlordiphenyldichlorethan, 1,1-Dichlor-2,2-bis-(p-chlorphenyl)ethan oder p,pâČ-DDD (CAS-Nr. 72-54-8) wurde durch Kondensation von Dichloracetaldehyd mit Chlorbenzol hergestellt und als Insektizid verwendet. Produktionszahlen sind nicht bekannt, es hatte keine groĂe Bedeutung.[9] In den 1950er-Jahren wurde DDD zur BekĂ€mpfung von StechmĂŒckenlarven im Wasser des Clear Lake (Kalifornien) ausgebracht. Durch Biomagnifikation reicherte es sich in der Nahrungskette an und fĂŒhrte zum Zusammenbruch des Renntaucher-Bestands an diesem See.[7]
o,pâČ-DDD oder 1-Chlor-4-[2,2-Dichlor-1-(2-Chlorphenyl)ethyl]benzol (CAS-Nr. 53-19-0) ist im technischen DDT mit einem Anteil von etwa 0,1 % enthalten. Es wird in der VeterinĂ€rmedizin unter dem Wirkstoffnamen Mitotan zur Behandlung des Cushing-Syndroms bei Hunden eingesetzt, verliert jedoch aufgrund seiner toxischen Eigenschaften gegenĂŒber moderneren Medikamenten zunehmend an Bedeutung.
DDT wirkt hauptsĂ€chlich auf das periphere Nervensystem. Bei niedrigen Dosierungen kommt es dabei zu Ăbererregbarkeit, bei hohen zur LĂ€hmung. Die Steigerung der Erregbarkeit tritt zuerst bei den Motoneuronen des Gehirns auf, Spinalnerven sind erst bei höheren Konzentrationen betroffen.[27] Bei DDT-Einwirkung werden Nervenzellen angeregt, spontan zu âfeuernâ, wodurch Muskeln kontrahieren. Es kommt zu Tremores des Körpers und der ExtremitĂ€ten, den sogenannten âDDT-Jitternâ. DDT fĂŒhrt ĂŒber eine verstĂ€rkte Freisetzung von Neurotransmittern zu kleinen postsynaptischen Potentialen an den motorischen Endplatten, den ĂbergĂ€ngen zwischen Nervensystem und Muskulatur. Dadurch werden Neurotransmitter âverbrauchtâ, was schlieĂlich die Reizleitung unmöglich macht. Im Lauf einiger Stunden oder Tage fĂŒhrt DDT zu einer LĂ€hmung und schlieĂlich zum Tod des Insekts. Im Vergleich zu anderen Insektiziden tritt die Wirkung von DDT eher langsam ein, dabei wirkt es bei niedrigen Temperaturen stĂ€rker als bei hohen.
In der Membran der Nervenzellen von Insekten gibt es âparaâ-NatriumkanĂ€le, deren Namen auf ihre Lage im sogenannten Paralyse-Bereich auf dem X-Chromosom von Drosophila zurĂŒckgeht. Sie sind spannungsgesteuert und ermöglichen den Einstrom von Natrium-Ionen wĂ€hrend der Depolarisation, also beim Auslösen eines Nervenimpulses. WĂ€hrend der anschlieĂenden Repolarisation, dem Wiederaufbau der Ruhespannung, und im Ruhezustand mĂŒssen die NatriumkanĂ€le geschlossen sein. DDT kann sich an die NatriumkanĂ€le anlagern und verhindert ihr VerschlieĂen. Die Anlagerungsstelle ist vermutlich ein langgestreckter hydrophober Hohlraum, das DDT-MolekĂŒl reicht nur in seinen oberen Teil hinein. Die SĂ€ure-Gruppe der rascher und in noch geringerer Dosis wirksamen Pyrethroide lagert sich im selben Bereich wie DDT an, ihre Alkohol-Gruppe reicht aber tiefer in den Hohlraum.[28]
Ernsthafte Probleme mit DDT-Resistenzen traten erstmals 1946 bei Stallfliegen in Nordschweden auf. Als GegenmaĂnahme erhöhte die Geigy AG den Wirkstoffgehalt ihres Gesarol-Spritzmittels von 5 auf zunĂ€chst 10 %, einige Jahre spĂ€ter auf 50 %. Als 1949 an vielen Orten in der Schweiz resistente Fliegen auftraten, gingen die DDT-UmsĂ€tze spĂŒrbar zurĂŒck und Geigy beschleunigte die Entwicklung des als DDT-Nachfolger vorgesehenen Diazinon.[8][29]
Bereits 1953 waren der WHO FĂ€lle von DDT-Resistenz bei malariaĂŒbertragenden Anopheles-MĂŒcken bekannt. Um die Zeit fĂŒr die Resistenzbildung zu verringern sollte DDT wĂ€hrend der âAngriffsphaseâ des Global Eradication of Malaria Program jeweils nur einige Jahre eingesetzt werden. Dennoch traten damals unter anderem in El Salvador, Mexiko und Teilen Indiens resistente Anopheles-MĂŒcken auf, wobei auch dem DDT-Einsatz in der Landwirtschaft eine Mitschuld zugeschrieben wird.[30]
Die hĂ€ufigste Form der Resistenz, die âknockdown resistanceâ (kdr), fĂŒhrt zu einer etwa 14-fach höheren VertrĂ€glichkeit fĂŒr DDT, Pyrethrine und Pyrethroide. Sie geht auf eine Mutation am para-Natriumkanal zurĂŒck, die mittlerweile bei vielen Insektenarten gefunden wurde. Die bei Pyrethroiden wichtige âSuper-kdrâ-Resistenz ist fĂŒr DDT von geringer Bedeutung.[28]
Der Einsatz von DDT und Pyrethroiden in der Landwirtschaft fĂŒhrte selbst dort zum Auftreten resistenter MĂŒcken, wo DDT nie zur MalariabekĂ€mpfung eingesetzt wurde. Nach einem Bericht des UNEP aus dem Jahre 2007 wiesen in Afrika bei Stichproben 64 % der BestĂ€nde des dort wichtigsten Malaria-ĂbertrĂ€gers Anopheles gambiae DDT-Resistenz auf, etwa ein Drittel davon war hochresistent. Auch in Ăthiopien und Indien ist die DDT-Resistenz weit verbreitet.[25]
Die akute Giftigkeit von DDT fĂŒr Menschen und SĂ€ugetiere ist im Vergleich zu anderen Organochlorpestiziden gering. Die höchste in der Literatur berichtete DDT-Dosis beim Menschen betrug 285 mg/kg Körpergewicht und wurde ĂŒberlebt.[9][2] Der LD50 bei Ratten (oral) liegt bei etwa 250â300 mg/kg Körpergewicht.[17] Eine akute Vergiftung Ă€uĂert sich vor allem in neurotoxischen (nervlichen) Wirkungen wie Zungentaubheit, Schwindel, Zuckungen der Gesichtsmuskulatur bis hin zu KrampfanfĂ€llen und LĂ€hmungen.
Die biologische Halbwertszeit, also die Zeitspanne, die der Körper benötigt, bis die HĂ€lfte des aufgenommenen DDT wieder abgebaut oder ausgeschieden wurde, betrĂ€gt beim Menschen ĂŒber ein Jahr. Vom Menschen wird p,pâČ-DDT hauptsĂ€chlich zu p,pâČ-DDE abgebaut. o,pâČ-DDT wird schneller ausgeschieden als p,pâČ-DDT.[10]
Beim Menschen konnte ein möglicher Zusammenhang zwischen der DDT-Belastung und verminderten Spermienzahlen nicht eindeutig belegt werden.[10]
Der Zusammenhang zwischen der DDT-Exposition und verschiedenen Krebsarten beim Menschen wurde in zahllosen Studien untersucht. Bisher gibt es keine ĂŒberzeugenden Beweise dafĂŒr, dass DDT oder seine Derivate beim Menschen Krebs auslösen können. An Nagetieren konnte die kanzerogene Wirkung von technischem DDT, p,pâČ-DDT und p,pâČ-DDE zweifelsfrei nachgewiesen werden. Es ist noch unklar, inwieweit diese Ergebnisse auf den Menschen ĂŒbertragbar sind.[9] Bei Langzeitstudien an Ratten, MĂ€usen und Hamstern bildeten sich die Tumore in Leber, Lunge und dem Lymphsystem, nicht jedoch in der Brust oder in den Geschlechtsorganen. Die kanzerogene Wirkung ist möglicherweise auf die hormonelle Wirksamkeit zurĂŒckzufĂŒhren.[10]
Eine gentoxische Wirkung beim Menschen konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden. In einigen Studien wurden bei beruflich exponierten Personen Chromosomenaberrationen festgestellt. Sie waren jedoch auch anderen Pestiziden ausgesetzt und es ist unklar, ob weitere Risikofaktoren ausreichend berĂŒcksichtigt wurden. Laborversuche zur Feststellung einer gentoxischen Wirkung brachten widersprĂŒchliche Ergebnisse.[9]
Eine Studie konnte einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten vorzeitiger WehentĂ€tigkeit bei 20 indischen Frauen und im Vergleich zur Kontrollgruppe erhöhten Konzentrationen von p,pâČ-DDE und p,pâČ-DDT in Blut und Plazentagewebe aufzeigen. Allerdings waren die Gehalte von Hexachlorbenzol, Lindan und Aldrin bei den Frauen mit vorzeitigen Wehen ebenfalls erhöht. Andere Untersuchungen lieferten Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen erhöhten Konzentrationen von p,pâČ-DDT und dem Auftreten von Totgeburten oder zwischen der p,pâČ-DDE Belastung und einer verkĂŒrzten Stillperiode.[10]
DDT und einige seiner Abbauprodukte können als Endokrine Disruptoren wirken, also in Lebewesen Ă€hnlich wie Hormone wirken oder natĂŒrliche Hormone hemmen.
Auf den Ăstrogen-Rezeptor wirkt DDT als Agonist, es lagert sich dort an und wirkt wie Ăstrogen. Die stĂ€rkste östrogene Wirkung hat o,pâČ-DDT, insbesondere das linksdrehende Enantiomer, gefolgt von o,pâČ-DDE. Die p,pâČ-Isomeren von DDT und DDE haben so gut wie keine östrogene Wirkung.
Am Androgenrezeptor verhindern DDT und seine Abbauprodukte die Anlagerung körpereigener Androgene, wirken aber selbst nicht androgen. Diese Wirkung als Androgen-Antagonist ist bei p,pâČ-DDE stĂ€rker ausgeprĂ€gt als bei p,pâČ-DDT und o,pâČ-DDT. NatĂŒrliche Hormone binden erheblich stĂ€rker (Faktor 103 bis 106) an Ăstrogen- und Androgenrezeptoren als DDT oder DDE.[10]
Die endokrine Wirkung von DDT und Derivaten gilt heute als Ursache von Reproduktionsstörungen unterschiedlicher Art, die bei Lebewesen aus verschiedenen Tierklassen auftraten. Die bekannteste davon ist die EischalenverdĂŒnnung bei Vögeln.
In den westlichen LĂ€ndern wird DDT heute hauptsĂ€chlich ĂŒber Lebensmittel tierischer Herkunft aufgenommen. Bis vor wenigen Jahren waren auch RĂŒckstĂ€nde von Pflanzenschutzmitteln in importierten Lebensmitteln eine mögliche Quelle.
In Deutschland fand man bei Untersuchungen Ende der 1990er-Jahre, dass im Blutserum p,pâČ-DDT und sein Abbauprodukt p,pâČ-DDE etwa im VerhĂ€ltnis 1:9 vorkamen. Anfang der 1970er-Jahre war der DDT-Anteil im Serum höher, das VerhĂ€ltnis lag bei bis zu 3:1. Ein im Vergleich zum DDE hoher DDT-Anteil im Blutserum deutet auf eine kurz zurĂŒckliegende Aufnahme hin, wie sie in LĂ€ndern der Dritten Welt noch vorkommen kann. Die o,pâČ-Isomere werden im Körper schneller abgebaut und machen nur 1 % des Gesamt-DDT im Blutserum aus.
Anfang der 1990er-Jahre betrug der mittlere p,pâČ-DDE-Gehalt des Serums in der Altersgruppe von 21â30 Jahren 1,5 ”g/l, wogegen bei der Altersgruppe von 51â60 Jahren 3,3 ”g/l gefunden wurden (alte BundeslĂ€nder).
Die mittlere Gesamt-DDT-Belastung der Muttermilch in (West-)Deutschland ging zwischen 1980 und 1994 von etwa 1910 ”g/kg Fett auf 367 ”g/kg Fett zurĂŒck. In den neuen BundeslĂ€ndern lag sie hingegen 1990 noch bei etwa 2250 ”g/kg Fett. In den USA fand man 1955 im Mittel noch 15 mg DDT/kg Fettgewebe, bis 1980 war dieser Wert auf 5 mg/kg gesunken. Ende der 1980er-Jahre waren die Fettgewebe-Konzentrationen in den USA, Kanada und Europa auf etwa 1 mg/kg zurĂŒckgegangen.
Bei SĂ€uglingen unterscheiden sich die Gesamt-DDT Gehalte nicht von denen der Erwachsenen. Kinder nehmen DDT-Isomere bereits ĂŒber die Plazenta, spĂ€ter ĂŒber die Muttermilch auf.
In LÀndern, in denen DDT bis vor kurzem eingesetzt wurde oder heute noch wird, sind die DDT-Gehalte in Blut, Muttermilch und Fettgewebe deutlich höher. Besonders hoch war die Belastung bei Arbeitern in der DDT-Produktion. Mitte der 1960er-Jahre wurden bei ihnen Gesamt-DDT Gehalte zwischen 38 und 647 mg/kg Fettgewebe und etwa 350 bis 740 ”g/kg Serum gefunden.[10]
DDT wird in der Natur nur langsam abgebaut, zudem beginnt sein Abbau in der Regel mit der Umwandlung in die ebenfalls sehr langlebigen Verbindungen DDE und DDD.
Im Boden adsorbieren DDT, DDD und DDE stark an organischen Bodenbestandteilen und Tonmineralen. Sie gelangen daher kaum ins Grundwasser, können aber bei starken NiederschlĂ€gen mit abgespĂŒlter Erde in GewĂ€sser eingetragen werden. Im Lauf der Jahre diffundieren sie auch in die Mikroporen des Bodens, wo sie fĂŒr einen mikrobiellen Abbau nicht verfĂŒgbar sind. DDT und seine Umwandlungsprodukte können von einer ganzen Reihe von Bakterien und Pilzen abgebaut werden. Wenn Sauerstoff zur VerfĂŒgung steht, entsteht im ersten Schritt vor allem DDE, unter reduzierenden Bedingungen ĂŒberwiegt der Abbau zu DDD. Die Abbaugeschwindigkeit ist von der AktivitĂ€t des Bodenlebens abhĂ€ngig, sie steigt bei höheren Temperaturen sowie guter NĂ€hrstoff- und Wasserversorgung. Aus dem Boden können DDT und seine Umwandlungsprodukte sich in die AtmosphĂ€re verflĂŒchtigen, was durch hohe Temperaturen und Ăberschwemmung des Bodens begĂŒnstigt wird. Beim Ermitteln der Halbwertszeit von DDT in Böden wurden frĂŒher alle Austragswege als âAbbauâ erfasst. Teilweise wurde nur das insektizid wirksame p,pâČ-DDT betrachtet, ohne die hohe Persistenz der Abbauprodukte zu berĂŒcksichtigen. In den Tropen âverschwindetâ ausgebrachtes DDT schneller aus dem Boden als in kĂŒhleren Klimaten. Bei einer in den 1980er-Jahren durchgefĂŒhrten Untersuchung lag die Halbwertszeit â bezogen auf Gesamt-DDT â in tropischen und subtropischen LĂ€ndern bei 22 bis 365 Tagen. Im Vergleich dazu wurden in gemĂ€Ăigten Klimazonen Halbwertszeiten von 837 bis 6087 Tagen (16,7 Jahre) gefunden.
In der AtmosphĂ€re liegt DDT je zur HĂ€lfte in der Gasphase und partikelgebunden vor. Das DDT in der Gasphase wird vor allem durch Hydroxyl-Radikale mit einer Halbwertszeit von etwa 37 Stunden abgebaut. Partikelgebundenes DDT unterliegt diesem Abbau nicht und kann in der AtmosphĂ€re ĂŒber groĂe Entfernungen transportiert werden. Der gröĂte Teil des atmosphĂ€rischen DDT wird vermutlich durch NiederschlĂ€ge ausgewaschen.
An der OberflĂ€che von GewĂ€ssern kann DDE durch Photolyse innerhalb weniger Tage zersetzt werden, DDT und DDD werden auf diese Weise nur sehr langsam abgebaut. Ein biologischer Abbau findet im freien Wasser kaum statt. Durch Hydrolyse wird DDT zu DDE abgebaut; diese Reaktion wird durch basisches Milieu begĂŒnstigt.
Aufgrund des lipophilen Eigenschaften von DDT, DDE und DDD (log KOW: 6,36, 5,70 und 5,50[31]) reichern sich diese ĂŒber die Nahrungskette im Fettgewebe von Mensch und Tier an (Bioakkumulation). FĂŒr Fische werden Biokonzentrationsfaktoren von 12.000 (Regenbogenforelle) bis 100.000 angegeben, fĂŒr Muscheln 4.550 bis 690.000 und fĂŒr Schnecken 36.000. Fische nehmen DDT sowohl direkt aus dem Wasser als auch mit der Nahrung auf. Wandernde FischschwĂ€rme können DDT aus stark belasteten GewĂ€ssern in ursprĂŒnglich wenig belastete Regionen verschleppen.[9]
DDT ist eine der Verbindungen, die sich an die OberflĂ€che von im Ozean treibendem Kunststoff anlagert.[32] Im Pazifik hat sich ein MĂŒllstrudel aus KunststoffabfĂ€llen von der GröĂe Mitteleuropas gebildet. Im OberflĂ€chenwasser dieses MĂŒllstrudels kommen auf ein Kilogramm Plankton sechs Kilogramm KunststoffmĂŒll.[33]
DDT und sein Metabolit DDE reichern sich ĂŒber die Nahrungskette stark an, die höchsten DDE-Kontaminationen wurden daher bei vogel- und fischfressenden Greifvögeln festgestellt.[34] Bei einigen Vogelarten fĂŒhrt DDE zu einer EischalenverdĂŒnnung. Im Tierexperiment erwiesen sich HĂŒhnervögel und Wachteln als unempfindlich gegen die durch DDT-Metaboliten verursachte EierschalenverdĂŒnnung. Enten und Tauben waren mĂ€Ăig, viele Greifvögel jedoch sehr empfindlich.
Von Vögeln wird o,pâČ-DDT rasch metabolisiert und ausgeschieden, wĂ€hrend p,pâČ-DDT nur langsam zu DDE abgebaut wird.[10]
Ein groĂrĂ€umiger, katastrophaler BestandsrĂŒckgang des Wanderfalken wurde 1961 in GroĂbritannien entdeckt. Bei einer ZĂ€hlung im Jahr 1962 wurde ein BestandsrĂŒckgang von 44 % fĂŒr das ganze Land gegenĂŒber dem mittleren Bestand der Jahre 1930â39 festgestellt.[35] Im SĂŒden Englands war die Art völlig verschwunden, in Wales und in Nordengland war der Bestand stark zurĂŒckgegangen und nur in den Schottischen Highlands war der BestandsrĂŒckgang relativ gering. UnabhĂ€ngig davon waren ab 1951 gehĂ€uft zerbrochene Eier in Wanderfalkennestern gefunden worden, was vorher praktisch unbekannt war. Nach der Entdeckung des Bestandseinbruches wurden Ă€ltere Eischalen des Wanderfalken aus Eiersammlungen in Museen und bei Sammlern untersucht und ein schlagartiger RĂŒckgang der Eischalendicke um im Mittel etwa 20 % ab 1947 festgestellt. Ăhnliche Verringerungen der Eischalendicke wurden in GroĂbritannien auch bei Sperber und Merlin gefunden.[36]
Katastrophale BestandseinbrĂŒche und ein erheblicher RĂŒckgang der Eischalendicke nach 1950 wurden gleichzeitig oder nur wenig spĂ€ter in weiten Teilen der nördlichen HemisphĂ€re verzeichnet. In Europa starb der Wanderfalke in DĂ€nemark, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und der DDR bis Ende der 1970er-Jahre aus, die BestĂ€nde in Skandinavien, der ehemaligen BRD, der Schweiz, Ăsterreich und Polen gingen bis auf wenige Paare zurĂŒck. Die BaumbrĂŒterpopulation Mittel- und Osteuropas starb vollstĂ€ndig aus. In den USA verschwand der Wanderfalke aus allen Bundesstaaten östlich der Rocky Mountains.
Der plötzliche RĂŒckgang der Eischalendicke nach 1946 trat zu der Zeit auf, als DDT in der Land- und Forstwirtschaft erstmals groĂflĂ€chig angewendet wurde. Ende der 1960er-Jahre wurde festgestellt, dass der Gehalt des DDT-Metaboliten DDE in den Eiern mit der Eischalendicke negativ korreliert. Eine Abnahme der Eischalendicke um 17 % war mit einem DDE-Gehalt von 15â20 ppm DDE bezogen auf das Frischgewicht des Eiinhalts verbunden. Wanderfalkenpopulationen, deren durchschnittliche Eischalendicken um 17 % oder mehr verringert waren, gingen stark zurĂŒck oder starben aus.[37]
Bereits 1958 wurde berichtet, dass WeiĂkopfseeadler in den USA kaum noch Junge aufziehen wĂŒrden. Ăhnliche Effekte traten Anfang der 1970er-Jahre bei Kormoranen an den GroĂen Seen in Kanada auf. Hier war der Bestand auf 100 Brutpaare zurĂŒckgegangen. Die Eischalendicke war im Vergleich zu Eiern, die vor 1945 gesammelt worden waren, um mehr als 20 % verringert. Der durchschnittliche DDE-Gehalt der Kormoraneier lag 1972 bei 22,4 mg/kg Frischgewicht. Auch bei Sperbern auf den Britischen Inseln, WeiĂkopfseeadlern an den GroĂen Seen und Fischadlern in SĂŒdschweden konnten die Probleme bei der Jungenaufzucht auf DDT oder seine Abbauprodukte zurĂŒckgefĂŒhrt werden. Anderen Umweltschadstoffen wie PCBs, Quecksilber, Dioxinen, Chlordan und Dieldrin waren die Vögel zu jener Zeit ebenfalls ausgesetzt. Die jeweilige DDE-Belastung ergab bei der statistischen Auswertung der Ergebnisse stets die beste ErklĂ€rung fĂŒr die Eierschalendicke bzw. den ausbleibenden Bruterfolg.
Ăber welchen Mechanismus der RĂŒckgang der Eischalendicke zustande kommt, ist noch nicht zweifelsfrei geklĂ€rt. Diskutiert wird beispielsweise eine Störung der Calcium-Einlagerung in der Eischale ĂŒber eine Hemmung der Calcium-ATPase und der Carboanhydrase. Die Synthese des Hormons Prostaglandin, das auch fĂŒr den Hydrogencarbonat-Transport verantwortlich ist, wird ebenfalls beeinflusst. Es gibt Hinweise, dass DDE Ă€hnlich wie Progesteron (progesteron-mimetisch) den Eisprung hemmt und eine Erhöhung des Avidingehalts im Eileiter bewirkt.
Im SĂŒden Kaliforniens waren in den 1950er- und 1960er-Jahren DDT-haltige AbwĂ€sser einer Fabrik ins Meer gelangt. Bei den dort lebenden Westmöwen (L. occidentalis) war das GeschlechterverhĂ€ltnis hin zu den Weibchen verschoben. Der Anteil von Weibchen-Weibchen-Paaren war mit 10 % der Brutpaare deutlich erhöht. In den Nestern lagen ungewöhnlich viele Eier, die aber zum Teil nicht befruchtet worden waren. HierfĂŒr wurde eine Feminisierung mĂ€nnlicher Vogel-Embryonen durch die östrogene Wirkung von o,pâČ-DDT verantwortlich gemacht.
Die Gesamt-DDT-Gehalte im Gewebe von Vögeln gingen zwischen den frĂŒhen 1970ern und den 1980ern auf der Nordhalbkugel zurĂŒck, der relative Anteil des Hauptmetaboliten DDE nahm dabei zu. Seit Anfang der 1990er-Jahre bleiben die DDT-Gehalte mehr oder weniger konstant, allerdings auf niedrigem Niveau.[10]
Junge Kegelrobben aus Nordsee und Nordatlantik hatten in den 1980er-Jahren 1,2â2,5 mg Gesamt-DDT/kg Fett. FĂŒr Kegelrobben-Junge aus der Ostsee lagen die Gesamt-DDT-Konzentrationen etwa um den Faktor 20 höher. Die Anzahl der Robben an der Ostsee ging zurĂŒck, die Neugeborenen hatten eine höhere Sterblichkeit, es traten LĂ€sionen des SchĂ€delknochens und Verschluss des Uterus auf. Alle Kegelrobben waren zugleich mit PCBs belastet, die PCB-Konzentrationen waren etwa doppelt so hoch wie die DDT-Konzentrationen.
Beim Florida-Panther konnten in den 1990ern Reproduktionsstörungen (verringerte Spermienzahl, Spermienanomalien, Hodenhochstand) auf seine hohe Exposition mit dem antiandrogen wirksamen p,pâČ-DDE (5â60 mg/kg Leber) zurĂŒckgefĂŒhrt werden. Ein Einfluss östrogener Substanzen wie PCBs (7â26 mg/kg Leber) sowie von Inzucht konnte nicht ausgeschlossen werden.[10] Die LD50 fĂŒr SĂ€ugetiere liegt im Bereich von 0,1â0,5 g DDT/kg Körpergewicht. Bei Versuchen zur Langzeitwirkung von DDT traten beim Kaninchen schĂ€dliche Wirkungen bei einer tĂ€glichen Aufnahme von mehr als 0,184 mg DDT/kg KG (NOAEL) auf.
Bei Reptilien kann die Geschlechtsdetermination durch Ă€uĂere Faktoren, teilweise auch durch endokrin wirksame Substanzen, beeinflusst werden.
In den Lake Apopka in Florida gelangten nach einem Chemieunfall 1980 Dicofol, DDT, DDD, DDE und SchwefelsĂ€ure. Innerhalb der folgenden vier Jahre ging dort der Bestand des Hechtalligators (Alligator mississippiensis) um 90 % zurĂŒck. Die Sterblichkeit der erwachsenen Tiere war deutlich, die der Jungtiere drastisch höher als bei einer Kontrollpopulation. Das GeschlechterverhĂ€ltnis war zu den Weibchen hin verschoben und man fand VerĂ€nderungen im Hormonspiegel und an den Geschlechtsorganen der Alligatoren. Im Labor konnte mit DDE an Eiern des Hechtalligators eine geschlechtliche Umwandlung oder IntersexualitĂ€t ausgelöst werden. Bei Schnappschildkröten (Chelydra serpentina) in Kanada fand man einen reduzierten Sexualdimorphismus, der vermutlich mit der Belastung durch p,pâČ-DDE oder PCB im Zusammenhang steht.
Auch bei Amphibien und Krebstieren können Fremdstoffe zu endokrinen Störungen fĂŒhren. Ob auch DDT und seine Derivate bei diesen Tierklassen eine solche Wirkung zeigen ist noch ungeklĂ€rt.
Fische können DDT nur langsam abbauen, bei ihnen wurden p,pâČ-DDE und p,pâČ-DDD als Metabolite nachgewiesen. Bei einigen Fischen (Ostsee-Kabeljau) war seit den 1970er-Jahren ein RĂŒckgang der Belastung zu beobachten, bei anderen (Ostsee-Hering, Nordsee-Kliesche) ist kein Trend zu erkennen. Bei in-vivo-Untersuchungen wurden bei Fischen durch DDT und seine Derivate östrogene Wirkungen ausgelöst; diese Ergebnisse konnten in vitro bestĂ€tigt werden. Diese Effekte sind sehr stark von der jeweiligen Fischart und ihrem Entwicklungsstadium abhĂ€ngig und schwer auf andere Arten ĂŒbertragbar.
Bei Insekten gibt es neben der akuten ToxizitĂ€t auch Hinweise auf endokrine Wirksamkeit. Bei Nymphen der Wanze Rhodius prolixus war nach Exposition mit DDT die HĂ€utungsfrequenz erhöht, bei den Imagines verkĂŒrzte sich die Zeitdauer bis zur Eiablage. In vitro konnte bei dem Schmetterling Heliothis zea die kompetitive Bindung von DDT und Juvenilhormon an ein Fettkörperprotein gezeigt werden.[10]
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Dieser Artikel wurde am 11. Oktober 2007 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen. |