DVB-TDVB-T (Abkürzung für engl. „Digital Video Broadcasting – Terrestrial“; also dt. „Digitales erdgebundenes Fernsehen“) bezeichnet die terrestrische (erdgebundene, per Antenne) Verbreitung digitaler Radio-, Fernseh- und Datensignale in der Erdatmosphäre. DVB-T ist eine Variante des Digital Video Broadcasting (DVB), die vor allem in verschiedenen europäischen, asiatischen und afrikanischen Staaten sowie in Australien als Standard für die Übertragung von digitalem Fernsehen und Hörfunk per Antenne verwendet wird. Das nordamerikanische Pendant zu DVB heißt ATSC, das japanische ISDB und das der Volksrepublik China DTMB (früher DMB-T/H). DVB-T ist in den verschiedenen Ländern oft unter einer anderen Abkürzung bekannt, im Vereinigten Königreich und Irland wird beispielsweise die Bezeichnung „Digital Terrestrial Television (DTT)“ und auch, soweit nicht kostenpflichtig („Pay-TV“), „Freeview“, in Spanien „Televisión Digital Terrestre (TDT)“ oder in Frankreich „Télévision numérique terrestre (TNT)“ verwendet. Technik
Die für DVB-T genutzten Übertragungsfrequenzen entsprechen den schon vom analogen Rundfunk bekannten UHF- und VHF-Kanälen, von denen in Westeuropa im VHF-Bereich jeder 7 MHz und im UHF-Bereich jeder 8 MHz umfasst.[1]
Bei der digitalen Ausstrahlung lassen sich diese Kanäle effizienter ausnutzen als bei analoger Technik, da mehrere Sender pro Kanal übertragen werden können. Es wird COFDM (Coded Orthogonal Frequency Division Multiplex) als Modulationsverfahren verwendet. Innerhalb der zur Verfügung stehenden Bandbreite – 7 MHz bei VHF und 8 MHz bei UHF – werden mehrere tausend Einzelträger gesendet. Jeder dieser Einzelträger wird dann wiederum mit einem der drei für DVB-T festgelegten Modulationsverfahren QPSK, 16-QAM oder 64-QAM moduliert. Als Modulationsart wurde COFDM gewählt, da sich die bei DVB-S und DVB-C verwendeten Verfahren QPSK bzw. QAM für die Ausbreitungscharakteristik terrestrischer Wellen im VHF/UHF-Bereich als ungünstig erwiesen haben. Hinzu kommt, dass Kabel- und Satellitenempfänger weder dafür ausgelegt zu sein brauchen, dass sich die Empfänger bewegen, noch dafür, dass mehrere Sender im Empfangsbereich aktiv sind. Da bei DVB-T häufig mehrere Senderstandorte dasselbe Programm auf derselben Frequenz abstrahlen (sogenannter Gleichwellenfunk), unterscheiden sich regional einzelne Codierparameter der Ausstrahlung, wie zum Beispiel die Länge des Schutzintervalles. Diese Einstellungen wirken sich direkt auf die Nutzdatenrate der Aussendung aus. Die praktisch erreichte Datenrate pro Kanal liegt je nach eingestellten Parametern zwischen circa 12 Mbit/s und 20 Mbit/s. Z. B. stellt Nordrhein-Westfalen aufgrund der niedrigeren Senderdichte und des damit einhergehenden längeren Schutzintervalles nur 12,75 Mbit/s bereit, wogegen in Berlin 14,75 Mbit/s erzielt werden. Nach Angaben von DVB-T-Mitteldeutschland erreicht man dort bei 64-QAM bis zu 20 Mbit/s. Die Datenrate eines Kanals (nicht zu verwechseln mit einem Multiplex[2]) wird auf mehrere (meistens vier) Programme aufgeteilt. Jedes einzelne Programm bekommt somit eine mittlere Bitrate von circa 3 bis 3,5 Mbit/s. Zum Vergleich: Für eine dem heutigen analogen PAL-Fernsehsignal gleichwertige Bildqualität werden bei digitaler Übertragung circa 3 bis 5 Mbit/s benötigt, auf DVDs werden maximal Datenraten bis zu 9,8 Mbit/s verwendet. Bei der Übertragung von Bildern mit hohem Bewegungsanteil (z. B. Action- oder Sportszenen) mit nur 3,5 Mbit/s kann es zur Bildung von sogenannten Blockartefakten (Klötzchenbildung) kommen. Die Sendezentrale (Playoutcenter) hat jedoch die Möglichkeit, die Datenrate jedes Programms innerhalb des Multiplexes dynamisch zuzuweisen. Rein statistisch betrachtet wird nicht auf allen Programmen gleichzeitig die volle Bandbreite benötigt. In der Praxis sind jedoch nur wenige Sender in der Lage, diese Möglichkeit auszuschöpfen, stattdessen reduzieren sie lieber die Bildauflösung und liefern so ein unscharfes Bild, das jedoch weniger Artefakte enthält. Da Artefakte wesentlich auffälliger sind als unscharfe Bilder, haben die meisten Zuschauer kein Problem mit diesem „Kunstgriff“. Wie bei den anderen DVB-Varianten auch wird bei DVB-T der sogenannte „Multiplex“ (die gesamten Daten, die auf einem Kanal übertragen werden, enthalten in der Regel mehrere Programme) als MPEG-2-Transportstrom übertragen. Das darf nicht verwechselt werden mit der Codierung der einzelnen Video-Datenströme (engl. „video streams“) der enthaltenen Programme, diese können unabhängig davon mit einem beliebigen Video-Encoder komprimiert werden; dafür wird bisher hauptsächlich MPEG-2-Video verwendet. Es ist aber technisch auch problemlos möglich, mit MPEG-4-AVC (H.264) codierte Video-Datenströme zu versenden, wie es beispielsweise in Slowenien praktiziert wird. Der Nachfolger: DVB-T2Seit Anfang 2006 arbeitet eine Projektgruppe des Industriekonsortiums DVB Project mit Sitz in Le Grand-Saconnex in der Nähe von Genf an einem neuen DVB-T-Standard, DVB-T2 genannt, der signifikante technische Verbesserungen beinhalten soll. Alte Geräte werden DVB-T2 nicht empfangen können. Sehr wahrscheinlich werden für die Decodierung von DVB-T2 geeignete Geräte auch den bisherigen Standard DVB-T entschlüsseln können. MPEG-4/AVC anstatt MPEG-2Insbesondere in einigen Ländern Osteuropas, in denen sich DVB-T zurzeit erst in der Planung bzw. Testphase befindet, ist das Interesse an MPEG-4-AVC-codiertem DVB-T2 deutlich größer als an der in Westeuropa üblichen älteren MPEG-2-Codierung. Teilweise wird MPEG-4 bereits bei DVB-T verwendet. Somit dürfte sich mittelfristig ein „Bruch“ zwischen Ost- und Westeuropa ergeben, was die grenzüberschreitende Nutzung entsprechender Set-Top-Boxen angeht. In Dänemark soll die Umstellung für das erste Programmpaket voraussichtlich 2012 erfolgen, neue Programme könnten bereits von Anfang an DVB-T2 verwenden.[3] Derzeit wird die MPEG-4-Unterstützung von DVB-T-Receivern in der Regel durch Conditional-Access-Module nachgerüstet.[4] Wo das nicht möglich ist, ist ein neues Empfangsgerät mit MPEG-4 (H.264) notwendig. In Stuttgart wurden ab 15. Oktober 2009 erstmals regulär TV-Programme via DVB-T mit MPEG4-Kompression ausgestrahlt, im Raum Halle/Leipzig ab Dezember 2009.[5] Das empfangbare Angebot umfasst die Sender RTL Television, RTL II, Super RTL und Vox. Darüber hinaus sollen mit den Sendern „RTL Crime“ und „RTL Passion“ noch zwei Pay-TV-Programme vermarktet werden. Diese werden für ein Jahr ab Gerätekauf kostenfrei angeboten.[6] Durch die Grundverschlüsselung der privaten Sender einschließlich der kostenlosen Programme, für die ein Conax-kompatibles Gerät mit Smartcard nötig ist, sind die Verkaufszahlen entsprechender Endgeräte jedoch bisher niedrig.[7] Verbraucherschützer sehen die Grundverschlüsselung kritisch. Die Folge sei Ungleichbehandlung der Zuschauer und mangelnde Interoperabilität.[8] Das ZDF stellt bereits für die Zukunft in Aussicht, hochauflösendes Fernsehen auch terrestrisch verbreiten zu wollen, derzeit sei die Kapazität allerdings noch nicht ausreichend. „In einigen Jahren“ könne das jedoch mit der Einführung verbesserter Übertragungs- und Codierungstechnologien möglich sein[9] — möglicherweise ein indirekter Hinweis darauf, dass man die Entwicklung von DVB-T2 in Verbindung mit dem MPEG-4-Kodierungsverfahren abwarten will. Vorteile von DVB-T gegenüber analogem FernsehenGegenüber dem analogen PAL-System bietet DVB-T einige Vorteile: Programmvielfalt und HDTV via DVB-TAufgrund digitaler Modulationsverfahren kombiniert mit Datenreduktion (in Deutschland derzeitig MPEG-2) können auf der Bandbreite eines herkömmlichen analogen Kanals drei bis sechs Fernsehprogramme in Standardauflösung ausgestrahlt werden. Bei HDTV würde sich die Anzahl auf ein (1080p25 bzw. 1080i50) oder zwei (720p25) Fernsehprogramme reduzieren. Zuerst wurde HDTV via DVB-T in Australien regulär gesendet, es gibt aber auch in anderen Ländern inzwischen derartige Aussendungen, allerdings unter Nutzung des wesentlich effizienteren MPEG-4 AVC-Codecs (H.264), der bei gleicher Qualität etwa 2,5 mal so viele Fernsehprogramme erlaubt (SDTV: 7 bis 14 Programme, HDTV 720p: 3 bis 6 Programme, HDTV 1080p: 1 bis 3 Programme). So laufen derzeit in Frankreich und Großbritannien Regelaussendungen von HDTV-Programmen über DVB-T bzw. DVB-T2, die in MPEG-4 AVC codiert sind, außerdem in einigen skandinavischen Ländern sowie in Südost-Europa und neuerdings in Italien. In Deutschland wird vorerst kein hochauflösendes Fernsehen über DVB-T ausgestrahlt. Es gibt im Handel allerdings bereits Fernsehgeräte mit DVB-T HD Tuner. Praktisch empfangbar sind in Deutschland je nach Region 8 bis 32 verschiedene Fernseh-Programme, in Grenzregionen auch mehr. Damit überträgt DVB-T weniger Sender, als im analogen Kabel zu empfangen sind, aber mehr als über das bisherige analoge Antennenfernsehen. In einigen Regionen, wie in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder Mitteldeutschland, werden ausschließlich öffentlich-rechtliche Sender über DVB-T übertragen, die privaten Sender verzichten dort aus Kostengründen auf eine Verbreitung via DVB-T. DVB-T erreicht nicht die Programmanzahl von DVB-S (Satellit) und DVB-C (Kabel), die eine Übertragung von mehreren hundert Programmen ermöglichen. Die Bildqualität ist bei den in Deutschland verwendeten Datenraten mit vier Sendern pro Senderbouquet bei viel Bewegung im Bild erkennbar schlechter als bei DVB-S und DVB-C (siehe Bildqualität). Zusatznutzen durch Verbreitung von HörfunkTechnisch vorgesehen, aber bisher nur teilweise realisiert wurde die zusätzliche Verbreitungsmöglichkeit von Hörfunkprogrammen. In Deutschland gibt es derzeit nur in Berlin und Leipzig Hörfunk via DVB-T. Im Dezember 2009 wurden weiterhin 16 Hörfunksendeplätze in Hamburg ausgeschrieben, aufgrund geringer Resonanz von Anbieterseite wird dieser Sendeplatz jedoch für Fernseh- oder Telemediendienste zur Verfügung gestellt.[10] In Berlin steht privaten Radiosendern ein halbes DVB-T-Bouquet zur Verfügung. Darüber werden 14 Programme übertragen. In Leipzig können nur drei Programme – Radio Leipzig und Radio Horeb[11] – empfangen werden. Am 15. Juli 2009 fasste die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) den Beschluss, die beantragten Mittel für die DAB-Programme der ARD und des Deutschlandradio nicht freizugeben (siehe dazu DAB), da die Wirtschaftlichkeit der Projekte nicht nachgewiesen werden konnte. Seitdem ist auch DVB-T als Ausweg aus der DAB-Krise im Gespräch. Der KEF wurde allerdings vorgeworfen, dass der einzige technische Experte in der Kommission völlig befangen war. Prof. Reimers plädierte dafür, DAB einzustellen und statt dessen das maßgeblich von ihm entwickelte DVB-T zu verwenden. Auch wurde der KEF vorgeworfen, von Zuständen auszugehen, die durch minimalste Sendeleistungen verursacht waren. Zum Zeitpunkt des KEF-Beschlusses waren diese Beschränkungen bereits aufgehoben, was zumindest dem Techniker Prof. Reimers bekannt war, aber verschwiegen wurde[12] Einige ARD-Anstalten zeigen sich einer möglichen Prüfung, Radio über diesen Verbreitungsweg zu übertragen, grundsätzlich aufgeschlossen. Inzwischen hat man sich aber bundesweit für DAB als bessere Technik entschieden und den Ausbau begonnen. Siehe dazu auch: Digitalradio, Abschnitt Digitales Antennenfernsehen (DVB-T). SendeleistungDer Systemgewinn von DVB-T gegenüber analogem Fernsehen hängt stark von der konkreten Modulation (QPSK, 16-QAM oder 64-QAM), der eingesetzten Fehlerkorrektur (es können zwischen 12 % und 50 % der Bruttodatenrate für die Fehlerkorrektur verwendet werden) wie auch dem ab, was man als störungsfreien Analogempfang als Referenz (üblich sind Werte zwischen 40 dB und 52 dB SNR) einstuft. Der in den Medien angegebene Wert von 10 dB ist daher mit allergrößter Vorsicht zu genießen, je nach Rahmenbedingungen kann der Systemgewinn zwischen 0 dB und 35 dB liegen. Der Umgang mit dem Systemgewinn ist unterschiedlich:
Durch fortschreitende Digitalisierung anderer Bundesländer wie auch der Nachbarstaaten sinkt die Interferenzgefahr mit alten analogen Fernsehsendern. SendeantennenDie Bandbreite der Sendefrequenzen des DVB-T-Bouquets ist identisch mit der analoger Fernsehkanäle, so dass grundsätzlich die Sendeantennen weiter genutzt werden können. Dennoch mussten an vielen Standorten die Sendeantennen ausgetauscht werden, da für den DVB-T-Betrieb häufig andere Kanäle genutzt werden als für das Analogfernsehen, so dass die alte Antenne diese Frequenzen nicht optimal ausstrahlen konnte. Auch wurde manchmal die Polarisation mit der Umstellung auf DVB-T in vertikale Polarisation geändert, um den Mobilempfang zu verbessern. EmpfangsqualitätEine Eigenschaft des eingesetzten COFDM ist die Fähigkeit, dass sich Hochfrequenzreflexionen (Mehrwegempfang) nicht mehr im Bild bemerkbar machen können. Bei günstiger Konstellation kann die Empfangsqualität sogar vom Mehrwegeempfang profitieren. Beim Empfang analoger Fernsehsignale machen sich unerwünschte Reflexionen des Empfangssignals als sogenanntes Geisterbild bemerkbar, das heißt, über dem normalen Bild erscheint das gleiche Bild nochmals, leicht seitlich versetzt und deutlich schwächer. Bei COFDM hingegen werden teilweise auch die aus den reflektierten Signalen empfangenen Echos, die innerhalb einer bestimmten Zeitspanne eintreffen, noch decodiert und zur Wiederherstellung des gesendeten Bildes genutzt. Die Empfangsqualität hängt ab von:
Selbstgebaute „Schmetterlings“-Zimmerantenne für den DVB-T-Empfang Durch aufwendigen Diversityempfang mittels geeigneter Diversity-Konzepte, d.h. mehrerer DVB-T-Empfangszüge an mehreren Antennensystemen und einer geschickten Kombination der Datenströme und/oder optimierten Kanalschätzungsverfahren (MRC-Diversity) kann eine deutliche Steigerung der Empfangsqualität im 2k- (großer Abstand der Einzelträger) und 8k-Mode (kleiner Abstand, üblicherweise verwendet) für den mobilen Betrieb auch im oberen Geschwindigkeitsbereich erreicht werden. Beim Empfang von terrestrischen Signalen, egal ob analog oder digital, kommt es relativ oft zu Störungen und Signalaussetzern. Dafür gibt es mehrere Gründe:
Bei günstiger Empfangslage (meistens in Ballungszentren) genügt für den Empfang häufig eine einfache Zimmerantenne, die auch leicht selbst hergestellt werden kann. Ansonsten ist meist die vielerorts noch vorhandene Hausantennenanlage die optimale Lösung. Portable Fernsehgeräte können so bei entsprechender Senderabdeckung, Signalstärke und dadurch bedingter guter Signalqualität überall betrieben werden, unabhängig von Kabel- oder Satellitenempfang; daher der in Deutschland zur Vermarktung verwendete Begriff „Das ÜberallFernsehen“. Nach dem Motto „Der beste Verstärker ist eine gute Antenne“ kann die Empfangsqualität durch entsprechende Richtantennen deutlich verbessert werden. Grundsätzlich ist es für eine Antenne, ob passiv oder aktiv, d.h. ohne oder mit integriertem Verstärker, unerheblich, ob DVB-T-Signale oder analoge Signale empfangen werden sollen. Die Polarisation der abgestrahlten Signale hängt von den jeweiligen Sendeanlagen ab. Die Signale können entweder vertikal oder horizontal polarisiert sein. Dementsprechend müssen auch die Elemente der Empfangsantenne entweder senkrecht oder waagerecht angeordnet montiert werden. Sobald ein gewisser Mindestempfangspegel (inkl. Reserve) und somit Mindest-BER (Bit-Fehlerrate) erreicht ist, ist der Einsatz eines zusätzlichen Verstärkers grundsätzlich nicht mehr sinnvoll, da durch die entsprechenden Fehlerkorrekturen im Empfänger keine fehlerhaften Datensignale mehr vorliegen, d. h. es ist für die Stabilität oder Empfangsqualität unerheblich, ob man 10 dB oder 20 dB über dem Mindestpegel liegt. Abhilfe können hier eventuell aktive DVB-T-Antennen schaffen. Diese haben den Vorteil des integrierten Verstärkers, der Signalverluste aufgrund eines zu langen bzw. schlechten Antennenkabels kompensieren kann. Ein Antennenverstärker kann jedoch bei zu geringen Feldstärken ein Signal nicht verbessern, da zusammen mit dem Nutzsignal auch Störrauschen und andere Störungen in gleichem Maß mitverstärkt werden. Der Nutzsignal / Rauschabstand (C/N) bleibt durch die Verstärkung gleich. Er kann sich durch einen Verstärker mit schlechter Rauschzahl sogar verschlechtern. Im anderen Extremfall, bei zu hohen Feldstärken, z. B. in direkter Nähe des Senders oder bei Anwesenheit eines starken Störers wie DECT-Telefon, Schaltnetzteil etc., sind Antennenverstärker ebenfalls meist ungeeignet, da der hohe Signalpegel sowohl zur Übersteuerung des Antennenverstärkers als auch des angeschlossenen DVB-T-Empfängers führen kann. Durch Übersteuerung werden neben Signalverzerrungen auch Störfrequenzen (durch Intermodulation und Kreuzmodulation) erzeugt, die dann in anderen Frequenzbereichen auftreten. Für aktive Antennen wird in der Regel ein Netzteil zur Stromversorgung benötigt, einige Receiver können den eingebauten Verstärker aber auch über das Antennenkabel fernspeisen.[13] Neben der Antenne spielt auch das Empfangsteil des Receivers selbst eine wichtige Rolle, hier gibt es große Unterschiede zwischen den Herstellern. So kann es sein, dass mit derselben Antenne in derselben Position das Gerät eines Herstellers Empfangsstörungen hat, während das eines anderen Herstellers problemlos funktioniert. Wie beim analogen terrestrischen Fernsehen ist auch bei DVB-T Überreichweitenempfang bei Inversionswetterlage, die in Mitteleuropa in den Monaten September bis November häufig auftreten, möglich. Sofern sich die Signale nicht gegenseitig stören, macht sich das atmosphärisch bedingt schwankende Überreichweitensignal durch eine schwankende Bildqualität mit zeitweiligen Aussetzern (schwarzes oder „einfrierendes“ Bild und Abriss der Tonübertragung) oder Klötzchenbildung bemerkbar. In Großbritannien gibt es deshalb Fernsehen nur noch im UHF-Bereich. Das für diese Störungen besonders anfällige VHF-Band I wird in Deutschland nicht für DVB-T genutzt. UmsetzerDa, wie im vorherigen Kapitel beschrieben, Mehrwegempfang bei DVB-T die Empfangsqualität sogar verbessern kann, sind Umsetzer in den meisten Fällen entbehrlich. Allerdings kann ihr Einsatz für die Versorgung von Gebieten, die in tief eingeschnittenen Tälern oder Abschattungszonen liegen, dennoch unter Umständen sinnvoll sein. Eine realisierte Anlage befindet sich in Wildemann im Harz. Neue StandorteAn einigen Orten (Magdeburg, Halle, Leipzig und Wolfsburg) wurden für die Verbreitung von DVB-T-Programmen gänzlich neue Senderstandorte in Betrieb genommen. In Siegen wurde ein ehemaliger TV-Umsetzer (ehemals für ARD im VHF-III) und UKW/DAB-Füllsender zum DVB-T Sender ausgebaut. VersorgungDVB-T ermöglicht die lückenlose Versorgung eines großen Gebietes mit Fernsehprogrammen durch Verschaltung mehrerer örtlich voneinander getrennter Fernsehsender zu einem sogenannten Gleichwellennetz (Single Frequency Network abgek. SFN). Alle Sender arbeiten dazu phasenstarr auf der gleichen Sendefrequenz. Somit wird für ein Programm auch auf großer Fläche nur eine Frequenz benötigt. Das analoge Fernsehen würde dafür mehrere verschiedene Kanäle benötigen, da die unvermeidlichen Laufzeitunterschiede der von verschiedenen Sendern empfangenen Signale zu starken Geisterbildern führen, im Extremfall sogar die Bildsynchronisation verhindern würden. Auch die für den Ton verwendete Frequenzmodulation ist nicht für Gleichwellenfunk geeignet. Bei einem gut geplanten Gleichwellennetz gibt es keine Häuser mehr, die im Funkschatten eines Berges durch einen Sender stehen und somit nur schlechten Fernsehempfang bekommen; das im analogen Betrieb übliche hochkomplexe Arrangement von diversen Füllsendern auf verschiedensten Kanälen entfällt. Die Vorteile eines SFN ermöglichen bei den bisherigen DVB-T-Startinseln in Deutschland in Ballungsräumen auch einen Empfang ohne Außenantenne. Da die Funkwellen in ihrer Ausbreitung von den Mauern stark gedämpft werden, ist für einen stabilen Empfang ein relativ hoher Signalpegel notwendig. Dafür wäre bei nur einem einzigen Senderstandort in einem Ballungsgebiet eine weitaus höhere Sendeleistung notwendig, als sie bislang beim analogen Fernsehen eingesetzt wurde, denn der DVB-T-Systemgewinn liegt weit unter dem Wert, den das Signal durch die Dämpfung an Häusern innerhalb von Großstädten verliert. Durch die Nutzung mehrerer Senderstandorte auf der gleichen Frequenz wird diesem Problem abgeholfen, da nun die Signale eine geringere Entfernung zu den Empfängern zurücklegen müssen und die Signalstärke im Durchschnitt gleichmäßiger verteilt ist. AufzeichnungDas digitale Format ermöglicht prinzipiell die verlustfreie Aufzeichnung und Vervielfältigung ohne Neucodierung, etwa mit einer der diversen, bereits im Handel verfügbaren Set-Top-Boxen mit eingebauter Festplatte. Die meisten Festplatten- und DVD-Rekorder leisten das bisher aber nicht. Für PCs und Laptops gibt es DVB-T-PCI-Karten und externe, über USB anzuschließende DVB-T-Sticks, sowie PCMCIA-Karten. Die mitgelieferte Software dieser Geräte erlaubt es häufig, das empfangene Programm ohne Qualitätseinbußen zu speichern. Bei Windows 7 (außer bei Windows 7 Starter und Home Basic), Windows Vista (außer Vista Home Basic und Business) sowie Windows XP Media Center Edition 2005 ist die Software für den Empfang und die Aufzeichnung auf die Festplatte bereits im Mediacenter integriert. Seit September 2008 ist es über Play TV auch mit PlayStation 3 möglich, DVB-T über die in die Konsole integrierte Festplatte aufzuzeichnen. Unter Linux unterstützt praktisch jede zum DVB-Empfang geeignete Software das verlustfreie Aufzeichnen des Programmstroms als MPEG-Datei. KostenFür den terrestrischen Empfang fallen im Gegensatz zum Empfang via Kabel keine laufenden Gebühren an den Kabelbetreiber an, lediglich die Rundfunkgebühren (erhoben durch die GEZ in Deutschland, die GIS in Österreich bzw. die Billag in der Schweiz) werden weiterhin fällig. Die Anschaffungskosten für Empfangsgeräte sind in der letzten Zeit auf das Niveau von DVB-S oder DVB-C gesunken. Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, dass kommerzielle Programmanbieter ihre DVB-T-Streams verschlüsseln und somit einmalige oder wiederkehrende kostenpflichtige Freischaltungen zur Empfangsvoraussetzung machen, womit für die Zuschauer dann noch zusätzliche Kosten für die Anschaffung von Receivern verbunden wären, die den Einschub einer Smartcard erlauben, sowie für die Smartcard selbst. Die öffentlich-rechtlichen Programmanbieter hingegen haben erklärt, dass eine Verschlüsselung bei DVB-T (sowie DVB-S und DVB-C in Deutschland) für sie nicht in Frage kommt. In Italien gibt es neben den freien Programmen von RAI, der Mediaset und lokalen Anbietern auch die verschlüsselten Programme von Mediaset Premium. Nachteile von DVB-T gegenüber analogem FernsehenAllgemeine StöranfälligkeitBeim Empfang von terrestrischen Signalen, egal ob analog oder digital, kommt es relativ oft zu Störungen und Signalaussetzern (siehe oben, Kapitel Empfangsqualität). Während beim analogen Empfang bei nachlassender Signalqualität das Bild langsam schlechter wird, geschieht das bei DVB-T plötzlich: Ton und Bild können verschwinden, das Bild „friert ein“ und es treten Blockartefakte (Klötzchenbildung) auf. Ganze Programmblöcke verschwinden bisweilen, und je nach Decoder kommt es zu Tonartefakten (sehr unangenehme, extrem laute Knackgeräusche). Bei Empfangsstörungen wird der Funkmessdienst der Bundesnetzagentur (BNetzA) nur tätig, wenn eine ordnungsgemäß errichtete Empfangsanlage vorhanden ist (in der Regel eine Außenantenne). Zimmerantennen sind Behelfsantennen und zählen nicht als ordnungsgemäß errichtete Empfangsanlage. Auch wenn vielerorts der Empfang mit Zimmerantennen problemlos möglich ist, müssen ggf. auftretende Störungen hingenommen werden. Die oben genannten Empfangsprobleme treten tendenziell eher im Randbereich der Ausstrahlungsgebiete auf, im Kernbereich (d. h. in relativ geringer Entfernung zum Sender) ist die Feldstärke oft so groß, dass auch mit einer einfachen Zimmerantenne ein relativ störungsfreier Empfang möglich ist. Für besseren Empfang in den sogenannten Randgebieten des DVB-T Signals ist es ratsam, eine passende Antenne oder Antennenkombination zu verwenden. BildqualitätVon Kritikern wird die Bildqualität bemängelt, weil sie schlechter sei als die von DVB-S und DVB-C, in vielen Fällen sogar schlechter als das analoge Kabelfernsehen. Das Bildrauschen beschränkt sich bei DVB-T systembedingt zwar auf das von der Kamera erzeugte Aufnahmerauschen und enthält kein analoges Übertragungsrauschen mehr. Aus zu geringen Bitraten, die von den meisten Programmen genutzt werden, resultieren stattdessen aber Unschärfe, Klötzchenbildung (sogenannte Makroblöcke) und weitere Kompressionsartefakte, die sich negativ auf das Bild auswirken. Bei ruhigen Bildpassagen weist das Fernsehbild unter Verwendung eines qualitativ hochwertigen DVB-T-Empfängers jedoch in der Regel eine höhere Kantenschärfe auf als beim analogen Empfang. Artefakte treten immer dann besonders stark auf, wenn das analoge Ausgangsmaterial vom Sender bereits verrauscht ist: Bei der Digitalisierung kann nur begrenzt zwischen relevanter Bildinformation und Hintergrundrauschen unterschieden werden. Je mehr Rauschen im Bild ist, desto mehr Bits gehen zum Codieren dieses Rauschens verloren. Es bleiben weniger Bits zur Codierung der eigentlichen Bildinformationen übrig. Dieser Effekt wird unter Umständen noch dadurch verstärkt, dass das Ausgangsmaterial auf dem Sendeweg verlustbehaftet umgewandelt oder nachkomprimiert wird: Analoges Ausgangsmaterial wird evtl. zunächst beim Sender auf Schnitt-Servern mit hoher Datenrate digitalisiert und komprimiert, dann zur Ausstrahlung für DVB-S herunterkomprimiert und als DVB-S oder analoges Satellitensignal bis zur DVB-T-Sendeanlage übertragen, dort dann erneut digitalisiert oder von DVB-S auf DVB-T herunterkomprimiert. Wird ein MPEG-Datenstrom erneut von der Datenrate reduziert/umkomprimiert, ist das Ergebnis schlechter, als wenn sofort das Ausgangsmaterial auf die niedrige Bitrate umgesetzt wird. Diese Qualitätsminderung wirkt auch in die analogen Kabelnetze, da die Kopfstationen in den DVB-T-Regionen, die überwiegend DVB-T-Signale empfangen, auf analog umwandeln und ins Kabelnetz einspeisen. Manche Endanwender sorgen selbst für eine weitere deutliche Verschlechterung der Bildqualität, indem sie einen DVD- oder Festplattenrecorder per Analog-Kabel an den DVB-T-Empfänger anschließen. Die damit verbundene Digital-Analog-Digitalwandlung ist ebenfalls verlustbehaftet. In Deutschland und vielen anderen Ländern teilen sich in den meisten Fällen vier Programme eine Datenrate von circa 12 bis 20 Mbit/s, das heißt im Mittel 3 bis 5 Mbit/s pro Programm. Dabei kann jedoch ein Programm, das gerade schnelle oder detailreiche Bildfolgen zeigt — beispielsweise aus einem Actionstreifen oder einer Sportsendung —, kurzfristig auf Kosten der anderen im Multiplex eine höhere Datenrate zur Verfügung gestellt bekommen, vorausgesetzt, diese zeigen nicht gleichzeitig ebenfalls komplexe Bildfolgen (dynamische Quellencodierung). Ohne diese Kompensation führen derartige Bitraten aufgrund des (veralteten) MPEG-2-Codecs bei manchen Bildfolgen zu sichtbaren Kompressionsartefakten. Teilweise wird zur Vermeidung solcher Artefakte die horizontale Bildauflösung von 720 bzw. 704 Pixeln (vgl. DVD) auf 544 oder 480 Pixel (vgl. SVCD) herabgesetzt und ggf. ein Weichzeichner vorgeschaltet. Das Bild hat dann weniger Klötzchenartefakte, wird dafür aber unschärfer. Einige Programmanbieter entscheiden sich auch dafür, Material im 16:9- oder einem anderen Breitbildformat nicht anamorph, sondern im Letterbox-Verfahren zu senden, da sich dessen schwarze Ränder besonders effizient komprimieren lassen und so mehr Bits für die verbleibenden höchstens 432 statt der normalen 576 Zeilen zur Verfügung stehen. Auf DVDs wird ebenfalls MPEG-2 als Datenreduktionsverfahren eingesetzt, das aber mit gewöhnlich vergleichsweise hohen Datenraten von bis zu 9,8 Mbit/s. DVB-S verwendet etwa 38 Mbit/s pro Transponder (6 bis 10 Kanäle) und kommt so auf mittlere Übertragungsraten von 3,8 bis 6 Mbit/s mit Spitzen von rund 7 bis 8 Mbit/s (ARD/ZDF sendeten Spiele der Fußball-WM 2006 sogar mit Durchschnittsbitraten von 7 Mbit/s und Spitzen von 10 Mbit/s); DVB-C liegt bei ähnlichen Werten. Über Kabel und Satellit ist durch das breitere Frequenzspektrum auch das Programmangebot größer. Die geringere Bandbreite pro ausgestrahltem Programm ist ein betriebswirtschaftliches und kein technisch bedingtes Problem von DVB-T. Es ließen sich auch weniger Programme mit höheren Datenraten pro Kanal übertragen. Im Übrigen gibt es auch bei der digitalen Ausstrahlung über Kabel oder Satellit Programme (beispielsweise Shoppingsender), die aus Kostengründen niedrige Bandbreiten oder geringere Auflösungen einsetzen. Allen aktuell eingesetzten digitalen TV-Übertragungswegen ist gemein, dass das aus dem Jahr 1991 stammende Kompressionsverfahren MPEG-2 im Vergleich zu moderneren Verfahren wie MPEG-4 (H.264/AVC) oder VC-1 deutlich höhere Datenraten zur Übertragung von Bildern einer gegebenen Qualität benötigt. Zur Zeit der Einführung von DVB-T war die technisch hochwertigere MPEG-4-Technik zwar bereits voll entwickelt, dennoch entschied man sich aus Lizenzgründen für das veraltete und wesentlich bandbreitenhungrigere MPEG-2-Verfahren. Ein Vorteil war, dass es dafür relativ einfache, billige und sehr ausgereifte Decoderchips gab, wodurch die Anschaffungspreise für entsprechende Empfangsgeräte mittlerweile relativ niedrig sind. Des Weiteren sind die Hardwareanforderungen speicher- und geschwindigkeitsseitig wesentlich geringer. Schon nach kurzer Zeit fanden sich jedoch leistungsfähige MPEG-4-Decoder in vielen günstigen DVD-Playern der „Supermarktklasse“, wodurch die zahlreichen Nachteile von MPEG-2 im Auge der Kritiker im Nachhinein umso ärgerlicher erscheinen. Im Zuge der HDTV-Einführung, die in Europa konsequent in MPEG-4 erfolgt, werden aber auch für DVB-T mittelfristig Empfangsgeräte mit MPEG-4-Decoder auf den Markt kommen, wie es sie für DVB-S und DVB-C schon gibt. Der DVB-T2-Standard, bei dem analog zu DVB-S2 die Datenrate durch effizientere Modulations- und Fehlerkorrekturtechniken gesteigert werden könnte, wurde im Sommer 2008 verabschiedet. Eine Einführung dieses wesentlich verbesserten Nachfolgestandards ist für Deutschland jedoch nicht geplant. ÜbertragungsverzögerungEin weiterer Nachteil des DVB-T-Systems gegenüber den herkömmlichen nicht-digitalen Übertragungswegen ist die Signalverzögerung von etwa zwei bis acht Sekunden. Diese entsteht durch die Codierung (Digitalisierung) des Signals beim Sender und die Decodierung beim Empfänger. Vor allem bei Live-Übertragungen von Fußballspielen kann das Geräusch aus Gaststätten mit nicht-digitalen Empfängern Überraschungsmomente in nebenliegenden Gaststätten mit übertragungsverzögernden DVB-T-Empfängern hervorrufen. Voraussetzungen für DVB-T-EmpfangDer Empfang setzt einen externen Digitalreceiver oder Fernseher mit integriertem DVB-T-Empfangsmodul (Tuner) voraus, das sich bei einigen Fernsehgeräten auch nachrüsten lässt (siehe auch IDTV). Der Anschluss der externen Digitalreceiver an den Fernseher erfolgt über Scart/Cinch-Anschlüsse oder alternativ bei Receivern mit HF-Modulator über die Antennendose des Fernsehers (mit Qualitätseinbußen). Bei externen Geräten dominieren Set-Top-Boxen; auf dem Markt sind jedoch auch externe kompakte Module mit integriertem Scart-Stecker für den rückseitigen „unsichtbaren“ Anschluss an Fernsehgeräte verfügbar. Bei schwächerem Empfangssignal werden aktive Antennen verwendet, die das empfangene Signal verstärken, wobei die Spannungsversorgung dieser Antennen je nach Gerät durch den DVB-T-Empfänger über das verbundene Antennenkabel (Fernspeisung) erfolgen kann. Für den Fernsehempfang am Computer bzw. Notebook existieren USB-Lösungen in Form von DVB-T-Sticks. Bei diesen Geräten handelt es sich meist um reine Multiplex-Datenempfänger (HF-Vorstufe, ZF-Verstärker, QAM-Demodulator, meist auch Fehlerkorrektur), die einen Datenstrom zwischen 4,98 und 31,67 MBit/s liefern. Die Decodierung des Signals erfolgt in diesem Fall über ein mitgeliefertes Programm, das einen entsprechend leistungsfähigen Computer voraussetzt. Für weniger leistungsfähige Computer gibt es Empfänger als Einsteckkarten mit integriertem MPEG-2-Decoder. Als USB-1.1-Sticks sind diese nicht implementierbar, da die entstehenden Datenraten zu groß werden:
Meist ist der Empfang von DVB-T mit einer schon vorhandenen, für den Empfang von analogem Fernsehen genutzten Dachantennenanlage möglich, diese muss aber unter Umständen neu ausgerichtet oder auf eine andere Polarisation eingestellt werden. Bei älteren Antennenverstärkern ist z. T. ein Austausch notwendig, vorhandene Kanalfilter sollten entfernt werden. Für die Einspeisung von DVB-T in Gemeinschaftsantennenanlagen und in das Kabelfernsehen sind häufig weitere Investitionen nötig. Zur Fußball-Europameisterschaft 2008 wollten T-Mobile, Vodafone und O₂ Mobiltelefone anbieten, die DVB-T empfangen können (GSmart T600 und LG HB620T). KritikInvestitionen für SenderDa nur eine Minderheit der deutschen Bevölkerung noch den analogen, ausschließlich terrestrischen Empfang nutzte, stellte sich die Frage, ob die Kosten für die Umstellung der Netze gerechtfertigt waren und ob man stattdessen nicht die terrestrische TV-Verbreitung einfach hätte einstellen sollen. Die laufenden Kosten bei digitaler Abstrahlung fallen je Programm jedoch wesentlich geringer aus als bei analoger: Die meisten Füllsender für das TV-Programm werden abgeschaltet, wodurch nicht immer die frühere nahezu vollständige analoge Abdeckung erreicht wird, gleichzeitig sinken dadurch aber die laufenden Abstrahlungskosten nochmals deutlich. Im Vergleich zur Verbreitung über Satellit ist die DVB-T-Abstrahlung in Deutschland damit aber dennoch – wie auch das Kabelfernsehen – erheblich teurer und nicht flächendeckend. In Deutschland ist die staatliche Subventionierung des Sendernetzes, von der auch überregionale Privatsender profitieren, nicht konform zu den entsprechenden EU-Vorschriften. Aufgrund einer Wettbewerbsverzerrung zugunsten von DVB-T reichten im Dezember 2002 der deutsche Verband privater Kabelnetzbetreiber Anga und der baden-württembergische Kabelnetzbetreiber KabelBW bei der EU-Kommission in Brüssel Beschwerde ein. Im November 2005 kam die EU-Wettbewerbsbehörde zu dem Ergebnis, dass die im Großraum Berlin-Brandenburg vom Staat an die privaten Fernsehsender gezahlten Subventionen gegen die Beihilfevorschriften des EG-Vertrags verstoßen, da sie den Wettbewerb verfälschen. Die Zuschüsse begünstigten indirekt das DVB-T-Netz zum Nachteil konkurrierender TV-Plattformen wie Kabel und Satellit, so dass insbesondere das Gebot der Technologieneutralität missachtet wurde. Diese Entscheidung stieß auf vehemente Kritik seitens der Länder, die Anschubinvestitionen für den Markterfolg der neuen Übertragungstechnik als unabdingbar ansehen und zum anderen auf die massive staatliche Förderung des Kabelnetzes in der Vergangenheit verweisen. Kritiker der Beschwerde betonen auch den eher vorhandenen Ergänzungscharakter des terrestrischen Überallfernsehens für Zweit- und Drittgeräte und portablen Empfang, da weder die mit Digitalkabel angebotene Programmvielfalt noch Triple-Play-Angebote darüber realisierbar seien und somit DVB-T nur in wenigen Fällen eine Gefahr für Kabelnetzbetreiber darstelle. Weiterhin entschied die Kommission, dass die Privatsender die bereits ausgezahlten Beihilfen, die nicht ordnungsgemäß bei der Kommission angemeldet worden waren, zurückbezahlen müssen. Im April 2006 erreichte die EU-Kommission eine weitere Beschwerde. Kabel Baden-Württemberg sieht die Förderung von DVB-T mit Rundfunkgebühren und damit mit öffentlichen Mitteln als Widerspruch zum europäischen Wettbewerbsrecht. Der generellen Kritik an DVB-T ist allerdings das öffentliche Interesse an einer weitreichenden Grundversorgung der Bevölkerung mit dem öffentlich-rechtlichen Programmangebot unabhängig von privaten Monopolanbietern wie den Kabelgesellschaften mit ihren örtlichen Netzmonopolen oder dem den deutschen Satellitenfernseh-Markt beherrschenden Anbieter SES Astra (siehe auch dessen Bestrebungen zur kostenpflichtigen Grundverschlüsselung via Entavio) entgegenzuhalten. Verbreitung/FlächendeckungIn Deutschland wurde anfangs nur in sogenannten Startinseln, vor allem in den Ballungszentren, auf DVB-T umgestellt. Bis Ende 2008 war eine etwa 85-%ige Flächendeckung und mindestens 90-%ige Bevölkerungsversorgung vorgesehen. Der mobile Im-Haus-Empfang (portable indoor; Stabantenne) sollte dann auf etwa 20 % der Fläche möglich sein, auf weiteren etwa 20 % ist mobiler Außer-Haus-Empfang (portable outdoor; Auto, Zimmerantenne) möglich, und auf den restlichen etwa 45 % ist eine hochwertige stationäre Außenantenne nötig. Durch die Nutzung moderner DVB-T-Empfänger mit mehreren Empfangsteilen (Diversity) ist der portable-Empfangsbereich mit Stab- und Zimmerantennen jedoch deutlich größer. Der Weiterbetrieb oder die Umrüstung der vorhandenen analogen Füllsender ist in Deutschland von wenigen Ausnahmen (Bad Urach, Oberböhringen und Weinsberg[14]) nicht vorgesehen. In anderen Ländern, z. B. Italien, Spanien, Österreich oder Großbritannien, wurde über einen kurzen Zeitraum fast landesweit umgestellt, jedoch das PAL-Fernsehen weiterhin parallel ausgestrahlt (Simulcast), was in den deutschen Startinseln seit Mitte 2005 generell nicht mehr geschieht. Ein Parallelbetrieb war in Deutschland aufgrund der knappen Frequenzen und der Interessen der benachbarten Länder nicht möglich. Topografische ProblemzonenDer Slogan „Überallfernsehen“ wird oft missverstanden. Er wird manchmal so verstanden, dass mit kleinen Antennen überall Empfang herrscht, bedeutet aber tatsächlich, dass zum Empfang auch eine Hausantenne nötig sein kann, näher am Senderstandort reicht meist eine Zimmerantenne. Im Zuge der Umstellung auf DVB-T wurden die meisten Füllsender abgeschaltet und demontiert. In diesen Gebieten ist der Fernsehempfang über Antenne nur teilweise mit aufwendigen Antennenanlagen, i.d.R. aber nicht mehr möglich. So gilt der Begriff „Überallfernsehen“ nicht für hochfrequenztechnisch schwierig zu versorgende Gebiete. Das sind grundsätzlich bergige Gegenden. Dieser Sachverhalt soll hier am Beispiel Wuppertal im topographisch schwierig zu versorgenden Bergischen Land beschrieben werden. Die bei Einführung von DVB-T in Nordrhein-Westfalen aufgezeigten Versorgungskarten schienen Wuppertal, noch im Randbereich der ersten in Betrieb genommenen digitalen Sender gelegen, abzudecken. Aufgrund der Abschattung durch die Berge und der anderen Antennendiagramme der DVB-T-Sender war in vielen Gegenden um Wuppertal oftmals nur ein schlechter Empfang möglich. Erst im Mai 2006 wurde Wuppertal mit einem eigenen Sender versorgt, der den Empfang der öffentlich-rechtlichen Programme verbesserte. Eine schlechte Informationspolitik zu dieser Situation seitens des DVB-T-Projektbüros war der Situation in Wuppertal nicht zuträglich. Noch heute wird oft der schlechte Empfang vor allem der Privatsender reklamiert, was sich aber dadurch relativiert, dass diese Wuppertal nicht offiziell flächendeckend versorgen. KanalbelegungAuch die Aufteilung der Kanäle in Deutschland ist nicht ganz frei von Kritik, da es durch DVB-T in den meisten Regionen keine erweiterte Vielfalt durch zusätzliche private Fernsehanbieter gibt; die bislang dominierenden privaten und öffentlich-rechtlichen Anbieter finden sich auch in DVB-T wieder. Grund ist, dass sie meist auch die einzigen waren, die sich wegen der hohen Verbreitungskosten um Sendeplätze beworben hatten. In den ab Ende 2005 umgestellten Regionen hat sich bislang keiner der bundesweit bedeutenden privaten Fernsehveranstalter für die Nutzung der Frequenzen beworben, so dass in DVB-T in diesen Regionen wie zuvor über PAL nur öffentlich-rechtliche Programme sowie vereinzelt (im Saarland und im Raum Leipzig) kleine, meist lokale Privatsender vertreten sind.
Schlechte Kooperation mit analogen Fernsehern und AufnahmegerätenWie bei (analogen und digitalen) Satelliten-Empfängern und digitalen Kabel-Empfängern gibt es auch beim Betrieb von DVB-T-Set-Top-Boxen Einschränkungen beim Betrieb an herkömmlichen Fernsehern, Video- und DVD-Rekordern mit analogem Empfangsteil. Allgemeine Kritik an DVB-T und der AnalogabschaltungEs gibt vielfältige Kritik an der Analogabschaltung und der Verwendung von DVB-T. Da die digitalen Signale recht einfach verschlüsselt werden können, befürchten viele Nutzer eine nachträgliche Einführung von kostenpflichtigen Angeboten. Ebenfalls sehen Kritiker die Möglichkeiten des freien Zugangs und die Nutzung der Medien durch den Einsatz von digitalen Verfahren und des dabei möglichen Digitalen Rechtemanagements (DRM) durch Smartcards u. ä. erheblich eingeschränkt. Das ist aber ein grundsätzliches Problem jeder digitalen Signalübertragung. Die oft bemängelte Klötzchenbildung und Aussetzer sind typisch für die digitale Übertragung. Die Übertragung von analogen Inhalten beruht zwar auf der Verwendung schmalerer Bandbreiten, verursacht jedoch bei Signalstörungen nur das bekannte „Kräuseln“; das Bild bekommt keine Klötzchen oder verschwindet abrupt. Abhilfe schafft in den meisten Fällen eine Optimierung der Antennenanlage (Antenne, Kabel, Dosen, Verstärker, Weichen). Verlauf der Umstellung auf DVB-TDeutschlandDie Abschaltung des analogen Fernsehens beim Übergang auf das digitale Fernsehen wurde geregelt. Für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ermöglichte der Rundfunkstaatsvertrag die schrittweise Einstellung der analogen Verbreitung, und zwar unter angemessenen Bedingungen für die Nutzer.[15] Beginn in BerlinAm Montag, dem 4. August 2003 um 8:00 Uhr[16] wurde im Großraum Berlin die analoge Verbreitung von Fernsehprogrammen zugunsten der digitalen Verbreitung mittels DVB-T eingestellt. Das war der Beginn der Abschaltung des analogen Antennenfernsehens in Deutschland. Private ProgrammeDie beiden großen Privatsenderketten (RTL und ProSiebenSat.1) strahlen nur in den zuerst erschlossenen Gebieten ihre Programme über DVB-T aus. Die privaten Sender haben die Ausweitung der DVB-T-Abstrahlung in seit 2005 neu erschlossenen DVB-T-Regionen weitgehend eingestellt, nachdem eine Anschubfinanzierung der Ausstrahlungskosten durch die Landesmedienanstalten aufgrund von Klagen der Kabelnetzbetreiber nicht mehr möglich ist.[17] Ende 2007 gingen erstmals seit längerer Zeit wieder neue Multiplexe mit privaten Programmen auf Sendung, je ein Multiplex im Saarland (Saar TV, Tele 5, QVC, Bibel TV) und in Leipzig (info tv leipzig, Leipzig Fernsehen, BBC World, Bibel TV, sowie die Radiosender Radio Horeb und Radio Leipzig[18]). In den Regionen Stuttgart und Leipzig/Halle sind sechs Programme der RTL-Sendergruppe im Kompressionsverfahren MPEG4 in Betrieb. Neben den bisher für DVB-T üblichen Sendern RTL, RTL 2, Super RTL und VOX kommen durch die verbesserte Kompressionsrate die beiden Pay-TV-Programme RTL Passion und RTL Crime hinzu, im ersten Jahr sogar kostenlos.[19] In Hamburg und Schleswig-Holstein wird künftig ein weiteres DVB-T-Bouquet mit drei privaten Fernseh- und Telemedienangeboten zur Verfügung stehen, sowie bis zu 16 Hörfunkprogramme.[20] Öffentlich-rechtliche ProgrammeWährend es in den ersten Umstellungsgebieten oft eine mehrmonatige Simulcast-Phase (gleichzeitige Abstrahlung im analogen und digitalen Standard) gab, war diese Phase bei späteren Umstellungen deutlich kürzer; ab 2005 wurde in den meisten Gebiete gar ohne Zwischenlösung direkt von analog auf digital umgestellt (Ausnahme: z. B. Stuttgart 2006 mit Simulcast während der Fußball-WM 2006). Heute sollen mindestens 90 % der Haushalte die öffentlich-rechtlichen Sender mittels DVB-T über Dachantenne empfangen können. Das wird über eine nahezu ausschließliche Abstrahlung über Grundnetzsender erreicht, analoge Füllsender wurden im Zuge der Umstellung weitestgehend stillgelegt.[21][22] Anders als die privaten Programmanbieter werden die öffentlich-rechtlichen Programme bundesweit nahezu flächendeckend in jeweils drei Programmbouquets verbreitet (Ausnahme: zwei in Mecklenburg-Vorpommern). Außerdem gibt es in Berlin zu den drei öffentlich-rechtlichen Bouquets noch zwei gemischte Bouquets, welche u. a. die Programme WDR, SWR und Bayerisches Fernsehen ausstrahlen. Im Gegensatz zur früheren analogen Verbreitung verzichtet man aus Kostengründen jedoch auf völlige Flächendeckung, weswegen in einzelnen, v. a. ländlichen und bergigen Regionen der DVB-T-Empfang nicht oder nur mit hohem Aufwand möglich ist. Hier ist für Fernsehempfang dann Satelliten-, Kabel- oder IPTV-Empfang nötig. Für die öffentlich-rechtlichen Programme entstehen durch den ausbleibenden Einstieg der Privatsender höhere Kosten als ursprünglich geplant.[23] AkzeptanzLaut dem Digitalisierungsbericht 2007 der Landesmedienanstalten nutzten bundesweit Mitte 2007 etwa 3,6 Millionen Haushalte DVB-T – doppelt so viele wie ein Jahr zuvor und entsprechend zehn Prozent der Fernsehhaushalte bzw. einem Viertel der digitalisierten Fernsehhaushalte, womit DVB-T eine höhere Verbreitung als digitales Kabelfernsehen erreicht, wobei die Akzeptanz in Gebieten mit ausschließlich öffentlich-rechtlichem Programmangebot deutlich geringer ist.[24] Zum Ende des Analogumstiegs auf digitales Antennenfernsehen ist die Zahl der Haushalte, die DVB-T empfangen, nochmals deutlich angestiegen. Inzwischen nutzen 4,2 Millionen Haushalte diesen Sendeweg, was einem Anteil von 11,3 Prozent aller Haushalte entspricht (Seite 48 des Digitalisierungsberichts 2009[25]) Demnach seien durch die steigende Digitalisierung innerhalb eines Jahres 300.000 Haushalte hinzugekommen, der Anteil bleibe aber lediglich auf Kosten wachsender Verkabelung stabil (Seite 52). Rechnet man die Mehrfachversorgung durch unterschiedliche Empfangswege ein (durch Zweitgeräte), liegt DVB-T nach einer starken Zunahme bis Ende 2007 (24,7 %) heute (Anfang 2009) bei 20,5 % (Abb. 4 auf Seite 50), Basis sind hier im Gegensatz zu vorstehenden Vergleichen nur digitale Haushalte, also ohne analoge Kabelnutzung. Die Akzeptanz des digitalen Antennenempfangs wächst mit der Anzahl der empfangbaren Programme. Während sie in Mecklenburg-Vorpommern, wo sich ARD- und Dritte Programme ein DVB-T-Bouquet teilen, mit 3,1 Prozent aller Haushalte am niedrigsten ist, liegt sie in den übrigen Gebieten mit ausschließlich öffentlich-rechtlichen Programmangeboten etwas höher (Thüringen bzw. Baden-Württemberg noch ohne RTL-Sender in Stuttgart 4,1 bzw. 6,2 %), bei einem hohen Verbreitungsgrad der großen privaten Programme bei 12,9 bis 18,3 % (Abb. 6, Seite 53[25]). Ein Umstieg bzw. die Investition in einen DVB-T-Empfänger scheint sich aus Sicht eines großen Teils der Zuschauer erst zu lohnen, wenn auch ein Grundangebot privater Programme vorhanden ist.[24] Abschluss der Umstellung 2008/2009Von 2002 bis 2008 wurden etwa 600 analoge TV-Sendeanlagen und mehr als 8700 Füllsender abgeschaltet und durch 488 DVB-T-Sendeanlagen ersetzt. Mehr als 90 % der Bevölkerung können heute DVB-T über Antenne empfangen.[26] (siehe auch Tabelle unten). Mit dem Sender Bad Mergentheim stellte am 30. Juni 2009 der SWR die letzte verbliebene Sendeanlage von Analogbetrieb auf DVB-T um. Weitere AusbaupläneEntgegen ursprünglicher Pläne werden an einigen Standorten weitere Sender kleinerer Leistung errichtet. So sind beispielsweise in Teilen Bayerns zusätzliche Füllsender in Betrieb genommen worden. Übersicht über den Umstellungszeitplan
Österreich
Die offizielle Einführung von DVB-T in Österreich fand am 26. Oktober 2006 statt. Seit diesem Termin werden 70 % der Haushalte mit DVB-T versorgt.[28] Die Ausstrahlung erfolgte vorerst simultan mit den Analogsignalen („Simulcast“), die nach vier Monaten abgeschaltet werden sollten.[28][29] Diese Frist wurde aber verschoben.[30] Am 5. März 2007 wurde mit der Abschaltung analoger Fernsehsignale begonnen. Der Vorarlberger Hauptsender Pfänder (bei Bregenz) wurde nach einer relativen kurzen Zeit des Parallelbetriebes abgeschaltet. Die früher im Ballempfang arbeitenden Füllsender waren jedoch noch nicht betroffen. Im Jahr 2007 wurden dann sukzessive alle Großsender auf DVB-T umgestellt. Die erste Umstellungsphase war am 22. Oktober 2007 beendet. Bis 2008 sollte die österreichweite Abdeckung 90 % betragen. Für Ende 2010 war eine Flächendeckung von 95 % der österreichischen Bevölkerung vorgesehen.[28] Der einzige derzeit unter entsprechenden behördlichen Auflagen befugte Betreiber von DVB-T-Infrastruktur ist die mehrheitlich dem ORF gehörende Österreichische Rundfunksender GmbH (ORS), Bewerbungen anderer Unternehmen für diese Funktion blieben aus. Im ersten Schritt nahm nur ein Multiplex, Mux A, mit den österreichischen Sendern ORF eins, ORF 2 (mit den jeweiligen Bundeslandsendungen) und ATV den Sendebetrieb auf. Allerdings werden über dieses Senderbouquet je Senderstandort zwei ORF 2-Regionalprogramme (für das eigene und für ein benachbartes Bundesland) verbreitet, sodass über dieses Senderbouquet vier Programme abgestrahlt werden. Österreich startete zeitgleich mit der Einführung von DVB-T auch den Betrieb von MHP-Diensten (ORF OK, ATV OK). Die Einführung von DVB-T in Österreich wurde mit einer Gutscheinaktion zum Erwerb von geförderten DVB-T-Boxen gestartet, die ersten 100.000 Käufer von zertifizierten MHP-fähigen Decodern hätten dabei 40 Euro Gutschrift auf den Bruttokaufpreis einer mit einer Prüfplakette (vergeben vom österreichischen TÜV) gekennzeichneten Set-Top-Box geltend machen können. Die Dauer dieser Aktion war vorerst bis Ende Dezember 2006 begrenzt. Diese Aktion wurde auf alle Rundfunkgebührenzahler ausgeweitet (Vorlage einer GIS-Nummer genügt) und bis zum 15. Jänner 2007 verlängert. Zum Ende der Gutscheinaktion wurden 35.000 Gutscheine tatsächlich eingelöst.[31] Eine weitere Gutscheinaktion richtete sich im Anschluss bis 31. Dezember 2009 an Haushalte, die von der Rundfunkgebühr befreit sind und in einem Gebiet liegen, das mit DVB-T versorgt ist.[32] Die interaktiven MHP-Zusatzdienste konnten sich auch in Österreich nicht durchsetzen, ATV stellte den ATV-MultiText zum 7. Jänner 2009 ein.[33] Der ORF OK MultiText wurde mangels Publikumsakzeptanz im Juni 2011 eingestellt. Die gewonnene Datenrate soll zur Verbesserung der Bildqualität von ORF 2 genutzt werden.[34] Am 22. Oktober 2007 wurden in den Ballungsräumen auch der Mux B mit den Programmen Puls 4 (vormals PULS TV), 3sat und ORF Sport Plus in Betrieb genommen. Am 1. Oktober 2009 startete der von Dietrich Mateschitz finanzierte Spartensender Servus TV über die Sender von Mux B seinen Sendebetrieb. Bis 7. Juni 2011 wurden alle verbliebenen Sender auf DVB-T umgerüstet. Mux A hat nun seinen Endausbau erreicht.[35] Weiterer AusbauInzwischen werden je nach Region die regionale C-Multiplexe entweder weiter ausgebaut bzw. teilweise aber auch wieder außer Betrieb genommen. Der Mux B soll nach Informationen des Betreibers ORS in weiteren Regionen starten, die bisher technisch nicht erreicht wurden. Auch der neue ORF III sendet via Mux B. Regionales TV über Multiplex C2007 fand eine Ausschreibung für den Mux C für urbane Gebiete statt. Zahlreiche lokale Sender sind inzwischen in Betrieb. Erstmals werden in der Region Mur-Mürztal (Radio Soundportal, Graz), Ost- und Südsteiermark (Radio West) und in Wien (Radio Maria Österreich, Wien) auch Hörfunksender über DVB-T verbreitet. In folgenden Regionen können regionale TV-Sender empfangen werden:
In den Regionen
konnte sich lokales TV über DVB-T nicht etablieren oder ging innerhalb der behördlich festgesetzten Frist nicht auf Sendung. In den Bundesländern Burgenland und Vorarlberg sowie in Osttirol gibt es dzt. keine lokalen DVB-T-Programme. Für Wien und Umgebung startete (allerdings im Mux B) mit Schau TV im Oktober 2011 ein neuer lokaler Anbieter[39] Weitere geplante MultiplexeKünftige Multiplexe werden in Österreich den Nachfolgestandard DVB-T2 nutzen. Im Februar gab die Vollversammlung der Digitalen Plattform Austria bekannt, dass der Multiplex D (früher für das gescheiterte DVB-H lizenziert) und der neue Multiplex E für eine Ausschreibung im DVB-T2-Standard bei einer Audio- und Videokomprimierung mittels MPEG-4 vorgesehen seien, womit indirekt auch hochauflösendes Fernsehen in Aussicht gestellt wird.[40] Alfred Grinschgl, Geschäftsführer der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH für den Fachbereich Medien, hält in der Einführung dieser Veranstaltung ein erweitertes Medienangebot, „teilweise auch in HD-Qualität“, für einen wichtigen Beitrag, „Österreichs Identität in sehr umfassendem Sinne bestmöglich zu wahren.“ Fernziel ist die Ausschreibung von Mux F, einer weiteren Plattform im selben Standard. Digitaler Hörfunk sei laut einer Podiumsdiskussion jedoch eher im Standard DAB+ vorstellbar. Schweiz
In der Schweiz stehen seit dem Abschluss des Digitalumstiegs am 25. Februar 2008[41] in allen drei Regionen sprachregionale Multiplexe zur Verfügung. In jedem Multiplex senden die zwei Programme in der regionalen Sprache sowie das erste Programm der beiden anderen Sprachregionen. In der Deutschschweiz sind das SF 1 und SF zwei sowie TSR 1 (französisch) und RSI LA 1 (italienisch). Außerdem gehört als fünfter Sender zusätzlich SFinfo in deutscher und rätoromanischer Sprache zum regionalen Angebot.[42] Nur acht Prozent der Haushalte empfangen Fernsehprogramme terrestrisch. Bedingt durch die hohe Verkabelungsquote von etwa 78 % der Schweizer Haushalte gab es bei den privaten Sendern zunächst kein Interesse, Privatfernsehen über DVB-T zu verbreiten.[41] Seit März 2011 kann im Testbetrieb der Privatsender Tele 1 in der Grossregion Luzern über DVB-T empfangen werden.[43] Im Oberwallis wird von der Valaiscom AG über DVB-T das Funknetz DIGITnet betrieben.[44] Dieses überträgt ein relativ großes Angebot an öffentlichen und privaten TV- und Radiosendern. Die Übertragung ist verschlüsselt, der Empfang ist kostenpflichtig.[45] Im Graubünden sind via teleraetia bis zu 20 öffentliche und private TV-Sender empfangbar. Die Übertragung ist verschlüsselt, der Empfang ist kostenpflichtig.[46][47] Das BAKOM hat Anfang 2010 eine Bedürfnisanalyse zur zukünftigen DVB-T Verbreitung in der Schweiz erstellt. Der Evaluationsbericht zur Anhörung schließt mit den Sätzen:[48]
Sonstige Länder
In Deutschland werden meist vier TV-Programme pro Multiplex verbreitet, in anderen Ländern auch mehr oder weniger, zusätzlich Radioprogramme oder HDTV-Inhalte. In Deutschland kommen sowohl UHF-Kanäle als auch noch VHF-Kanäle zum Einsatz, während sich manche anderen Länder auf UHF oder sogar einen Teilbereich des UHF-Bandes beschränken. So werden beispielsweise in Spanien ausschließlich die Kanäle E58–E69 für DVB-T genutzt. Während in vielen Ländern vollständig auf Gleichwellenfunk (SFN) gesetzt wird, so dass gleiche Multiplexe in allen Landesteilen auf der gleichen Frequenz gesendet werden, wird in Deutschland nur vereinzelt damit gearbeitet. Gleiche Multiplexe werden in der Regel nur von Sendern innerhalb einer Region, die zeitgleich ans Netz gingen, auf demselben Kanal gesendet. Um den SFN-Betrieb weiter auszubauen, kommt es häufig zu Kanalwechseln, um mehrere Gleichwellen-Inseln miteinander zu verbinden. Die vollständige Umstellung auf DVB-T, also die Abschaffung der analogen Ausstrahlung von Fernsehprogrammen, ist in Deutschland laut Beschluss der Bundesregierung vom 24. August 1998 bis spätestens zum Jahr 2010 vorgesehen. Allgemein soll die Ausstrahlung des analogen Rundfunks (Fernsehen und Hörfunk) in der EU Anfang 2012 enden (siehe dazu Analogabschaltung). KolumbienIm Jahre 2006 wurde die Entscheidung für die Einführung eines terrestrischen digitalen Fernsehstandards getroffen. Am 28. August 2008 entschied sich die zuständige nationale Fernsehkomission (CNTV) für den europäischen Standard für digitales terrestrisches Fernsehen DVB-T.[60] Siehe auchLiteratur
Weblinks
Einzelnachweise
DVB-Standards
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